Behindertenseelsorge pilgerte nach Westfalen

12.04.2016 10:40

Die Behindertenseelsorge der Diözese Augsburg war vom 29. März bis 3. April 2016 unterwegs nach Westfalen.

Am Dienstag nach Ostern machte sich die Behindertenseelsorge wieder mal auf, um begleitet mit geistlichen Impulsen das schöne Münsterland zu besuchen. Für unseren Diakon Thomas Schmidt war das ein Heimspiel, da er im westfälischen Sauerland geboren ist und auch in Münster studiert hat.

Foto: Westermann

Nach einer ruhigen Fahrt kamen wir am Nachmittag im beschaulichen Freckenhorst an und nahmen Quartier in der dortigen Landvolkhochschule. Deren Leiter war, wie es der „Zufall“ so wollte, natürlich ein Studienkollege von Thomas Schmidt. Nach einer kurzen Besichtigung des Hauses und dem Abendessen suchte man bald die gemütlichen „Kellerräume“ auf, um den Abend ausklingen zu lassen.

Der folgende Tag begann mit einer Eucharistiefeier in der schönen Hauskapelle. Nach dem Frühstück machten wir uns bei feuchtem Wetter zur Stadtbesichtigung in Freckenhorst auf. Mit sachkundiger Führung folgte eine kleine Ortsrundfahrt und der Besuch der ehemaligen Stiftskirche St. Bonifatius. Die Kirche birgt einen Taufstein aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, dessen Inschrift die Weihe der Kirche für 1129 – nach einem Brand im Jahre 1116 – bezeugt, ferner in der Krypta das Grabmal der Geva aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts mit der ältesten niederdeutschen Inschrift.
Nach einem kleinen Rundgang fuhr der Bus in das Nordrhein-Westfälische Landgestüt Warendorf weiter. Das Gestüt ist das Zentrum der Pferdezucht und des Reitsports in Nordrhein-Westfalen und blickt inzwischen auf eine mehr als 190-jährige Geschichte zurück. Rund 100 zuchtaktive Hengste stehen in den denkmalgeschützten Ställen des Gestüts. Etwa 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versorgen und betreuen die Pferde. Der Rundgang mit einer sachkundigen Führerin war sehr interessant, wenn auch manchen bald der Heuschnupfen plagte. Beim anschließenden Mittagessen auf dem Hof Lohmann (Freckenhorster Werkstätten - Caritasverband) waren die Unannehmlichkeiten schnell vergessen und wir erfreuten uns an leckeren Bio-Schnitzeln und Gemüse. Bald ging‘s weiter zur nächsten Stadtbesichtigung. In Warendorf besuchten wir die St.-Laurentius-Kirche. Die heutige Kirche wurde nach einem großen Stadtbrand, dem auch der Vorgängerbau zum Opfer gefallen war, zu Beginn des 15. Jahrhunderts als gotischeHallenkirche errichtet. Berühmt ist dort der sogenannte „Warendorfer Altar“ eines der bedeutendsten Werke der Hochgotik in Westfalen. Pünktlich zum Abendessen trafen wir wieder in unserer Unterkunft ein und beendeten den Tag mit Gesprächen und geselligen Spielen.

Am dritten Tag stand die Fahrt in die Bischofsstadt Münster auf dem Programm. Das Bistums Münster wurde 799 von Papst Leo III. gegründet und ist auch heute noch Sitz eines katholischen Bischofs. 805 wurde der heilige Ludgerus im Kölner Dom zum ersten Bischof von Münster geweiht. Als Bischof von Münster ist auch Clemens August Kardinal Graf von Galen sehr bekannt, der als „Löwe von Münster“ unter anderem durch sein öffentliches Auftreten gegen die Tötung so genannten „lebensunwerten Lebens“ während des Dritten Reichs Anfeindungen ausgesetzt war. Bekannt ist Münster als Fahrradstadt sowie für seine nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend wiederhergestellte historische Altstadt. Nach dem Besuch des Domes, des Erbdrostenhofs, der Clemenskirche, der Altstadt mit dem Prinzipalmarkt u.a. verbrachten wir, leicht erholungsbedürftig, zwei kurzweilige Stunden beim gemeinsamen Mittagessen im Ratskeller. Nach unserer Rückkehr nach Freckenhorst versammelten wir uns abends im Gartensaal noch zu einem geistlichen österlichen Impuls zum Thema „Die Freunde Jesu“.

Gut erholt und ausgeschlafen machten wir uns am Freitag auf, um eine weitere Bischofsstadt zu besichtigen. Osnabrück wurde 780 von Karl dem Großen als Bischofssitz gegründet. Bekannt wurde die Friedensstadt Osnabrück neben Münster auch als Ort der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens 1648. Nach dem Stadtrundgang, dem Besuch des Domes, der St.-Marien-Kirche und der Katharinenkirche machte sich ein allgemeines Hungergefühl bemerkbar. Allen wurde „freigegeben“ und man konnte sich in kleinen Gruppen bei sonnigem Wetter in den entsprechenden Gasthäusern, Imbissbuden, Cafes etc. selbst verpflegen. Noch ein kleiner Spaziergang an der ehemaligen Stadtmauer entlang zum Treffpunkt und dann ging es auch schon wieder zurück nach Freckenhorst wo man abends den schönen Ausflugstag bei Schmalzbrot und Getränken nochmals durchsprechen konnte.

An unserem letzten Tag standen gleich zwei Marienwallfahrtsorte auf dem Programm. Zunächst ging es nach Werl ins Erzbistum Paderborn. Dort wurden wir vom Wallfahrtsdirektor und vom stellvertretenden Bürgermeister empfangen (siehe Presseartikel). Nachmittags besuchten wir dann den Marienwallfahrtsort des Bistums Münster Telgte. Dort schlenderten wir durch das gemütliche kleine Städtchen. Das Telgter Gnadenbild, aus Pappelholz geschnitzt, ist um 1370 entstanden. Das Jahresmotto der Telgter Wallfahrt von 2016 griffen wir auf und sangen noch das Magnifikat. Die festliche Abendmesse rundete den Tag und die ereignisreiche, wunderschöne westfälische Woche ab.

Am Sonntag kamen wir ohne Stau und früher als geplant wieder in Augsburg an.

Roman Ludwig

Hier sehen Sie Bilder von unserem Besuch in Werl.