Zum Nachdenken

Besondere Autoritäten

Jeder Mensch ist mit seiner je einmaligen Lebensgeschichte eine Bereicherung für alle, die ihm als mitmenschliches Du begegnen und mit ihm die Freude, aber auch Nöte und Sorgen des Lebens teilen. Menschen mit Behinderungen sind „besondere Autoritäten“ für einen Reichtum sinnerfüllten, gelingenden Lebens, der sich in keinem fest gefügten Bild fixieren lässt. –

Die Kirche Christi ist nach Paulus der eine Leib aus vielen Gliedern (1 Kor 12, 21-27):
„Das Auge kann nicht zur Hand sagen:
Ich bin nicht auf dich angewiesen.
Der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen:
Ich brauche euch nicht.
Im Gegenteil,
gerade die schwächer scheinenden Glieder
sind unentbehrlich.
Wenn darum ein Glied leidet,
leiden alle Glieder mit;
wenn ein Glied geehrt wird,
freuen sich alle anderen mit ihm.
Ihr aber seid der Leib Christi,
und jeder einzelne ist ein Glied an ihm.“

nach: unBehindert Leben und Glauben teilen.
Wort der deutschen Bischöfe zur Situation der Menschen mit Behinderungen anlässlich des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003.


Behinderung – Nur Verschiedenheit

„Es ist normal,
verschieden zu sein.

Es gibt keine Norm für das Menschsein.

Manche Menschen sind blind oder taub, andere haben Lernschwierigkeiten,
eine geistige oder körperliche Behinderung – aber es gibt auch Menschen ohne Humor,
ewige Pessimisten,
unsoziale oder sogar gewalttätige Männer und Frauen.

Dass Behinderung nur als Verschiedenheit aufgefasst wird, das ist ein Ziel,
um das es uns gehen muss.

In der Wirklichkeit freilich ist Behinderung nach wie vor die Art von Verschiedenheit,
die benachteiligt, ja, die bestraft wird.
Es ist eine schwere, aber notwendige,
eine gemeinsame Aufgabe für uns alle,
diese Benachteiligung zu überwinden.“

Richard von Weizsäcker