06.06.2011 13:25

Wieder war es einmal soweit, dass die Behindertenseelsorge der Diözese Augsburg mit 35 Personen ihre religiöse Freizeit auf der Nordseeinsel Spiekeroog verbrachte.

Da die 6 km vom Festland entfernte Insel autofrei ist, blieb viel Zeit der Ruhe und der inneren Einkehr, eine große Rolle bei den Besinnungen am Morgen und am Abend spielte der Sonnengesang des heiligen Franziskus. In dieser ruhigen Natur waren die Schöpfungselemente daraus gut spürbar, besonders „Schwester Wasser, Schwester Sonne“ und „Bruder Wind“.

Zur Erkundung der Insel und am Abend für Spiel und Spaß. Jetzt gab es nur noch einen Unsicherheitsfaktor, das Wetter. Dazu aber später mehr.
Um dem tidenabhängen Fahrplan unserer Fähre gerecht zu werden, starteten wir in Augsburg am Vorabend um 23 Uhr unsere Busfahrt um nach 870 km und 10 Stunden den Fährhafen Neuharlingersiel zu erreichen. Nach der noch einstündigen Überfahrt wurden wir in unserer Familienferienstätte "Haus Winfried" herzlich begrüßt und aufgenommen. Das Gepäck wird schon im Abfahrtshafen in Container verladen und bis an die Unterkunft befördert. Noch am gleichen Tag besuchten wir im Inselkino einen Vortrag, bei dem den "Neuankömmlingen" die Insel vorgestellt wurde.
Am nächsten Tag ging es "per pedes apostolorum" auf Erkundungstour des kleinen und wunderschönen Dorfkernes. Von einer sachkundigen Ortsführerin erfuhren wir sehr viel aus und über das schwere Leben der Insulaner früher und heute.
Am 06.11.1854 strandete bei einem Sturm vor Spiekeroog ein 3 Mastsegler mit 216 hessischen Auswanderern, welche auf dem Weg nach Amerika waren und 13 Mann Bestatzung. 134 Insulaner mussten stundenlang tatenlos zusehen ohne helfen zu können und anschließend 150 Überlebende in ihren 30 Häusern aufnehmen und versorgen. Die 79 Toten wurden außerhalb des Ortes auf dem Friedhof der Ertrunkenen beigesetzt.
Neben den Dünen und den riesigen Sandstränden gibt es noch die von einem Pferd gezogene Museumsinselbahn zum Westend. Das Heimatmuseum, das kuriose Muschelmuseum, die noch existierenden Häuser mit Schwimmdach, die 1696 erbaute und damit die älteste Inselkirche, das alte Inselhaus von 1700, die über 200 Jahre alte Linde vor dem Eingang des "Hotel zur Linde" und die ebenfalls über 200 Jahre alte Ulme, welche durch den steten herrschenden Westwind sich dem Wuchs angepasst hat.
Einige der Teilnehmer wollten morgens um 6 Uhr einen Sonnenaufgang auf der höchsten Erhebung mit sagenhaften 24,1 Metern beim "Utkieker" erleben, der zugleich die höchste Erhebung in Ostfriesland ist.
Am Nachmittag konnte auch kreativ gebastelt werden. Fast alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer fertigten einen Bilderrahmen aus Muscheln und Sand an. Der Abend wurde oft mit Gesellschaftsspielen verbracht.

In der hoch über den Dünen gelegenen katholischen Kirche war am Mittwochabend ein beeindruckender Taizé - Meditationsabend mit geistlichen Liedern zum Mitsingen.

Am Vorabend zum 1. Mai wurde unter großem Beifall durch die Jugend der Maibaum aufgestellt.
Auch einen Besuch wert ist das 2006 eröffnete "Umweltzentrum Wittbülten", in dem man heimische Fische und Krabbeltiere erleben und auch mal "streicheln" darf.
Während unseres Aufenthaltes filmte ein Team des NDR einen Dokumentarfilm, welcher zwischen Weihnachten und Silvester gesendet wird. Titel: Das Dorf im Meer.

Zum Abschluss der Freizeit am Samstagabend war in der kath. Inselkirche noch eine Eucharistiefeier.
Alles in Allem waren es herrliche Tage, an denen es zwar sehr windig aber trocken war.
So wie die Hinfahrt verlief auch die Heimfahrt wieder, sodass wir zu sehr später Stunde kurz vor Mitternacht wieder von den wartenden Angehörigen empfangen wurden.

Helmut Kresse