01.10.2008

Im Mittelpunkt: die Heiligen Markus und Antonius

Auf dem Markusplatz

Wie schon in den Jahren vorher bot auch 2008 die pfarreiorientierte Behindertenseelsorge wieder religiöse Freizeiten an. Eine davon ging Anfang Oktober in die märchenhaft schöne Lagunenstadt Venedig. Für manche der Teilnehmer war schon der Beginn der Reise spannend und mit Herzklopfen verbunden. Wir starteten nämlich mit dem Flugzeug von München aus. Nach einem problemlosen Flug fuhren alle mit dem Vaporetto direkt zu unserem zentral gelegenen Hotel.
Die fünf Tage vergingen wie im Flug, nach der täglichen morgendlichen Besinnung starteten wir unternehmungslustig in den Tag.

An den ersten beiden Tagen besuchten wir die Kirchen Venedigs, bestaunten die Kunstschätze vergangener Zeiten, spazierten über den Markusplatz und genossen den Rundblick vom Campanile, auch ein Besuch des ehemaligen jüdischen Ghettos stand auf dem Programm. Mancher Capuccino musste daran glauben und machte uns wieder fit für weitere Programmpunkte. Der dritte Tag brachte uns die Schönheiten der Lagune nahe. Wir besuchten mit dem Schiff die Insel Murano und beobachten Glasbläser bei ihrer Arbeit, die Fischerinsel Burano mit den bunten Häusern und die Insel Torcello, eigentlich der älteste Teil Venedigs mit der romanischen Kirche und wunderschönen Mosaiken.

Der Höhepunkt der Freizeit folgte am vierten Tag. Wir machten uns mit dem Zug auf nach Padua, um das Grab des hl. Antonius von Padua zu besuchen. Der hl. Antonius (+1231) ist in der nach ihm benannten Basilika bestattet. Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige. An seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass der hl. Bonaventura meinte: "Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!" Die riesige Basilika mit ihren vier Kreuzgängen ist eine der meistbesuchtesten Wallfahrtsstätten. Es gibt aber auch sonst kaum eine römisch-katholische Kirche, die nicht einen Altar, ein Gemälde, ein Fresko oder eine Statue besitzt, die dem Heiligen geweiht ist. Verbreitet ist im deutschsprachigen Raum das Gebet im Hinblick auf Antonius' Patronat als Helfer zum Wiederfinden verlorener Sachen: "Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo (die verlorene Sache, z.B. 'mein Schlüssel') sein kann!" Wir verbrachten einen herrlichen Tag im sonnigen Padua und kehrten erst am Abend nach Venedig zurück. Am folgenden Tag hieß es schon Abschied nehmen von warmen Temperaturen, von schaukelnden Vaporetti, vom roten Wein – kurzum von Italien. Schade, wir hätten es auch länger ausgehalten.

Text: Roman Ludwig