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Nachruf

Ruhestandspfarrer Matthias Prestele verstorben

30.03.2025 18:50

Der Ruhestandgeistliche und langjährige Pfarrer von Reichling und Aufheim, Bischöflicher Geistlicher Rat Matthias Prestele, ist am Freitag, 28. März wenige Tage nach seinem 91. Geburtstag verstorben. Er wurde am 23. März 1934 in Osterzell geboren und am 21. Juni 1964 zum Priester geweiht. Bischof Bertram würdigt ihn als warmherzigen Seelsorger, der seinen priesterlichen Dienst beharrlich und treu ausübte.

+ Pfarrer BGR Matthias Prestele (1934-2025) (Foto: PG Mauerstetten-Stöttwang)

„Der Tod von Pfr. Matthias Prestele erfüllt mich mit Trauer. Mit ihm verliert die Diözese Augsburg einen warmherzigen Seelsorger, der über 61 Jahre lang die ihm anvertrauten Gläubigen menschlich und geistlich als Priester begleitete, ihnen das Wort Gottes verkündete und die Sakramente spendete", erinnert Bischof Bertram sich an den Verstorbenen. "Vor allem die Jahre in Reichling und Aufheim waren für ihn Gelegenheit, den Gemeinden seinen Stempel aufzudrücken. Matthias Prestele war kein Mann der lauten Töne, doch sein Wirken hatte einen roten Faden, den er unbeirrt verfolgte und mit Beharrlichkeit umsetzte. Auch im Ruhestand, den er in seiner Heimat Osterzell verbrachte, machte er sich, solange er konnte, als Seelsorger nützlich. Der Herr lohne ihm seinen treuen Dienst.“

Matthias Prestele wuchs in Osterzell einige Kilometer östlich von Kaufbeuren auf und entschloss sich nach dem Ende seiner schulischen Ausbildung zum Eintritt in das Erzbischöfliche Spätberufenenseminar St. Matthias in München-Fürstenried, wo er Ende der Fünfzigerjahre das Abitur nachholte. Im Anschluss trat er als Novize in den Jesuitenorden ein, verließ ihn jedoch schon nach einigen Jahren wieder, um stattdessen ab 1960 für sein Heimatbistum Augsburg die priesterliche Ausbildung zu durchlaufen.

Nach seiner in Dillingen erfolgten Priesterweihe im Jahr 1964 – als Primizspruch wählte er sich "Ich habe mir vorgenommen, unter euch nichts zu kennen als Jesus Christus" (1 Kor 2,2) – war Matthias Prestele zunächst etwa ein Dreivierteljahr als Kaplan in Starnberg sowie ab 1965 sechseinhalb Jahre lang an der Ulrichsbasilika in Augsburg eingesetzt. In dieser Zeit befasste er sich unter anderem mit der Geschichte der Basilika und ihren architektonischen Besonderheiten. 1972 wurde er von Bischof Dr. Josef Stimpfle mit seiner ersten Pfarrstelle in Reichling bei Landsberg betreut, die er über zwanzig Jahre lang ausfüllen sollte.

In diesen zwei Jahrzehnten, während derer er neben der Pfarrei Reichling auch die Nachbarspfarreien Epfach und Ludenhausen betreute, war Pfarrer Prestele unter anderem auch die Förderung der Frauen in dem ländlich geprägten Gebiet ein Anliegen. Zu diesem Zweck ermutigte er die Gemeindemitglieder, während der Achtzigerjahre eigene Frauenvereinigungen innerhalb der jeweiligen Pfarreien zu gründen. Darüber hinaus war ihm die Verwirklichung der wenige Jahre zuvor auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil angestoßenen theologischen und liturgischen Reformen auch vor Ort am Lechrain ein großes Anliegen.

Pfarrer Matthias Prestele beim Bezirksmusikfest 1979 in Reichling (Foto: Musikverein Reichling)

1992 wechselte Pfarrer Prestele ein letztes Mal die Stelle und nahm als „Fuggerpfarrer“ – die Kirchengemeinde unterliegt bereits seit langer Zeit dem Patronat der Fugger von Kirchberg – die Arbeit als Pfarrer in Aufheim (Dekanat Neu-Ulm) an. Insgesamt 16 Jahre lang wirkte er im Gebiet zwischen Ulm und Senden. Neben der mittelalterlichen Pfarrkirche in Aufheim gehörte zu seinem Pfarrsprengel auch die erst 1960 errichtete Kirche Maria Hilf im Nachbardorf Gerlenhofen. Dieses Miteinander von Tradition und Moderne war es auch, dass seine Arbeit als Priester zeitlebens prägen sollte.

Nach seiner altersbedingten Emeritierung 2008 zog Pfarrer Prestele wieder in seine Allgäuer Heimat nach Osterzell zurück. Dort verbrachte er seinen – wie er es selbst ausdrückte – „sogenannten Ruhestand“ allerdings auch weiterhin als eifriger Seelsorger, der sich gerne in das Leben der dortigen Pfarreiengemeinschaft Mauerstetten-Stöttwang einbrachte. Immer wieder betonte er auch, wie dankbar er Gott sei für all die Menschen, die ihn auf seinem Lebensweg begleiteten. Besonders hob er dabei seine Schwester Gertraud hervor, die ihm fast vier Jahrzehnte lang bis zu ihrem überraschenden Tod als Haushälterin zur Seite stand. Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Unterstützung seines Freundes und Studienkollegen Manfred Rauh (+ 2011), der viele Jahre lang als Priester in den verarmten und abgelegenen Andenregionen Boliviens wirkte und sich dort um die Förderung der Schulbildung bemühte. Bis zuletzt warb Pfarrer Prestele gerne für Spendenprojekte, um die Arbeit seines Kommilitonen fortzuführen.

Am Freitag, 28. März ist Pfarrer Prestele im Krankenhaus in Tutzing verstorben. Der Sterberosenkranz für ihn wird am Dienstag, 1. April um 18.45 Uhr in der Osterzeller Pfarrkirche St. Stephan und Oswald gebetet. Das Requiem mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, 4. April um 14 Uhr ebendort statt.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.