Hymne zu Ehren von König Ludwig I.
Vor genau 200 Jahren, am 19. Oktober 1825, trat Ludwig I. sein Amt als König von Bayern an, nachdem sein Vater Maximilian I. Joseph in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober verstorben war. Dabei leistete er einen Eid auf die erst 1818 erlassene Bayerische Verfassung.
Im Gedächtnis geblieben ist der von 1825-1848 regierende König heute vor allem durch zwei Dinge: die vielen klassizistischen Bauten der Landeshauptstadt München sowie die ans Griechische angelehnte Schreibung des Landesnamens „Bayern“, mit dem bis heute in der Schrift zwischen dem Staat („bayerisch“) und der Sprache und Kultur der altbayerischen Gebiete („bairisch“) unterschieden wird.
In der erst in diesem Jahr im Archiv des Bistums Augsburg angelegten Musikaliensammlung finden sich auch die Noten und der Text zu einer dem König gewidmeten Hymne (Mus_P v.Num. 221): Das mit den Worten „Heil unserm König! Heil! Des Volkes Vater Heil! Dem König Heil!“ beginnende Lied besitzt drei Strophen, in denen zuerst der König, dann die Königin Therese und zuletzt – nicht ganz eindeutig – entweder das Land Bayern oder das bayerische Königshaus gerühmt werden: „Dem Hause Bayern Heil! Den edlen Söhnen Heil! Des Landes Stolz! / Der Väter hoher Muth durchglüht mit heißer Glut der edlen Söhne Blut, Heil Bayern Heil!“
Der Verfasser der Zeilen ist anonym geblieben, entstanden dürfte das Werk wahrscheinlich noch 1825 sein. Unter dem Titel „Heil unserm König“ waren im 19. Jahrhundert verschiedene Liedfassungen auf den bayerischen König verbreitet, die zur Melodie der britischen Königshymne gesungen wurden. Von der bekannteren Form von 1806 unterscheidet sich das im Archiv des Bistums Augsburg befindlichen Werk jedoch deutlich. Es ist kürzer und nicht allein auf die Person des Königs beschränkt.