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Heimatforscher Wolfgang Schwarz berichtete über die Zeit der Urgroßeltern

30.01.2013 20:00

„So lebten unsere Urgroßeltern“ lautete das interessante Vortragsthema des Heimatforschers und ehemaligen Erlinger Marktrates Wolfgang Schwarz bei der Katholischen Arbeitnehmerbewegung Herbertshofen-Erlingen. Im Pfarrheim bezog sich dabei der Referent im besonderen auf den gleichlautenden Titel eines Buches des Heimatforschers des Landkreises Augsburg, Prof. Dr. Walter Pötzl. Der pensionierte Regierungsdirektor ergänzte und würzte seine spannenden Ausführungen auch mit reichlich Berufserfahrung, sowie mit Nachforschungen in Katastern und aus früheren Gesprächen mit inzwischen verstorbenen Bürgern.

Dabei standen Sitten und Gebräuche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und der Regierungsstil des Bayernkönigs Maximilian II im Mittelpunkt. Der Regent setzte zwischen 1848 und 1864 als Sohn von Ludwig I. viele ungelöste Reformvorhaben seines Vaters um. Interessant war auch die zwischen 1871 und 1876 durchgeführte Umstellung auf Dezimalsysteme. Einbezogen in den nostalgischen Rückblick wurden auch die örtlichen Verhältnisse mit damals überwiegender landwirtschaftlicher Bevölkerung. Um 1800 hatte Herbertshofen 52 sogenannte Feuerstätten mit 14 meist geistlichen Grundherren und von Erlingen sind in den Aufzeichnungen 35 Feuerstätten mit 7 Grundherren registriert.

Unterhaltsverpflichtungen bei Hofübergabe

Der Vortragende streifte auch die im Buch des Kreisheimatpflegers behandelten Berichte (Physikatsberichte) der Amtsärzte der Landgerichte in Göggingen, Schwabmünchen Zusmarshausen und Wertingen mit den damals üblichen Vertragswerken wie dem Übergabevertrag der Landwirtschaft mit dem Leibgeding, auch Unterhaltsverpflichtung für das Altenteil genannt.

Bei der anschließenden Diskussion kamen auch Zehntabgaben an den Ortspfarrer, teils bis über die Mitte des letzten Jahrhunderts, zur Sprache. KAB-Organisatorin Elfriede Rasch dankte dem Referenten für seine interessanten Ausführungen mit einem Anerkennungsgeschenk (siehe Bild).

(gp)

KAB-Organisatorin Elfriede Rasch mit Wolfgang Schwarz