Johannes XXIII. und Johannes Paul II. erhalten Platz im liturgischen Kalender

20.09.2016 16:10

UPDATE 20.09.2016:

Liturgische Texte für den Gedenktagtag des hl. Johannes XXIII. am 11. Oktober

Die liturgischen Texte für Papst Johannes XXIII. in deutscher Sprache wurden von den Bischofskonferenzen des deutschen Sprachgebiets und dem Erzbischof von Luxemburg approbiert und im Jahr 2016 rekognosziert. Sie können hier downgeloadet werden:

Messtexte hl. Johannes XXIII

Augsburg/pcd. 20.10.2014. Der Weiße Sonntag, an dem Jahr für Jahr die Kinder erstmals zur Heiligen Kommunion geführt werden, ging in diesem Jahr (2014) als der „Vier-Päpste-Sonntag“ in die Kirchengeschichte ein. Denn unter Anwesenheit des emeritierten Papstes Benedikt XVI. sprach der amtierende Papst Franziskus seine zwei Vorgänger Johannes XXIII. und Johannes Paul II. heilig. Nun erhalten die beiden heiliggesprochenen Päpste auch einen eigenen Platz im Römischen liturgischen Kalender. Das bedeutet, dass an ihren Gedenktagen weltweit die heilige Messe zu Ehren dieser heiligen Päpste gefeiert werden kann.

Hl. Papst Johannes XXIII.

Nicht alle heiliggesprochenen Personen erhalten einen festen Platz im Römischen Kalender, der weltweit die Feier der Liturgie regelt. Nur die für die Kirche besonders bedeutenden Heiligen werden im liturgischen Kalender in Form von „Hochfesten“, „Festen“, „gebotenen Gedenktagen“ und „nichtgebotenen Gedenktagen“ gefeiert. In den Rang von solchen „nichtgebotenen Gedenktagen“ wurden jetzt der 11. Oktober für den hl. Papst Johannes XXIII. und der 22. Oktober für den hl. Papst Johannes Paul II. erhoben.

Der heilige Johannes XXIII., der ursprünglich Angelo Roncalli hieß, wurde 1881 geboren und war von 1958 bis 1963 Papst. Aufgrund seines Alters zum Zeitpunkt der Papstwahl (76) betrachtete man den „Papa buono“ („den guten Papst“), wie er im Volksmund aufgrund seines gütigen Lächelns genannt wurde, nur als „Übergangspapst“. Doch die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), das weitreichende Veränderungen in der Kirche brachte, sicherte ihm einen wichtigen Platz in den Geschichtsbüchern. Der Tag der Eröffnung dieses Konzils (11. Oktober) wurde nun zu seinem liturgischen Gedenktag erklärt.

Der heilige Johannes Paul II., der im Jahre 1920 als Karol Józef Wojtyła geboren wurde, war von 1978 bis 2005 Papst – länger regierte nur der selige Papst Pius IX. (1846 bis 1878). Johannes Paul II. war ein Papst der Superlative: In seiner über 26 Jahre dauernden Amtszeit nahm er mit 231 Kardinalserhebungen mehr Kardinalskreierungen vor als jeder andere Papst der Kirchengeschichte. Er unternahm 104 Auslandsreisen, bei denen er 127 Länder besuchte. Sein Pastoralbesuch in Augsburg am 3. und 4. Mai 1987, bei dem er unter anderem eine heilige Messe im Mariendom feierte und das neue Priesterseminar segnete, ist vielen Augsburgern noch in lebhafter Erinnerung. Mit vierzehn Lehrschreiben (Enzykliken) sowie zahlreichen Apostolischen Schreiben prägte Johannes Paul II. das Oberste Lehramt der Kirche nachhaltig. Sein in großer Geduld ertragenes Sterben wurde zum öffentlich tief mitempfundenen Ereignis. Der spontane Ruf der Gläubigen am Todestag von Johannes Paul II. nach sofortiger Heiligsprechung („Santo subito!“) wurde jetzt erfüllt. Und der Tag seines feierlichen Amtsantritts als Oberhirte der Kirche (22. Oktober) ist nun sein liturgischer Gedenktag.

Aufgrund der Änderung des Römischen Generalkalenders ändert sich auch das Liturgische Direktorium für das Bistum Augsburg. Darüber wurden nun die Pfarrämter des Bistums informiert. Am 11. Oktober 2014 kann neben der Messe vom Tag oder vom Mariensamstag nun auch die Messe zu Ehren des heiligen Papstes Johannes XXIII. gefeiert werden. Und am 22. Oktober 2014 kann neben der Messe vom Tag auch die Messe zu Ehren des heiligen Papstes Johannes Paul II. gefeiert werden. Die liturgischen Texte für die beiden nichtgebotenen Gedenktage sind auf der Internetseite www.bistum-augsburg/glaubenslehre unter „Aktuelles“ abrufbar.

 

 

Hl. Papst Johannes Paul II.