Feuerbestattung

Frage:

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich darf Sie bitten, mir eine Grundsatzauskunft zur Haltung und Akzeptanz der katholischen Kirche bzgl. der Einäscherung als Beerdigungszeremonie zu erteilen. Konkret bitte ich insbesondere um die Beantwortung der Frage, ob die Einäscherung als Beerdigungszeremonie nunmehr neben der Erdbestattung durch die Kirche voll anerkannt ist?

Antwort:

Die entsprechende Bestimmung im kirchlichen Gesetzbuch lautet:

"Nachdrücklich empfiehlt die Kirche, daß die fromme Gewohnheit beibehalten wird, den Leichnam Verstorbener zu beerdigen; sie verbietet indessen die Feuerbestattung nicht, es sei denn, sie ist aus Gründen gewählt worden, die der christlichen Glaubenslehre widersprechen." (can. 1176, § 3 CIC)

Die Erdbestattung empfiehlt sich für den Christen, weil sie der Bestattung unseres Herrn Jesus Christus entspricht: "Die Kirche sieht in der Erdbestattung eine besondere Ähnlichkeit mit dem Begräbnis des Herrn" (Die kirchliche Begräbnisfeier, Pastorale Einführung, Nr. 11).

Im 19. Jahrhundert haben Freimaurer, Freidenker und marxistische Gruppen sich für die Einäscherung ausgesprochen, um damit ein äußeres Zeichen ihrer Haltung zu geben, dass mit dem Tode "alles aus ist" (Münst. Kommentar zum CIC). Diese antichristliche Haltung wurde kirchlicherseits mit einem Verbot der Leichenverbrennung beantwortet (vgl. can. 1240, § 1, n. 5 CIC/1917). Aufgehoben wurde dieses generelle Verbot im Jahre 1963 durch eine Instruktion des Hl. Offiziums (AAS 1964, 822f).

Heute ist eine Feuerbestattung nur noch dann verboten, wenn sie aus Gründen gewählt wurde, die gegen die christliche Glaubenslehre sprechen. Ansonsten kann die kirchliche Feier im Krematorium stattfinden oder an den Stationen Friedhofskapelle/Trauerhalle und/oder Grab.