Mastodon

Heilige

Lebensdaten: geboren 1848 in Antananarivo, Madagaskar, gestorben am 21. August 1894 ebendort Lebensgeschichte: Rasoamanarivo gehörte zu einer der wichtigsten Familien Madagaskars und wurde Schülerin der katholischen Mädchenschule, die 1861 von französischen Jesuitenmissionaren eröffnet worden war. 1863 wurde sie auf den Namen Victoire getauft und empfing 1864 ihre heilige Erstkommunion. Ebenfalls 1864 wurde sie mit ihrem Cousin Radriaka verheiratet, dem Sohn des Regierungschefs der Königin. Als 1867 der Protestantismus auf Druck der Engländer Staatsreligion wurde, war es nur Victoire als Hofdame und ihrer natürlichen Autorität zu verdanken, dass die Missionare und Ordensschwestern ihre Tätigkeit fortführen konnten. Als wegen des franco-madagassischen Konflikts 1883 die französischen Ordensleute der Insel verwiesen wurden, hielt Victoire das Gemeindeleben der oftmals ärmeren, als Verräter verschrienen Katholiken aufrecht. Sie verhinderte Kirchenschließungen und Zwangskonversionen und besuchte Sonntag für Sonntag die Gebetsversammlungen im ganzen Land, denen sie als eine der ersten Frauen des Landes damit eine gewisse Würde verlieh. Gemeinsam mit dem jungen Adligen Paul Rafiringa und Bruder Raphaël, dem einzigen madagassischen Ordensmann, bewahrte sie viele katholische Christen vor den schlimmsten Auswüchsen einer richtiggehenden Verfolgung. 1886 durften die französischen Missionare zurückkehren, ein Jahr später gelangte mit dem Apostolischen Vikar von Madagaskar ein erster Bischof auf die Insel, dem Victoire als Oberhaupt der Katholiken vorgestellt wurde. 1888 bekehrte sich ihr Schwerenöter von Ehemann nach einem tödlichen Unfall und empfing von ihr noch die Taufe, ehe er verstarb. Ab diesem Zeitpunkt führte Victoire Rasoamanarivo bis zu ihrem eigenen Tod 1894 ein zurückgezogenes Leben im Gebet. Ihre Begräbnisfeier fand in der Kathedrale von Andohalo in Antananarivo statt, die mit ihrer Unterstützung anstelle der ersten Holzkirche erbaut worden war, bestattet wurde sie auf dem Friedhof der katholischen Missionare in Ambohipo. Verehrung: 1989 kam Papst Johannes Paul II. eigens auf die afrikanische Insel, um Victoire im Beisein von 500.000 Gläubigen als erste Madagassin seligzusprechen. Ihr Grab befindet sich seit 1993 in einer Kapelle der Kathedrale. Ein Viertel der Bevölkerung Madagaskars ist heute katholisch.   Weitere Heilige des Tages:
Balduin von Rieti, Abt
Franz Reinisch, Ordenspriester, Märtyrer
Pius X., Papst
Lebensdaten: getauft am 23. Januar 1350 in Valencia, gestorben am 5. April 1419 in Vannes Lebensgeschichte: Vicent Ferrer stammte aus einer Notarenfamilie und wurde mit sieben Jahren für den geistlichen Stand bestimmt. Nach Ablauf der klassischen Studien entschied er sich jedoch mit dem Eintritt in den Dominikanerorden 1367 gegen eine Karriere als Kleriker. Im Kloster seiner Heimatstadt, wo die meisten Brüder an der Schwarzen Pest gestorben waren, nahm er seine strenge Bußgesinnung an. Vicent studierte Logik an den Ordensschulen von Barcelona und Lérida und wurde bald selber als Lehrer eingesetzt. Sein Theologiestudium absolvierte er in Toulouse. Hebräisch beherrschte er so gut, dass er später mit jüdischen Gelehrten debattieren konnte. 1378 wurde er von Kardinal Pedro de Luna zum Priester geweiht. Er lehrte an der Kathedralschule von Valencia, wurde zum Prior seines Heimatklosters gewählt und machte sich einen Namen als Fastenprediger in den Fürstentümern Nordostspaniens. Weil es 1391 zu Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung kam, denen allein in Valencia 250 Israeliten zum Opfer fielen, und Pater Vicent eine wichtige Rolle bei der letztlich antijüdischen Disputation von Tortosa (1413/1414) spielte, in deren Folge hunderttausende Zwangstaufen stattfanden, hat man ihm persönlichen Antisemitismus vorgeworfen, dabei hat er die Juden nachweislich verteidigt. Ab 1392 hatte er als Freund und Berater der Könige von Aragón solchen Einfluss, dass er 1412 über die Thronfolge Aragoniens und damit die Zukunft ganz Spaniens mitentscheiden durfte – wie sein älterer Bruder Bonifatius, der inzwischen General des Kartäuserordens geworden war. Ab 1395 war er an der Kurie in Avignon als Beichtvater, Apostolischer Pönitentiar, Hauskaplan und Theologe des Päpstlichen Hauses tätig, wo Pedro de Luna als Gegenpapst Benedikt XIII. regierte. 1398 kamen Vicent Zweifel an der Legitimität Benedikts. Er wurde schwerkrank, gab sich die Schuld an Kriegen, Pest und Schismen und verließ den avignonesischen Hof – freilich mit den Vollmachten eines päpstlichen Legaten versehen. Als Vicent 1416 Benedikt öffentlich die Gefolgschaft aufkündigte, ebnete er der Beendigung des Schismas aus mittlerweile drei Päpsten auf dem Konstanzer Konzil den Weg. Zehn Jahre lang zog Vicent, zeitweise von Geißlerzügen und beunruhigend großen Büßerscharen begleitet, durch die heutige Schweiz, Südfrankreich, Oberitalien, Flandern und Spanien. In seiner Heimatstadt Valencia gründete er 1410 das weltweit erste und heute noch bestehende Waisenhaus. Während seiner häufig dreistündigen Predigten verkündete er offenbar auch das nahende Weltende, um seine Zuhörer zur Umkehr zu bewegen. In seinen beiden letzten Lebensjahren durchzog er die Normandie, wo er den englischen König traf, und die Bretagne, wo er am 5. April 1419 starb. Verehrung: Vicent Ferrer wurde in der Kathedrale von Vannes bestattet. Sein sofort in Gang gebrachter Kanonisationsprozess verzeichnete 873 Wunder, darunter 28 Totenerweckungen. Papst Calixtus III., dem Vicent das Amt prophezeit hatte, sprach ihn 1455 heilig. Verehrt wird der größte Volksprediger des Spätmittelalters auch in Neapel, das bis 1516 zu Aragonien gehörte. Darstellung: als Bußprediger mit Spruchband (aus Offb 14,7) „Fürchtet Gott und erweist ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“ Patron: von Valencia, Neapel und Vannes, der Holz- und Bauarbeiter   Weitere Heilige des Tages:
Crescentia Höß. Oberin, Mystikerin
Juliana von Lüttich, Ordensfrau, Mystikerin
Katharina Tomás, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 21. April 1795 in Rom, gestorben am 22. Januar 1850 ebendort Lebensgeschichte: Vincenzo Pallotti war das dritte von zehn Kindern einer tiefgläubigen, gutsituierten Familie und erhielt mit zehn Jahren die unübliche Genehmigung, täglich die Eucharistie zu empfangen. Bereits mit 16 Jahren gelobte er für sein Leben Keuschheit, Armut und Gehorsam und wurde 1818 nach seinem Studium und mit einer Sondergenehmigung wegen seines jungen Alters zum Priester geweiht. Kurz darauf wurde er noch zum Doktor der Theologie promoviert und wirkte als Professor an der Universität. Vinzenz Pallotti engagierte sich für Arme und Jugendliche und gab schließlich seine wissenschaftliche Lehrtätigkeit auf, um die heruntergekommene Pfarrei S. Spirito dei Napoletani zu übernehmen und sich ausschließlich seinen seelsorgerischen Aufgaben zu widmen. Pallotti wurde bald wie Philipp Neri der Apostel der Stadt genannt und war in ganz Rom ein gefragter Beichtvater und geistlicher Begleiter. 1835 gründete er die „Vereinigung des katholischen Apostolats“ mit der visionären Grundidee, dass alle Getauften, ob Priester, Ordensleute oder Laien, an der Verbreitung des Glaubens an die unendliche Liebe Gottes mitwirken. Aus dieser Vereinigung, der sogenannten „Unio“, entstanden eine Schwestern- sowie später eine Priester- und Brüdergemeinschaft – die Pallottiner. Der eher kränkliche Pallotti war rastlos tätig und schonte sich nicht. Nachdem er einem Bettler seinen Mantel überlassen hatte und stundenlang in der kalten Kirche San Salvatore in Onda die Beichte gehört hatte, bekam er eine Lungenentzündung, der er im Alter von nur 54 Jahren erlag. Verehrung: Vinzenz Pallotti wurde am 22. Januar 1950 von Papst Pius XII. selig- und am 20. Januar 1963 von Papst Johannes XXIII. während des Zweiten Vatikanischen Konzils heiliggesprochen. Darstellung: in Priesterkleidung mit Chorrock und Stola Ausspruch des hl. Vinzenz: „Durch ein heiteres und frohes Gesicht können wir beweisen, dass die Nachfolge Christi unser Leben mit Freude erfüllt.“   Weitere Heilige des Tages:
Vinzenz von Saragossa, Diakon, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 24. April 1581 in Pouy (Gascogne), heute Saint-Vincent-de Paul, gestorben am 27. September 1660 in Paris Lebensgeschichte: Vincent Depaul wurde von seiner Familie, Landwirten in Südwestfrankreich, zum Priester bestimmt und zum Studium nach Toulouse geschickt. Obwohl er bereits mit 19 Jahren die Weihe empfing, gelang ihm die geistliche Karriere mangels Anstellung nicht. Nach allerlei Abenteuern verschlug es ihn 1608 nach Paris, wo die Freundschaft zum Oratorium und die Gunst der Königin Margarete von Valois eine Wende in seinem Leben bewirkten. 1612 übernahm er eine Vorort-Pfarrei in Paris und wurde dann Hausgeistlicher des Galeerengenerals de Condi und dessen Familie in Lyon. Nicht zuletzt durch die Begegnung mit Franz von Sales und Johanna Franziska von Chantal erkannte er, dass es seine Lebensaufgabe war, sich für die Schwächsten dieser Welt einzusetzen. 1617 gelobte er, sein Leben lang den Bedürftigen zu dienen. Dazu rief er zuerst die Gemeinschaft der Laienschwestern „Confrérie de la Charité“ ins Leben, bald darauf die entsprechende Laienbruderschaft; 1625 gründete er den Orden der „Lazaristen“ und 1633 gemeinsam mit Louise de Marillac die „Barmherzigen Schwestern“, auch „Vinzentinerinnen“ genannt. Alle dienten seinem großen Werk, Menschen in jeglicher Not zu helfen. Vinzenz von Paul kümmerte sich mit Hilfe seiner Gemeinschaften um Galeerensträflinge, Kranke, Arme, Witwen und Waisen, aber ebenso auch um die Priesterausbildung und den Aufbau von Missionen. Er wurde der Begründer der weltweiten Caritasbewegung. Mit fast 80 Jahren starb er am 27. September 1660 in Paris. Verehrung: Vinzenz von Paul wurde 1737 heiliggesprochen und 1885 zum Patron der Nächstenliebe erklärt, sein Herz wird in der Kathedrale von Lyon verehrt, sein unverwester Leichnam in der Pariser Kirche Saint-Lazare. Seine Ordensgemeinschaften betreiben weltweit karitative Einrichtungen. Darstellung: im Priestergewand, inmitten seiner Schützlinge, oft mit einem flammenden Herzen Patron: aller karitativen Einrichtungen, der Vinzentiner und Vinzentinerinnen, der Priester, Kranken- und Waisenhäuser, Waisen und Gefangenen, Helfer für das Auffinden verlorener Gegenstände   Weitere Heilige des Tages:
Ignatius Capizzi, Priester
Florentin von Sitten, Bischof, Märtyrer
Lebensdaten: geboren in Huesca, Aragon, gestorben um 304 in Valencia Lebensgeschichte und Legende: Vincentius’ Martyrium war etwa hundert Jahre nach dem Ereignis weithin bekannt. Der Dichter Prudentius († 413) beschreibt seinen Tod während der Diokletianischen Christenverfolgung: Vincentius, Erzdiakon des Bischofs Valerius von Sarragossa, wurde vom Statthalter der nordspanischen Provinz Tarraconensis namens Datianus verhaftet und nach Valencia gebracht. Weil er das Kaiseropfer sowie die Herausgabe der heiligen Schriften verweigerte, wurde er auf einer Streckbank mit eisernen Haken zerfleischt, mit Salz eingerieben auf einem glühenden Rost verbrannt, auf Scherben geworfen und schließlich mit ausgespreizten Beinen an eine Kerkersäule gekettet. Angesichts des übernatürlichen Lichts und der Anwesenheit von trostspendenden Engeln während seines Todes bekehrte sich Vincentius’ Gefängniswärter zum Glauben. Datianus warf seinen Leichnam Tieren zum Fraß vor, doch Raben bewachten ihn. Daraufhin wurde der Märtyrer von einem Soldaten namens Eumorphius in eine Ochsenhaut genäht und mit einem Mühlstein beschwert ins Meer geworfen. Verehrung und Brauchtum: Vincentius’ Leichnam versank jedoch nicht, sondern wurde von Gläubigen geborgen und bestattet. Der bekanntesten Legende nach trieb er, von den Raben begleitet, bis zur Südwestspitze Portugals nach dem heutigen Cabo de São Vicente, wo ihm ein Heiligtum errichtet wurde, das noch die Araber die „Kirche der Raben“ nannten. 1173 wurden seine Reliquien erhoben und in die Kathedrale Santa Maria Maior von Lissabon übertragen. Auch die Abteien Saint-Vincent im Winzerviertel von Metz und Saint-Germain-des-Prés in Paris wollen über seinen Reliquien erbaut worden sein. In Valencia selbst wird eine Armreliquie des Erzmärtyrers Spaniens verehrt. Vinzenz wurde von Metz aus in Burgund zum Weinpatron, der bis heute mit großen Winzerfesten geehrt wird. Das kann mit seinem Gedenktag an Mittwinter, dem Zeitpunkt des Winterrebschnitts, zusammenhängen, oder an einem klösterlichen Wortspiel der französischen Aussprache seines Namens Vincent mit „vin sang – Wein Blut“ liegen. Darstellung: als Diakon, mit Mühlstein und Rost, mit den heiligen Schriften und Märtyrerpalme, mit einem Raben, mit Schiff, mit Weinrebe Patron: von Valencia, Lissabon, Huesca, Vicenza und zahlreicher anderer Städte, der Weinhändler und Essighersteller, der Schneider und Hutmacher, der Seefahrer    Weitere Heilige des Tages:
Vinzenz Pallotti, Priester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren um 700 in Nordirland, gestorben am 27. November 784 in Salzburg Lebensgeschichte: Fergal (auch Feirgil oder Fearghal) stammte aus einer nordirischen Kleinkönigsfamilie und wurde vermutlich auf der Klosterinsel Iona vor der Westküste Schottlands umfassend ausgebildet. Annalen führen ihn dann als gelehrten Abt des bedeutenden Klosters Aghaboe in der Mitte Irlands. Um 742 verließ er die Insel für eine Pilgerfahrt ins Heilige Land oder fürs „weiße Martyrium“ der Festlandmission. 743 ist Fergals Aufenthalt beim fränkischen Hausmeier und späteren König Pippin dokumentiert, der ihn an seinen Schwager Herzog Odilo von Bayern als Berater in geistlichen Dingen vermittelte. Der Bayernherzog übertrug Fergal 746 oder 747 die faktische Leitung des Bistums Salzburg, wobei Fergals Gefährte, der Klosterbischof Dub Dá Chrich, die nominelle Leitung innehatte und Fergal als Abt von St. Peter wirkte. 749 wurde Fergal selbst zum Bischof geweiht. Gleich geriet er mit dem Missionserzbischof und päpstlichen Vikar Bonifatius aneinander, der die römische Autorität bei der Salzburger Bistumsbesetzung als hintergangen empfand und Virgil, wie er nun latinisiert hieß, zweimal – vergebens – beim Apostolischen Stuhl anschwärzte. Einmal wegen einer fehlerhaften Taufformel eines ungebildeten Salzburger Priesters, ein anderes Mal wegen Virgils irriger Meinung von der Kugelgestalt der Erde. Virgil führte durch den Bau des ersten Salzburger Doms und die Beauftragung weiterer Kunstwerke sowie durch gezielten Erwerb von Ländereien und Gütern das Bistum und die Stadt zu einer kulturellen und wirtschaftlichen Blüte. Er errichtete nach dem irischen Eigenkirchenprinzip 67 Kirchen und zentralisierte das zerstreute Bistum mittels Tauschgeschäften. Für die Slawenmission im heutigen Kärnten entsandte er seinen irischen Chorbischof Modestus mit 15 Priestern, die Missionszentren an strategisch günstigen Orten wie Maria Saal errichteten. Nach fast 40 Jahren im Bischofsamt verstarb er am 27. November 784 auf dem Rückweg von einer Visitationsreise. Verehrung: Virgil wurde in seinem Dom bestattet, sein Grab geriet jedoch in Vergessenheit und wurde erst beim Neubau des Doms 1181 wieder aufgefunden. 1233 heiliggesprochen, wird seiner am 24. September gedacht, dem Tag des Jahres 774, als er die Reliquien seines Vorgängers Rupert von Worms nach Salzburg transferierte. Darstellung: als Bischof mit Modell des Salzburger Doms, bei der Heilung eines Besessenen Patron: in Geburtsnöten, der Kinder, Mitpatron der Diözesen Salzburg und Graz-Seckau   Weitere Heilige des Tages:
Gerhard von Csanád, Bischof, Märtyrer
Hermann der Lahme, Abt
Rupert von Salzburg, Bischof, Glaubensbote
Lebensdaten: geboren am 2. April 1587 in Genua, gestorben am 15. Dezember 1651 ebendort Lebensgeschichte: Virginia, die Tochter des Genueser Dogen Giorgio Centurione, wollte sich Gott weihen, musste aber mit 15 Jahren Gaspare Grimaldi Bracelli heiraten und bekam zwei Töchter. Fünf Jahre später verwitwet, verweigerte sie sich einer neuerlichen Verheiratung und widmete sich stattdessen ausgesetzten Kindern, verlassenen Alten, Kranken und Benachteiligten. Nach dem Tod ihrer Schwiegermutter, in deren Haus sie lebte, und als ihre Töchter verheiratet waren, gründete sie die „Hundert Damen von der Barmherzigkeit zum Schutz der Armen Jesu Christi“, um den Bedürftigsten aufzuhelfen. Während des Krieges gegen Savoyen 1625 nahm sie etwa 15 Waisenkinder und mehrere Flüchtlingsfamilien bei sich auf. Als 1629 bis 1630 die Pest wütete und danach eine Hungersnot ausbrach, öffnete sie wiederum ihr Haus, das sich aber bald als zu klein für die vielen Notleidenden erwies. Mit ihren Schutzbefohlenen bezog sie deshalb das ehemalige Franziskanerkloster von Monte Calvario. 1635 wurde ihr wohltätiges Werk vom Senat der Republik anerkannt; sie konnte mit Hilfe des Senators Emanuele Brignole und vermögender Verwandter ein Haus im Stadtteil Carignano erwerben, neben das sie eine Kirche errichten ließ: Unsere Liebe Frau von der Zuflucht. Auf Anraten des Kapuzinerpaters Mattia Bovoni, der ihre Unternehmung als Beichtvater begleitete, gründete sie 1642 eine Schwesterngemeinschaft, der einige ihrer „Töchter“ als franziskanische Drittordensschwestern beitraten, um das Werk fortzuführen und „Gott in seinen Armen zu dienen“. Ab 1644 entstand eine Regel für die „Schwestern“ sowie für die „Töchter Unserer Lieben Frau von der Zuflucht auf dem Monte Calvario“, die nach ihrem Schirmherren und Organisator Brignole-Schwestern (Suore brignoline) genannt werden. Virginia Centurione Bracelli verstarb am 15. Dezember 1651 in Carignano. Verehrung: Der unverweste Leichnam von Virginia Centurione Bracelli liegt in einem Glasschrein im Mutterhaus des Ordens im Genueser Stadtteil Marassi. Virginia wurde von Papst Johannes Paul II. 1985 selig- und 2003 heiliggesprochen. Darstellung: im Ordensgewand, über Genua wachend Patronin: von Genua    Weitere Heilige des Tages:
Carlo Steeb, Priester, Ordensgründer
Christiana von Georgien, Glaubensbotin
Maria Crocifissa di Rosa, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren in Mazara, Sizilien, gestorben um 304 in Lukanien (Süditalien) Lebensgeschichte und Legende: Vitus erlitt 304 unter Kaiser Diokletian das Martyrium, als er gerade sieben, anderen Quellen nach zwölf Jahre alt war. Er wurde von seiner Amme Crescentia und deren Mann Modestus christlich erzogen und nach Lukanien verbracht, weil sein Vater davon erfahren hatte und ihn umzubringen drohte. Vitus konnte Wunder wirken, weshalb ihn Kaiser Diokletian nach Rom befahl, um seinen besessenen Sohn zu heilen. Nachdem es Vitus gelungen war, den sich in Krämpfen windenden Knaben von einem Dämon zu befreien, forderte der undankbare Herrscher dennoch von ihm das heidnische Opfer. Als Vitus sich weigerte, ließ der Kaiser ihn den Löwen vorwerfen, doch diese leckten ihm bloß die Füße. Schließlich wurde er zusammen mit seinen Erziehern in siedendes Öl geworfen. Sie starben aber in Lukanien, wohin sie Engel gebracht hatten und wo eine fromme Witwe namens Florentia sie bestattete. Verehrung: Vitus ist einer der volkstümlichen Heiligen und zählt zu den 14 Nothelfern. Seine Verehrung beginnt Ende des 4. Jahrhunderts und breitete sich im 8. und 9. Jahrhundert über die Abteien Saint-Denis bei Paris und Corvey über Nord- und Osteuropa aus. Der Veitsdom in Prag wurde zur Aufbewahrung seiner Hauptreliquie gebaut. Seine Verehrung steht im Zusammenhang mit der im späten Mittelalter epidemisch auftretenden „Tanzwut“ (Choreomania), auch „Veitstanz“ genannt, bei der Menschen bis zur Erschöpfung tanzten und ihnen Schaum aus dem Mund trat. Die Erkrankten wurden 1418 zum Beispiel von Straßburg aus zur St. Veitskapelle bei Zabern gebracht, wo sie bei der Andacht Linderung ihrer Symptome erfuhren. Darstellung: als Knabe in vornehmer Kleidung mit Hut, seiner Amme und seinem Lehrer, mit Buch, Hahn, Löwe, Adler, Hase, Brot, oder im Kessel Patron: von Niedersachsen, Sachsen, Pommern, Böhmen, Rügen, Sizilien, Prag, Mönchengladbach, Ellwangen, der Jugend, Lahmen, Gehörgeschädigten, Gastwirte, Apotheker, Winzer, Schauspieler, Bierbrauer, Bergleute, Schmiede, Haustiere, Hunde, des Geflügels, der Quellen, Helfer zur Bewahrung der Keuschheit, gegen Tollwut, Epilepsie, Besessenheit, Hysterie, Krämpfe, Augen- und Ohrenkrankheiten, Bettnässen, Blitz, Unwetter, Feuersgefahren, Unfruchtbarkeit, für eine gute Aussaat und Ernte   Weitere Heilige des Tages:
Gebhard von Salzburg, Bischof
Klara Fietz, Ordensfrau
Lothar von Sées, Bischof
Lebensdaten: geboren um 710 in Wessex, gestorben am 25. Februar 779 in Heidenheim Lebensgeschichte: Walburga, der Legende nach ein Königskind wie ihre Geschwister Willibald und Wunibald, lebte von ihrem zehnten Lebensjahr an im Kloster Wimborne, wo sie 25 Jahre lang blieb und vielleicht bereits für die Entsendung als Missionarin ausgebildet wurde. Nachdem sich ihre Brüder im Auftrag ihres Onkels Bonifatius im süddeutschen Raum niedergelassen hatten, zog auch Walburga auf den Kontinent und lebte im Kloster ihrer Verwandten Lioba in Tauberbischofsheim. Als ihr Bruder Wunibald erkrankte, pflegte sie ihn bis zu seinem Tod 761 und übernahm von ihm das Eigenkloster Heidenheim, dem sie ein Frauenkloster hinzufügte. Unter ihrer Führung entwickelte sich das Doppelkloster zu einem Zentrum der Mission auf deutschem Boden. Die bereits zu Lebzeiten als wundertätig verehrte Walburga starb am 25. Februar 779 in Heidenheim. Verehrung/Brauchtum: Walburgas Gebeine wurden am 1. Mai 870 feierlich erhoben und nach Eichstätt verbracht, der Gründung ihres Bruders Willibald. Daher rührt auch der Name der Walpurgisnacht zum 1. Mai. Die Wallfahrt zu ihrem Grab war eine der größten des Mittelalters. In der Krypta des Benediktinerinnenklosters Sankt Walburg bildet sich an ihrem Reliquienschrein das sogenannte Walburgisöl, eine Flüssigkeit, die Pilger als Heilmittel an der Klosterpforte erhalten können. Darstellung: als Äbtissin mit Stab, Regelbuch, Ölflasche, manchmal auch mit drei Ähren Patronin: des Bistums Eichstätt, der Wöchnerinnen, Bauern, Haustiere, Helferin bei Husten, Hundebiss, Tollwut, in Seenot, für gutes Wachstum der Feldfrüchte und gegen Augenleiden   Weitere Heilige des Tages:
Callisto Caravario und Luigi Versilia, Missionare, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 550 in Irland, gestorben 617 im Kloster Tholey Lebensgeschichte und Legende: Fionnalán (ausgesprochen Findalán) gehörte zu den Tausenden von gelehrten Mönchen Irlands und gelangte auf der Rückreise von seiner Pilgerreise nach Rom ins Bistumsgebiet von Trier. Die Chronik Gesta Treverorom aus dem 12. Jahrhundert hält als Datum die Amtszeit von Bischof Magnerich (566–586) fest, der sich in der ausgehenden Völkerwanderungszeit der Mitarbeit von Einsiedlern wie Wendelin versicherte, um auch das ländliche Gebiet um die einstige Kaiserstadt Trier kirchlich zu erschließen. Wendelin war vermutlich der Gründungsabt des Klosters Tholey, wobei er sich mit in der Region verbliebenen gallorömischen Glaubensgenossen zusammengeschlossen haben könnte. Der Legende nach war Wendelin ein Königssohn aus Scotia (wobei Irland Scotia maior, Schottland Scotia minor hieß) und bettelnd unterwegs. Als er an die Tür eines Gutsherren anklopfte, herrschte der ihn unwirsch an, er solle statt zu betteln lieber arbeiten, und Wendelin nahm aus Demut eine Hirtenarbeit bei ihm an. Der umfassend ausgebildete, das heißt auch naturkundige Wendelin hatte großen Erfolg mit den Tieren, trieb aber die Herden weit weg vom Gutshof. Einmal ritt deswegen der Gutsherr böse von ihm fort, weil er seinen Gästen nicht rechtzeitig Fleisch anbieten würde können, doch als er zu Hause einritt, war Wendelin mit seiner Herde schon da. Der Gutsherr erkannte ihn als Heiligen und erbaute ihm eine Einsiedelei, wo Wendelin im Gebet und in der Stille lebte und sich als Ratgeber einen Namen machte, bis ihn später die Mönche von Tholey zu ihrem Abt machten. Einen Tag nach seiner Beerdigung lag Wendelins Leichnam neben dem Grab. Da luden die Mönche den Toten auf einen Ochsenkarren und ließen die Tiere laufen. Diese gingen schnurstracks zur früheren Einsiedelei, wo die Mönche Wendelin dann bestatteten. Aus der bald einsetzenden Wallfahrt entwickelte sich ein Pilgerort und schließlich die Stadt St. Wendel. Verehrung und Brauchtum: Wendelin, der dem Wendelstein den Namen gab und große Verehrung als Viehpatron, vielfach auch als Nothelfer genossen hat, ruht heute in der St. Wendeler Wendalinusbasilika. Erhalten haben sich große Pferdewallfahrten zu seinen Ehren in den Landkreisen Biberach, Rastatt, Rhein-Neckar-Kreis und Tirschenreuth. Darstellung: als Hirte mit Buch, Schäferstab, Keule oder Krone Patron: der Bauern, Hirten, Schäfer, des Viehs, gegen Viehseuchen und für die Felder   Weitere Heilige des Tages:
Cornelius, erster nichtjüdischer Christ
Irene von Portugal, Märtyrin
Maria Bertilla Boscardin, Ordensfrau
Vitalis von Salzburg, Bischof