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Heilige

Lebensdaten: geboren 1128 in Fjenneslev, Dänemark, gestorben am 21. März 1201 in Sorø, Dänemark Lebensgeschichte: Absalon, dessen hebräischer Name so ungewöhnlich ist, dass er häufig Axel genannt wird, stammte aus dem Adelsgeschlecht der Hvide und wuchs gemeinsam mit dem späteren König Waldemar auf. Er studierte in Paris Theologie und Kirchenrecht und wurde mit 30 Jahren Bischof von Roskilde. 20 Jahre später übernahm er zusätzlich das Erzbistum Lund und war damit Primas der Kirche in Dänemark, das damals weite Teile Schwedens umfasste. Zusammen mit König Waldemar trieb er die dänische Vorherrschaft im gesamten Ostseeraum voran. Unter seinem Oberbefehl eroberte 1168 ein dänisches Heer Mecklenburg und die Insel Rügen von den heidnischen Einheimischen und unterwarf die Gebiete dem Christentum. Er gründete zahlreiche Klöster, unter anderem angeblich auch mit der Bischofsburg Havn das heutige Kopenhagen. Als er die Abführung des Zehnten durchsetzte und auf die Einhaltung des Priesterzölibats drängte, brach 1181 ein Bauern- und Priesteraufstand aus, der in der blutigen Schlacht an der Dösjöbro beendet wurde. 1185 betraute er seinen Geheimschreiber Saxo Grammaticus mit einem Geschichtswerk, den Gesta Danorum, das die nordischen Geschichten und Sagen überliefert. Absalon starb am 21. März 1201. Verehrung: Kopenhagen ehrt seinen Gründer mit einem Reiterstandbild auf dem Højbro-Platz. Von jeher wurde Absalon als großer Heiliger in Dänemark verehrt, obwohl er nie kanonisiert wurde.   Weitere Heilige des Tages:
Christian, Abt
Emilie Schneider, Mystikerin
Lebensdaten: geboren in Kappadozien (heutige Südtürkei), gestorben um 305 in Konstantinopel Lebensgeschichte und Legende: Achatius hatte sich im römischen Heer hochgedient und war Oberst (Primicerius) in der Provinz Thrakien. Der angesehene Offizier hatte sich der Christengemeinde angeschlossen und verweigerte unter den Christenverfolgern Diokletian und Maximian das Kaiseropfer, was den Tod wegen Hochverrats bedeutete. Nach schweren Folterungen unter anderem mit Dornenzweigen wurde er mit anderen Christen nach Konstantinopel überstellt und dort enthauptet. Aus der Kreuzfahrerzeit stammt die Legende von den Zehntausend Märtyrern, die in die Zeit Kaiser Hadrians († 138) verlegt wird. 9000 Legionäre unter dem Kommando von Achatius – der hier mit Achatius von Armenien verwechselt wird – wurden nach Armenien entsandt, um einen Aufstand niederzuschlagen. Angesichts der feindlichen Übermacht bekehrten sie sich zu Christus und errangen den Sieg. Weil der Kaiser keine christlichen Soldaten duldete, schickte er ein Barbarenheer, um sie zu bestrafen. Während der Kämpfe traten etliche Barbaren zum Christentum über. Die dann Zehntausend wurden aber doch überwältigt, mit Dornen gefoltert und auf dem Berg Ararat gekreuzigt. Verehrung: Über Achatiusʼ Grab an der Stadtmauer Konstantinopels wurde nach 313 eine Kirche errichtet. Konstantin der Große ließ seine Gebeine in eine andere, größere Kirche übertragen, in der sich der Kaiser später selber bestatten ließ. Einer anderen Überlieferung nach wurde Achatiusʼ Leichnam in einem Zinnsarg ins Meer geworfen, ging jedoch nicht unter, sondern gelangte nach Kalabrien, wo er heute in der Kathedrale von Squillace ruht. Weitere Reliquien befinden sich in Hirsau, Lorch und Weingarten. Darstellung: als römischer Soldat mit großem Kreuz, Dornenzweig oder Dornenkranz Patron: von Squillace und des Erzbistums Catanzaro-Squillace (Kalabrien), der Soldaten, bei Kopfschmerzen und in Todesängsten, in ausweglosen Lagen und zur Stärkung bei Zweifel, einer der 14 Nothelfer    Weitere Heilige des Tages:
Benedikt II., Papst
Klara Fey, Gründerin
Marie-Catherine vom hl. Augustin, Ordensfrau, Missionarin
Victor von Mailand, Märtyrer
Ulrika Nisch, Ordensfrau
Lebensdaten: geboren um 956 in Ostböhmen, gestorben am 23. April 997 in Tenkitten bei Königsberg Lebensgeschichte: Vojtěch entstammte der weißkroatischen Herzogsfamilie der Slavnikiden und war über seine Mutter mit den kommenden Markgrafen von Österreich verwandt. Er wurde an der Domschule von Magdeburg ausgebildet und nahm bei seiner Firmung den Namen des Magdeburger Erzbischofs Adalbert an. 981 kehrte er nach Böhmen zurück, wurde zum Priester geweiht und zum künftigen Bischof von Prag bestimmt. 983 von Kaiser Otto II. investiert und Erzbischof Willigis von Mainz geweiht, war sein Wirken im halbheidnischen Umfeld mit Gewalttätigkeit, Vielweiberei und dem Handel mit christlichen Sklaven zum Scheitern verurteilt. Adalbert verzichtete auf sein Bistum, zog nach Rom und trat 989 über die benediktinische Stammabtei Montecassino in das Kloster Santi Bonifacio e Alessio ein, wo griechische Mönche die orientalisch-asketischen Traditionen lebendighielten. 993 wurde er auf Drängen Prags und Willigis’ von Papst Johannes XV. in sein Bistum zurückgeschickt, allerdings mit der Erlaubnis, ein Kloster zu gründen: das Stift Břevnov, für tausend Jahre eines der geistigen Zentren Böhmens. Erfolg als Glaubensbote hatte Adalbert freilich nur in Ungarn. Nachdem die Gewalttätigkeiten bis hin zu einem Mord vor seinen Augen in einer Kirche zunahmen und dann noch die Přemysliden-Herrscher seine Familie niedermachten, zog er sich 996 wieder in sein römisches Kloster zurück. Auf der Krönungssynode seines Freundes Kaiser Otto III. im selben Jahr wurde abermals Adalberts Rückkehr nach Prag verfügt, jedoch mit dem Vorbehalt, bei einem neuerlichen – und absehbaren – Scheitern seine Tätigkeit nach Osten verlagern zu dürfen. Über Ungarn, wo er Weihnachten 996 den künftigen König Stephan taufte, begab sich Adalbert auf Einladung Herzog Bolesławs I. Chrobry nach Polen, wo er bei der Danziger Ostseeküste zum ersten Mal heidnischen Prußen begegnete. Um bei diesen zu missionieren, ließ er sich mit zwei Begleitern und einigen Bewaffneten an der Nordküste des Frischen Haffs aussetzen. Dort geriet er mit Einheimischen aneinander und wurde mit einem Ruder erschlagen und von Spießen durchbohrt. Sein abgeschlagenes Haupt wurde zur Abschreckung auf einen Pfahl gesetzt. Verehrung: Herzog Bolesław löste den Leichnam um sein Gegengewicht in Gold aus und übertrug ihn nach Gnesen, wo er nach der Kanonisation Adalberts durch Papst Silvester II. (999) Otto III. als Pilger empfing. Der Kaiser nahm Reliquien für das Aachener Adalbertstift und die römische Kirche San Bartolomeo all’Isola mit. 1039 entwendete der böhmische Herzog Břetislav I. die Reliquien aus Gnesen und verbrachte sie in den Prager Veitsdom. Darstellung: als Bischof mit Adler, Ruder und Spießen Patron: von Preußen, Böhmen und Polen, der Erzbistümer Esztergom-Budapest, Gnesen und Danzig, der Bistümer Köslin-Kolberg, Elbing und Lyck   Weitere Heilige des Tages:
Georg, Märtyrer, Nothelfer
Gerhard von Toul, Bischof
Lebensdaten: geboren am 25. Oktober 1838 in Valletta, Malta, gestorben am 28. März 1885 in Ħamrun, Malta Lebensgeschichte und Bedeutung: Adelaide, auch Alida genannt, war das Kind eines wohlhabenden Nudelfabrikanten. 1856 bat sie um Aufnahme als Postulantin im Konvent St. Catherine in Valletta, wurde aber abgewiesen, weil die Schwestern hinter ihrer Bitte Liebeskummer vermuteten. Nicht lange darauf lernte sie eine sizilianische Prostituierte kennen, mit der sie sich befreundete und die sie bewog, statt auf der Straße zu leben doch lieber zu ihr in ihr Elternhaus zu ziehen. Aus dieser Freundschaft entstand eine neue missionarische Bewegung unter den „gefallenen“ Mädchen der Insel, denen ein Leben als Prostituierte drohte. Mit Hilfe des Ehepaares Aspen eröffnete sie in Ħamrun das erste Haus für ledige Mütter, und nach dem Tod ihres Vaters verwendete sie ihr Vermögen für die Gründung eines Heims für besonders bedürftige Mädchen. Sie starb am 28. März 1885 und wurde auf dem Friedhof Santa Maria Addolorata in Paola bestattet. 1919 wurden ihre Gebeine in das Heim Ta’ Cini in Ħamrun überführt, in dem heute Frauen und Kinder, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, Zuflucht finden. Verehrung: 1907 eröffnete die Erzdiözese Malta ihren Seligsprechungsprozess, 1910 erklärte sie Papst Pius X. für verehrungswürdig. 1986 ehrte Malta die große Philanthropin mit einer Briefmarke.   Weitere Heilige des Tages:
Guntram, König
Ingbert Naab, Ordenspriester
Johanna Maria de Maillé, Klausnerin
Wilhelm Eiselin, Ordensbruder
Lebensdaten: geboren um 931 in Burgund, vermutlich in Orbe (Kanton Waadt, Schweiz), gestorben am 16. oder 17. Dezember 999 in Seltz, Unterelsass Lebensgeschichte und Bedeutung: Adelheid war die Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund und seiner Frau Bertha von Schwaben. Bereits mit sechs Jahren wurde sie mit Lothar, dem Sohn und Erben König Hugos von Italien, verlobt, doch als sie diesen mit 16 Jahren heiratete, hatte bereits Markgraf Berengar von Ivrea die Macht an sich gerissen und führte Lothars baldigen Tod herbei. Berengar setzte die junge Witwe und Mutter einer dreijährigen Tochter fest und wollte von ihr die Ehe mit seinem Sohn erzwingen – Adelheid durfte nach langobardischem Recht den Nachfolger ihres Mannes bestimmen –, doch ihr gelang mit Hilfe ihres Kaplans und eines Schiffes die Flucht. Adelheid rief über ihren Bruder Konrad den deutschen König Otto I. zu Hilfe, der ihre Ländereien und ihre Herrschaft zurückeroberte und sie 951 selber heiratete – damit erhielt er Anspruch auf ganz Oberitalien. 962 empfing sie neben ihrem Mann von Papst Johannes XII. die Kaiserwürde. In Urkunden taucht sie als „Mitregentin“ auf, hatte Anteil an den Reichsgeschäften, führte eine eigene politische Korrespondenz und begleitete Otto I. auf seinen Italienzügen. Sie förderte durch Gründungen und Schenkungen die Reformbewegung, die von der Benediktinerabtei Cluny ausging, nach Kräften und stand mit den Äbten in Verbindung, konnte die Klosterreform aber im Reich nicht durchsetzen. Nach Ottos Tod 973 war sie als Erzieherin und später als Beraterin Kaiser Ottos II. eine der bedeutendsten Persönlichkeiten ihrer Zeit, bis hin zur Vertretung des Kaisers in Italien. Dann wurde sie aber von der Kaiserin Theophanu verdrängt und ihrem Sohn entfremdet. Nach dem frühen Tod Ottos II. und auch ihrer Schwiegertochter übernahm sie die Regentschaft für ihren Enkel Otto III., die sie mit Hilfe vor allem von Erzbischof Willigis von Mainz bis zu dessen Mündigkeit 994 ausübte. Als es zum Bruch des Kaisers mit seiner Großmutter kam, schenkte Otto III. ihrer Lieblingsgründung, dem elsässischen Kloster Seltz, reiche Besitzungen zum Abschied. In dieser Zeit unterstützte Adelheid auch den Wiederaufbau des eingestürzten Westteils des Augsburger Doms. Um in der Heimat Frieden zwischen ihrem Neffen König Rudolf III. und seinen Gegnern zu stiften, unternahm sie noch in ihrem Todesjahr 999 eine Reise nach Burgund. Sie besuchte mit Abt Odilo von Cluny das Grab ihrer Mutter in ihrer gemeinsamen Klostergründung Payerne sowie die Gedenkstätten der Heiligen der Thebäischen Legion in Saint-Maurice und Saint-Victor und übertrug die Abtei Saint-Victor an Cluny. Verehrung: Abt Odilo von Cluny begründete mit einer Lebensbeschreibung ihre Verehrung bei den Cluniazensern, die 1097 in ihrer Kanonisation durch Papst Urban II. – auch er ein Cluniazenser – mündete. Bis zum Verschwinden ihrer Reliquien in der Reformationszeit war das Kloster Seltz mit ihrer Grablege ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Darstellung: als mildtätige Kaiserin, mit Schiffs- oder Kirchenmodell Patronin: der Missbrauchsopfer, Bräute, Kaiserinnen, Exilierten, Witwen und Stiefmütter    Weitere Heilige des Tages:
Sturmius, Klostergründer, Abt
Lebensdaten: geboren am 8. Dezember 1813 in Kerpen bei Köln, gestorben am 4. Dezember 1865 in Köln Lebensgeschichte: Adolph Kolping, der Sohn eines Lohnschäfers, besuchte nur die Dorfschule und begann mit 13 Jahren eine Schuhmacherlehre. Seinen Beruf übte er unter anderem auf Wanderschaft im Kölner Umland aus. Der häufig kranke und seelisch einsame Kolping nahm Latein- und Griechischunterricht bei den Kerpener Geistlichen Leonhard Lauffs und Theodor Wollersheim und wurde 1837 in die Tertia des Kölner Marzellengymnasiums aufgenommen. Nach dem Reifezeugnis 1841 konnte er dank eines persönlichen Stipendiums der Gutsbesitzertochter Marialen Meller sein Theologiestudium aufnehmen, das er in München und Bonn absolvierte. Nach dem Besuch des Erzbischöflichen Clericalseminars in Köln empfing er 1845 die Priesterweihe. Seine erste Stelle als Kaplan und Religionslehrer führte ihn nach Elberfeld (Wuppertal), wo der Lehrer Johann Gregor Breuer durch die Gründung eines Gesellenvereins junge Handwerker vor den fatalen Nebenerscheinungen der industriellen Revolution zu bewahren suchte: Arbeitsausbeutung mit keiner anderen Perspektive als Verelendung, gepaart mit geistiger Verwahrlosung. Dagegen bot der Gesellenverein soziale Unterstützung, Bildung, Austausch und religiösen Halt. Kolping war von Breuers Idee überzeugt, verfasste die programmatische Schrift „Der Gesellenverein“ und ließ sich 1849 in die Rheinmetropole versetzen, um den Kölner Gesellenverein und von dort aus weitere Häuser für die gefährdeten Handwerksburschen zu gründen. 1850 hatte der Verein bereits 550 Mitglieder, die seine Idee in die Welt trugen, wo es Kolping nicht selber durch eine reiche publizistische Tätigkeit erreichte. Als Redakteur des „Rheinischen Kirchenblatts“, als Herausgeber katholischer Volkskalender und später als Verleger der erfolgreichen „Rheinischen Volksblätter für Volk, Familie und Handwerk“ erwarb er sich den Ruf eines Volksschriftstellers und nutzte die Reichweite seiner Pressearbeit zur Propagierung seines Anliegens, die geistige und soziale Not der Gesellen zu lindern. Auch die Katholikentage nutzte der „Gesellenvater“, um für seine Ziele zu werben. 1861 musste er aber aus Gesundheitsgründen seine Teilnahme am Münchener Katholikentag absagen. 1862 konnte er jedoch nach Rom reisen und dem Papst sein Werk vorstellen. 1865 erlitt er zuerst eine schwere Gelenkentzündung und dann mehrere Erstickungsanfälle, denen er kurz vor seinem 52. Geburtstag erlag. Er wurde auf dem Kölner Melatenfriedhof beerdigt und später, seinem Wunsch gemäß, in der Minoritenkirche beigesetzt. Verehrung: Der 1934 eröffnete Seligsprechungsprozess kam erst 1991 durch Papst Johannes Paul II. zu seinem feierlichen Abschluss. Das Kolpingwerk, das aus dem Zusammenschluss der Gesellenvereine hervorging, ist heute in 17 Ländern der Erde verbreitet und zählt mehr als 250.000 Mitglieder.   Weitere Heilige des Tages:
Barbara, Märtyrin, Nothelferin
Christian von Preußen, Bischof
Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer
Osmund von Salisbury, Bischof
Lebensdaten: geboren um 650, gestorben um 720 in Saint-Gilles-du-Gard bei Nîmes Lebensgeschichte und Legende: Aegidius, aus dem die Legenda aurea einen athenischen Prinzen gemacht hat, lebte viele Jahre als Einsiedler an der Rhône-Mündung, wo ihn eine Hirschkuh mit ihrer Milch versorgte. Als der westgotische König Flavius (oder Wamba) auf der Jagd einen Pfeil auf die Hirschkuh setzte, doch versehentlich den Einsiedler traf und ihn verbinden und entschädigen wollte, lehnte Aegidius ab: Tugend wachse durch Leiden, weswegen ihm die Wunde bis zum Lebensende blieb, und der König solle ein Kloster stiften. So entstand das Kloster Saint-Gilles-du-Gard, das Aegidius der Benediktsregel unterstellte und das er als heiligmäßiger und wunderwirkender Abt bis zu seinem Tod leitete. Eine Vita aus dem 10. Jahrhundert berichtet, dass Aegidius bei einer heiligen Messe für einen Frankenherrscher – später wurde „Karl der Große“ daraus – die Vergebung einer ungebeichteten Todsünde bewirkte, als ein Engel einen Beichtzettel auf den Altar legte, dessen Aufschrift nach und nach verschwand. In Rom soll ihm der Papst ein hölzernes Kirchenportal geschenkt haben, das Aegidius unter Gebeten in den Tiber warf und bei seiner Rückkehr im heimatlichen Hafen wiederfand. Verehrung und Brauchtum: Der Aegidiuskult verbreitete sich mit zahlreichen Kirchen- und Klostergründungen über ganz Europa und mit den Kreuzzügen bis in den Libanon. Er gehört als einziger Nichtmärtyrer zu den 14 Nothelfern und wurde besonders in Pestzeiten angerufen. 1562 versiegte die Wallfahrt zu seinem Grab, nachdem seine Reliquien nach Toulouse verbracht worden waren, um sie vor den Hugenotten in Sicherheit zu bringen. Mit ihrer Wiederkehr in die Abtei Saint-Gilles-du-Gard 1862 setzte der Pilgerstrom wieder ein. Im Zusammenhang mit einer Wallfahrt steht auch das Gillamoos-Volksfest bei Abensberg. Im römischen Stadtteil Trastevere lebt seit 1968 die Gemeinschaft Sant’Egidio in der gleichnamigen Kirche. Darstellung: als Einsiedler mit Pfeil und Hirschkuh Patron: von Edinburgh, Graz, Klagenfurt, Nürnberg, Osnabrück, Sankt Gilgen, Braunschweig und Wollaberg, für eine gute Beichte, gegen die Pest, Aussatz und Krebs, der stillenden Mütter und der Hirten, der Bettler und Krüppel, bei Dürre, Sturm und Feuersbrunst, in geistiger Not und Verlassenheit, gegen Epilepsie, Geisteskrankheiten und Unfruchtbarkeit   Weitere Heilige des Tages:
Josua, Führer des Volkes Israel
Ruth, Ahnfrau Davids
Verena von Zurzach, Glaubensbotin
Lebensdaten: geboren um 280 auf Zypern, gestorben 304 in Augsburg Lebensgeschichte und Legende: Ihrer mehrfach ergänzten, legendarisch überhöhten und vermutlich falsch abgeschriebenen Heiligenvita nach war Afra die Tochter des Königs von Zypern. Nach dessen gewaltsamem Tod flüchtete sie mit ihrer Mutter Hilaria und weiteren Begleitern über Rom nach Augsburg, wo sie als Venusdienerin ein Freudenhaus einrichtete. Als Bischof Narcissus von Gerona und sein Diakon Felix auf ihrer Flucht vor den Christenverfolgungen versehentlich bei ihr einkehrten und vor dem Essen beteten, wurde Afra neugierig und ließ sich von ihrem Glauben erzählen. Nach sieben Tagen wurde Afras ganzes Haus getauft und das Bordell geschlossen, Afras Onkel Dionysius oder Zosimus wurde Priester und zum ersten Bischof von Augsburg bestimmt. Narcissus und Felix blieben neun Monate, bevor sie nach Gerona zurückkehrten und dort das Martyrium erlitten. Als dem Statthalter Gaius zu Ohren kam, dass Afra als Christin ihr Haus geschlossen hatte, ließ er sie verhaften und befahl ihr, ihr altes Leben wieder aufzunehmen und den Göttern zu opfern. Doch Afra weigerte sich standhaft. Schließlich wurde sie zum Feuertod auf einer Lechinsel verurteilt, verbrannte aber nicht, sondern erstickte am Rauch. Einer anderen Überlieferung nach wurde sie an einen Baum gefesselt und enthauptet. Wenig später erlitten auch ihre Mutter Hilaria und ihre Gefährtinnen das Martyrium. Verehrung: Die Kirche St. Afra im Felde in Friedberg bei Augsburg soll unweit ihrer Hinrichtungsstätte erbaut worden sein. Bestattet wurde Afra auf einem christlichen Gräberfeld am Südende Augsburgs, über dem im 6. Jahrhundert bereits eine ihr geweihte Kirche stand. Mehrfach zerstört, wurde sie von Bischof Ulrich wieder aufgebaut. 1064 wurden ihre verkohlten Gebeine feierlich erhoben. Sie ruhen heute unter dem Afra-Altar in der Krypta der Basilika St. Ulrich und Afra. Darstellung: an einen Pfahl gebunden mit züngelnden Flammen, manchmal in vornehmer Kleidung mit Schleier oder Krone Patronin: der Stadt und Diözese Augsburg, der Büßerinnen, der Armen Seelen, der Heilkräuter, Helferin gegen Feuersnot   Weitere Heilige des Tages:
Friedrich Spee von Langenfeld, Ordenspriester
Kajetan Thiene, Ordensgründer
Xystus II., Papst, und Gefährten, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 225 in Catania auf Sizilien, gestorben um 250 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Der Überlieferung nach stammte die schöne Jungfrau Agatha aus einer vornehmen Familie und wurde vom Statthalter von Catania zur Frau begehrt. Als sie ihn zurückwies, nahm er Rache und verschleppte sie in ein Bordell; vielleicht verbirgt sich in diesem Detail die historische Tatsache, dass Jungfrauen im Römischen Reich nicht hingerichtet werden durften – auch nicht wegen ihres christlichen Glaubens. Nachdem alle Versuche misslungen waren, Agatha zur Unzucht zu verleiten, wurde sie zu Tode gemartert – unter anderem wurden ihr die Brüste abgeschnitten. Danach wurde sie auf Scherben und glühende Kohlen gewälzt. Der Legende nach wurde sie vom heiligen Petrus im Kerker besucht, Agatha jedoch lehnte eine Linderung ihrer Qualen durch diese Erscheinung ab. Ein Jahr nach ihrem Martyrium drohten bei einem Vulkanausbruch des Ätna die Lavaströme Catania zu begraben. Das gläubige Volk trug dem Lavastrom den Schleier Agathas entgegen, worauf der Strom augenblicklich stillstand. Verehrung/Brauchtum: Die Reliquien und der Schleier der heiligen Agatha werden in Catania verehrt, ihre Schädeldecke im Kloster Kamp (Nordrhein-Westfalen). Bereits 470 gab es eine arianische, der heiligen Agatha geweihte Kirche in Rom, Sant’Agata dei Goti, die Papst Gregor der Große 592 dem katholischen Kult umwidmete. Der Schutzheiligen Catanias ist jedes Jahr ein dreitägiges Fest der Stadt gewidmet. Auch Malta, das der Fürsprache der Heiligen die Rettung der Insel vor einer türkischen Invasion zuschreibt, begeht ihr Fest mit großem Aufwand. Im süddeutschen Raum gibt es am Gedenktag der Heiligen brustförmiges „Agathenbrot“ gegen Fieber und Entzündung, ebenso auf Sizilien. Darstellung: bei ihrem Martyrium, mit abgeschnittenen Brüsten, mit Märtyrerpalme Patronin: von Catania und Malta, der Ammen, Weber, Hirtinnen, Glockengießer, Goldschmiede, Bergarbeiter und Hungerleidenden, Helferin bei Brustkrebs und Entzündungen, gegen Unwetter, Erdbeben, Feuer, Unglück und gegen einen Vulkanausbruch   Weitere Heilige des Tages:
Adelheid, Gräfin, Äbtissin
Jakob, Stammvater Israels
Lebensdaten: geboren 237/291, gestorben 250/304 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Die vornehme Römerin Agnes war von außergewöhnlicher Schönheit und hatte mit ihren zwölf Jahren bereits zahlreiche Verehrer, die sie jedoch alle abwies. Auch als der Stadtpräfekt für seinen Sohn um ihre Hand anhielt, lehnte sie ab. Sie sei bereits verlobt – mit Jesus Christus. Da die Hinrichtung von Jungfrauen ungesetzlich war, ließ der Stadtpräfekt sie nackt ausziehen und in ein Bordell stecken. Sogleich bedeckten sie ihre Haare vollständiger als jeder Mantel. Als der Sohn des Präfekten sie zu schänden versuchte, fiel er tot um. Agnes erweckte ihn durch ihr Gebet wieder zum Leben, worauf sie aber der Hexerei bezichtigt und zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt wurde. Die Flammen jedoch loderten nur um Agnes herum. Zuletzt stieß ihr ein Soldat ein Schwert in den Hals, und sie starb wie ein Lamm. Verehrung/Brauchtum: Agnes’ Martyrium ist seit 354 bezeugt, sie wird im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt. Am Ort ihres Martyriums erhebt sich heute die Kirche Sant’Agnese in Agone an der Piazza Navona. Bestattet wurde Agnes aber auf dem römischen Friedhof an der Via Nomentana, über dem man die Kirche Sant’Agnese fuori le mura errichtete, die bis heute ihre Reliquien birgt. Jeden 21. Januar werden dort zwei Lämmer gesegnet, aus deren Wolle die Pallien (weiße Wollstreifen, die mit sechs schwarzen Kreuzen bestickt und um die Schulter gelegt werden) für die Erzbischöfe gewoben werden. Darstellung: mit ganz langen Haaren, die ihren Körper einhüllen, bei ihrem Martyrium auf dem Scheiterhaufen, mit einem Lamm Patronin: der Jungfrauen, Gärtner, Verlobten und Kinder, für die Keuschheit   Weitere Heilige des Tages:
Josepha Maria von der hl. Agnes, Mystikerin
Meinrad, Mönch auf der Reichenau, Einsiedler, Märtyrer