Heilige
Lebensdaten: geboren am 2. Juli 1914 in Radibor bei Bautzen, gestorben am 3. Februar 1943 im KZ Dachau Lebensgeschichte: Alojs Andritzki war das vierte von sechs Kindern des Lehrers Johann Andritzki und seiner Frau Magdalena. Der Vater nahm die Kinder einmal im Monat zum Besuch eines Gnadenortes mit – Resultat: drei Söhne, darunter Alojs, wurden Priester. Er studierte nach dem Abitur an der Katholischen Oberschule in Bautzen Theologie und Philosophie in Paderborn. Das letzte Jahr seiner Ausbildung war er Alumne des Priesterseminars in Schmochtitz bei Bautzen. Nach seiner Priesterweihe 1939 wurde Andritzki Jugendseelsorger und Kaplan an der Hofkirche in Dresden sowie Präses der Dresdner Kapellknaben und der Kolpingfamilie. Der vielseitig begabte Andritzki war ein sportliches Ausnahmetalent, das seinen Religionsunterricht mit artistischen Einlagen auflockerte, und mit seiner geradlinigen Art gelang es ihm, seine Schüler gegen die nationalsozialistische Ideologie zu immunisieren. Das sowie seine betonte sorbische Identität machten den Staatsapparat auf ihn aufmerksam. Als nach einer Theateraufführung die Gestapo die Namen aller Anwesenden notierte, sagte er zu den beunruhigten Jugendlichen: „Das ist erst der Anfang, der Kampf geht noch bis aufs Messer.“ Andritzki, der schon mehrfach verhört worden war und dem zusätzlich vorgeworfen wurde, polnische Kriegsgefangene seelsorgerisch betreut zu haben, wurde Anfang 1941 verhaftet und wegen „heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßen der Haftstrafe wurde er allerdings nicht freigelassen, sondern ins Konzentrationslager Dachau überstellt. Die Zeit im KZ nutzte Andritzki, um geistlich zu reifen, ohne darüber seinen jugendlichen Schwung zu verlieren. Mit weiteren Priestern bildete er einen Studienkreis zur vertieften Lesung der Heiligen Schrift sowie einen Liturgiekreis, und er fand Anschluss an die Gruppe von Schönstattpriestern, zu denen ab 1942 auch Josef Kentenich gehörte. Doch der bereits von der Hungerruhr geschwächte Andritzki erkrankte an Typhus. Als er in der Krankenbaracke um die Sterbesakramente bat, erwiderte ihm der Wärter: „Christus will er? Eine Spritze bekommt er!“ Am 3. Februar 1943 wurde er durch eine Giftspritze ermordet. Verehrung: Am Pfingstmontag 2011 wurde mit Alojs Andritzki der erste Sorbe und erste gebürtige Sachse seliggesprochen. Seine Urne war kurz zuvor vom Alten Katholischen Friedhof in die Märtyrerkapelle der Dresdner Hofkirche verbracht worden. Weitere Heilige des Tages:
Ansgar, Bischof, Glaubensbote
Blasius, Bischof, Märtyrer
Helena Maria Stollwerk, Gründerin
Ansgar, Bischof, Glaubensbote
Blasius, Bischof, Märtyrer
Helena Maria Stollwerk, Gründerin
Lebensdaten: geboren am 9. März 1568 auf Schloss Castiglione bei Mantua, gestorben am 21. Juni 1591 in Rom Lebensgeschichte: Ludovico, kurz Luigi gerufen, war der älteste Sohn des Marchese Gonzaga. Mit acht Jahren wurde er als Page an den Hof der Medici in Florenz gegeben, wo zum ersten Mal die Nierenerkrankung auftrat, die ihm sein Leben lang zu schaffen machte. 1580 erhielt er vom heiligen Karl Borromäus, einem Verwandten, die erste heilige Kommunion, war tief beeindruckt von den Schilderungen der ersten Jesuitenmissionare in Indien, besuchte die Kapuziner und Barnabiten, die sich im väterlichen Herzogtum niedergelassen hatten, und achtete auf einen asketischen Lebensstil. Von einem zweijährigen Aufenthalt am spanischen Hof kehrte Aloysius mit dem Entschluss zurück, Ordenspriester zu werden, und setzte diesen gegen seine Familie durch, die wenigstens auf einen Kardinalshut gehofft hatte. 1585 verzichtete er auf sein Erbrecht und trat das Noviziat bei den Jesuiten an. Wiederholte Male musste er das Noviziat unterbrechen, um herrschaftliche Auseinandersetzungen seiner Familie zu schlichten, auch machte ihm sein Nierenleiden mehr zu schaffen denn je, und er wurde ersucht, seine Askese etwas zu mildern und mehr Umgang mit seinen Mitnovizen zu pflegen. 1587 legte er seine Gelübde ab und nahm das Studium der Theologie auf. Als 1591 die Pest in Rom ausbrach und die Jesuiten ein Hospital für die Kranken eröffneten, wurde Aloysius in einem Trakt für Nichtinfizierte eingesetzt. Er steckte sich trotzdem an der Pest an und hatte bereits die Letzte Ölung empfangen, als er wieder genas; allerdings war seine allgemeine Gesundheit nunmehr ruiniert. Seinem Seelenführer, dem heiligen Robert Bellarmin, sagte er seinen Tod am Oktavtag des Fronleichnamsfestes voraus. Er starb am bezeichneten Tag kurz vor Mitternacht, mit gerade erst 23 Jahren. Verehrung: Aloysius’ Reliquien ruhen in einer Lapislazuli-Urne in der Lancelotti-Kapelle der Kirche Sant’Ignazio in Rom, seine Hauptreliquie liegt jedoch in der nach ihm benannten Basilika in Castiglione. 14 Jahre nach seinem Tod seliggesprochen, wurde er 1726 heiliggesprochen. Darstellung: als Jesuit mit Lilie, Kreuz, Totenkopf oder Rosenkranz Patron: von Mantua, der Jugend, Studierenden, Helfer bei der Berufswahl, gegen Pest und Augenleiden, der Aidskranken Weitere Heilige des Tages:
Alois Ehrlich, Ordensmann
Alban von Mainz, Priester, Märtyrer
Alois Ehrlich, Ordensmann
Alban von Mainz, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 339 in Trier, gestorben am 4. April 397 in Mailand Lebensgeschichte: Ambrosius kam als Sohn des römischen Präfekten von Gallien in Trier zur Welt. Er erhielt in Rom eine hervorragende Ausbildung, vor allem seine Griechischkenntnisse waren herausragend. Ambrosius machte Karriere als Spitzenbeamter, unter anderem als Berater des Präfekten von Sirmium im heutigen Serbien. Von dort wurde er nach Mailand versetzt, der Hauptstadt der Provinz Liguria Aemilia, wo gerade ein Streit zwischen den Anhängern des Dreifaltigkeitsglaubens (Trinitarier) und den Arianern wegen der Bischofsnachfolge tobte. Als Ambrosius als zuständiger Beamter den Konflikt zu schlichten versuchte und dabei recht konziliant auftrat, soll ein Kind ausgerufen haben: „Ambrosius Bischof!“ Von der anwesenden Menge akklamiert, wurde er – wiewohl erst Taufbewerber – zum Bischof gewählt. Er widmete sich mit Feuereifer theologischen Studien, um seiner neuen Aufgabe gerecht zu werden, wobei er allerdings viele Erwartungen enttäuschte, als er energisch die Konzilsbeschlüsse von Nicaea durchzusetzen begann. Dies musste auch die Kaiserinmutter Justina spüren, die vergeblich um einen Kirchenraum für ihre arianische Gemeinde gebeten hatte. Durch die öffentliche Buße, die er später Theodosius auferlegte, setzte er einen noch nie dagewesenen Maßstab: „Der Kaiser ist in der Kirche, nicht über der Kirche.“ Ambrosius beeinflusste nachhaltig die Liturgie und war trotz mancher Härten Andersgläubigen gegenüber ein großer Beter und Prediger. Augustinus fand durch ihn zum Glauben, und dessen Mutter Monnica war er ein wohlwollender Freund. Auch den Armen, Schwachen und sogar den Sklaven gab er in seinen Predigten eine Stimme. Neben seinen Predigten sowie Hymnen und Gesängen sind zahlreiche Bibelauslegungen von ihm erhalten, wobei Ambrosius sich große Verdienste bei der Übertragung griechischer Theologie ins Lateinische erwarb. Er starb am Karfreitag des Jahres 397. Sein Gedenktag am 7. Dezember ist der Tag seiner Bischofsweihe. Legende: Der Legende nach flößten Bienen Ambrosius Honig in der Wiege ein. Daher rührt die „honigsüße“ Sprache, die seine Gedichte und Hymnen auszeichnet. Die Bienen symbolisieren auch seinen Fleiß. Verehrung: Bis heute wird sein Grab in der Mailänder Basilika Sant’Ambrogio rege besucht. Seit 1295 wird er auch als Kirchenvater verehrt. Darstellung: als Bischof mit Bienenkorb, Buch oder Geißel, als einer der vier westlichen Kirchenväter mit Augustinus, Gregor dem Großen und Hieronymus Patron: von Mailand und Bologna, der Imker und Wachszieher Weitere Heilige des Tages:
Fara, Äbtissin
Gerald von Ostia, Bischof
Maria Josepha Rossello, Ordensgründerin
Fara, Äbtissin
Gerald von Ostia, Bischof
Maria Josepha Rossello, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben um 304 in Sirmium, heute Sremska Mitrovica, Serbien Lebensgeschichte und Legende: Die römische Christin Anastasia wurde gegen ihren Willen verheiratet. Früh Witwe geworden, widmete sie sich ihren Glaubensbrüdern und -schwestern, die der Christenverfolgung zum Opfer gefallen waren. Als sie ihrem geistlichen Begleiter Chrysogonus folgte, den man als Gefangenen verschleppte, wurde sie selber gefangengenommen und nach Sirmium gebracht. Sie wurde gefoltert und sollte mit einem Schiffswrack in der Save versenkt werden, doch das Wrack ging nicht unter. Daraufhin wurde Anastasia auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Verehrung und Brauchtum: Anastasias Gebeine wurden im 5. Jahrhundert von Sirmium nach Konstantinopel überführt. Im 6. Jahrhundert wurde ihr eine Kirche auf dem Palatin in Rom geweiht. In dieser feierte der Papst ab etwa 550 die zweite von den drei Weihnachtsmessen. Anastasia wird im römischen Messkanon genannt. Reliquien der Heiligen befinden sich auch in der Klosterkirche Benediktbeuern. Darstellung: meist mit Palme, Schere, Salbgefäß, oder auf dem Scheiterhaufen bzw. an einen Pfahl gebunden Patronin: Helferin bei Brustkrankheiten und Kopfleiden Weitere Heilige und Feste des Tages:
Fest der Geburt des Herrn – Weihnachten
Eugenia von Rom, Märtyrin
Fest der Geburt des Herrn – Weihnachten
Eugenia von Rom, Märtyrin
Lebensdaten: gestorben am 30. November 62 in Patras Lebensgeschichte und Legende: Andreas – der „einfache“ jüdische Fischer trug einen griechischen Namen – stammte aus Betsaida und lebte mit seinem jüngeren Bruder Simon in Kafarnaum am See Gennesaret. Er war ein Jünger Johannes’ des Täufers und wandte sich auf dessen Geheiß Jesus zu, den er als Messias erkannte. Andreas ist somit der „Erstberufene“ der Apostel. Andreas führte auch seinen Bruder Simon zu Jesus, der ihm den Namen Petrus: Fels gab. Nach Pfingsten verbreitete Andreas zuerst gemeinsam mit seinem Bruder die Frohe Botschaft. Später führten ihn seine Missionsreisen ans Schwarze Meer, nach Griechenland (manchen Überlieferungen zufolge sogar bis nach Kurdistan und Georgien), bis er sich schließlich in Patras niederließ, wo er erfolgreich als Glaubensbote wirkte. Als sich dort auch Maximilla bekehrte, die Frau des Statthalters Aegeas, ließ dieser ihn gefangennehmen, geißeln und an ein X-förmiges Kreuz nageln. Ganze zwei Tage soll Andreas’ Todeskampf gedauert haben, währenddessen er noch den Umstehenden die Liebe Gottes predigte. Verehrung und Brauchtum: Andreas’ Gebeine wurden zuerst in der Apostelkirche in Konstantinopel verehrt, während des Vierten Kreuzzugs 1203 jedoch nach Amalfi entführt. Die Kopfreliquie des Apostels wurde 1462 nach Rom verbracht, 1964 aber von Papst Paul VI. an den Patriarchen von Konstantinopel zurückgegeben. Für die Ostkirche ist Andreas als der Erstberufene so wichtig wie Petrus und Paulus für die Westkirche. Der Andreastag spielte früher als Lostag eine große Rolle, besonders für heiratswillige Frauen, die ihren künftigen Bräutigam gezeigt bekommen wollten. Darstellung: meist mit dem Andreaskreuz, mit Netz, oder Strick Patron: von Schottland, Griechenland, Russland, Rumänien, Spanien, Sizilien und Niederösterreich, Amalfi, Bordeaux, Brescia, Brügge, Mantua, Neapel, Patras, der Bergleute, Fischer, Metzger, Seiler und Wasserträger, gegen Gicht und Halsschmerzen, für eine gute Heirat Weitere Heilige des Tages:
Johannes Garbella, Provinzial
Shapur, Bischof, Märtyrer, und Gefährten
Johannes Garbella, Provinzial
Shapur, Bischof, Märtyrer, und Gefährten
Lebensdaten: geboren 1795 in der Provinz Bắc Ninh, Vietnam, gestorben am 21. Dezember 1839 in Hanoi Lebensgeschichte: Trần An Dũng ging in Hanoi bei der Gesellschaft des Pariser Missionsseminars zur Schule und wurde als Jugendlicher auf den Namen Andreas (Anrê Dũng) getauft. Drei Jahre arbeitete er als Katechet, ehe er sich entschloss, sein Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Er studierte Theologie, empfing am 15. März 1823 die Priesterweihe und wurde Pfarrer in Ke-Dâm. Es waren äußerst gefährliche Zeiten, da Kaiser Minh Mạng die ausländischen Missionare als Spione und einheimische Christen als Aufständische verdächtigte und verfolgen ließ. So wurde auch Andreas 1835 gefangengenommen, kam aber nach einer Lösegeldzahlung seiner Gemeindemitglieder wieder frei. Mit dem neuen Namen Lạc und einer neuen Gemeinde wagte er einen Neustart. Am 10. November 1839 wurde er wieder verhaftet, kam erneut durch eine Geldzahlung wieder frei, wurde aber bald darauf ein drittes Mal gefangengenommen und diesmal nach Hanoi deportiert. Dort wurde er nach langer Folter am 21. Dezember 1839 enthauptet. Verehrung: Andreas Dũng-Lạc wurde 1900 seliggesprochen. 1988 erfolgte seine Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II. Sein Name und Gedenktag steht stellvertretend für die 117 namentlich bekannten Opfer der Christenverfolgungen des 16. bis 19. Jahrhunderts in Vietnam: 96 Vietnamesen, darunter ein neunjähriges Kind, elf Spanier und zehn Franzosen. Patron: von Vietnam Weitere Heilige des Tages:
Virgil, Bischof
Albert von Löwen, Bischof
Maria Sala, Ordensfrau, Lehrerin
Virgil, Bischof
Albert von Löwen, Bischof
Maria Sala, Ordensfrau, Lehrerin
Lebensdaten: geboren am 21. August 1821 in Taegon, Korea, gestorben am 16. September 1846 in Seoul Lebensgeschichte: Kim Taegons Familie gehörte ursprünglich zur Yangban-Oberschicht Koreas, verlor aber wegen ihrer Hinwendung zum Christentum an Ansehen, als während der Joseon-Dynastie eine jahrzehntelange Christenverfolgung einsetzte. Kim Taegon wurde mit 15 Jahren von Pater Pierre Maubant von der Gesellschaft des Pariser Missionsseminars auf den Namen Andreas getauft und zum Studium ans Seminar von Macao geschickt. Während seiner Abwesenheit erlitt sein Vater Ignatius Kim Che-jun 1839 zu Hause das Martyrium. 1845 wurde er durch den französischen Bischof Jean Joseph Ferréol zum ersten koreanischen Priester geweiht und kehrte heimlich nach Korea zurück, um den Tausenden von katholischen Christen im Martyrium beizustehen. Bereits 1846 verhaftet, wurde Andreas Kim Taegon nach Seoul gebracht und gefoltert, bevor man ihn am 16. September durch Enthaupten hinrichtete. Verehrung: 1925 wurde Andreas Kim Taegon gemeinsam mit 78 weiteren koreanischen Märtyrern seliggesprochen. Um 24 Märtyrer ergänzt, sprach Papst Johannes Paul II. 1984 in der ersten Kanonisation außerhalb Roms 103 koreanische Märtyrer heilig, von denen Andreas der bekannteste ist, und bestimmte den 20. September zu ihrem gemeinsamen Gedenktag. Patron: der koreanischen Geistlichen, des Päpstlichen Koreanischen Kollegs Weitere Heilige des Tages:
Eustachius, Märtyrer, Nothelfer
Maria-Theresia Tauscher, Ordensgründerin
Paul Jeong Hasang, Märtyrer
Eustachius, Märtyrer, Nothelfer
Maria-Theresia Tauscher, Ordensgründerin
Paul Jeong Hasang, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1475 in Desenzano del Garda, gestorben am 27. Januar 1540 in Brescia Lebensgeschichte: Angela war die Tochter eines Landedelmanns und einer vornehmen Brescianerin und lebte nach dem Tod ihrer Eltern bei einem Onkel in Salò am Gardasee, wo sie sich dem franziskanischen Dritten Orden anschloss. Zurück in ihrem Heimatort widmete sie sich der Erziehung und dem Unterricht der infolge häufiger Kriege verwahrlosten Kinder. 1516 wurde sie nach Brescia entsandt, um einer vornehmen Witwe beizustehen. Dort bewegte sie sich im Umfeld der Bruderschaft „Compagnia del Divino Amore – Gesellschaft der Göttlichen Liebe“ und stand mit einigen Gefährtinnen Menschen aller Gesellschaftsschichten mit Rat und Trost bei. Sie selbst führte ein bescheidenes und entsagungsvolles Leben, arbeitete tagsüber ununterbrochen und betete fast nächtelang. 1524 unternahm sie eine von Franziskanern geführte Wallfahrt ins Heilige Land, erblindete auf der Reise jedoch vorübergehend aus unerklärlichen Gründen. 1525 wurde sie in Privataudienz von Papst Clemens VII. empfangen, der ihr die Betreuung der römischen Spitäler antrug – vergebens. Zurück in Brescia sammelte sie einen Kreis von Mädchen und jungen Frauen um sich. Nach zwei beschwerlichen Wallfahrten – Angelas körperliche Kräfte nahmen im Gegensatz zu ihren geistigen immer mehr ab – zum Sacro Monte di Varallo, wo in den Alpen die heiligen Stätten Jerusalems und die Leidensszenen Christi nachgestellt sind, gründete sie am 25. November 1535, dem Festtag der heiligen Katharina von Alexandrien, gemeinsam mit 28 Gefährtinnen die „Compagnia di Santa Orsola – Gesellschaft der heiligen Ursula“. Die Frauen gelobten Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam und kehrten ohne Gelübde und Klausur zu ihren Familien zurück: das erste Säkularinstitut der Kirchengeschichte. Ab 1537 stand Angela dem rasch anerkannten und wachsenden Orden als erste Oberin vor. Neben ihrer Ordensregel hinterließ sie in ihrem Todesjahr 1540 ihren Nachfolgerinnen „Ricordi – Ermahnungen“ und „Legati – Vermächtnisse“. Verehrung: Angela Meríci wurde unter großem Anteil der Brescianer Bevölkerung in der Afrakirche bestattet, neben der sie lebte und die heute ihren Namen trägt. Sie ruht im braunen Kleid der Tertiarinnen in einem Glasschrein in einer kleinen Seitenkapelle rechts vom Hochaltar. 1572 in eine Kongregation umgewandelt und 1614 der Augustinusregel unterstellt, wurden die Ursulinerinnen zum Werkzeug der Gegenreformation und zum wichtigsten Frauenorden für Erziehung und Unterricht der weiblichen Jugend. Das erste deutsche Ursulinenkloster mit Mädchenschule, Internat sowie kostenloser Elementarschule entstand 1639 in Köln. 1768 wurde Angela Meríci selig- und 1807 heiliggesprochen. Darstellung: beim Lehren der Kinder, mit Kreuz, Rosenkranz und Buch, bei der Vision einer Himmelsleiter Patronin: von Desenzano del Garda Weitere Heilige des Tages:
Julianus, Bischof
Paul Josef Nardini, Priester, Ordensgründer
Julianus, Bischof
Paul Josef Nardini, Priester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren 1248 in Foligno, Umbrien, gestorben am 4. Januar 1309 ebendort Lebensgeschichte: Die vermutlich adelige und begüterte Angela wurde 1248 geboren und mit 20 Jahren verheiratet. Bis kurz vor ihrem 40. Lebensjahr führte die intelligente und willensstarke Frau „ein wildes, ehebrecherisches und gotteslästerliches Leben“, wie sie selber schrieb. Als ihr das Ausmaß ihres sündhaften Lebens immer deutlicher vor Augen trat und sie nicht einmal mehr alles zu beichten wagte, wandte sie sich im Gebet an den heiligen Franz von Assisi und erlebte, begleitet vom Franziskanerpater Arnaldo, einem Verwandten, eine umso heftigere Bekehrung. Nachdem binnen weniger Monate ihr Mann, ihre Kinder und auch ihre Mutter gestorben waren, verkaufte sie ihren Besitz und lebte in Armut und Buße. Sie wurde Franziskanerterziarin und versammelte in ihrem „Cenacolo“ (Abendmahlssaal) Gleichgesinnte zum Gebet und Glaubensgespräch sowie zur Planung karitativer Tätigkeiten, denn Angela kümmerte sich aufopferungsvoll um Arme und besonders um Aussätzige. Ab diesem Zeitpunkt wurden Angela, die Krankheiten und Schmerzen ergeben ertrug, zahlreiche mystische Erlebnisse zuteil, die schriftlich von Pater Arnaldo überliefert wurden. Als eine der größten Mystikerinnen ihrer Zeit starb sie am 4. Januar 1309 in Foligno. Verehrung: Angela liegt in der Franziskuskirche ihrer Heimatstadt begraben und wurde 1693 seliggesprochen. 2013 weitete Papst Franziskus ihre Verehrung auf den gesamten Erdkreis aus. Darstellung: als Franziskanerterziarin mit dem gefesselten Teufel an der Kette Ausspruch der hl. Angela: „Allein das Gebet erhellt und erleuchtet die Seele, festigt und verwandelt sie und erhebt sie zu Gott.“ Weitere Heilige des Tages:
Elizabeth Ann Bayley Seton, Ordensgründerin
Christiana von Lucca, Mystikerin, Klostergründerin
Elizabeth Ann Bayley Seton, Ordensgründerin
Christiana von Lucca, Mystikerin, Klostergründerin
Lebensdaten: geboren am 8. September 1774 in Coesfeld, gestorben am 9. Februar 1824 in Dülmen Lebensgeschichte: Anna Katharina wurde als fünftes von neun Kindern am 8. September 1774 in einer armen Bauernfamilie in Coesfeld geboren. Schon als Kind hatte sie eine innige Beziehung zu Gott und zur Kirche, verfügte über gute Bibelkenntnisse, betete und betrachtete stundenlang das überlebensgroße Gabelkreuz in der Coesfelder Lambertikirche mit seiner expressiven Leidensdarstellung. In der Schule, die sie nur vier Monate besuchte, weil sie im Haushalt mitarbeiten musste, lernte sie Lesen und Schreiben. 1791 machte sie eine Ausbildung zur Näherin und arbeitete anschließend in verschiedenen Bauernhöfen als Wandernäherin. Doch ihr eigentlicher Wunsch war, in einen Orden einzutreten. Die Aussichten waren schlecht; sie war zu arm und konnte die Mitgift nicht aufbringen. Anna Katharina versuchte es auf einem anderen Weg. Sie ging zu einem Kantor und Organisten in den Dienst in der Hoffnung, nebenbei Orgelspielen zu lernen und so in einem Kloster Aufnahme zu finden. Doch bei der vielen Arbeit war dafür keine Zeit. Und doch war dieser Weg der richtige, denn auch die Tochter des Dienstherrn wollte Ordensschwester werden und setzte sich für Anna Katharina ein. So wurden beide schließlich in den Augustinerinnenorden auf dem Agnetenberg in Dülmen aufgenommen. Das geistliche Leben der Gemeinschaft lag allerdings am Boden, und ihre Mitschwestern behandelten sie wie eine Dienstmagd. Als das Kloster 1811 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, war sie die letzte Schwester im Haus. Sie ging als Haushälterin zu einem aus dem revolutionären Frankreich nach Dülmen emigrierten Priester. Ein Jahr später wurden die Wundmale Jesu, die sie schon lange spürte, an Brust, Kopf und Händen äußerlich sichtbar. Jeden Freitag durchlebte sie das Leiden Jesu Christi. Anna wurde krank und bettlägerig und nahm kaum mehr Nahrung auf. Viele hielten sie für eine Betrügerin, und sie musste entwürdigende kirchliche und staatliche Untersuchungen über sich ergehen lassen. Als der Dichter Clemens Brentano 1819 nach Dülmen kam und auf die fromme Ordensfrau traf, war er überwältigt, ging jeden Tag zu ihr und schrieb ihre teilweise ungeheuer präzisen und unableitbaren Visionen auf, die er bearbeitete und in vier Werken veröffentlichte. Anna Katharina Emmerick starb am 9. Februar 1824 und wurde auf dem Dülmener Stadtfriedhof begraben. Verehrung: Im Jahr 1975 wurden ihre Gebeine in die Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen umgebettet. Nach einem langen, zwischenzeitlich unterbrochenen Prozess wurde Anna Katharina Emmerick am 3. Oktober 2004 in Rom seliggesprochen. Bis heute kommen viele Pilger aus aller Welt mit der Bitte um ihre Fürsprache an ihr Grab. Mel Gibson benutzte die Leidensdarstellung der Seligen als Vorlage für seinen Film „Die Passion Christi“ (2004). Darstellung: mit Kopfverband und Wundmalen Weitere Heilige des Tages:
Apollonia, Märtyrin
Michael Febres Cordero, Mönch
Apollonia, Märtyrin
Michael Febres Cordero, Mönch