Heilige

Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben um 304 in Sirmium, heute Sremska Mitrovica, Serbien Lebensgeschichte und Legende: Die römische Christin Anastasia wurde gegen ihren Willen verheiratet. Früh Witwe geworden, widmete sie sich ihren Glaubensbrüdern und -schwestern, die der Christenverfolgung zum Opfer gefallen waren. Als sie ihrem geistlichen Begleiter Chrysogonus folgte, den man als Gefangenen verschleppte, wurde sie selber gefangengenommen und nach Sirmium gebracht. Sie wurde gefoltert und sollte mit einem Schiffswrack in der Save versenkt werden, doch das Wrack ging nicht unter. Daraufhin wurde Anastasia auf dem Scheiterhaufen verbrannt.  Verehrung und Brauchtum: Anastasias Gebeine wurden im 5. Jahrhundert von Sirmium nach Konstantinopel überführt. Im 6. Jahrhundert wurde ihr eine Kirche auf dem Palatin in Rom geweiht. In dieser feierte der Papst ab etwa 550 die zweite von den drei Weihnachtsmessen. Anastasia wird im römischen Messkanon genannt. Reliquien der Heiligen befinden sich auch in der Klosterkirche Benediktbeuern.  Darstellung: meist mit Palme, Schere, Salbgefäß, oder auf dem Scheiterhaufen bzw. an einen Pfahl gebunden Patronin: Helferin bei Brustkrankheiten und Kopfleiden   Weitere Heilige und Feste des Tages:  Fest der Geburt des Herrn, Weihnachten
Eugenia von Rom, Märtyrin
Lebensdaten: gestorben am 30. November 62 in Patras Lebensgeschichte und Legende: Andreas – der „einfache“ jüdische Fischer trug einen griechischen Namen – stammte aus Betsaida und lebte mit seinem jüngeren Bruder Simon in Kafarnaum am See Gennesaret. Er war ein Jünger Johannes’ des Täufers und wandte sich auf dessen Geheiß Jesus zu, den er als Messias erkannte. Andreas ist somit der „Erstberufene“ der Apostel. Andreas führte auch seinen Bruder Simon zu Jesus, der ihm den Namen Petrus: Fels gab.
Nach Pfingsten verbreitete Andreas zuerst gemeinsam mit seinem Bruder die Frohe Botschaft. Später führten ihn seine Missionsreisen ans Schwarze Meer, nach Griechenland (manchen Überlieferungen zufolge sogar bis nach Kurdistan und Georgien), bis er sich schließlich in Patras niederließ, wo er erfolgreich als Glaubensbote wirkte. Als sich dort auch Maximilla bekehrte, die Frau des Statthalters Aegeas, ließ dieser ihn gefangennehmen, geißeln und an ein X-förmiges Kreuz nageln. Ganze zwei Tage soll Andreas’ Todeskampf gedauert haben, währenddessen er noch den Umstehenden die Liebe Gottes predigte. Verehrung und Brauchtum: Andreas’ Gebeine wurden zuerst in der Apostelkirche in Konstantinopel verehrt, während des Vierten Kreuzzugs 1203 jedoch nach Amalfi entführt. Die Kopfreliquie des Apostels wurde 1462 nach Rom verbracht, 1964 aber von Papst Paul VI. an den Patriarchen von Konstantinopel zurückgegeben. Für die Ostkirche ist Andreas als der Erstberufene so wichtig wie Petrus und Paulus für die Westkirche. Der Andreastag spielte früher als Lostag eine große Rolle, besonders für heiratswillige Frauen, die ihren künftigen Bräutigam gezeigt bekommen wollten. Darstellung: meist mit dem Andreaskreuz, mit Netz, oder Strick Patron: von Schottland, Griechenland, Russland, Rumänien, Spanien, Sizilien und Niederösterreich, Amalfi, Bordeaux, Brescia, Brügge, Mantua, Neapel, Patras, der Bergleute, Fischer, Metzger, Seiler und Wasserträger, gegen Gicht und Halsschmerzen, für eine gute Heirat   Weitere Heilige des Tages: Johannes Garbella, Provinzial
Shapur, Bischof, Märtyrer, und Gefährten
Lebensdaten: geboren 1795 in der Provinz Bắc Ninh, Vietnam, gestorben am 21. Dezember 1839 in Hanoi Lebensgeschichte: Trần An Dũng ging in Hanoi bei der Gesellschaft des Pariser Missionsseminars zur Schule und wurde als Jugendlicher auf den Namen Andreas (Anrê Dũng) getauft. Drei Jahre arbeitete er als Katechet, ehe er sich entschloss, sein Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Er studierte Theologie, empfing am 15. März 1823 die Priesterweihe und wurde Pfarrer in Ke-Dâm.
Es waren äußerst gefährliche Zeiten, da Kaiser Minh Mạng alle bekennenden Christen verfolgen ließ. So wurde auch Andreas 1835 gefangengenommen, kam aber nach einer Lösegeldzahlung seiner Gemeindemitglieder wieder frei. Mit dem neuen Namen Lạc und einer neuen Gemeinde wagte er einen Neustart. Am 10. November 1839 wurde er wieder verhaftet, kam erneut durch eine Geldzahlung wieder frei, wurde aber bald darauf ein drittes Mal gefangengenommen und diesmal nach Hanoi deportiert. Dort wurde er nach langer Folter am 21. Dezember 1839 enthauptet. Verehrung: Andreas Dũng-Lạc wurde 1900 seliggesprochen. Papst Johannes Paul II. sprach ihn sowie 116 weitere vietnamesische Opfer der Verfolgungen des 16. bis 19. Jahrhunderts 1988 heilig. Patron: von Vietnam   Weitere Heilige des Tages: Virgil, Bischof
Albert von Löwen, Bischof
Maria Sala, Ordensfrau, Lehrerin
Lebensdaten: geboren am 21. August 1821 in Taegon, Korea, gestorben am 16. September 1846 in Seoul Lebensgeschichte: Kim Taegons Familie gehörte ursprünglich zur Yangban-Oberschicht Koreas, verlor aber wegen ihrer Hinwendung zum Christentum an Ansehen, als während der Joseon-Dynastie eine jahrzehntelange Christenverfolgung einsetzte. Kim Taegon wurde mit 15 Jahren von Pater Pierre Maubant von der Gesellschaft des Pariser Missionsseminars auf den Namen Andreas getauft und zum Studium ans Seminar von Macao geschickt. Während seiner Abwesenheit erlitt sein Vater Ignatius Kim Che-jun 1839 zu Hause das Martyrium.
1845 wurde er durch den französischen Bischof Jean Joseph Ferréol zum ersten koreanischen Priester geweiht und kehrte heimlich nach Korea zurück, um den Tausenden von katholischen Christen im Martyrium beizustehen.
Bereits 1846 verhaftet, wurde Andreas Kim Taegon nach Seoul gebracht und gefoltert, bevor man ihn am 16. September durch Enthaupten hinrichtete. Verehrung: 1925 wurde Andreas Kim Taegon gemeinsam mit 78 weiteren koreanischen Märtyrern seliggesprochen. Um 24 Märtyrer ergänzt, sprach Papst Johannes Paul II. 1984 in der ersten Kanonisation außerhalb Roms 103 koreanische Märtyrer heilig, von denen Andreas der bekannteste ist. Patron: der koreanischen Geistlichen, des Päpstlichen Koreanischen Kollegs   Weitere Heilige des Tages:
Eustachius, Märtyrer, Nothelfer
Maria-Theresia Tauscher, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren 1248 in Foligno, Umbrien, gestorben am 4. Januar 1309 ebendort Lebensgeschichte: Die vermutlich adelige und begüterte Angela wurde 1248 geboren und mit 20 Jahren verheiratet. Bis kurz vor ihrem 40. Lebensjahr führte die intelligente und willensstarke Frau „ein wildes, ehebrecherisches und gotteslästerliches Leben“, wie sie selber schrieb.
Als ihr das Ausmaß ihres sündhaften Lebens immer deutlicher vor Augen trat und sie nicht einmal mehr alles zu beichten wagte, wandte sie sich im Gebet an den heiligen Franziskus von Assisi und erlebte, begleitet vom Franziskanerpater Arnaldo, einem Verwandten, eine umso heftigere Bekehrung. Nachdem binnen weniger Monate ihr Mann, ihre Kinder und auch ihre Mutter gestorben waren, verkaufte sie ihren Besitz und lebte in Armut und Buße. Sie wurde Franziskanerterziarin und versammelte in ihrem „Cenacolo“ (Abendmahlssaal) Gleichgesinnte zum Gebet und Glaubensgespräch sowie zur Planung caritativer Tätigkeiten, denn Angela kümmerte sich aufopferungsvoll um Arme und besonders um Aussätzige.
Ab diesem Zeitpunkt wurden Angela, die Krankheiten und Schmerzen ergeben ertrug, zahlreiche mystische Erlebnisse zuteil, die schriftlich von Pater Arnaldo überliefert wurden. Als eine der größten Mystikerinnen ihrer Zeit starb sie am 4. Januar 1309 in Foligno. Verehrung: Angela liegt in der Franziskuskirche ihrer Heimatstadt begraben und wurde 1693 seliggesprochen. 2013 weitete Papst Franziskus ihre Verehrung auf den gesamten Erdkreis aus. Darstellung: als Franziskanerterziarin mit dem gefesselten Teufel an der Kette Ausspruch der hl. Angela: „Allein das Gebet erhellt und erleuchtet die Seele, festigt und verwandelt sie und erhebt sie zu Gott.“ Weitere Heilige des Tages: Elizabeth Ann Bayley Seton, Ordensgründerin
Christiana von Lucca, Mystikerin, Klostergründerin
Lebensdaten: geboren am 8. September 1774 in Coesfeld, gestorben am 9. Februar 1824 in Dülmen Lebensgeschichte: Anna Katharina wurde als fünftes von neun Kindern am 8. September 1774 in einer armen Bauernfamilie in Coesfeld geboren. Schon als Kind hatte sie eine innige Beziehung zu Gott und zur Kirche, verfügte über gute Bibelkenntnisse, betete und betrachtete stundenlang das überlebensgroße Gabelkreuz in der Coesfelder Lambertikirche mit seiner expressiven Leidensdarstellung.
In der Schule, die sie nur vier Monate besuchte, weil sie im Haushalt mitarbeiten musste, lernte sie Lesen und Schreiben. 1791 machte sie eine Ausbildung zur Näherin und arbeitete anschließend in verschiedenen Bauernhöfen als Wandernäherin. Doch ihr eigentlicher Wunsch war, in einen Orden einzutreten. Die Aussichten waren schlecht; sie war zu arm und konnte die Mitgift nicht aufbringen.
Anna Katharina versuchte es auf einem anderen Weg. Sie ging zu einem Kantor und Organisten in den Dienst in der Hoffnung, nebenbei Orgelspielen zu lernen und so in einem Kloster Aufnahme zu finden. Doch bei der vielen Arbeit war dafür keine Zeit. Und doch war dieser Weg der richtige, denn auch die Tochter des Dienstherrn wollte Ordensschwester werden und setzte sich für Anna Katharina ein. So wurden beide schließlich in den Augustinerinnenorden auf dem Agnetenberg in Dülmen aufgenommen.
Das geistliche Leben der Gemeinschaft lag allerdings am Boden, und ihre Mitschwestern behandelten sie wie eine Dienstmagd. Als das Kloster 1811 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde, war sie die letzte Schwester im Haus. Sie ging als Haushälterin zu einem aus dem revolutionären Frankreich nach Dülmen emigrierten Priester. Ein Jahr später wurden die Wundmale Jesu, die sie schon lange spürte, an Brust, Kopf und Händen äußerlich sichtbar. Jeden Freitag durchlebte sie das Leiden Jesu Christi. Anna wurde krank und bettlägerig und nahm kaum mehr Nahrung auf. Viele hielten sie für eine Betrügerin, und sie musste entwürdigende kirchliche und staatliche Untersuchungen über sich ergehen lassen.
Als der Dichter Clemens Brentano 1819 nach Dülmen kam und auf die fromme Ordensfrau traf, war er überwältigt, ging jeden Tag zu ihr und schrieb ihre teilweise ungeheuer präzisen und unableitbaren Visionen auf, die er bearbeitete und in vier Werken veröffentlichte. Anna Katharina Emmerick starb am 9. Februar 1824 und wurde auf dem Dülmener Stadtfriedhof begraben. Verehrung: Im Jahr 1975 wurden ihre Gebeine in die Heilig-Kreuz-Kirche in Dülmen umgebettet. Nach einem langen, zwischenzeitlich unterbrochenen Prozess wurde Anna Katharina Emmerick am 3. Oktober 2004 in Rom seliggesprochen. Bis heute kommen viele Pilger aus aller Welt mit der Bitte um ihre Fürsprache an ihr Grab. Mel Gibson benutzte die Leidensdarstellung der Seligen als Vorlage für seinen Film „Die Passion Christi“ (2004). Darstellung: mit Kopfverband und Wundmalen Weitere Heilige des Tages: Apollonia, Märtyrin
Michael Febres Cordero, Mönch
Lebensdaten: geboren am 18. Februar 1882 in Mindelstetten bei Ingolstadt, gestorben am 5. Oktober 1925 ebendort Lebensgeschichte: Die hochsensible und tiefgläubige Anna weihte sich mit 17 Jahren der Gottesmutter und wollte Missionsschwester werden. Um sich die Aussteuer für den Klostereintritt zu verdienen, verdingte sie sich als Haushaltshilfe und kam nach verschiedenen Stellen ins Forsthaus nach Stammham. Als sie dort im Februar 1901 das Ofenrohr reparieren wollte, rutschte sie aus, fiel bis über die Knie in die kochend heiße Lauge des Waschkessels und zog sich lebensgefährliche Verbrennungen zu. Alle ärztlichen Versuche, sie zu heilen, scheiterten. Im Mai 1902 wurde sie als nicht heilbar aus dem Krankenhaus entlassen. Die Mutter nahm sich ein Zimmer und sorgte von nun an nur noch für ihre kranke Tochter. Zu den körperlichen Leiden und der Enttäuschung darüber, nicht Missionsschwester werden zu können, kamen noch große Geldsorgen.
Doch Anna fand einen Sinn in ihrem Leiden und erkannte: Um Missionarin zu sein, muss man nicht in ferne Länder gehen. Ihre Mission war das Apostolat des Leidens, Betens und Tröstens. Alle ihre Schmerzen opferte sie für die Bekehrung der Sünder auf. Jeden Tag kam der Ortspfarrer, der ihr Seelenführer wurde, und brachte ihr die heilige Kommunion, die ihre Kraftquelle war. Diese Kraft gab sie an die vielen Menschen weiter, die sie in Briefen oder bei Besuchen um Rat und Trost baten. Immer gingen die, die eigentlich Anna hatten Trost spenden wollen, getröstet und gestärkt von ihr fort. Im Oktober 1910 empfing sie während einer Vision die Wundmale Jesu, die auf ihr Bitten hin aber von der Umwelt unbemerkt blieben. Von da an wurden ihre Leiden schlimmer, zuletzt konnte sie nach einem Sturz aus dem Bett weder sehen noch hören. Am 5. Oktober 1925 empfing sie zum letzten Mal die heilige Kommunion, schlug das Kreuzzeichen über sich, und mit den Worten „Jesus, dir leb’ ich“ starb sie. Verehrung: Schon bei ihrer Beerdigung auf dem Mindelstetter Friedhof waren viele Menschen anwesend, und 1972 wurden die Gebeine Anna Schäffers auf vielfachen Wunsch der Gläubigen in die Pfarrkirche übertragen. 1999 wurde sie selig-, im Oktober 2012 heiliggesprochen. Patronin: der Hospizbewegung   Weitere Heilige des Tages: M. Faustyna Kowalska, Ordensfrau, Mystikerin
Franz Xaver Seelos, Priester
Raimund von Capua, Ordenspriester
Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Nach dem apokryphen Protevangelium nach Jakobus, das um das Jahr 150 entstand, war Joachim ein gerechter und wohltätiger Mann, dessen Opfer vom Hohenpriester aber zurückgewiesen wurde, weil seine Ehe nach 20 Jahren immer noch kinderlos war. Joachim fastete und tat in der Wüste Buße, bis ein Engel ihm und seiner Frau die Geburt eines Kindes ankündigte. Zurück in Jerusalem, umarmten die Eheleute einander vor dem Tempeleingang, der Goldenen Pforte. Das Mädchen namens Maria gaben sie später zur Erziehung in den Jerusalemer Tempel, Joachim verstarb kurz darauf. Die Darstellung der sogenannten Anna selbdritt mit Maria und dem Jesuskind suggeriert, dass Anna noch die Geburt ihres Enkels erlebt hätte. Ihre Verehrung begann zögerlich Mitte des 6. Jahrhunderts mit der Weihe einer Annenkirche in Konstantinopel, während die Westkirche lange jeden Kult ablehnte. Die Wende zur dann riesigen Verehrung kam mit den Kreuzzügen und den legendenhaften Ausschmückungen der Legenda aurea, der nach Anna noch zwei weitere Ehemänner gehabt hätte, von denen sie jeweils auch eine Tochter namens Maria bekam, die wiederum Mütter von Jüngern und Aposteln wurden: die „Heilige Sippe“.
In Düren wird seit 1501 das Annahaupt in der St.-Anna-Kirche verehrt, eine Schädelreliquie von Joachim wird in der Kölner St. Kunibert-Kirche aufbewahrt. Die schlesischen Vertriebenen halten wegen des heimatlichen St. Annabergs die Verehrung Annas besonders hoch. Seit der Liturgiereform 1970 werden Anna und Joachim gemeinsam gefeiert. Besonders groß ist die Verehrung der heiligen Anna bei den kanadischen Micmac-Indianern, die sie im 17. Jahrhundert als Stammespatronin adoptierten und alle anstehenden Taufen und Trauungen auf den Annentag legen. Auch die älteste katholische Kirche Nordamerikas, Sainte-Anne-de-Beaupré bei Québec, ist ihr geweiht. Darstellung: neben der Anna selbdritt auf Szenen des Protevangeliums des Jakobus, Joachim als alter Mann mit Schriftrolle, Tauben oder Lamm Patronate von Anna: von Florenz, Innsbruck und Neapel, für eine glückliche Heirat, eine gute Ehe, Kindersegen, glückliche Geburt, der Mütter, Hausfrauen, Witwen, Arbeiterinnen, Hausangestellten, Bergleute, Drechsler, Weber, Kunsttischler, Müller, Krämer, Seiler, Spitzenklöppler, Schneider, Knechte, für Regen und gegen Gewitter und beim Wiederfinden verlorener Gegenstände; von Joachim: der Ehepaare, der Großväter, Schreiner und Leinenhändler   Weitere Heilige des Tages:
Bartholomäa Maria Capitanio, Ordensgründerin
George Preca, Priester, Ordensgründer
Titus Brandsma, Ordenspriester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1010 in Altsteußlingen (Ehingen), gestorben am 4. Dezember 1075 in Köln Lebensgeschichte: Anno war aus edelfreier Familie und erhielt nach kurzem Ritterdienst seine Ausbildung an der Bamberger Domschule, wo er später selber als Lehrer wirkte. Kaiser Heinrich III. machte ihn nacheinander zum Hofkaplan, zum Domprobst von Goslar und 1056 zum Erzbischof von Köln. Der persönlich asketische, aber leicht erregbare und in manchen Angelegenheiten auch skrupellose Anno vergrößerte das Bistumsgebiet, stiftete die Klöster Siegburg und Saalfeld und die Kirchen Maria ad gradus und St. Georg, baute für die Armen ein Hospital am Dom und sorgte für die Ausbildung der Jugend. Von Siegburg aus unterzog er alle Klöster seines Sprengels einer grundlegenden Reform, die sich über die Bistumsgrenzen hinaus auswirkte.
1062 brachte er den zwölfjährigen Kaiser Heinrich IV. sowie die Reichskleinodien in seine Gewalt und regierte bis zur Schwertleite des jungen Monarchen 1065 das Reich – beispielsweise durch einen Feldzug nach Ungarn durchaus erfolgreich. Als Erzkanzler für Italien beendete er 1064 durch seine Anerkennung Alexanders II. auf der Synode von Mantua das Papstschisma.
An Ostern 1074 brach wegen der willkürlichen Beschlagnahmung eines Schiffes ein Aufstand gegen ihn aus, vor dem Anno durch ein Loch in der Stadtmauer fliehen musste. Nach der brutalen Niederschlagung des Protests sollen 600 Bürgerfamilien die Stadt verlassen haben. Anno lenkte erst am Gründonnerstag 1075 wieder ein und begnadigte die angeklagten Kölner Rädelsführer, als er den Tod nahen spürte und Angst vor dem strafenden Gericht bekam. Verehrung: Nach einer pompösen Trauerfeier wurde Anno in ein byzantinisches Seidentuch gewickelt, in einen Schrein gelegt und in das Kloster Siegburg überführt. Um 1080 entstand dort das Annolied zu seinen Ehren. 1183 wurde er durch die päpstlichen Legaten heiliggesprochen. 1391 wurden Reliquien an das Kloster Grafschaft im Sauerland gegeben. Darstellung: als Bischof mit Stab, Buch, Schwert oder Kirchenmodellen Patron: von Siegburg, gegen die Gicht   Weitere Heilige des Tages: Niels Stensen, Bischof
Sabas der Geheiligte, Einsiedler, Abt
Lebensdaten: geboren um 1033 in Aosta, gestorben am 21. April 1109 in Canterbury Lebensgeschichte: Anselm war das älteste Kind einer adeligen, ehemals sogar mächtigen Familie aus Burgund und der Lombardei. Seine kultivierte und tief religiöse Mutter ließ ihn von Benediktinern erziehen, doch als er mit 15 Jahren um die Aufnahme in den Orden bat, erwirkte sein Vater, der um seinen weltlichen Erben fürchtete, die Ablehnung seitens der Mönche. Nach einer religiösen Krise, die ihn schwer krank werden ließ, und besonders nach dem Tod der Mutter führte Anselm ein ausschweifendes Leben, entfremdete sich vollends dem Vater und zog in Begleitung eines Dieners über die Alpen nach Frankreich. Nach drei Jahren erreichte er die Benediktinerabtei von Bec in der Normandie, wo ihn der Prior und Lehrer Lanfrank tief beeindruckte. Anselm wurde sein bester Schüler und Assistent, trat als Novize dem Kloster bei und wurde mit 27 Jahren zum Priester geweiht. Drei Jahre später wurde Anselm selber zum Prior und zum Lehrer an der Klosterschule ernannt. Die anfängliche Gegnerschaft seiner älteren und bei dieser Besetzung übergangenen Mitbrüder überwand er durch eine so sorgfältige Amtsführung, dass sie ihn 1079 einstimmig zu ihrem Abt wählten.
Bis dahin hatte Anselm durch das Studium der Heiligen Schrift, nächtelanges Gebet und Meditation sowie durch die Arbeit an seiner Erziehungsmethode zwei seiner philosophisch-theologischen Hauptwerke geschaffen: das Monologion, in dem er den Zusammenhang der Glaubenswahrheiten mit der Vernunft nachweist, und das Proslogion mit dem Programm des Glaubens, der nach Vernunfterkenntnis sucht, wobei diese umgekehrt einen Ungläubigen auch zu überzeugen vermag. Im Proslogion findet sich auch der berühmte „Gottesbeweis“ Anselms: Man kann Gott als das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, die Wirklichkeit nicht absprechen, ohne dem Begriff Gottes und das heißt sich selber zu widersprechen. Dabei ist Anselm nicht als Rationalist misszuverstehen. Er wünschte nur, „einigermaßen Gottes Wahrheit zu begreifen, die mein Herz glaubt und liebt. Denn ich suche nicht zu begreifen, um zu glauben, sondern ich glaube, um zu begreifen.“ Weitere Werke begründeten Anselms Ruf, zogen Studenten – und Novizen – aus ganz Frankreich, England und anderen Ländern an und machten Bec zu einem der geistigen Zentren Europas.
Inzwischen war Lanfrank Erzbischof von Canterbury geworden und berief Anselm wieder zu seinem Helfer, und auch dort wurde er nach Lanfranks Tod zu dessen Nachfolger und 1093 zum Bischof geweiht. Im normannisch besetzten England bekämpfte die Kirche wie auf dem Kontinent den Anspruch der Herrscher, kirchliche Ämtereinsetzungen (Investituren) vorzunehmen sowie deren Einkünfte einzubehalten. Trotz der Auseinandersetzungen, die Anselm unter anderem ins Exil nach Frankreich und Italien führten, verfasste er zahlreiche weitere Werke – darunter besonders Cur Deus homo – Warum Gott Mensch wurde über die Menschwerdung und Kreuzigung Christi als Weg der Sühne für die Sünden der Welt – oder führte auf Synoden das Wort, wodurch er auch kirchen- und dogmengeschichtlich eine große Rolle spielt.
Endgültig konnte er erst 1107 auf seinen Bischofssitz in Canterbury zurückkehren, wo er zwei Jahre später am Mittwoch der Karwoche starb. Verehrung: Anselm wurde in der Kathedrale von Canterbury bestattet, sein Grab wurde allerdings im von König Heinrich VIII. entfachten Klostersturm zerstört. Seine Heiligsprechung wurde besonders von seinem späteren Nachfolger Thomas Becket betrieben, der den gleichen Kampf um die Souveränität der Kirche und den Vorrang des Erzbistums Canterbury focht, und kam 1163 zum Abschluss. Papst Clemens XI. erhob Anselm 1720 zum Kirchenlehrer. Als Wegbereiter der gläubig-denkerischen Kunstwerke des Mittelalters wird er als Doctor Magnificus – glänzender Lehrer verehrt. Darstellung: als Erzbischof oder Abt, mit Buch für Gelehrsamkeit oder Schiff für die Unabhängigkeit der Kirche   Weitere Heilige des Tages:
Konrad von Parzham, Ordensmann