Heilige

Lebensdaten: geboren um 530, gestorben am 26. Mai 604 in Canterbury Lebensgeschichte: Augustinus war Prior des Andreasklosters, das Papst Gregor der Große auf dem römischen Haus seiner Familie gegründet hatte und ihm persönlich gehörte. 595 entsandte Gregor ihn mit 40 Mönchen und Gefährten zu König Æthelberht von Kent nach Südengland. Beda Venerabilis erzählt, Papst Gregor habe auf dem römischen Sklavenmarkt blonde Sachsen aus Britannien bemerkt und darauf beschlossen, sie zu missionieren. Vielmehr antwortete Gregor mit der Englandmission Augustins auf eine Einladung Æthelberhts. Dieser, wiewohl selber Heide, war mit der Merowingerin Bertha verheiratet, die aus der fränkischen Heimat einen Bischof mit nach Kent gebracht hatte. Die Franken teilten den Glauben Gregors und unterstützten den Kurs der römischen Kirche, während die Lombarden in Norditalien arianisch, das heißt antitrinitarisch glaubten und von Schottland und Irland aus der Einfluss des keltischen Christentums in Britannien zunahm. England bot sich als Chance.
Gregor hielt auf Augustinus große Stücke: Dieser lebte nach der Regel des heiligen Benedikt, die Gregor überliefert hat, war ein guter Verwalter des päpstlichen Eigenklosters und obendrein in den Augen Gregors, dieses Titanen der Schriftauslegung, „bibelkundig“. Der erste Missionsanlauf scheiterte jedoch kläglich: Kaum eine Tagesstrecke nach Beginn der Reise machten die Mönche halt und schickten Augustinus nach Rom zurück, um den Papst von dem Vorhaben abzubringen, das ihnen Angst machte. Gregor schrieb ihnen einen Ermutigungsbrief und schickte sie wiederum los. Sie reisten mit Unterstützung der fränkischen Könige und Bischöfe, die ihnen Dolmetscher und weitere Priester stellten, durch das heutige Frankreich – unterwegs soll Augustinus die Bischofsweihe erhalten haben – und kamen 597 in Canterbury an, wo ihnen die Martinskirche zugewiesen wurde. Am Pfingstsonntag desselben Jahres ließ sich König Æthelberht von Augustinus taufen, und in dessen Gefolge wurden Tausende seiner Männer Christen. Augustinus erbaute eine Abtei mit Klosterschule und organisierte eine Kirchenprovinz um Canterbury, der er ab 601 als Erzbischof vorstand. Diplomatisch ungeschickt, blieben seine missionarischen Erfolge aber auf Kent beschränkt. Kurz vor seinem Tod weihte er seinen Begleiter Laurentius zu seinem Nachfolger. Verehrung: Augustinus, der „Apostel Englands“, wurde in der später nach ihm benannten Abtei St. Augustinus bestattet, die eine große Rolle bei der Kontinentalmission des 8. und 9. Jahrhundert spielte. Nach der normannischen Eroberung von 1066 wurde sein Kult aktiv betrieben und mit dem des Kirchenvaters Augustinus von Hippo verbunden. Sein Grab wurde 1538 während der englischen Reformation zerstört und erst 2012 in der St Augustine’s Church von Ramsgate wiederhergestellt. Dennoch blieb Canterbury das christliche Zentrum der englischen Kirche, und der jeweilige Erzbischof ist traditionell der Primas des Landes.   Weitere Heilige des Tages:
Bruno von Kärnten, Bischof
Gertrud von Schaffgotsch, Ordensgründerin
Margareta Pole, Märtyrin
Lebensdaten: geboren 1746 in der Provinz Guizhou, Südwestchina, gestorben am 27. Januar 1815 in Chengdu, Provinz Sichuan Lebensgeschichte: Zhao Rong war laut seiner Seligsprechungsakte ein Taugenichts und wurde mit etwa 20 Jahren Aufseher in einem Landgefängnis. Als 1772 eine Christenverfolgung ausbrach, befand sich unter seinen Gefangenen Jean-Martin Moyë von der Pariser Missionsgesellschaft, der ihn tief beeindruckte. Nach dessen Freilassung besuchte ihn Zhao Rong und ließ sich schließlich am 28. August 1776 auf den Namen des Tagesheiligen Augustinus taufen. Moyë unterwies ihn weiter im Glauben, brachte ihm das Lesen bei und sogar Latein. Am 10. Mai 1781 wurde er vom Apostolischen Vikar der Provinz Sichuan François Pottier zum Priester geweiht und wirkte sehr erfolgreich unter der Landbevölkerung. Er blieb immer nur drei Tage in einem Dorf – bevor die christenfeindlich eingestellte Obrigkeit auf ihn aufmerksam werden konnte – und predigte am liebsten über die Passion Jesu. Nach Moyës Weggang 1784 und Pottiers Tod 1792 war Augustinus Zhao Rong Mitarbeiter des Missionsbischofs und Apostolischen Vikars Gabriel-Taurin Dufresse, der 1803 in Sichuan heimlich die erste chinesische Synode abhielt: mit 13 von 17 chinesischen Priestern und zwei französischen Missionaren für ein Gebiet mit inzwischen 40.000 Christen, zu denen jährlich 2- bis 3.000 hinzukamen. Christsein war allerdings verboten: Ausländern drohte die Todesstrafe, bestenfalls die Ausweisung aus China, einheimische Christen wurden deportiert und in die Sklaverei verkauft. 1815 nahm die Christenverfolgung systematische Ausmaße an. Dufresse wurde gefasst und enthauptet, Zhao Rong starb am 27. Januar im Gefängnis an den Folgen seiner Folter Verehrung: Augustinus Zhao Rong ist der erste Priester Chinas, der das Martyrium erlitt. Seine Seligsprechung unter Papst Leo XIII. erfolgte unter den zwölf Gefährten Gabriel-Taurin Dufresses. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 1. Oktober als „Augustinus Zhao Rong und seine 119 Gefährten“ mit dem gemeinsamen Gedenktag aller chinesischen Märtyrer am 9. Juli heilig.   Weitere Heilige des Tages:
Léon-Ignace Mangin, Ordenspriester, Missionar, Märtyrer
Veronica Giuliani, Äbtissin, Mystikerin
Lebensdaten: gestorben 306 in Nikomedien, heute İzmit (Türkei) Lebensgeschichte und Legende: Der Legenda aurea nach war Barbara die schöne und kluge Tochter eines reichen Kaufmanns namens Dioskur und traf sich in der Zeit der Verfolgungen unter Kaiser Maximinus Daia heimlich mit Christen. Um sie von diesen fernzuhalten, sperrte Dioskur sie in einen Turm, in dem Barbara jedoch drei Fenster als Bild der Dreifaltigkeit anbrachte und auf geheimnisvolle Weise die Taufe empfing. Weil alles Reden und Drohen nichts nützte und Barbara sich nicht vom Glauben abbringen ließ, sondern auch verkleidet einen Fluchtversuch machte, zerrte sie ihr eigener Vater schließlich vor den römischen Statthalter Marcianus, der sie zum Tod verurteilte.
Sie wurde nackt ausgezogen und öffentlich ausgepeitscht, verstümmelt und mit Fackeln verbrannt, bis ihre Haut in Fetzen vom Körper hing, doch Barbara ertrug die Martern, als „hätten sie nur Straußenfedern gestreichelt“. Zuletzt ergriff Dioskur selbst das Schwert und schlug seiner Tochter den Kopf ab, worauf ihn augenblicklich ein Blitz vom Himmel zerschmetterte. Verehrung und Brauchtum: Barbaras Reliquien gelangten im 11. Jahrhundert von Konstantinopel nach Venedig, Sevilla, Oviedo und Kiew. Wegen ihrer Standhaftigkeit und wegen des Turms avancierte Barbara zur Patronin der Bergleute, zur Schutzfrau der Artilleristen wegen des Blitzes – diese Berufsgruppen feiern den Gedenktag ihrer Nothelferin, der die Kalenderreform von 1969 überlebt hat, aufs feierlichste. Im Libanon und in Syrien gedenken die Kinder ihrer Flucht und ziehen am Barbaratag verkleidet und bettelnd von Haus zu Haus. In den „Barbarazweigen“, die bis Weihnachten in einer Vase zum Blühen gebracht werden, hat sich ein alter Orakelbrauch erhalten. Darstellung: bei ihrem Martyrium, mit Turm, Kelch, Hostie oder Schwert Patronin: der Bergleute, Bauarbeiter und Dachdecker sowie der Artilleristen, der Gefangenen, Glockengießer und weiterer Berufe, Nothelferin, für eine gute Sterbestunde, gegen Feuer, Gewitter, Fieber und die Pest   Weitere Heilige des Tages: Adolph Kolping, Priester
Christian von Preußen, Bischof
Johannes von Damaskus, Priester, Kirchenlehrer
Osmund von Salisbury, Bischof
Lebensdaten: gestorben 61 in Salamis, Zypern Lebensgeschichte: Der griechischsprachige Levit Jose, Barnabas genannt, stammte von Zypern und gehörte zu den 72 Jüngern Jesu, die Jesus seit der Taufe im Jordan gefolgt waren. In der Apostelgeschichte heißt es, dass er sein Gut verkaufte und das Geld den Aposteln überließ.
Vielleicht hatte er Paulus schon von gemeinsamen Studientagen gekannt, jedenfalls war er es, der Paulus nach dessen Bekehrung aufnahm und der Jerusalemer Gemeinde als Apostel der Heiden empfahl. Als Barnabas ausgesandt wurde, die Gemeinde in Antiochia zu betreuen, nahm er Paulus mit, und auch später waren sie gemeinsam unterwegs: Sie reisten 51 miteinander zum Apostelkonzil nach Jerusalem und kamen von dort nach Antiochia zurück.
Nach Meinungsverschiedenheiten wegen der Frage der Verbindlichkeit des jüdischen Gesetzes für die Heidenchristen und darüber, ob Johannes Markus mit auf die zweite Missionsreise genommen werden sollte, trennten sich ihre Wege. Barnabas reiste mit Markus nach Zypern, wo er viele Jahre das Evangelium verkündete und Kranke durch Auflegen des Matthäusevangeliums heilte, das er bei sich trug.
Der Legende nach soll er auch in Rom gepredigt und sogar den späteren Bischof Clemens I. getauft haben. In Mailand soll Barnabas dann selber Bischof gewesen sein. Nach örtlicher Überlieferung wurde er allerdings auf Zypern gesteinigt. Verehrung: Reliquien des heiligen Barnabas werden in Köln, Andechs, Prag, Toulouse und Namur verehrt. In Mailand feiert man sein Fest bereits seit dem 5. Jahrhundert. Darstellung: mit Evangelienbuch, Stein oder Ölzweig, häufig mit dem Apostel Paulus zusammen Patron: von Zypern, Mailand, Florenz und Logroño, der Weber, Böttcher und Küfer, Helfer bei Steinschlag, Hagel, Streit und Traurigkeit   Weitere Heilige des Tages: Aleydis von Schaerbeek, Mystikerin
Hildegard Burjan, Wohltäterin
Johannes González von Sahagún, Mystiker
Jolenta von Gnesen, Äbtissin
Lebensdaten: geboren in Galiläa, gestorben um 70 in Albayrak, Türkei Lebensgeschichte und Legende: Bartholomäus taucht im Neuen Testament in den Apostellisten auf (siehe Mk 3,14–19) und wird traditionell mit Nathanaël identifiziert, den Jesus einen echten Israeliten nennt, einen „Mann ohne Falschheit“ (Joh 1,47). Das etwas geheimnisvolle Wort Jesu, er habe Nathanaël „unter dem Feigenbaum gesehen“, wurde dahingehend gedeutet, dass er ein Schriftgelehrter gewesen sei. Jedenfalls erkennt er Jesus sofort: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“ Ein anderer Überlieferungsstrang setzt ihn mit dem Bräutigam der Hochzeit in Kana gleich.
Bartholomäus war Zeuge der Himmelfahrt Christi (siehe Apg 1,13) und soll als Wanderprediger bis nach Indien gelangt sein, wo er eine hebräische Abschrift des Matthäusevangeliums hinterließ. Das Martyrium erlitt er aber in Armenien: Als er die Königstochter von Besessenheit heilte und sich fast die ganze Familie darauf zum Christentum bekehrte, ließ sich der Bruder des Königs von Götzenpriestern aufhetzen, Bartholomäus zu beseitigen. Ihm wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, dann wurde er kopfüber gekreuzigt. Über der Stätte seines Martyriums erhebt sich ein heute verfallendes, armenisches Bartholomäuskloster. Um die an seinem Grab einsetzenden Wunder zu verhindern, wurden seine Gebeine in einem Bleikasten im Meer versenkt, trieben jedoch trotzdem bis zu den Liparischen Inseln bei Sizilien, wo ihnen eine Kirche errichtet wurde. Verehrung/Brauchtum: Bartholomäus’ Gebeine kamen im 9. und 10. Jahrhundert über Benevent nach Rom und ruhen heute in der Kirche S. Bartolomeo all’isola. Im 13. Jahrhundert empfing der Frankfurter Dom seine Hirnschale und trägt seitdem seinen Namen. Auch im Kloster Andechs werden Reliquien verehrt. Die größte Verehrung genießt er freilich als Glaubensbote der Armenier. Zahlreiche Märkte und Feste an seinem Festtag wie der Barthelmarkt in Oberstimm bei Ingolstadt haben mit der Vorbereitung des Winters und der Weihnachtszeit zu tun. Darstellung: meist bei seinem Martyrium oder mit abgezogener Haut, mit Schindmesser, sonst mit Buch, Schriftrolle, Fahne, Pilger- oder Kreuzstab Patron: von Frankfurt, Maastricht, Altenburg und Pilsen, des Bistums Lüttich und der Liparischen Inseln, der Metzger, Buchbinder, Schneider und Gerber sowie vieler weiterer Berufe, Helfer gegen Nervenleiden, Zuckungen und Hauterkrankungen   Weitere Heilige des Tages: Émilie de Vialar, Mystikerin, Ordensgründerin
Jeanne-Antide Thouret, Ordensgründerin
María Miguela Desmaisières, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren um 1560 in Amberg, gestorben am 23. Mai 1621 in Neapel Lebensgeschichte: Bartholomäus Bauer war der musikalisch begabte Sohn eines Amberger Küfermeisters und verließ offenbar infolge konfessioneller Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Calvinisten um 1577 seine Heimatstadt.
In Rom soll ihn ein Kardinal in den katholischen Glauben eingewiesen haben, worauf Bartholomäus konvertierte und nach Amberg zurückreiste, um auch seine Familie zu bekehren – was jedoch zum völligen Zerwürfnis und seiner überstürzten Flucht zurück nach Italien führte.
Bauer, latinisiert Agricola, trat dem Franziskanerorden bei und wirkte um 1590 als Komponist und Kirchenmusiker in verschiedenen Klöstern. Nach Jahren als Novizenmeister unter anderem in Assisi wurde er in Neapel zum Priester geweiht. Dort betreute er als Seelsorger ab 1619 die Franziskaner-Tertiarinnen, die sich im „Spital der Unheilbaren“ der Krankenpflege der Ärmsten widmeten, besuchte Gefangene und wirkte in der Stadt und im Umland trotz eines offenen Fußes als Volksprediger, dessen Aufmerksamkeit gerne den Kindern galt.
Er starb 1621 im Ruf der Heiligkeit im Kloster San Lorenzo Maggiore in Neapel. Verehrung: Ein wahrer Triumphzug gab dem beliebten Seelsorger das letzte Geleit. Das 1625 eingeleitete Seligsprechungsverfahren wurde vor kurzem von den Diözesen Regensburg und Neapel sowie den Franziskaner-Minoriten wiederaufgenommen. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Grab in San Lorenzo Maggiore wurde 1987 wieder eingerichtet und ist traditionell ein vielbesuchter Wallfahrtsort.   Weitere Heilige des Tages: Johannes Baptista de Rossi, Priester
Lebensdaten: geboren 330 in Caesarea, heute Kayseri, Türkei, gestorben am 1. Januar 379 ebendort Lebensgeschichte: Basilius war das Kind einer christlichen Familie mit zahlreichen Heiligen und Märtyrern. Nach einem gründlichen Studium sowohl der christlichen Schriftsteller als auch der antiken Literatur und Wissenschaften sowie ausgedehnten Reisen zu Klöstern und Einsiedlereien, auf denen er das Mönchsleben kennenlernte, traf er seinen lebenslangen Freund und Vertrauten Gregor von Nazianz, mit dem gemeinsam er eine Mönchsgemeinschaft gründete. Sie widmeten sich nicht nur dem Gebet, der Askese und der körperlichen Arbeit, sondern betrieben darüber hinaus sorgfältige theologische Studien. Die ausführliche Mönchsregel, die Basilius verfasste, trägt seinen Namen und ist in der Orthodoxie bis heute in Geltung.
Trotz der Verurteilung der arianischen Irrlehre, derzufolge Christus letztlich nur ein Geschöpf ist, durch das Konzil von Nizäa im Jahr 324 hatten sich weithin arianische Bischöfe mit Unterstützung des Kaisers durchgesetzt. Inmitten dieser Wirren wurde Basilius 370 zum Metropoliten (Erzbischof) von Caesarea und bewahrte durch seinen Einsatz ganz Kleinasien davor, der Häresie komplett zum Opfer zu fallen. Seine Abhandlung „Über den Heiligen Geist“ floss direkt in das Dogma vom Heiligen Geist als Person der göttlichen Dreifaltigkeit ein, und Basilius prägte als erster die trinitätstheologische Formel „Ein Wesen – drei Personen“.
Basilius der Große, wie er trotz seiner gesundheitlichen Beeinträchtigung schon zu Lebzeiten genannt wurde, schuf in Caesarea mit seinem eigenen Vermögen und mit Hilfe von Schenkungen den Stadtteil Basilias, in dem er Spitäler-, Waisen- und Armenhäuser, Altenheime sowie ein Aussätzigenasyl ansiedelte.
Er starb 379 mit nur 49 Jahren. Verehrung/Brauchtum: Basilius, sein Bruder Gregor von Nyssa und sein Freund Gregor von Nazianz sind die drei „großen Kappadokier“, denen die Christenheit viel an theologischer Einsicht verdankt. Basilius, der in der West- wie in der Ostkirche als Kirchenvater verehrt wird, ist in der griechisch-orthodoxen Kirche im Zusammenhang mit volkstümlichen Neujahrsbräuchen sehr beliebt. Darstellung: als Mönch mit Büchern und Totenkopf Patron: der Kinder und der ostkirchlichen Mönche, der Armen und Kranken, der Seefahrer Weitere Heilige des Tages: Gregor von Nazianz, Bischof, Kirchenlehrer
Dietmar, Bischof
Lebensdaten: geboren um 672 bei Sunderland, Nordostengland, gestorben am 26. Mai 735 in Jarrow am River Tyne Lebensgeschichte: Beda – sein Name ist äußerst selten – muss seinem späteren Umgang nach aus einer angesehenen, vermutlich adligen Familie gestammt haben. Mit sieben Jahren wurde er als Oblate ins Kloster Monkwearmouth gegeben, wo er vom Abt Benedict Biscop, der eine riesige Bibliothek besaß, erzogen wurde. 682 folgte Beda seinem anderen Erzieher Ceolfrith nach Jarrow und half dort bei der Gründung einer neuen Abtei. Zehn Jahre später, mit 19 Jahren, wurde Beda vom Bischof von Hexham zum Diakon geweiht – das Unterschreiten des Mindestalters von 25 Jahren war vielleicht seinen außerordentlichen Geistesgaben oder dem Umstand geschuldet, dass der Konvent fast vollständig einer Seuche zum Opfer gefallen war. Mit 30 Jahren wurde Beda zum Priester geweiht und verfasste erste Lehrbücher für den Unterricht an der Klosterschule. Er lehrte Dichtkunst und soll selber ein begnadeter Rezitator sowohl lateinischer als auch volkssprachlicher Verse gewesen sein, sowie Grammatik, Orthographie und Geschichte, letztere Disziplin auf sehr hohem Niveau: Beda betrieb für sein bedeutendstes Werk, die „Kirchengeschichte des englischen Volkes“ ab der Zeit der römischen Eroberung, intensive Quellenkunde und wertete auch heidnische Autoren aus. Besonders dieses Werk, für das er bis nach Rom recherchieren ließ, machte ihn berühmt und trug ihm den Ehrentitel „Vater der englischen Geschichtsschreibung“ ein, den er bis heute trägt. Beda verfügte nicht nur über ein immenses Wissen in den Bereichen der Mathematik und Astronomie, sondern setzte auch wissenschaftliche Standards, indem er die Ergebnisse anerkannter Autoritäten wie zum Beispiel Isidor von Sevilla nachrechnete und zu teils anderen Resultaten gelangte. Das führte unter anderem zu einer Anschuldigung vor seinem Bischof, weil er das gemeinhin akzeptierte Alter der Welt um gleich tausend Jahre jünger ansetzte. Als Beda einmal wiederum von Bischof Wilfrith einbestellt wurde, um sich Vorwürfen zu stellen, verlagerte sich die Diskussion auf Schilderungen des Lebens und der Verehrung der heiligen Äbtissin Æthelthryth von Ely, deren Berater Wilfrith gewesen war, denn Beda war auch ein unermüdlicher Verfasser von Heiligenviten. Er übernahm die Zeitrechnung von Dionysius Exiguus (um 530) und setzte damit die Zählung der Jahre ab bzw. vor Christi Geburt durch, wie wir sie heute kennen. Er berechnete den richtigen Ostertermin auf Jahrhunderte und bemerkte bereits den Kalenderfehler, der erst 1582 unter Papst Gregor XIII. behoben werden sollte. Zu den rund 60 Werken des schon zu Lebzeiten unstrittig größten Gelehrten seiner Zeit, die alle erhalten sind, weil sie eifrig kopiert wurden, gehören auch einflussreiche Bibelkommentare. Beda führte eine umfangreiche Korrespondenz und besuchte auch seine Briefpartner wie Ecgberht von York kurz vor dessen Erhebung zum Erzbischof oder die Mönche von Lindisfarne. Dieses Kloster keltischer Tradition war erst infolge der Synode von Whitby (664) vom iroschottischen zum römischen Kurs gewechselt, dem Beda weiter zum Durchbruch verhalf, besonders, was den abweichenden Ostertermin betraf. Beda schritt jedoch dann ein, wenn die Iroschotten als Ketzer denunziert wurden, wo die Umsetzung länger brauchte. An Ostern 735 litt Beda wiederholt an Atemnot, seine Füße schwollen an, und bettlägerig diktierte er einem Schreiber namens Wilberht die letzten Seiten seiner Übersetzung des Johannesevangeliums. Er starb am Himmelfahrtstag, das „Ehre sei dem Vater …“ auf den Lippen. Verehrung: Bedas sterbliche Überreste ruhen seit dem 11. Jahrhundert in der Kathedrale von Durham und darin in der Galilee Chapel, nachdem sein Grab während des Klostersturms von 1541 geplündert wurde. Seinen Beinamen „Venerabilis – Ehrwürdig“ trägt er seit dem 9. Jahrhundert. Der Legende nach erhielt er ihn, als Steine, die seine Predigt gehört hatten, ihn so ansprachen, oder der Verfasser seines Epitaphs habe ihn eines Morgens so eingemeißelt vorgefunden. 1899 sprach ihn Papst Leo XIII. offiziell heilig und erhob ihn zum Kirchenlehrer. Unter König Ludwig I. von Bayern wurde er in die Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg aufgenommen. Darstellung: mit seinem Geschichtswerk, mit Schreibfeder oder Lineal, mit Birett Patron: der englischen Schriftsteller und Historiker, von Jarrow und dem County Tyne and Wear   Weitere Heilige des Tages:
Gregor VII., Papst
Maria Magdalena von Pazzi, Ordensfrau, Mystikerin
Lebensdaten: geboren 1526 in San Fratello bei Messina/Sizilien, gestorben am 4. April 1589 in Palermo Lebensgeschichte: Benedetto Manasseri war der Sohn äthiopischer Sklaven, die nach Sizilien verschleppt worden waren, dort den christlichen Glauben annahmen und vor ihrem Lebensende die Freiheit erhielten. Wie die meisten Bauern besuchte er keine Schule und war vollkommen ungebildet, doch er fiel wegen seiner Wohltätigkeit und seiner natürlichen Würde dem Oberen einer Eremitengemeinschaft auf, die auf dem nahegelegenen Monte Pellegrino nach der Franziskusregel lebte. Benedikt schloss sich auf Einladung dieser Gemeinschaft an, die er später auch leitete.
Als Papst Pius IV. 1564 alle unabhängigen Einsiedeleien auflöste und deren Angehörige sich neue Gemeinschaften suchen mussten, zog Benedikt ins Franziskanerkloster Santa Maria di Gesù bei Palermo, wo er zunächst in der Klosterküche arbeitete. Bald wies man ihm jedoch das Amt des Novizenmeisters zu und wählte ihn schließlich zum Guardian des Klosters, obwohl er weder Ordenspriester war noch lesen und schreiben konnte.
Er führte im Kloster eine strengere Regel ein und wurde zu einem vielgefragten Ratgeber, dem auch die Gabe der Heilung nachgesagt wurde. Gegen Ende seines Lebens gab er sein Amt auf und kehrte in seine Klosterküche zurück, wo er viel Zeit für Gebet und Meditation hatte. Bei seinem Tod am 4. April 1589 versammelten sich unzählige Menschen und gaben ihm das letzte Geleit. Verehrung: Der spanische König Philipp III. ließ ihm ein prachtvolles Grab in der Klosterkirche errichten. 1713 wählte ihn Palermo zum Stadtpatron. 1783 wurde Benedikt „der Mohr“, wie er wegen seiner Hautfarbe genannt wurde, selig-, 1807 heiliggesprochen. In den USA und in Lateinamerika wird er als Patron der Afroamerikaner verehrt. Patron: der Afroamerikaner und von Palermo   Weitere Heilige des Tages: Eva von Lüttich, Reklusin
Heinrich Richter, Priester, Märtyrer
Isidor von Sevilla, Bischof, Kirchenlehrer
Konrad von Weißenau, Propst
Lebensdaten: geboren am 26. März 1748 in Amettes (Pas-de-Calais), gestorben am 16. April 1783 in Rom Lebensgeschichte: Benoît-Joseph Labre war das älteste von 15 Kindern eines Landwirts und zeigte früh schon Anzeichen eines so tiefen Glaubens, dass ihn seine Eltern mit zwölf Jahren in die Obhut seines Onkels und Taufpaten gaben, der Pfarrer in einem Nachbarort war. Doch statt sich dem Lateinstudium zu widmen und sich aufs Priesterseminar vorzubereiten, griff der Jugendliche zu den vielen Erbauungsbüchern im Pfarrhaus und entwickelte eine so rigoristische und skrupulöse Frömmigkeit, dass er die heilige Kommunion nicht mehr zu empfangen wagte und in ein Kloster einzutreten wünschte. Mit 18 Jahren klopfte er an einer benachbarten Kartause an, wo man ihn jedoch seiner Jugend wegen nicht aufnahm. Einen längeren Aufenthalt in der nächstgelegenen Kartause beendete der Prior mit Hinweis auf seine labile Gesundheit, seine Ängste und seinen Hang zu exzessiver Strenge – Benoît-Joseph fehle die Berufung zum Kartäuser. Ähnliches widerfuhr dem jungen Mann bei den Trappisten und zuletzt im Zisterzienserkloster Sept-Fons, das ihn „wegen seiner geistlichen Leiden, die um seinen Kopf fürchten lassen“, wieder aus dem Noviziat entfernte. Nachdem er überall abgewiesen worden war, fand Benoît-Joseph seine Berufung schließlich in einem Leben als Bettler und Pilger – zu einer Zeit, als Wallfahrten als unnütz galten und Pilger von der „aufgeklärten“ Gesellschaft schief angesehen wurden. Er wanderte von Heiligtum zu Heiligtum und legte zwischen 1770 und 1774 etwa 30.000 Kilometer durch Frankreich, Spanien, die Schweiz und Italien zurück, wobei er sich mit dem mageren Ergebnis seines Bettelns nicht nur demütig zufriedengab, sondern alles immer gleich mit anderen teilte oder es ihnen ganz überließ. Auf seinen Pilgerreisen erwarb er sich so nach und nach den Ruf der Heiligkeit. Schließlich ließ er sich in Rom nieder, wo er einige Jahre in den Ruinen des Kolosseums gelebt haben soll und wo ihm zahlreiche mystische Gnadenerweise zuteil wurden. Er trat dem franziskanischen Drittorden bei und legte zur vollkommenen Abtötung des Fleisches das Gelübde ab, sich nicht mehr zu waschen – Labres Geruch und Befall mit Ungeziefer waren sprichwörtlich, wobei er Läuse und Flöhe seinen „lebendigen Bußgürtel“ nannte. Völlig entkräftet von den Reisestrapazen und nächtelangem Beten starb er am Mittwoch der Karwoche 1783 im Haus des Fleischers Zaccarelli, der den 35jährigen bewusstlos auf den Stufen der Kirche Santa Maria ai Monti liegend gefunden hatte. Die Nachricht seines Todes verbreiteten die römischen Kinder mit dem Ruf „È morto il santo – der Heilige ist tot!“, und sein Begräbnis gestaltete sich zu solch einem Menschenauflauf, dass Papst Pius VI. seine Korsische Garde einschreiten ließ. Verehrung: Gleich nach seinem Tod wurden 136 auf seine Fürbitte zurückgehende Heilungswunder amtlich festgehalten, und sein Seligsprechungsverfahren wurde eröffnet. Es kam erst 1860 durch Papst Pius IX. zur Vollendung, weil ihn die rigoristischen Jansenisten für sich reklamierten. 1881 wurde er von Papst Leo XIII. heiliggesprochen. Benoît-Joseph Labre ruht im linken Seitenschiff der Kirche Santa Maria ai Monti unter einem Marmoraltar, auf dem er liegend abgebildet ist. Patron: der Junggesellen, der Bettler und Obdachlosen, der Pilger, der Unangepassten   Weitere Heilige des Tages: Bernadette Soubirous, Seherin, Ordensfrau
Magnus von Orkney, Märtyrer