Heilige
Lebensdaten: geboren am 20. Januar 1211 in Prag, gestorben am 2. März 1282 ebendort Lebensgeschichte: Anežka war die Tochter von König Ottokar I. Přemysl. Ihre Tante war die heilige Hedwig von Schlesien, ihre Cousine die heilige Elisabeth von Thüringen und ihre Nichte die heilige Margarete von Ungarn. Zu Klara von Assisi hielt sie regen Briefkontakt. Sie selbst verbrachte ihre Kindheit im Zisterzienserinnenkloster Trebnitz. Agnes wurde aus dynastischen Gründen dreimal verlobt, jedes Mal mit einem europäischen Thronanwärter, bis sie alt genug war, selber zu entscheiden: fürs Ordensleben. Mit Hilfe ihres Bruders Václav, der König geworden war, gründete sie in Prag ein Armenspital, das sie Franziskanern anvertraute, und errichtete daneben ein Klarissenkloster, in das sie 1234 auf aufsehenerregende Weise selber eintrat. Papst Gregor IX. ernannte sie wenig später zur Äbtissin. Agnes trat aber bald von diesem Amt zurück und lebte als einfache Ordensschwester im Kloster, weil der Papst ihr eine eigene Ordensgründung verweigert hatte. Nach dem Tod des Papstes gründete sie allerdings den Hospitalorden der „Kreuzritter mit dem Roten Stern“ im franziskanischen Geist. Agnes eiferte dem Vorbild ihrer Cousine Elisabeth nach und sorgte sich aufopfernd um die Armen und Kranken. Am 2. März 1282 starb sie sehr betagt und von unzähligen Menschen betrauert in ihrem Kloster. Verehrung: Weil ihre Gebeine in den Hussitenkriegen verlorengegangen waren, wurde Agnes erst 1874 seliggesprochen. Am 12. November 1989 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Darstellung: als Äbtissin mit Krone, meist bei der Krankenpflege Weitere Heilige des Tages:
Grimo von Ursberg, Propst
Johannes Maron, Patriarch
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer
Engelmar Unzeitig, Märtyrer
Grimo von Ursberg, Propst
Johannes Maron, Patriarch
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer
Engelmar Unzeitig, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1268 bei Gracciano/Montepulciano, gestorben am 20. April 1317 in Montepulciano Lebensgeschichte: Agnes stammte aus der adligen Familie Segni und setzte mit erst neun Jahren ihren Entschluss durch, in das franziskanische Kloster der Bettelschwestern „vom Sack“ einzutreten, die so nach ihrer derben Ordenskleidung genannt wurden. Als 1281 der Schlossherr von Poceno bei Orvieto den Konvent um die Entsendung einiger Schwestern für eine Klostergründung bat, war Agnes unter ihnen. Mit 20 Jahren wurde sie Äbtissin dieses Klosters und von Papst Nikolaus IV. ihres jungen Alters wegen ausdrücklich in diesem Amt bestätigt. Agnes galt bald als Heilige: Sie las in den Herzen der Menschen, erriet Geheimnisse, sagte Geschehnisse voraus und hatte die Gabe, Kranke zu heilen. 1306 wurde sie nach Montepulciano zurückgerufen. Sie bezog ein Haus von üblem Ruf, reinigte es und wandelte es in ein Kloster um, das sie nach einer Vision des heiligen Dominikus der Regel von dessen Orden unterstellte. In Montepulciano empfing sie zahlreiche Visionen und war eine gesuchte Schlichterin in städtischen Streitsachen. 1316 wurde Agnes schwerkrank, trat vergeblich eine Kur an und verstarb am 20. April 1317, umringt von ihren Mitschwestern. Legende: Agnes fastete so oft, dass sie sogar vergaß, die heilige Kommunion zu empfangen. Doch ein Engel kam, um ihr das Sakrament zu spenden. Verehrung: Agnes’ Leichnam ist bis heute unverwest und zieht viele Wallfahrer an ihr Grab. Raimund von Capua schrieb 1366 ihre Vita für Katharina von Siena nieder, als diese im Kloster Montepulciano ihre Nichte besuchte. 1726 wurde sie von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen. Darstellung: im Dominikanerhabit, mit Lamm und Lilienzweig Patronin: von Montepulciano Weitere Heilige des Tages:
Hildegund von Schönau, Ordensmann
Hugo von Poitiers, Prior
Wilhelm der Pilger von Windberg, Einsiedler, Mystiker
Hildegund von Schönau, Ordensmann
Hugo von Poitiers, Prior
Wilhelm der Pilger von Windberg, Einsiedler, Mystiker
Lebensdaten: geboren um 1150 in Castro di Gualtieri bei Parma, gestorben am 14. September 1214 in Akkon bei Haifa Lebensgeschichte: Alberto Avogadro trat den Regularkanonikern vom Heiligen Kreuz von Mortara bei und wurde 1181 dort Prior. 1184 wurde er zum Bischof von Bobbio ernannt und ein Jahr später auf den Bischofsstuhl von Vercelli versetzt, wo er die Disziplin des Klerus wiederherstellte und eine kostenlose Kathedralschule eröffnete. Er hatte einen so guten Ruf, dass er zum Streitschlichter zwischen Papst Clemens III. und Kaiser Friedrich Barbarossa sowie zwischen mehreren verfeindeten Städten bestimmt wurde. 1204 wählten ihn die mehrheitlich italienischen und französischen Kanoniker vom Heiligen Grab zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, und Papst Innozenz III. ernannte ihn dazu zum Apostolischen Legaten fürs Heilige Land. Weil Jerusalem von den Mauren besetzt war, ließ sich Albert in Akkon nieder, wo er zuerst allerlei Händel unter den Kreuzfahrern zu befrieden hatte, dann aber Kontakt zu den Sultanen von Ägypten und Damaskus aufnahm, um Gefangene auszutauschen. 1209 baten ihn die Einsiedler auf dem Berg Karmel um eine Ordensregel, die Albert auf Grundlage seiner eigenen Augustinusregel besonders streng fasste. Diese „Albertsregel“, die individuelle Armut und gemeinsamen Besitz, brüderlichen Umgang, Einsamkeit und fleischlose Kost vorschreibt, gilt den Karmeliten als Gründungsurkunde ihres Ordens. Kurz vor der Abreise nach Rom, wohin ihn Papst Innozenz zur Teilnahme am Vierten Laterankonzil berufen hatte, wurde Albert während einer Prozession durch die Straßen von Akkon vom Hospizmeister von Heilig-Geist erdolcht, den er wegen Unwürdigkeit abgesetzt hatte. Verehrung: Die Karmeliten verehren die Gründungsgestalt ihres Ordens seit 1504, und 1609 wurde Alberts Kult auf die Gesamtkirche ausgedehnt. Wegen des Festes Kreuzerhöhung wird sein Gedenktag – bei den Karmeliten als Fest – liturgisch meist am 17. September begangen. Weitere Heilige und Feste des Tages:
Kreuzerhöhung
Maternus, Glaubensbote, Bischof
Pierre de Tarentaise, Klostergründer, Abt
Kreuzerhöhung
Maternus, Glaubensbote, Bischof
Pierre de Tarentaise, Klostergründer, Abt
Lebensdaten: geboren um 1200 in Lauingen an der Donau, gestorben am 15. November 1280 in Köln Lebensgeschichte: Albert stammte aus einer schwäbischen Ministerialenfamilie in staufischen Diensten. 1222 ist sein Aufenthalt in Venedig und Padua in der Obhut eines Verwandten nachweisbar. Er studierte in Padua die Freien Künste und im Anschluss vielleicht sogar Medizin, stieß jedenfalls im Rahmen seines wachsenden Interesses für die gerade wiederentdeckten Schriften Aristoteles’ auf den Predigerorden und schloss sich 1223 den Dominikanern an. Nach der Priesterweihe und dem Theologiestudium in Köln wurde er zur eigenen Weiterbildung sowie der ordensinternen Nachwuchsschulung an verschiedenen Orten eingesetzt. Ab 1243 in Paris tätig, hatte er nicht nur die Anliegen der neuen Bettelorden zu verteidigen, sondern auch die einsetzende Aristotelesrezeption gegenüber der herrschenden platonisch-augustinischen Tradition zu rechtfertigen, wobei Albertus seiner breit angelegten naturwissenschaftlichen, das heißt auch experimentellen und beobachtenden Studien wegen mitunter auch in Verdacht geriet. Albert machte als Universalgelehrter nicht nur dem Ordensmotto „Scientia – Wissenschaft“ alle Ehre, sondern steht am Anfang einer eigenständigen Denkrichtung innerhalb des Ordens, die bis Meister Eckhart reichte, vom wachsenden Ruhm seines Schülers Thomas von Aquin aber völlig verdeckt und von den kirchlichen Autoritäten eingedämmt wurde. 1248 errichtete er eine Ordensschule in Köln, die in der Folge zu einer der angesehensten Bildungsanstalten Europas und zum Kern der späteren Universität wurde. 1260 übernahm er, ungern und gegen die Ordensausrichtung, aber auf Geheiß des Papstes das Bischofsamt im heruntergekommenen Regensburg, hatte aber bereits zwei Jahre später die Angelegenheiten dort soweit geregelt, dass er von seinem Amt entpflichtet wurde. Bis 1264 reiste Albert als Kreuzzugprediger durch die deutschsprachigen Gebiete und nahm im Anschluss seine Hochschultätigkeit wieder auf. 1270 kehrte er nach Köln zurück, wo er am 15. November 1280 starb. Verehrung: Albertus wurde in der Kölner Dominikanerkirche begraben, die 1804 aufgelassen wurde, und ruht seit 1954 in der Kölner Andreaskirche. Seine Hirnschale ist die kostbarste Reliquie der Lauinger Pfarrkirche St. Martin. 1622 wurde er selig- und 1931 heiliggesprochen sowie gleichzeitig zum Kirchenlehrer erhoben. 1941 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron der Naturwissenschaftler. Seit 1985 vergibt die Diözese Augsburg den Albertus-Magnus-Preis an herausragende Promoventen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg. Im Auftrag des Bischofs von Augsburg hat der Sankt Ulrich Verlag eine Multimediareportage über den heiligen Albert erstellt. Darstellung: als Dominikaner oder Bischof am Schreibtisch Patron: der Theologen und Wissenschaftler, besonders der Naturwissenschaftler, Studenten, Bergleute, seiner Heimatstadt Lauingen Weitere Heilige des Tages:
Jean-Claude Colin, Ordensgründer
Leopold III., Markgraf, Klostergründer
Marinus, Glaubensbote, Märtyrer
Raphael Joseph Kalinowski, Ordenspriester
Jean-Claude Colin, Ordensgründer
Leopold III., Markgraf, Klostergründer
Marinus, Glaubensbote, Märtyrer
Raphael Joseph Kalinowski, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben am 17. Juli 417 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Alexius stammte aus einer reichen Senatorenfamilie und wurde von seinen christlichen Eltern mit einer tugendhaften jungen Frau vermählt, überzeugte diese jedoch in der Hochzeitsnacht vom Verzicht auf die Ehe, übergab ihr seinen Gürtel, steckte ihr seinen Ehering an den Finger – und floh. Er gelangte nach Edessa, wo er 17 Jahre lang als Bettler vor einem Kirchentor lebte, bis ihn der Mesner mithilfe der Muttergottes als heiligen Mann erkannte und Alexius vor der frommen Menge, die ihn berühren wollte, fliehen musste. Ein Sturm verschlug sein Schiff zurück nach Rom, wo er Unterschlupf unter der Treppe des elterlichen Hauses fand. Sein mildtätiger Vater erkannte ihn unter den Zügen des ausgemergelten Bettlers nicht wieder, ließ ihm jedoch Nahrung reichen, sehr zum Verdruss der Dienerschaft, die Alexius bei jeder Gelegenheit verspottete und schikanierte, zum Beispiel durch Ausgießen des Spülwassers über den übelriechenden Stiegenbewohner. Als Alexius, der alles in Demut und Bußgesinnung hinnahm, nach wiederum 17 Jahren sein Ende nahen spürte, schrieb er seine Lebensgeschichte auf – und verschied. Nach seinem Tod gelang es erst seiner früheren Gattin, die verkrampften Finger zu lösen und das Geschriebene zu entziffern: dass er vor der Ehe geflohen sei, um Gott in äußerster Armut zu dienen, worauf Alexius ehrenvoll in einer Kirche bestattet wurde. Der orientalischen Version der Alexiusgeschichte nach habe er schon immer in Edessa gelebt und sei auch dort verstorben. Verehrung: Alexius’ Verehrung setzt in Rom im 10. Jahrhundert ein, als ein aus Syrien exilierter Erzbischof neben der Bonifatiuskirche eine Mönchsgemeinschaft ansiedelte. Die heutige Kirche Santi Bonifacio e Alessio erhebt sich angeblich über seinem Elternhaus auf dem Aventin und beherbergt Teile der Treppenwohnstatt des Heiligen. Weitere Reliquien liegen im Stift Breunau (Břevnov) in Prag und im Kloster Agia Lavra bei Kalavryta (Peloponnes). Die Alexiuslegende war im Mittelalter so verbreitet, dass eine 1350 gegründete Brüdergenossenschaft zur Pflege von Kranken sich nach ihm Alexianer nannte. Der liturgische Gedenktag am 17. Juli wurde im Zuge der Römischen Kalenderreform abgeschafft und besteht nur noch in Innsbruck, wo Alexius seit einem Erdbeben des Jahres 1670 als Stadtpatron verehrt wird. Darstellung: bei seiner Vermählung, unter einer Treppe liegend Patron: der Pilger, Bettler und Vagabunden, der Gürtelmacher, der Alexianer, gegen Erdbeben, Blitz und Unwetter, Pest und Seuchen, Mitpatron von Innsbruck Weitere Heilige des Tages:
Hedwig von Polen, Königin
Marina der Mönch, Nonne
Hedwig von Polen, Königin
Marina der Mönch, Nonne
Lebensdaten: geboren am 27. September 1696 in Marianella (Neapel), gestorben am 1. August 1787 in Pagani bei Salerno Lebensgeschichte: Der intellektuell und künstlerisch hochbegabte Adlige Alfonso Maria de’ Liguori erhielt bereits als 17jähriger den Doktortitel in kirchlichem und weltlichem Recht und schlug eine erfolgreiche Juristenkarriere ein, in deren Folge er seine frommen und karitativen Gewohnheiten vernachlässigte. 1722 brachten ihn Fastenexerzitien wieder zur religiösen Besinnung, und nachdem er 1723 über einen verlorenen, spektakulären Adelsprozess aufs tiefste gedemütigt wurde, setzte er gegen den Willen des Vaters den Entschluss durch, Priester zu werden, und nahm das Theologiestudium auf. Mit 31 Jahren zum Priester geweiht, lebte er zuerst zurückgezogen im väterlichen Haus und wirkte dann unter den zum Tode Verurteilten, Tagelöhnern und unheilbar Kranken, denen er statt Höllenstrafen die unendliche Barmherzigkeit und den Rettungswillen Gottes verkündigte. Er führte in und um Neapel Volksmissionen durch und band im „Kapellenwerk“ Laien in seine seelsorgerische Arbeit mit ein. Als sich der überarbeitete Liguori in Scala bei Amalfi erholte und den Ziegenhirten widmete, um die sich niemand kümmerte, gründete er mit Thomas Falcoia und Maria Celeste Crostarosa die „Kongregation vom Allerheiligsten Erlöser“ zur Volksmission: die Redemptoristen, deren Ordensregel 1749 anerkannt wurde. Alfons Maria von Liguori verfasste als Ordensoberer zahlreiche Schriften, um seinen Ordenspriestern Hilfestellung beim Beichthören zu geben, und führte infolge seiner zunehmenden Krankheiten immer weniger Volksmissionen durch. Trotzdem wurde er 1762 zum Bischof von Sant’Agata dei Goti berufen. 13 Jahre brauchte er, um die geistlich verwahrloste Diözese wieder aufzurichten, und er wirkte so segensreich im Bistumsgebiet, dass die Bevölkerung ihn „Vater der Armen“ nannte. Ab 1768 von Gelenkrheumatismus befallen, war Alfons Maria von Liguori halbseitig gelähmt, konnte nur noch sitzend die heilige Messe lesen und zuletzt nur noch durch einen Strohhalm Nahrung aufnehmen. Dennoch durfte er sich erst 1775 von seinem Amt ins Kloster Nocera dei Pagani zurückziehen, von wo aus er endlich die Ausbreitung seines Ordens erleben konnte und wo er 1787 mit 91 Jahren starb. Verehrung: 1816 wurde Alfons Maria selig-, 1839 heiliggesprochen, 1871 zum Kirchenlehrer erhoben und 1950 zum Patron der Beichtväter und Sittenlehrer erklärt. Seine Reliquien werden in der Basilika Sant’Alfonso von Pagani aufbewahrt. Darstellung: im Habit der Redemptoristen, mit Missionskreuz, Rosenkranz oder Schreibfeder Patron: der Beichtväter und Moraltheologen Weitere Heilige des Tages:
Petrus Faber, Ordenspriester
Ulrich von Ursberg, Propst
Petrus Faber, Ordenspriester
Ulrich von Ursberg, Propst
Lebensdaten: geboren am 25. Juli 1533 in Segovia, gestorben am 31. Oktober 1617 in Palma de Mallorca Lebensgeschichte: Alonso Rodríguez war der zweitälteste von elf Söhnen eines kastilischen Wollhändlers und lernte 1541 die Jesuiten kennen: Petrus Faber war anlässlich einer Volksmission Gast in seinem Elternhaus und bereitete den Knaben angeblich auf seine Erstkommunion vor. Sein Studium im Jesuitenkolleg von Alcalá de Henares musste er wegen des Todes seines Vaters abbrechen. Er übernahm den Wollhandel, heiratete 1558 und wurde Vater von drei Kindern. Bis 1567 waren aber seine Frau María Suárez und die Kinder verstorben, sein Geschäft musste er schließen. Nach Monaten der Einsamkeit, die er im Gebet verbrachte, bat er um Aufnahme in die Gesellschaft Jesu, doch wegen seines fortgeschrittenen Alters von 35 Jahren, seines Mangels an Bildung und seiner angegriffenen Gesundheit blieb ihm der Eintritt zunächst verwehrt. Nach zwei Studienjahren im Jesuitenkolleg von Barcelona wurde er als Laienbruder in den Orden aufgenommen und nach einem sechsmonatigen Noviziat im Ordenshaus von Valencia (oder Gandía) in das neueröffnete Kolleg von Montesión auf Mallorca entsandt, wo er über 40 Jahre lang als Pförtner wirken sollte. Er wurde, wie später Konrad von Parzham in Altötting, zur Anlaufstelle für alle Bedürftigen, Entmutigten und Besorgten. Er war Ratgeber zahlreicher Mitbrüder und beeinflusste direkt oder indirekt alle Jesuitenschüler, die über seine Schwelle traten, nicht zuletzt durch seine besondere Verehrung der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Dem Zögling Petrus Claver gab er den Gedanken ein, sein Apostolat nach Lateinamerika zu tragen. Nach Alfons’ Tod tauchten 14 Bände mit Geistlichen Aufzeichnungen auf, in denen er auf Geheiß des Ordensoberen seine Erfahrungen der Gottesverbundenheit sowie Ekstasen und Visionen festgehalten hat. Verehrung: Alfons ruht in der Kapelle des Jesuitenkollegs von Montission in Palma de Mallorca. 1626 für verehrungswürdig erklärt, wurde er 1633 vom Generalrat Mallorcas zum Patron der Stadt und der Insel gewählt. Wegen der Vertreibung der Jesuiten aus Spanien 1773 und der Aufhebung des Ordens wurde er erst 1825 seliggesprochen. 1888 erfolgte seine Heiligsprechung. Patron: der Jesuitenbrüder, der Stadt Palma und der Insel Mallorca Weitere Heilige des Tages:
Theodgar von Thüringen, Glaubensbote
Marcellus von Tanger, Märtyrer
Theodgar von Thüringen, Glaubensbote
Marcellus von Tanger, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 19. August 1910 in Arpookara, Kerala, gestorben am 28. Juli 1946 in Bharananganam, Kerala Lebensgeschichte: Anna kam in einer wohlhabenden syro-malabarischen Familie von Thomaschristen zur Welt und wurde als Halbwaise von einer Tante und einem Großonkel, einem Priester, erzogen. Die „kleine Anna“ (Annakkutty) litt als Kind jahrelang an einem Ekzem und hatte mit 13 Jahren einen schweren Brandunfall, in dessen Folge ihre Füße behindert blieben – womit sie die Pläne ihrer Tante für eine vorteilhafte Ehe fürs erste durchkreuzte. Nachdem sie ihre Schulzeit bei den Klarissen von Bharananganam beendet hatte, trat sie 1928, am Gedenktag des heiligen Alfons von Liguori, mit dem Ordensnamen Alfonsa von der Unbefleckten Empfängnis dem Konvent bei und wurde zur Lehrerin ausgebildet. Alfonsas Leben war von ständigen schweren Erkrankungen gezeichnet, weswegen sie auch lange nicht zum Noviziat zugelassen wurde, bis sie Ende 1936 eine Novene zum Karmeliten Mar Kuriakose Elias Chavara betete, sich ihr Gesundheitszustand darauf merklich verbesserte und sie endlich ihre feierlichen Gelübde anlegen konnte. Nachdem sie 1939 an einer Lungenentzündung erkrankte und 1940 ein nächtlicher Einbrecher in ihrem Zimmer sie zu Tode erschreckte, verschlechterte sich ihr physischer und psychischer Zustand so sehr, dass man ihr die Sterbesakramente verabreichte. Sie erlangte zwar sofort ihre geistigen Fähigkeiten wieder, doch nicht die völlige Gesundheit. 1945 befiel ein Tumor ihren Magen und ihre Leber, und Alfonsa, die ihr Leiden zu lieben gelernt hatte, weil sie den leidenden Herrn liebte, starb am 28. Juli 1946. Verehrung: Gleich nach ihrer Bestattung in der Marienkirche ihres Konvents ereigneten sich zahlreiche Wunder. Ihr Seligsprechungsprozess wurde 1953 eingeleitet und kam 1986 durch Papst Johannes Paul II. zum Abschluss, als sie und P. Kyriakus Elias Chavara als erste Inder seliggesprochen wurden. 2008 wurde sie von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Bharananganam ist ein Wallfahrtsort geworden, der Alfonsa jedes Jahr mit einem zehntägigen Fest ehrt. Weitere Heilige des Tages:
Beatus und Bantus, Einsiedler
Pedro Poveda Castroverde, Ordensgründer, Märtyrer
Raimund Palmarius, Wohltäter, Pilger
Beatus und Bantus, Einsiedler
Pedro Poveda Castroverde, Ordensgründer, Märtyrer
Raimund Palmarius, Wohltäter, Pilger
Lebensdaten: geboren am 15. September 1907 in Mannheim, gestorben am 2. Februar 1945 in Berlin Lebensgeschichte: Alfred Friedrich Delp wurde im Mannheimer Wöchnerinnenasyl „Luisenheim“ unehelich geboren und katholisch getauft. Nach der Heirat der Eltern wurde er von seinem evangelischen Vater erzogen und bis zur Konfirmation gebracht. Nach einer Ohrfeige des evangelischen Geistlichen wegen Zuspätkommens wandte sich Alfred Delp der katholischen Kirche zu und empfing drei Monate später die Erstkommunion und wurde gefirmt. Die konfessionelle Spaltung traf Delp somit existentiell. Während seiner Gymnasialzeit am Bischöflichen Konvikt in Dieburg schloss er sich der jesuitisch geprägten, katholischen Jugendbewegung „Bund Neudeutschland“ an und trat unmittelbar nach dem Abitur in den Jesuitenorden ein. Zunächst war er als Erzieher und Lehrer im Kolleg St. Blasien im Schwarzwald tätig, bevor er 1937 die Priesterweihe empfing. Zwei Jahre später wurde er nach München in die Pfarrei Heilig Blut versetzt und übernahm bis zu ihrem Verbot die Chefredaktion der Ordenszeitschrift Stimmen der Zeit. Durch seine nazikritische Jugendarbeit und seine mutigen Predigten wurde die Gestapo schnell auf ihn aufmerksam. Außerdem arbeitete er im „Kreisauer Kreis“ um Helmuth James Graf von Moltke mit und brachte hierbei die Soziallehre der katholischen Kirche für den Neuaufbau Deutschlands nach dem Krieg mit ein. Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler wurde Pater Delp am 28. Juli 1944 nach der Frühmesse verhaftet. Zwar konnte er seine Mitwissenschaft am verübten Attentat widerlegen, der Volksgerichtshof sprach ihn dennoch wegen Hoch- und Landesverrats schuldig und verurteilte ihn zum Tod durch den Strang. Ein Angebot der Gestapo „Freilassung gegen Ordensaustritt“ schlug er aus. Am 8. Dezember 1944 legte er in der Haftanstalt Berlin-Tegel die feierliche Profess ab. Am 2. Februar 1945 wurde er in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee gehängt. Auf dem Weg zum Galgen waren seine letzten Worte an den Gefängnispfarrer, der ihn begleitete: „In einer halben Stunde weiß ich mehr als Sie.“ Sein Leichnam wurde verbrannt und seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern verstreut. Das Veröffentlichen einer Todesanzeige wurde verboten. Verehrung: Zahlreiche Schulen, Wohn- und Jugendheime und bis 2014 eine Kaserne tragen Alfred Delps Namen. Ausspruch von Alfred Delp: „Man muss die Segel in den unendlichen Wind stellen, dann erst werden wir spüren, welcher Fahrt wir fähig sind.“ Weitere Heilige und Feste des Tages:
Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess
Burkhard von Würzburg, Bischof
Caterina Ricci, Ordensfrau, Mystikerin
Maria Katharina Kasper, Ordensgründerin
Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess
Burkhard von Würzburg, Bischof
Caterina Ricci, Ordensfrau, Mystikerin
Maria Katharina Kasper, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 2. Februar 1576 in Remiremont (Vogesen), gestorben am 9. Januar 1622 in Nancy Lebensgeschichte: Alix war die Tochter eines angesehenen Kaufmanns, Schöffen und Bürgermeisters, der seine Tochter gerne adelig verheiratet hätte, weswegen sie viel auf Gesellschaften und Bällen zu sehen war. Mit 17 Jahren erkrankte sie schwer und legte nach der Lektüre religiöser Bücher eine Generalbeichte ab. Diese Bekehrung blieb jedoch folgenlos, weil kein Priester sie weiter anleitete. Im Dorf Hymont, wohin sich ihr Vater aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, lebte sie ihr Leben kleiner Vergnügungen weiter, aus dem sie richtungsweisende Träume und besonders die Begegnung mit dem Augustiner-Chorherrn Pierre Fourier rissen, dem Pfarrer ihres Sprengels Mattaincourt. Alix entsagte allen weltlichen Freuden und begann in der Weihnachtsnacht 1597 mit dem Segen des zuerst widerstrebenden Fourier zusammen mit drei Gefährtinnen das gemeinsame Leben mit dem Gelübde der Mädchenerziehung. Vor dem Gerede, das besonders der Vater fürchtete, nahmen sie die Kanonikerinnen des adeligen Damenstifts in Poussay in Schutz, wo 1598 die Gründung der ersten Schule für arme Mädchen erfolgte. Nach der Gründung weiterer Schulen mit Unterstützung der adeligen Damen und durch das rührige Treiben Fouriers wurde 1603 die Kongregation der seligen Jungfrau Maria durch den Kardinal Charles de Lorraine genehmigt. 1616 wurde als erstes das Kloster von Nancy päpstlich bestätigt, das Alix fortan als Mutter Theresia von Jesus leitete. Bis zu ihrem Tod mit 45 Jahren waren zehn Niederlassungen entstanden. Bis zur Französischen Revolution gehörten 84 Klöster mit 4000 Augustiner-Chorfrauen zur Kongregation. Verehrung: Mutter Theresa von Jesus wurde in einem bleiernen Sarg auf dem Klosterfriedhof von Nancy bestattet. Ihre bald angestrengte Seligsprechung wurde verschleppt und schließlich durch das Verschwinden ihres Grabes während der Französischen Revolution unterbrochen. Die Bischöfe von Saint-Dié und Nancy erreichten Ende des 19. Jahrhunderts die Wiederaufnahme des Prozesses, der trotz der verschwundenen Gebeine 1947 erfolgreich zum Abschluss kam – zum 50. Jubiläum der Heiligsprechung Pierre Fouriers. 1950 fand sich beim Umbau eines Kellers in einen Jazzclub der Sarg wieder, der in der Kapelle des ordenseigenen Gymnasiums aufbewahrt wurde, bis die Gebeine 2007 feierlich in die Kathedrale von Nancy übertragen wurden. Weitere Heilige des Tages:
Adrian, Abt
Julian von Antinoë, Wohltäter, Märtyrer
Adrian, Abt
Julian von Antinoë, Wohltäter, Märtyrer