Heilige

Lebensdaten: geboren um 1150 in Castro di Gualtieri bei Parma, gestorben am 14. September 1214 in Akkon bei Haifa Lebensgeschichte: Alberto Avogadro trat den Regularkanonikern vom Heiligen Kreuz von Mortara bei und wurde 1181 dort Prior. 1184 wurde er zum Bischof von Bobbio ernannt und ein Jahr später auf den Bischofsstuhl von Vercelli versetzt, wo er die Disziplin des Klerus wiederherstellte und eine kostenlose Kathedralschule eröffnete. Er hatte einen so guten Ruf, dass er zum Streitschlichter zwischen Papst Clemens III. und Kaiser Friedrich Barbarossa sowie zwischen mehreren verfeindeten Städten bestimmt wurde.
1204 wählten ihn die mehrheitlich italienischen und französischen Kanoniker vom Heiligen Grab zum Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, und Papst Innozenz III. ernannte ihn dazu zum Apostolischen Legaten fürs Heilige Land. Weil Jerusalem von den Mauren besetzt war, ließ sich Albert in Akkon nieder, wo er zuerst allerlei Händel unter den Kreuzfahrern zu befrieden hatte, dann aber Kontakt zu den Sultanen von Ägypten und Damaskus aufnahm, um Gefangene auszutauschen.
1209 baten ihn die Einsiedler auf dem Berg Karmel um eine Ordensregel, die Albert auf Grundlage seiner eigenen Augustinusregel besonders streng fasste. Diese „Albertsregel“, die individuelle Armut und gemeinsamen Besitz, brüderlichen Umgang, Einsamkeit und fleischlose Kost vorschreibt, gilt den Karmeliten als Gründungsurkunde ihres Ordens.
Kurz vor der Abreise nach Rom, wohin ihn Papst Innozenz zur Teilnahme am Vierten Laterankonzil berufen hatte, wurde Albert während einer Prozession durch die Straßen von Akkon vom Hospizmeister von Heilig-Geist erdolcht, den er wegen Unwürdigkeit abgesetzt hatte. Verehrung: Die Karmeliten verehren die Gründungsgestalt ihres Ordens seit 1504, und 1609 wurde Alberts Kult auf die Gesamtkirche ausgedehnt. Wegen des Festes Kreuzerhöhung wird sein Gedenktag – bei den Karmeliten als Fest – liturgisch meist am 17. September begangen.   Weitere Heilige und Feste des Tages: Kreuzerhöhung
Maternus, Glaubensbote, Bischof
Pierre de Tarentaise, Klostergründer, Abt
Lebensdaten: geboren um 1200 in Lauingen an der Donau, gestorben am 15. November 1280 in Köln Lebensgeschichte: Albert stammte aus einer schwäbischen Ministerialenfamilie in staufischen Diensten. 1222 ist sein Aufenthalt in Venedig und Padua in der Obhut eines Verwandten nachweisbar. Er studierte in Padua die Freien Künste und im Anschluss vielleicht sogar Medizin, stieß jedenfalls im Rahmen seines wachsenden Interesses für die gerade wiederentdeckten Schriften Aristoteles’ auf den Predigerorden und schloss sich 1223 den Dominikanern an. Nach der Priesterweihe und dem Theologiestudium in Köln wurde er zur eigenen Weiterbildung sowie der ordensinternen Nachwuchsschulung an verschiedenen Orten eingesetzt. Ab 1243 in Paris tätig, hatte er nicht nur die Anliegen der neuen Bettelorden zu verteidigen, sondern auch die einsetzende Aristotelesrezeption gegenüber der herrschenden platonisch-augustinischen Tradition zu rechtfertigen, wobei Albertus seiner breit angelegten naturwissenschaftlichen, das heißt auch experimentellen und beobachtenden Studien wegen mitunter auch in Verdacht geriet. Albert machte als Universalgelehrter nicht nur dem Ordensmotto „Scientia – Wissenschaft“ alle Ehre, sondern steht am Anfang einer eigenständigen Denkrichtung innerhalb des Ordens, die bis Meister Eckhart reichte, vom wachsenden Ruhm seines Schülers Thomas von Aquin aber völlig verdeckt und von den kirchlichen Autoritäten eingedämmt wurde. 1248 errichtete er eine Ordensschule in Köln, die in der Folge zu einer der angesehensten Bildungsanstalten Europas und zum Kern der späteren Universität wurde. 1260 übernahm er, ungern und gegen die Ordensausrichtung, aber auf Geheiß des Papstes das Bischofsamt im heruntergekommenen Regensburg, hatte aber bereits zwei Jahre später die Angelegenheiten dort soweit geregelt, dass er von seinem Amt entpflichtet wurde. Bis 1264 reiste Albert als Kreuzzugprediger durch die deutschsprachigen Gebiete und nahm im Anschluss seine Hochschultätigkeit wieder auf. 1270 kehrte er nach Köln zurück, wo er am 15. November 1280 starb. Verehrung: Albertus wurde in der Kölner Dominikanerkirche begraben, die 1804 aufgelassen wurde, und ruht seit 1954 in der Kölner Andreaskirche. Seine Hirnschale ist die kostbarste Reliquie der Lauinger Pfarrkirche St. Martin. 1622 wurde er selig- und 1931 heiliggesprochen sowie gleichzeitig zum Kirchenlehrer erhoben. 1941 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron der Naturwissenschaftler. Seit 1985 vergibt die Diözese Augsburg den Albertus-Magnus-Preis an herausragende Promoventen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg. Im Auftrag des Bischofs von Augsburg hat der Sankt Ulrich Verlag eine Multimediareportage über den heiligen Albert erstellt. Darstellung: als Dominikaner oder Bischof am Schreibtisch Patron: der Theologen und Wissenschaftler, besonders der Naturwissenschaftler, Studenten, Bergleute, seiner Heimatstadt Lauingen   Weitere Heilige des Tages: Jean-Claude Colin, Ordensgründer
Leopold III., Markgraf, Klostergründer
Marinus, Glaubensbote, Märtyrer
Raphael Joseph Kalinowski, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben am 17. Juli 417 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Alexius stammte aus einer reichen Senatorenfamilie und wurde von seinen christlichen Eltern mit einer tugendhaften jungen Frau vermählt, überzeugte diese jedoch in der Hochzeitsnacht vom Verzicht auf die Ehe, übergab ihr seinen Gürtel, steckte ihr seinen Ehering an den Finger – und floh. Er gelangte nach Edessa, wo er 17 Jahre lang als Bettler vor einem Kirchentor lebte, bis ihn der Mesner mithilfe der Muttergottes als heiligen Mann erkannte und Alexius vor der frommen Menge, die ihn berühren wollte, fliehen musste. Ein Sturm verschlug sein Schiff zurück nach Rom, wo er Unterschlupf unter der Treppe des elterlichen Hauses fand. Sein mildtätiger Vater erkannte ihn unter den Zügen des ausgemergelten Bettlers nicht wieder, ließ ihm jedoch Nahrung reichen, sehr zum Verdruss der Dienerschaft, die Alexius bei jeder Gelegenheit verspottete und schikanierte, zum Beispiel durch Ausgießen des Spülwassers über den übelriechenden Stiegenbewohner. Als Alexius, der alles in Demut und Bußgesinnung hinnahm, nach wiederum 17 Jahren sein Ende nahen spürte, schrieb er seine Lebensgeschichte auf – und verschied. Nach seinem Tod gelang es erst seiner früheren Gattin, die verkrampften Finger zu lösen und das Geschriebene zu entziffern: dass er vor der Ehe geflohen sei, um Gott in äußerster Armut zu dienen, worauf Alexius ehrenvoll in einer Kirche bestattet wurde.
Der orientalischen Version der Alexiusgeschichte nach habe er schon immer in Edessa gelebt und sei auch dort verstorben. Verehrung: Alexius’ Verehrung setzt in Rom im 10. Jahrhundert ein, als ein aus Syrien exilierter Erzbischof neben der Bonifatiuskirche eine Mönchsgemeinschaft ansiedelte. Die heutige Kirche Santi Bonifacio e Alessio erhebt sich angeblich über seinem Elternhaus auf dem Aventin und beherbergt Teile der Treppenwohnstatt des Heiligen. Weitere Reliquien liegen im Stift Breunau (Břevnov) in Prag und im Kloster Agia Lavra bei Kalavryta (Peloponnes). Die Alexiuslegende war im Mittelalter so verbreitet, dass eine 1350 gegründete Brüdergenossenschaft zur Pflege von Kranken sich nach ihm Alexianer nannte. Der liturgische Gedenktag am 17. Juli wurde im Zuge der Römischen Kalenderreform abgeschafft und besteht nur noch in Innsbruck, wo Alexius seit einem Erdbeben des Jahres 1670 als Stadtpatron verehrt wird. Darstellung: bei seiner Vermählung, unter einer Treppe liegend Patron: der Pilger, Bettler und Vagabunden, der Gürtelmacher, der Alexianer, gegen Erdbeben, Blitz und Unwetter, Pest und Seuchen, Mitpatron von Innsbruck   Weitere Heilige des Tages:
Hedwig von Polen, Königin
Marina der Mönch, Nonne
Lebensdaten: geboren am 27. September 1696 in Marianella (Neapel), gestorben am 1. August 1787 in Pagani bei Salerno Lebensgeschichte: Der intellektuell und künstlerisch hochbegabte Adlige Alfonso Maria de’ Liguori erhielt bereits als 17jähriger den Doktortitel in kirchlichem und weltlichem Recht und schlug eine erfolgreiche Juristenkarriere ein, in deren Folge er seine frommen und caritativen Gewohnheiten vernachlässigte. 1722 brachten ihn Fastenexerzitien wieder zur religiösen Besinnung, und nachdem er 1723 über einen verlorenen, spektakulären Adelsprozess aufs tiefste gedemütigt wurde, setzte er gegen den Willen des Vaters den Entschluss durch, Priester zu werden, und nahm das Theologiestudium auf. Mit 31 Jahren zum Priester geweiht, lebte er zuerst zurückgezogen im väterlichen Haus und wirkte dann unter den zum Tode Verurteilten, Tagelöhnern und unheilbar Kranken, denen er statt Höllenstrafen die unendliche Barmherzigkeit und den Rettungswillen Gottes verkündigte. Er führte in und um Neapel Volksmissionen durch und band im „Kapellenwerk“ Laien in seine seelsorgerische Arbeit mit ein.
Als sich der überarbeitete Liguori in Scala bei Amalfi erholte und den Ziegenhirten widmete, um die sich niemand kümmerte, gründete er mit Thomas Falcoia und Maria Celeste Crostarosa die „Kongregation vom Allerheiligsten Erlöser“ zur Volksmission: die Redemptoristen, deren Ordensregel 1749 anerkannt wurde. Alfons Maria von Liguori verfasste als Ordensoberer zahlreiche Schriften, um seinen Ordenspriestern Hilfestellung beim Beichthören zu geben, und führte infolge seiner zunehmenden Krankheiten immer weniger Volksmissionen durch. Trotzdem wurde er 1762 zum Bischof von Sant’Agata dei Goti berufen. 13 Jahre brauchte er, um die geistlich verwahrloste Diözese wieder aufzurichten, und er wirkte so segensreich im Bistumsgebiet, dass die Bevölkerung ihn „Vater der Armen“ nannte. Ab 1768 von Gelenkrheumatismus befallen, war Alfons Maria von Liguori halbseitig gelähmt, konnte nur noch sitzend die heilige Messe lesen und zuletzt nur noch durch einen Strohhalm Nahrung aufnehmen. Dennoch durfte er sich erst 1775 von seinem Amt ins Kloster Nocera dei Pagani zurückziehen, von wo aus er endlich die Ausbreitung seines Ordens erleben konnte und wo er 1787 mit 91 Jahren starb. Verehrung: 1816 wurde Alfons Maria selig-, 1839 heiliggesprochen, 1871 zum Kirchenlehrer erhoben und 1950 zum Patron der Beichtväter und Sittenlehrer erklärt. Seine Reliquien werden in der Basilika Sant’Alfonso von Pagani aufbewahrt.  Darstellung: im Habit der Redemptoristen, mit Missionskreuz, Rosenkranz oder Schreibfeder Patron: der Beichtväter und Moraltheologen   Weitere Heilige des Tages: Petrus Faber, Ordenspriester
Ulrich von Ursberg, Probst
Lebensdaten: geboren am 25. Juli 1533 in Segovia, gestorben am 31. Oktober 1617 in Palma de Mallorca Lebensgeschichte: Alonso Rodríguez war der zweitälteste von elf Söhnen eines kastilischen Wollhändlers und lernte 1541 die Jesuiten kennen: Petrus Faber war anlässlich einer Volksmission Gast in seinem Elternhaus und bereitete den Knaben angeblich auf seine Erstkommunion vor. Sein Studium im Jesuitenkolleg von Alcalá de Henares musste er wegen des Todes seines Vaters abbrechen. Er übernahm den Wollhandel, heiratete 1558 und wurde Vater von drei Kindern. Bis 1567 waren aber seine Frau María Suárez und die Kinder verstorben, sein Geschäft musste er schließen. Nach Monaten der Einsamkeit, die er im Gebet verbrachte, bat er um Aufnahme in die Gesellschaft Jesu, doch wegen seines fortgeschrittenen Alters von 35 Jahren, seines Mangels an Bildung und seiner angegriffenen Gesundheit blieb ihm der Eintritt zunächst verwehrt. Nach zwei Studienjahren im Jesuitenkolleg von Barcelona wurde er als Laienbruder in den Orden aufgenommen und nach einem sechsmonatigen Noviziat im Ordenshaus von Valencia (oder Gandía) in das neueröffnete Kolleg von Montesión auf Mallorca entsandt, wo er über 40 Jahre lang als Pförtner wirken sollte. Er wurde wie später Konrad von Parzham in Altötting zur Anlaufstelle für alle Bedürftigen, Entmutigten und Besorgten. Er war Ratgeber zahlreicher Mitbrüder und beeinflusste direkt oder indirekt alle Jesuitenschüler, die über seine Schwelle traten, nicht zuletzt durch seine besondere Verehrung der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Dem Zögling Petrus Claver gab er den Gedanken ein, sein Apostolat nach Lateinamerika zu tragen. Nach Alfons’ Tod tauchten 14 Bände mit Geistlichen Aufzeichnungen auf, in denen er auf Geheiß des Ordensoberen seine Erfahrungen der Gottesverbundenheit sowie Ekstasen und Visionen festgehalten hat. Verehrung: Alfons ruht in der Kapelle des Jesuitenkollegs von Montission in Palma de Mallorca. 1626 für verehrungswürdig erklärt, wurde er 1633 vom Generalrat Mallorcas zum Patron der Stadt und der Insel gewählt. Wegen der Vertreibung der Jesuiten aus Spanien 1773 und der Aufhebung des Ordens wurde er erst 1825 seliggesprochen. 1888 wurde er heiliggesprochen. Patron: der Jesuitenbrüder, der Stadt Palma und der Insel Mallorca   Weitere Heilige des Tages: Theodgar von Thüringen, Glaubensbote
Marcellus von Tanger, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 19. August 1910 in Arpookara, Kerala, gestorben am 28. Juli 1946 in Bharananganam, Kerala Lebensgeschichte: Anna kam in einer wohlhabenden syro-malabarischen Familie von Thomaschristen zur Welt und wurde als Halbwaise von einer Tante und einem Großonkel, einem Priester, erzogen. Die „kleine Anna“ (Annakkutty) litt als Kind jahrelang an einem Ekzem und hatte mit 13 Jahren einen schweren Brandunfall, in dessen Folge ihre Füße behindert blieben – womit sie die Pläne ihrer Tante für eine vorteilhafte Ehe fürs erste durchkreuzte.
Nachdem sie ihre Schulzeit bei den Klarissen von Bharananganam beendet hatte, trat sie 1928, am Gedenktag des heiligen Alfons von Liguori, mit dem Ordensnamen Alfonsa von der Unbefleckten Empfängnis dem Konvent bei und wurde zur Lehrerin ausgebildet.
Alfonsas Leben war von ständigen schweren Erkrankungen gezeichnet, weswegen sie auch lange nicht zum Noviziat zugelassen wurde, bis sie Ende 1936 eine Novene zum Karmeliten Mar Kuriakose Elias Chavara betete, sich ihr Gesundheitszustand merklich verbesserte und sie endlich ihre feierlichen Gelübde anlegen konnte.
Nachdem sie 1939 an einer Lungenentzündung erkrankte und 1940 ein nächtlicher Einbrecher in ihrem Zimmer sie zu Tode erschreckte, verschlechterte sich ihr physischer und psychischer Zustand so sehr, dass man ihr die Sterbesakramente verabreichte. Sie erlangte zwar sofort ihre geistigen Fähigkeiten wieder, doch nicht die völlige Gesundheit. 1945 befiel ein Tumor ihren Magen und ihre Leber, und Alfonsa, die ihr Leiden zu lieben gelernt hatte, weil sie den leidenden Herrn liebte, starb am 28. Juli 1946. Verehrung: Gleich nach ihrer Bestattung in der Marienkirche ihres Konvents ereigneten sich zahlreiche Wunder. Ihr Seligsprechungsprozess wurde 1953 eingeleitet und kam 1986 durch Papst Johannes Paul II. zum Abschluss, als sie und P. Kyriakus Elias Chavara als erste Inder seliggesprochen wurden. 2008 wurde sie von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. Bharananganam ist ein Wallfahrtsort geworden, der Alfonsa jedes Jahr mit einem zehntägigen Fest ehrt.   Weitere Heilige des Tages: Beatus und Bantus, Einsiedler
Pedro Poveda Castroverde, Ordensgründer, Märtyrer
Raimund Palmarius, Wohltäter, Pilger
Lebensdaten: geboren am 15. September 1907 in Mannheim, gestorben am 2. Februar 1945 in Berlin Lebensgeschichte: Alfred Friedrich Delp wurde im Mannheimer Wöchnerinnenasyl „Luisenheim“ unehelich geboren und katholisch getauft. Nach der Heirat der Eltern wurde er von seinem evangelischen Vater erzogen und bis zur Konfirmation gebracht. Nach einer Ohrfeige des evangelischen Geistlichen wegen Zuspätkommens wandte sich Alfred Delp der katholischen Kirche zu und empfing drei Monate später die Erstkommunion und wurde gefirmt. Die konfessionelle Spaltung traf Delp somit existentiell.
Während seiner Gymnasialzeit am Bischöflichen Konvikt in Dieburg schloss er sich der jesuitisch geprägten, katholischen Jugendbewegung „Bund Neudeutschland“ an und trat unmittelbar nach dem Abitur in den Jesuitenorden ein. Zunächst war er als Erzieher und Lehrer im Kolleg St. Blasien im Schwarzwald tätig, bevor er 1937 die Priesterweihe empfing. Zwei Jahre später wurde er nach München in die Pfarrei Heilig Blut versetzt und übernahm bis zu ihrem Verbot die Chefredaktion der Ordenszeitschrift Stimmen der Zeit.
Durch seine nazikritische Jugendarbeit und seine mutigen Predigten wurde die Gestapo schnell auf ihn aufmerksam. Außerdem arbeitete er im „Kreisauer Kreis“ um Helmuth James Graf von Moltke mit und brachte hierbei die Soziallehre der katholischen Kirche für den Neuaufbau Deutschlands nach dem Krieg mit ein.
Nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat auf Hitler wurde Pater Delp am 28. Juli 1944 nach der Frühmesse verhaftet. Zwar konnte er seine Mitwissenschaft am verübten Attentat widerlegen, der Volksgerichtshof sprach ihn dennoch wegen Hoch- und Landesverrats schuldig und verurteilte ihn zum Tod durch den Strang. Ein Angebot der Gestapo „Freilassung gegen Ordensaustritt“ schlug er aus. Am 8. Dezember 1944 legte er in der Haftanstalt Berlin-Tegel die feierliche Profess ab. Am 2. Februar 1945 wurde er in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee gehängt. Auf dem Weg zum Galgen waren seine letzten Worte an den Gefängnispfarrer, der ihn begleitete: „In einer halben Stunde weiß ich mehr als Sie.“ Sein Leichnam wurde verbrannt und seine Asche auf den Berliner Rieselfeldern verstreut. Das Veröffentlichen einer Todesanzeige wurde verboten. Verehrung: Zahlreiche Schulen, Wohn- und Jugendheime und sogar eine Kaserne tragen Alfred Delps Namen. Ausspruch von Alfred Delp: „Man muss die Segel in den unendlichen Wind stellen, dann erst werden wir spüren, welcher Fahrt wir fähig sind.“   Weitere Heilige und Feste des Tages:
Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess
Burkhard von Würzburg, Bischof
Maria Katharina Kasper, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 2. Juli 1914 in Radibor bei Bautzen, gestorben am 3. Februar 1943 im KZ Dachau Lebensgeschichte: Alojs Andritzki war das vierte von sechs Kindern des Lehrers Johann Andritzki und seiner Frau Magdalena. Der Vater nahm die Kinder einmal im Monat zum Besuch eines Gnadenortes mit – Resultat: drei Söhne, darunter Alojs, wurden Priester. Er studierte nach dem Abitur an der Katholischen Oberschule in Bautzen Theologie und Philosophie in Paderborn. Das letzte Jahr seiner Ausbildung war er Alumne des Priesterseminars in Schmochtitz bei Bautzen. Nach seiner Priesterweihe 1939 wurde Andritzki Jugendseelsorger und Kaplan an der Hofkirche in Dresden sowie Präses der Dresdner Kapellknaben und der Kolpingfamilie.
Der vielseitig begabte Andritzki war ein sportliches Ausnahmetalent, das seinen Religionsunterricht mit artistischen Einlagen auflockerte, und mit seiner geradlinigen Art gelang es ihm, seine Schüler gegen die nationalsozialistische Ideologie zu immunisieren. Das sowie seine betonte sorbische Identität machten den Staatsapparat auf ihn aufmerksam. Als nach einer Theateraufführung die Gestapo die Namen aller Anwesenden notierte, sagte er zu den beunruhigten Jugendlichen: „Das ist erst der Anfang, der Kampf geht noch bis aufs Messer.“ Andritzki, der schon mehrfach verhört worden war und dem zusätzlich vorgeworfen wurde, polnische Kriegsgefangene seelsorgerisch betreut zu haben, wurde Anfang 1941 verhaftet und wegen „heimtückischer Angriffe auf Staat und Partei“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßen der Haftstrafe wurde er allerdings nicht freigelassen, sondern ins Konzentrationslager Dachau überstellt.
Die Zeit im KZ nutzte Andritzki, um geistlich zu reifen, ohne darüber seinen jugendlichen Schwung zu verlieren. Mit weiteren Priestern bildete er einen Studienkreis zur vertieften Lesung der Heiligen Schrift sowie einen Liturgiekreis, und er fand Anschluss an die Gruppe von Schönstattpriestern, zu denen ab 1942 auch Josef Kentenich gehörte. Doch der bereits von der Hungerruhr geschwächte Andritzki erkrankte an Typhus. Als er in der Krankenbaracke um die Sterbesakramente bat, erwiderte ihm der Wärter: „Christus will er? Eine Spritze bekommt er!“ Am 3. Februar 1943 wurde er durch eine Giftspritze ermordet. Verehrung: Am Pfingstmontag 2011 wurde mit Alojs Andritzki der erste Sorbe und erste gebürtige Sachse seliggesprochen. Seine Urne war kurz zuvor vom Alten Katholischen Friedhof in die Märtyrerkapelle der Dresdner Hofkirche verbracht worden.   Weitere Heilige des Tages: Ansgar, Bischof, Glaubensbote
Blasius, Bischof, Märtyrer
Helena Maria Stollwerk, Gründerin
Lebensdaten: geboren am 9. März 1568 auf Schloss Castiglione bei Mantua, gestorben am 21. Juni 1591 in Rom Lebensgeschichte: Ludovico, kurz Luigi gerufen, war der älteste Sohn des Marchese Gonzaga. Mit acht Jahren wurde er als Page an den Hof der Medici in Florenz gegeben, wo zum ersten Mal die Nierenerkrankung auftrat, die ihm sein Leben lang zu schaffen machte. 1580 erhielt er vom heiligen Karl Borromäus, einem Verwandten, die erste heilige Kommunion, war tief beeindruckt von den Schilderungen der ersten Jesuitenmissionare in Indien, besuchte die Kapuziner und Barnabiten, die sich im väterlichen Herzogtum niedergelassen hatten, und achtete auf einen asketischen Lebensstil.
Von einem zweijährigen Aufenthalt am spanischen Hof kehrte Aloysius mit dem Entschluss zurück, Ordenspriester zu werden, und setzte diesen gegen seine Familie durch, die wenigstens auf einen Kardinalshut gehofft hatte. 1585 verzichtete er auf sein Erbrecht und trat das Noviziat bei den Jesuiten an. Wiederholte Male musste er das Noviziat unterbrechen, um herrschaftliche Auseinandersetzungen seiner Familie zu schlichten, auch machte ihm sein Nierenleiden mehr zu schaffen denn je, und er wurde ersucht, seine Askese etwas zu mildern und mehr Umgang mit seinen Mitnovizen zu pflegen. 1587 legte er seine Gelübde ab und nahm das Studium der Theologie auf.
Als 1591 die Pest in Rom ausbrach und die Jesuiten ein Hospital für die Kranken eröffneten, wurde Aloysius in einem Trakt für Nichtinfizierte eingesetzt. Er steckte sich trotzdem an der Pest an und hatte bereits die Letzte Ölung empfangen, als er wieder genas; allerdings war seine allgemeine Gesundheit nunmehr ruiniert. Seinem Seelenführer, dem heiligen Robert Bellarmin, sagte er seinen Tod am Oktavtag des Fronleichnamsfestes voraus. Er starb am bezeichneten Tag kurz vor Mitternacht, mit gerade erst 23 Jahren. Verehrung: Aloysius’ Reliquien ruhen in einer Lapislazuli-Urne in der Lancelotti-Kapelle der Kirche Sant’Ignazio in Rom, seine Hauptreliquie liegt jedoch in der nach ihm benannten Basilika in Castiglione. 14 Jahre nach seinem Tod seliggesprochen, wurde er 1726 heiliggesprochen. Darstellung: als Jesuit mit Lilie, Kreuz, Totenkopf oder Rosenkranz Patron: von Mantua, der Jugend, Studierenden, Helfer bei der Berufswahl, gegen Pest und Augenleiden, der Aidskranken   Weitere Heilige des Tages: Alois Ehrlich, Ordensmann
Alban von Mainz, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 339 in Trier, gestorben am 4. April 397 in Mailand Lebensgeschichte: Ambrosius kam als Sohn des römischen Präfekten von Gallien in Trier zur Welt. Er erhielt in Rom eine hervorragende Ausbildung, vor allem seine Griechischkenntnisse waren herausragend. Ambrosius machte Karriere als Spitzenbeamter, unter anderem als Berater des Präfekten von Sirmium im heutigen Serbien. Von dort wurde er nach Mailand versetzt, der Hauptstadt der Provinz Liguria Aemilia, wo gerade ein Streit zwischen den Anhängern des Dreifaltigkeitsglaubens (Trinitarier) und den Arianern wegen der Bischofsnachfolge tobte. Als Ambrosius als zuständiger Beamter den Konflikt zu schlichten versuchte und dabei recht konziliant auftrat, soll ein Kind ausgerufen haben: „Ambrosius Bischof!“ Von der anwesenden Menge akklamiert, wurde er – wiewohl erst Taufbewerber – zum Bischof gewählt. Er widmete sich mit Feuereifer theologischen Studien, um seiner neuen Aufgabe gerecht zu werden, wobei er allerdings viele Erwartungen enttäuschte, als er energisch die Konzilsbeschlüsse von Nicaea durchzusetzen begann. Dies musste auch die Kaiserinmutter Justina spüren, die vergeblich um einen Kirchenraum für ihre arianische Gemeinde gebeten hatte. Durch die öffentliche Buße, die er später Theodosius auferlegte, setzte er einen noch nie dagewesenen Maßstab: „Der Kaiser ist in der Kirche, nicht über der Kirche.“ Ambrosius beeinflusste nachhaltig die Liturgie und war trotz mancher Härten Andersgläubigen gegenüber ein großer Beter und Prediger. Augustinus fand durch ihn zum Glauben, und dessen Mutter Monika war er ein wohlwollender Freund. Auch den Armen, Schwachen und sogar den Sklaven gab er in seinen Predigten eine Stimme. Neben seinen Predigten sowie Hymnen und Gesängen sind zahlreiche Bibelauslegungen von ihm erhalten, wobei Ambrosius sich große Verdienste bei der Übertragung griechischer Theologie ins Lateinische erwarb. Er starb am Karfreitag des Jahres 397. Sein Gedenktag am 7. Dezember ist der Tag seiner Bischofsweihe. Legende: Der Legende nach flößten Bienen Ambrosius Honig in der Wiege ein. Daher rührt die „honigsüße“ Sprache, die seine Gedichte und Hymnen auszeichnet. Die Bienen symbolisieren auch seinen Fleiß. Verehrung: Bis heute wird sein Grab in der Mailänder Basilika Sant’Ambrogio rege besucht. Seit 1295 wird er auch als Kirchenvater verehrt. Darstellung: als Bischof mit Bienenkorb, Buch oder Geißel, als einer der vier westlichen Kirchenväter mit Augustinus, Gregor dem Großen und Hieronymus Patron: von Mailand und Bologna, der Imker und Wachszieher   Weitere Heilige des Tages: Fara, Äbtissin
Gerald von Ostia, Bischof
Maria Josepha Rossello, Ordensgründerin