Heilige

Lebensdaten: geboren um 1033 in Aosta, gestorben am 21. April 1109 in Canterbury Lebensgeschichte: Anselm war das älteste Kind einer adeligen, ehemals sogar mächtigen Familie aus Burgund und der Lombardei. Seine kultivierte und tief religiöse Mutter ließ ihn von Benediktinern erziehen, doch als er mit 15 Jahren um die Aufnahme in den Orden bat, erwirkte sein Vater, der um seinen weltlichen Erben fürchtete, die Ablehnung seitens der Mönche. Nach einer religiösen Krise, die ihn schwer krank werden ließ, und besonders nach dem Tod der Mutter führte Anselm ein ausschweifendes Leben, entfremdete sich vollends dem Vater und zog in Begleitung eines Dieners über die Alpen nach Frankreich. Nach drei Jahren erreichte er die Benediktinerabtei von Bec in der Normandie, wo ihn der Prior und Lehrer Lanfrank tief beeindruckte. Anselm wurde sein bester Schüler und Assistent, trat als Novize dem Kloster bei und wurde mit 27 Jahren zum Priester geweiht. Drei Jahre später wurde Anselm selber zum Prior und zum Lehrer an der Klosterschule ernannt. Die anfängliche Gegnerschaft seiner älteren und bei dieser Besetzung übergangenen Mitbrüder überwand er durch eine so sorgfältige Amtsführung, dass sie ihn 1079 einstimmig zu ihrem Abt wählten.
Bis dahin hatte Anselm durch das Studium der Heiligen Schrift, nächtelanges Gebet und Meditation sowie durch die Arbeit an seiner Erziehungsmethode zwei seiner philosophisch-theologischen Hauptwerke geschaffen: das Monologion, in dem er den Zusammenhang der Glaubenswahrheiten mit der Vernunft nachweist, und das Proslogion mit dem Programm des Glaubens, der nach Vernunfterkenntnis sucht, wobei diese umgekehrt einen Ungläubigen auch zu überzeugen vermag. Im Proslogion findet sich auch der berühmte „Gottesbeweis“ Anselms: Man kann Gott als das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, die Wirklichkeit nicht absprechen, ohne dem Begriff Gottes und das heißt sich selber zu widersprechen. Dabei ist Anselm nicht als Rationalist misszuverstehen. Er wünschte nur, „einigermaßen Gottes Wahrheit zu begreifen, die mein Herz glaubt und liebt. Denn ich suche nicht zu begreifen, um zu glauben, sondern ich glaube, um zu begreifen.“ Weitere Werke begründeten Anselms Ruf, zogen Studenten – und Novizen – aus ganz Frankreich, England und anderen Ländern an und machten Bec zu einem der geistigen Zentren Europas.
Inzwischen war Lanfrank Erzbischof von Canterbury geworden und berief Anselm wieder zu seinem Helfer, und auch dort wurde er nach Lanfranks Tod zu dessen Nachfolger und 1093 zum Bischof geweiht. Im normannisch besetzten England bekämpfte die Kirche wie auf dem Kontinent den Anspruch der Herrscher, kirchliche Ämtereinsetzungen (Investituren) vorzunehmen sowie deren Einkünfte einzubehalten. Trotz der Auseinandersetzungen, die Anselm unter anderem ins Exil nach Frankreich und Italien führten, verfasste er zahlreiche weitere Werke – darunter besonders Cur Deus homo – Warum Gott Mensch wurde über die Menschwerdung und Kreuzigung Christi als Weg der Sühne für die Sünden der Welt – oder führte auf Synoden das Wort, wodurch er auch kirchen- und dogmengeschichtlich eine große Rolle spielt.
Endgültig konnte er erst 1107 auf seinen Bischofssitz in Canterbury zurückkehren, wo er zwei Jahre später am Mittwoch der Karwoche starb. Verehrung: Anselm wurde in der Kathedrale von Canterbury bestattet, sein Grab wurde allerdings im von König Heinrich VIII. entfachten Klostersturm zerstört. Seine Heiligsprechung wurde besonders von seinem späteren Nachfolger Thomas Becket betrieben, der den gleichen Kampf um die Souveränität der Kirche und den Vorrang des Erzbistums Canterbury focht, und kam 1163 zum Abschluss. Papst Clemens XI. erhob Anselm 1720 zum Kirchenlehrer. Als Wegbereiter der gläubig-denkerischen Kunstwerke des Mittelalters wird er als Doctor Magnificus – glänzender Lehrer verehrt. Darstellung: als Erzbischof oder Abt, mit Buch für Gelehrsamkeit oder Schiff für die Unabhängigkeit der Kirche   Weitere Heilige des Tages:
Konrad von Parzham, Ordensmann
Lebensdaten: geboren 1401 in Florenz, gestorben am 29. Februar 1472 in L’Aquila Lebensgeschichte: Die adlige Antonia wurde von ihren Eltern früh verheiratet und war mit Ende 20 bereits Witwe. Weil sie trotz eines Kindes nicht wieder heiraten wollte, trat sie in das franziskanische Drittordenskloster von Florenz ein. Über den Konvent von Foligno in Umbrien gelangte sie schließlich in das Kloster von L’Aquila, dem sie 13 Jahre lang als Oberin vorstand.
1447 gründete sie mit Hilfe des heiligen Johannes von Capestrano, der ihren leichtlebigen Sohn Battista zum Ordenseintritt bekehrt hatte, das Klarissenkloster Corpus Domini in L’Aquila, um ein strengeres Ordensleben zu führen. Sieben Jahre leitete sie das Kloster, bis ihre körperlichen und seelischen Schmerzen sie zur Amtsaufgabe zwangen. Erst am 29. Februar 1472 wurde sie von ihren Leiden erlöst, die sie geduldig ertragen hatte. Verehrung: 1847 wurde der Kult für Antonia von Florenz approbiert. Darstellung: im Ordensgewand, meist betend, mit Flammen über dem Kopf   Weitere Heilige des Tages: Oswald von York, Bischof
Hilarius, Papst
August Chapdelaine, Missionar
Lebensdaten: geboren um 250 in Kome, Mittelägypten (heute Qiman-al-Arûs), gestorben um 356 am Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes Zafarana in Ägypten Lebensgeschichte: Antonius wurde um 250 als Sohn reicher, christlicher Bauern geboren, die ihn und eine jüngere Schwester bald als Waisen zurückließen. Mit 20 Jahren traf ihn die Bibelstelle vom reichen Jüngling mitten ins Herz: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib ihn den Armen; und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!“ (Mt 19,21). Antonius verkaufte tatsächlich seinen ganzen Besitz, versorgte seine Schwester, verteilte das übrige Geld unter den Armen und zog in die Wüste, um als Einsiedler in radikaler Armut, Schweigen und Askese zu leben. Auf der Suche nach noch größerer Einsamkeit flüchtete Antonius in ein Felsengrab und weiter auf einen Berg jenseits des Nils, wo er der Überlieferung nach zahllose Kämpfe mit Dämonen und Versuchungen überstand.
Nur zweimal verließ er diese Abgeschiedenheit. Um das Jahr 311 stand er in Alexandria den unter Kaiser Maximinus Daza verfolgten Christen bei, und nach dem Konzil von Nizäa reiste er wiederum nach Alexandrien, um auf Bitten seines Freundes und Biographen Athanasius gegen den Arianismus zu predigen.
Doch Antonius blieb nicht allein in der Wüste. Viele Mönche kamen und suchten bei ihm Rat, einige blieben. So entstand die erste Gemeinschaft von Einsiedlern und, als diese um eine Niederlassung eine erste Mauer zogen, das erste Kloster – der Ursprung allen klösterlichen Lebens. Bald danach starb Antonius mit etwa 105 Jahren. Verehrung/Brauchtum: Schon bald nach seinem Tod erhielt der Mönchsvater den Beinamen „der Große“. Seine Verehrung ist schon seit dem 5. Jahrhundert bezeugt. In der Kirche des Westens setzte seine Verehrung erst mit der Übertragung von Reliquien im Mittelalter ein. Im 11. Jahrhundert wurde der Antoniterorden zur Krankenpflege gegründet, deren Schweine zur Futtersuche frei herumlaufen durften, mit einem Glöckchen gekennzeichnet. Immer am Antoniustag wurde eines der Tiere für die Armen geschlachtet. Ausspruch des hl. Antonius: „Gewinnen wir einen Bruder, so gewinnen wir Gott, geben wir einem Bruder Ärgernis, so sündigen wir gegen Christus.“ Darstellung: mit Antoniuskreuz in T-Form und Buch, mit Schweinen, in Versuchungen Patron: der Ritter, Metzger, Schweinehirten, Weber, Zuckerbäcker, Totengräber, Korbmacher, der Haustiere und Schweine, Helfer gegen Krankheiten, Pest, Feuer und Viehseuchen; einer der Vier Heiligen Marschälle   Weitere Heilige des Tages: Roselina, Ordensfrau, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 23. Dezember 1807 in Sallent (Manresa), gestorben am 24. Oktober 1870 in Fontfroide (Narbonne) Lebensgeschichte: Antoni Claret i Clarà sollte Weber wie sein Vater werden, lernte aber beim Dorfpfarrer Latein, weil er Priester werden wollte. Nach Vollendung seiner Ausbildung in Barcelona schlug er das Angebot aus, eine Fabrik zu leiten, und trat ins Priesterseminar von Vic ein, wobei es ihn eigentlich zu den Kartäusern zog. Er überwand eine Krise, nach der er den zweiten Vornamen Maria annahm, und wurde noch vor Abschluss seines Theologiestudiums zum Priester geweiht und in seiner Heimatpfarrei eingesetzt. Von der Mission angezogen und weil ein Bürgerkrieg Katalonien zerriss, reiste er nach Rom, um sich der Propaganda Fide, der Glaubensverbreitungsbehörde, anzuschließen, trat ins Noviziat der Jesuiten ein, brach es aber krankheitsbedingt wieder ab. In Katalonien und auf den Kanarischen Inseln setzte ihn sein Bischof als Missionar ein – eine Aufgabe, die er als Prediger, Beichtvater, Exerzitienleiter und mit der Herausgabe von Abertausenden von Kleinschriften und Flugblättern meisterlich erfüllte. 1849 gründete er mit fünf Mitbrüdern im priesterlichen Dienst die Missionskongregation der Söhne des Unbefleckten Herzens Mariens – die Claretiner – und wurde im gleichen Jahr zum Erzbischof von Santiago de Cuba ernannt. Auf Kuba, das die Kirche 60 Jahre lang praktisch desertiert hatte, wirkte er als Missionsbischof, erneuerte das brachliegende Glaubensleben und gründete 1855 zusammen mit Mutter Antonia París den weiblichen Ordenszweig. Sein soziales Engagement kostete ihn bei einem Attentat fast das Leben. 1857 berief ihn Königin Isabella II. persönlich als Beichtvater nach Spanien zurück, wo er in wenigen Jahren das gesamte Hofleben bekehrte, Ordensgründungen und weichenstellende Bischofsernennungen anregte und die Begleitung der königlichen Familie zu Predigtreisen nutzte. Als die Königin 1868 ins französische Exil ging, begleitete er sie und reiste zum Goldenen Priesterjubiläum von Papst Pius IX. weiter nach Rom, wo er an den Vorbereitungen des Ersten Vatikanischen Konzils teilnahm. Krank und politisch verfolgt, flüchtete er ins südfranzösische Prades, wo sich Claretiner niedergelassen hatten, musste aber weiter fliehen und verstarb schließlich im Zisterzienserinnenkloster Fontfroide. Verehrung: Erzbischof Clarets sterbliche Überreste wurden 1897 nach Vic überführt, wo sie seitdem in der Kathedrale ruhen. 1934 wurde er selig-, 1950 heiliggesprochen.   Weitere Heilige des Tages: Antonio de Santana Galvão de França, Ordenspriester
Luigi Guanella, Priester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren 1502 in Cremona, gestorben am 5. Juli 1539 ebendort Lebensgeschichte: Antonio Maria kam in einer alten adligen Familie zur Welt und verlor mit zwei Jahren seinen Vater. Er studierte Philosophie und Medizin in Pavia und Padua und wirkte ab 1524 als Arzt in seiner Heimatstadt, wobei er in seiner Freizeit an der Kirche San Vitale Kindern und Erwachsenen Katechismusunterricht erteilte und selber geistliche Studien betrieb.
1527 nahm er das Studium der Theologie auf und wurde zwei Jahre später zum Priester geweiht. Er unterwies weiterhin seine Schüler von San Vitale und betreute die Hospitäler und Einrichtungen, die Arme und Kranke aufnahmen.
1530 wurde er Kaplan seiner Landesherrin Herzogin Ludovica Torelli, die er nach Mailand begleitete. Dort gründete er 1532 gemeinsam mit zwei Mailänder Edelleuten die Gesellschaft der Söhne und Töchter des heiligen Paulus mit drei Zweigen: den Regularklerikern vom heiligen Paulus, Barnabiten genannt, den Englischen Schwestern vom heiligen Paulus (Angeliken) und den Verheirateten vom heiligen Paulus, einem Drittorden.
Die Mitglieder dieser geistlichen Familie führten das nachmittägliche Freitagsläuten im Gedenken an die Kreuzigung ein sowie die feierliche Aussetzung des Allerheiligsten in verschiedenen Kirchen, woraus sich das Vierzigstündige Gebet entwickelte. Ihre gemeinschaftliche Lebensform, ihre Bußübungen und ihre auch kirchenkritischen Ansprachen führten zum Häresievorwurf, der jedoch abgeschmettert wurde. Statt dessen berief der Bischof von Vicenza Antonio Maria Zaccaria zu sich, um ein Barnabitenkloster zu gründen.
1539 erkrankte Zaccaria auf einer Reise im Dienst der Herzogin und verstarb am 5. Juli in den Armen seiner Mutter, gerade einmal 37 Jahre alt. Verehrung: Antonio Maria Zaccaria wurde auf dem Friedhof der Angeliken in Cremona bestattet. 27 Jahre darauf wurde sein unverwester Leichnam nach Mailand umgebettet, wo er seitdem in der Kirche San Barnaba ruht, von der sein Orden seinen Namen hat. Er wurde 1890 selig- und 1897 heiliggesprochen. Patron: der Barnabiten und der Ärzte Darstellung: im schwarzen Ordenshabit, mit Lilie, Kreuz, Kelch oder Hostie   Weitere Heilige des Tages und Gedenktag: Fest der sieben Freuden Mariens (Letizia)
Pier Giorgio Frassati, Wohltäter
Wilhelm von Hirsau, Abt
Lebensdaten: geboren um 1195 in Lissabon, gestorben am 13. Juni 1231 bei Padua Lebensgeschichte: Fernando Martins de Bulhões war aus vornehmer Familie und trat mit 15 Jahren den Augustiner-Chorherren bei, die ihn gründlich ausbildeten. Er hatte schon die Priesterweihe empfangen, als ihn das Martyrium von fünf Franziskanern, die in Marokko enthauptet worden waren, derart erschütterte, dass er sich 1220 mit dem Ordensnamen Antonius den Minderbrüdern anschloss.
Sein Versuch, selber nach Marokko zu gelangen, scheiterte; stattdessen landete er in Italien und zog zu den Franziskanern nach Assisi, die bald seine außerordentliche theologische Befähigung und sein Redetalent erkannten. Er wurde als Bußprediger nach Südfrankreich und Oberitalien entsandt, wo er besonders erfolgreich gegen die Sekten der Katharer und Waldenser wirkte. In diese Zeit fällt auch die Erzählung, wonach er statt den verstockten Menschen den Fischen im Meer gepredigt hätte, und diese ihm andächtig gelauscht hätten.
Antonius hatte sich einen Namen als „Hammer der Ketzer“ gemacht, als Franziskus ihn 1224 zum Ordenstheologen berief und mit der Ausbildung des Ordensnachwuchses betraute. Seine vier letzten Lebensjahre verbrachte Antonius als Provinzialmeister der Romagna mit Sitz in Padua, wo seine täglichen Predigten bis zu 30.000 Menschen anlockten und spektakuläre Bekehrungen nach sich zogen.
Im Juni 1231 zog er sich erschöpft in das Haus eines Freundes in Camposampiero zurück; dort will sein Gastgeber heimlich beobachtet haben, wie Antonius nachts das Jesuskind im Arm hielt. Antonius schaffte es nicht mehr nach Padua: Er verstarb im Klarissenkloster Arcella, in Sichtweite der Stadtmauern, mit den Worten „Ich sehe meinen Herrn“ auf den Lippen. Verehrung/Brauchtum: Nach dem kürzesten Heiligsprechungsprozess der Geschichte, nach nur elf Monaten, wurde Antonius heiliggesprochen. Er ruht in der Basilika von Padua, die seinen Namen trägt, wobei er in Italien schlicht „il Santo“ heißt. 1946 erhob ihn Papst Pius XII. seiner erhaltenen Predigten wegen zum Kirchenlehrer. In kaum einer Kirche fehlt eine Statue des Heiligen mit Opferkasten für die Armen. Die Spende ist meist verbunden mit der Bitte, Verlorenes wiederzufinden. Dieses besondere Patronat geht auf die Überlieferung zurück, ein Novize sei von Erscheinungen gezwungen worden, Antonius’ entwendeten Psalter zurückzubringen. Darstellung: als junger Franziskaner mit dem Jesuskind auf dem Arm, Lilie, Esel und Fischen, Schatzkästchen oder Kreuz Patron: von Padua, Lissabon und Portugal, Paderborn und Hildesheim, der Franziskaner, der Liebenden, Eheleute, Frauen, Kinder, Armen und Unterdrückten, der Bäcker, Bergleute und Seefahrer, Helfer für eine glückliche Entbindung, gegen Unfruchtbarkeit, Fieber, Viehkrankheiten, bei Schiffbruch, für das Wiederfinden verlorener Gegenstände   Weitere Heilige des Tages: Gerhard von Clairvaux, Ordensmitbegründer
Victorinus von Assisi, Bischof
Lebensdaten: geboren am 5. November 1837 in Goch, Niederrhein, gestorben am 15. Januar 1909 in Steyl, Niederlande Lebensgeschichte: Arnold, das zweite von elf Kindern eines Fuhrmanns, betete jeden Abend mit seiner tieffrommen Mutter den Rosenkranz, wurde Messdiener und schaffte den Sprung aufs Bischöfliche Gymnasium. Nach dem Studium der Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften in Münster und Bonn wurde er 1861 zum Priester der Diözese Münster geweiht und arbeitete zunächst als Lehrer am Gymnasium. Als Diözesandirektor des Gebetsapostolats engagierte er sich sehr für die Überwindung der Kirchenspaltung in Deutschland und erkannte die Bedeutung der Presse auch für den Glauben. Mit der heute noch existierenden Illustrierten „Die Stadt Gottes“ und dem „Kleinen Herz-Jesu-Boten“, in denen er weltliche und viele Nachrichten aus der Mission veröffentlichte, erreichte er hohe Auflagen.
Immer stärker nahm er auch die Probleme der Weltkirche in den Blick. Durch die Gründung eines Missionszentrums wollte er die deutschsprachigen Katholiken an der Verbreitung des Glaubens bei den „Heiden“ beteiligen, und als sich niemand dazu bereitfand, übernahm er diese Aufgabe selber.
Am 8. September 1875 gründete Arnold Janssen im niederländischen Dorf Steyl an der Maas das erste Missionshaus der späteren „Gesellschaft des göttlichen Wortes“, kurz „Steyler Missionare“. Auf deutschem Boden war eine solche Gründung wegen des gerade tobenden Kulturkampfes nicht möglich. Zwei Frauenorden folgten: die Steyler Missionsschwestern und die Steyler Anbetungsschwestern.
Bereits 1879 machten sich die ersten Missionare nach China auf. Auf der ganzen Welt dienen die Steyler Missionare Gott und den Menschen nach Janssens Prinzip „Erst heilen, dann belehren und dann erst taufen“. Die Gelder für seine Missionsprojekte erwirtschaftete die Steyler Missionsdruckerei. Er starb in seinem Mutterhaus in Steyl mit 71 Jahren am 15. Januar 1909. Verehrung: Papst Johannes Paul II. sprach Arnold Janssen am 5. Oktober 2003 heilig. Heute gehören zur Steyler Ordensfamilie über 10.000 Frauen und Männer aus rund 70 Nationen. Ausspruch des hl. Arnold: „Wenn wir alles tun, was in unseren Kräften steht, dann tut Gott das Übrige.“ Weitere Heilige des Tages: Franz de Capillas, Märtyrer
Maurus, Abt
Lebensdaten: gestorben nach 800 in Düren-Arnoldsweiler Lebensgeschichte und Legende: Arnold, je nach Lesart aus Griechenland (Graecia) oder aus Graz (Graetia) stammend, war der Überlieferung nach Sänger und Harfenspieler am Hof Karls des Großen und stand sehr in dessen Gunst. Als er im Gefolge des Kaisers durch den herrschaftlichen Bürgewald ritt, von dem die Bauern kein Holz zu nehmen wagten und deswegen Hunger litten, erbat er sich vom Monarchen so viel Wald, wie er während einer Rast umreiten könne. Der Kaiser gewährte ihm die Bitte und ordnete eine Pause an, doch Arnold hatte listigerweise für frische Pferde an jeder Ecke des Waldes gesorgt, so dass er ihn in Windeseile ganz umreiten konnte.
Karl der Große hielt sein Versprechen; Arnold erhielt den Hambacher Forst mit seinen 20 Dörfern, schenkte ihn den Bewohnern weiter und lebte selber dort bis zu seinem Tod. Begraben wurde er in Ginnizweiler, das später nach ihm Arnoldsweiler hieß. Verehrung/Brauchtum: Die Verehrung Arnolds steht in Zusammenhang mit der Kaiser Karls, der 1165 heiliggesprochen wurde: 1168 taucht zum ersten Mal der Ortsname „Weiler des heiligen Arnold“ (wilre sancti Arnoldi) auf. Seine Lebensgeschichte stammt aus dem 14. Jahrhundert. 1886 wurde sein Kult für das Erzbistum Köln anerkannt, im Bistum Aachen wird er mit einem Gedenktag geehrt. Die Arnoldusoktav, die ab 1891 um den 18. Juli herum gefeiert wurde, existiert noch heute als (verkürzte) Arnolduswoche der Region Düren und der Bürgewaldgemeinden. Darstellung: als Ritter mit Harfe oder Zither Patron: der Musiker, Organisten und Instrumentenbauer, Helfer für einen guten Tod   Weitere Heilige des Tages:
Arnulf von Metz, Bischof
Answer, Abt, Märtyrer
Bruno von Asti, Bischof, Abt
Lebensdaten: geboren 295 in Alexandria, gestorben am 2. Mai 373 ebendort Lebensgeschichte: Der hochgebildete Athanasius stammte aus einer bereits christlichen Familie, hatte noch die Zeit der Verfolgungen gekannt und pflegte Kontakte zu den Mönchsvätern in der Thebäischen Wüste.
318 wurde er Diakon des Patriarchen Alexander von Alexandrien und begleitete ihn 325 zum Konzil von Nizäa, das ganz im Zeichen der Bekämpfung des Arianismus stand: Gegen die Irrlehre, derzufolge Jesus letztlich nur ein Geschöpf wäre, hielt das Konzil die Wesensgleichheit Christi, des Sohnes Gottes, mit dem Vater fest.
328 wurde er selber Patriarch von Alexandrien und geriet wegen seiner entschiedenen Gegnerschaft zum Arianismus in kirchliche und politische Schwierigkeiten: Weil unzählige Bischöfe und auch der Kaiser der Irrlehre anhingen, Athanasius aber im rechten Glauben keine Kompromisse kannte, wurde er mehrfach abgesetzt, vertrieben und verbannt. Insgesamt 17 Jahre seiner Amtszeit verbrachte er im Exil, das ihn unter anderem nach Rom und bis nach Trier führte.
Mit seinen zahlreichen Schriften wurde Athanasius zu einem bis heute einflussreichen Theologen, der unser Verständnis von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus sowie von der Einheit und Gleichheit von Vater und Sohn auch sprachlich geprägt hat. Unter seinen Werken ragt noch einmal die Vita des Mönchsvaters Antonius hervor, die entscheidend zur Verbreitung des Mönchtums beigetragen hat.
Er starb 373 in Alexandrien. Verehrung: Gregor von Nazianz legte ihm den Ehrennamen „Säule der Kirche“ zu, und die Ostkirche hat ihn immer als Vater der Orthodoxie, des rechten Glaubens, verehrt. Die katholische Kirche erhob ihn erst 1568 zum Kirchenlehrer. Darstellung: als Greis mit langem Bart, in bischöflichem Gewand mit Buch oder Schriftrolle Patron: gegen Kopfschmerzen   Weitere Heilige des Tages: Sigismund von Burgund
Zoë, Märtyrin
Josef Maria Rubio y Peralta, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren am 13. November 354 in Thagaste, Numidien (heute Souk Ahras, Algerien), gestorben am 28. August 430 in Hippo Regius (heute Annaba, Algerien) Lebensgeschichte: Über Augustinus’ Leben sind wir durch seine Bekenntnisse, der ersten Autobiographie der Literaturgeschichte, sehr gut unterrichtet. Sohn eines heidnischen Beamten und einer christlichen Mutter namens Monika, wurde er christlich erzogen, lehnte aber die Bibel ab, wandte sich der platonischen Philosophie zu und schloss sich der damals modischen Sekte der Manichäer an, deren dualistisches Weltbild ihn überzeugte. Er wurde in Karthago zum Rhetoriker ausgebildet und bekam in dieser Zeit von seiner Geliebten Floria einen Sohn mit Namen Adeodatus. Seine Professorenkarriere führte ihn über Rom nach Mailand, der damaligen Hauptstadt des Römischen Westreichs, wohin ihm seine Mutter Monika nachreiste. Unter ihrem Einfluss verstieß er nach 15 Jahren seine Maitresse und wandte sich wieder dem Christentum zu, vor allem aber wegen des heiligen Bischofs Ambrosius, der ihn mit seiner neuplatonisch inspirierten Lehre und Schriftauslegung ungeheuer beeindruckte. In der Osternacht des Jahres 387 empfing er von Ambrosius die Taufe und gründete nach dem Tod Monikas eine klösterliche Gemeinschaft in seiner nordafrikanischen Heimatstadt Thagaste. Als Augustinus 391 im etwa 100 Kilometer entfernten Hippo einen Freund besuchte, klagte gerade Bischof Valerius in schlechtem Latein über den Priestermangel und die Bedrängnis durch Irrlehren, worauf die Menge kurzerhand Augustinus ergriff, der umgehend zum Priester geweiht wurde. In Hippo gründete Augustinus im Garten der Hauptkirche ein Kloster, für das er die erste Mönchsregel der westlichen Kirche schrieb. Seine Predigten und Glaubensunterweisungen, gepaart mit seiner umfassenden Bildung und seiner souveränen Rhetorik, ließen ihn in Streitgesprächen gegen die Sekten und bei innerkirchlichen Streitigkeiten als Sieger hervorgehen. 395 wurde er selber Bischof von Hippo. Er starb 430 während der Belagerung der Stadt durch die Vandalen an Fieber und hatte bis dahin ein Werk verfasst, das ihn zum bis heute maßgeblichen Lehrer der Christenheit macht. Verehrung: Augustinus’ Gebeine wurden von Afrika nach Sardinien gerettet und ruhen heute in der Basilika San Pietro in Ciel d’Oro in Pavia. 1298 wurde er per Volksakklamation kanonisiert und zum Lehrer der Kirche erklärt. Er ist einer der vier Kirchenväter der lateinischen Kirche. Viele Ordensgemeinschaften leben nach seiner Regel, in der Theologie sind seine Werke bis heute unverzichtbar. Darstellung: als Bischof mit flammendem oder durchbohrtem Herzen, mit Kreuz, Buch Patron: der Theologen, Buchdrucker und Bierbrauer, Helfer für gute Sehkraft   Weitere Heilige des Tages: Elmar von Lüttich, Glaubensbote, Bischof
Ghebre Michael, Ordenspriester, Märtyrer