Heilige
Lebensdaten: geboren am 18. Februar 1882 in Mindelstetten bei Ingolstadt, gestorben am 5. Oktober 1925 ebendort Lebensgeschichte: Die hochsensible und tiefgläubige Anna weihte sich mit 17 Jahren der Gottesmutter und wollte Missionsschwester werden. Um sich die Aussteuer für den Klostereintritt zu verdienen, verdingte sie sich als Haushaltshilfe und kam nach verschiedenen Stellen ins Forsthaus nach Stammham. Als sie dort im Februar 1901 das Ofenrohr reparieren wollte, rutschte sie aus, fiel bis über die Knie in die kochend heiße Lauge des Waschkessels und zog sich lebensgefährliche Verbrennungen zu. Alle ärztlichen Versuche, sie zu heilen, scheiterten. Im Mai 1902 wurde sie als nicht heilbar aus dem Krankenhaus entlassen. Die Mutter nahm sich ein Zimmer und sorgte von nun an nur noch für ihre kranke Tochter. Zu den körperlichen Leiden und der Enttäuschung darüber, nicht Missionsschwester werden zu können, kamen noch große Geldsorgen. Doch Anna fand einen Sinn in ihrem Leiden und erkannte: Um Missionarin zu sein, muss man nicht in ferne Länder gehen. Ihre Mission war das Apostolat des Leidens, Betens und Tröstens. Alle ihre Schmerzen opferte sie für die Bekehrung der Sünder auf. Jeden Tag kam der Ortspfarrer, der ihr Seelenführer wurde, und brachte ihr die heilige Kommunion, die ihre Kraftquelle war. Diese Kraft gab sie an die vielen Menschen weiter, die sie in Briefen oder bei Besuchen um Rat und Trost baten. Immer gingen die, die eigentlich Anna hatten Trost spenden wollen, getröstet und gestärkt von ihr fort. Im Oktober 1910 empfing sie während einer Vision die Wundmale Jesu, die auf ihr Bitten hin aber von der Umwelt unbemerkt blieben. Von da an wurden ihre Leiden schlimmer, zuletzt konnte sie nach einem Sturz aus dem Bett weder sehen noch hören. Am 5. Oktober 1925 empfing sie zum letzten Mal die heilige Kommunion, schlug das Kreuzzeichen über sich, und mit den Worten „Jesus, dir leb’ ich“ starb sie. Verehrung: Schon bei ihrer Beerdigung auf dem Mindelstetter Friedhof waren viele Menschen anwesend, und 1972 wurden die Gebeine Anna Schäffers auf vielfachen Wunsch der Gläubigen in die Pfarrkirche übertragen. 1999 wurde sie selig-, im Oktober 2012 heiliggesprochen. Patronin: der Hospizbewegung Weitere Heilige des Tages:
Faustyna Kowalska, Ordensfrau, Mystikerin
Franz Xaver Seelos, Priester
Raimund von Capua, Ordenspriester
Faustyna Kowalska, Ordensfrau, Mystikerin
Franz Xaver Seelos, Priester
Raimund von Capua, Ordenspriester
Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Nach dem apokryphen Protevangelium nach Jakobus, das um das Jahr 150 entstand, war Joachim ein gerechter und wohltätiger Mann, dessen Opfer vom Hohenpriester aber zurückgewiesen wurde, weil seine Ehe nach 20 Jahren immer noch kinderlos war. Joachim fastete und tat in der Wüste Buße, bis ein Engel ihm und seiner Frau die Geburt eines Kindes ankündigte. Zurück in Jerusalem, umarmten die Eheleute einander vor dem Tempeleingang, der Goldenen Pforte. Das Mädchen namens Maria gaben sie später zur Erziehung in den Jerusalemer Tempel, Joachim verstarb kurz darauf. Die Darstellung der sogenannten Anna selbdritt mit Maria und dem Jesuskind suggeriert, dass Anna noch die Geburt ihres Enkels erlebt hätte. Ihre Verehrung begann zögerlich Mitte des 6. Jahrhunderts mit der Weihe einer Annenkirche in Konstantinopel, während die Westkirche lange jeden Kult ablehnte. Die Wende zur dann riesigen Verehrung kam mit den Kreuzzügen und den legendenhaften Ausschmückungen der Legenda aurea, der nach Anna noch zwei weitere Ehemänner gehabt hätte, von denen sie jeweils auch eine Tochter namens Maria bekam, die wiederum Mütter von Jüngern und Aposteln wurden: die „Heilige Sippe“. In Düren wird seit 1501 das Annahaupt in der St.-Anna-Kirche verehrt, eine Schädelreliquie von Joachim wird in der Kölner St. Kunibert-Kirche aufbewahrt. Die schlesischen Vertriebenen halten wegen des heimatlichen St. Annabergs die Verehrung Annas besonders hoch. Seit der Liturgiereform 1970 werden Anna und Joachim gemeinsam gefeiert. Besonders groß ist die Verehrung der heiligen Anna bei den kanadischen Micmac-Indianern, die sie im 17. Jahrhundert als Stammespatronin adoptierten und alle anstehenden Taufen und Trauungen auf den Annentag legen. Auch die älteste katholische Kirche Nordamerikas, Sainte-Anne-de-Beaupré bei Québec, ist ihr geweiht. Darstellung: neben der Anna selbdritt auf Szenen des Protevangeliums des Jakobus, Joachim als alter Mann mit Schriftrolle, Tauben oder Lamm Patronate von Anna: von Florenz, Innsbruck und Neapel, für eine glückliche Heirat, eine gute Ehe, Kindersegen, glückliche Geburt, der Mütter, Hausfrauen, Witwen, Arbeiterinnen, Hausangestellten, Bergleute, Drechsler, Weber, Kunsttischler, Müller, Krämer, Seiler, Spitzenklöppler, Schneider, Knechte, für Regen und gegen Gewitter und beim Wiederfinden verlorener Gegenstände; von Joachim: der Ehepaare, der Großväter, Schreiner und Leinenhändler Weitere Heilige des Tages:
Bartholomäa Maria Capitanio, Ordensgründerin
George Preca, Priester, Ordensgründer
Titus Brandsma, Ordenspriester, Märtyrer
Bartholomäa Maria Capitanio, Ordensgründerin
George Preca, Priester, Ordensgründer
Titus Brandsma, Ordenspriester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1010 in Altsteußlingen (Ehingen), gestorben am 4. Dezember 1075 in Köln Lebensgeschichte: Anno war aus edelfreier Familie und erhielt nach kurzem Ritterdienst seine Ausbildung an der Bamberger Domschule, wo er später selber als Lehrer wirkte. Kaiser Heinrich III. machte ihn nacheinander zum Hofkaplan, zum Dompropst von Goslar und 1056 zum Erzbischof von Köln. Der persönlich asketische, aber leicht erregbare und in manchen Angelegenheiten auch skrupellose Anno vergrößerte das Bistumsgebiet, stiftete die Klöster Siegburg und Saalfeld und die Kirchen Maria ad gradus und St. Georg, baute für die Armen ein Hospital am Dom und sorgte für die Ausbildung der Jugend. Von Siegburg aus unterzog er alle Klöster seines Sprengels einer grundlegenden Reform, die sich über die Bistumsgrenzen hinaus auswirkte. 1062 brachte er den zwölfjährigen Kaiser Heinrich IV. sowie die Reichskleinodien in seine Gewalt und regierte bis zur Schwertleite des jungen Monarchen 1065 das Reich – beispielsweise durch einen Feldzug nach Ungarn durchaus erfolgreich. Als Erzkanzler für Italien beendete er 1064 durch seine Anerkennung Alexanders II. auf der Synode von Mantua das Papstschisma. An Ostern 1074 brach wegen der willkürlichen Beschlagnahmung eines Schiffes ein Aufstand gegen ihn aus, vor dem Anno durch ein Loch in der Stadtmauer fliehen musste. Nach der brutalen Niederschlagung des Protests sollen 600 Bürgerfamilien die Stadt verlassen haben. Anno lenkte erst am Gründonnerstag 1075 wieder ein und begnadigte die angeklagten Kölner Rädelsführer, als er den Tod nahen spürte und Angst vor dem strafenden Gericht bekam. Verehrung: Nach einer pompösen Trauerfeier wurde Anno in ein byzantinisches Seidentuch gewickelt, in einen Schrein gelegt und in das Kloster Siegburg überführt. Um 1080 entstand dort das Annolied zu seinen Ehren. 1183 wurde er durch die päpstlichen Legaten heiliggesprochen. 1391 wurden Reliquien an das Kloster Grafschaft im Sauerland gegeben. Darstellung: als Bischof mit Stab, Buch, Schwert oder Kirchenmodellen Patron: von Siegburg, gegen die Gicht Weitere Heilige des Tages:
Niels Stensen, Bischof
Sabas der Geheiligte, Einsiedler, Abt
Niels Stensen, Bischof
Sabas der Geheiligte, Einsiedler, Abt
Lebensdaten: geboren um 1033 in Aosta, gestorben am 21. April 1109 in Canterbury Lebensgeschichte: Anselm war das älteste Kind einer adeligen, ehemals sogar mächtigen Familie aus Burgund und der Lombardei. Seine kultivierte und tief religiöse Mutter ließ ihn von Benediktinern erziehen, doch als er mit 15 Jahren um die Aufnahme in den Orden bat, erwirkte sein Vater, der um seinen weltlichen Erben fürchtete, die Ablehnung seitens der Mönche. Nach einer religiösen Krise, die ihn schwer krank werden ließ, und besonders nach dem Tod der Mutter führte Anselm ein ausschweifendes Leben, entfremdete sich vollends dem Vater und zog in Begleitung eines Dieners über die Alpen nach Frankreich. Nach drei Jahren erreichte er die Benediktinerabtei von Bec in der Normandie, wo ihn der Prior und Lehrer Lanfrank tief beeindruckte. Anselm wurde sein bester Schüler und Assistent, trat als Novize dem Kloster bei und wurde mit 27 Jahren zum Priester geweiht. Drei Jahre später wurde Anselm selber zum Prior und zum Lehrer an der Klosterschule ernannt. Die anfängliche Gegnerschaft seiner älteren und bei dieser Besetzung übergangenen Mitbrüder überwand er durch eine so sorgfältige Amtsführung, dass sie ihn 1079 einstimmig zu ihrem Abt wählten. Bis dahin hatte Anselm durch das Studium der Heiligen Schrift, nächtelanges Gebet und Meditation sowie durch die Arbeit an seiner Erziehungsmethode zwei seiner philosophisch-theologischen Hauptwerke geschaffen: das Monologion, in dem er den Zusammenhang der Glaubenswahrheiten mit der Vernunft nachweist, und das Proslogion mit dem Programm des Glaubens, der nach Vernunfterkenntnis sucht, wobei diese umgekehrt einen Ungläubigen auch zu überzeugen vermag. Im Proslogion findet sich auch der berühmte „Gottesbeweis“ Anselms: Man kann Gott als das, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, die Wirklichkeit nicht absprechen, ohne dem Begriff Gottes und das heißt sich selber zu widersprechen. Dabei ist Anselm nicht als Rationalist misszuverstehen. Er wünschte nur, „einigermaßen Gottes Wahrheit zu begreifen, die mein Herz glaubt und liebt. Denn ich suche nicht zu begreifen, um zu glauben, sondern ich glaube, um zu begreifen.“ Weitere Werke begründeten Anselms Ruf, zogen Studenten – und Novizen – aus ganz Frankreich, England und anderen Ländern an und machten Bec zu einem der geistigen Zentren Europas. Inzwischen war Lanfrank Erzbischof von Canterbury geworden und berief Anselm wieder zu seinem Helfer, und auch dort wurde er nach Lanfranks Tod zu dessen Nachfolger und 1093 zum Bischof geweiht. Im normannisch besetzten England bekämpfte die Kirche wie auf dem Kontinent den Anspruch der Herrscher, kirchliche Ämtereinsetzungen (Investituren) vorzunehmen sowie deren Einkünfte einzubehalten. Trotz der Auseinandersetzungen, die Anselm unter anderem ins Exil nach Frankreich und Italien führten, verfasste er zahlreiche weitere Werke – darunter besonders Cur Deus homo – Warum Gott Mensch wurde über die Menschwerdung und Kreuzigung Christi als Weg der Sühne für die Sünden der Welt – oder führte auf Synoden das Wort, wodurch er auch kirchen- und dogmengeschichtlich eine große Rolle spielt. Endgültig konnte er erst 1107 auf seinen Bischofssitz in Canterbury zurückkehren, wo er zwei Jahre später am Mittwoch der Karwoche starb. Verehrung: Anselm wurde in der Kathedrale von Canterbury bestattet, sein Grab wurde allerdings im von König Heinrich VIII. entfachten Klostersturm zerstört. Seine Heiligsprechung wurde besonders von seinem späteren Nachfolger Thomas Becket betrieben, der den gleichen Kampf um die Souveränität der Kirche und den Vorrang des Erzbistums Canterbury focht, und kam 1163 zum Abschluss. Papst Clemens XI. erhob Anselm 1720 zum Kirchenlehrer. Als Wegbereiter der gläubig-denkerischen Kunstwerke des Mittelalters wird er als Doctor Magnificus – glänzender Lehrer verehrt. Darstellung: als Erzbischof oder Abt, mit Buch für Gelehrsamkeit oder Schiff für die Unabhängigkeit der Kirche Weitere Heilige des Tages:
Konrad von Parzham, Ordensmann
Konrad von Parzham, Ordensmann
Lebensdaten: geboren um 801 bei Amiens, gestorben am 3. Februar 865 in Bremen Lebensgeschichte: Ansgar war vermutlich sächsischer Abstammung und kam nach dem Tod seiner Mutter als Oblate ins nordfranzösische Kloster Corbie, dem er sich als Mönch anschloss, als Lehrer diente und für das er zum Priester geweiht wurde. 823 wurde er in die ostwestfälische Tochtergründung Corvey (Neu-Corbie) entsandt, wo er als Vorsteher der Klosterschule amtierte. Als Kaiser Ludwig der Fromme jemanden für die Glaubensverkündigung erbat, um den fränkischen Einfluss im Ostseeraum zu stützen, fiel die Wahl des Abts auf Ansgar, der sich 826 auf eine Predigtreise nach Süderjütland (Schleswig) und 829 nach Schweden begab. 834 wies ihm der Kaiser die Grenzfestung Hammaburg als Stützpunkt für die Nordmission an, für welche Ansgar sogar die Bischofsweihe erhielt. Eine damit verbundene Gründung Hamburgs als Erzbistum sowie Ansgars Vollmacht als päpstlicher Legat einschließlich einer Romreise zu diesem Zweck sind nicht gesichert. 845 rettete sich Ansgar vor einem zerstörerischen Wikingerüberfall nach Bremen, erhielt vom ostfränkischen König Ludwig dem Deutschen den dort eben freigewordenen Bischofsstuhl zum Ausgleich wirtschaftlicher Verluste und vereinigte das Bremer Bistum später mit dem Hamburger Sprengel – offenbar ohne je wieder dorthin zurückzukehren. 864 sollte Papst Nikolaus I. der Errichtung des Erzbistums Hamburg-Bremen und der damit verbundenen Loslösung Bremens vom Erzbistum Köln seine Zustimmung geben. Ansgar errichtete in Bremen Spitäler und Klöster, vollendete eine Steinkirche, kaufte Gefangene frei und setzte sich für die Abschaffung des im Norden weithin üblichen Sklavenhandels ein. Auf mehrmaligen Missionsreisen nach Dänemark und Schweden gründete er die ersten Kirchen dieser Länder an den großen Fernhandelsplätzen Birka, Haithabu und Ripen – mit der nur zögerlichen Zustimmung der Herrscher und unter Zuhilfenahme des Losglücks, weshalb der „Apostel des Norden“ auf Dauer auch keinen Erfolg hatte, auch nicht mit der Missionsstation von Sigtuna, die Ansgar 852 gründete. 865 erlag er in Bremen einer Darmkrankheit. Verehrung: Gleich nach seinem Tod würdigte Papst Nikolaus I. Ansgar als „Heiligen“, und er wurde als „Apostel des Nordens“ bzw. Skandinaviens mit Kirchentiteln und Denkmälern in Dänemark und Schweden geehrt. Ansgars Reliquien liegen heute in der Hamburger Domkirche St. Marien als Dauerleihgabe des Nachbarbistums Hildesheim sowie in der Pfarrkirche St. Ansgar und St. Bernhard. Darstellung: als Bischof mit Kirchenmodell, manchmal mit Pelz, als Glaubensbote mit Pilgerstab Patron: des Erzbistums Hamburg und von Skandinavien Weitere Heilige des Tages:
Alojs Andritzki, Priester, Märtyrer
Blasius, Bischof, Märtyrer
Helena Maria Stollwerk, Ordensgründerin
Alojs Andritzki, Priester, Märtyrer
Blasius, Bischof, Märtyrer
Helena Maria Stollwerk, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren 1401 in Florenz, gestorben am 29. Februar 1472 in L’Aquila Lebensgeschichte: Die adlige Antonia wurde von ihren Eltern früh verheiratet und war mit Ende 20 bereits Witwe. Weil sie trotz eines Kindes nicht wieder heiraten wollte, trat sie in das franziskanische Drittordenskloster von Florenz ein. Über den Konvent von Foligno in Umbrien gelangte sie schließlich in das Kloster von L’Aquila, dem sie 13 Jahre lang als Oberin vorstand. 1447 gründete sie mit Hilfe des heiligen Johannes von Capestrano, der ihren leichtlebigen Sohn Battista zum Ordenseintritt bekehrt hatte, das Klarissenkloster Corpus Domini in L’Aquila, um ein strengeres Ordensleben zu führen. Sieben Jahre leitete sie das Kloster, bis ihre körperlichen und seelischen Schmerzen sie zur Amtsaufgabe zwangen. Erst am 29. Februar 1472 wurde sie von ihren Leiden erlöst, die sie geduldig ertragen hatte. Verehrung: 1847 wurde der Kult für Antonia von Florenz approbiert. Darstellung: im Ordensgewand, meist betend, mit Flammen über dem Kopf Weitere Heilige des Tages:
Oswald von York, Bischof
Hilarius, Papst
Auguste Chapdelaine, Ordenspriester, Missionar, Märtyrer
Oswald von York, Bischof
Hilarius, Papst
Auguste Chapdelaine, Ordenspriester, Missionar, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 250 in Kome, Mittelägypten (heute Qiman-al-Arûs), gestorben um 356 am Berg Kolzim oberhalb des heutigen Ortes Zafarana in Ägypten Lebensgeschichte: Antonius wurde um 250 als Sohn reicher, christlicher Bauern geboren, die ihn und eine jüngere Schwester bald als Waisen zurückließen. Mit 20 Jahren traf ihn die Bibelstelle vom reichen Jüngling mitten ins Herz: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib ihn den Armen; und du wirst einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir nach!“ (Mt 19,21). Antonius verkaufte tatsächlich seinen ganzen Besitz, versorgte seine Schwester, verteilte das übrige Geld unter den Armen und zog in die Wüste, um als Einsiedler in radikaler Armut, Schweigen und Askese zu leben. Auf der Suche nach noch größerer Einsamkeit flüchtete Antonius in ein Felsengrab und weiter auf einen Berg jenseits des Nils, wo er der Überlieferung nach zahllose Kämpfe mit Dämonen und Versuchungen überstand. Nur zweimal verließ er diese Abgeschiedenheit. Um das Jahr 311 stand er in Alexandria den unter Kaiser Maximinus Daza verfolgten Christen bei, und nach dem Konzil von Nizäa reiste er wiederum nach Alexandrien, um auf Bitten seines Freundes und Biographen Athanasius gegen den Arianismus zu predigen. Doch Antonius blieb nicht allein in der Wüste. Viele Mönche kamen und suchten bei ihm Rat, einige blieben und errichteten sich ihre Zellen in der Nähe. So entstand die erste Gemeinschaft von Einsiedlern und, als diese unter Pachomius um eine Niederlassung eine erste Mauer zogen, das erste Kloster – der Ursprung allen klösterlichen Lebens. Bald danach starb Antonius mit etwa 105 Jahren. Verehrung/Brauchtum: Schon bald nach seinem Tod erhielt der Mönchsvater den Beinamen „der Große“. Seine Verehrung ist schon seit dem 5. Jahrhundert bezeugt. In der Kirche des Westens setzte seine Verehrung erst mit der Übertragung von Reliquien im Mittelalter ein. Im 11. Jahrhundert wurde der Antoniterorden zur Krankenpflege gegründet, deren Schweine zur Futtersuche frei herumlaufen durften, mit einem Glöckchen gekennzeichnet. Immer am Antoniustag wurde eines der Tiere für die Armen geschlachtet. Ausspruch des hl. Antonius: „Gewinnen wir einen Bruder, so gewinnen wir Gott, geben wir einem Bruder Ärgernis, so sündigen wir gegen Christus.“ Darstellung: mit Antoniuskreuz in T-Form und Buch, mit Schweinen, in Versuchungen Patron: der Ritter, Metzger, Schweinehirten, Weber, Zuckerbäcker, Totengräber, Korbmacher, der Haustiere und Schweine, Helfer gegen Krankheiten, Pest, Feuer und Viehseuchen; mit Cornelius, Hubertus und Quirinus einer der Vier Heiligen Marschälle Weitere Heilige des Tages:
Roselina, Ordensfrau, Mystikerin
Roselina, Ordensfrau, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 23. Dezember 1807 in Sallent (Manresa), gestorben am 24. Oktober 1870 in Fontfroide (Narbonne) Lebensgeschichte: Antoni Claret i Clarà sollte Weber wie sein Vater werden, lernte aber beim Dorfpfarrer Latein, weil er Priester werden wollte. Nach Vollendung seiner Ausbildung in Barcelona schlug er das Angebot aus, eine Fabrik zu leiten, und trat ins Priesterseminar von Vic ein, wobei es ihn eigentlich zu den Kartäusern zog. Er überwand eine Krise, nach der er den zweiten Vornamen Maria annahm, und wurde noch vor Abschluss seines Theologiestudiums zum Priester geweiht und in seiner Heimatpfarrei eingesetzt. Von der Mission angezogen und weil ein Bürgerkrieg Katalonien zerriss, reiste er nach Rom, um sich der Propaganda Fide, der Glaubensverbreitungsbehörde, anzuschließen, trat ins Noviziat der Jesuiten ein, brach es aber krankheitsbedingt wieder ab. In Katalonien und auf den Kanarischen Inseln setzte ihn sein Bischof als Missionar ein – eine Aufgabe, die er als Prediger, Beichtvater, Exerzitienleiter und mit der Herausgabe von Abertausenden von Kleinschriften und Flugblättern meisterlich erfüllte. 1849 gründete er mit fünf Mitbrüdern im priesterlichen Dienst die Missionskongregation der Söhne des Unbefleckten Herzens Mariens – die Claretiner – und wurde im gleichen Jahr zum Erzbischof von Santiago de Cuba ernannt. Auf Kuba, das die Kirche 60 Jahre lang praktisch desertiert hatte, wirkte er als Missionsbischof, erneuerte das brachliegende Glaubensleben und gründete 1855 zusammen mit Mutter Antonia París den weiblichen Ordenszweig. Sein soziales Engagement kostete ihn bei einem Attentat fast das Leben. 1857 berief ihn Königin Isabella II. persönlich als Beichtvater nach Spanien zurück, wo er in wenigen Jahren das gesamte Hofleben bekehrte, Ordensgründungen und weichenstellende Bischofsernennungen anregte und die Begleitung der königlichen Familie zu Predigtreisen nutzte. Als die Königin 1868 ins französische Exil ging, begleitete er sie und reiste zum Goldenen Priesterjubiläum von Papst Pius IX. weiter nach Rom, wo er an den Vorbereitungen des Ersten Vatikanischen Konzils teilnahm. Krank und infolge des ausgebrochenen Deutsch-französischen Krieges politisch verfolgt, flüchtete er ins südfranzösische Prades, wo sich Claretiner niedergelassen hatten, musste aber weiter fliehen und verstarb schließlich im Zisterzienserinnenkloster Fontfroide. Verehrung: Erzbischof Clarets sterbliche Überreste wurden 1897 nach Vic überführt, wo sie seitdem in der Kathedrale ruhen. 1934 wurde er selig-, 1950 heiliggesprochen. Weitere Heilige des Tages:
Antonio de Santana Galvão de França, Ordenspriester
Luigi Guanella, Priester, Ordensgründer
Antonio de Santana Galvão de França, Ordenspriester
Luigi Guanella, Priester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren 1502 in Cremona, gestorben am 5. Juli 1539 ebendort Lebensgeschichte: Antonio Maria kam in einer alten adligen Familie zur Welt und verlor mit zwei Jahren seinen Vater. Er studierte Philosophie und Medizin in Pavia und Padua und wirkte ab 1524 als Arzt in seiner Heimatstadt, wobei er in seiner Freizeit an der Kirche San Vitale Kindern und Erwachsenen Katechismusunterricht erteilte und selber geistliche Studien betrieb. 1527 nahm er das Studium der Theologie auf und wurde zwei Jahre später zum Priester geweiht. Er unterwies weiterhin seine Schüler von San Vitale und betreute die Hospitäler und Einrichtungen, die Arme und Kranke aufnahmen. 1530 wurde er Kaplan seiner Landesherrin Herzogin Ludovica Torelli, die er nach Mailand begleitete. Dort gründete er 1532 gemeinsam mit zwei Mailänder Edelleuten die Gesellschaft der Söhne und Töchter des heiligen Paulus mit drei Zweigen: den Regularklerikern vom heiligen Paulus, Barnabiten genannt, den Englischen Schwestern vom heiligen Paulus (Angeliken) und den Verheirateten vom heiligen Paulus, einem Drittorden. Die Mitglieder dieser geistlichen Familie führten das nachmittägliche Freitagsläuten im Gedenken an die Kreuzigung ein sowie die feierliche Aussetzung des Allerheiligsten in verschiedenen Kirchen, woraus sich das Vierzigstündige Gebet entwickelte. Ihre gemeinschaftliche Lebensform, ihre Bußübungen und ihre auch kirchenkritischen Ansprachen führten zum Häresievorwurf, der jedoch abgeschmettert wurde. Statt dessen berief der Bischof von Vicenza Antonio Maria Zaccaria zu sich, um ein Barnabitenkloster zu gründen. 1539 erkrankte Zaccaria auf einer Reise im Dienst der Herzogin und verstarb am 5. Juli in den Armen seiner Mutter, gerade einmal 37 Jahre alt. Verehrung: Antonio Maria Zaccaria wurde auf dem Friedhof der Angeliken in Cremona bestattet. 27 Jahre darauf wurde sein unverwester Leichnam nach Mailand umgebettet, wo er seitdem in der Kirche San Barnaba ruht, von der sein Orden seinen Namen hat. Er wurde 1890 selig- und 1897 heiliggesprochen. Patron: der Barnabiten und der Ärzte Darstellung: im schwarzen Ordenshabit, mit Lilie, Kreuz, Kelch oder Hostie Weitere Heilige des Tages und Gedenktag:
Fest der sieben Freuden Mariens (Letizia)
Pier Giorgio Frassati, Wohltäter
Wilhelm von Hirsau, Abt
Fest der sieben Freuden Mariens (Letizia)
Pier Giorgio Frassati, Wohltäter
Wilhelm von Hirsau, Abt
Lebensdaten: geboren um 1195 in Lissabon, gestorben am 13. Juni 1231 bei Padua Lebensgeschichte: Fernando Martins de Bulhões war aus vornehmer Familie und trat mit 15 Jahren den Augustiner-Chorherren bei, die ihn gründlich ausbildeten. Er hatte schon die Priesterweihe empfangen, als ihn das Martyrium von fünf Franziskanern, die in Marokko enthauptet worden waren, derart erschütterte, dass er sich 1220 mit dem Ordensnamen Antonius den Minderbrüdern anschloss. Sein Versuch, selber nach Marokko zu gelangen, scheiterte; stattdessen landete er in Italien und zog zu den Franziskanern nach Assisi, die bald seine außerordentliche theologische Befähigung und sein Redetalent erkannten. Er wurde als Bußprediger nach Südfrankreich und Oberitalien entsandt, wo er besonders erfolgreich gegen die Sekten der Katharer und Waldenser wirkte. In diese Zeit fällt auch die Erzählung, wonach er statt den verstockten Menschen den Fischen im Meer gepredigt hätte, und diese ihm andächtig gelauscht hätten. Antonius hatte sich einen Namen als „Hammer der Ketzer“ gemacht, als Franziskus ihn 1224 zum Ordenstheologen berief und mit der Ausbildung des Ordensnachwuchses betraute. Seine vier letzten Lebensjahre verbrachte Antonius als Provinzialmeister der Romagna mit Sitz in Padua, wo seine täglichen Predigten bis zu 30.000 Menschen anlockten und spektakuläre Bekehrungen nach sich zogen. Im Juni 1231 zog er sich erschöpft in das Haus eines Freundes in Camposampiero zurück; dort will sein Gastgeber heimlich beobachtet haben, wie Antonius nachts das Jesuskind im Arm hielt. Antonius schaffte es nicht mehr nach Padua: Er verstarb im Klarissenkloster Arcella, in Sichtweite der Stadtmauern, mit den Worten „Ich sehe meinen Herrn“ auf den Lippen. Verehrung/Brauchtum: Nach dem kürzesten Heiligsprechungsprozess der Geschichte, nach nur elf Monaten, wurde Antonius heiliggesprochen. Er ruht in der Basilika von Padua, die seinen Namen trägt, wobei er in Italien schlicht „il Santo“ heißt. 1946 erhob ihn Papst Pius XII. seiner erhaltenen Predigten wegen zum Kirchenlehrer. In kaum einer Kirche fehlt eine Statue des Heiligen mit Opferkasten für die Armen. Die Spende ist meist verbunden mit der Bitte, Verlorenes wiederzufinden. Dieses besondere Patronat geht auf die Überlieferung zurück, ein Novize sei von Erscheinungen gezwungen worden, Antonius’ entwendeten Psalter zurückzubringen. Darstellung: als junger Franziskaner mit dem Jesuskind auf dem Arm, Lilie, Esel und Fischen, Schatzkästchen oder Kreuz Patron: von Padua, Lissabon und Portugal, Paderborn und Hildesheim, der Franziskaner, der Liebenden, Eheleute, Frauen, Kinder, Armen und Unterdrückten, der Bäcker, Bergleute und Seefahrer, Helfer für eine glückliche Entbindung, gegen Unfruchtbarkeit, Fieber, Viehkrankheiten, bei Schiffbruch, für das Wiederfinden verlorener Gegenstände Weitere Heilige des Tages:
Gerhard von Clairvaux, Ordensmitbegründer
Victorinus von Assisi, Bischof
Gerhard von Clairvaux, Ordensmitbegründer
Victorinus von Assisi, Bischof