Heilige
Lebensdaten: geboren am 16. November 1538 in Mayorga, Provinz Valladolid, gestorben am 23. März 1606 in Saña bei Lima Lebensgeschichte: Toribio Alfonso de Mogrovejo y Robledo studierte bei seinem Onkel weltliches und kirchliches Recht und folgte ihm als Professor in Salamanca nach, wo besonders durch den Einsatz der Dominikaner im Lehrkörper traditionell die Indianerrechte verteidigt wurden. 1573 wurde er in Anerkennung seiner Fähigkeiten und wegen persönlicher Tadellosigkeit zum General-Inquisitor von Granada bestellt. 1579 erwirkte König Philipp II. von Spanien seine Ernennung zum Erzbischof von Lima. Toribio empfing die Priesterweihe in Granada, in Sevilla, wo er sich mit den lateinamerikanischen Verhältnissen vertraut machte, die Bischofsweihe, und schiffte sich nach Peru ein. 1581 nahm er seine Erzdiözese in Besitz, der elf Bistümer auf einem Gebiet von etwa sechs Millionen Quadratkilometern unterstanden. In Lima selbst, das seit sechs Jahren ohne Oberhirten war, hatten die spanischen Vizekönige in kirchliche Belange eingegriffen, Konquistadoren ihre schlimmen Verfehlungen zu guten Sitten erklärt und die Geistlichen kapituliert. Toribio setzte die Kirche wieder in ihre Rechte ein, prangerte die Auswüchse der Siedler an und nahm die Indios in Schutz. Mit einem königlichen Dekret verpflichtete er die Geistlichen zum Erlernen der Landessprache Quechua, mit Hilfe von Rom schaffte er die Eigenpfarreien der Orden ab, die sich seiner Aufsicht entzogen. Toribio von Mogrovejo beeindruckte durch immense Arbeitskraft, persönliche Bedürfnislosigkeit und Freigebigkeit. Seine Schriftstücke versah er mit dem Vermerk „gratis“, damit seine Unterschrift nicht versilbert werde. 1584 unternahm er die erste von drei Pastoralreisen durch das Gebiet seines Bistums, die ihn insgesamt 16 Jahre von der Hauptstadt fernhielten. Er besuchte Dorf um Dorf, meistens zu Fuß und oft allein, allen Unbilden und Gefahren ausgesetzt. Es heißt, er habe etwa eine halbe Million Menschen getauft und gefirmt, darunter Rosa von Lima und Martin von Porres. Vor Ort wachte er nicht nur über die Evangelisierung der Bevölkerung, sondern bewirkte auch die Achtung ihrer Rechte seitens der Land- und Minenbesitzer sowie die Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse durch den Bau von Straßen, Schulen und Krankenstationen. Erzbischof Mogrovejo hielt 13 Diözesansynoden und drei Provinzialkonzile ab. Bedeutsam war das Dritte Konzil von Lima zur Durchführung der Konzilsbeschlüsse von Trient. Der gesamte lateinamerikanische Episkopat verpflichtete sich zur Glaubensverkündigung in den Landessprachen, einschließlich der Errichtung geeigneter Lehranstalten und der Herstellung eines dreisprachigen Katechismus, dem ersten Druckwerk Südamerikas. 1591 wurde in Lima das erste Priesterseminar der Neuen Welt gegründet, dessen Absolventen nach der Weihe gezielt in die vernachlässigten Gegenden entsandt wurden. Toribio von Mogrovejo erkrankte auf seiner letzten Pastoralreise und starb am Nachmittag des Gründonnerstags 1606 im Kloster San Agustín in Saña unweit von Lima. Verehrung: Vier Wochen später wurde sein Leichnam nach Lima verbracht und in der Kathedrale bestattet, weswegen in Peru sein Gedenktag statt am 23. März am 27. April begangen wird. Um den 27. September feiert sein Heimatort Mayorga die Ankunft eigener Reliquien mit einem großen Volksfest. Toribio wurde 1679 selig- und 1726 heiliggesprochen. 1983 erhob ihn Papst Johannes Paul II. zum Patron der lateinamerikanischen Bischöfe. Darstellung: als Bischof bei der Glaubensverkündigung, im Gebet Patron: des lateinamerikanischen Episkopats, des Erzbistums Lima, von Mayorga Weitere Heilige des Tages:
Merbod von Bregenz, Mönch, Einsiedler
Rebekka ar Rayès, Ordensfrau
Merbod von Bregenz, Mönch, Einsiedler
Rebekka ar Rayès, Ordensfrau
Lebensdaten: geboren um 890 in Wittislingen bei Dillingen, gestorben am 4. Juli 973 in Augsburg Lebensgeschichte: Uodalrîh war der Sohn des Dillinger Gaugrafen und über seine Mutter mit dem deutschen Königshaus verwandt. Nach seiner Ausbildung im Kloster St. Gallen wurde er 909 Kämmerer des Augsburger Bischofs Adalbero, seines Onkels. Weil er bei dessen Nachfolge aber übergangen wurde, zog er sich auf die reichen Familiengüter zurück, bis er 923 endlich Bischof von Augsburg wurde. Als Reichsfürst war Ulrich gleichermaßen als Politiker und Seelsorger tätig. Er konnte die Ansprüche seines Bistums gegen den Herzog von Bayern durchsetzen, ließ die Stadt gegen die Ungarneinfälle befestigen und befehligte 955 erfolgreich die Verteidigung Augsburgs. Den entscheidendsten Anteil am Sieg König Ottos I. gegen die Ungarn in der Schlacht am Lechfeld hatte er darin, dass er den König mit seinem abtrünnigen Sohn versöhnte und die Ungarn sehr zu ihrer Überraschung ein geeintes Heer vorfanden. Ab 960 übertrug er seinem Neffen Adalbero immer mehr Aufgaben und konzentrierte sich auf sein geistliches Amt. Er bereiste das ganze Bistum, stellte zerstörte Kirchen, Klöster und Dörfer wieder her, disziplinierte den Klerus, wobei er auch für dessen Unterhalt sorgte, predigte dem Volk und sorgte für eine würdige Liturgie. Von seinen Pilgerfahrten nach Rom brachte er Reliquien mit, für die er wertvolle Gefäße stiftete. Als er 972 seinem Neffen das Bischofsamt übertragen und sich ins Kloster zurückziehen wollte, lehnte das der Kaiser ab. Ulrich starb am 4. Juli 973 und wurde in der von ihm wiederaufgebauten Kirche St. Afra beigesetzt. Er ruht heute in der Gruft der Basilika St. Ulrich und Afra. Verehrung/Brauchtum: Ulrichs Verehrung wurde am 3. Februar 993 bei einem Treffen des römischen Klerus mit dem Papst im Lateranpalast genehmigt, was der behaupteten ersten Kanonisierung eines Heiligen auf einer Synode nicht ganz entspricht. Von der Wallfahrt zu seinem Grab, die rasch einsetzte, bringen Pilger seit dem 16. Jahrhundert Ulrichskreuze mit; diese sind dem Kreuz nachgebildet, das Ulrich den Ungarn entgegenhielt, und sollen gegen Unheil helfen, wie die Ulrichsbrünnlein, die auf seine Fürbitte hin entsprangen, bei Augenleiden. Im späten Mittelalter war der Vorname Ulrich einer der verbreitetsten. In der Diözese Augsburg findet seit 1955 jährlich die Ulrichswoche mit zahlreichen Wallfahrten und Glaubensangeboten für die ganze Bistumsfamilie statt. Eine Multimediareportage über den heiligen Ulrich hat der Sankt Ulrich Verlag erstellt. Darstellung: im Bischofsgewand, mit Fisch, Buch und Hirtenstab, oft auf dem Pferd Patron: von Augsburg, von St. Ulrich im Grödnertal, der Winzer, Fischer, Weber, der Sterbenden, Reisenden, Wanderer, Helfer bei schwerer Geburt, Krankheit, Fieber, Schwäche, Tollwut, Ratten- und Mäuseplage, Wassergefahren und Überschwemmungen Weitere Heilige des Tages:
Bertha von Blangy, Äbtissin
Elisabeth von Portugal, Königin, Terziarin
Werner von Wiblingen, Abt
Bertha von Blangy, Äbtissin
Elisabeth von Portugal, Königin, Terziarin
Werner von Wiblingen, Abt
Lebensdaten: geboren am 18. September 1882 in Mittelbiberach, gestorben am 8. Mai 1913 in Hegne (Allensbach) Lebensgeschichte: Franziska Nisch kam unehelich zur Welt, weil ihren mittellosen Eltern die Trauung nicht gestattet wurde. Als ihre Eltern endlich heiraten konnten und nach Unterstadion zogen, blieb Franziska bis 1889 bei ihrer Großmutter wohnen und erfuhr später weder Liebe noch Zuneigung von Vater und Mutter. Das fromme und lebensfrohe Kind verließ mit zwölf Jahren die Schule und half in kleinen Betrieben ihrer Verwandten mit, wo sie aber mit Härte behandelt wurde. Deshalb trat sie eine Stelle als Dienstmagd an, mit deren Verdienst sie auch ihre Familie unterstützen konnte. Als sie 1904 an Gesichtsrose erkrankte und im Rohrschacher Krankenhaus von den Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz (Ingenbohler Schwestern) gepflegt wurde, wollte sie auch der Kongregation angehören. Weil sich ihr Beichtvater für sie einsetzte, konnte sie auch ohne Mitgift in das Provinzhaus in Hegne eintreten und nahm den Ordensnamen Ulrika an. Meist im Hauswesen und in der Küche tätig, kam sie in verschiedene Häuser des Ordens, wo sich ihr „Wirken im Kleinen“ stets durch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und kindliche Dankbarkeit für jede Geste auszeichnete. Von Beginn ihres Ordenslebens an hatte Schwester Ulrika Visionen ihres Schutzengels, der Gottesmutter und verschiedener Heiliger, die ab 1912 Visionen des Bösen wichen, die Zweifel in ihr säten und Verzweiflung brachten. Kaum von diesen Anfeindungen genesen, erkrankte sie an einer Kehlkopf- und Lungentuberkulose, der sie nach einem Jahr schwerer Krankheit mit 31 Jahren im Schwesternkrankenhaus in Hegne erlag. Verehrung: Nachdem sich an ihrem Grab auf dem Klosterfriedhof von Hegne wunderbare Gebetserhörungen ereignet hatten und Papst Johannes Paul II. sie 1987 seligsprach, wurden ihre Gebeine 1991 in eine eigens erbaute Krypta der Klosterkirche übertragen. Ausspruch der sel. Ulrika: „Je reiner die Absicht von jeder Eigenliebe und Eigennutz frei ist, desto ruhiger und in Gott gesammelter arbeiten wir.“ Weitere Heilige des Tages:
Achatius, Märtyrer, Nothelfer
Benedikt II., Papst
Klara Fey, Gründerin
Marie-Catherine vom hl. Augustin, Ordensfrau, Missionarin
Victor von Mailand, Märtyrer
Achatius, Märtyrer, Nothelfer
Benedikt II., Papst
Klara Fey, Gründerin
Marie-Catherine vom hl. Augustin, Ordensfrau, Missionarin
Victor von Mailand, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 1310 auf Burg Grisac, Cevennen, gestorben am 19. Dezember 1370 in Avignon Lebensgeschichte und Bedeutung: Der südfranzösische Adelsspross Guillaume de Grimoard trat nach dem Studium der Rechte in den Benediktinerorden ein und wurde nach weiterführenden Studien zum Doktor beiderlei Rechte, des kirchlichen und des weltlichen, promoviert. Er wirkte als weithin anerkannter Universitätslehrer und Rechtsexperte und übernahm wichtige Ämter in seinem Orden und in der kirchlichen Verwaltung, darunter auch das des Bistumsadministrators von Avignon, wo seit 1309 die Päpste statt in Rom residierten. 1362 wurde er auf der Rückreise von einer päpstlichen Gesandtschaft zum Papst gewählt. Urban schritt energisch gegen die verfallenden Sitten des Klerus und für die Reinhaltung der Lehre ein, er nahm sich selber der Bischofsernennungen an, förderte Ordensreformen und die Gründung von Universitäten. Gegen die Umklammerung der Kirche durch die französische Krone betrieb er die Rückkehr des Papsttums nach Rom, wohin er 1367 zog. Papst Urban unterstützte den Kreuzzug nach Ägypten und versuchte über den byzantinischen Kaiser eine ökumenische Annäherung. Der hohe italienische Klerus, der gehofft hatte, die maßgebliche Rolle in der Kurie von den französischen Kardinälen zu übernehmen, wurde herb enttäuscht und ließ Urban seine Ablehnung spüren. 1370 kapitulierte Urban vor den politischen und militärischen Wirren in Italien und kehrte nach Avignon zurück, wo er am 19. Dezember starb. Verehrung: Urban wurde 1870 als einziger der Avignonesischen Päpste seliggesprochen. Sein Grabmal in der Basilika Saint-Victor in Marseille wurde während der Französischen Revolution zerstört. Weitere Heilige des Tages:
Susanna die Keusche, Gestalt aus dem Buch Daniel
Susanna die Keusche, Gestalt aus dem Buch Daniel
Lebensdaten: geboren in der Bretagne, gestorben 383 oder 451 in Köln Legende: Ursula war die Tochter eines Königs mit Namen Maurus und hatte sich Gott geweiht. Trotzdem wurde sie von ihrem Vater mit dem jungen Fürsten Ætherius verlobt. Ursula stellte zur Bedingung, dass ihr Bräutigam bis zur Hochzeit Christ würde, was damals ein jahrelanger Prozess war. Zusammen mit zehn Gefährtinnen unternahm Ursula unterdessen eine Pilgerfahrt mit dem Schiff nach Rom. In Köln hatte die junge Frau eine Vision, die ihr das künftige Martyrium zeigte. Die Jungfrauen segelten rheinaufwärts bis nach Basel, wo das Elftausendjungfern-Gässli an sie erinnert, und zogen zu Fuß weiter bis nach Rom, wo sie mit Papst Cyriacus (oder Siricius) zusammentrafen. Auf dem Rückweg in die bretonische Heimat kamen sie wieder nach Köln. Dort fielen die Hunnen brutal über die Frauen her, misshandelten und töteten sie. Lediglich Ursula überlebte, denn der Hunnenkönig Attila begehrte sie zur Frau. Weil sich Ursula aber weigerte, ihn zu heiraten, wurde sie mit einem Pfeil ins Herz getötet. Als nun alle Jungfrauen tot waren, kam vom Himmel her ein Heer von 11.000 Engeln und trieb die Hunnen aus der Stadt. Die Kölner bestatteten sie feierlich und stellten ihre Stadt unter das Patronat der heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen. Verehrung: Über den Gräbern der Jungfrauen wurde die heutige Basilika St. Ursula errichtet, und ab dem 10. Jahrhundert war Ursula hochverehrt, bis ihr die Reliquien der Drei Heiligen Könige 1164 den Platz streitig machten. Nach ihr benannte Angela Merici die Gemeinschaft der Ursulinen, die sie 1535 gründete. Die Legende gab auch den Jungferninseln ihren Namen. Auf dem Stadtwappen von Köln finden sich die elf Jungfrauen als elf Blutstropfen wieder. Ursulas Gedenktag wurde bei der Kalenderreform 1969 gestrichen, 2003/2004 aber wieder aufgenommen. Darstellung: als Fürstin mit Krone, Pfeil, Palme, Taube oder Kreuzfahne, manchmal als Schutzmantelheilige, ihre Gefährtinnen schützend Patronin: von Köln, der Lehrerinnen und Erzieherinnen, der Jugend, kranken Kinder, Tuchhändler, der Universitäten Paris-Sorbonne, Wien und Coimbra, Helferin für eine gute Heirat und Ehe, für einen ruhigen Tod Weitere Heilige des Tages:
Malchus, Einsiedler
Malchus, Einsiedler
Lebensdaten: geboren am 17. April 1865 in Loosdorf, Niederösterreich, gestorben am 29. Mai 1939 in Rom Lebensgeschichte: Julia Maria Gräfin Ledóchowska war die Schwester der seligen Maria Teresia Ledóchowska, der Gründerin der Missionsschwestern vom heiligen Petrus Claver. Ihr Bruder Wladimir wurde Ordensgeneral der Jesuiten, ihr Onkel war Erzbischof von Gnesen und Posen und wurde später Kurienkardinal in Rom. Sie ging in St. Pölten bei den Englischen Fräulein zur Schule und trat 1886, nach der Rückkehr der Familie nach Polen, mit dem Namen Ursula in den Ursulinenorden in Krakau ein. 1904 wurde sie dort Oberin. Drei Jahre später gründete sie in St. Petersburg ein Internat für polnische Studentinnen, aus dem ein Ursulinenkloster wurde, und ein weiteres Kloster im finnischen Sortavala. In Finnland pflegte sie Kontakte zur lutherischen Kirche, übersetzte den Katechismus ins Finnische und eröffnete eine Ambulanz für arme Fischer. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus Russland ausgewiesen, schuf sie in Schweden eine Mädchenschule und ein Waisenhaus für Kinder polnischer Emigranten, gründete ein Hilfskomitee für Kriegsopfer und hielt unzählige Vorträge in ganz Nordeuropa, um für die polnische Unabhängigkeit zu werben. Bei Kriegsende hatte sie sich von den aristokratischen Krakauer Ursulinen entfremdet und gründete 1920 in Pniewy bei Posen eine eigene Ordensgemeinschaft, die Ursulinen vom Herzen Jesu in Todesangst, kurz Graue Ursulinen genannt, die sich der Erziehung und Armenfürsorge widmen. Als sie 1939 auf einer Reise nach Rom starb, zählte der Orden bereits 100 Angehörige in 35 Klöstern. Heute sind es über 1000 in 95 Niederlassungen. Verehrung: 1983 wurde sie von ihrem Landsmann Papst Johannes Paul II. selig- und 2003 heiliggesprochen. Ihr Leichnam wurde 1989 ins Mutterhaus des Ordens nach Pniewy überführt. Patronin: von Sieradz bei Łódź Weitere Heilige des Tages:
Bona von Pisa, Mystikerin
Maximin, Bischof
Paul VI., Papst
Bona von Pisa, Mystikerin
Maximin, Bischof
Paul VI., Papst
Lebensdaten: geboren um 400, gestorben an einem 7. Januar um 475 bei Meran Lebensgeschichte und Legende: Valentin war ein Wanderbischof in der römischen Provinz Rätien, die sich vom Genfer See aus nach Osten zwischen der Donau und dem Inn bis nach Regensburg und Passau erstreckte. Bereits für den 7. Januar 480 ist in der Dreiflüssestadt sein Jahresgedächtnis belegt. Gesichert ist ferner, dass sich in Mais (heute Dorf Tirol bei Meran) über seinem Grab eine Valentinskirche erhob. 764 ließ der bayerische Herzog Tassilo III. seine Gebeine nach Passau überführen und in der Bischofskirche bestatten, was für eine dort durchgängige Verehrung spricht. Um 1200 entstand in Passau eine Vita, der nach Valentin aus den heutigen Niederlanden (Batavia) nach Passau (Castra Batava) kam. „Aufgrund der Wildheit der Bewohner“ hatte er keinen Erfolg mit seiner Glaubensverkündigung, weswegen er sich in Rom mit einer päpstlichen Vollmacht versah. Nachdem auch diese nichts bewirkte, weihte ihn der Papst in Rom zum Bischof für Passau, und weil auch das keine Ergebnisse zeitigte, zog sich Valentin in die Alpen zurück, wo er ungleich erfolgreicher wirkte und im Ruf der Heiligkeit starb. Verehrung: Valentin verdrängte den heiligen Stephanus als Hauptpatron des Bistums Passau und wurde 1289 gemeinsam mit dem heiligen Maximilian in prunkvollen Gräbern beigesetzt. Die nach dem verheerenden Stadtbrand 1662 erhaltengebliebenen Reliquien befinden sich heute im Hochaltar. Das Bistum Passau begeht seit 2018 den Gedenktag seines Patrons am 1. Juli. Valentin von Rätien wird in der gesamten ehemaligen römischen Provinz verehrt: in Südtirol und Tirol, Vorarlberg und in der Ostschweiz, und besonders im Innviertel, das zum früheren großen Bistumsgebiet von Passau gehörte. Das Patronat über die Epileptiker ist wohl der Verwechslung mit Valentin von Terni sowie der Verballhornung „Fallentin – Fall net hin“ geschuldet. Darstellung: als Bischof mit krankem (epileptischem oder verkrüppeltem) Kind zu Füßen Patron: des Bistums Passau, des Viehs, der Epileptiker, Helfer bei Epidemien und Kopfleiden Weitere Heilige des Tages:
Raimund von Peñafort, Ordensgeneral
Reinhold von Köln, Ordensmann
Maria Theresia Haze, Gründerin
Raimund von Peñafort, Ordensgeneral
Reinhold von Köln, Ordensmann
Maria Theresia Haze, Gründerin
Lebensdaten: geboren in Terni, Umbrien, gestorben am 14. Februar 269 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Mit dem Namen Valentin sind gleich zwei, wenn nicht drei Lebensgeschichten verbunden, die nicht leicht auseinanderzuhalten sind. Vom Priester Valentin von Rom und dem Bischof Valentin von Terni weiß man sicher nur, dass sie im 3. Jahrhundert lebten und ihres Glaubens wegen starben. Valentin von Rom soll an einem 14. Februar zwischen 268 und 270 unter Kaiser Claudius Gothicus enthauptet worden sein – ohne dass es damals eine Christenverfolgung gegeben hätte. Bischof Valentin von Terni wiederum wurde nach Rom gerufen, weil der Sohn eines Rhetors namens Kraton unter krampfartigen Verkrümmungen litt. Tatsächlich wurde der Junge durch Valentins Gebete geheilt. Kraton, sein ganzes Haus und auch der Sohn des Stadtpräfekten bekehrten sich nach diesem Wunder zum christlichen Glauben – worauf der Präfekt Valentin gefangennehmen und schließlich köpfen ließ. Mit Valentin von Rätien, der 200 Jahre später lebte, teilt er sich das Patronat gegen Epilepsie, auch „Fallsucht“ genannt – daher rührt der volksmündliche Name „Fallentin – Fall net hin“. Von den Erzählungen, wonach Bischof Valentin vielen Ehepaaren mit Rat und Tat zur Seite gestanden und Legionäre, denen die Heirat untersagt war, nach einem christlichen Ritus getraut hätte, wissen weder die „Goldene Legende“ (um 1265) noch die an Heiligenviten reiche „Schedelsche Weltchronik“ (1493) etwas. Verehrung/Brauchtum: Schon im 4. Jahrhundert sind an zwei verschiedenen Meilensteinen der Via Flaminia, die von Rom nach Terni führt, Kultstätten, später sogar eine Valentinsbasilika bezeugt, wo sie vermutlich nach ihrem Martyrium bestattet wurden. 496 nahm Papst Gelasius I. Valentin in das Heiligenverzeichnis auf, ohne ihn näher zu identifizieren. Im 10. Jahrhundert hieß das römische Stadttor zur Via Flaminia Porta San Valentino (heute Porta del Popolo). Das Blumenschenken am Valentinstag geht auf die britische Tradition zurück, am 14. Februar Liebesbriefe zu verschicken, und wurde 1950 von findigen Blumenhändlern als „Tag der offenen Herzen“ eingeführt. Hintergrund dafür ist eine spätantike Berechnung des Frühlingsbeginns auf Mitte Februar, den Dichter des 14. Jahrhunderts einfachhin am Gedenktag des heiligen Valentin als Chiffre festgesetzt hatten. Der ebenfalls spätmittelalterliche Liebesbrauch, am 14. Februar durch Los einen Valentin und eine Valentine zu bestimmen, die dann für ein Jahr als Verlobte galten, könnte einer Lautverschiebung aus dem altfranzösischen/normannischen „Galantin“ bzw. „Galantine“ geschuldet sein. Patron: der Liebenden, Jugend, Reisenden, Imker, für eine gute Heirat; Helfer gegen Pest, Epilepsie und Gebärmutterkrankheiten Weitere Heilige des Tages:
Cyrill und Methodius, Glaubensboten
Johannes Baptist von der Empfängnis, Ordensgründer
Cyrill und Methodius, Glaubensboten
Johannes Baptist von der Empfängnis, Ordensgründer
Lebensdaten: gestorben um 300 in Trier Lebensgeschichte und Legende: Valerius war der zweite Bischof von Trier. Der Legende nach war er ein Schüler des heiligen Petrus oder sogar einer aus der Schar der 72 Jünger Christi gewesen: Petrus hatte ihn mit zwei Gefährten nach Gallien gesandt, um die Frohe Botschaft zu verkünden. Eucharius sollte Bischof, Valerius Diakon und Maternus Subdiakon sein. Unterwegs wurde Maternus schwer krank und starb. Valerius und Eucharius kehrten zu Petrus zurück und brachten ihm die Kunde. Petrus gab ihnen darauf seinen Bischofsstab mit, schickte sie zurück an den Ort, an dem Maternus gestorben war, und trug ihnen auf, den Toten mit dem Bischofsstab zu berühren. Als sie den Auftrag erfüllt hatten, wurde Maternus wieder lebendig. Soweit die Legende. Weit wahrscheinlicher traten Valerius und seine Gefährten Ende des 3. Jahrhunderts, nach dem Ende der blutigsten Christenverfolgungen, in der Gegend auf. In Trier kehrten sie in das Haus einer Witwe namens Albana ein, die sich durch ihr Beispiel und ihre Predigten bekehrte und ihnen erlaubte, aus ihrem großen Haus eine Kirche zu machen. Als Eucharius starb, wurde Valerius sein Nachfolger im Bischofsamt. Nach 15 Jahren folgte ihm wiederum Maternus nach, der zwischenzeitlich die Bischofssitze von Köln und Tongern gegründet hatte. Der Bischofsstab des heiligen Petrus wurde in Köln und Trier verehrt, bis er im 14. Jahrhundert nach Prag verbracht wurde. Verehrung: Im 5. Jahrhundert ließ Bischof Cyrill von Trier für die beiden ersten Bischöfe seines Bistums zwei Steinsarkophage anfertigen, in denen die Gebeine der Heiligen bis heute in der Abteikirche St. Matthias in Trier verehrt werden. Darstellung: als Bischof mit Stab, Mitra und Buch Weitere Heilige des Tages:
Josef Freinademetz, Ordenspriester, Missionar
Josef Freinademetz, Ordenspriester, Missionar
Lebensgeschichte und Legende: Eine Überlieferung setzt Veronika mit der blutflüssigen Frau gleich, die Jesu Gewand berührte und geheilt wurde (siehe Lk 8,43–48). Sie bewahrte ein Abbild Jesu bei sich auf und heilte damit den römischen Kaiser Tiberius von einem „Wespennest“, das er im Kopf hatte. Diese Überlieferung überschneidet sich mit derjenigen Überlieferung von der Jerusalemer Frau auf dem Kreuzweg, die Jesus ein Schweißtuch reichte, auf dem sich sein Antlitz einprägte (siehe Lk 23,27). Eine französische Variante dieser Erzählung lässt Veronika nach Soulac in Südwestfrankreich gelangen, wo sie im Jahr 70 stirbt. Ihre Gebeine wurden in der Kirche St. Seurin in Bordeaux bestattet. Einer ganz anderen Überlieferung nach übersandte Jesus noch vor seinem Tod dem König von Edessa sein Bildnis, das dessen Tochter Berenike aufbewahrte. Von Edessa aus gelangte es nach Konstantinopel, wo es während der Kreuzzüge verschwand. Verehrung/Brauchtum: Im ostkirchlichen Bereich hat sich die Tradition des nicht menschengemachten Portraits Jesu in der Ikonenmalerei niedergeschlagen. In der Westkirche wurde das Schweißtuch zu einem wichtigen Emblem der Passionsgeschichte und machte die heilige Veronika zu einer der beliebtesten Heiligen mit zahllosen Darstellungen. Seit dem 12. Jahrhundert wird das Schweißtuch der Veronika in Rom verehrt und in einer der vier Kuppelsäulen des Petersdoms aufbewahrt. Im 17. Jahrhundert soll der „Volto Santo“ (Heiliges Antlitz) verschwunden und von dort nach Manoppello in den Abruzzen gelangt sein. Auch im spanischen Oviedo verehrt man ein Schweißtuch mit dem Antlitz Jesu, allerdings dasjenige aus der Grablege (Joh 20,7). Darstellung: als Matrone mit Schleier oder Haube, das Schweißtuch mit dem Antlitz Jesu in der Hand Patronin: der Fotografen, Pfarrhaushälterinnen, Wäscherinnen, Leinenweber, Leinenhändler, Weißnäherinnen; Helferin bei schweren Verletzungen und Blutungen, Fürsprecherin für einen guten Tod Weitere Heilige des Tages:
Johanna von Valois, Ordensgründerin
Josef von Leonessa, Missionar
Rabanus Maurus, Abt, Erzbischof
Johanna von Valois, Ordensgründerin
Josef von Leonessa, Missionar
Rabanus Maurus, Abt, Erzbischof