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Heilige

Lebensdaten: gestorben 72 in Mylapore, Chennai (Madras) Lebensgeschichte: Thomas wird in allen Apostellisten namentlich aufgeführt und kommt im Johannesevangelium dreimal zu Wort (Joh 11,16, 14,5 und 20,29): Sein Ausruf „Mein Herr und mein Gott“ vor dem Auferstandenen, der ihn aufforderte, seine Kreuzigungswunden zu berühren, machten den „ungläubigen Thomas“ sprichwörtlich. Die Didachè („Zwölfapostellehre“, um 100) berichtet, Thomas habe den Glauben nach Indien gebracht und dort die Kirche gegründet. Die syrischen Thomasakten schmücken das etwa hundert Jahre später noch um einige Legenden aus, wie der, dass er auf dem Weg nach Indien die Heiligen Drei Könige in Persien getauft und einem indischen König namens Gundisar einen Palast erbaut hätte. Auch Origenes (gestorben 254) berichtet von Thomas’ Missionstätigkeit in Persien und Indien, wo er um das Jahr 70 das Martyrium erlitten habe. Der indischen Überlieferung nach pflanzte Thomas den Glauben an der Malabarküste ein und wurde nach seinem Märtyrertod – er wurde von Lanzen durchbohrt – unweit von Madras bestattet, wo sein Grab heute noch ein großer Wallfahrtsort ist. Verehrung/Brauchtum: Thomas’ Reliquien wurden zum größten Teil nach Edessa (heute Şanlıurfa, Türkei) und Tiflis (Georgien) überführt und 1258 von Kreuzfahrern von Edessa nach Ortona in Italien verbracht, wo sie in einem Schrein der Krypta des Doms ruhen. Der frühere Gedenktag am 21. Dezember, der längsten Nacht des Jahres, war mit winterlichem Brauchtum wie Orakelsprüchen in Liebesdingen verbunden. Die Liturgiereform von 1970 verlegte seinen Gedenktag auf den 3. Juli, dem überlieferten Datum der Übertragung seiner Gebeine von Indien nach Edessa. Darstellung: beim Berühren der Wundmale Christi, mit Buch, Lanze oder Schwert, Winkelmaß, Kelch, Steinen, Herz oder Steinwürfeln Patron: von Ostindien, Portugal, Goa, der Thomas-Insel, des Kirchenstaats, von Urbino, Parma und Riga, der Bau- und Zimmerleute, der Theologen, Helfer bei Rückenschmerzen und für eine gute Heirat   Weitere Heilige des Tages:
Anatolius von Laodicea, Bischof
Joseph Lenzel, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 21. Dezember 1118 in London, gestorben am 29. Dezember 1170 in Canterbury Lebensgeschichte und Bedeutung: Thomas gehörte der normannischen Oberschicht an und wurde nach Studien in ganz Europa Archidiakon des Erzbischofs von Canterbury. König Heinrich II. berief ihn 1155 zum Lordkanzler; dieses Amt versah Thomas sehr erfolgreich und ganz im Sinne des Königs, auch gegen den Erzbischof von Canterbury. Als Heinrich II. dann Thomas selber als Erzbischof von Canterbury und Primas von England einsetzte, um noch größeren Einfluss auf die Kirchenpolitik zu nehmen, änderten sich Thomas’ Loyalitätsverhältnisse grundlegend. Er gab sein Kanzleramt zurück, legte seine luxuriösen Lebensgewohnheiten ab, führte das asketische Mönchsleben eines Benediktiners und wehrte die Übergriffe der englischen Krone auf kirchliches Recht und Eigentum ab. Als der Streit zwischen Erzbischof und König immer mehr eskalierte, musste Thomas Becket aufs Festland flüchten. Von dort aus belegte er den König und die ihm ergebenen englischen Bischöfe mit dem Kirchenbann. Durch sein unversöhnliches Vorgehen mehr und mehr isoliert – auch Papst Alexander III. ließ ihn fallen –, nahm Thomas schließlich ein Friedensangebot des Königs an und kehrte nach Canterbury zurück, wo er am 29. Dezember 1170 von Gefolgsleuten Heinrichs II. auf den Altarstufen der Kathedrale ermordet wurde. Verehrung: Ein Jahr nach der Heiligsprechung des Jahres 1173 pilgerte König Heinrich II. zum Grab des bereits hochverehrten Märtyrers und ließ sich zur Buße auspeitschen. Die Wallfahrt zu Thomas’ Grab in Canterbury wurde zu einer der größten von ganz Europa. 1538, nach der Ermordung seines Lordkanzlers Thomas Morus, ließ König Heinrich VIII. den kostbaren Schrein zerstören und die Gebeine zerstreuen. Reliquien des Heiligen befinden sich im Braunschweiger Dom.     Weitere Heilige des Tages:
David, König und Prophet
Lebensdaten: geboren am 7. Februar 1478 in London, gestorben am 6. Juli 1535 ebendort Lebensgeschichte: Thomas More war der Sohn eines Richters und kam durch Protektion des Lordkanzlers und Erzbischofs von Canterbury zum Studium nach Oxford, wo er sich klassischem Latein und Griechisch widmete. 1501 schloss er auch sein juristisches Studium ab. Der erfolgreiche Rechtsanwalt prüfte ein Jahr seine etwaige Berufung zum geistlichen Stand im Londoner Kartäuserkloster, wurde 1504 Parlamentsmitglied und gründete eine Familie. More machte sich einen Namen als Undersheriff (Richter) von London sowie als Rechtslehrer, weltweit besonders aber als Humanist, Satiriker und Schriftsteller. König Heinrich VIII. förderte Mores Karriere, schlug ihn 1521 zum Ritter und ließ sich von ihm bei einer Schrift gegen Luther helfen, die ihm und allen englischen Monarchen nach ihm den päpstlichen Ehrentitel „Verteidiger des Glaubens“ eintrug. 1529 wurde More Lordkanzler, weil sein Vorgänger die Annullierung der Ehe des Königs mit Katharina von Aragon nicht zuwege gebracht hatte. Als Heinrich VIII. die Lösung der englischen Kirche von Rom betrieb und von allen Geistlichen seine Anerkennung als Kirchenoberhaupt verlangte, trat More aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück. 1534 verlangte das Parlament von allen Inhabern öffentlicher Ämter, die Thronfolge der Kinder aus Heinrichs zweiter Ehe mit Anne Boleyn anzuerkennen. Diesen Eid verweigerte More als Mitglied des Oberhauses, weil ihn sein Gewissen an die Unauflöslichkeit der Ehe band und er den Zugriff des Königs auf die Rechte der Kirche als unrechtmäßig ablehnte. Darauf wurde er gemeinsam mit Bischof John Fisher von Rochester eingekerkert, des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt. Am 6. Juli 1535 wurde er enthauptet. Verehrung: Mores Kopf wurde einen Monat lang aufgespießt zur Schau gestellt und ruht heute in der Kathedrale von St. Dunstan in Canterbury. 1886 wurde er gemeinsam mit dem Märtyrerbischof John Fisher seliggesprochen, von dessen Todesdatum am 22. Juni der gemeinsame Gedenktag rührt. 1935, wohl nicht zufällig zur Zeit des Nationalsozialismus, erfolgte auch ihre gemeinsame Heiligsprechung. 2000 erklärte ihn Papst Johannes Paul II. zum Patron der Regierenden und der Politiker. Darstellung: als Lordkanzler mit Amtskette, mit Papstkreuz, Kelch und Hostie Patron: der Regierenden und der Politiker, von Lennestadt, der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG)   Weitere Heilige des Tages:
John Fisher, Bischof, Märtyrer
Albin von Rom, Märtyrer
Paulinus von Nola, Bischof
Lebensdaten: geboren um 1225 auf Burg Roccasecca bei Aquino, Latium, gestorben am 7. März 1274 im Kloster Fossanova Lebensgeschichte: Der Grafensohn Tommaso de Aquino wurde mit fünf Jahren der Obhut der Benediktiner auf Montecassino anvertraut, deren Abt sein Onkel war. Bereits mit 13 Jahren nahm er das Studium in Neapel auf. Dort begeisterte er sich für den jungen Bettelorden der Dominikaner. Um ihn davon abzuhalten, sich den Predigerbrüdern anzuschließen, ließ ihn seine Mutter von seinen Brüdern gefangennehmen und sperrte ihn für ein Jahr in einen Schlossturm. Doch Thomas setzte seinen Entschluss durch. In Paris studierte er bei seinem Ordensbruder Albertus Magnus, dessen Assistent er wurde und dem er zum Aufbau einer Ordensschule nach Köln folgte. Zurück in Paris lehrte er dort selber Theologie, bis er 1259 für zehn Jahre nach Italien zurückkehrte, wo er die Arbeit an seinen Hauptwerken aufnahm: den Summen (Lehrbüchern). Er lehrte ab 1268 ein weiteres Mal als Magister in Paris, wo der größte Teil der Summa Theologiae und die meisten seiner Aristoteles-Kommentare entstanden, und kehrte 1272 endgültig nach Italien zurück. Neben dem weiten Gebrauch der Philosophie des Aristoteles († 322 v. Chr.), was durchaus kritisch von seinen Zeitgenossen beäugt wurde, machte sich Thomas von Aquin durch systematische, schulmäßige („scholastische“) Ordnung der Lehre der Kirche um die Wissenschaftlichkeit der Theologie verdient und wurde wegen seiner meisterhaft vorexerzierten Verknüpfung von Glaube und Vernunft sowie Theologie und Philosophie zum Kirchenlehrer bereits zu Lebzeiten. Nach einem mystischen Erlebnis des Jahres 1273 weigerte sich Thomas weiter zu schreiben, denn „alles, was ich geschrieben habe, erscheint mir wie Spreu, verglichen mit dem, was ich geschaut habe“. Er starb auf dem Weg zum Zweiten Konzil von Lyon am 7. März 1274 in der Zisterzienserabtei Fossanova südlich von Rom. Verehrung: Thomas’ Gebeine wurden am 28. Januar 1369 nach Toulouse überführt, werden jetzt aber in mehreren europäischen Städten verehrt. 1323 wurde er heiliggesprochen, 1567 von Papst Pius V. zum Kirchenlehrer und 1880 von Papst Leo XIII. zum Patron aller theologischen Hochschulen ernannt. Darstellung: als Dominikaner mit verschiedenen Attributen, die seine Tugenden ausdrücken sollen, wie zum Beispiel Sonne, Stern, Edelstein, Taube und Monstranz Patron: der katholischen Hochschulen, Theologen und Studenten, Buchhändler und Bleistifthersteller, Helfer gegen Unwetter Ausspruch des hl. Thomas: „Niemand besitzt die wahre Freude, wenn er nicht in der Liebe ist.“   Weitere Heilige des Tages:
Karl der Große, Kaiser
Karoline Barbara Carré de Malberg, Gründerin
Lebensdaten: geboren am 4. Juni 1655 in Cori, gestorben am 11. Januar 1729 in Civitella, heute Bellegra, Italien Lebensgeschichte: Francesco Antonio Placidi war das älteste Kind einer armen Schafthirtenfamilie und lernte beim Kanoniker Giovanni Battista Melita, der in seinem Haus 50 arme Jungen unterrichtete, Lesen und Schreiben. Als seine Ausbildung aus Geldmangel unterbrochen wurde und er die Schafe hüten musste, verbrachte er die meiste Zeit mit dem Lesen frommer Bücher und im Gebet. Nach dem Tod der Eltern verkaufte er die Herde und gab das Geld seinen jüngeren Schwestern, um ihnen eine gute Heirat zu ermöglichen. Er trat mit dem Ordensnamen Fra Tommaso in den Franziskanerorden in Cori ein und wurde nach seinem Theologiestudium und der Priesterweihe zum stellvertretenden Novizenmeister nach Orvieto berufen. 1684 bat er um Aufnahme in den Konvent von Civitella, in dem die Ordensbrüder einer alten Tradition entsprechend wieder als Einsiedler lebten. Bei seiner Ankunft soll er gesagt haben: „Ich bin Bruder Thomas und komme, um heilig zu werden.“ Er verfasste strenge Regeln für das klösterliche Leben, die er auch im Konvent von Palombara anwandte, wo er sechs Jahre eingesetzt war. Zurück in Civitella, verließ er die Einsiedelei nur, um in der Region Beichte zu hören und mit einfachen und kraftvollen Worten zu predigen – übrigens so erfolgreich, dass man ihn den „Apostel“ der Gegend um Subiaco nannte. Thomas verbrachte oft die ganze Nacht im tiefen Gebet und strahlte eine große Ruhe aus, obwohl er sein Leben lang eine geistliche Trockenheit und Verlassenheit ohne jeden Trost des Gefühls erlebte. Um ihn rankten sich bereits zu Lebzeiten zahlreiche Wundergeschichten – ein berühmtes Bild von Antonio Cavallucci (1786) zeigt ihn levitierend über dem Boden schweben. Er starb am 11. Januar 1729 und wurde im Kloster Civitella (heute Bellegra) begraben. Verehrung: 1756 übernahm das Generalkapitel des Ordens seine Regel für alle Franziskanereremiten. 1786 wurde er selig-, 1999 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.   Weitere Heilige des Tages:
Paulinus von Aquileja, Patriarch
Theodosius der Große, Mönch
Lebensdaten: geboren in Lystra, heute das Dorf Kilistra (Gökyurt) bei Konya, Türkei, gestorben um 97 in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk Lebensgeschichte: Timotheus, dessen Großmutter Loïs bereits Christin war, entstammte einer jüdisch-heidnischen Mischehe: Seine Mutter Eunike hatte einen Griechen geheiratet, weswegen Timotheus entgegen der jüdischen Tradition auch nicht beschnitten war. Das ließ der Apostel Paulus aus Rücksicht auf die Juden nachholen, als er sich Timotheus zum Begleiter auf seinen Missionsreisen wählte. Timotheus wurde ein enger Vertrauter des Paulus, der ihn überaus schätzte und mit heiklen Aufgaben betraute. Er besuchte Paulus im Gefängnis und wurde auch selber inhaftiert. Zuletzt entsandte ihn Paulus als seinen Stellvertreter nach Ephesus. Die wichtigen Briefe und Berichte, die Paulus ihm dorthin schickte, sind in den beiden Timotheusbriefen ins Neue Testament eingegangen. Vor seinem Tod bat Paulus Timotheus noch einmal nach Rom. Der Überlieferung nach kehrte Timotheus von dort aus wieder nach Ephesus zurück, wo er als Bischof wirkte und um das Jahr 97 den Märtyrertod erlitt. Verehrung: 356 wurden seine Reliquien von Ephesus nach Konstantinopel in die Apostelkirche überführt. Auch in Rom in der Kirche S. Giovanni in Fonte werden Reliquien des Apostelschülers verehrt. Darstellung: als Bischof mit Keule und Steinen Patron: gegen Magenleiden (siehe 1 Tim 5,23)   Weitere Heilige des Tages:
Titus, Apostelschüler, Bischof
Paula von Rom, Klostergründerin
Xenophon, Wohltäter, Mönch
Lebensdaten: geboren vermutlich in Korinth, gestorben 105 auf Kreta Lebensgeschichte: Der Grieche Titus begleitete als Vertreter der heidenchristlichen Kirchen den Apostel Paulus zum Jerusalemer Apostelkonzil (um 48), auf dem sich Paulus die Vollmacht zur Heidenmission ohne verpflichtende Übernahme des jüdischen Gesetzes bestätigen ließ. In diesem Zusammenhang erwähnt Paulus, dass Titus nicht gezwungen wurde, sich beschneiden zu lassen (Gal 2,3). Titus reist im Auftrag des Apostels Paulus zweimal nach Korinth: einmal, um in Kleinasien und Griechenland eine Kollekte für Jerusalem zu organisieren und Paulus die Gelder daraus zuzuführen, ein andermal, um dort einen Paulusbrief zu übergeben und die Schwierigkeiten des Apostels mit der jungen Kirche in der griechischen Hafenstadt zu lösen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe – Paulus nennt ihn seinen „Gefährten und Mitarbeiter“ (2 Kor 8,23, um 56) – und Titusʼ Vertrautheit vor Ort machen seine Herkunft aus Korinth wahrscheinlich. Laut dem zweiten Timotheusbrief wirkte Titus auch in Dalmatien. In einem eigenen Brief an Titus (um 63) nennt ihn Paulus sein „rechtmäßiges Kind“ (Tit 1,4) und setzt ihn als Vorsteher der Kirche auf Kreta ein. Der Überlieferung der Kirche auf Kreta und der orthodoxen Welt nach war Titus ohnehin gebürtiger Kreter und von edelster Abstammung und hatte sich als junger Mann den Künsten und Wissenschaften verschrieben. Als er sich mit den heiligen Schriften Israels befasste, beeindruckten ihn diese so sehr, dass er nach Jerusalem reiste, wo er Jesus begegnete und einer seiner 72 „anderen“ Jünger wurde (Lk 10,1). Später schloss er sich dem Apostel Paulus als Dolmetscher an und kehrte nach dessen Tod als Bischof von Gortyn nach Kreta zurück, wo er Kirchen gründete und den Bau eines Zeustempels durch Einsturz verhinderte. Er starb der Überlieferung nach mit 94 Jahren und wurde in seiner Bischofskirche bestattet. Verehrung: Titusʼ Hauptreliquie wurde 796 zum Schutz vor den Muslimen nach Heraklion übertragen, wo sie bis zur Eroberung Kretas durch die Ottomanen 1669 in der Kirche Hagios Titos verwahrt wurde. Sie wurde nach Venedig in Sicherheit gebracht und ruhte in der Basilika Santa Maria della Salute, bis sie 1966 an Kreta zurückgegeben wurde, wo sie heute in der neuen Hagios-Titos-Kirche von Iraklio verehrt wird, einer ehemaligen Moschee. Darstellung: als Bischof, mit einstürzendem Tempel Patron: von Kreta, des United States Army Chaplain Corps    Weitere Heilige des Tages:
Timotheus, Apostelschüler, Bischof
Paula von Rom, Klostergründerin
Xenophon, Wohltäter, Mönch
Lebensdaten: geboren am 23. Februar 1881 in Oegeklooster, Niederlande, gestorben am 26. Juli 1942 im KZ Dachau Lebensgeschichte: Anno Sjoerd Brandsma stammte aus einer alten, katholisch gebliebenen Bauernfamilie und ging bei den Franziskanern zur Schule. 1899 trat er, dem calvinistischen Umfeld in Friesland fast zum Trotz, wie vier seiner Geschwister in einen Orden ein und wurde mit dem Namen Titus – dem Namen des Paulusschülers und dem seines eigenen Vaters – Karmelit. 1905 zum Priester geweiht, wurde er zum Studium nach Rom entsandt und kehrte anschließend in die Niederlande zurück, wo er als Professor für Philosophie und Geschichte der Mystik – er übersetzte die Schriften der heiligen Teresa von Ávila ins Niederländische – an der neugegründeten Katholischen Universität Nimwegen tätig war. Pater Titus, der 1932/33 dort Rector Magnificus war, ließ sich zusätzlich zum Journalisten ausbilden und engagierte sich in der katholischen Presse sowie als Berater der katholischen Schulen und der Niederländischen Bischofskonferenz. Auch seinem Orden, besonders in Deutschland, galt sein Einsatz. Nach der Besetzung der Niederlande durch Hitlerdeutschland 1940 trat Pater Brandsma mutig in der Öffentlichkeit gegen den Nationalsozialismus und dessen Judenverfolgung sowie für die Unabhängigkeit der freien katholischen Presse ein. Als er allen katholischen Journalisten persönlich ein diesbezügliches Schreiben der niederländischen Bischöfe überbringen wollte, wurde er am 19. Januar 1942 verhaftet und übers Konzentrationslager Amersfoort ins KZ Dachau verbracht. Der kranke und von Lagerhaft und Hunger geschwächte Karmelit musste noch zur schweren Feldarbeit ausrücken; er wurde in einem blasphemischen Akt wie Jesus Christus gegeißelt, ertrug alles mit Ruhe und innerem Frieden und wurde schließlich auf die Krankenstation beordert. Auf dem Weg dorthin, wissend, was ihn erwartete, verschenkte der Ordensmann seinen letzten Tabak. In der Krankenbaracke wurde er sterbend für medizinische Experimente missbraucht und schließlich am 26. Juli 1942 um 13.50 Uhr durch eine Carbolsäurespritze „abgespritzt“, wie es im Jargon des KZ hieß. Verehrung: Pater Titus Brandsma wurde als Erster der Geistlichen aus dem KZ Dachau am 3. November 1985 durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Seine Heiligsprechung erfolgte am 15. Mai 2022 durch Papst Franziskus. In den Niederlanden und im Karmeliterorden wird Titus Brandsmas Gedenktag am 27. Juli begangen. Patron: der Journalisten und der deutschen Ordensprovinz der Karmeliten   Weitere Heilige des Tages:
Anna und Joachim, Eltern der Gottesmutter Maria
Bartholomäa Maria Capitanio, Ordensgründerin
George Preca, Priester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren am 9. August 1882 in Wuppertal-Elberfeld, gestorben am 25. Januar 1936 in Oldenburg Lebensgeschichte: Franz Horten war der Sohn eines vermögenden Juristen und einer tiefreligiösen Mutter, die als Witwe in den Orden der Salesianerinnen eintrat. Seine beiden Schwestern wurden ebenfalls Ordensschwestern, einer seiner fünf Brüder wurde Priester, ein anderer trat wie später Franz selbst den Dominikanern bei. Kennengelernt hatte Franz die Dominikaner am Ordensgymnasium Collegium Albertinum in Venlo, das er ab 1893 gemeinsam mit seinen Brüdern besuchte. Nach dem Abitur entschied er sich allerdings für ein Englisch- und Französischstudium, das er 1909 mit der Promotion abschloss. Unmittelbar darauf trat er mit dem Ordensnamen Titus Maria doch in den Dominikanerorden ein, spendete sein beträchtliches Erbe und begann ein philosophisch-theologisches Studium, um Ordenspriester zu werden. Nach seiner Priesterweihe 1915 in Rom arbeitete er im Dominikanerkloster Düsseldorf, das ein Kriegslazarett geworden war, als Pfleger und Putzkraft. An der Ordens- und Missionsschule der Dominikaner in Vechta-Füchtel, dem heutigen Thomaskolleg, unterrichtete Pater Titus Maria zunächst Englisch und Französisch, war aber bald mehr als Spiritual und Beichtvater und bis 1927 als Verwalter der Schule tätig. Von 1927 bis 1933 war er Prior des Klosters Vechta sowie Generalprokurator für die Chinamission des Ordens. 1923 war auf seine Initiative der Albertus Magnus Verlag gegründet worden, in dem eine Ordenszeitschrift, religiöse Kleinschriften, Bücher vorwiegend mit Ordensliteratur und Kalender erschienen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geriet die gesamte Ordensprovinz wegen der für die Mission notwendigen Auslandszahlungen in den Blick der Gestapo, der Provinzial und sein Vorgänger wurden verhaftet. 1935 wurden die Büroräume des Albertus Magnus Verlags durchsucht und im Anschluss auch Pater Titus mitgenommen. In einem Schauprozess der sogenannten Devisenprozesse wurde er zu zwei Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 70.000 Reichsmark verurteilt. Der herzkranke Ordenspriester konnte zwar noch erfolgreich in Berufung gehen, die langwierige Gerichtsverhandlung und die strengen Haftbedingungen hatten ihm jedoch so zugesetzt, dass er noch vor seiner Freilassung in einem evangelischen Oldenburger Krankenhaus verstarb. Die Oberschwester der Diakonissen hatte noch zuletzt dafür gesorgt, dass er die vergitterte Krankenzelle für das schönste Zimmer des Hospitals verlassen konnte. Verehrung: An seiner Beisetzung nahmen 6000 Menschen teil, an der Übertragung seines Leichnams ins Kloster Vechta 1954 sogar 50.000. Das 1948 eröffnete Seligsprechungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Seit 2004 sein heroischer Tugendgrad anerkannt wurde, darf er Ehrwürdiger Diener Gottes genannt werden.    Weitere Heilige und Feste des Tages:
Bekehrung des Apostels Paulus
Wolfram von Wadgassen, Abt
Lebensdaten: geboren in Ninive (bei Mosul, Irak), gestorben um 610 v.Chr. in Ekbatana (heute Hamadan, Iran) Lebensgeschichte: Tobias’ Vater Tobit wird im gleichnamigen biblischen Buch als ein frommer und gerechter Israelit aus Tisbe in Galiläa geschildert, der in Ninive im assyrischen Exil lebt. Er gerät in Folge seiner barmherzigen Werke wie dem Begraben von Toten in Not und erblindet. Wie Hiob muss er sich die Frage anhören: „Wo ist denn der Lohn für deine Barmherzigkeit und Gerechtigkeit? Jeder weiß, was sie dir eingebracht haben“ (Tob 2,14). Tobit wünscht sich den Tod, ebenso eine junge Frau im weit entfernten Ekbatana: Sarah hat sieben Ehemänner bereits im Brautbett durch einen Dämon verloren und wird des Mordes bezichtigt. Darauf wird der Erzengel Raphael gesandt, um Tobits Blindheit zu heilen und Sarah mit dessen Sohn Tobias zu vermählen. Als unerkannter Reisebegleiter beschützt Raphael Tobias, zeigt ihm, wie er aus der Galle eines Fischs das Heilmittel für den Vater gewinnt, fesselt den Dämon und verheiratet Tobias mit Sarah. Sie reisen nach Ninive zurück, und als Tobit, Tobias und Sarah ihn entlohnen wollen, gibt Raphael sich als Engel zu erkennen und steigt in den Himmel zurück. Tobias zieht mit Sarah nach Ekbatana und stirbt mit 127 Jahren kurz nach der Eroberung Ninives durch die Perser. Bedeutung: Das Buch Tobit mit seinen vielen liebenswerten Details wurde griechisch überliefert und gehört damit nicht zum Kanon der jüdischen Bibel. Doch es ist grundlegend für das gläubige Verstehen der Engel und insbesondere der Schutzengel, denen bestimmte Aufgaben zugewiesen sind. Darstellung: mit Raphael und einem Hund als Begleiter, häufig klein am unteren Rand von Marienbildern wie bei der Augsburger „Knotenlöserin“ in St. Peter am Perlach Patron: der Totengräber, Reisenden und Pilger, Helfer bei Augenleiden   Weitere Heilige des Tages:
Johannes Chrysostomus, Patriarch, Kirchenlehrer
Notburga, Dienstmagd