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Heilige

Lebensdaten: geboren 908 in Altbunzlau (Stará Boleslav) bei Prag, gestorben am 28. September 929 ebendort Lebensgeschichte: Václav, der älteste Sohn des Přemyslidenfürsten Vratislav I., wurde mit sieben Jahren von seinem Vater geschoren. Aus diesem herrscherlichen Initiationsritual hat die Überlieferung eine Klerikertonsur phantasiert und aus dem jungen Mann, der später verheiratet war und von einer Nebenfrau einen Sohn namens Zbraslav hatte, einen keuschen Asketen gemacht. Wenzel war aber tatsächlich von seiner Großmutter Ludmilla christlich erzogen worden und hatte Lesen gelernt, weswegen er beim kriegerischen Adel als verweichlicht galt. Als er 925 die Regentschaft des Stammes übernahm, war seine erste Amtshandlung, die Gebeine seiner Großmutter, die seine Mutter Drahomíra hatte beseitigen lassen, nach Prag zu überführen. Im Zentrum des Prager Burgfelsens, über der Brandopferstelle und dem Steinthron, den alle böhmischen Fürsten noch im Hochmittelalter bei Amtseintritt besteigen mussten, errichtete er eine Kirchenrotunde, aus der die Veitskathedrale entstehen sollte. Mit dieser eher symbolischen Handlung gab er dem ganz und gar nicht missionierten Land, in dem es nur einige wenige Priester aus Bayern und Mähren gab, doch einen entscheidenden Anstoß in Richtung Christentum. Sei es nun deswegen oder weil er sich allzu diplomatisch dem sächsisch-fränkischen König Heinrich dem Vogler mit Tributzahlungen unterwarf – 929 wurde er auf dem Weg zum Gebet von seinem Bruder Boleslav mit dem Schwert attackiert, vom Priester an der Flucht in die Kirche gehindert und von Anhängern Boleslavs in Stücke gehauen. Verehrung: Ende der 960er Jahre ließ Boleslav die Reliquien seines bereits verehrten Bruders in die Veitskirche überführen, um von Rom ein eigenständiges Prager Bistum zu erhalten. Um 970 begann in Regensburg seine liturgische Verehrung, und die ersten Kirchen wurden ihm geweiht. Seinen Höhepunkt erreichte der Kult im 14. Jahrhundert mit der Wenzelskapelle von Peter Parler im Veitsdom, ohne die amtliche Heiligsprechung abzuwarten, die erst 1729 erfolgte. Der Prager Wenzelsplatz war seit dem 19. Jahrhundert Schauplatz aller Demonstrationen, die für die Staatlichkeit Tschechiens ausschlaggebend waren, und seit dem Jahr 2000 wird der Wenzelstag im Land als Nationalfeiertag begangen. Darstellung: als gekrönter Ritter mit Lanze und Schild mit Adlerwappen Patron: von Böhmen   Weitere Heilige des Tages:
Exuperius von Toulouse, Bischof
Lorenzo Ruíz und Gefährten, Märtyrer
Lioba, Äbtissin
Simon de Rojas, Ordenspriester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren in Epfach bei Landsberg, gestorben am 18. April 771 ebendort Lebensgeschichte: Wikterp soll Mönch und Abt in Ellwangen gewesen sein und trat 738 als erster urkundlich gesicherter Bischof von Augsburg in Erscheinung. Er unterstützte die Glaubensverkündigung des heiligen Magnus im Allgäu, indem er Mönche aus St. Gallen für seine Klosterzelle berief, dessen Kirchenbau in Waltenhofen/Schwangau weihte und von König Pippin beschenken ließ. Wikterp war ebenfalls an der Gründung und Einweihung der Klöster, Kirchen und Städte Benediktbeuren, Wessobrunn, Ellwangen und Kempten beteiligt. In Augsburg baute er die durch die Ungarn zerstörte Afrakirche wieder auf. Nicht undenkbar ist, dass er auch als Bischof von Neuburg amtierte, das erst von seinem zweiten Nachfolger Simpert mit Augsburg vereint wurde. Wikterp bestimmte Tozzo, den Glaubensboten an der Seite des heiligen Magnus, zu seinem Nachfolger als Bischof von Augsburg und vermachte sein Erbe dem Augsburger Dom. Er starb in seinem Geburtsort Epfach und wurde dort in der heutigen Laurentiuskapelle bestattet. Verehrung: Bischof Heinrich von Augsburg ließ seine Gebeine 980 erheben und 989 in der Afrakirche zu Augsburg beisetzen. 1489 wurden sie in die Kirche St. Ulrich und Afra überführt. Wikterps Kult wurde besonders von der heiligen Herluka von Bernried (gestorben 1127) verbreitet, die 36 Jahre in Epfach lebte. Darstellung: nachts eine Kirche bauend   Weitere Heilige des Tages:
Herluka von Bernried, Einsiedlerin
Maria von der Menschwerdung, Ordensfrau, Mystikerin
Lebensdaten: geboren um 745, gestorben am 28. Mai 812 in St-Guilhem-le-Désert Lebensgeschichte: Wilhelm, der Sohn des Grafen von Autun, war über seine Mutter vermutlich mit Kaiser Karl dem Großen verwandt. Jedenfalls ernannte ihn dieser um 790 zum Grafen von Toulouse und vertraute ihm als Heerführer (dux, Herzog) seine Armeen in Südwestfrankreich an. Wilhelm, der in allen Quellen als außergewöhnlich stark und tapfer geschildert wird, tat sich in den kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Arabern im heutigen Spanien hervor. Mit Karls Sohn, Kaiser Ludwig dem Frommen, eroberte er 801 Barcelona und regierte eine Zeitlang in Katalonien. Seine Feldzüge führten ihn bis vor Córdoba. 804 beendete Wilhelm seine Karriere als zweitwichtigster Mann im Staat. Er gründete mit Unterstützung Kaiser Ludwigs die Abtei Gellone und besiedelte sie mit Mönchen aus Aniane. 806, nach dem Tod seiner Frau, trat er als Laienbruder selber in das Kloster ein, wobei ihn Benedikt von Aniane, ein Freund aus Kindertagen, persönlich aufgenommen haben soll, und brachte dabei eine Kreuzreliquie mit, ein Geschenk des Kaiserhauses anlässlich seines Klostereintritts. In Gellone, das nach ihm heute St-Guilhem-le-Désert heißt, verstarb er 812. Verehrung: Das Kloster mit Wilhelms Grab und der Kreuzreliquie wurde zum Wallfahrtsort auf dem Jakobsweg, und Wilhelm selbst, dem die Gabe nachgesagt wurde, den Teufel abzuwehren, 1066 heiliggesprochen. Nach der Auflassung des Klosters während der Französischen Revolution befinden sich Teile seiner Reliquien heute in der Basilika St-Sernin in Toulouse. Wilhelms Leben ist der Stoff zahlreicher Ritterromane, zum Beispiel von Wolfram von Eschenbachs Willehalm. Darstellung: als Mönch mit Helm oder Herzoghut, Teufel oder Drachen Patron: der Waffenschmiede   Weitere Heilige des Tages:
Germanus von Paris, Bischof
Jean-Joseph Gérard, Ordensmann, Missionar
Lebensdaten: geboren am 22. Oktober 700 in Wessex, gestorben am 7. Juli 787 in Eichstätt Lebensgeschichte: Willibald war der erstgeborene Sohn eines südenglischen Grundherrn – die Überlieferung machte aus den Eltern Richard und Wyna ein Königspaar – und lebte von seinem sechsten bis 20. Lebensjahr im Kloster Waltham. Um 720 begleitete er seinen Vater und seinen Bruder Wunibald auf eine Pilgerfahrt nach Rom und zog von dort aus weiter nach Jerusalem, wo er drei Jahre blieb. Von 727 bis 729 lebte er in einer Klause an der Apostelkirche von Konstantinopel. Von 729 bis 739 half er beim Wiederaufbau des heruntergekommenen Klosters Montecassino, bis ihn Papst Gregor III. auf Bitten seines Verwandten Winfrid-Bonifatius nach Germanien schickte. In Eichstätt, wo die schwäbischen, bayerischen und fränkischen Einflussbereiche zusammentreffen, erhielt er Landbesitz und wurde 740 dort von Bonifatius zum Priester geweiht. 741 weihte ihn Bonifatius bei Erfurt zum Bischof. Willibald nahm mit anfangs nur drei Gefährten die Missionsarbeit als Eichstätter Klosterbischof auf, errichtete eine Bischofskirche und unterstützte die Klostergründungen in der Region, durch die das Christentum sich verbreitete und stabilisierte, darunter auch das Eigenkloster Heidenheim, das seine Geschwister Wunibald und Walburga nacheinander leiteten. Ab 778 diktierte Willibald der Nonne Hugeburc seine Autobiographie, die viele Einzelheiten seiner Pilgerjahre enthält. Willibald starb 787 und wurde im Chor seiner Bischofskirche beigesetzt. Verehrung: Seit 989 wurden seine Gebeine dreimal erhoben und ruhen heute im Willibaldschor des Eichstätter Doms. Seine Verehrung war auf das Bistum Eichstätt und Adelskreise beschränkt. Volkstümlich wurden Willibald und seine Geschwister als Schutzheilige erst während der großen Seuchen des Spätmittelalters. Darstellung: als Bischof mit Rationale, mit Benediktsregel, zwei Pfeilen Patron: der Diözese Eichstätt, der Gittermacher, in Jesenwang bei Fürstenfeldbruck Patron des Viehs   Weitere Heilige des Tages:
Edelburg, Äbtissin
Johannes von Köln, Ordenspriester, Märtyrer, und Gefährten
Lebensdaten: geboren 658 in Northumbrien, gestorben am 7. November 739 in Echternach Lebensgeschichte: Willibrord kam in Northumbrien zur Welt und wurde von seinem Christ gewordenen Vater als Oblate ins Benediktinerkloster Ripon gegeben, das einen an Rom orientierten Kurs verfolgte. Um 678 wurde er Mönchspriester im irischen Kloster Rathmelsigi und zog 690 mit einigen Gefährten nach dem heutigen Antwerpen, um von dort aus Friesland zu missionieren. Willibrords Tätigkeit an der Maas stellte durch die Unterstützung der fränkischen Herrscher einerseits und die päpstliche Beauftragung andererseits die Weichen für die folgenden Jahrhunderte der Glaubensverbreitung auf dem europäischen Kontinent. Vom fränkischen Hausmeier Pippin nach Rom entsandt, kehrte Willibrord (mit dem römischen Familiarennamen Clemens) als von Papst Sergius I. ernannter Erzbischof fürs friesische Volk zurück und schlug 696 seinen Metropolitansitz in Utrecht auf. Von dort aus baute er die Kirchenorganisation der heutigen Beneluxstaaten in enger Anbindung an den fränkischen wie an den päpstlichen Hof auf und konnte das Christentum nach Maßgabe der fränkischen Eroberungen verbreiten. 714 erlitt Willibrords Wirken einen Rückschlag durch den Tod Pippins, und er konnte erst ab 722 mit Hilfe des neuen Hausmeiers Karl Martell seine Tätigkeit wieder aufnehmen, diesmal über das heidnische Friesland hinaus bis nach Dänemark. Willibrord, den im Jahr 716 kurze Zeit auch Winfried-Bonifatius unterstützte, zog sich gegen Ende seines Lebens immer häufiger in das Kloster Echternach zurück, das er 698 gegründet und in seinem Testament als Grablege bestimmt hatte. Dort starb er auch in der Nacht auf den 7. November 739. Verehrung und Brauchtum: Willibrord liegt in Echternach begraben, wo seit dem Ende des 15. Jahrhunderts an jedem Pfingstdienstag die sogenannte „Springprozession“ stattfindet. In seitlichen Wechselschritten zum Rhythmus der Musik „springen“ die bis zu 9000 Pilger vorwärts und bitten dabei um Willibrords Fürsprache. Ihren Ursprung hat diese außergewöhnliche Feier darin, dass der Bischof auch als Helfer bei Epilepsie angerufen wird. Neben dem Großherzogtum Luxemburg tragen auch in den Niederlanden zahlreiche Kirchen seinen Namen. Darstellung: als Bischof mit Buch, Kind, Kreuzstab, Fass, Kirchenmodell, Brunnen oder Krug Patron: von Luxemburg, der Diözesen Luxemburg, Harlem und Utrecht, gegen Epilepsie, Hautkrankheiten und Zuckungen   Weitere Heilige des Tages:
Engelbert von Köln, Erzbischof, Märtyrer
Vinzenz Grossi, Priester
Lebensdaten: geboren um 940 in Niedersachsen, gestorben am 23. Februar 1011 in Mainz Lebensgeschichte: Willigis war von freier, aber nichtadeliger Herkunft und wurde Hofkaplan Kaiser Ottos I. 971 übernahm er das Amt des Reichskanzlers und wurde 975 von Kaiser Otto II. als Erzbischof von Mainz eingesetzt. Lange sollte die Erzkanzlerwürde mit dem Erzbistum Mainz verbunden bleiben, zumal Papst Benedikt VII. ihn zum päpstlichen Vikar ernannte und ihm damit eine Vormachtstellung über alle anderen Bischöfe übertrug. Nach dem Tod Ottos II. und dessen Frau Kaiserin Theophanu regierte Willigis das Reich bis zur Mündigkeit Ottos III., der unter der Obhut seiner Großmutter Adelheid aufwuchs. Die damit einhergehenden Tributzahlungen machten das Erzbistum Mainz immens reich. Willigis nahm unter Mitwirkung Ottos III. Einfluss auf die Papstwahl Gregors V. in Rom und ließ nach dem frühen Tod Ottos Heinrich II. zum neuen König wählen. „Des Kaisers und des Reiches Vater“ starb am 23. Februar 1011 und wurde in der Mainzer Stephanskirche begraben, weil der von ihm erbaute Dom nach einem Brand noch nicht wiederhergestellt war. Verehrung: Um 1150 stellte Dompropst Hartmann eine Sammlung von Hymnen, Antiphonen und Responsorien zusammen, die vielleicht bei Willigisfeiern genutzt wurden. Willigis’ Grab wurde 1634 von Protestanten zerstört, später aber wieder hergestellt. Das Rad, das er als Sohn eines Wagners im Wappen führte, ging in das Wappen von Rheinland-Pfalz ein. Patron: der Wagner Darstellung: mit Rad   Weitere Heilige des Tages:
Polykarp, Bischof, Märtyrer, Apostolischer Vater
Otto von Cappenberg, Prior
Romana, Einsiedlerin
Lebensdaten: geboren um 924 in Pfullingen, gestorben am 31. Oktober 994 in Pupping bei Linz Lebensgeschichte: Wolfgang stammte aus einer edelfreien Familie und wurde in der Klosterschule Reichenau und an der Domschule Würzburg ausgebildet. 956 berief ihn sein Studienfreund Erzbischof Heinrich nach Trier, wo er die Leitung der Domschule übernahm und das Domkapitel dem benediktinischen Leben unterwarf. 965 wurde er Mönch im Benediktinerkloster Einsiedeln – zum Priester weihte ihn Bischof Ulrich von Augsburg – und missionierte von dort aus mit großem Erfolg im Alpenland. Nach einer Missionsreise durch Ungarn wurde er 972 Bischof von Regensburg, wo er ebenfalls eine Domschule gründete und den Klerus zu einem geistlicheren Amtsverständnis zurückführte. Wolfgangs auch karitativ segensreiches Wirken war von Zurückhaltung geprägt: Er stimmte der Abtrennung böhmischer Gebiete zur Gründung des Bistums Prag zu und verzichtete auf die Leitung des zum Bischofsamt gehörenden Klosters St. Emmeram. Er starb auf einer Reise durch Österreich im Alter von 70 Jahren. Legende: Der Überlieferung nach wurde Wolfgang zunächst als Bischof von einigen Gegnern abgelehnt. Als einer von ihnen erkrankte, konnte Wolfgang ihm Heilung erbitten, weswegen ihn Kaiser Otto II. doch zum Bischof ernannte. Eine Legende berichtet, dass Wolfgang sich sieben Jahre lang in eine Einsiedelei zurückzog, weil er den Krieg zwischen Herzog Heinrich dem Zänker und Kaiser Otto II. nicht hatte verhindern können. Zuerst im Kloster Mondsee, dann in einer Höhle am Abensee, dem heutigen Wolfgangsee, führte er ein streng asketisches Leben, bis er von einer Abordnung Regensburger entdeckt und zurückgeholt wurde. An besagter Höhle steht heute die Wallfahrtskapelle Falkenstein. Verehrung: Die Gebeine des großen Bischofs werden seit der Heiligsprechung am 7. Oktober 1052 im Kloster St. Emmeram in Regensburg verehrt. Darstellung: als Bischof mit Buch, Wolf, Beil, Kirchenmodell oder Teufel Patron: von Altbayern, der Stadt und Diözese Regensburg, der Bildhauer, Hirten, Holzfäller, Köhler, Schiffer, Zimmerleute, unschuldig Gefangenen, Helfer bei Augenleiden, Blutfluss, Fußleiden, Gicht, Hautentzündungen, Lähmungen, Schlaganfall, Unfruchtbarkeit, Missgeburten und für das Vieh   Weitere Heilige des Tages:
Elisabeth von Ungarn, Königstochter, Ordensfrau
Notburga von Köln, Ordensfrau
Quentin, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1070 in Augsburg, gestorben am 30. April 1127 in Verona Lebensgeschichte: Wolfhard kam um 1070 in Augsburg zur Welt und erlernte den Beruf des Sattlers. Als Geselle pilgerte er nach Rom – sein italienisch-lateinischer Name Gualfárdo ist vermutlich eine Verballhornung von „Wallfahrer“ – und ließ sich dann in Verona nieder, wo er der beste Sattler der Stadt wurde. Nach getaner Arbeit kümmerte er sich um die Armen und Bedürftigen der Stadt und teilte mit ihnen alles, was er hatte. Weil ihm sein Ruf aber mehr Besuch einbrachte, als ihm lieb sein konnte, zog er sich als Einsiedler in einen Wald im Etschtal zurück, wo er sich ausschließlich dem Gebet und der Stille widmete. 20 Jahre später entdeckten ihn Jäger in seiner Abgeschiedenheit und bewegten ihn, nach Verona zurückzukehren. Dort trat er als Laienbruder in das Kamaldulenserkloster von San Salvatore di Corte Regia ein. Er ließ sich als Inkluse in seine Zelle sperren und lebte darin noch zehn Jahre, ehe er am 30. April 1127 starb. Verehrung und Brauchtum: Obwohl er unter der Türschwelle des Klosters zur Straße hin begraben werden wollte, bekam Wolfhard von der Veroneser Bevölkerung einen Marmorsarg gestiftet und wurde in der Klosterkirche San Salvatore beigesetzt. Nach der Aufhebung des Kamaldulenserklosters gelangten seine Gebeine in die Kirche San Fermo Maggiore; dort liegen sie unter dem Franziskus geweihten Della Torre-Altar. Am 27. Oktober 1602 wurden Reliquien aus Verona zur Gründung des ersten Kapuzinerklosters nach Augsburg überführt. Seit 1909 ruhen sie in der neuerbauten Kapuzinerkirche Sankt Sebastian. Darstellung: als Einsiedler am Fluss, in einer Ruine, oder mit Steinsarg Patron: der Sattler   Weitere Heilige des Tages:
Armand Jean Le Bouthillier de Rancé, Abt, Ordensreformer
Lebensdaten: geboren 701 in Wessex, gestorben am 18. Dezember 761 in Heidenheim Lebensgeschichte: Wunibald, der Legende nach ein Königskind wie seine Geschwister Willibald und Walburga, wurde 701 im südenglischen Wessex geboren. Mit 19 Jahren begleitete er seinen Vater und seinen Bruder als Pilger nach Rom, wo er theologisch ausgebildet und in den Klerikerstand aufgenommen wurde. Wunibald und Willibald wurden um 738 von ihrem Verwandten Winfrid-Bonifatius nach Germanien gerufen und bald darauf bei Erfurt zu Priestern geweiht, um den Glauben in Bayern und Thüringen zu verbreiten. Wunibald wurde die Leitung der thüringischen Missionsstation Sülzenbrücken anvertraut, überdies entsandte ihn Bonifatius an den Hof des Bayernherzogs Odilo, der ihm Güter überließ. 752 gründete Wunibald gemeinsam mit Willibald, der Klosterbischof in Eichstätt war, das Eigenkloster Heidenheim, dessen Abt er wurde. Als er erkrankte, kam seine Schwester Walburga aus dem Kloster der heiligen Lioba in Tauberbischofsheim, um ihn zu pflegen. Er starb am 18. Dezember 761, zehn Jahre nach der Gründung der Abtei Heidenheim, die sich zu einem Doppelkloster erweitert hatte. Die Gesamtleitung des Familieneigentums ging auf Walburga über. Verehrung: Wunibalds Gebeine wurden im Zuge des Klosterkirchenneubaus von Heidenheim 778 feierlich erhoben, was seine Verehrung unterstreicht. Heute gelten sie bis auf die Kopfreliquie, die im württembergischen Scheer verehrt wird, als verschollen. Bischof Gundekar II. von Eichstätt nahm Wunibald Mitte des 11. Jahrhunderts als Mitpatron seiner Diözese in sein Pontifikale auf. In Heidenheim ist das Hochgrab von 1483 noch in der alten Klosterkirche zu besichtigen. Darstellung: als Abt mit Stab, Buch oder Maurerkelle, mit seinen Geschwistern Patron: der Brautleute und Bauarbeiter, Mitpatron des Bistums Eichstätt   Weitere Heilige des Tages:
Gatianus, Bischof
Lebensdaten: geboren um 1730 in Sankt Petersburg, gestorben um 1803 ebendort Lebensgeschichte: Xenia Grigorjewna Petrowa war die Frau eines vermögenden Offiziers, der überraschend während eines Alkoholgelages verstarb. Tief getroffen und weil ihr Mann unbußfertig verstorben war, zog sich die 26jährige Witwe aus der Welt zurück, verschenkte ihr Haus und alles, was sie besaß, zog sich die Uniformjacke ihres Mannes über und lebte fortan als „Närrin in Christus“ (siehe 1 Kor 1,18–24; 2,14; 3,18–19) vagabundierend auf den Straßen von Sankt Petersburg. Sie entfernte sich für acht Jahre aus der Hauptstadt und suchte nach geistlicher Unterweisung durch die Starzen, den russischen Einsiedlermönchen. Zurück in Sankt Petersburg, erregte ihr Verhalten anfangs Ärgernis, doch nach und nach gewöhnten sich die Einwohner nicht nur an die fromme Frau, die ihr Almosen sogleich weiterverschenkte und die Nächte außerhalb der Stadt im Gebet durchwachte, sondern begannen auch, sie als prophetisch begabte und wundertätige Heilige anzusehen. Um 1803 verstarb sie mit 71 Jahren und wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Smolensker Friedhof in Sankt Petersburg bestattet. Verehrung: In den 1820er Jahren setzte die Verehrung Xenias ein, die bis ins Zarenhaus reichte – sogar eine Prinzessin wurde auf den Namen Xenia getauft –, und über ihrem Grab, das täglich Hunderte besuchten, wurde eine Kapelle erbaut. Sie gilt als besondere Fürsprecherin bei Arbeitssuche, Eheproblemen und beim Wiederauffinden verlorener Kinder. Ihre Seligsprechung erfolgte am 6. Februar 1988. Weltweit sind ihr 40 Kirchen oder Kapellen geweiht, da sie besonders von den Russen im Ausland verehrt wird. Darstellung: mit Kopftuch und im Militärmantel ihres Mannes Patronin: von Sankt Petersburg, der Arbeitslosen, der Ehepaare, der Kinder, der Vagabunden   Weitere Heilige des Tages:
Dorothea, Märtyrin
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Paul Miki und Gefährten, Märtyrer