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Heilige

Lebensdaten: gestorben 7 v. Chr. in Jerusalem Geschichte: Simeon, einem frommen und gerechten Mann, war offenbart worden, er werde nicht sterben, ohne den Messias geschaut zu haben. Als Jesus von seinen Eltern in den Tempel gebracht wurde, um das Gesetz zu erfüllen, führte der Heilige Geist Simeon ebenfalls in den Tempel, wo er in Jesus das verheißene Heil erkannte, das Kind in seine Arme nahm und Gott mit den Worten pries: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2,29–32). Nachdem so in Simeon das Bundesvolk Jesus als den Messias erkannt hatte, segnete Simeon Maria und Josef und sagte voraus, dass Jesus ein Zeichen sein werde, das die Gedanken der Menschen ans Licht bringt; in Israel würden viele durch Jesus zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden. Maria aber werde ein Schwert durch die Seele dringen. Verehrung: Simeon, der des Abschieds in seinem Lobgesang wegen immer als Greis dargestellt wird, wurde bereits in frühchristlicher Zeit Gegenstand von Legenden. Im 6. Jahrhundert gelangten seine angeblichen Reliquien nach Konstantinopel und von dort aus – auf dem Weg nach Venedig – nach Zadar in Dalmatien, wo sie seit Anfang des 14. Jahrhunderts in einem der kostbarsten Schreine der Welt liegen und an jedem 8. Oktober feierlich erhoben werden. Seit dem 8. Jahrhundert ist sein Lobgesang, das Nunc dimittis aus dem Lukasevangelium, Bestandteil der Komplet, der liturgischen Hore, die den Tag beschließt. Simeons heutiger liturgischer Gedenktag am 3. Februar folgt dem Fest Darstellung des Herrn am Vortag, hat sich aber wegen des Gedenktags des heiligen Blasius nicht durchgesetzt. Darstellung: als Greis mit Jesuskind im Arm Patron: von Zadar (Kroatien), für Kindersegen   Weitere Heilige des Tages:
Gunther von Regensburg, Bischof
Hugo der Malteser, Ordensmann
Pelagia von Antiochien, Märtyrin
Viktrizius Weiß, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren 13 v. Chr., gestorben 107 in Jerusalem Lebensgeschichte: Simon, der „Bruder des Herrn“, je nach Überlieferung auch Simeon von Jerusalem oder Simon der Zelot genannt, war ein Cousin Jesu: Sein Vater Klopas war ein Bruder des heiligen Josef. Simon wurde nach der Steinigung Jakobus’ des Gerechten, seines Bruders, im Jahr 62 Vorsteher der Jerusalemer Urgemeinde. In seiner „Amtszeit“ begann die Entfremdung der Anhänger Jesu von der jüdischen Gemeinde. Während des Jüdischen Krieges musste Simon fliehen und kehrte erst nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 70 wieder zurück. Mit 120 Jahren erlitt er hochbetagt unter Kaiser Trajan und dessen Prokonsul Atticus das Martyrium durch Kreuzigung. Verehrung: Reliquien, die man Simon zuschreibt, werden in Köln und Rom verehrt. Sein Grab wurde nie gefunden.   Weitere Heilige des Tages:
Fra Angelico, Ordensmann, Maler
Lebensdaten: gestorben 65 in Südarmenien Lebensgeschichte: Simon mit dem Beinamen „Kananäus“ oder „der Zelot“ wird in den Apostellisten der drei synoptischen Evangelien sowie in der Apostelgeschichte erwähnt (Mt 10,4, Mk 3,18, Lk 6,15, Apg 1,13). Obwohl sein Beiname kananaios (von hebräisch qana) oder zelotes schlicht „der Eiferer“ bedeutet, wurde Simon der antirömischen Widerstandsgruppe der Zeloten zugerechnet und mit dem Bräutigam von der Hochzeit in Kana identifiziert. Da die Bezeichnung eines Apostels als „Zelot“ Anstoß im Römischen Reich erregt hätte, benutzte man lieber die griechische Transliteration des hebräischen Ausdrucks – den aber niemand mehr verstand. Während die ostkirchliche Tradition diesen Simon vom Herrenbruder Simon, dem Sohn des Klopas und zweiten Vorsteher der Jerusalemer Gemeinde, stets unterschieden hat, stifteten die lateinischen Väter weiter Verwirrung: Hippolyt von Rom behauptete, auch der Herrenbruder Simon hätte „der Zelot“ geheißen, Hieronymus, der ihn nicht einordnen konnte, überging ihn einfach, und Isidor von Sevilla setzte beide gleich, was sich in der Goldenen Legende niedergeschlagen hat. Der glaubwürdigsten Überlieferung nach wirkte Simon zuerst in Ägypten und bei den Berbern als Glaubensbote, bevor er „jenseits des Euphrats“, das heißt im Partherreich, zusammen mit Judas Thaddäus missionarisch tätig wurde. Im heutigen Armenien erlitten beide gemeinsam das Martyrium: Judas wurde zu Tode geprügelt, Simon mit einer Säge entzweigeteilt. Nach der Geschichte Armeniens von Moses von Choren (5. Jahrhundert) geschah dies in Weriosphora im Königreich Iberien (entspricht in etwa Südarmenien). Auch das heutige Kloster Nowy Afon (Neuer Athos) im heutigen Abchasien beansprucht, über Simons Grab errichtet worden zu sein. Verehrung und Brauchtum: Reliquien der Apostel Simon und Judas Thaddäus werden unter anderem im Petersdom und in der Kölner St. Andreaskirche verehrt. Heilkräftig soll der Simonsbrunnen hinter der Abteikirche von Sayn bei Neuwied sein. Darstellung: mit Säge, Keule, Schwert, Lanze oder Beil, mit Judas Thaddäus Patron: von Goslar, der Färber, Gerber, Holzhauer, Lederarbeiter, Maurer, Waldarbeiter und Weber   Weitere Heilige des Tages:
Ælfred der Große, König
Fidelis von Como, Märtyrer
Judas Thaddäus, Apostel, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 750, gestorben am 13. Oktober 807 in Augsburg Lebensgeschichte: Simpert soll Abt im elsässischen Murbach gewesen sein und wurde 778 Nachfolger des Augsburger Bischofs Tozzo. Weil er einer alemannisch-bayerischen Adelssippe entstammte und zugleich mit dem fränkischen Herrscherhaus verwandt war (man hat aus ihm sogar einen Neffen Karls des Großen gemacht), nahm er nach der fränkischen Einverleibung des Herzogtums Bayern 788 eine Schlüsselstellung ein. Karl der Große vertraute ihm Geiseln an, die er für seine Expansionspolitik nach Sachsen brauchte, und verwendete ihn als Königsboten. In diesem Zusammenhang überwachte Simpert Besitzübertragungen im Sinne des späteren Kaisers und überbrachte dessen Vorschläge für die auf Synoden zu besprechenden Themen. Simpert erhielt vom fränkischen Herrscher mehrere Güter geschenkt und bekam 799 die Verwaltung des Bistums Neuburg-Staffelsee übertragen, das er in der Folge mit Zustimmung von Papst Leo III. mit seiner eigenen Diözese vereinigte. Solcherart unterstützt und mit Autorität ausgestattet, konnte Simpert die Begehrlichkeiten des Nachbarbistums Freising abwehren und verschiedene Kirchenreformen in seinem ausgedehnten Sprengel durchführen. In Augsburg selbst, das im bayerisch-fränkischen Krieg schwer gelitten hatte, erbaute er über dem Grab der heiligen Afra eine neue Kirche; vermutlich war er auch Bauherr und Konsekrator des ersten Augsburger Doms. Nach seinem Tod wurde er im Chor der Afra-Kirche, der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra, bestattet. Verehrung und Legende: 1064 wurden Simperts Gebeine anlässlich eines Kirchenneubaus erhoben. Eine Lebensbeschreibung aus dem Jahr 1230 verzeichnete unter den Wundern, die sich an seinem Grab ereignet hatten, auch die Erzählung von dem Wolf, der ein Kind verschleppt und auf die Fürsprache Simperts der verzweifelt betenden Mutter zurückgebracht hatte. 1468 genehmigte Papst Paul II. die kultische Verehrung in der Grabeskirche, und 1492 wurden Simperts Reliquien feierlich in das rechte Seitenschiff der neuen Klosterkirche von St. Ulrich und Afra übertragen. Simpert wurde 1624 zweiter Bistumspatron und 2008 Patron der Jugendarbeit sowie aller Kinder und Jugendlichen der Diözese. Darstellung: als Bischof mit Wolf und Kind Patron: Mitpatron des Bistums Augsburg, der Kinder und Jugendlichen des Bistums   Weitere Heilige des Tages:
Gerald von Aurillac, Klostergründer
Koloman, Pilger, Märtyrer
Madeleine Delbrêl, Mystikerin
Lebensdaten: gestorben um 130, oder 304 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Sophia, die göttliche Weisheit, der im heutigen Istanbul die weltberühmte Hagia Sophia gewidmet ist, begegnet in zwei Personalisierungen: Eine junge Römerin erlitt während der Christenverfolgung des Jahres 304 den Märtyrertod und wurde in der Grabstätte der heiligen Gordianus und Epimachus bestattet. Um 845 übertrug Papst Sergius II. Teile ihrer Reliquien unter den Hochaltar der Basilika Santi Silvestro e Martino ai Monti. Bischof Remigius von Straßburg ließ 778 Reliquien dieser heiligen Sophia in das elsässische Frauenkloster Eschau überführen. Dort finden sich aber seit dem Mittelalter Abbildungen einer anderen Sophia. Diese stammte aus Mailand und war eine Witwe, die mit ihren drei Töchtern Pistis, Elpis und Agape (Glaube, Hoffnung und Liebe, siehe 1 Kor 13,13) um das Jahr 130 durch Enthauptung starb. Während sich von der jugendlichen Märtyrin Sophia kaum Darstellungen finden, sind Ikonen oder andere Bildnisse der Sophia mit den verkörperten christlichen Tugenden vor allem im ostkirchlichen Raum sehr verbreitet. Brauchtum/Patronat: Im Volksmund nennt man die zu den Eisheiligen zählende Märtyrin die „kalte Sophie“, derber: „’s bsoachte Sopherl“. Nach ihrem Gedenktag könne man empfindliche Pflanzen bedenkenlos ins Freie stellen. Die andere Sophia ist Schutzpatronin der Witwen und Helferin in Not und Bedrängnis, der zu Ehren im Mittelalter sogenannte Sophien-Messen gefeiert wurden. Die Namen der Töchter sind in Russland (Vera, Nadeshda und Lyubov) und den USA (Faith, Hope und Love) sehr populär. Mancherorts hat sich noch ein eigener Gedenktag am 1. August oder 30. September erhalten, an dem allerdings auch noch andere Sophien begegnen können.   Weitere Heilige des Tages:
Rupert von Bingen, Herzog
Gertrud von Brabant, Märtyrin
Heinrich von Ebrantshausen, Pilger, Einsiedler
Isidor von Madrid, Bauer
Lebensdaten: geboren am 28. Oktober 1550 auf Schloss Rostkowo, Masovien, gestorben am 15. August 1568 in Rom Lebensgeschichte: Stanisław stammte aus einer der führenden polnischen Adelsfamilien. Zusammen mit seinem Bruder kam er im Jahr 1564 in die Schule der Jesuiten nach Wien. Im Gegensatz zu seinem Bruder begeisterte er sich für das geistliche Leben, betete viel und empfing häufig die heilige Kommunion – er soll auch Jesus- und Marienvisionen gehabt haben. Nach einigen Monaten bat er um Aufnahme in den Orden, doch die Jesuiten der österreichischen Provinz fürchteten – zu Recht – Ärger mit der einflussreichen Familie und lehnten Stanislaus ab. Der portugiesische Jesuit Francisco Antonio, Beichtvater am Hof, riet ihm zur deutschen Ordensprovinz. Deshalb floh der 15jährige als Bettler verkleidet von Wien nach Augsburg und von dort weiter nach Dillingen, wo der Jesuit Petrus Canisius wirkte. Dieser nahm ihn allerdings auch nicht bei sich auf, obwohl er unzweifelhaft die Berufung Kostkas erkannte, sondern schickte ihn zu seinen Ordensbrüdern nach Rom. Dort erkannte auch der Ordensgeneral Franz von Borja die geistliche Tiefe des jungen Mannes und nahm ihn im Oktober 1567 endlich ins Noviziat auf. Durch sein fröhliches, frommes Wesen war er sehr beliebt. Man versprach sich von ihm eine große Zukunft. Doch schon zehn Monate später starb er am 15. August 1568 an einem schweren Fieberanfall – die Flucht zu Fuß durch halb Europa hatte ihn zu viel Kraft gekostet. Er wurde nicht einmal 18 Jahre alt. Verehrung: Stanislaus’ Grab in der Kirche S. Andrea al Quirinale in Rom ist bis heute ein vielbesuchter Wallfahrtsort. Im Konvent nebenan können seine Zimmer besichtigt werden. Stanislaus wurde 1602 als allererster Jesuit selig- und 1726 heiliggesprochen. Die Jesuiten und die (Erz-) Bistümer Wien und Augsburg feiern seinen Gedenktag am 13. November, andernorts wird seiner am 15. August gedacht. Darstellung: mit Rosenkranz, Lilie, Kreuz, Marienbild, Jesuskind oder IHS-Monogramm Patron: von Polen, Warschau, Gnesen, Posen, Lemberg und Lublin, der studierenden Jugend, der Novizen des Jesuitenordens, der Sterbenden, gegen Gliederbrüche, Augenleiden, Fieber und schwere Krankheiten    Weitere Heilige des Tages:
Augustina Pietrantoni, Ordensfrau
Carl Lampert, Priester, Märtyrer
Nikolaus I., Papst
Lebensdaten: geboren 1039 in Szczepanów bei Brzesko, gestorben am 11. April 1079 in Krakau Lebensgeschichte und Legende: Der Überlieferung nach war Stanisław das einzige Kind frommer Landadliger namens Wielisław und Bogna und besuchte die Kathedralschule von Krakau unter dem Protektorat des Bischofs Aaron. Weitere Studien führten ihn nach Gnesen und bis nach Lüttich. Unter dem neuen Bischof Lambert II. Suła wurde er nach Krakau zurückbeordert, zum Priester geweiht und an der bischöflichen Kurie eingesetzt, wo er bis zum Generalvikar aufstieg. Dem künftigen Herzog und König Bolesław II. diente er als Hofkaplan. 1072 folgte Stanisław Lambert als Bischof nach. Nicht lange darauf geriet Bischof Stanisław mit Bolesław II. aneinander. Die Gründe sind unklar und variieren je nach Heiligenvita: So soll Stanisław die Ehefrauen in Schutz genommen haben, derentwegen zahlreiche Ritter Bolesławs lange Feldzüge in der Kiewer Rus und in Ungarn desertiert hatten. Zurück in Krakau, ließ der Herrscher die Ritter hinrichten und die Frauen grausam bestrafen. Einer anderen Überlieferung nach stieß sich Bolesław am Tadel des Bischofs wegen seiner eigenen Untreue. Der bildmächtigsten Variante nach brach der Konflikt wegen einer Eigentumsfrage aus. Stanisław hatte von einem Bauern namens Piotr Land für die Kirche erworben, was nach dessen Tod die Erben bestritten. Vor Gericht gab der König Stanisław unrecht, worauf dieser Piotr wieder zum Leben erweckte und sich die Rechtmäßigkeit des Eigentums bezeugen ließ. Jedenfalls fühlte Bolesław seine Autorität hinterfragt und ordnete die Beseitigung des Bischofs an. Weil seine Männer aber den Meuchelmord verweigerten, soll er das blutige Geschäft selbst verrichtet haben. Er zerstückelte Stanisław vor dem Altar der Michaelskirche auf dem Skałkahügel vor den Toren der Stadt. Der Legende nach setzte sich der Leichnam des Bischofs auf wunderbare Weise wieder zusammen. Historisch gesichert ist, dass infolge des Mords ein Aufstand ausbrach und Bolesław außer Landes fliehen musste. Verehrung: Die sterblichen Überreste des Bischofs wurden 1089 in die Wawelkathedrale übertragen, wo ab dem 14. Jahrhundert vor seinem Sarkophag fast alle Könige Polens gekrönt wurden. Nach der Kanonisation durch Papst Innozenz IV. 1253 fand am 8. Mai des darauffolgenden Jahres die erste der seitdem ununterbrochenen jährlichen Wallfahrten von der heutigen Pauliner-Basilika von Skałka zu seinem Grab statt. Weil der Heilige bei der Schlacht von Tannenberg 1410 den Sieg über den Deutschen Orden herbeigeführt haben und das zersplitterte Polen wie der zerstückelte Leichnam Stanisławs wieder zusammenfinden soll, ist der Patron des Landes außerordentlich beliebt. Papst Johannes Paul II. als ehemaliger Erzbischof von Krakau legte seinen ersten Polen-Besuch 1979 nah an die 900-Jahr-Feier Stanisławs und setzte seinen Gedenktag in den römischen Generalkalender ein. Darstellung: als Bischof mit Schwert, bei seinem Martyrium, mit dem auferweckten Piotr zu seinen Füßen Patron: von Polen und Krakau   Weitere Heilige des Tages:
Elena Guerra, Ordensgründerin
Gemma Galgani, Mystikerin
Rainer von Osnabrück, Einsiedler
Lebensdaten: geboren um 975 in Gran/Esztergom, gestorben am 15. August 1038 in Stuhlweißenburg/Székesfehérvár Lebensgeschichte: Vajk war der Sohn des Arpadengroßfürsten Géza, mit dem gemeinsam er 996 von Adalbert von Prag getauft wurde. Während sein Vater im Grunde Heide blieb, genoss István/Stephan eine christliche Erziehung. Er heiratete die bayerische Prinzessin Gisela, eine Schwester des späteren Kaisers Heinrich II., und trat 997 die Nachfolge seines Vaters an, wobei er sich mit Unterstützung Roms und des Kaiserreichs sowie bayerischer Ritter gegen seine Konkurrenten durchsetzte und die Herrschaft über das ganze Land beanspruchte. Am Weihnachtsfest des Jahres 1000 wurde Stephan mit einer Krone, die ihm von Papst Silvester II. gesandt worden war, zum ersten und Apostolischen König von Ungarn gekrönt. Stephan vollzog teils gewaltsam die Christianisierung des Landes und band es mit Hilfe kirchlicher Strukturen an das Abendland. Er gründete mit Hilfe deutscher, vor allem bayerischer Mönche Klöster und Kirchen, errichtete mit zwei Erz- und acht Bistümern eine funktionierende Hierarchie und führte sein Land in den Fortschritt, ohne alles eigene Brauchtum aufzugeben. Nach dem Tod seines Sohnes Imre/Emerich 1031 ließ er seinem Vetter, der zum Heidentum neigte, die Augen ausstechen und Blei in die Ohren gießen, um dessen Thronfolge zu verhindern, und berief stattdessen seinen Neffen Peter Orseolo zum Nachfolger. Trotzdem haben ihn die Ungarn als gerechten und milden Herrscher in Erinnerung behalten und in der Basilika von Stuhlweißenburg beigesetzt. Verehrung/Brauchtum: Stephan wurde 1083 von Papst Gregor VII. heiliggesprochen. Sein rechter, unverwester Arm in der Kathedrale von Buda bildet zusammen mit der „Stephanskrone“ im Parlamentsgebäude der ungarischen Hauptstadt den Staatsschatz. In Ungarn wurde Stephan bis 1948 am 20. August mit einem Nationalfeiertag geehrt, seitdem ist dieser Tag „Verfassungstag“. Darstellung: als älterer König mit Krone und Schwert Patron: von Ungarn    Weitere Heilige des Tages:
Rochus, Pilger
Rupert von Ottobeuren, Abt
Theodor von Sitten, Bischof
Lebensdaten: gestorben um 35 Lebensgeschichte: Als in der Urgemeinde ein Streit zwischen den Christen mit griechischem und denen mit traditionell jüdischem Hintergrund entstand, und die Apostel die Glaubensverkündigung zugunsten wachsender karitativer Aufgaben zu vernachlässigen drohten, legten sie sieben Männern die Hand auf und machten sie zu Diakonen (Dienern). Der Grieche Stephanus war der erste von ihnen, ein Mann „voll Gnade und Kraft“, der „Wunder und große Zeichen unter dem Volk“ wirkte (Apg 6,8). Unter der falschen Anschuldigung der Gotteslästerung wurde er vor den Hohenpriester gezerrt, vor dem er sich glänzend verteidigte, doch als Stephanus rief: „Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen“, trieben die Juden ihn aus der Stadt und steinigten ihn. Bevor er starb, betete er: „Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an“ (Apg 7,56–60). Weil er als erster Christ für seinen Glauben starb, trägt Stephanus den Beinamen „Erzmärtyrer“. Verehrung und Brauchtum: Die Gebeine des Erzmärtyrers wurden nach vielen Stationen im Jahr 560 in der Basilika S. Lorenzo fuori le mura neben denen des heiligen Laurentius beigesetzt. Sein Fest feiert man schon seit dem 4. Jahrhundert am zweiten Weihnachtstag. Früher wurden viele Pferdebräuche am Stephanstag abgehalten, zum Beispiel das Besprengen der Pferde mit geweihtem „Stephanswasser“ oder die Hafersegnung. Die meisten wurden später auf den Leonharditag verlegt. Darstellung: als Diakon mit Palme, Stein oder Evangelienbuch, oft bei seinem Martyrium Patron: von Rom, der Bistümer Passau, Esztergom und Wien, der Böttcher, Maurer, Pferde, Kutscher, Küfer, Maurer, Schneider, Steinhauer, Weber, Zimmerleute, als Helfer gegen Kopfweh, Steinleiden, Seitenstechen, Besessenheit und für einen guten Tod     Weitere Heilige des Tages:
Vincentia Lopez y Vincuna, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren um 1100 auf Burg Abenberg, gestorben um 1150 ebendort Lebensgeschichte: Gräfin Stilla von Abenberg legte das Gelübde der Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen ab und lebte zurückgezogen mit drei anderen Frauen im Gebet und im Dienst an den Bedürftigen, die sie laut einer späteren Chronik „speiste, tränkte, pflegte und wartete wie immer eine Mutter ihre Kinder“. Vielleicht hieß sie ursprünglich Hadewig und erhielt eben dieser Zurückgezogenheit wegen den Namen Stilla. 1130 stiftete sie eine kleine Kirche, die Bischof Otto von Bamberg auf den Titel Petrus und Paulus weihte, und erreichte 1142 von ihrem Bruder Wolfram die Errichtung eines Frauenklosters. Allerdings entzog ein anderer Bruder, der Bamberger Hochstiftsvogt Rapoto von Abenberg, dem Kloster die Güter und übertrug sie der von ihm gegründeten Zisterzienserabtei Heilsbronn. Stilla kehrte in die väterliche Burg zurück, wo sie bis zu ihrem Tod mit ihren Gefährtinnen in klösterlicher Gemeinschaft lebte. Bestattet wurde sie in ihrer Peterskirche. Verehrung: Bald nach ihrem Tod setzte eine Wallfahrt zu ihrem Grab ein. 1482 entstand bei ihrer Kirche das Kloster Marienburg, in dem Augustiner-Chorfrauen ihr Gedenken pflegten. 1897 wurde ihre Verehrung als Heilige offiziell vom Ortsbischof, 1927 auch vom Papst genehmigt. Im Bistumsgebiet von Eichstätt tragen 1100 Frauen und Mädchen den Vor- oder Zweitnamen Stilla. Im Bistum Eichstätt wird der Gedenktag der Abenberger Stadtpatronin am 21. Juli gefeiert. Das Stillafest in Abenberg selbst findet jeweils am dritten Sonntag im Juli statt. Darstellung: mit Kirchenmodell oder Lilie Patronin: von Abenberg   Weitere Heilige des Tages:
Arsenius der Große, Einsiedler
Makrina die Jüngere, „Lehrmeisterin“ Gregors von Nyssa
Symmachus, Papst