Heilige
Lebensdaten: geboren um 480 in Nursia, gestorben um 542 in Piumarola bei Montecassino Lebensgeschichte und Legende: Scholastika war die Schwester, einer Überlieferung nach sogar die Zwillingsschwester des heiligen Benedikt, und wurde 480 in Nursia (Umbrien) geboren. Papst Gregor der Große, der 100 Jahre später die Biographie Benedikts verfasste, schreibt, dass sie sich bereits in jungen Jahren Gott geweiht hatte. Sie wuchsen beide gemeinsam bei ihren vermögenden Eltern auf, bis Benedikt zum Studium nach Rom aufbrach. Scholastika blieb vermutlich im Haus ihrer Eltern wohnen, möglicherweise zusammen mit anderen Frauen, die sich dem Gebet und der geistlichen Lehre widmeten, und zog nach dem Tod des Vaters in eine Einsiedelei am Fuß des Berges Montecassino, auf dessen Gipfel Benedikt mittlerweile seine klösterliche Gemeinschaft gegründet hatte. Einmal im Jahr trafen sich die Geschwister zum gemeinsamen Gebet und geistlichen Gespräch. Als Benedikt sich einmal bei Anbruch der Dunkelheit von ihr verabschieden und zu seinem Kloster zurückkehren wollte, bat ihn Scholastika doch zu bleiben. Als er ablehnte, fing sie an zu beten, und ein furchtbarer Sturm brach los und zwang Benedikt zum Bleiben. Als ihr Bruder sie zur Rede stellte, antwortete Scholastika: „Ich bat dich, doch du hörtest nicht, so bat ich Gott, und er erhörte mich.“ Drei Tage später sah Benedikt von seiner Zelle aus ihre Seele wie eine Taube in den Himmel emporfliegen. Scholastika war genau in diesem Augenblick gestorben. Verehrung: Scholastika wird von der gesamten benediktinischen Familie verehrt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand man beim Wiederaufbau der zerstörten Abtei Montecassino ein Grab, das das gemeinsame Grab der Geschwister gewesen sein könnte. Ihre Reliquien werden vor allem in Le Mans in Frankreich verehrt. Darstellung: als Äbtissin, mit Taube, Stab und Regelbuch Patronin: der Benediktinerinnen, Helferin für Regen und gegen Blitzschlag Weitere Heilige des Tages:
Bruno, Bischof
Wilhelm der Große, Einsiedler
Bruno, Bischof
Wilhelm der Große, Einsiedler
Geschichte: Die Vorstellung von individuell zugeordneten, jenseitigen Schutzmächten haben viele Kulturen. Die Römer beispielsweise verehrten Laren und Penaten als familiäre Schutzgötter. Im alttestamentlichen Buch Daniel ist der Engelsfürst Michael dem Gottesvolk Israel in besonderer Weise zugeordnet und streitet mit anderen Engeln, die andere Völker schirmen. Im Buch Tobit wird der Engel Raphael zum Schutz Tobias’ auf die Erde gesandt. Im 91. Psalm heißt es, Gott „befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“, und im Buch Exodus verheißt der Herr dem Mose: „Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den ich bestimmt habe. Achte auf ihn und hör auf seine Stimme! Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig“ (Ex 23,20–21). Im Neuen Testament, in dem der Engel Gabriel auftritt, ist ausdrücklich von persönlich verbundenen Engeln die Rede (etwa Mt 18,10, Apg 12,15). Der kirchliche Glaube an einen jedem Menschen von Anbeginn seines Lebens an beigesellten Schutzengel tritt spätestens bei Basilius von Caesarea und Hieronymus auf, wobei die namentliche Anrufung des Schutzengels wegen der Gefahr der Vergötzung stets unterbunden wurde. Während im Schrifttum des Pseudo-Dionysius Areopagita (6. Jahrhundert) die Schutzengel den niedrigsten Rang der Himmlischen Hierarchie einnehmen, bildete sich im Königreich Aragón bis ins Hochmittelalter die Lehre von kollektiv tätigen, das heißt für Länder, Städte, Diözesen, Zünfte und Heere zuständigen Schutz- oder Patronatsengeln mit einem eigenen Fest im Kirchenjahr aus. 1411 feierte die Stadt Valencia ein Fest des Stadtschutzengels. Wieder mehr aufs einzelne Individuum bedacht, verzeichnete das Missale Romanum von 1570 vier Engelfeste: je eines für einen der drei Erzengel und eines für die Schutzengel. Papst Paul V. weitete im Jahr 1608 dieses Fest auf die ganze Kirche aus, und Papst Pius X. legte es als Gedenktag auf den 2. Oktober fest. Etwa zwei Drittel der Nordamerikaner und Deutschen glauben Umfragen zufolge an einen persönlichen Schutzengel. Das sind mehr Menschen als die, die an Gott glauben. Gebet zum Schutzengel: Heiliger Schutzengel mein,
lass mich dir empfohlen sein;
in allen Nöten steh mir bei
und halte mich von Sünden frei.
An diesem Tag/In dieser Nacht, ich bitte dich,
erleuchte, führe, schütze mich.
Amen. Weitere Heilige des Tages:
Leodegar von Autun, Abt, Bischof, Märtyrer
lass mich dir empfohlen sein;
in allen Nöten steh mir bei
und halte mich von Sünden frei.
An diesem Tag/In dieser Nacht, ich bitte dich,
erleuchte, führe, schütze mich.
Amen. Weitere Heilige des Tages:
Leodegar von Autun, Abt, Bischof, Märtyrer
Lebensdaten: gestorben an einem 19. August vor 1056 bei Nürnberg Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Sebald war einer spätmittelalterlichen Legende nach ein dänischer Königssohn, der in Paris studierte, dort eine französische Prinzessin heiratete, doch in der Hochzeitsnacht der Welt entsagte. Nach einer Pilgerfahrt nach Rom wurde ihm der Raum Nürnberg als Missionsgebiet anvertraut. Es ist durchaus denkbar, dass ein Mann dieses Namens im Zuge der kirchlichen Reformbewegung als Einsiedler und Wanderprediger im Nürnberger Reichswald tätig war. Anderen Legenden nach wäre Sebald im 8. Jahrhundert tätig gewesen und in der Poppenreuther Kirche St. Peter und Paul (Fürth) begraben worden – der Mutterpfarrei der Nürnberger Peterskapelle, aus der die Kirche St. Sebald werden sollte. Jedenfalls bezeugen die Annalen von Lampert von Hersfeld 1072 Sebalds Verehrung und Anrufung als volkstümlichen Wunderheiler, zu dessen Grab zahlreiche Pilger ziehen. Mitte des 13. Jahrhunderts erreichte der Sebalduskult einen ersten Höhepunkt mit der Errichtung einer prächtigen Basilika, Reliquienschenkungen, einer eigenen Festmesse für den Gedenktag am 19. August und der Gewährung eines Ablasses für den Besuch des Sebaldusgrabs. Im 14. Jahrhundert wurde Sebald Stadtpatron, in dessen Kult sich das Selbstbewusstsein der Freien Reichsstadt gegen die Hohenzollern-Burggrafen und das Bistum Bamberg artikulierte. Der Rat der Stadt gab Lebensbeschreibungen in Auftrag, um von Rom die offizielle Kanonisation zu erreichen. Vollends volkstümlich wurde Sebald durch die deutschsprachige Legende Es war ain kunek von Konrad Sauer, dem Stadtschreiber und Pfarrer von St. Sebald. 1425 erreichte der Nürnberger Rat von Papst Martin V. die Bestätigung des Stadtpatrons als Heiligen und steigerte mit Kunstwerken, Münzprägungen und dem häufigen Taufnamen Sebald dessen Popularität über Bayern hinaus bis nach Venedig, wohin die Handelsbeziehungen reichten. 1519 vollendete Peter Vischer d.Ä. mit seinen Söhnen nach zehnjähriger Arbeit das Hochgrab, das Sebalds Kopfreliquiar in einem Silberschrein birgt. Auch nach der Reformation und dem Ende der Heiligenverehrung kam die Verehrung Sebalds in Nürnberg nicht zum Erliegen. Darstellung: als Pilger mit Kirchenmodell von St. Sebald Patron: von Nürnberg, des Viehs, gegen Kälte Weitere Heilige des Tages:
Caritas Pirckheimer, Äbtissin
Ezechiel Moreno y Dias, Bischof
Johannes Eudes, Priester, Ordensgründer
Caritas Pirckheimer, Äbtissin
Ezechiel Moreno y Dias, Bischof
Johannes Eudes, Priester, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren in Mailand oder Narbonne, gestorben am 20. Januar 288 in Rom Lebensgeschichte: Sebastian war Hauptmann der Prätorianergarde, der kaiserlichen Leibwache, und nützte seine Stellung, um den Christen im Kerker beizustehen. Er hielt viele von ihnen davon ab, ihren Glauben zu verleugnen, und bekehrte darüber hinaus zahlreiche Angehörige des kaiserlichen Hofs. Das verriet ihn. Kaiser Diokletian stellte ihn zur Rede und beschuldigte Sebastian, ihn hintergangen zu haben. Der aber erwiderte, er habe immer zu Gott für den Kaiser und sein Reich gebetet. Diokletian ließ ihn an einen Baum binden und von afrikanischen Bogenschützen erschießen. Doch Sebastian überlebte. Eine Märtyrerwitwe namens Irene nahm ihn heimlich bei sich auf und pflegte ihn. Kaum genesen, suchte Sebastian den Kaiser auf und klagte ihn öffentlich seiner verbrecherischen Christenverfolgung an. Daraufhin ließ ihn Diokletian zu Tode prügeln und in die große Kloake der Stadt Rom werfen, um seine Bestattung als Märtyrer zu verhindern. Doch eine junge Christin namens Lucina fand seinen Leichnam und bestattete ihn an der Via Appia in den späteren Sebastians-Katakomben. Verehrung: Über seinem Grab erhebt sich die Kirche Sankt Sebastian vor den Mauern, eine der sieben Hauptkirchen Roms. Dort werden auch seine Reliquien aufbewahrt und verehrt. Weitere Reliquien befinden sich im elsässischen Haguenau sowie in Ebersberg bei München. Sebastians Verehrung als Pestpatron geht einerseits auf die wie ein Pfeil „anfliegende“ Krankheit, andererseits auf die Errettung Pavias vor der Seuche im 7. Jahrhundert zurück. Darstellung: als junger Mann, angebunden und von Pfeilen durchbohrt Patron: von Selm in Westfalen, Beckum im Münsterland, Stein am Kocher und Aichach bei Augsburg sowie zahlreicher Orte in Spanien, der Eisenhändler, Gärtner, Gerber, der Bogen- und Armbrust-Schützen, Schützengilden, Kriegsinvaliden und Soldaten, der Töpfer und Zinngießer, der Brunnen und der Sterbenden, Helfer gegen die Pest und Viehseuchen Weitere Heilige des Tages:
Eustochia Smeralda Calafato, Klostergründerin
Fabian, Papst, Märtyrer
Ursula Haider, Äbtissin, Mystikerin
Eustochia Smeralda Calafato, Klostergründerin
Fabian, Papst, Märtyrer
Ursula Haider, Äbtissin, Mystikerin
Lebensdaten: geboren 1179 in Schottland, gestorben am 14. November 1240 in Algier Lebensgeschichte: Serapion entstammte einer Soldatenfamilie und begleitete seinen Vater auf dem Dritten Kreuzzug unter König Richard Löwenherz. Als Erwachsener kämpfte er unter dem Befehl Herzog Leopolds VI. von Österreich in den Reconquista-Feldzügen der Könige von Kastilien und Léon. 1222 begegnete er in Barcelona dem heiligen Petrus Nolascus und schloss sich dessen Mercedarierorden zum Loskauf der Gefangenen an. Er zog durch das von Mauren beherrschte Südspanien und bis nach Nordafrika, wo er Hunderte von christlichen Sklaven freikaufte. Dem vierten Ordensgelübde entsprechend bot er sich dabei als Geisel bis zur Lösegeldzahlung an. 1229 soll er gemeinsam mit dem heiligen Raimund Nonnatus 150 Christen befreit haben. 1240 waren es 98 in Murcia und 87 in Algier, wobei das mitgebrachte Geld nicht ausreichte und Serapion von den Mauren festgesetzt wurde. Als nach Wochen die Summe trotz der Bemühungen der Ordensleitung nicht eingetroffen war, band man Serapion an ein X-förmiges Andreaskreuz, schlug ihm die Gliedmaßen ab und schnitt ihm die Kehle durch. Die Ordensüberlieferung kennt Varianten seines Martyriums: Serapion wurde von seinem Orden nach England gesandt, um dort Gelder aufzutreiben, Novizen zu rekrutieren und die Niederlassung der Mercedarier auf den britischen Inseln vorzubereiten. Auf der Reise geriet er in die Hände von Piraten, die ihn fast totprügelten. Kaum genesen, predigte er in London gegen den grassierenden Diebstahl und Missbrauch von Kirchenvermögen an und wurde der Stadt verwiesen. Dann erst reiste er zum Loskauf der christlichen Sklaven nach Algier, wo er das Martyrium erlitt. Ihm wurden die Gliedmaßen abgeschlagen, die Eingeweide herausgenommen und der Kopf zum Teil abgetrennt, so dass er zur Seite schlenkerte. Verehrung: Serapion wurde als Erstmärtyrer seines Ordens sehr verehrt, doch er wurde erst im 18. Jahrhundert ins allgemeine Heiligenverzeichnis der katholischen Kirche aufgenommen. Die „Serapionsbrüder“, der Berliner Freundeskreis des Schriftstellers E.T.A. Hoffmann, haben ihren Namen von einem Treffen am Gedenktag des heiligen Serapion am 14. November 1818. Patron: von Azul (Buenos Aires), Mitpatron von Pamplona, Helfer bei Magenschmerzen Weitere Heilige des Tages:
Alberich von Utrecht, Bischof
Gregor Palamas, Erzbischof
Nikola Tavelić, Ordenspriester, Märtyrer
Alberich von Utrecht, Bischof
Gregor Palamas, Erzbischof
Nikola Tavelić, Ordenspriester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 300, gestorben am 13. Mai 384 in Maastricht Lebensgeschichte und Legende: Der Legende nach stammte Servatius aus einer jüdischen Familie in Armenien und war weitläufig mit der Familie Jesu Christi („Heilige Sippe“) verwandt. Bei seiner Priesterweihe in Jerusalem soll ihm ein Engel erschienen sein, der ihm auftrug, nach Flandern zu ziehen, um ein Bischofsamt zu übernehmen. Tatsächlich ist er 340 als erster Bischof von Tongeren bei Lüttich bezeugt und wird als Teilnehmer an den Synoden von Sardica und Rimini erwähnt, wo er als erbitterter Gegner der arianischen Irrlehre auftrat. Kurz vor seinem Tod soll er den Einfall der Hunnen vorhergesehen und den Bischofssitz nach Maastricht verlegt haben. Weil dieser Hunneneinfall jedoch erst im Jahr 450 erfolgte, vermischen sich in seiner Vita womöglich zwei verschiedene historische Servatiusgestalten, zumal sich zwei verschiedene Varianten seines Todes erhalten haben: der einen nach sei er mit einem Holzschuh erschlagen worden, der anderen, er sei friedlich in Maastricht gestorben, wo über seinem Grab die älteste Kirche der Niederlande entstand. Verehrung/Brauchtum: Servatius’ Grab in Maastricht wurde ab dem 5. Jahrhundert zu einem der wichtigen Wallfahrtsorte des Mittelalters, so lange man sich an die Hunneneinfälle erinnerte. Er ist der Zweite der Eisheiligen: Auf seinem Grab, so die Legende, sei niemals Schnee liegengeblieben. Alle sieben Jahre – zuletzt 2018 – findet die „Heiligtums-Wallfahrt“ zum heiligen Servatius statt. In einer festlichen Prozession trägt man Haupt, Bischofsstab, Brustkreuz, Patene und Kelch des Heiligen durch die Straßen der Stadt. Darstellung: als Bischof mit Brille und Buch, Stab und silbernem Schlüssel, Drachen, gelegentlich mit Holzschuh Patron: von Maastricht, Goslar, Limburg an der Lahn und Quedlinburg, für gutes Gelingen, schwere Vorhaben, in Todesfurcht, gegen Fieber, Frostschäden, Fußleiden und Lähmungen, Rheumatismus, Mäuse- und Rattenplage Weitere Gedenktage und Heilige des Tages:
Unsere Liebe Frau in Fatima
Andreas Hubert Fournet, Ordensgründer
Unsere Liebe Frau in Fatima
Andreas Hubert Fournet, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren um 400 in Italien, gestorben am 8. Januar 482 in Mautern, Österreich Lebensgeschichte: Der vornehme Römer Severin hatte als Mönch im Orient gelebt und erschien 454 an der Grenze von Pannonien (Ungarn) und Ufernoricum, wo er vom heutigen Wien bis Passau und bis nach Salzburg hinein wirkte. In dieser Zeit der Völkerwanderung war zwischen den zurückweichenden Römern, den eingefallenen Hunnen und den vielen eindringenden Volksgruppen ein für die Bevölkerung gefährliches Machtvakuum entstanden. Severin, der in strengster Askese lebte, sorgte nicht nur durch Lebensmittel- und Kleiderlieferungen tatkräftig für die Menschen, sondern vermittelte zwischen den verschiedensten Stämmen und Glaubensrichtungen, die immer wieder in Konflikte gerieten. Sein entschiedenes Auftreten lokalen Herrschern gegenüber zeugt von außergewöhnlicher persönlicher Autorität. Als Zentren für seinen Einsatz gründete er Klöster, etwa in Passau, Lorch/Enns und Mautern, und versuchte, die noch vorhandenen Strukturen zu nutzen und auszubauen. Am 8. Januar 482 starb er in Mautern. Seinen Leichnam nahmen seine Schüler mit, als sie dem germanisch-römischen Rückzug über die Alpen folgten und einen Konvent bei Neapel gründeten. Severin liegt heute bei Neapel in Frattamaggiore begraben. Legende: Als Severin nach Künzing bei Passau kam und sich über die Kirche auf Pfählen wunderte, erklärten die Einwohner das mit dem häufigen Hochwasser der Donau. Daraufhin ließ Severin die Kirche auf den Boden stellen und richtete ein Kreuz am Fluss auf, dem er befahl: „Nie mehr soll unser Herr Jesus Christus dir gestatten, dieses Zeichen zu übertreten!“ An diesem Ort trat die Donau nicht wieder so über das Ufer, dass sie das Kreuz erreichte. Verehrung: An den Stätten seines Wirkens zeugen zahlreiche Statuen und Bilder von dem Heiligen, der bis heute als Schutzpatron dieser Gegend verehrt wird. Darstellung: als Pilger mit Stab oder in Szenen aus seinem Leben wie auf dem Bronzetor der Basilika in Lorch Patron: von Bayern, Linz, der Leinweber, Winzer und Gefangenen Weitere Heilige des Tages:
Erhard von Regensburg, Glaubensbote, Bischof
Erhard von Regensburg, Glaubensbote, Bischof
Geschichte: Die sieben jungen Florentiner Kaufleute Buonfiglio Monaldi, Buonagiunta Manetti, Manetto dell’Antella, Amideo degli Amidei, Uguccione degli Uguccioni, Sostegno dei Sostegni und Alessio Falconieri waren als Mitglieder einer marianischen Bruderschaft eng befreundet und schlossen sich 1233 als „Gesellschaft der Schmerzensmutter“ zu einem gemeinsamen Leben in Buße, Armut und Gebet zusammen. Der Fokus auf die „Addolorata“ war zwei Visionen der Gottesmutter am 15. August und 8. September geschuldet, die über die bürgerkriegsartige Spaltung der Stadtbevölkerung zwischen kaisertreuen Ghibellinen und päpstlichen Guelfen Tränen vergoss. Mit der Genehmigung des Bischofs bezogen die „Servi di Maria – Diener Mariens“, wie sie bald genannt wurden – der Name soll auf den Ausruf eines Kindes zurückgehen –, eine kleine Marienkapelle, über der sich ab 1250 die künftige Basilika della Santissima Annunziata erheben sollte, zogen selber aber weiter in die Einsamkeit und errichteten ein Kloster auf dem Monte Senario am Stadtrand. Ab dem Tag der Erscheinung des Herrn 1234 zogen jeweils zwei Brüder nach dem Beispiel der Mendikantenorden der Franziskaner und Dominikaner bettelnd durch Florenz. Der schwarze Ordenshabit sowie die angenommene Augustinusregel gehen der Ordensüberlieferung nach auf eine Erscheinung der Gottesmutter am Karfreitag des Jahres 1239 zurück. 1249 erfolgte die erste Anerkennung des Ordens durch den päpstlichen Legaten für die Toskana, 1254 erhielt er die Erlaubnis, landesweit Klöster und Kirchen zu unterhalten. Der Zustrom zahlreicher neuer Mitglieder brachte neue Konvente in der Toskana und in Umbrien hervor, und bis zu den 1260er Jahren gab es mit der Romagna und der Lombardei vier Ordensprovinzen unter der Gesamtleitung derjenigen Ordensväter, die inzwischen die Priesterweihe erhalten hatten. Dem 1267 zum Generalsuperior gewählten Filippo Benizzi gelang es, die Gemeinschaft über das Verbot neuer Ordensgründungen sowie seine zeitweise Aufhebung hindurch am Leben zu erhalten. Die endgültige Approbation der Serviten 1304 durfte einzig Alessio Falconieri erleben, der 1310 mit 110 Jahren starb, nachdem er noch seiner Großnichte Juliana Falconieri bei der Gründung des weiblichen Ordenszweigs der Servitinnen oder Mantellatinnen beigestanden hatte. Verehrung: Die sieben Väter des Servitenordens wurden 1725 selig- und 1888 von Papst Leo XIII. gemeinsam heiliggesprochen – „als ob sie eine Person wären“. Ihr gemeinsamer Gedenktag ist der Todestag Alessio Falconieris am 17. Februar. Darstellung: bei der Vision der Schmerzhaften Gottesmutter am Karfreitag des Jahres 1239 Weitere Heilige des Tages:
Franz Regis Clet, Priester, Märtyrer
Finian von Lindisfarne, Abt, Bischof
Lukas Belludi, Ordensprovinzial
Franz Regis Clet, Priester, Märtyrer
Finian von Lindisfarne, Abt, Bischof
Lukas Belludi, Ordensprovinzial
Lebensdaten: geboren in England, gestorben am 15. Februar 1045 in Växjö, Schweden Lebensgeschichte und Legende: Siegfried war Mönch der englischen Abtei Glastonbury und wurde um das Jahr 995 vom Norwegerkönig Olaf Tryggvason nach Skandinavien gerufen. Zuerst war er in Norwegen, dann in Nordschweden als Missionar tätig. Doch richtig Fuß fassen konnte er erst, als er weiter nach Südschweden zog. Dort war er so erfolgreich in seiner Missionstätigkeit, dass man ihm den Beinamen „Apostel von Schweden“ gab. Ob er selbst 1035 das älteste schwedische Bistum Skara in Västergötland gründete, ist unsicher. Einer Bremer Chronik nach war Siegfried der dritte Bischof. Norwegischen und isländischen Quellen zufolge hat ein Bischof namens Sigurd, der wohl mit Siegfried identisch ist, König Olav Erikson „Skötkonung“ getauft. Bei seiner Rückkehr von der Taufe fand er die abgeschlagenen Köpfe seiner drei Neffen und Gehilfen Unaman, Vinaman und Sunaman in einem Holzzuber auf dem Heiligensee schwimmend vor. Auch Bischof Siegfried soll den Märtyrertod erlitten haben. Verehrung: Seit 1208 ist die Verehrung Siegfrieds in Växjö, dem Ort seines Martyriums, belegt. Seine Reliquien wurden teilweise während der Reformation vernichtet, einige werden in Kopenhagen und Roskilde verehrt. Darstellung: als Bischof mit den Häuptern seiner Neffen in einem Holzzuber, manchmal auch mit Schiff und Teufel Patron: von Schweden Weitere Heilige des Tages:
Claude La Colombière, Ordenspriester
Claude La Colombière, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben am 31. Dezember 335 ebendort Lebensgeschichte und Legende: Silvester war aus christlicher Römischer Familie und erlebte die Diokletianische Christenverfolgung ab 284 bereits als Priester. Am 31. Januar 314 wurde er Bischof von Rom – ein Jahr nach dem Mailänder Toleranzedikt der Kaiser Konstantin und Licinius den Christen gegenüber – und als solcher Adressat von staatlichen Begünstigungen. In seine Amtszeit fallen die Erbauung der ersten päpstlichen Basilika auf dem Lateran und die erste Peterskirche über dem Apostelgrab im Vatikan. Unter Kaiser Konstantin wurde die Sieben-Tage-Woche mit dem Sonntag als Ruhetag verbindlich gemacht (321), das Weihnachtsfest mit Jahresanfang am 25. Dezember als Reaktion auf den Konzilsbeschluss von Nizäa (325) über die Gleichwesentlichkeit des menschgewordenen Sohnes mit dem ewigen Vater eingeführt und die Kreuzigung als Todesstrafe abgeschafft (nach 320). Silvester selbst spielte in dieser Umbruchszeit keine Rolle. Er reiste weder 314 zur Reichssynode nach Arles, wo es um die während der Verfolgung abgefallenen Christen bzw. um die Irrlehre des Donatismus ging, noch zum Konzil von Nizäa. Seinen Legaten hatte er offensichtlich Zurückhaltung auferlegt. Legenden des 5. Jahrhunderts nach heilte und bekehrte Silvester den aussätzigen Kaiser, wofür der Bischof von Rom die „Konstantinische Schenkung“ erhielt: eine gefälschte, aber ungeheuer wirkmächtige Urkunde, mit der Konstantin den Päpsten die Herrschaft über die Stadt Rom und das ganze Abendland verlieh. Einer anderen Legende nach hätte Silvester ein Streitgespräch mit zwölf Rabbinern geführt, weil die Kaiserinmutter Helena ihren christlichen Sohn zum Judentum bekehren wollte. Silvester erweckte während des Disputs einen getöteten Stier wieder zum Leben, worauf sich die Rabbiner und auch Helena taufen ließen. Hinter dieser Legende steht vielleicht die Tatsache, dass mit der Begünstigung der Christen durch Konstantin eine Diskriminierung der Juden in Rom einherging. Verehrung: Silvester wurde in der Kirche bestattet, die er über den Priscilla-Katakomben errichtet hatte. Im 8. Jahrhundert wurde er in die heutige Kirche San Silvestro in Capite umgebettet. Das vielfältige Brauchtum zum Jahresende, das erst ab dem 16. Jahrhundert verbindlich am 31. Dezember festgesetzt wurde, hat von diesem Papst nur den Namen. Darstellung: als Papst, Gaben des Kaisers Konstantin empfangend, oder mit Stier Patron: der Haustiere, Helfer um eine gute Futterernte und ein gutes neues Jahr Weitere Heilige des Tages:
Catherine Labouré, Ordensfrau, Mystikerin
Jean-François Régis, Ordenspriester, Missionar
Melania die Jüngere, Wohltäterin, Klostergründerin
Catherine Labouré, Ordensfrau, Mystikerin
Jean-François Régis, Ordenspriester, Missionar
Melania die Jüngere, Wohltäterin, Klostergründerin