Mastodon

Heilige

Lebensdaten: geboren um 1175 auf Schloss Peñafort bei Barcelona, gestorben am 6. Januar 1275 in Barcelona Lebensgeschichte und Bedeutung: Der hochadlige Raimund war mit den Grafen von Barcelona und den Königen von Aragon verwandt und wurde nach Studien in Barcelona und Bologna zu einem der angesehensten Rechtsgelehrten, dessen Lehrbücher in ganz Europa gelesen wurden. Nach einer Begegnung mit den Predigerbrüdern des neugegründeten Dominikanerordens schloss er sich diesen 1222 an und brachte seine juristischen Kenntnisse sofort in die Verfassung des Mercedarierordens sowie in die Ordensausbildung ein. 1230 berief ihn Papst Gregor IX. nach Rom, wo er Raimund die Gesamtheit der kirchlichen Gesetzestexte überarbeiten ließ und das vollendete Werk zum alleingültigen erklärte. Auf Raimunds Anregung soll auch die Summa Theologica des Thomas von Aquin zurückgehen. 1238 wurde er der dritte Ordensgeneral der Dominikaner und unterzog in seiner dreijährigen Amtszeit die Ordensregeln ebenfalls einer strengen Prüfung. Unter seinen zahlreichen Schriften waren besonders seine Anweisungen für Beichtväter einflussreich. Zur Bekehrung der Juden und Muslime führte er im Orden das Erlernen orientalischer Sprachen ein. Raimund lehnte den Bischofsstuhl von Tarragona ab und wirkte als Beichtvater des Königs Jakob I. von Aragon. Mit etwa 100 Jahren starb er am 6. Januar 1275 in Barcelona.  Legende: Als Raimund sein königliches Beichtkind wegen dessen Lebenswandel tadelte, dieser aber nicht folgte, kündigte Raimund an, ihn zu verlassen. König Jakob I. verbot bei Todesstrafe, Raimund mit dem Schiff übers Meer zu fahren. Da legte dieser seinen Mantel aufs Wasser, machte das Kreuzzeichen darüber und segelte fort. Verehrung: Raimund liegt in einer eigenen Kapelle der Kathedrale Santa Eulalia in Barcelona begraben und wird in Katalonien und im Dominikanerorden bis heute sehr verehrt. 1601 wurde er heiliggesprochen. Darstellung: als Dominikanermönch lesend oder lehrend, auf seinem Mantel über das Meer gleitend Patron: von Barcelona und der Kirchenrechtler, der Rechtsanwälte und Staatsanwälte   Weitere Heilige des Tages:
Reinhold von Köln, Ordensmann
Maria Theresia Haze, Ordensgründerin
Valentin von Rätien, Bischof
Lebensdaten: geboren 1118 in Pisa, gestorben am 17. Juni 1161 ebendort Lebensgeschichte: Ranieri Scàcceri war der Sohn eines reichen Pisaner Kaufmanns und führte ein frivoles Leben, bis er mit 19 Jahren einem Einsiedler namens Albert im Kloster San Vito begegnete und sich zutiefst bekehrte. Er verzichtete auf alle seine Güter, lebte in absoluter Armut und zog ins Heilige Land, um dort in Buße und Selbstkasteiung der Welt vollständig zu entsagen. 1154 brachte ihn der Pisaner Flottenkommandeur Ranieri Bottacci wieder in die Heimat zurück, wo Rainer seinerseits das Kloster San Vito bezog und bald als wundertätiger Einsiedler galt. Bei seinem Tod am 17. Juni 1161 sollen alle Glocken von Pisa von allein geläutet haben. Verehrung: 1284 löste Rainer Papst Sixtus II. als Stadtpatron Pisas ab, nachdem am Gedenktag Sixtus’ die Pisaner Flotte eine vernichtende Niederlage gegen die Genueser erlitten hatte. Sein unverwester Leichnam ruht im Dom von Pisa in einem gläsernen Schrein. Darstellung: als Pilger oder Büßer mit Fell und Stab, oder vor seinem Sinneswandel als Zitherspieler und Tänzer, beim Entlarven eines Weinpanschers Patron: von Pisa, der Einsiedler und Reisenden   Weitere Heilige des Tages:
Adolf, Bischof
Albert Chmielowski, Ordensgründer
Geschichte: Der Engel Raphael ist eine der Hauptpersonen im biblischen Buch Tobit. Er wird nach Ninive gesandt, um Tobits Blindheit zu heilen und die von einem Dämon bedrängte Sarah mit dessen Sohn Tobias zu vermählen. Als unerkannter Reisebegleiter beschützt Raphael Tobias, zeigt ihm, wie er aus der Galle eines Fischs das Heilmittel für den Vater gewinnt, fesselt den Dämon und verheiratet Tobias mit Sarah. Sie reisen nach Ninive zurück, und als Tobit, Tobias und Sarah ihn entlohnen wollen, gibt Raphael sich als Engel zu erkennen und steigt in den Himmel zurück. Beim Abschied stellt er sich als „einer von den sieben Engeln“ vor, die „bereitstehen und hineingehen vor die Herrlichkeit des Herrn“, wo sie die Gebete der Gerechten vor Gott bringen. Das Buch Tobit wurde griechisch überliefert und gehört somit nicht zum Kanon der jüdischen Bibel. Doch das spätjüdische äthiopische Henochbuch zählt Raphael zu den „Erzengeln“, den vier höchsten Engeln, und zur Siebener-Gruppe der Engelsfürsten, was die frühchristliche Literatur übernommen hat. Verehrung: Raphael, der Engel der Heilung, wurde im Mittelalter zum Inbegriff des Schutzengels und – von Venedig ausgehend – zum Patron der Seeleute. Besondere Verehrung genießt Raphael bei den Barmherzigen Brüdern, weil der Erzengel Johannes von Gott erschienen sein soll, und seit dem 17. Jahrhundert als Pestpatron von Córdoba, wo ihm zu Ehren elf Säulen in der ganzen Stadt errichtet sind. 1871 wurde der „Raphaelsverein zum Schutze katholischer Auswanderer“ – heute Raphaelswerk e.V. – gegründet, der seitdem Millionen bei ihrer Auswanderung oder Auslandstätigkeit beraten hat. Seit der Heiligenkalenderreform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils werden die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael zusammen am 29. September gefeiert, dem Tag zweier Michaelskirchenweihen. Darstellung: mit Tobias, Fisch und Arznei in Tiegel oder Dose, sowie einem Hund als Begleiter Patron: der Reisenden und der Auswanderer, der Blinden, der Apotheker und der Pfleger, der Dachdecker und der Seeleute   Weitere Heiliges des Tages:
Michael und Gabriel, Erzengel
Lebensdaten: geboren am 29. Juni 1832 in Himlaya bei Beirut, gestorben am 23. März 1914 in Al Dahr, Libanon Lebensgeschichte: Boutrossieh – zu Deutsch Petra – verlor mit sieben Jahren ihre Mutter und wurde mit zehn Jahren von ihrem Vater als Hausmädchen zu einer maronitischen Familie nach Damaskus gegeben. Bei ihrer Rückkehr mit knapp 15 Jahren hatte ihr Vater erneut geheiratet und wollte auch sie verheiraten, doch als die Familie sich auf keinen Bräutigam einigen konnte und weil sie ohnehin nicht heiraten wollte, suchte Boutrossieh Zuflucht im Kloster St. Maria bei den Miriam-Schwestern, setzte gegen ihre Familie diesen Entschluss durch und nahm dort den Ordensnamen Anissa (Agnes) an. Die Unruhen und der Bürgerkrieg mit religiösen Hintergründen im Libanon führten 1860 zum Massaker der Drusen an fast 8000 Christen; Anissa gelang die Rettung eines Kindes, das sie unter ihren Kleidern versteckte. 1862 legte sie ihre ersten Gelübde ab, arbeitete als Köchin im Seminar von Ghazir und gründete 1863 eine Mädchenschule, die sie sieben Jahre lang leitete. 1871 wurde ihre Kongregation aufgelöst. Eine Vision führte sie zum maronitischen Simonskloster von Aito im Norden des Landes, wo sie 1873 ihre feierlichen Gelübde ablegte und den Namen ihrer Mutter, Rafqa (Rebekka), als Ordensnamen wählte. 13 Jahre später bat sie Gott um die Gnade, am erlösenden Leiden Jesu Christi teilzuhaben. Sie litt in der Folge unter heftigen Augen- und Kopfschmerzen und wurde zudem von großen seelischen Schmerzen geplagt. Dennoch verließ sie 1897 zusammen mit sechs weiteren Nonnen das Kloster für eine neue Gründung, wo sie die niedrigsten Dienste in Demut übernahm. 1899 erblindete sie und konnte wegen einer vollständigen Lähmung nur noch auf der Seite liegen. Sie starb am 23. März 1914. Sofort wurden Wunder an ihrem Grab beobachtet. Verehrung: Schon kurz nach ihrem Tod wurde ihr Grab von vielen Wallfahrern besucht. 1985 wurde sie selig- und 2001 von Papst Johannes Paul II. als erste Libanesin heiliggesprochen.   Weitere Heilige des Tages:
Merbod von Bregenz, Mönch, Einsiedler
Toribio von Mogrovejo, Bischof
Lebensdaten: geboren am 9. April 1898 in Konnersreuth/Oberpfalz, gestorben am 18. September 1962 ebendort Lebensgeschichte: Therese Neumann war das älteste von elf Kindern einer Schneiderfamilie und ging mit 14 Jahren als Magd zu einem verwandten Großbauern. Nach einem verheerenden Scheunenbrand 1918 erkrankte sie nach und nach bis zum völligen Zusammenbruch. Blind und gelähmt, zeitweise taub und von Epilepsieanfällen geschüttelt, war sie ein Pflegefall geworden. Am 29. April 1923, dem Tag, an dem Therese von Lisieux seliggesprochen wurde, war Resl plötzlich von ihrer Blindheit geheilt, zwei Jahre später, am 17. Mai 1925, dem Tag ihrer Heiligsprechung, verschwanden auch die Lähmungen und Krämpfe, und am Todestag der Heiligen im September desselben Jahres war Resl wieder völlig hergestellt. In der Nacht vom 4. auf den 5. März 1926 hatte Resl die erste Vision vom Leiden und Sterben Christi – knapp 700 solcher Erlebnisse sollten bis zu ihrem Tod folgen. In dieser Nacht zeigte sich zum ersten Mal die Seitenwunde Jesu an ihrem Körper. Ab Oktober 1926 nahm sie bis auf den täglichen Empfang der heiligen Kommunion keine Nahrung zu sich. Nach und nach bildeten sich Wunden am Kopf und an den Händen, und jeden Karfreitag blutete sie aus Händen und Augen und fiel in einen todesähnlichen Schlaf, der bis zum Ostermorgen dauerte. Resl soll auch auf Aramäisch gesprochen haben, der Sprache Jesu. Viele hielten Therese Neumann für eine Schwindlerin und verspotteten die Menschen als „wundersüchtig“. So auch der Publizist Fritz Gerlich, der 1927 eigens nach Konnersreuth reiste, um „dem Schwindel auf die Spur zu kommen“. Er wurde nach seiner Rückkehr katholisch und aus seinen Glaubensüberzeugungen heraus zu einem der schärfsten Hitler-Widersacher. Auch der anfangs skeptische Kapuzinerpater Ingbert Naab war von der Integrität der Resl überzeugt und gehörte wie Gerlich als Mitglied des „Konnersreuther Kreises“ zum Widerstand gegen die Nazis. Freilich hat es auch an Kritikern und bleibend Skeptischen bis heute nicht gefehlt. Auf Resls Initiative wurde 1955 das Kloster der Salesianeroblaten mit dem Spätberufenenseminar Fockenfeld in der unmittelbaren Nachbarschaft von Konnersreuth eröffnet. 1962 starb sie in den Armen ihrer Schwester Maria. Verehrung: 1963 ging ein Wunsch der Resl in Erfüllung: Marienschwestern vom Karmel bezogen das Kloster Theresianum in Konnersreuth und widmen sich seitdem neben der Führung eines Altenheims und Kindergartens der ewigen Anbetung. Sie betreuen auch die rund 50.000 Wallfahrer, die jährlich ans Grab der Mystikerin kommen. 2005 erreichte der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller das Nihil obstat seitens der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren in Rom und eröffnete den Seligsprechungsprozess.   Weitere Heilige des Tages:
Josef von Copertino, Ordensmann, Mystiker
Lambert, Bischof, Glaubensbote, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 26. Mai 1900 in Ruppach bei Montabaur, gestorben am 22. Februar 1945 im KZ Dachau Lebensgeschichte: Richard Henkes war Schüler des Studienheims der Pallottiner in Vallendar und wurde 1925 in Limburg zum Ordenspriester geweiht. Er wirkte als Lehrer an den Ordensschulen in Schönstatt und Alpen und wurde 1931 nach Oberschlesien versetzt, wo er dem Zugriff der Nazis auf die Schulen und die Jugend entgegentrat. Wegen regimekritischer Predigten wurde ihm 1938 ein Prozess gemacht, der aber aufgrund einer Amnestie nicht zu Ende geführt wurde. Zu seinem Schutz nahm ihn der Orden aus der Schule, und er wurde Jugendseelsorger und Exerzitienmeister in Branitz, schließlich Pfarradministrator in Strandorf im Hultschiner Ländchen. Bei seinen Predigten in den großen Kirchen Oberschlesiens und auf dem Annaberg hatte er Tausende von Zuhörern – unter ihnen auch Gestapo-Spitzel. Am 12. März 1943 sagte Pater Henkes in einer Predigt: „Man braucht heute keine intelligenten Menschen mehr, sondern den Herdenmenschen, den Hammel. Am liebsten hätte man für ihn eine Uniform. Im dritten Jahrhundert haben die Leute für ihren christlichen Glauben gekämpft, haben alles hergegeben, haben ihre Existenz aufs Spiel gesetzt, ihre Kinder, ihre Familie, sogar ihr Leben. So wird das auch wieder werden. Wir haben heute bei der Erziehung unserer Kinder in den Schulen nichts mehr zu sagen. Wir haben draußen nichts mehr zu sagen, und wir haben bald auch hier nichts mehr zu sagen. Wenn ich in meiner Heimat am Rhein hinausziehe, sieht man Kirchen, die nach römischen Legionsführern benannt sind. Die Männer waren so treu, dass man die Kirche nach ihrem Namen benannte. Ich möchte heute den katholischen Offizier sehen, der so treu ist, dass man auf seinen Namen eine Kirche bauen könnte.“ Wegen dieser Predigt kam er am 9. April 1943 ins Gefängnis von Ratibor, von wo aus er am 10. Juli ins KZ Dachau überführt wurde. Zusammen mit dem späteren Prager Erzbischof und Kardinal Josef Beran, von dem er etwas Tschechisch lernte, leitete er im Zugangsblock die Kantine. Als im Februar 1945 eine Typhusepidemie im KZ ausbrach, meldete sich Henkes freiwillig zur Pflege vor allem typhuskranker Tschechen und ließ sich mit ihnen einschließen. Er wurde dabei selber infiziert und starb. Verehrung: 1985 ersuchten die ehemaligen Priester-Häftlinge des KZ Dachau den Limburger Bischof Franz Kamphaus um die Eröffnung eines Seligsprechungsprozesses, die 2003 mit Unterstützung der tschechischen Bischofskonferenz erfolgte. Papst Franziskus anerkannte im Dezember 2018 Henkes Martyrium aus „Glaubenshass“. Die Seligsprechung wurde am 15. September 2019 in Limburg vorgenommen.   Weitere Heilige und Feste des Tages:
Kathedra Petri
Isabelle von Frankreich, Gründerin
Margareta von Cortona, Mystikerin
Lebensdaten: geboren 1197 in Burford bei Wyche, gestorben am 3. April 1253 in Dover Lebensgeschichte: Richard war das jüngere Kind eines verarmten Gutsbesitzers und wuchs als Waise auf. Er verzichtete zugunsten seines Bruders auf sein Erbe und schlug eine vorteilhafte Heirat aus, weil es ihn mehr zum Studium und zur Kirche hinzog. In Oxford, Paris und Bologna studierte er die Rechte und trat 1235, nachdem sein Förderer Edmund von Abingdon Erzbischof von Canterbury geworden war, als Kanzler in seinen Dienst. Als der Erzbischof gegen den Willen des Königs Heinrich III. den Klerus reformierte und päpstliche Rechte durchsetzte und deswegen ins Exil nach Frankreich musste, begleitete ihn Richard und blieb bis zu dessen Tod 1240 bei ihm. Erst dann entschied sich Richard für das Priesteramt und studierte Theologie bei den Dominikanern in Orléans. Zurück in England, wirkte er einige Zeit als Pfarrer, bis ihn Bonifatius von Savoy, der neue Erzbischof von Canterbury, erneut zum Kanzler berief. 1244 wurde Richard zum Bischof von Chichester gewählt, worauf der König dort einen Gegenbischof einsetzte und Besitz und Einkünfte des Bischofssitzes einbehielt. Trotz seiner Bestätigung durch Papst Innozenz IV. musste Richard zwei Jahre warten, bis er sein Bistum leiten konnte – erst die Androhung der Exkommunikation ließ den König einlenken. In der Zwischenzeit hatte Richard aber als Pfarrer gewirkt, die gesamte Diözese zu Fuß besucht und in seiner Freizeit Feigen gezüchtet. Als Bischof behielt Richard seinen einfachen, asketischen Lebensstil bei. Er unterstützte die Niederlassung der Dominikaner und predigte erfolgreich den Kreuzzug im ganzen Land. Auf einer Predigtreise verstarb er 56jährig in Dover. Verehrung: Richard wurde schon 1262 durch Papst Urban IV. heiliggesprochen. Sein Grab war ein fast so beliebtes Wallfahrtsziel wie das Thomas Beckets in Canterbury. 1538 wurde es auf Befehl König Heinrichs VIII. zerstört. 1993 wurde in der Normandie eine Armreliquie aufgefunden und nach Chichester zurückgebracht. Darstellung: als Bischof mit Kelch, oder beim Pflügen Patron: der Fuhrleute und der Grafschaft Sussex    Weitere Heilige des Tages:
Elisabeth Koch, Ordensgründerin
Josef der Hymnenschreiber, Mönch
Thiento von Wessobrunn, Abt, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1380 in Roccaporena bei Cascia (Umbrien), gestorben am 22. Mai 1457 in Cascia Lebensgeschichte und Legende: Margherita Lotti Mancini war das Kind besonders friedliebender Eltern, die häufig zwischen streitenden Parteien vermittelten, und soll in der Wiege von Bienen mit Honig gefüttert worden sein. Obwohl es sie zum Klosterleben zog, wurde sie mit 16 Jahren mit dem reichen und stolzen Paolo di Ferdinando di Mancino verheiratet, der sich als gewalttätig erwies und 1401 ermordet wurde. Als ihre Zwillingssöhne Giangiacomo Antonio und Paolo Maria erwachsen waren und Blutrache schworen, versuchte Rita, sie davon abzubringen und betete, dass sie nicht zu Mördern würden. Tatsächlich starben sie kurz darauf an der Pest. Rita bat bei den Augustiner-Eremitinnen von Cascia um Aufnahme, die sich unter dem Vorwand, keine Witwen aufnehmen zu dürfen, ihrem Ansinnen verweigerten, in Wahrheit aber Mord und Totschlag fürchteten. Erst als die verfeindeten Familien Frieden vor dem Bischof schlossen, konnte sie ins Kloster eintreten. Der Legende nach hätten ihr Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus von Tolentino die Pforte geöffnet. Rita blieben 44 Jahre eines intensiven Lebens in Gebet, Gehorsam und Armut, an dessen Ende sie in einer Vision eine Wunde der Dornenkrone empfing. Auf ihrem Sterbebett bat sie eine Cousine, ihr mitten im Winter eine Rose aus dem Garten ihrer Eltern mitzubringen. Tatsächlich blühte dort ein Rosenstrauch. Verehrung/Brauchtum: Rita wurde 1628 selig- und 1900 heiliggesprochen. Die moderne Kirche von Cascia mit ihrem unverwesten Leichnam ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort, da Rita neben Antonius von Padua und Padre Pio von Pietrelcina eine der meistverehrten Heiligen Italiens ist. Ihre Verehrung breitete sich überall dort aus, wohin Italiener auswanderten, besonders in Frankreich. Mit der Weihe der „Rita-Rosen“ am 22. Mai gedenkt man in Italien der Helferin in aussichtslosen Anliegen. Darstellung: in Augustinerinnentracht beim Empfang der Dornenwunde, manchmal auch in Verbindung mit dem Rosenwunder, in der Hand ein Kreuz oder einen Palmzweig mit drei Kronen Patronin: der Wurstmacher, in aussichtslosen Anliegen, bei Prüfungsnöten, gegen Pocken   Weitere Heilige des Tages:
Emil, Märtyrer
Julia von Karthago, Märtyrin
Renata von Bayern, Wohltäterin
Lebensdaten: geboren am 4. Oktober 1542 in Montepulciano, gestorben am 17. September 1621 in Rom Lebensgeschichte: Roberto Francesco Romolo Bellarmino kam in einer verarmten Adelsfamilie zur Welt; seine Mutter, eine Schwester von Papst Marcellus II., ließ ihn am neugegründeten Jesuitenkolleg von Montepulciano ausbilden, und 1560 trat Robert selber der Gesellschaft Jesu bei. Der Orden schickte den Hochbegabten zum philosophisch-theologischen Studium nach Rom und Padua, wo Robert tief von den Werken Thomas’ von Aquins geprägt wurde. Seine Ausbildung beschloss er im flandrischen Löwen, wo er sich gründlich mit den reformatorischen Schriften und Lehren auseinandersetzte und 1570, nach seiner Priesterweihe, als erster Jesuit eine Professorenstelle bekleidete. Bellarmin begründete mit seinen vielbesuchten Vorlesungen gleich ein neues theologisches Fach: die Kontroverstheologie, die er ab 1576 in Rom lehrte und mit der er zum akademischen Hauptgegner der reformatorischen Theologen wurde. Sein Hauptwerk, die Disputationen über die Kontroversen des christlichen Glaubens, wurde bis zu seinem Tod zwanzigmal neuaufgelegt und in ganz Europa gelesen. Der kränkliche und dabei asketische Gelehrte wurde von Päpsten als Berater berufen, wegen seines Freimuts auch der kirchlichen Autorität gegenüber wieder weggeschickt und wieder zurückgeholt, weil sein theologisches Urteil unentbehrlich war. 1599 zur Annahme des Kardinalshuts gezwungen, spielte er eine maßgebliche Rolle in den Inquisitionsprozessen um Giordano Bruno und Galileo Galilei, wobei sich der liebenswürdige und auf Ausgleich bedachte „Jesuit in Rot“ selbst nach heutigen Maßstäben untadelig verhielt. 1602 zum Erzbischof von Capua ernannt und geweiht, setzte er dort die Beschlüsse des Konzils von Trient durch und erwarb sich mit seinem Weitblick und sozialen Maßnahmen die Achtung und die Liebe der ganzen Diözese – die er 1605 ungern wieder verlassen musste, um an der Kurie weiterzuwirken. Robert Bellarmin, dessen eigene Wahl zum Papst am Veto Spaniens scheiterte, übernahm im Alter noch für einige Jahre das Bischofsamt in Montepulciano, zog sich ins Ordenshaus in Sant’Andrea al Quirinale zurück und wurde nach seinem Tod in der Jesuitenkirche Il Gesù beigesetzt. Verehrung: Der 1627 eingeleitete Seligsprechungsprozess kam nicht zum Abschluss, so lange die innerkirchlichen Auseinandersetzungen um die Gnadenlehre noch tobten, an denen Bellarmin teilgenommen hatte; dann wurde der Prozess aus Rücksichtnahme auf Frankreich verschleppt, wo Bellarmin so eindrucksvoll die päpstliche Autorität unterstrichen hatte. Erst Papst Pius XI. sprach ihn 1923 selig. Seitdem ruht er in einem gläsernen Reliquienschrein in der Kirche Sant’Ignazio, unweit des Grabes seines Schützlings Aloysius Gonzaga – wie es seinem Wunsch entspricht. Pius XI. sprach ihn 1930 auch heilig und erhob ihn im Folgejahr zum Kirchenlehrer. Darstellung: als Kardinal am Schreibtisch mit Feder in der Hand, oder ein großes Tischkreuz verehrend Patron: der Katecheten und Katechumenen, der Päpstlichen Universität Gregoriana, des Erzbistums Cincinnati, Mitpatron des Erzbistums Capua    Weitere Heilige des Tages:
Anton Maria Schwartz, Priester, Ordensgründer
Hildegard von Bingen, Äbtissin, Mystikerin, Kirchenlehrerin
Lebensdaten: geboren am 29. Januar 1821 in Lissa (heute Leśnica), gestorben am 5. März 1888 in Breslau (heute Wrocław) Lebensgeschichte: Robert Spiske war der Sohn eines belesenen, aber überaus strengen Schuhmachers und wurde nur dank der Vermittlung von Gönnern in das Breslauer Mariengymnasium und den Domknabenchor aufgenommen. Nach der Reifeprüfung studierte er Philosophie und Theologie an der Universität Breslau und wurde 1847 zum Priester geweiht. Als Kaplan der Breslauer Pfarrei St. Maria auf dem Sande wirkte er gemeinsam mit Pfarrer Joseph Wick so erfolgreich, dass sich die Sandkirche zu einer der meistbesuchten Kirchen der Stadt entwickelte. Neben seinem priesterlichen Wirken kümmerte sich Robert Spiske intensiv um die Bedürftigen der Stadt und vor allem um die Jugendlichen, denen er häufig zu einer Lehrstelle oder weiterführenden Schulen verhalf. Um für die vielen Waisenkinder Pflegefamilien und finanzielle Unterstützung zu finden, gründete der „Apostel der Caritas“, wie er genannt wurde, 1848 den „St. Hedwigsverein katholischer Frauen und Jungfrauen“, mit dessen Hilfe er 1857 ein Kinderheim eröffnen konnte. Zehn Jahre später erhielt Robert Spiske von Papst Pius IX. in Rom persönlich die Billigung der Ordensregel, die er für die „Hedwigschwestern“ entworfen hatte. Von 1863 bis 1884 war Robert Spiske Pfarrer von St. Dorothea und machte auch in dieser nobleren Gegend großen Eindruck. Seine mitreißenden Predigten, seine Bescheidenheit und Klugheit zogen viele Menschen an – nicht nur Katholiken: Rund 2000 Menschen konvertierten auf seinen Anstoß hin zum katholischen Glauben. 1875 wurde er zum Stadtdekan von Breslau ernannt, 1883 zum Domprediger, Domherr und Rat im Generalvikariat. Fünf Jahre später starb er an den Folgen eines Schlaganfalls und wurde in der Domherrengruft des Breslauer Doms beigesetzt. 1984 wurden seine sterblichen Überreste ins Mutterhaus der Hedwigschwestern umgebettet. Verehrung: Das Seligsprechungsverfahren für Robert Spiske wurde 1993 eröffnet. 2009 erkannte Papst Benedikt XVI. ihm den heroischen Tugendgrad zu – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung.   Weitere Heilige des Tages:
Dietmar, Bischof
Gerasimos, Einsiedler, Abt
Lucius I., Papst
Oliva, Märtyrin