Heilige
Lebensdaten: geboren auf Korfu, gestorben vor 305 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Einer „Offenbarung“ der neapolitanischen Dominikanerterziarin Maria Luisa di Gesù (1799–1875) nach war Philomena die Tochter des Königs von Korfu, der sich mit seiner Frau zum christlichen Glauben bekehrt hatte; Philomena selbst hatte mit 13 Jahren das Gelübde der Jungfräulichkeit gefasst. Als der König ungerechtfertigter Weise in einen Krieg mit Kaiser Diokletian hineingezogen wurde, begab er sich mit seiner Familie nach Rom, um einen Frieden auszuhandeln. Der Kaiser aber hatte bei ihrer Begegnung nur Augen für die junge Frau und versprach, in alles einzuwilligen, sofern Philomena seine Frau würde. Dem stimmte das Königspaar gerne zu, aber Philomena verweigerte sich mit Blick auf Christus als ihrem Bräutigam. Darauf ließ sie der Kaiser geißeln – doch Engel pflegten sie augenblicklich wieder gesund. Sie wurde dann mit einem Anker um den Hals in den Tiber geworfen – auch das war so wirkungslos wie die Pfeile, die auf sie abgeschossen wurden. Am Ende wurde sie enthauptet. Verehrung: Philomenas Verehrung begann 1802 mit der Entdeckung eines Grabes in den römischen Priscilla-Katakomben: Neben dem Skelett einer etwa 15jährigen Frau fanden sich eine Ampulle mit vermeintlichem eingetrockneten Blut sowie drei Tontafeln mit Darstellungen von zwei Ankern, drei Pfeilen, einer Palme sowie einer Lilie. Besondere Aufmerksamkeit erregte die Inschrift „Pax tecum Filumena – Friede sei mit dir, Philomena“. 1805 durfte der Priester Don Francesco De Lucia die sterblichen Überreste Philomenas in seine Heimat Mugnano del Cardinale (Kampanien) verbringen, wo sie bis heute in der Kirche Madonna delle Grazie in einer Seitenkapelle ruhen. De Lucia schrieb auch die „Offenbarung“ ihrer Lebensgeschichte nieder. 1835 wurde in Mugnano die todkranke Pauline-Marie Jaricot, Gründerin des Werkes der Glaubensverbreitung, des Kindheit-Jesu-Vereins und des Lebendigen Rosenkranzes, wunderbar geheilt, worauf eine massive Verehrung einsetzte, die neben den Päpsten besonders auch den heiligen Pfarrer Vianney von Ars ergriff, der alle Wunder und Heilungen in seinem Leben der Fürsprache der heiligen Philomena zusprach. 1961 wurde Philomena aus dem Heiligenkalender gestrichen, nachdem die Zweifel an ihrem Martyrium immer lauter geworden waren. Das stört aber die vielen Menschen nicht, die immer noch aus aller Welt nach Mugnano pilgern. Zwischen 1850 und 1900 war Philomena auch in Bayern einer der häufigsten Mädchenvornamen. Darstellung: mit Anker, Jungfrauenlilie oder Märtyrerpalme, drei Pfeilen und einer Geißel Patronin: der Säuglinge und Kleinkinder, der werdenden Mütter, der Gefolterten und Gefangenen, des Lebendigen Rosenkranzes Weitere Heilige des Tages:
Klara von Assisi, Ordensgründerin
Susanna von Rom, Märtyrin, Stifterin
Klara von Assisi, Ordensgründerin
Susanna von Rom, Märtyrin, Stifterin
Lebensdaten: geboren um 1030, gestorben um 1090 in Huysburg bei Halberstadt Lebensgeschichte: Pia, die in ihrer Familie Bia hieß, wurde von ihren Eltern mit fünf Jahren dem Quedlinburger Marienkloster zur Erziehung übergeben, wo sie selber Nonne wurde und zur Beraterin des Bischofs avancierte. 1070 gab Bischof Burchard II. für die Huysburg, wo es eine Curia, ein Verwaltungsgebäude für die bischöflichen Wälder, sowie eine zweigeschossige Kirche gab, die Zustimmung zum Bau einer Anlage für Nonnen, die als Inklusinnen in größerer Einsamkeit zu leben wünschten. Die erste Nonne war Pia, ihr folgten Adelheid von Gandersheim und Ida, eine weitere Nonne von Quedlinburg. Diese Frauen wirkten trotz ihrer Zurückgezogenheit als Ratgeberinnen für die Bevölkerung und gaben dem für die Huysburg zuständigen Kanoniker Ekkehard den Anstoß, ein Männerkloster zu gründen. Ekkehard wurde Abt der neuen Gemeinschaft und erbaute eine Kapelle für die Menschen, die wegen der Inklusinnen die Huysburg aufsuchten. Entgegen anderer Überlieferungen war die Huysburg niemals ein Doppelkloster, und Pia hat es auch nicht gemeinsam mit Ekkehard geleitet. Wahr ist lediglich, dass Pia und besonders Adelheid einen gewissen Einfluss auf die Mönche hatten. Pia starb an einem 6. Januar um 1090 auf der Huysburg, die letzte der dort lebenden Frauen im Jahr 1411. Weitere Feste und Heilige des Tages:
Erscheinung des Herrn
Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar
Rafaela Porras y Ayllón, Ordensgründerin
Erscheinung des Herrn
Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar
Rafaela Porras y Ayllón, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 12. Juli 1803 in Cuet bei Bourg-en-Bresse, gestorben am 28. April 1841 auf Futuna, Südpazifik Lebensgeschichte: Pierre Chanel war das fünfte von acht Kindern einer Bauernfamilie und musste von seinem siebten Lebensjahr an als Hirte arbeiten. Unterrichtet wurde er vom Dorfpfarrer, dem der Knabe aufgefallen war und der Pierres Eltern überzeugen konnte, ihn in seine Schule zu geben. Dort fiel er wiederum einem anderen Pfarrer auf, der ihm im nächstgrößeren Ort den weiterführenden Schulbesuch ermöglichte und ihn als Ministrant einsetzte. Um 1817, etwa zum Zeitpunkt seiner ersten heiligen Kommunion, begeisterte er sich für die Mission in Übersee. Pierre wechselte aufs Knabenseminar, absolvierte mit Bravour den Gymnasialunterricht und trat ins Priesterseminar des Bistums Belley ein. 1827 wurde er zum Priester geweiht. Nach einem Einsatz als Pfarrvikar bat er seinen Bischof vergeblich um Entsendung in die Mission und wurde stattdessen zum Pfarrer eines Dorfes unweit von Genf ernannt, wo er segensreich wirkte und sich insbesondere durch seinen Dienst an Kranken viel Anerkennung erwarb. 1831 schloss sich Pierre Chanel der neugegründeten „Gesellschaft Mariens“ an, den Maristen, die ihn im Knabenseminar von Belley als Lehrer, Spiritual, Ökonom und schließlich als Vizerektor des Hauses beschäftigten. 1836 vertraute Papst Gregor XVI. den Maristen die Mission in Ozeanien an. Pater Chanel konnte endlich seinen Traum verwirklichen und schiffte sich gemeinsam mit zwei Mitbrüdern nach Futuna ein, wo sie nach zehnmonatiger Reise am 8. Dezember 1837, dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis, ihre erste heilige Messe zelebrierten. Zwei Jahre lebten sie als Gäste des Inselkönigs Niuliki und gaben sich Mühe, die Sprache der Menschen zu erlernen. Als Pierre Chanel langsam mit dem Evangelisieren begann und sich die Zuneigung der Inselbewohner erwarb – sie nannten ihn Petelo, „Mann mit dem großen Herzen“ –, fürchtete der König um seinen Einfluss und verstieß die Missionare, die bald darauf kurz vor dem Hungertod standen und gezwungen waren, ihren Hund zu essen. Als der Sohn des Königs öffentlich seinen Willen zur Taufe erklärte, beauftragte Niuliki seinen Schwiegersohn Musumusu, den lästigen Pater loszuwerden. Bei Tagesanbruch des 28. April 1841 überfiel ein Mordkommando die Missionare, knüppelte Pater Chanel nieder und plünderte das Haus. Als Musumusu merkte, dass der Franzose noch atmete, tötete er ihn mit einem Beilhieb in den Nacken. Verehrung: Als ein Jahr später Chanels Leichnam geborgen wurde, hatte sich das Christentum stark verbreitet. Nicht lange, und fast die ganze Bevölkerung hatte sich taufen lassen – einschließlich Musumusu, der sich beim Grab des Märtyrers bestatten ließ, damit alle, die ihn verehren, sein Grab mit Füßen treten, und einer Königstochter, die die erste Ordensfrau der Insel wurde. Chanels Gebeine kehrten 1977 vom Lyoner Mutterhaus der Maristen nach Futuna zurück und ruhen in einer Basilika, die seinen Namen trägt. Heute sind 98 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch. Chanel wurde 1889 selig- und 1954 heiliggesprochen sowie zum Patron von Ozeanien erklärt. Darstellung: als Maristenpater mit Märtyrerpalme Patron: von Ozeanien Weitere Heilige des Tages:
Adalbero von Augsburg, Bischof
Hugo von Cluny, Abt
Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort, Priester
Adalbero von Augsburg, Bischof
Hugo von Cluny, Abt
Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort, Priester
Lebensdaten: geboren am 30. November 1564 oder 1565 in Mirecourt (Vogesen), gestorben am 9. Dezember 1640 in Gray (Bourgogne-Franche-Comté) Lebensgeschichte: Pierre Fourier war der Sohn eines Tuchhändlers und besuchte das Jesuitenkolleg von Pont-à-Mousson, das der Herzog von Lothringen zur Gegenreformation und zur Durchsetzung der Trienter Konzilsdekrete gegründet hatte. Mit 20 Jahren trat er in das Augustiner-Chorherrenstift Chaumousey ein und wurde 1589 zum Ordenspriester geweiht. Das Studium der Theologie und der Rechte führten ihn für sieben Jahre wieder nach Pont-à-Mousson; im Anschluss kehrte er in sein Stift zurück und verwaltete als Prokurator die Pfarrei des Ortes. 1597 wurde er auf eigenen Wunsch Pfarrvikar des Dorfes Mattaincourt, das zwar religiös etwas vernachlässigt war, in dem sich aber entgegen der Legende überhaupt keine Protestanten fanden. Mit administrativen Vollmachten wie der niederen Gerichtsbarkeit und der Schulaufsicht betraut, knüpfte er ein soziales Netz für die Einwohner und richtete für sie eine Darlehenskasse sowie eine Volksküche ein. Die Einrichtung einer Freischule für Buben misslang – durch ihn hatte Alix Le Clerc allerdings die Eingebung zur Gründung der späteren Kongregation der Augustiner-Chorfrauen Unserer Lieben Frau mit dem zusätzlichen Gelübde der Mädchenerziehung. Auf Pierre Fourier gehen die systematischen Unterrichtsmethoden dieses Lehrordens durch Klassen und Lehrbücher sowie die Einführung der schwarzen Schultafel zurück. 1623 wurde er mit der Reform seines Ordens betraut, der das gemeinsame Leben weithin aufgegeben hatte, und gründete für das Herzogtum Lothringen die bald blühende Kongregation der Augustiner-Chorherren von Unserem Heiland, die bis zur Französischen Revolution bestand. Als sich das Frankreich Kardinal Richelieus in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges Lothringens bemächtigte, wurde Pierre Fourier 1636 als Parteigänger der Herzogsfamilie – sein Vater hatte in zweiter Ehe die Amme der Herzogin geheiratet und war 1591 geadelt worden, Fourier selbst stand mit den Fürsten in Korrespondenz – ins Exil in die Franche-Comté gezwungen, die zu Spanien gehörte. Dort starb er mit 75 Jahren. Verehrung: Pierre Fourier wurde in der heutigen Basilika Notre-Dame von Gray bestattet, wo sein Herz noch heute aufbewahrt wird. Nach seiner Seligsprechung 1730 wurden seine Gebeine in die heutige Basilika Saint-Pierre-Fourier von Mattaincourt übertragen. 1897 wurde er heiliggesprochen. Seit 2010 wird eine seiner Reliquien in der Trierer Welschnonnenkirche verehrt. Pierre Fourier ist einer der beliebtesten Heiligen Lothringens. Darstellung: als Priester im Chorrock mit Buch und seinem Wahlspruch „Allen nützlich sein – niemandem schaden“ Weitere Heilige des Tages:
Juan Diego, Einsiedler
Liborius Wagner, Priester, Märtyrer
Valeria von Limoges, Märtyrin
Juan Diego, Einsiedler
Liborius Wagner, Priester, Märtyrer
Valeria von Limoges, Märtyrin
Lebensdaten: geboren am 4. Februar 1811 in La Mure d’Isère bei Grenoble, gestorben am 1. August 1868 ebendort Lebensgeschichte: Pierre-Julien kam in einer tieffrommen Handwerkerfamilie zur Welt und zeigte früh schon eine große Andacht zum Allerheiligsten Sakrament des Altares. 1823, als Erstkommunikant, stand sein Entschluss bereits fest: Priester zu werden. Der Vater, der einen kleinen Handel mit Olivenöl betrieb, wollte davon nichts wissen, doch als er entdeckte, dass sein Sohn heimlich Latein studierte und, sooft er nur konnte, das Marienheiligtum Notre-Dame du Laus besuchte, ließ er ihn 1828 zu den Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria nach Marseille ziehen. Pierre-Julien verließ das Noviziat jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder und trat 1831, nach dem Tod des Vaters, ins Priesterseminar von Grenoble ein. 1834 zum Priester geweiht und in der Diözese eingesetzt, arbeitete er unablässig an seiner spirituellen und intellektuellen Reifung, überwand die jansenistischen Anwandlungen einer entsagenden, schmerzzentrierten Kreuzesnachfolge – und gewann mit der Verkündigung von Gottes unermesslicher Liebe die Herzen seiner Pfarrkinder. Sein Bischof ließ ihn ungern gehen, doch den erfolgreichen Seelsorger zog es zum Ordensleben: 1839 begann Eymard sein Noviziat bei den Maristen in Lyon, legte ein Jahr später seine Gelübde ab und wurde vom Ordensgründer und Generalsuperior Jean-Claude Colin zur Assistenz der Ordensleitung hinzugezogen. Schwerpunktmäßig mit Exerzitien und Einkehrtagen sowie dem Ausbau des Maristen-Drittordens betraut, erfuhr Pater Eymard besondere Gnaden, die ihn zur Gründung einer eigenen Kongregation zum eucharistischen Apostolat und zur entsühnenden Anbetung des Altarsakraments – und zur Entfremdung von den Maristen führte. 1856 rief er mit Genehmigung des Pariser Erzbischofs und mit nur vier Gefährten die Kongregation vom Allerheiligsten Sakrament, auch Eucharistiner genannt, ins Leben – ausgerechnet in der Rue d’Enfer (Höllenstraße, heute 88 avenue Denfert-Rochereau im 14. Arrondissement). Trotz anfänglich vollständiger Mittellosigkeit vermehrte sich die Kongregation um etliche Mitglieder: junge Erwachsene, die Eymard und seine Ordensbrüder auf die Erstkommunion vorbereitet hatten, darunter zahlreiche Frauen, die sich 1858 zum weiblichen Ordenszweig der Dienerinnen des Allerheiligsten Altarsakraments zusammenschlossen. 1863 anerkannt, blühte der Orden, trotz der vielen Rückschläge, die Pater Eymard nicht nur geduldig ertrug, sondern aus denen er noch größere geistliche Kraft schöpfte. Völlig ausgezehrt erlag er am 1. August 1868 einem Hirnschlag in seinem Elternhaus, wohin sich der 57jährige zur Erholung zurückgezogen hatte. Verehrung: 1898 wurde Eymards Seligsprechungsprozess eingeleitet und 1925 feierlich zu Ende gebracht. Seine Heiligsprechung erfolgte 1962. Weitere Heilige des Tages:
Eusebius von Vercelli, Bischof
Gerhard Hirschfelder, Priester, Märtyrer
Eusebius von Vercelli, Bischof
Gerhard Hirschfelder, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 928 in Venedig, gestorben am 10. Januar 987 oder 988 in der Abtei Saint-Michel-de-Cuxa bei Prades (Pyrénées-Orientales) Lebensgeschichte: Pietro Orseolo stammte aus einer der einflussreichsten Patrizierfamilien Venedigs und vermählte sich mit Felicia Malipiero (oder Badoèr) aus noch bedeutenderer Familie. Ihr Sohn Pietro II. sollte von 991 bis 1009 Doge (von lateinisch dux – Herzog) werden, ihre Tochter ehelichte den Patriziersohn Giovanni Morosini. Zwei Dokumente des Dogen Pietro IV. Candiano aus den 960er und 970er Jahren weisen Orseolo als einen Befehlshaber der venezianischen Flotte aus. Am 12. August 976 wurde Pietro Orseolo einstimmig zum Dogen gewählt – einen Tag, nachdem Pietro IV. Candiano wegen seiner Nähe zur ottonischen Kaiserdynastie ermordet worden und bei der Revolte die halbe Stadt in Flammen aufgegangen war. Orseolo gehörte der Partei an, welche die Interessen der Lagunenstadt stets gleichermaßen gegen das deutsche Herrscherhaus wie gegen das byzantinische Reich vertrat, und könnte zu den Verschwörern gehört haben. Orseolo erreichte als Friedensmaßnahme einen Ausgleich mit der Witwe seines Vorgängers, einer Verwandten der Kaiserin Adelheid, und stiftete aus eigenem Vermögen den Wiederaufbau des Dogenpalastes sowie den Neubau des Markusdoms, für den er die goldene Altartafel – die Pala d’oro – in Konstantinopel in Auftrag gab. 2000 Pfund in Gold soll er für die Opfer des Stadtbrandes sowie für die Armen aufgewendet haben. Überdies ließ er ein Spital errichten. Als außenpolitischen Erfolg konnte er 977 die erneute Handelsvereinbarung mit Istrien verbuchen. Währenddessen wuchs die von den deutschen Kaisern geförderte Opposition. 977 besuchte der katalanische Abt Garin (auch Guarin oder Warin), der über Gerbert von Aurillac, den späteren Papst Silvester II., mit der ottonischen Familie befreundet war, auf der Rückreise von einer Pilgerfahrt nach Rom die Markusreliquien in Venedig. Bei zwei Zusammenkünften appellierte Garin an das Gewissen des Dogen, ihm in die Abtei Saint-Michel-de-Cuxa in die Pyrenäen zu folgen, um Sühne für das mit Gewalt errungene Dogenamt zu leisten. In der Nacht zum 1. September 978 verließ Orseolo heimlich Venedig in Begleitung seines Schwiegersohns Giovanni Morosini und zweier Einsiedler: Marinus und Romuald, ebenfalls einem Vertrauten des deutschen Kaisers, der bei der Überzeugung des Dogen, der Welt zu entsagen, mitgewirkt hatte. Über einen Aufenthalt in der Abtei Sankt Michael bei der Klus bei Turin gelangten sie nach Cuxa, wo ihn Romuald das Eremitenleben lehrte. Dort starb Orseolo als einfacher Mönch am 10. Januar 987 oder 988. Verehrung: 1027 seliggesprochen, wurde Orseolo in der Abteikirche und 1644 unter einem Romualdsaltar beigesetzt. Nach seiner Heiligsprechung 1731 erbat sich Venedig Reliquien für den Markusdom, wo sie jedes Jahr am 14. Januar in Gegenwart des Dogen im Rahmen eines Hochamts ausgestellt wurden. Von Cuxa wurden die Reliquien Orseolos 1790 zum Schutz vor dem Furor der Französischen Revolution in die Pfarrkirche Saint-Pierre von Prades übertragen. Der Kamaldulenserorden begeht seinen Gedenktag am 19. Januar. Mitpatron: von Venedig Weitere Heilige des Tages:
Gregor X., Papst
Paulus von Theben, Einsiedler
Léonie Aviat, Ordensgründerin
Gregor X., Papst
Paulus von Theben, Einsiedler
Léonie Aviat, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren um 670 in Nordgallien, gestorben am 3. November 753 in Hornbach (Pfalz) Lebensgeschichte: Pirmin war vermutlich gallorömischer Herkunft; die ihm angedichtete irische Abstammung rührt von seiner Zugehörigkeit zur irofränkischen Mönchsbewegung. Man hat aus ihm auch einen Flüchtling aus dem südfranzösischen oder spanischen Westgotenreich gemacht. 724 ist er Wander- bzw. Klosterbischof in Brabant und wird mit einem Schutzbrief des fränkischen Hausmeiers Karl Martell nach Alemannien entsandt, wo er mit 40 Mönchen eine Schenkung bezieht und das Kloster auf der Reichenau gründet. Bereits drei Jahre später verlässt Pirmin wieder den Bodensee – angeblich hätte das alemannische Herzogshaus die allzu große Ausdehnung des karolingischen Machtbereichs beargwöhnt – und zieht ins südliche Elsass nach Murbach, wo er auf Einladung des Etichonen-Grafen Eberhard ein Kloster gründet und es einer Mischung aus iroschottischer Kolumbans- und lateinischer Benediktsregel unterstellt. Pirmin verstand das Klosterleben als Pilgerweise und ließ sich jeweils von den jeweiligen Grundherren und Bischöfen die Selbständigkeit und Freiheit von weltlicher und kirchlicher Obrigkeit verbriefen. Die Leitung hatte er selbst als Klosterbischof inne. Auch seine Nachfolger als Äbte der Reichenau und von Murbach wurden Bischöfe – allerdings Diözesanbischöfe. Eine letzte Gründung Pirmins erfolgte 741 auf Einladung des Widonen-Grafen Warnharius im südwestpfälzischen Hornbach. Weitere Gründungs- und Reformtätigkeiten wie im badischen Gengenbach und in Schuttern im Schwarzwald wurden ihm erst nach seinem Tod zugeschrieben, sind aber wegen seiner zahlreichen Neuaufbrüche denkbar. Immerhin wurden auch von der bedeutenden Reichenau aus Mönche ins bayerische Niederaltaich entsandt. Von Pirmin ist ein Werk mit dem Titel „Scarapsus“ erhalten, ein Lehrbüchlein mit biblisch-kirchlichen Vorschriften und Ansichten der Kirchenväter für Mönche, Weltkleriker und Laien. Darin wird seine Verbundenheit mit den altgallischen, irisch-fränkischen und angelsächsischen Missionsgedanken deutlich. Verehrung: Pirmin wurde in Hornbach begraben, wohin bald eine Wallfahrt führte. Ein Festformular zu seinem Todestag am 3. November ist bereits Anfang des 9. Jahrhunderts auf der Reichenau bezeugt. Nach der Auflösung des Klosters Hornbach durch die Reformation wurden seine Gebeine nach Innsbruck überführt, wo sie in der Jesuitenkirche ruhen. Besondere Verehrung genießt der „Apostel der Pfalz“ im Bistum Speyer. Die Stadt Pirmasens hat ihren Namen von ihm. Darstellung: als Bischof, mit Schlangen, mit Kirchenmodell Patron: der Pfalz, des Elsass, der Reichenau und von Innsbruck; Helfer bei Augenleiden, gegen die Pest, Schlangen, schädliches Gewürm, Vergiftung und Rheumatismus Weitere Heilige des Tages:
Hubert von Lüttich, Glaubensbote, Bischof
Martin von Porres, Ordensmann
Pater Rupert Mayer, Ordenspriester
Hubert von Lüttich, Glaubensbote, Bischof
Martin von Porres, Ordensmann
Pater Rupert Mayer, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren am 13. Mai 1792 in Senigallia, gestorben am 7. Februar 1878 in Rom Lebensgeschichte: Graf Giovanni Maria Mastai-Ferretti wurde in Senigallia im damaligen Kirchenstaat geboren. Wegen einer epileptischen Krankheit, von der er jedoch vollständig genas, musste er als Kind seine schulische Ausbildung unterbrechen. Nach philosophisch-theologischen Studien in Rom wurde er zum Priester geweiht und leitete zunächst das berühmte römische Waisenhaus „Tata Giovanni“. Von 1823 bis 1825 hielt er sich als Mitglied der päpstlichen Delegation im antiklerikal gewordenen Chile auf und übernahm bei seiner Rückkehr die Leitung des Sankt-Michaels-Hospizes in Rom. Papst Leo XII. ernannte ihn mit gerade einmal 35 Jahren zum Erzbischof von Spoleto. Dort und ab 1832 als Bischof von Imola machte er sich einen Namen als liberaler Reformer. 1840 zum Kardinal ernannt, ging er 1846 als Favorit der liberalen Kardinäle ins Konklave und nahm nach seiner Wahl zum Papst den Namen Pius IX. an. Er gab dem Kirchenstaat eine Verfassung, gewährte politischen Gefangenen eine Amnestie, führte zahlreiche Reformen ein, verlieh Pressefreiheit und war dem technischen Fortschritt gegenüber sehr aufgeschlossen. Was sein Vorgänger Gregor XVI. noch die „Wege Satans“ genannt hatte, wurde von Pius IX. breit gefördert: Eisenbahn, Telegraphie, öffentliche Beleuchtung – und selbst ließ er sich fotografieren. Doch als er die nationale Eingliederung des Kirchenstaates trotz seiner Sympathien für ein geeintes Italien verweigerte, brach im europäischen Revolutionsjahr 1848 auch in Rom ein Volksaufstand aus; sein Premierminister Pellegrino Rossi wurde ermordet, und er musste fliehen. Als er zwei Jahre später, nach der Wiederherstellung seiner Macht durch französische Truppen, nach Rom zurückkehren konnte, war sein Wohlwollen liberalen Strömungen gegenüber aufgebraucht. 1854 verkündete er feierlich das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis Mariens und verurteilte 1864 mit einem gewichtigen Lehrschreiben „Zeitirrtümer“ wie Kommunismus, Sozialismus, Liberalismus, Demokratie sowie Meinungs- und Pressefreiheit. 1869 berief er das Erste Vatikanische Konzil ein, dessen bekannteste Beschlüsse die Unfehlbarkeit des Papstes in ausdrücklich entschiedenen Glaubens- und Moralfragen sowie die oberste Leitungsgewalt des Papstes in der Kirche (Jurisdiktionsprimat) sind. Doch bis 1869 musste er den Untergang des Kirchenstaats mitansehen und betrachtete sich selbst zuletzt als „Gefangener im Vatikan“, der ihm einzig als souveränes Hoheitsgebiet verblieben war. Mit dem Verlust der weltlichen Macht gewann das Papstamt jedoch ein immenses geistliches und moralisches Prestige, nicht zuletzt deswegen, weil Papst Pius IX. durch die Schaffung hierarchischer Strukturen auf der ganzen Welt die Präsenz der Kirche vermehrte. Er starb 1878 in Rom. Mit fast 32 Jahren ist sein Pontifikat das bisher längste in der Geschichte gewesen. Verehrung: Gleich nach seinem Tod wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet, der jedoch erst im Heiligen Jahr 2000 mit der Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. seinen Abschluss fand. Sein Grab befindet sich in der Basilika San Lorenzo fuori le mura in Rom. Weitere Heilige des Tages:
Richard und Wuna von England, Königspaar
Richard und Wuna von England, Königspaar
Lebensdaten: geboren am 17. Januar 1504 in Bosco bei Alessandria, gestorben am 1. Mai 1572 in Rom Lebensgeschichte: Antonio Ghislieri stammte aus einem im Exil verarmten Bologneser Patriziergeschlecht und trat 14jährig mit dem Namen Michele in den Dominikanerorden ein. Nach seinem Studium und der Priesterweihe 1528 lehrte er bis 1544 Philosophie an der Universität Pavia und stieg gleichzeitig über verschiedene Ämter zum Generalsuperior des Ordens für die Lombardei auf, worauf er in die Römische Inquisition berufen wurde. Von Kardinal Gian Pietro Carafa gefördert, führte Frater Michele in Oberitalien einige heikle Prozesse gegen Bischöfe durch, welche der Sympathie für die Reformation verdächtig waren. 1551 setzte ihn Papst Julius III. als Generalkommissar der Römischen Inquisition ein. Als sein Mentor Carafa 1555 als Paul IV. den Papststuhl eingenommen hatte, betraute dieser ihn mit dem Index der verbotenen Bücher, ernannte ihn zum Bischof und kreierte ihn zum Kardinal. 1566 ging er mit Unterstützung Karl Borromäus’ und Alessandro Farneses als Papst Pius V. aus dem Konklave heraus, legte aber sein Ordenshabit nicht ab – auf ihn soll das Weiß der Päpste zurückgehen –, sondern setzte seine Lebensgewohnheiten als Bettelmönch inmitten des Apostolischen Palasts fort. Er reformierte die kuriale Verwaltung, trieb Nepotismus und Vetternwirtschaft aus und führte die Beschlüsse des Trienter Konzils (1545–1563) durch, darunter die Residenzpflicht von Klerikern in ihren Sprengeln, die Schaffung von Priesterseminaren, die Veröffentlichungen des Römischen Katechismus, Breviers und Missales für die gesamte katholische Kirche. Diese liturgischen Bücher blieben 400 Jahre in Geltung. Durch die Erhebung Thomas von Aquins zum Kirchenlehrer und die Herausgabe seiner Werke – die Ausgabe heißt nach ihm die „Piana“ – machte er seinen Ordensbruder für Jahrhunderte zur maßgeblichen Autorität in der Priesterausbildung. So streng Pius V. regierte und so unnachgiebig er Glaubensabweichungen bekämpfte – das Volk achtete ihn seiner Bescheidenheit und Demut sowie seiner Fürsorge wegen. Der Papst gründete zwei römische Krankenhäuser, richtete mit dem „Monte di Pietà“ ein vielfach kopiertes Leihhaus zur Unterstützung Bedürftiger ein und half einer drohenden Hungersnot durch Lebensmittelspenden ab. International stand er sich mit seiner Intransigenz selber im Wege. In Spanien konnte er die Konzilsbeschlüsse gegen die Krone nicht durchsetzen, Frankreich brachte er an den Rand des Bürgerkriegs und in England läutete er durch den Bann der Königin eine entsetzliche Katholikenverfolgung ein. Trotzdem gelang ihm das Schmieden der Heiligen Allianz aus Spanien, Genua und Venedig mit dem glänzenden Sieg der christlichen Flotte unter Don Juan de Austria gegen die türkische Seemacht bei Lepanto am 7. Oktober 1571, den der Papst dem Rosenkranzgebet zusprach, um das er gebeten hatte und das dadurch weltweit an Bedeutung gewann. Pius V. verweigerte sich einer Behandlung seiner Prostatavergrößerung und starb am 1. Mai 1572 an Nierenversagen. Verehrung: Pius wurde zuerst im Petersdom bestattet und 1588 in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt, wo er in der Kapelle Sixtus’ V. ruht. Er wurde 1672 selig- und 1712 heiliggesprochen. Darstellung: als Papst im Dominikanerhabit, mit Rosenkranz Patron: von Valletta (Malta), Bosco Marengo, Pietrelcina, Roccaforte Mondovi, des Bistums Alessandria Weitere Heilige des Tages:
Pauline von Mallinckrodt, Ordensgründerin
Quirinus, Märtyrer
Rudolf der Schweiger, Ordenspriester, Mönch
Pauline von Mallinckrodt, Ordensgründerin
Quirinus, Märtyrer
Rudolf der Schweiger, Ordenspriester, Mönch
Lebensdaten: geboren am 2. Juni 1835 in Riese (heute Riese Pio X), Provinz Treviso, gestorben am 20. August 1914 in Rom Lebensgeschichte: Giuseppe Melchiorre Sarto war das älteste von acht Kindern eines Gemeindeboten und einer Schneiderin. 1850 trat er mit einem Stipendium des Patriarchen von Venedig, seinem Landsmann, in das Paduaner Priesterseminar ein, absolvierte seine Studien mit Bestnoten und wurde 1858 zum Priester geweiht. Große Verdienste und Anerkennung erwarb er sich als Pfarrvikar von Tombolo bei Padua und ab 1867 als Erzpriester von Salzano bei Venedig. 1875 wurde Sarto zum Domherrn und Kanzler des Bistums Treviso berufen und mit der Leitung des Priesterseminars betraut. 1884 ernannte ihn Leo XIII. mit Dispens vom fehlenden Doktortitel zum Bischof von Mantua. 1893 bestellte ihn der Papst zum Patriarchen von Venedig und kreierte ihn zum Kardinal. Als nach dem Tod Papst Leos 1903 Österreich die Wahl seines Kardinalstaatssekretärs durch ein Veto verhinderte, ging Sarto als neuer Papst aus dem Konklave heraus und knüpfte mit dem Namen Pius besonders an seinen Vorvorgänger Pius IX. an. Er beendete mit Hilfe seines Kardinalstaatssekretärs Merry del Val diplomatische Annäherungen an Länder mit republikanischer Verfassung, brüskierte Staatsoberhäupter und kassierte so unter vielem anderen die außerordentlich scharfe Trennung von Kirche und Staat in Frankreich ein. Lediglich das Verhältnis zum italienischen Staat besserte er durch die Aufgabe einer totalen Verweigerungshaltung. Christlichen sozialen Bestrebungen nahm er dagegen durch klerikale Gängelung die Schlagkraft. Papst Pius hob das allgemeine Niveau der Priesterausbildung durch die zentralisierte Einrichtung von Seminaren mit einer Studienordnung, die ihr Augenmerk auf Katechismusunterricht und Predigt richtete, sich intellektuell aber aus Furcht vor dem sogenannten Modernismus – der Anpassung theologischer Lehrinhalte an die universitäre Gedankenwelt um den Preis katholischer Selbstaufgabe – verengte. Liturgisch bedeutsam waren die Abkehr vom bislang vorherrschenden konzert- und opernhaften Musikstil durch Wiederherstellung des Gregorianischen Chorals, die Umgestaltung des Breviers und des Messbuchs sowie die Betonung der „participatio actuosa – tatsächlichen Teilnahme“ der Gläubigen an der Messfeier. Weitere Erfolge waren die Reorganisation der Kurie als Zentralinstanz der Weltkirche und die Kodifizierung des Kirchenrechts. Für die Laien erschien 1908 sein bündiger Katechismus, an dem er beinahe 40 Jahre gearbeitet hatte. Auf Pius’ Dekrete gehen der häufige Empfang der Eucharistie und die Erstkommunion der Kinder mit sieben Jahren zurück. Pius X. erlitt 1913 einen Herzinfarkt, von dem er sich nicht mehr gänzlich erholte. Er starb kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, dessen Vorzeichen ihn unendlich traurig gestimmt hatten. Verehrung: Pius X. hatte sich die übliche Organentnahme und Einbalsamierung verbeten – was ihm seither alle Päpste gleichtun – und wurde in einem schmucklosen Grab in der Krypta des Petersdoms beigesetzt. Er wurde 1951 seliggesprochen und ruht seitdem im Altar der Tempelgangkapelle. 1954 wurde er als erster Papst seit Pius V. heiliggesprochen. Patron: der Esperantisten, der Sonnenuhrenbauer, der Katecheten, des Päpstlichen Werks der Heiligen Kindheit (später Päpstliches Missionswerk der Kinder, heute Sternsinger) Weitere Heilige des Tages:
Balduin von Rieti, Abt
Franz Reinisch, Ordenspriester, Märtyrer
Victoire Rasoamanarivo, Missionarin
Balduin von Rieti, Abt
Franz Reinisch, Ordenspriester, Märtyrer
Victoire Rasoamanarivo, Missionarin