Heilige
Lebensdaten: geboren Mitte Juni 1580 in Verdú, Provinz Lérida, Katalonien, gestorben am 9. September 1654 in Cartagena, Kolumbien Lebensgeschichte: Pere Claver Corberó war der Sohn eines Oliven- und Weinbauern und wurde als 13jähriger, nach dem Tod seiner Mutter, in die Obhut eines Onkels und Priesters in Barcelona gegeben. Ab 1596 studierte er Philosophie am Jesuitenkolleg von Bélen und schloss sich 1602 dem Orden an. 1605 begegnete er auf der Missionsschule von Palma de Mallorca dem Klosterpförtner Alonso Rodríguez, der ihm den Gedanken eingab, sich der Missionsarbeit zu widmen. 1610 wurde Claver, den seine Ordensoberen abschätzig beurteilten und für die Indianermission empfahlen, in das Neue Königreich von Granada (heutiges Kolumbien und Venezuela) entsandt und vollendete sein Theologiestudium in Santa Fé de Bogotá. Vor seiner Priesterweihe 1616 lernte er in der Hafenstadt Cartagena den Jesuitenpater Alonso de Sandoval kennen, den Pionier der Seelsorgearbeit an den schwarzafrikanischen Sklaven, die zu Hunderttausenden angeschifft wurden. Dessen Einfluss führte dahin, dass Claver 1622 seine ewigen Gelübde mit „Petrus Claver, ӕthiopum semper servus – Sklave der Schwarzen auf ewig“ unterschrieb. Pater Claver ließ sich stets im Voraus von der Ankunft eines Sklavenschiffs in Cartagena benachrichtigen und betrat es in Begleitung geeigneter Übersetzer – später erwarb das Jesuitenkolleg dazu eigens ausgesuchte Sklaven, die zu wichtigen Mitarbeitern wurden. Claver brachte Obst, Brot, Wein, Tabak und Branntwein an Bord, sorgte für medizinische Versorgung im Kolleg und führte die Sklaven mittels Katechesen in den Glauben ein. Bis etwa 1650 soll er 150.000 die Taufe gespendet haben. Claver wirkte als Seelsorger vorrangig für die Sklaven, die er häufig besuchte und gegen ihre Herren in Schutz nahm. Regelmäßig pflegte er die Aussätzigen im Leprosenhospital – es heißt, seine Soutane habe mehrmals täglich gewaschen werden müssen. Sein geistliches Pensum verrichtete er nachts. Pater Claver überlebte Sumpffieber und Pest, erkrankte jedoch 1650 an Parkinson und musste seine letzten vier Lebensjahre selbst gepflegt werden. Verehrung: Petrus Claver ruht in einem Kristallsarg in der nach ihm benannten Jesuitenkirche von Cartagena, der Stadt, die ihn als ihren „Apostel“ ehrt. 1851 selig- und 1888 heiliggesprochen, wurde er 1896 von Papst Leo XIII. zum Patron der „Mission unter Schwarzen“ ernannt. In Kolumbien wird zu seinen Ehren der 9. September als Tag der Menschenrechte begangen. Darstellung: als Priester mit schwarzen Sklaven Patron: von Cartagena und der Mission unter Schwarzen Weitere Heilige des Tages:
Jacques Laval, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin
Jacques Laval, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin
Lebensdaten: geboren um 1007 in Ravenna, gestorben am 23. Februar 1072 in Faenza Lebensgeschichte: Pier kommt der Überlieferung nach in einer adligen, jedoch verarmten Familie zur Welt und verdingt sich bei einem seiner älteren Brüder als Schweinehirt. Damian, ein anderer Bruder, der in Ravenna Erzpriester ist, nimmt sich seiner an und ermöglicht ihm ein Studium. Aus Dankbarkeit fügt sich Pier den Namen seines Bruders an. Nach dem Studium in Ravenna, Faenza und Parma wird Pier Damiani selber Professor an der Universität. Mit Ende 20 fühlt er sich zum Einsiedler berufen und tritt in die Abtei von Fonte Avellana ein, einer Gründung des hl. Romuald, des späteren Gründers des Kamaldulenserordens, dessen Biographie Pier verfasst. Trotz seiner strengen Bußübungen, darunter die wiedereingeführte Geißelung, wird Pier Prior der Abtei und tut sich in der beginnenden Reformbewegung des Klerus hervor, die von den Päpsten angestoßen wurde. Petrus erlangt durch seine kraftvollen Predigten gegen den Ämterkauf (Simonie) sowie gegen verheiratete Priester (Nikolaitismus) Berühmtheit, woraufhin er zur Teilnahme an mehreren Synoden berufen und 1058 schließlich zum Kardinalbischof von Ostia ernannt wird. Trotz seines immer wieder geäußerten Wunsches, in seine Einsiedlerabtei zurückzukehren, und seines Abscheus vor dem Sittenverfall auch der römischen Priester, bleibt Petrus Damiani im Dienst der Kurie tätig. Als päpstlicher Legat in Mailand, wo die meisten kirchlichen Ämter erkauft wurden und der Großteil der Geistlichen verheiratet ist, setzt er die Unterwerfung des Erzbischofs und des Klerus unter die Ämterreform und das Zölibatsgesetz durch. Petrus Damiani wird auch ins burgundische Reformkloster Cluny und zum Kaiser Heinrich IV. entsandt, dem er dessen geplante Ehescheidung ausredet. Mit seinen 180 Briefen, 54 Predigten, fünf Heiligenleben und einer Vielzahl von Gedichten und Hymnen ist Petrus Damiani überdies einer der produktivsten Schriftsteller des ganzen Mittelalters. In der Anwendung des Kirchenrechts setzte er als einer der großen Rechtsgelehrten seiner Zeit neue Maßstäbe. 1072 stirbt er auf der Rückreise von Ravenna, wo er den kaiserlich gesinnten Klerus für die Partei der Kirche zurückgewonnen hatte, an einer fiebrigen Erkrankung und wird im Kloster Santa Maria Fuori le Mura in Faenza bestattet. Nach insgesamt sechs Umbettungen ruhen seine Reliquien in einer Kapelle des Doms von Faenza. Verehrung: Petrus Damiani wurde unmittelbar nach seinem Tod in Faenza, Montecassino, Cluny und Fonte Avellana verehrt. 1828 wurde er von Papst Leo XII. zum Kirchenlehrer erhoben, was einer ausdrücklichen Heiligsprechung gleichkommt. Darstellung: als Mönch oder Bischof mit Büchern, Geißel oder Totenkopf Patron: gegen Kopfschmerzen Weitere Heilige des Tages:
Noël (Natalis) Pinot, Märtyrer
Maria Enrica Dominici, Generaloberin
Irene von Rom, Märtyrin
Noël (Natalis) Pinot, Märtyrer
Maria Enrica Dominici, Generaloberin
Irene von Rom, Märtyrin
Lebensdaten: geboren am 13. April 1506 in Le Villaret, einem Berggehöft bei Annecy, Obersavoyen, gestorben am 1. August 1546 in Rom Lebensgeschichte: Pierre Favre kam in einer kinderreichen und tieffrommen Berghirtenfamilie zur Welt. Vater und Mutter hatten Verwandte in der nahen Kartause von Reposoir, die ihm den Lateinschulbesuch bei Genf und schließlich das Universitätsstudium in Paris ermöglichten. 1525 zog er ins humanistisch geprägte Kolleg Sainte-Barbe, sein Zimmergenosse war Franz Xaver. 1529 kam Ignatius von Loyola hinzu. Pierre wurde Repetitor des 34jährigen Studienanfängers, im Gegenzug empfing er von Ignatius dauerhafte geistliche Impulse und wandte sich dem Priestertum zu. Vor seiner Priesterweihe 1534 erteilte ihm Ignatius seine Geistlichen Übungen (Exerzitien). An Mariä Himmelfahrt desselben Jahres legte er mit Ignatius, Franz Xaver und weiteren vier Gefährten auf dem Montmartre die Gelübde ab, die zur Gründung des Jesuitenordens führten. Nach der Anerkennung der „Gesellschaft Jesu“ 1540 wurde Faber eineinhalb Jahre in Parma eingesetzt, wo er Ignatianische Exerzitien gab und an der Reform einiger Konvente und Klöster mitwirkte. Darauf zu den Wormser und Regensburger Religionsgesprächen mit den Protestanten entsandt, begriff er als Erster die moralische und intellektuelle Herausforderung sowie das gefährliche Desinteresse Roms. Seine Briefe an Ignatius waren wegweisend für die weitere Ausrichtung des Ordens. Nach einem kurzen Aufenthalt in seiner Heimat und einer Reise im Ordensauftrag durch Spanien kehrte Faber nach Deutschland zurück und wirkte als Exerzitiengeber in Speyer und Mainz, wo er Petrus Canisius für die Gesellschaft Jesu gewann. 1544 gründete er mit Hilfe der sein Leben lang und europaweit mit ihm verbundenen Kartäuser das Kölner Jesuitenkolleg – die erste Ordensniederlassung auf deutschem Boden. 1545 führte ihn ein päpstlicher Auftrag nach Portugal. Auf der Rückreise durch Spanien gründete er die Ordensniederlassungen in Valladolid und Alcalá. Zurück in Rom, wo er sich als päpstlicher Gesandter auf das Konzil von Trient vorbereiten sollte, verstarb Faber an Erschöpfung – der Überlieferung nach in den Armen Ignatius’. Verehrung: Petrus Faber ruht in der Ordenskirche Il Gesù in Rom und wurde 1872 seliggesprochen. Am 17. Dezember 2013 – seinem eigenen Geburtstag – sprach ihn Papst Franziskus per Dekret heilig. Weitere Heilige des Tages:
Alfons Maria von Liguori, Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer
Ulrich von Ursberg, Propst
Alfons Maria von Liguori, Ordensgründer, Bischof, Kirchenlehrer
Ulrich von Ursberg, Propst
Lebensdaten: geboren am 9. März 1190 in Frómista bei Palencia, gestorben am 14. April 1246 in Santiago de Compostela Lebensgeschichte: Pedro González entstammte einer angesehenen Familie und wurde nach seinem Studium an der Universität von Palencia zum Priester geweiht. Dank der Protektion seines Onkels Arderico, des Bischofs von Palencia, erhielt er eine Domherrenstelle sowie die päpstliche Erlaubnis, sie trotz seines jungen Alters einzunehmen. Als er auf einem prachtvollen Ross durch die Stadt paradierte, um seinen Posten anzutreten, warf ihn das Pferd ab, er landete im Dreck und zog sich das Gelächter und den Spott der Passanten zu. Solcherart gedemütigt, beschloss er, sich in einem Kloster von der Welt zurückzuziehen. Nach seinem Eintritt in den Dominikanerorden war er als Feldgeistlicher tätig, wo sein rhetorisches Talent sich bis zum König Ferdinand III. von Kastilien herumsprach, der ihn an seinen Hof berief. Petrus wurde sein Beichtvater und maßgeblicher Berater. Er begleitete den König auf der Eroberung von Córdoba und Sevilla, wo er die muslimischen Mezquitas zu Kirchen umwidmete. Nach diesem Feldzug verließ er den Hof wieder, um in Asturien und Galizien zu predigen. Aus dieser Zeit stammen die meisten Geschichten seiner Wunder, insbesondere derjenigen, die er unter den Fischern und Seeleuten wirkte, denen seine besondere Aufmerksamkeit galt. Er wurde zum Prior des Dominikanerkonvents von Guimarães in Portugal ernannt und gab dieses Amt mit bald 60 Jahren in jüngere Hände. Seinen Ruhestand verbrachte er in Tui in Galizien bei seinem Freund Bischof Lucas. Er starb Ostern 1246 auf einer Wallfahrt zum Apostelgrab Santiago de Compostela. Verehrung: Petrus Gonzáles wurde 1741 von Papst Benedikt XIV. heiliggesprochen. Seine Verehrung vermischt sich mit der des heiligen Erasmus von Formia (Sanct’Elmo), eines anderen Seefahrerheiligen, weswegen er auch unter dem Namen Telmo um Schutz angerufen wird. Darstellung: im Dominikanerhabit mit Fackel oder Kerze (für das Sankt-Elms-Feuer), oder mit Schiff oder Anker Patron: der Stadt Tui und des Bistums Tui-Vigo, von Frómista, der Fischer und Seeleute, der Marine, gegen Unwetter, Erdbeben und Seenot Weitere Heilige des Tages:
Lidwina, Mystikerin
Valerian, Tiburtius und Maximus, Märtyrer
Lidwina, Mystikerin
Valerian, Tiburtius und Maximus, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1205 in Verona, gestorben am 6. April 1252 in Seveso bei Mailand Lebensgeschichte: Pietro kam in einer Veroneser Familie zur Welt, die offenbar Sympathien für die Katharerbewegung hegte. Nichtsdestotrotz schloss er sich als 15jähriger Student an der Universität Bologna dem Predigerorden des heiligen Dominikus an und wirkte ab etwa 1230 erfolgreich gegen die Irrlehrer in seiner Heimat. Papst Gregor IX. ernannte ihn 1234 zum Generalinquisitor für ganz Norditalien, und Pietro dehnte seinen Einsatzbereich über Florenz, Bologna, Genua und Como bis nach Rom aus. 1243 empfahl er dem Papst, die Errichtung des Servitenordens zu genehmigen. 1251 setzte ihn Papst Innozenz IV. als Inquisitor für die Lombardei ein. Im einzigen Schriftstück, das seine sechsmonatige Gerichtsbarkeit dokumentiert, übte er Milde denen gegenüber aus, die bekannten, der Irrlehre aufgesessen zu sein. Pietros kraftvolle Predigten nicht nur gegen die Katharer, sondern auch gegen die Heuchler, die anders handelten, als sie mit den Lippen bekannten, zogen Scharen von Menschen an und führten zu zahlreichen Bekehrungen – auch unter Katharern, die sich mit der Kirche aussöhnten. Deswegen dang eine Gruppe Mailänder Katharer einen Auftragsmörder namens Carino von Balsamo, der Pietro am 6. April 1252 gemeinsam mit einem Komplizen namens Manfredo Clitoro von Giussano auflauerte. Carino traf Pietro mit einem Axthieb am Kopf und machte sich an die Verfolgung seines Begleiters Domenico. Pietro richtete sich währenddessen auf die Knie auf und sagte im Sterben das Credo auf – der Legende nach schrieb er die Anfangsworte des Glaubensbekenntnisses mit seinem Blut auf die Erde. Sein Begleiter erlag fünf Tage später seinen Verletzungen. Verehrung: Pietros Leichnam wurde in der Mailänder Kirche Sant’Eustorgio bestattet, wo ihm ein Mausoleum errichtet wurde, das im 18. Jahrhundert in die Portinari-Kapelle der Kirche versetzt wurde. Papst Innozent IV. sprach ihn in der schnellsten päpstlichen Kanonisation aller Zeiten bereits elf Monate nach seinem Tod heilig. Im Dominikanerorden wird des Heiligen am 4. Juni gedacht. Die Veroneser Kirche Santa Maria Antiqua ist unter anderem ihm geweiht. Pietros Mörder Carino bekehrte sich späterhin, bekannte sich zu der Tat und wurde Laienbruder im Dominikanerkonvent von Forlì. Dort wird er heute als Seliger verehrt. Darstellung: im Dominikanerhabit mit Finger vor dem Mund, aufgeschlagenem Buch mit dem Credo, Märtyrerpalme und mit Beil, Sichel oder Schlachtermesser im Kopf Patron: der Dominikaner, von Como und Cremona, der Lombardei und Modena, der Wöchnerinnen, der Kölner Bierbrauer, gegen Kopfschmerzen Weitere Heilige des Tages:
Katharina von Siena, Ordensfrau, Mystikerin, Kirchenlehrerin
Robert von Brügge, Abt
Roswitha, Äbtissin
Katharina von Siena, Ordensfrau, Mystikerin, Kirchenlehrerin
Robert von Brügge, Abt
Roswitha, Äbtissin
Lebensdaten von Petrus: geboren in Kafarnaum, Galiläa, gestorben 64 in Rom; von Paulus: geboren in Tarsus, gestorben 67 in Rom Lebensgeschichten: Simon bar Jona (Sohn des Jona) war verheiratet, lebte als Fischer am See Genezareth und wurde von seinem Bruder Andreas zu Jesus geführt, der ihm den Namen Kephas – Petrus, das heißt Fels, gab (Joh 1,42) und ihn ins enge Vertrauen zog. Petrus war Zeuge aller besonderen Ereignisse im Leben Jesu und trat mit unbestrittener Autorität als Sprecher der zwölf Jünger auf. Als Petrus Jesus als den Messias, den Sohn des lebendigen Gottes bekannte, verhieß Jesus, auf diesem Felsen seine Kirche zu bauen und Petrus die Schlüssel des Himmelreichs zu übergeben (Mt 16,16–19). Darauf und auf die Aufforderung Jesu an Petrus, seine Schafe zu weiden und seine Brüder zu stärken (Joh 21,15–17; Lk 22,32), gründet der Anspruch der Bischöfe von Rom auf das Petrusamt: als Päpste die katholische Kirche zu leiten. Petrus gelangte im Jahr 43 nach Rom, nachdem er in Jerusalem bereits die Apostelkirche gemeinsam mit dem Herrenbruder Jakobus geleitet und mehrere Missionsreisen unternommen hatte. In Rom wurde er unter Kaiser Nero mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Über seinem Grab erhebt sich der Petersdom. Saulus Paulus war ein Pharisäer und römischer Bürger und erhielt seine gründliche Ausbildung beim berühmten Gesetzeslehrer Gamaliel in Jerusalem. Nach jüdischer Sitte hatte er auch ein Handwerk gelernt: Zeltmacher. Im Neuen Testament tritt er zum ersten Mal bei der Steinigung des Stephanus auf (Apg 7,58). Er wütete gegen die Christen als jüdische Ketzer und ließ sich als ihr Verfolger bevollmächtigen, bis Jesus ihm vor Damaskus erschien und er sich leidenschaftlich zum Herrn bekehrte und taufen ließ. Drei Jahre später unternahm er im Auftrag der Apostel eine erste Missionsreise, der noch weitere folgen sollten, die ihn besonders zu den Heiden, das heißt den Nichtjuden, führten, und an deren Ende er – als Gefangener – im Jahr 61 nach Rom gelangte. Dort wurde er mit dem Schwert enthauptet. Sein Grab befindet sich in der Basilika Sankt Paul vor den Mauern. Die Briefe des heiligen Paulus, der für sich ebenfalls das Apostelamt beanspruchte, gehören zu den ältesten Teilen des Neuen Testaments und prägen mit ihrer Theologie den Glauben der Kirche bis heute. Verehrung: Der gemeinsame Gedenktag ist zum ersten Mal für das Jahr 258 bezeugt. Priesterweihen finden traditionell um den 29. Juni herum statt und verweisen so auf die beiden Apostel als Säulen des Glaubens. Darstellung: Paulus mit Buch und Schwert, Petrus mit Schlüssel und umgekehrtem Kreuz, selten mit Hahn Patronate von Petrus: der Päpste, der Stadt Osnabrück, des Erzbistums Berlin, des Kantons Genf, der Metzger, Glaser, Schreiner, Uhrmacher, Schlosser, Schmiede, Bleigießer, Töpfer, Maurer, Ziegelbrenner, Brückenbauer, Steinhauer, Netzmacher, Tuchweber, Walker, Fischer, Fischhändler, Schiffer, Schiffbrüchigen, der Beichtenden, Büßer, Jungfrauen, Helfer gegen Schlangenbiss, Tollwut, Besessenheit, Fieber, Diebstahl, Fußleiden, und Wetterpatron; von Paulus: der katholischen Presse, der Arbeiterinnen, Theologen, Seelsorger, Zeltmacher, Weber, Teppichweber, Sattler, Seiler, Korbmacher, Helfer gegen Ohrenleiden und Krämpfe, Angst, Schlangenbiss, für Regen und Fruchtbarkeit der Felder
Lebensdaten: geboren am 5. Januar 1642 in Eichstätt, gestorben am 8. Februar 1704 in Ellwangen (Ostalbkreis) Lebensgeschichte: Philipp Jeningen war das vierte von elf Kindern eines Eichstätter Goldschmieds und zeitweiligen Bürgermeisters und besuchte ab 1651 das Gymnasium am heimischen Jesuitenkolleg. Er gehörte ab 1654 der Marianischen Kongregation an und wollte sich bereits während der Schulzeit der Gesellschaft Jesu anschließen, doch sein Vater versagte ihm die Zustimmung. Jeningen studierte ab 1659 Philosophie an der bayerischen Landesuniversität in Ingolstadt, wo zahlreiche Jesuiten lehrten, und trat 1663 – nachdem der von einer schweren Krankheit genesene Vater endlich seine Zustimmung erteilt hatte – in das Landsberger Noviziat des Jesuitenordens ein. Nach dem zweijährigen Noviziat kehrte Jeningen zum Theologiestudium nach Ingolstadt zurück und wurde 1672 in Eichstätt zum Priester geweiht. Nach dem Tertiat in Altötting und Einsätzen als Lehrer für Griechisch, Latein und Religion in den Kollegien von Mindelheim und Dillingen band er sich 1677 durch die Ewige Profess endgültig an den Orden. Von Dillingen aus wurde Jeningen 1680 von seinen Ordensoberen nach Ellwangen versetzt, um eine Marienkapelle mit kleiner Wallfahrt zu betreuen. Seinem bis 1701 in über 20 Briefen an den Generalsuperior vorgetragenen Wunsch, als Glaubensbote nach Indien entsandt zu werden, folgte regelmäßig die Antwort, Deutschland sei sein Missionsland. Sehr bald nach seiner Ankunft in Ellwangen stieg die Anzahl der Pilger deutlich, und nachdem, wie es heißt, ein Jahr später die Stadt auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria vor einer Feuersbrunst infolge eines Blitzeinschlags bewahrt worden war, entstand durch Pater Jeningen und den Ellwanger Fürstpropst Johann Christoph Adelmann von Adelmannsfelden über der Kapelle die für die Rekatholisierung des nordöstlichen Schwaben bedeutende Marienwallfahrtskirche auf dem Schönenberg. Gleichzeitig unternahm Jeningen gleich nach seiner Ankunft in Ellwangen missionarische „Spaziergänge“. 1680 besuchte er das nahegelegene Röhlingen und zog in der Folge, manchmal in Begleitung eines Laienbruders, auf fünf großen Missionsreisen auf dem Gebiet der Bistümer Augsburg, Konstanz, Eichstätt und Würzburg von Dorf zu Dorf, um das brachliegende religiös-sittliche Leben aufzurichten und die katholische Glaubenspraxis wieder einzupflanzen. Er legte dabei keinen großen Wert auf rhetorische Überzeugungskraft, sondern bezeugte mit einfachen Worten sein unerschütterliches Vertrauen in die göttliche Vorsehung und steckte viele mit seiner eucharistischen und marianischen Frömmigkeit an. Mit seiner asketischen Lebensweise – er schlief auf dem nackten Boden und gönnte sich nur winters einen Strohsack – und seinem liebenswürdigen und humorvollen Umgang erwarb er sich Hochachtung und machte sich bei allen Volksschichten und besonders bei den Kindern beliebt. Seinem Tagebuch zufolge machte Jeningen bemerkenswerte mystische Erfahrungen des Herzens Jesu. Er genoss besonders wegen seiner Gabe der Heilung und der Vorhersage eintretender Ereignisse bereits zu Lebzeiten den Ruf, ein Heiliger zu sein, und hieß in der Bevölkerung immer nur der „gute Pater Philipp“. Jeningen starb hochverehrt am 8. Februar 1704 in Ellwangen. Verehrung: Philipp Jeningen wurde im Kreuzgang der Ellwanger Stiftskirche St. Vitus bestattet und ruht seit 1953 in ihrer Marienkapelle, wo ihn die Bevölkerung häufig mit ihrem Dank und ihren Bitten aufsucht. Der 1920 eingeleitete Seligsprechungsprozess für Pater Philipp kam 1989 mit der Feststellung seines heroischen Tugendgrads zum Abschluss. Nach der Anerkennung eines Wunders auf seine Fürsprache im Jahr 2021 fand seine Seligsprechung am 16. Juli 2022 in Ellwangen statt. Darstellung: in Soutane mit Kruzifix oder Reisestab Weitere Heilige des Tages:
Hieronymus Miani, Ordensgründer
Josefine Bakhita, Ordensfrau
Hieronymus Miani, Ordensgründer
Josefine Bakhita, Ordensfrau
Lebensdaten: geboren am 21. Juli 1515 in Florenz, gestorben am 26. Mai 1595 in Rom Lebensgeschichte: Filippo Romolo Neri war der Sohn eines Florentiner Notars und verlor früh seine Mutter. Er ging bei den Dominikanern von San Marco zur Schule und kam mit 16 Jahren zu einem Onkel, der ihn zum Kaufmann ausbilden und dessen Erbe er werden sollte. Doch Philipp verließ ihn, nachdem er im nahegelegenen Montecassino das benediktinische Einsiedlerleben kennen- und liebengelernt hatte, und zog nach Rom, wo er als Hauslehrer unterkam, ein intensives, oft nächtelanges Gebetsleben führte und nebenbei Theologie studierte. In dieser Zeit empfing er seine ersten mystischen Visionen und begann, die Menschen auf der Straße religiös zu unterweisen. 1548 gründete er eine Bruderschaft zur Betreuung bedürftiger Rompilger und armer Kinder. 1551 zum Priester geweiht, versammelte er Gleichgesinnte zum gemeinsamen Singen, Beten, Bibellesen und zum geistlichen Gespräch bei sich. Aus diesem Gebetsraum, dem Oratorium, entstand die Priestergemeinschaft der Oratorianer, die mit Kinderkatechesen und Alltagsfrömmigkeit Maßstäbe in der Seelsorge setzte. Philipp war auch Pfarrer der Florentiner in Rom, er lehnte mehrere Male die Kardinalswürde ab, rief eine Wallfahrt zu den sieben Hauptkirchen Roms ins Leben und blieb zeitlebens ein Ansprechpartner für Straßenkinder und Kranke und Bedürftige. Die Römer liebten „Pippo buone – den guten Fips“ besonders wegen seiner unkonventionellen Art, zum Beispiel in rosafarbenen Filzpantoffeln oder nur halb rasiert das Glaubensgespräch auf der Straße zu suchen. Zu Lebzeiten bereits als Heiliger verehrt, dem man zahlreiche Wunder wie zum Beispiel das Levitieren über dem Boden während der Messfeier oder die Vorhersage von Papstwahlen nachsagte, erlag er am Fronleichnamstag 1595 einem Blutsturz. Verehrung: Nach seinem Tod fand man über seinem überdimensional erweiterten Herzen zwei Rippen gebrochen und die Kniescheiben vom Beten abgenutzt. Er ruht in der von ihm erbauten Chiesa Nuova in Rom, dem Mutterhaus der Oratorianer, und wurde bereits 1600 selig- und 1622 heiliggesprochen. Darstellung: im Oratorianergewand mit Pilgerstock, Rosenkranz und flammendem Herzen Patron: von Rom, der US Army Special Forces, der Humoristen, gegen Unfruchtbarkeit, Arthritis und Erdbeben Ausspruch: „Heiterer Sinn stärkt das Herz und macht beharrlich im guten Wandel.“ Weitere Heilige des Tages:
Alwin, Mönch
Maria Anna von Jesus, Mystikerin
Quadratus, Apostolischer Vater, Bischof, Apologet, Märtyrer
Alwin, Mönch
Maria Anna von Jesus, Mystikerin
Quadratus, Apostolischer Vater, Bischof, Apologet, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 29. August 1769 in Grenoble, gestorben am 18. November 1852 in St. Charles, Missouri Lebensgeschichte: Rose-Philippine Duchesne stammte aus einer wohlhabenden und einflussreichen Familie von Juristen und Politikern und ging im elitären Visitantinnenkloster Sainte-Marie-d’en-Haut bei Grenoble zur Schule. Als sie begann, sich für das Ordensleben der Salesianerinnen zu interessieren, nahm sie ihr Vater von der Schule und ließ sie zu Hause unterrichten. 1788 trat sie heimlich in das Heimsuchungskloster ein und blieb dort bis zu dessen Schließung 1792. Die Jahre des französischen Revolutionsterrors verbrachte sie in einem Landhaus ihrer Familie und mit der Sorge um Gefangene. 1801 erwarb sie die heruntergekommenen Klostergebäude und versuchte, das Ordensleben weiterzuführen, doch nur drei Mitschwestern fanden sich dazu bereit. Daraufhin stellte sie auf Vermittlung des Jesuiten Joseph Varin die Gebäude den Ordensfrauen vom Heiligsten Herzen Jesu zur Verfügung. Duchesne wurde zur engsten Vertrauten der Gründerin Madeleine-Sophie Barat und eröffnete 1815 auf ihr Geheiß einen Konvent in Paris. Als 1817 Bischof William Dubourg von Louisiana diesen Konvent besuchte und um die Entsendung von Ordensfrauen für die Erziehung französischer und indianischer Kinder bat, hatte ihre Stunde geschlagen. Sie reiste mit vier Schwestern nach Amerika und ließ sich schließlich in St. Charles in Missouri nieder, wo die Ordensfrauen einen ersten Konvent mit Mädchenpensionat errichteten. Bis 1828 waren daraus sechs Niederlassungen geworden, wobei die Ordensfrauen häufig mit dem Jesuitenorden bei der Seelsorge kooperierten. 1841 begleitete die inzwischen 70jährige Superiorin eine Jesuitenmission bei den Potawatomi in Kansas. Sie blieb ein Jahr bei den Indianern, die sie Quahkahkanumad nannten: die Frau, die immer betet. Die letzten zehn Jahre ihres Lebens verbrachte Philippine Duchesne als einfache Ordensfrau im Konvent von St. Charles in einem kleinen Raum bei der Kapelle. Sie starb mit 83 Jahren. Verehrung: Philippine Duchesne wurde drei Jahre nach ihrem Tod in die Krypta des Konvents umgebettet. 1895 eingeleitet, kam ihr Seligsprechungsprozess 1940 durch Papst Pius XII. feierlich zum Abschluss. 1988 wurde sie von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Weitere Heilige und Feste des Tages:
Odo von Cluny, Abt
Romanus von Caesarea, Märtyrer
Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom
Odo von Cluny, Abt
Romanus von Caesarea, Märtyrer
Weihetag der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom
Lebensdaten: geboren in Betsaida, heute Syrien, gestorben 81 in Skythien, heutige Ukraine Lebensgeschichte: Philippus war ein Jünger Johannes’ des Täufers, bevor ihn Jesus in seine Nachfolge berief. Im Johannesevangelium führt er Nathanaël dem Jüngerkreis zu und wird vor dem Wunder der Brotvermehrung von Jesus auf die Probe gestellt. Neben seinem ohnehin griechischen Vornamen unterstreicht das Evangelium seine hellenistische Kultur: Griechen, die Jesus sehen wollen, richten ihre Bitte ausdrücklich an ihn. Beim Letzten Abendmahl offenbart er sein völliges Unverständnis, als er Jesus bittet: „Herr, zeig uns den Vater.“ Jesus antwortet ihm: „Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus?“ Der Überlieferung nach wirkte Philippus 20 Jahre lang als Glaubensbote in Skythien. Eine Legende inszeniert ihn als Drachenbändiger und Zerstörer von Götzenbildern des Mars. Zeugnisse von frühchristlichen Autoren wie Eusebius von Cäsarea, Papias von Hierapolis und Clemens von Alexandrien, denen nach er mit seinen prophetisch begabten und wundertätigen Töchtern in Hierapolis lebte, gehen auf eine Verwechslung mit Philippus dem Evangelisten (siehe Apg 21,8) zurück. Philippus starb als Märtyrer am Kreuz. Verehrung: Philippus’ Reliquien kamen über Konstantinopel nach Rom und werden in der Basilika SS. Dodici Apostoli verehrt. Weitere Reliquien befinden sich in Andechs, Altötting, Köln und Paris. Darstellung: als Apostel mit Kreuz, Buch und Geißel, oder mit Brotlaib, als Drachentöter Patron: von Speyer, Brabant und Luxemburg, der Walker, Gerber, Hutmacher, Krämer und Konditoren Weitere Heilige des Tages:
Jakobus der Jüngere, Apostel, Märtyrer
Emilia Bicchieri, Mystikerin, Gründerin
Philipp von Zell, Priester
Alexander I., Papst
Jakobus der Jüngere, Apostel, Märtyrer
Emilia Bicchieri, Mystikerin, Gründerin
Philipp von Zell, Priester
Alexander I., Papst