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Heilige

Lebensdaten: geboren am 25. März 1882 in Piller (Tirol), gestorben am 30. Mai 1940 im KZ Buchenwald Lebensgeschichte: Otto Neururer, das zwölfte Kind eines Müllers, kam an Mariä Verkündigung des Jahres 1882 in einem kleinen Weiler bei Landeck zur Welt. Acht Jahre später verstarb sein 70jähriger Vater, Otto neigte wie seine Mutter zu Schwermut. Seinen frühen Berufswunsch, Priester zu werden, konnte er mit Hilfe eines reichen Onkels, seines Vormunds, zuerst im Knabenseminar und nach der Matura im Brixener Priesterseminar verwirklichen. Allerdings wurde der kränkliche Neururer nicht in den Jesuitenorden aufgenommen. 1907 zum Priester geweiht, erwarb der kleine, schüchterne, aber stets aufrichtige Geistliche sich an verschiedenen Stellen in Tirol als Kaplan, Religionslehrer und Pfarrkooperator die Achtung der Gläubigen. Einen kleinen Konflikt mit der kirchlichen Hierarchie hatte er wegen seines Engagements für die Christlich-Soziale Partei auszufechten und nahm eine Strafversetzung ohne Widerrede hin. 1932 wurde er nach Götzens versetzt, einem kleinen Ort mit nicht einmal 800 Einwohnern. Der schlichte Landpfarrer durchschaute von Anfang an die Nazi-Ideologie und bezeichnete sie als widergöttliche Irrlehre. Nach dem sogenannten Anschluss Österreichs 1938 vertrat Neururer klar und deutlich seine christliche Auffassung gegenüber dem Nationalsozialismus und stellte sich ausdrücklich der Rassenlehre der Nazis entgegen. Ängstlich, aber voller Überzeugung und glaubensfest sah er das Martyrium auf sich zukommen. Als er einer jungen Schwangeren die Konsequenzen einer Ehe mit einem viel älteren, bereits geschiedenen und aus der Kirche ausgetretenen Nazi vor Augen führte, nahm dieser Rache und zeigte ihn bei der Gestapo an. Otto Neururer wurde verhaftet und zunächst in das Innsbrucker Polizeigefängnis gebracht, von dort dann über das KZ Dachau ins KZ Buchenwald. Neururer versah trotz ständigen Kränkelns und zunehmender Schwäche seine seelsorgerische Arbeit weiter, nahm empfindliche Strafen in Kauf, wenn er beim Beichthören erwischt wurde, und beeindruckte alle Mitgefangenen. Als sich einer ihm näherte und um Konversion in die katholische Kirche bat, nahm sich Neururer seiner an, obwohl er vor dem vermutlichen Lagerspitzel gewarnt wurde. Tatsächlich kam es zum Verrat. Nach einem Verhör und der Weigerung Neururers, über die abgelegte Beichte des Konvertiten zu sprechen, wurde er nackt und kopfüber an den Füßen aufgehängt, bis es infolge übermäßigen Blutandrangs zum Gehirnschlag kam. Einem Augenzeugen nach hat Otto Neururer leise murmelnd gebetet, solange er bei Bewusstsein war. Er war der erste katholische Priester, der im KZ ermordet wurde. Verehrung: Pfarrer Neururers Urne wurde einen Monat nach seinem Tod in Götzens feierlich beigesetzt. Provikar Carl Lampert ließ für die Apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch eine Todesanzeige veröffentlichen, in der trotz Verbots der Todesort zu lesen stand. Deswegen wurde auch er vier Jahre später hingerichtet. Otto Neururer wurde 1996 seliggesprochen. Ein Teil seiner Asche wird seither im Innsbrucker Dom als Reliquie verwahrt.   Weitere Heilige des Tages:
Ferdinand III., König
Johanna von Orléans, Jungfrau, Märtyrin
Leonhard Murialdo, Priester
Lebensdaten: geboren um 1061, gestorben am 30. Juni 1139 in Bamberg Lebensgeschichte: Otto war ein schwäbischer Edelfreier und über seine Mutter mit den Staufern verwandt. Nach seiner Ausbildung im Kloster Hirsau – anderen Quellen zufolge in Eichstätt – begleitete er 1082 als Kaplan die Schwester des Kaisers Heinrich IV. an den Hof des Polenherzogs Władysław-Hermann. 1091 zurückgerufen, machte ihn Heinrich IV. zu seinem Kanzler und übertrug ihm den Bau des Speyrer Doms. 1102 ernannte ihn der Kaiser zum Bischof von Bamberg. Um das Bistum zu konsolidieren, errichtete Otto über 30 Klöster, Stifte und Spitäler zwischen Kärnten und Sachsen und ließ Burgen bauen. Der Bevölkerung half er aus eigener Tasche, wenn sie in Not geraten war. Bischof Otto spielte als Reichsfürst im Investiturstreit zwischen Papst und Kaiser eine maßgebliche Rolle und hatte entscheidenden Anteil am Wormser Konkordat von 1122, das die Bischofseinsetzungen regelte. 1124 und 1128 reiste Otto auf Bitten des polnischen Herzogs Bolesław III. Schiefmund nach Pommern und half durch Schaffung der Kirchenorganisation und nicht zuletzt durch sein sensibles Vorgehen, das Land zu christianisieren, weswegen er auch als „Apostel der Pommern“ verehrt wird. Mit etwa 80 Jahren starb Bischof Otto am 30. Juni 1139 in Bamberg. Verehrung/Brauchtum: Otto wurde in der Benediktinerabtei Michelsberg bestattet und 1189 heiliggesprochen. Sein Hochgrab hat einen Durchschlupf, der diejenigen von Rückenleiden befreit, die dreimal hindurchkriechen. Darstellung: als Bischof, mit Löwe oder Kirchenmodell Patron: des Erzbistums Bamberg, Mitpatron des Erzbistums Berlin, des Bistums Stettin-Kammin, Helfer bei Fieber und Tollwut   Weitere Heilige des Tages:
Protomärtyrer der Kirche von Rom
Adolf von Osnabrück, Bischof
Ernst von Prag, Erzbischof
Otto von Riedenburg, Mönch
Lebensdaten: geboren um 292 in Latopolis, heute Esna, Oberägypten, gestorben am 9. Mai 346 in Pbow, heute Faw al-Qibli, Oberägypten Lebensgeschichte: Pachom, wie er eigentlich hieß, stammte aus einfachen Verhältnissen, sprach nur Koptisch und wuchs fast ohne Berührungspunkte mit der hellenistischen Kultur auf. Mit 20 Jahren wurde er ins römische Heer zwangsverpflichtet. Einzig Christen nahmen sich des jungen Rekruten an. Ihr Einsatz für Arme und ihr Beispiel an Liebe rührten Pachomius an, so dass er auf ihren Glauben neugierig wurde und sich schließlich taufen ließ. Um 317 schloss er sich dem Einsiedler Palamon in der Thebäischen Wüste an, der ihn das Gebet und die Handarbeit lehrte. Nach sieben Jahren erhielt Pachomius durch die Vision eines Engels den Auftrag, beim verlassenen Dorf Tabennisi ein Kloster für sich und noch viele andere, die kommen würden, zu errichten. Mit Palamons Hilfe entstand – statt des losen Verbands verstreuter Mönchszellen wie beim heiligen Antonius und nach dem Modell militärischer Lager – das erste ummauerte Gemeinschafts-Kloster der Christenheit. Pachomius empfing wiederum von einem Engel die Satzung für seine Gemeinschaft. Diese erste Klosterregel schrieb unter anderem eine maßvolle Askese fest, eine straffe Organisation, in der der Gehorsam eine große Rolle spielte, sowie strenge Gütergemeinschaft nach dem Beispiel der Jerusalemer Urgemeinde. Einheitliche Kleidung nach dem Vorbild der einfachen Landbevölkerung sowie gemeinsame Mahl- und Gebetszeiten waren ebenfalls Kennzeichen der neuen Gründung. Pachomius wurde von den Bischöfen nicht gefördert. Seine Visionen waren verdächtig, und Kleriker hatten in seiner Gemeinschaft keinen Sonderstatus. Trotzdem wurde das Kloster bald zu klein. Einer weiteren Niederlassung in Pbow folgten zu seinen Lebzeiten sieben Männerklöster und zwei Nonnenklöster mit jeweils mehreren Hundert Angehörigen, die unter einem Generaloberen einen richtiggehenden Orden sowie eine landwirtschaftliche Genossenschaft mit beträchtlicher Wirtschaftskraft bildeten. Pachomius starb kurz nach Ostern des Jahres 346 an der Pest. Verehrung: Pachomius’ Klosterregel ist im Original nicht erhalten. Der heilige Hieronymus fertigte von einer späteren Version eine Übersetzung an, die der heilige Benedikt vielleicht verwendet hat. Pachomiusʼ Einfluss ist auch in der Ordensregel des heiligen Basilius festzustellen. Pachomius selbst wurde um 460 eine Kirche in Pbow gewidmet. Darstellung: beim Empfang seiner Mönchsregel, bei der Überquerung des Nils auf einem Krokodil    Weitere Heilige des Tages:
Bonifatius von Tarsus, Märtyrer
Maria Dominica Mazzarello, Ordensgründerin
Michael Garicoits, Ordensgründer
Erembert von Toulouse, Bischof
Lebensdaten: geboren am 25. Mai 1887 in Pietrelcina, Kampanien, gestorben am 23. September 1968 in San Giovanni Rotondo, Apulien Lebensgeschichte: Francesco Forgione, das achte Kind einer Bauernfamilie, fiel schon früh dadurch auf, dass er viel betete, wenig schlief und die Stille suchte. 1903 trat er mit dem Ordensnamen Pio das Noviziat bei den Kapuzinern an und wurde 1910 zum Priester geweiht. Er diente als Kaplan in seinem Heimatort, bis er 1915 trotz seiner Tuberkuloseerkrankung als Sanitäter in den Ersten Weltkrieg ziehen musste. 1916 kam Pater Pio ins Kloster San Giovanni Rotondo, wo er bis zu seinem Tod blieb. Seit 1910 hatten sich Hautrötungen bemerkbar gemacht, die ab dem 20. September 1918 als ständig blutende Wundmale Christi an Händen, Füßen und an der Brust zutage traten. Obwohl er die Stigmen zu verbergen suchte und ihm die Ordensoberen ein Schweigegebot auferlegten, wurde Padre Pio schnell berühmt. Von weither reisten Gläubige in sein Kloster, um seine mystische Verzückung bei der Feier der heiligen Messe zu erleben und bei dem prophetisch begabten Kapuzinerpater, dem „Apostel des Beichtstuhls“, die Beichte abzulegen. Padre Pio soll die Gabe der Bilokation besessen haben, das heißt, er konnte zugleich an verschiedenen Orten sein, und er soll unter anderem Karol Wojtyła 1947 seine Papstwahl und das Attentat von 1981 vorausgesagt haben. Gleichzeitig wuchs die Skepsis seitens des Ordens und des Vatikans. 1922 wurde seine Korrespondenz als Seelsorger eingeschränkt, dann die Beichterlaubnis entzogen, Anfang der 1930er Jahre sogar die öffentliche Messfeier untersagt. Die Gläubigen kümmerte das wenig. Padre Pio legte den Pilgern, die in immer größeren Scharen kamen und in eigenen Gebetsgruppen organisiert waren, die Hände auf und verwendete ab 1940 die zahlreichen Spenden zum Bau einer der größten und modernsten Kliniken Italiens, die 1956 eröffnet wurde. Als er 1968 starb, wurde er in der Krypta der Klosterkirche im Beisein von 100.000 Menschen bestattet. Verehrung: Padre Pio, je nach Pontifikat abwechselnd Gegenstand der Verehrung oder von Skepsis bis Ablehnung, wurde 1999 selig- und 2002 vor einer Million Menschen heiliggesprochen. Neben seiner Grabeskirche steht seit 2004 die neue Großkirche San Pio da Pietrelcina, um der Pilgerströme Herr zu werden: Etwa sieben Millionen Menschen kommen jährlich an sein Grab, doppelt so viele wie nach Lourdes. Überall, wo Italiener leben und arbeiten, findet sich mit Sicherheit auch ein Andachtsbild von Padre Pio.   Weitere Heilige des Tages:
Elisabeth und Zacharias, Eltern Johannes’ des Täufers
Linus, Papst
Thekla, Glaubensbotin, Märtyrin
Lebensdaten: geboren um 290 in Synnada, Phrygien (heute Şuhut, Türkei), gestorben am 12. Mai 304 in Rom Lebensgeschichte: Pankratius war das Kind römischer Bürger und zog nach dem frühen Tod seiner Eltern mit seinem Onkel Dionysius nach Rom, wo sie eine Villa auf dem Caelius bewohnten. Beide bekehrten sich zum Glauben an Jesus Christus, den sie leidenschaftlich verkündeten. Während der Diokletianischen Christenverfolgung – der Onkel war inzwischen verstorben – wurde Pankratius festgenommen und weigerte sich, das behördlich angeordnete Opfer darzubringen. Diokletian persönlich soll von dem 14jährigen so beeindruckt gewesen sein, dass er ihm Macht und Ansehen versprach. Als Pankratius sich immer noch weigerte, wurde er an der Via Aurelia enthauptet. Eine Frau namens Ottavilla barg den Leichnam und bestattete ihn in den Katakomben. Pankratius’ Kopf wurde in ein Reliquiar eingesetzt, das heute in der Basilika San Pancrazio zu sehen ist. Verehrung/Brauchtum: Obwohl das überlieferte Martyrium Pankratius’ zeitlich nicht ganz stimmen kann, ist seine Verehrung spätestens ab dem Bau der ihm geweihten Basilika durch Papst Symmachus (498–514) bezeugt. Seine Reliquien gelangten unter Papst Gregor dem Großen (590–604) nach England, wo die St Pancras Old Church in London eine der ältesten Kirchen des Landes ist. Wegen der gemeinsamen Verehrung mit den Soldaten Nereus und Achilleus wird er im Mittelalter häufig als Ritter abgebildet. Seine Verehrung im deutschen Sprachraum geht auf die Eroberung Roms durch Kaiser Arnulf von Kärnten am Pankratiustag 896 zurück. Als der Erste der drei Eisheiligen und einer der 14 Nothelfer spielt er im bäuerlichen Jahreskreis eine wichtige Rolle. In Spanien wird er um Arbeit und Gesundheit angerufen; sein mit Petersilie geschmücktes Bildnis findet sich in unzähligen Bars und Restaurants. Darstellung: als römischer Jüngling, auch in Ritterrüstung, mit Schwert und/oder Palme Patron: der (Erstkommunion-)Kinder, der jungen Saat und Blüte, gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe, Hautkrankheiten und Kopfschmerzen   Weitere Heilige des Tages:
Imelda Lambertini, Jungfrau, Mystikerin
Johanna von Portugal, Königstochter
Nereus und Achilleus, Märtyrer
Lebensdaten: geboren in Nikomedien (heute İzmit, Türkei), gestorben am 27. Juli 305 Lebensgeschichte und Legende: Pantaleon besaß schon als Kind die Gabe der Heilung. Er wurde vom kaiserlichen Leibarzt Euphrosynus ausgebildet und vom Priester Hermolaus im Glauben unterwiesen und brachte es selber zum Leibarzt des Kaisers Maximian. Weil er seine Heilkunst unentgeltlich ausübte, wurde er von neidischen Kollegen als Christ denunziert. Einer Überlieferung nach zog es der Kaiser aus Freundschaft vor, abzudanken, statt Pantaleon martern zu lassen – das übernahm sein Nachfolger Galerius: Pantaleon wurde aufs grausamste gefoltert, bis man ihn schließlich mit den Händen auf dem Kopf an einen Baum nagelte und enthauptete. Weil er im Sterben noch um Vergebung für seine Peiniger betete, erhielt er im Martyrium den Namen Panteleimon – Allerbarmer. Als aus seiner Wunde Milch statt Blut floss, und der Baum voller Früchte hing, bekehrten sich seine Henker. Verehrung/Brauchtum: Pantaleons Verehrung setzte im ostkirchlichen Raum bereits im 4. Jahrhundert ein und langte Anfang des 8. Jahrhunderts in Rom an. Die größte Verehrung erfuhr er in Köln, wo 866 die Kirche St. Pantaleon geweiht wurde. Die griechische Kaisertochter Theophanu, die Gattin Kaiser Ottos II., sowie Erzbischof Brun förderten um 950 die Kirche sowie ein dazugehöriges Kloster und fanden in der Krypta der Pantaleonskirche ihr Grab. Anfang des 13. Jahrhunderts gehörte Pantaleon bereits zu den 14 Nothelfern. Pantaleon-Ampullen, deren Inhalt sich von Blut in Milch verwandelt, gibt es in Venedig, Rom, Paris, Neapel, Bari und Madrid, und seit dem 17. Jahrhundert findet in Oberrotweil am Kaiserstuhl eine Pferdeprozession zu seinen Ehren statt. In der Commedia dell’arte gab Pantalone, ein alter, lüsterner Geizkragen in langen Beinkleidern, der Hose ihren romanischen Namen. Darstellung: mit auf dem Kopf angenagelten Händen, oder mit Salbenbüchse und Skalpell Patron: Nothelfer, Stadtpatron von Köln und Patron der Ärzte, Ammen und Hebammen, Helfer gegen Kopfschmerzen, Erschöpfung und Verlassenheit, gegen Heuschreckenplage und Viehkrankheiten   Weitere Heilige des Tages:
Benno II. von Osnabrück, Bischof
Konrad von Ottobeuren, Abt
Natalia von Córdoba, Märtyrin
Lebensdaten: geboren am 16. Mai 1540 in Torrehermosa, Aragonien, gestorben am 17. Mai 1592 in Villareal bei Valencia Lebensgeschichte: Pascual Baylón Yubero war ein Hirtenjunge, der sich selber mühsam Lesen und Schreiben mit Hilfe von Andachtsbüchern beibrachte. Aus Binsen flocht er sich einen Rosenkranz. Aus Angst, bei der Beichte etwas zu vergessen, machte er bei jeder Sünde einen Knoten an einen Strick, den er immer bei sich trug. Mit 24 Jahren hatte Paschalis bei der Einsiedelei von Orito eine eucharistische Vision und trat als Bruder in das nahegelegene Kloster der Franziskanerobservanten in Monforte bei Alicante ein, wo er als Pförtner und Helfer in Küche und Refektorium dieses und später anderer Klöster tätig war. 1576 wurde er mit einer Botschaft zu seinem Ordensgeneral nach Paris gesandt und unterwegs von Hugenotten verprügelt, denen er umgehend verzieh. Der einfache, tiefgläubige Mönch hatte mystische und prophetische Gaben und verehrte besonders die heilige Eucharistie. Seine Liebe zum Herrn spiegelte sich in seiner demütigen Nächstenliebe und opferbereiten Freundlichkeit wider. Unmittelbar nach seinem Tod in seinem letzten Kloster in Villareal ereigneten sich zahlreiche Wunder an seinem Grab. Verehrung: Paschalis Baylon wurde 1690 heiliggesprochen und 1897 zum Patron aller eucharistischen Vereine und Bruderschaften erklärt. Während des Spanischen Bürgerkriegs wurden die Königliche Kapelle der Basilika von Villareal mit seinem Grab willentlich zerstört und seine Reliquien verbrannt. 1992 wurde das Grab im Beisein von König Juan Carlos I. wiederhergestellt. Die Reliquien dazu steuerten Familien bei, die 1936 seine Überreste aus der Asche geborgen hatten. Darstellung: als Franziskanerbruder bei der eucharistischen Anbetung, mit Hirtenstab und Gartenschaufel, mit Ketten um den Leib, mit Monstranz und Hostie Patron: der Diözese Segorbe-Castellón, der eucharistischen Bruderschaften und Kongresse, der Hirten und – in Mexiko – der Köche   Weitere Heilige des Tages:
Josef Beran, Erzbischof
Walter von Mondsee, Abt
Lebensdaten: geboren am 23. Januar 1876 in Stuttgart, gestorben am 1. November 1945 in München Lebensgeschichte: Der Kaufmannssohn Rupert Emil Mayer wuchs in Stuttgart auf, studierte in Fribourg, München und Tübingen Theologie und Philosophie und wurde 1899 in Rottenburg zum Priester geweiht. Nach einem Jahr als Vikar in Spaichingen trat er im österreichischen Feldkirch in den Jesuitenorden ein – im Deutschen Reich war der Orden noch infolge der Kulturkampfgesetze verboten. Ab 1906 wirkte er als Volksmissionar in den Niederlanden, der Schweiz und in Deutschland, bis er 1912 als Seelsorger für die Zuwanderer nach München versetzt wurde. Von dort aus ging der athletische Mann und geübte Reiter als Soldatenseelsorger in den Ersten Weltkrieg. Als er sich 1916 an der rumänischen Front schützend über einen verwundeten Soldaten warf, wurde er selber so schwer verletzt, dass ihm ein Bein amputiert werden musste. Für diesen Einsatz erhielt er als erster Feldgeistlicher das Eiserne Kreuz. Nach Kriegsende kehrte er nach München zurück, wo er 1921 Präses der Marianischen Kongregation und Männerseelsorger wurde. Der geradlinige Jesuit wurde bald zum bekanntesten Seelsorger Münchens. Pater Mayer erkannte früh das herannahende Unheil des Nationalsozialismus – er hatte bereits 1923 erklärt, dass man nicht gleichzeitig Katholik und Nationalsozialist sein kann – und stand gleich nach der Machtübernahme 1933 unter Gestapo-Bewachung. Seine Predigten und öffentlichen Auftritte bewahrten zahllose katholische Männer davor, auf die Nazi-Ideologie hereinzufallen, brachten ihm aber Redeverbot, Verhaftung und eine sechsmonatige Haftstrafe ein. Weil er immer noch keine Ruhe gab, die Staatsverbrecher im Falle seiner Liquidierung aber einen Aufstand befürchteten, wurde er 1939 ins KZ Sachsenhausen bei Oranienburg verbracht. Nach sieben Monaten Isolationshaft wurde er schwerkrank entlassen und mit hohen Auflagen wie Predigtverbot und Verbot öffentlicher Gottesdienste im Kloster Ettal interniert. Diesmal hielt er sich aus Rücksicht auf die Benediktinerpatres daran. Bei Kriegsende kehrte er sofort ins zerbombte München zurück, nahm vor allem seine sozial-karitative Arbeit wieder auf und predigte Versöhnung statt Abrechnung. Doch die Kräfte des „15. Nothelfers“, wie man ihn bald nannte, waren aufgezehrt. Mitten in seiner Predigt am Allerheiligenfest 1945 erlag Pater Rupert Mayer in der Jesuitenkirche St. Michael einem Schlaganfall – er starb im Stehen. Verehrung: Zuerst im Pullacher Ordensfriedhof bestattet, wurde Pater Rupert Mayer 1948 in die Unterkirche der Bürgersaalkirche umgebettet, wo die Münchner ihn tatsächlich als ihren „Apostel“ verehren und zu Dutzenden täglich von der Fußgängerzone aus besuchen. 1947 gab der Jesuit dem Nordschwabinger Pfadfinderstamm der DPSG den Namen. Papst Johannes Paul II. sprach ihn bei seinem Deutschlandbesuch 1987 selig.   Weitere Heilige des Tages:
Hubert von Lüttich, Glaubensbote, Bischof
Martin von Porres, Ordensmann
Pirmin, Bischof, Abt, Glaubensbote
Lebensdaten: geboren um 400 in Britannien, gestorben an einem 17. März um 490 in Irland Lebensgeschichte: Patricius war der Sohn eines christlichen römischen Beamten und wurde mit etwa 16 Jahren von irischen Piraten entführt und sechs Jahre lang als Sklave in Irland festgehalten. Der ursprünglich nicht besonders fromme junge Mann arbeitete als Hirte und fand nachts in seinem Käfig Trost bei Gott. Nachdem ihm die Flucht auf den Kontinent gelungen war, wurde er im Mittelmeerkloster Lérins vom heiligen Honoratus und in Auxerre vom heiligen Germanus rudimentär ausgebildet und mit dem Segen von Papst Cölestin I. als Missionsbischof nach Irland zurückgeschickt. Im Gepäck hatte er die Traditionen der ägyptischen Wüstenväter, die das spätere Mönchtum in Irland prägen sollten. Im Jahr 432 gelangte er mit einigen Gefährten auf der Insel an. Trotz verschiedener Schwierigkeiten mit den Stammesfürsten und Auseinandersetzungen mit den Druiden vollzog sich in wenigen Jahrzehnten eine Christianisierung des ganzen Landes. Patrick beherrschte die Sprache des Landes und kannte die Mentalität der Menschen, weswegen sie den Glauben als etwas Eigenes annahmen. Beigetragen hat dazu auch die volkstümliche Art Patricks, den Glauben zu erklären. Das verdeutlicht die Anekdote, nach der Patrick die Dreifaltigkeitslehre anhand eines Kleeblatts veranschaulicht hat. Patrick gründete Kirchen und Schulen und errichtete zahlreiche Bischofssitze im ganzen Land, so dass es bald die „Insel der Heiligen“ hieß. Er starb an einem 17. März um das Jahr 490 und liegt in Downpatrick begraben. Verehrung/Brauchtum: Die Beliebtheit Patricks geht auf sein göttlich gewährtes Privileg zurück, am Letzten Tag über die Iren Gericht sitzen zu dürfen. Sein Festtag wird über Irland hinaus überall dort gefeiert, wohin Iren in großer Zahl ausgewandert sind. Die Menschen tragen Grün, schmücken sich mit dem Kleeblatt, dem Nationalsymbol, und feiern auf den Straßen. Den Berg Croagh Patrick, auf dem Patrick der Legende nach sein Gerichtsamt ausgehandelt hat, besteigt man traditionell auf Knien. Im indischen Bundesstaat Kerala wird er unter der christlichen Bevölkerung besonders als Patron gegen Schlangenbisse verehrt, weil er Irland von Schlangen befreit haben soll. Darstellung: in Bischofsgewändern mit Schlange, Feuer oder Kleeblatt Patron: von Irland, der Bergleute, Friseure, Schmiede, des Viehs und der Armen Seelen   Weitere Heilige des Tages:
Gertrud von Nivelles, Äbtissin
Josef von Arimathäa, heimlicher Jünger Jesu
Konrad von Bayern, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren 1795 in Gwangju, Korea, gestorben am 22. September 1839 in Seoul Lebensgeschichte: Paul Jeong Hasang entstammte einer der ersten christlichen Familien Koreas. Sein Vater, der adlige Gelehrte Augustinus Jeong Yakjong, hatte den ersten koreanischen Katechismus zusammengestellt („Jugyo Yoji – Das Wesentliche der Lehren des Herrn“ ist bis heute verbreitet) und während der Christenverfolgung von 1801/1802 das Martyrium erlitten. Sein Onkel „Dasan“ Jeong Yakjong ist einer der bedeutendsten Dichter und Denker Koreas und stand dem Christentum zumindest nahe. Paul wuchs auf dem Land auf und trat in den Dienst eines koreanischen Diplomaten, den er einige Male nach Peking begleitete. 1825 sandte er über das dortige Apostolische Vikariat ein Bittschreiben nach Rom um die Entsendung von Priestern nach Korea und die Errichtung kirchlicher Strukturen. 1831 errichtete Papst Gregor XVI. das Apostolische Vikariat Korea und entsandte Priester der Pariser Missionsgesellschaft ins Land. 1837 trafen Bischof Laurent Imbert, Pierre Maubant und Jacques Chastan verbotenerweise in Korea ein – ausländischen Missionaren war die Einreise bei Todesstrafe untersagt –, wo zahlreiche verstreute Katechumenen, zu denen Paul Verbindungen pflegte, auf die Taufe warteten. Bis 1839 stieg die Zahl der Katholiken im Land von etwa 6000 auf knapp 10.000, obwohl die Priester sich verbergen mussten, sich als Trauernde verkleideten und nur nachts reisten. Paul selbst wurde von Bischof Imbert in Latein sowie Theologie unterrichtet und aufs Priesterstudium in Macau vorbereitet. Als 1839 erneut eine Christenverfolgung einsetzte, wurde auch Paul festgenommen und verhört. Er übergab seinem Richter eine Rechtfertigungsschrift, der zufolge das Christentum dem Land nicht schade, doch der König hatte es nun einmal verboten, und Paul weigerte sich auch unter der Folter, dem Glauben abzuschwören. Einen Tag nach der Enthauptung der drei französischen Missionare, die sich den Autoritäten gestellt hatten, wurde Paul gehängt oder gekreuzigt – man weiß es nicht sicher. Verehrung: 1925 wurde Paul Jeong Hasang gemeinsam mit 78 weiteren koreanischen Märtyrern der Jahre 1839–1846 seliggesprochen. Um 24 Märtyrer der Jahre 1861–1867 ergänzt, sprach Papst Johannes Paul II. 1984 in der ersten Kanonisation außerhalb Roms 103 koreanische Märtyrer heilig und erklärte den 20. September zu ihrem gemeinsamen Gedenktag.     Weitere Heilige:
Andreas Kim Taegon, Priester, Märtyrer
Eustachius, Märtyrer, Nothelfer
Maria-Theresia Tauscher, Ordensgründerin