Mastodon

Heilige

Schrift und Tradition: Michael begegnet im alttestamentlichen Buch Daniel als Engelsfürst, der dem Gottesvolk Israel in besonderer Weise zur Seite steht. Im äthiopischen Henochbuch erscheint er als Richter über die gefallenen Engel und als Erster einer Siebener-Gruppe. Im neutestamentlichen Judasbrief wird er als Erzengel bezeichnet, und in der Offenbarung des Johannes führt er die himmlischen Heerscharen in den apokalyptischen Endkampf gegen den Drachen. Die jüdische Tradition identifiziert ihn als Vermittler des göttlichen Willens in der Geschichte der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob und als Führer der Israeliten beim Auszug aus Ägypten. Im apokryphen Nikodemusevangelium tritt er als Hüter des Paradiestors auf, und als „Schlüsselbewahrer des Himmelreichs“ legt er die Tugenden und guten Werke der Gerechten vor Gott in einer Schale nieder. Verehrung: Die Verehrung Michaels gelangte Mitte des 5. Jahrhunderts von Konstantinopel nach Rom, wo Papst Leo I. an einem 29. September dem Erzengel eine Kirche weihte. Nach seiner Erscheinung 492 auf dem Monte Sant’Angelo auf dem Gargano (von der dort an einem 29. September geweihten Basilika brachen später die Kreuzfahrer auf) und 590 über dem Hadriansmausoleum („Engelsburg“) in Rom verbreitete sich der Kult über ganz Europa, und nach der Ungarnschlacht 955 stieg Michael zum Schutzpatron des Römischen Reiches und später Deutschlands auf. Ab dem 8. Jahrhundert wurde der Mont Saint-Michel als normannisches und dann französisches Nationalheiligtum erbaut. 1886 ordnete Papst Leo XIII. die Anrufung Michaels als Schutz vor Satan nach der Messe an. Seit der Heiligenkalenderreform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils werden die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael zusammen am 29. September gefeiert. Darstellung: mit Flammenschwert und Waage, oder den Teufel bzw. einen Drachen bezwingend Patron: der katholischen Kirche, von Deutschland, Brüssel und unzähliger weiterer Städte, der Soldaten, Apotheker, Glaser, Maler, Schneider, Drechsler, Friedhöfe, Kaufleute, Bäcker, Bankangestellten, Blei- und Zinngießer, Eicher, Radiomechaniker, Vergolder, Waagenhersteller, Helfer der Armen Seelen, für einen guten Tod, gegen Blitz und Unwetter   Weitere Heilige des Tages:
Gabriel und Raphael, Erzengel
Lebensdaten: geboren am 9. Juni 1837 in Turin, gestorben am 6. April 1910 ebendort Lebensgeschichte: Michele Rua war das jüngste von neun Kindern eines Fabrikvorarbeiters, der 1845 starb. Bald danach begegnete er Don Giovanni Bosco, der gerade das Oratorium des heiligen Franz von Sales in Valdocco gegründet hatte. Don Bosco bot ihm an, künftig alles mit ihm zu teilen: „Sorgen, Freuden und Arbeit“. Michele zog ins Oratorium, lernte Latein und nahm das Theologiestudium auf. 1855 legte er vor Don Bosco private Gelübde ab und gilt daher als erster „Salesianer“. 1860 zum Priester geweiht, betraute ihn Don Bosco mit immer verantwortungsvolleren Aufgaben, machte ihn zu seinem engsten Mitarbeiter und bestimmte ihn zu seinem Nachfolger. Nach dem Tod von Don Boscos Mutter, die der Salesianischen Gemeinschaft den Haushalt geführt hatte, brachte er seine eigene Mutter als Nachfolgerin ins Haus, das sie 22 Jahre lang versorgte. Rua war von 1888, dem Todesjahr Don Boscos, bis zu seinem eigenen Tod 1910 Generaloberer der Salesianer und pflanzte den Orden mit über 250 neuen Niederlassungen und über 4000 Ordensmitgliedern in der ganzen Welt ein. Verehrung: Michele Rua wurde 1972 von Papst Paul VI. seliggesprochen. Seine sterblichen Überreste werden in der Basilika Santa Maria Ausiliatrice in Turin verehrt. Ausspruch des seligen Michael Rua: „Die häufige Kommunion ist die große Säule, die die sittliche und materielle Welt stützt, damit sie nicht in sich zusammenfällt. Glauben Sie mir – ich übertreibe nicht –, die häufige Kommunion ist die Säule, auf der der eine Pol der Welt ruht; der andere Pol ruht auf der Verehrung der seligsten Gottesmutter.“    Weitere Heilige des Tages:
Bertha d’Alberti, Ordensgründerin
Irenäus von Sirmium, Bischof, Märtyrer
Notker der Stammler, Ordensmann
Lebensdaten: geboren 331/332 in Thagaste, Numidien (heute Souk Ahras, Algerien), gestorben im Herbst 387 in Ostia bei Rom Lebensgeschichte: Monnica stammte aus einer bereits christlichen romanisierten Familie, trug aber noch den Namen einer berberischen Gottheit und hat einige vorchristliche Bräuche nie abgelegt. Sie wurde von einer moralisch besonders integren Dienerin erzogen, besuchte eine Schule und verbannte nach ihrer Verheiratung das Punische zugunsten des Lateinischen aus ihrem Haushalt. Ihr Mann Patricius, ein zu gelegentlichen Wutanfällen neigender Schwerenöter, war Rat der Stadt, empfing wie vielfach üblich vorsichtshalber die Taufe erst auf dem Sterbebett, förderte aber die christliche Erziehung seiner drei Kinder und besonders die Ausbildung und Karriere seines Ältesten Augustinus. Nach Jahren der Entfremdung, in denen sich ihr Sohn vom christlichen Glauben abgewandt und mit seiner Geliebten und seinem Sohn zuletzt in der Kaiserstadt Mailand niedergelassen hatte, reiste ihm die inzwischen verwitwete Monnica nach und erreichte den Abschied Augustinus’ von seiner Konkubine. Bischof Ambrosius, unter dessen Einfluss ihr Sohn stand, versicherte ihr, dass ein „Sohn solcher Tränen“ nicht verlorengehen könne, trieb ihr allerdings auch den Brauch aus, Speisen an die Märtyrergräber zu bringen. Eine von ihr eingefädelte Verheiratung Augustinus’ mit einer Mailänderin aus gutem Hause scheiterte. Dafür empfing ihr Sohn in der Osternacht des Jahres 387 endlich die Taufe. Augustinus beschloss, in der Heimat ein zurückgezogenes Leben der Askese und des philosophisch-theologischen Aufstiegs zu Gott zu führen – auch mit seiner Mutter. Die gemeinsame Rückreise endete bereits im Hafen von Ostia, der infolge kriegerischer Auseinandersetzungen gesperrt war. Während Augustinus und Monnica auf die Einschiffung warteten, erlebten sie im Gespräch eine gemeinsame Vision und erhoben sich zur „ewig über allem ruhenden Weisheit“, wie Augustinus im Rückblick seiner „Bekenntnisse“ dieses berühmte mystische Ereignis beschreibt. Kurz darauf erkrankte seine Mutter und starb an Fieber, 56 Jahre alt. Verehrung: Monnica wurde in Ostia in der heutigen Kirche Sant’Aurea bestattet. 1430 wurden ihre Gebeine nach Rom in die heutige Basilika Sant’Agostino in Campo Marzio übertragen, der Ordenskirche der Augustiner-Eremiten. Monnicas Gedenktag wurde im Augustinerorden am 4. Mai gefeiert, dem Vorabend des Festes der Bekehrung ihres Sohnes. 1568 gesamtkirchlich ausgedehnt, blieb es bis zur liturgischen Reform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils bei diesem Termin, der dann auf den 27. August verlegt wurde, dem Vortag des Gedenktags ihres Sohnes. Manchenorts ist es beim 4. Mai als Termin geblieben. Darstellung: als Witwe, als Augustinerin, oft mit Augustinus, oder weinend, mit einem Krug für ihre Tränen Patronin: der Ehefrauen und der um ihre Kinder besorgten Mütter, von Santa Monica, Kalifornien   Weitere Heilige des Tages:
Caesarius von Arles, Bischof, Klostergründer
Margareta von Bayern, Herzogin
Maria del Pilar Izquierdo Albero, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 27. August 1910 in Skopje (heute Mazedonien), gestorben am 5. September 1997 in Kalkutta Lebensgeschichte: Anjezë Gonxha Bojaxhiu stammte aus einer albanischen katholischen Familie. Sie erlebte eine frohe Kindheit, doch als sie neun Jahre alt war, starb der Vater. Agnes besuchte das Gymnasium der Jesuiten und wollte bereits mit zwölf Jahren Missionarin werden. Mit 18 Jahren schloss sie sich in Dublin den Loreto-Schwestern an, einem irischen Zweig der Englischen Fräulein, die sie umgehend ins Noviziat nach Indien schickten, wo sie in Kalkutta als Lehrerin und später auch als Direktorin der höheren Mädchenschule tätig war. 1931 legte sie dort ihre Gelübde ab und nahm aus Verehrung für die heilige Therese von Lisieux, der Patronin der Missionare, den Ordensnamen Teresa an. Am 10. September 1946 hörte sie bei einer Fahrt durch Kalkutta den Ruf Christi „Mich dürstet“ und verstand ihn als Aufforderung, sich um die Ärmsten zu kümmern. Sie erhielt vom Bischof und der Ordensleitung die Erlaubnis, das Kloster zu verlassen und in den Slums zu arbeiten und zu leben. Wie die Menschen dort trug sie nur noch einen schlichten Sari mit blauer Borte. Schwester Teresa eröffnete eine Schule, kümmerte sich um die Kranken und pflegte obdachlose Leprakranke. Ehemalige Schülerinnen und Helferinnen kamen, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. So entstand 1950 die Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe. Aus Schwester Teresa wurde Mutter Teresa – ein Name, der um die Welt ging. Einmal fand Mutter Teresa eine Frau, die elend auf der Straße starb. Daraufhin gründete sie Sterbehospize für die Ärmsten. Zu den Schwestern kamen bald die Missionsbrüder der Nächstenliebe hinzu. Mutter Teresas Lebenswerk war es, Christus in den Armen zu dienen, wofür sie zahlreiche Ehrungen erhielt, darunter 1979 den Friedensnobelpreis. Ihre Nobelpreisrede nutzte sie für ein flammendes Plädoyer gegen die Abtreibung: „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? … Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts.“ Der „Engel der Armen“ erhielt nach seinem Tod ein Staatsbegräbnis, an dem die ganze Welt Anteil nahm. Verehrung: Am 19. Oktober 2003 sprach Papst Johannes Paul II. seine Freundin Mutter Teresa nach dem kürzesten Seligsprechungsprozess aller Zeiten selig. Im früher atheistischen Albanien, das bis 1990 jegliche Religionsausübung verboten hatte, wird der Tag ihrer Seligsprechung als Nationalfeiertag begangen. Am 4. September 2016 wurde Mutter Teresa unter Anteilnahme zahlloser Zuschauer vor Ort und am Fernseher von Papst Franziskus heiliggesprochen.   Weitere Heilige des Tages:
Roswitha von Gandersheim, Ordensfrau, Mystikerin
Ursicinus von Ravenna, Bischof
Lebensdaten: gestorben zwischen 295 und 298 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Einer Inschrift Papst Damasus’ († 384) nach waren Nereus und Achilleus Heeresangehörige, die aus Furcht vor dem Tyrannen dessen Befehle ausführten. Das Wunder des Glaubens bewirkte, dass sie das Lager ihres verbrecherischen Anführers verließen, ihre blutigen Waffen ablegten und als Christusgläubige freudig dessen Triumph bezeugten. Vermutlich waren sie Soldaten der Prätorianergarde und erlitten während der Verfolgung von Christen in den Legionen unter Kaiser Diokletian das Martyrium. Im ältesten Verzeichnis der christlichen Friedhöfe Roms erscheint die Katakombe der „Domitilla, Nereus und Achilleus bei der heiligen Petronilla an der Via Ardeatina“. Daraus entstand im 5. oder 6. Jahrhundert die Legende, Nereus und Achilleus seien Eunuchen im Dienst der edlen Flavia Domitilla gewesen, einer Verwandten Kaiser Domitians († 96). Diese Kammerdiener brachten ihre Herrin von ihrer geplanten Trauung ab und überzeugten sie vom Wert der Jungfräulichkeit um Christi willen. Sie wurden alle drei auf eine der Pontinischen Inseln im Tyrrhenischen Meer verbannt, wo sie schließlich ihres fortgesetzten Christusbekenntnisses wegen enthauptet wurden. Verehrung: Über ihrem Grab in den Domitilla-Katakomben entstand an der Wende zum 6. Jahrhundert eine halb unterirdische Basilika vor den Toren Roms, die Nereus und Achilleus gewidmet war. Ihre Reliquien wanderten anfangs des 8. Jahrhunderts ins Stadtinnere in die neuerrichte Kirche Santi Nereo e Achilleo. Erst die Neufassung des Martyrologium Romanum nach 2001 beschränkte sich endlich auf die Informationen Papst Damasus’ und verzichtete auf die legendarische Ausschmückung. Flavia Domitilla verschwand 1969 gänzlich aus dem Heiligenkalender. Darstellung: mit Flavia Domitilla, bei ihrem Martyrium   Weitere Heilige des Tages:
Imelda Lambertini, Jungfrau, Mystikerin
Johanna von Portugal, Königstochter
Pankratius, Märtyrer
Lebensdaten: gestorben am 15. April 832 in Augsburg Lebensgeschichte und Verehrung: Nidgar soll Abt von Ottobeuren gewesen sein, bevor er 816 zum Bischof von Augsburg berufen wurde, doch sein Name taucht nicht in der Klosterchronik auf. Er legte den Grundstein für den Bau der Magnuskirche in Füssen und nahm 829 an der Mainzer Synode teil. Schon zu Lebzeiten stand er im Ruf der Heiligkeit, und seine Verehrung in Augsburg ist durch alle Zeit bezeugt. Nach seinem Tod wurde er in der Afrakirche bestattet. 1064 wurden seine Gebeine erhoben und in die Allerheiligenkapelle der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra umgebettet. 1698 wurden die Reliquien Nidgars zusammen mit denen der Bischöfe Simpert, Wikterp und Adalbero in der Kapelle an der Sakristei der Basilika beigesetzt.  Darstellung: als Mönch, dem eine Mitra überreicht wird   Weitere Heilige des Tages:
Cäsar von Bus, Priester, Stifter
Damian De Veuster, Ordenspriester, Missionar
Lebensdaten: geboren am 11. Januar 1638 in Kopenhagen, gestorben am 5. Dezember 1686 in Schwerin Lebensgeschichte: Niels Stensen kam in einer Familie von Goldschmieden und lutherischen Pastoren zur Welt und studierte nach dem Besuch der Lateinschule Medizin in Kopenhagen, Amsterdam und Leiden. Kaum promoviert, machte er als Anatom europaweit von sich reden, wurde aber in seiner Heimatstadt als Professor übergangen und zog 1666 in die Toskana, wo er, von den Florentiner Medici-Großherzögen als Leibarzt angestellt und als Wissenschaftler gefördert, anatomische Erkenntnisse zutage brachte, die heute teils seinen Namen tragen. Geologische Studien, die ihn von 1668 bis 1670 durch Mittel- und Osteuropa führten, machten aus ihm später den „Vater der Geologie“ (Alexander von Humboldt). Seit 1660 wegen der Streitigkeiten mit dem Calvinismus dem Luthertum entfremdet und unter dem Eindruck einer Fronleichnamsprozession in Livorno 1666, wandte sich Stensen dem Katholizismus seiner neuen Heimat zu und konvertierte an Allerseelen des Jahres 1667 in Florenz. Von da an bestimmten nicht mehr die Naturwissenschaften, sondern die Religion sein Leben. Nach einer kurzen Tätigkeit als königlicher Anatom in Kopenhagen wurde Stensen 1675 zum Priester und 1677 zum Titularbischof von Titiopolis geweiht. Zuerst als Apostolischer Vikar der Nordischen Missionen an den Hof des konvertierten Herzogs von Braunschweig-Lüneburg nach Hannover entsandt, wo er unter anderem mit Leibniz verkehrte, wirkte er ab 1680 als Weihbischof des Fürstbistums Münster, wo ihm jedoch das adelige Domkapitel die Reformarbeit im Sinne des Tridentinischen Konzils verunmöglichte. 1683 verließ er Westfalen wieder, als sich Maximilian Heinrich von Bayern in Münster sein fünftes Bischofsamt zu erkaufen anschickte. Stensen wirkte bis 1685 als einfacher Priester in Hamburg und danach unter dem konvertierten Herzog von Mecklenburg-Schwerin an der Schlosskapelle in Schwerin, um die herum er eine katholische Gemeinde gründete. Persönlich anspruchslos und nahezu mönchisch lebend, unterstützte Stensen Arme – darunter besonders gerne Konvertiten und Theologiestudenten. Eine fünfwöchige, heftige Gallenkrankheit machte seinem Leben mit erst 48 Jahren ein Ende. Verehrung: Stensens Freund in Hamburg, der Anatom Theodor Kerckring, ließ seinen Leichnam ins Großherzogtum Toskana überführen, wo er sein Grab in einer Kapelle der Basilika San Lorenzo in Florenz fand. Seit 1936 betrieben, erfolgte seine Seligsprechung durch Papst Johannes Paul II. 1988.   Weitere Heilige des Tages: 
Anno von Köln, Bischof
Sabas der Geheiligte, Einsiedler, Abt
Lebensdaten: geboren 1417 auf dem Flüeli/Sachseln (Kanton Obwalden), gestorben am 21. März 1487 bei Sachseln Lebensgeschichte: Der gemeinfreie, wohlhabende Bauer Niklaus nahm als Hauptmann am Alten Zürichkrieg teil; es heißt, er focht mit dem Schwert in der einen und dem Rosenkranz in der anderen Hand. Mit seiner Frau Dorothea hatte er zehn Kinder, und er war Ratsherr und Richter von Obwalden, lehnte aber höhere Ämter ab. 1467 verließ er infolge einer inneren Stimme, in der er den Ruf Gottes erkannte, Frau und Kinder und baute sich in der nahegelegenen Ranftschlucht eine Einsiedlerhütte, in der er fortan ohne Nahrung lebte außer der Eucharistie, die er täglich empfing – einem Memminger Priester hatte er aus eigenen Mitteln und mit Hilfe der benachbarten Bauern eine Kapelle errichten lassen. „Bruder Klaus“, wie er sich nannte, war mit der geistlichen Bewegung der „Gottesfreunde“ verbunden und kannte offenbar das mystische Gedankengut eines Heinrich Seuse. Menschen aller Stände und von überall her suchten den Rat dieses „lebendigen Heiligen“, der für seine symbolischen Visionen bekannt war, zumal seine Klause auf dem Jakobsweg lag und der Besuch der Kapelle ab 1470 mit einem Ablass verbunden war. 1481 vermittelte Niklaus der Überlieferung nach den Abschluss des Stanser Verkommnisses und verhinderte damit den drohenden Bürgerkrieg und das Ende der Eidgenossenschaft. Er starb mit 70 Jahren und wurde in der Pfarrkirche von Sachseln begraben – was für einen Laien ungewöhnlich war und für seine Verehrung spricht. Verehrung/Brauchtum: Eine erste Biographie von Bruder Klaus erschien bereits im Todesjahr 1487 und beförderte seine Verehrung. 1501 wurde eine größere Kapelle für die einsetzenden Pilgerströme erbaut. Bekanntheit erlangte das von ihm verfasste Gewonlich Bet „Mein Herr und mein Gott, nimm alles mir, was mich hindert zu dir“ (GL 9.5) sowie ein Betrachtungsbild („Radbild“), das als Fastenmeditationsbild bis heute zahllose Verwendung findet. 1649 durch die Erlaubnis seines Kults seliggesprochen, dauerte es bis zur Heiligsprechung 1947 noch 300 Jahre, dann nahm seine Verehrung aber einen neuen Aufschwung. Neben der Wallfahrt zu seinem Grab wurden im gesamten süddeutschen Raum Bruder-Klaus-Kapellen auf Hügeln zur stillen Andacht erbaut. Der Gedenktag am 25. September ist der Tag, an dem 1671 seine zuerst auf Sachseln beschränkte liturgische Verehrung auf das ganze Bistum Konstanz ausgeweitet wurde. Darstellung: als hagerer Einsiedler mit Stock und Rosenkranz Patron: der Schweiz und des Kantons Obwalden, der Päpstlichen Schweizergarde, der Katholischen Landjugend- und der Katholischen Landvolkbewegung   Weitere Heilige des Tages:
Finbar von Cork, Bischof
Firmin von Amiens, Bischof, Märtyrer
Sergius von Radonezh, Klostergründer, Abt
Lebensdaten: gestorben um 64 Lebensgeschichte: Der Pharisäer Nikodemus, „ein führender Mann unter den Juden“ und „Lehrer Israels“, war offenbar Mitglied des Hohen Rates in Jerusalem und sehr vermögend. Er suchte Jesus als „Lehrer, der von Gott gekommen ist“, im Schutz der Nacht auf und führte mit ihm ein bedeutsames Gespräch (Joh 3,1–21). Als wegen Jesus Unruhe im Volk entstand und die jüdischen Autoritäten Maßnahmen diskutierten, nahm Nikodemus an diesen Beratungen teil und trat dafür ein, Jesus erst einmal anzuhören (Joh 7,40–52). Nach der Kreuzigung brachte Nikodemus etwa 30 Kilogramm Myrrhe und Aloe zur Salbung des Leichnams und half Joseph von Arimathäa bei der Bestattung (Joh 19,39). Die Tradition hat aus diesen Stellen geschlossen, dass Nikodemus ein heimlicher Jünger Jesu war, zumal der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus einen zum Christentum bekehrten Nikodemus erwähnt. Verehrung: Am 3. August 415 erschien dem Priester Lukian von Kfar Gamla im Traum die Begräbnisstätte des Erzmärtyrers Stephanus, in der sich auch die Überreste von Nikodemus fanden sowie die des Paulus-Lehrers Gamaliel und dessen Sohn Abibas, der Christ geworden war. Großen Einfluss auf die mittelalterliche Phantasie hatte ein apokryphes „Nikodemusevangelium“ mit Einzelheiten der Passion und des Höllenabstiegs Jesu. Ein Holzkruzifix mit Kreuzpartikel in der Kathedrale von Lucca soll der Legende nach Nikodemus selbst gefertigt haben. Wegen dieser „ersten“ Darstellung des gekreuzigten Heilands haben sich zum Beispiel Michelangelo und Tilman Riemenschneider als Nikodemus selbst portraitiert. Darstellung: im nächtlichen Gespräch mit Jesus, bei der Grablegung    Weitere Heilige des Tages:
Lydia von Philippi, erste Christin in Europa
Lebensdaten: geboren um 1340 in Šibenik, Kroatien, gestorben am 14. November 1391 in Jerusalem Lebensgeschichte: Der kroatische Adelige Nikola Tavelić wurde Franziskanermönch und 1365 zum Priester geweiht. Von 1372 bis etwa 1384 wirkte er in Bosnien als Missionar unter den Bogumilen, einem Zweig der Katharer. Um 1385 reiste er ins Heilige Land, dessen Seelsorge den Franziskanern anvertraut war, lernte Arabisch und widmete sich im Erlöserkloster auf dem Berg Zion den Pilgern, Armen und Kranken – unter den wachsamen Augen der muslimischen Eroberer. Am 11. November 1391 sprach er mit seinen Mitbrüdern Deodatus Aribert von Rodez, Stephan von Cuneo und Petrus von Narbonne beim Stadtrichter (Qādī) von Jerusalem vor und kündigte eine öffentliche Predigt auf dem Platz vor der Omer-Moschee an. Daraufhin wurden die vier Franziskaner verprügelt, in den Kerker geworfen und zum Tod verurteilt. Man zerrte sie vor das Jaffa-Tor, wo sie gevierteilt und anschließend verbrannt wurden. Ihre Asche wurde außerhalb der Stadt verstreut. Verehrung: 1889 gemeinsam mit seinen Gefährten seliggesprochen, wurde Nikola 1970 als erster Kroate heiliggesprochen. Seit 1937 erinnert eine Kirche auf dem Ölberg an Pater Tavelić. Häufig tragen kroatische Auslandsgemeinden seinen Namen. Patron: von Kroatien    Weitere Heilige des Tages:
Alberich von Utrecht, Bischof
Gregor Palamas, Erzbischof
Serapion von Algier, Ordensmann, Märtyrer