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Heilige

Lebensdaten: geboren in Jerusalem, gestorben am 25. April 68 in Alexandria, Ägypten Lebensgeschichte: Über das Leben des Evangelisten Markus gibt es unterschiedliche Überlieferungen: Johannes Markus stammte aus dem Priestergeschlecht der Leviten, war dem Namen Markus nach aber auch Hellenist und soll der Sohn jener Maria gewesen sein, in deren Haus Jesus das Letzte Abendmahl gefeiert hatte und wo die Jünger gemeinsam mit Maria, der Mutter Jesu, das Pfingstereignis erlebten. Im Jahr 44 nahm ihn Paulus zusammen mit seinem Vetter Barnabas auf seine Missionsreise nach Antiochien und Kleinasien mit. Unterwegs kam es den Berichten der Apostelgeschichte nach zum Zerwürfnis. Barnabas und Markus kehrten allein zurück, während Paulus sich andere Begleiter suchte. Um das Jahr 60 war Markus bei Petrus in Rom und verfasste sein Evangelium nach dessen Erzählungen. Dort versöhnte er sich wohl auch wieder mit Paulus. Nach Petrus’ Tod ging Markus nach Alexandrien, wo man ihn zum Bischof wählte, obwohl er sich selber für unwürdig hielt. Der Überlieferung nach hackte er sich sogar den Daumen ab, um für das Amt nicht in Frage zu kommen. Doch seine Frömmigkeit, seine Wundertätigkeit und seine Begeisterung ließen keinen Zweifel daran, dass er auch ohne Daumen der richtige Bischof war. Am 25. April 68 überfielen ihn christenfeindliche Alexandriner am Altar und schleiften ihn mit einem Strick um den Hals zu Tode. Verehrung: Markus wird als Begründer der koptischen (ägyptischen) Kirche verehrt. In Alexandria ist eine Wallfahrt zu seinem Grab ab dem 3. Jahrhundert belegt. Im Jahr 828 entwendeten venezianische Kaufleute seine Reliquien, denen in Venedig der Markusdom erbaut wurde. Von Venedig aus gelangte eine Reliquie auf die Insel Reichenau. Beim Wiederaufbau der abgebrannten Markuskirche in Venedig im 11. Jahrhundert fiel ein Bauarbeiter vom Gerüst, blieb aber dank der Fürsprache des heiligen Markus unverletzt. Wegen dieser Überlieferung wird Markus als Patron der Maurer verehrt. Markus’ Verehrung als „Wetterherr“ ist allerdings vorchristlichen Ursprungs: Am 25. April fand ein heidnisch-römischer Flurumgang statt, die sogenannten Robigalia, um Schutz gegen Robigo zu erhalten, den Dämon des Getreiderostes. Die Flurprozession wurde um 600 in das christliche Brauchtum übernommen; im deutschen Sprachraum ist sie als Markusprozession seit dem 9. Jahrhundert bekannt.  Darstellung: mit Feder und Löwe, gemeinsam mit den drei anderen Evangelisten Patron: von Venedig und der Bodenseeinsel Reichenau, der Bauarbeiter, Maurer, Glasmaler, Notare, Korbmacher, Schreiber, für eine gute Ernte, gutes Wetter, gegen Blitz, Hagel und einen plötzlichen Tod     Weitere Heilige des Tages:
Erwin, Bischof
Franka, Äbtissin
Hermann von Baden, Markgraf
Lebensdaten: geboren in Bethanien bei Jerusalem, gestorben 78 Lebensgeschichte, Legende und Verehrung: Nach dem Lukasevangelium kehrt Jesus in ein Haus ein, wo ihm eine Frau namens Martha geschäftig dient, während ihre scheinbar untätige Schwester Maria von ihm lernt. Von Martha zur Rede gestellt, ob ihn das nicht kümmere, antwortet Jesus ihr, sie sorge sich, sie sei abgelenkt; Maria habe das Bessere gewählt (Lk 10,38–42). Die Auslegung dieser Bibelstelle bestimmt bis heute das Gleichgewicht zwischen dem aktiven und kontemplativen Aspekt in der Nachfolge Christi. Im Johannesevangelium kommt Jesus nach Bethanien, um seinen Freund Lazarus wieder zum Leben zu erwecken, und führt mit Martha ein Gespräch, an dessen Ende sie bekennt: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll“ (Joh 11,27). Die innerlichere Maria fällt ihm weinend zu Füßen und beklagt: „Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben“ (Joh 11,32). Sechs Tage vor Jesu letztem Paschafest salbte Maria ihm die Füße mit kostbarem Nardenöl und trocknete sie mit ihrem Haar. Deswegen wurde sie mit der salbenden Sünderin (Lk 7,36–50) und in der Folge mit Maria Magdalena gleichgesetzt. Der Legende nach gelangte Martha mit Lazarus und Maria (Magdalena) im Jahr 48 nach Südfrankreich, wo sie ein Kloster errichtete, in dem sie bis zu ihrem Tod 30 Jahre später lebte. Die örtliche Überlieferung verbindet mit dieser Legende den Beginn des Christentums in der Provence. Eine andere provençalische Legende erzählt, dass Martha einen Drachen namens Tarasque mit einem Kreuz und Weihwasser oder Weihrauch unschädlich machte und an ihrem Gürtel wie an einer Leine mit sich führte. Die Stadt Tarascon feiert in dieser Legende ihren Ursprung und verehrt in der Kirche Sainte-Marthe bis heute ihre Reliquien. In Amerika geben Marthafiguren hinter der Theke häufig einen dezenten Hinweis auf ordentliches Trinkgeld. Darstellung: bei der Einkehr Jesu in Bethanien; Martha: mit Kochlöffel, Schlüsselbund, Salbgefäß, Weihwasserkessel und Drachen Patronat Marthas: der Hausfrauen, Kellnerinnen, Köchinnen, Arbeiterinnen, Wäscherinnen, Hausangestellten, Hotelbesitzer, Bildhauer und Maler, Helferin der Sterbenden   Weitere Heilige des Tages:
Flora, Lucilla und Gefährten, Märtyrer
Lazarus von Bethanien, Jünger
Urban II., Papst
Lebensdaten: geboren um 600 in Todi (Umbrien), gestorben am 15. September 655 in Chersones auf der Krim (Ukraine) Lebensgeschichte: Martin war Diakon und päpstlicher Gesandter am Kaiserhof in Konstantinopel, als er 649 zum Bischof von Rom erwählt wurde – seine Weihe erfolgte ohne die übliche Zustimmung des Kaisers und seines weströmischen Beauftragten, des Exarchen von Ravenna. Weil sich Papst Martin gemeinsam mit Maximus dem Bekenner über das kaiserliche Diskussionsverbot hinwegsetzte und auf der Lateransynode von 649 den vom Herrscher verfügten Irrglauben des Monotheletismus – Jesus Christus hätte trotz der in seiner Person vereinten menschlichen und göttlichen Naturen nur einen einzigen, nämlich göttlichen Willen gehabt – verurteilen ließ, betrieb Kaiser Konstans II. seine Absetzung, konnte sie aber wegen des Widerstands der Bevölkerung nicht erreichen. Zudem ergriff Exarch Olympios von Ravenna Partei gegen den Kaiser und stellte dessen Autorität in Frage. 653 ließ der neue Exarch Theodor Calliopas Papst Martin von byzantinischen Soldaten festnehmen und nach Konstantinopel bringen, wo er in so schlechtem Zustand ankam, dass man ihn von Bord tragen musste. Während seines Prozesses vor dem Senat hatte er trotz seiner Schwäche aufrecht zu stehen, gehalten von zwei Soldaten. Die Anklage lautete auf Hochverrat und klammerte alle dogmatischen Fragen aus. Martin wurde im Gerichtssaal geschlagen, seiner priesterlichen Gewänder entkleidet und praktisch nackt verurteilt – unter den Augen des Kaisers, der heimlich zusah. Patriarch Pyrrhos von Konstantinopel, dessen Zweifel am Monotheletismus kurz vor seinem eigenen Tod gewachsen waren, erwirkte beim Kaiser die Umwandlung des Todesurteils durch Vierteilen in eine lebenslängliche Verbannung, die Martin 654 nach Chersones auf die Halbinsel Krim brachte. Dort führten die strengen Haftbedingungen zu seinem baldigen Tod. Verehrung: Martin wurde von seinen Parteigängern in der Marienkirche vor den Toren der heute untergegangenen Stadt Chersones beigesetzt. Von diesen stammt auch die zeitnah erstellte Commemoratio seines Prozesses und seines Schicksals, die im weströmischen Einflussbereich viel zur Überwindung des Monotheletismus beitrug. Zehn Jahre nach Martins Tod berichteten Gefolgsleute der päpstlichen Gesandten in Konstantinopel von Wundern an seinem Grab und brachten Reliquien davon mit – wohin, weiß man nicht. Martins ursprünglicher Gedenktag am 12. November wanderte 1969 im Zuge der Reform des Heiligenkalenders auf den 13. April, seinem Gedenktag in der griechisch-orthodoxen Kirche.   Weitere Heilige des Tages:
Ida von Boulogne, Stifterin
Hermenegild, Königssohn, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 9. Dezember 1569 in Lima, gestorben am 3. November 1639 ebendort Lebensgeschichte: Martín und seine Schwester Juana waren die unehelichen Kinder des spanischen Ordensritters Juan de Porres und der freigelassenen schwarzen Sklavin Ana Velázquez. Er wuchs im christlichen Glauben der Mutter auf und wurde vom Vater aus der Ferne unterstützt, hatte es als Mulatte aber besonders schwer. Mit 15 Jahren – er war inzwischen Bader und Barbier sowie ein heilkundiger Kräutersammler – wurde er als Terziar ins Dominikanerkloster von Lima aufgenommen, wo er neun Jahre lang die Gänge kehrte, Toiletten putzte, Essen kochte, die Wäsche wusch und die Brüder rasierte. 1603 trat er als Bruder dem Orden bei und legte drei Jahre später gegen den Willen des Vaters seine Gelübde ab. Martins sprichwörtliche Demut äußerte sich bald in dem Anerbieten, sich als Sklave zu verkaufen, um dem in Nöte geratenen Kloster auszuhelfen, was der betroffene Prior natürlich ablehnte. Er unterrichtete Farbige, Indios und mittellose Bauern auf der Straße und gründete mit Hilfe reicher Städter – es heißt, der Vizekönig von Peru habe ihm bei jeder Begegnung hundert Pesos zugesteckt – das Hospiz und die Schule von Santa Cruz, um Arbeitslosen, Waisenkindern und Bettlern eine neue Chance zu geben. Martin selber lebte äußerst sparsam, verwendete alles Geld für seine Schützlinge und schlief selten mehr als drei Stunden. Er verfügte über eine charismatische Persönlichkeit, weswegen ihn Menschen aller Stände aufsuchten, um seinen Rat oder seine Hilfe in geistlichen, weltlichen oder medizinischen Anliegen zu erfahren. Und niemals soll er eine Bitte abgeschlagen haben, die er erfüllen konnte. Er galt nicht nur als Heiliger, sondern als Wunderheiler, dem selbst die Dinge der Natur gehorchten: Eine der berühmtesten Anekdoten über Martin erzählt, wie auf seinen Befehl ein Hund, eine Katze und eine Ratte in schönster Eintracht aus demselben Napf fraßen. Einen Monat vor seinem 70. Geburtstag wurde er plötzlich krank; viele hochgestellte Persönlichkeiten eilten noch an sein Bett, um ihm die Hand zu küssen, und nachdem er gestorben war, wurde er rasch bestattet, weil der Menschenandrang nicht abnehmen wollte. Er ruht neben Rosa von Lima und Johannes Macias in der Basilika des Dominikanerkonvents von Lima. Verehrung: Bereits 1660 eröffnete der Erzbischof von Lima ein Seligsprechungsverfahren, das jedoch am Widerstand der Kolonialherren scheiterte, denen die Verehrung des Mulatten schon genug verbreitet war. Erst 1837 wurde er seliggesprochen. Seine Heiligsprechung nahm 1962 Papst Johannes XXIII. vor, der Martin sehr verehrte. Darstellung: als Mulatte im Dominikanerhabit, bei der Krankenpflege, mit Rosenkranz, Besen und Kreuz Patron: der Laienbrüder, Barbiere, Krankenpfleger, der sozialen Gerechtigkeit, der Haustiere; Helfer bei Mäuse- oder Rattenplage   Weitere Heilige des Tages:
Hubert von Lüttich, Glaubensbote, Bischof
Pater Rupert Mayer, Ordenspriester
Pirmin, Bischof, Abt, Glaubensbote
Lebensdaten: geboren 316 in Savaria, heute Szombathely, gestorben am 8. November 397 in Candes Lebensgeschichte und Legende: Martinus kam als Sohn eines römischen Militärtribuns in der Provinz Pannonien, dem heutigen Ungarn, zur Welt. Er wuchs in der Vaterstadt Pavia auf, wo er als Zehnjähriger um Aufnahme unter die Taufbewerber bat. Als Offizierssohn zu 25 Jahren Militärdienst verpflichtet, wurde er mit 15 Jahren Reitersoldat, machte als Offizier Karriere und diente als Gardesoldat des Kaisers in Gallien. 351 wurde er kurz vor Ablauf seiner Dienstzeit von Bischof Hilarius von Poitiers getauft. In diese Zeit fällt auch die berühmte Begegnung mit dem Bettler am Stadttor von Amiens, dem Martin die Hälfte seines Mantels überließ – die andere Hälfte gehörte nicht ihm, sondern dem Römischen Reich. Nachts erhielt er den halben Mantel von Christus zurück. Nach seinem Abschied 356 wurde Martin Schüler von Hilarius, empfing eine Beauftragung für den geistlichen Dienst und soll im heimatlichen Pannonien seine Mutter getauft haben. Etwas gesicherter sind sein Aufenthalt in einer Einsiedelei bei Genua sowie die Entstehung des ersten Klosters des Westens aus seiner Zelle in Ligugé (bei Poitiers) im Jahr 361. Als die Bewohner von Tours 371 einen neuen Bischof suchten, fiel ihre Wahl auf Martin, der sich dem Volkswillen durch Flucht entziehen wollte, jedoch von schnatternden Gänsen in seinem Versteck verraten wurde. Überliefert ist das Unbehagen der gallischen Bischöfe über das Erscheinungsbild ihres neuen Mitbruders, den Jahrzehnte der Askese und Misshandlungen von Seiten der Arianer gezeichnet hatten. Martin behielt seine einsiedlerischen Gewohnheiten bei und übte sein Bischofsamt als Missionar aus. Mit seinen Ansätzen bei der Gründung des Klosters Marmoutier 375 hat er die Regel des heiligen Benedikt später maßgeblich beeinflusst. Im November 397 wurde er nach Candes gerufen, um einen Streit zu schlichten. Dort starb er und wurde loireaufwärts nach Tours zurückgebracht, wo er am 11. November bestattet wurde. Verehrung und Brauchtum: Martin, der erste kanonisierte Nichtmärtyrer, ruht in der gleichnamigen Basilika in Tours. Vom unübersehbaren Brauchtum haben sich nur die Martinsumzüge erhalten (mit den Laternen ursprünglich vielleicht ein Namenstagsbrauch für Martin Luther) und die Gänse, die ihren Verrat bis heute büßen. Martins Mantel, die Capa, ging den Franken in der Schlacht voran. Ältere Martinskirchen sind daher auch ein untrügliches Zeichen für eine fränkische Gründung. Vom Aufbewahrungsort dieser Capa leiten sich (Musik-) Kapelle und Kaplan ab. Darstellung: bei der Mantelteilung, seltener als Bischof mit einer Gans Patron: von Frankreich und Ungarn, des Burgenlands, des Kantons Schwyz, der Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Mainz, von Tours, der Kavalleristen, Pferde, Hufschmiede, Bürstenbinder und vieler weiterer Berufe, der Armen, Gefangenen, Abstinenzler, Helfer gegen Ausschlag, Schlangenbiss und für das Gedeihen der Felder   Weitere Heilige des Tages:
Eugen Bossilkov, Ordenspriester, Bischof, Märtyrer, und Gefährten
Heinrich von Heisterbach, Abt
Lebensdaten: gestorben um 230 in Rom Lebensgeschichte und Legende: Die Patriziertochter Martina war der Überlieferung nach eine geweihte Jungfrau und bekannte sich unter Kaiser Severus Alexander offen zum christlichen Glauben. Als man sie zwingen wollte, das Kaiseropfer darzubringen, schlug sie stattdessen vor einer Statue des Apoll ein Kreuz, worauf das Götzenbild zerbarst und der Tempel einstürzte. Sie wurde gefoltert und dann im Amphitheater den Tieren zum Fraß vorgeworfen; doch der ihr zugedachte Löwe legte sich ihr zu Füßen. Ihren lodernden Scheiterhaufen löschte der Regen. Dann wurde sie enthauptet. Verehrung: Martinas Verehrung ist in Rom seit dem 7. Jahrhundert bekannt: Damals war ihr gemeinsam mit dem heiligen Lukas eine Kirche geweiht. 1634 fand man ihre Reliquien wieder, und unter Papst Urban VIII. wurde die Kirche SS. Luca e Martina wieder aufgebaut. Darstellung: mit Palme, Marterwerkzeugen, Löwen, oder bei ihrer Enthauptung Patronin: von Rom und der stillenden Mütter   Weitere Heilige des Tages:
Mary Ward, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 15. Januar 1842 in Melbourne, gestorben am 8. August 1909 in Sydney Lebensgeschichte: Maria Ellen MacKillop war das älteste von acht Kindern eines schottischen Priesteranwärters, der sich kurz vor seiner Weihe nach der Sträflingskolonie Australien eingeschifft hatte. Vornehmlich vom wirtschaftlich erfolglosen Vater unterrichtet, wurde Mary mit 16 Jahren Ladenmädchen und zog zwei Jahre später als Gouvernante zu Verwandten ins weit entfernte Penola. Die junge Frau, die es eigentlich zum Ordensleben nach Europa zog, unterrichtete bald weitere Farmerkinder; sie wurde schließlich Lehrerin in Portland (Victoria) und eröffnete dort eine eigene Internatsschule. 1866 bat Pfarrer Julian Tenison-Woods sie und ihre Schwestern Annie und Alexandrina („Lexie“), in Penola eine katholische Schule einzurichten. Bei Unterrichtsbeginn legten „Schwester Mary vom Kreuz“ und Lexie einfache Ordensgelübde ab und gründeten mit weiteren jungen Frauen und der Erlaubnis des Bischofs von Adelaide noch im selben Jahr die Kongregation der „Schwestern des heiligen Josef vom Heiligsten Herzen“. Bei den Siedlern, denen sie ins Buschland folgten, hießen die Josefsschwestern ihres braunen Habits wegen bald „Brown Joeys – Beuteltiere“; bis 1871 war ihre Zahl auf 130 gestiegen, die über 40 Schulen und karitative Einrichtungen unterhielten. Dann geriet Mary in Konflikt mit dem Bischof von Adelaide; sie wurde als heimliche Trinkerin verleumdet, der finanziellen Inkompetenz beschuldigt und aufgefordert, die Leitung ihrer Schulen in Bistumshände zu geben. Als sie sich weigerte, wurden sie selber wegen Ungehorsams exkommuniziert, ihre Schulen aufgelöst und die Schwestern in alle Winde verstreut. Mary überlebte das Jahr bis zur Aufhebung ihres Kirchenbanns – die der Bischof bezeichnenderweise auf dem Totenbett verfügte – nur dank der Großzügigkeit eines jüdischen Kaufmanns und Politikers sowie der Hilfe einiger Jesuiten. 1873 reiste sie für zwei Jahre nach Europa, um von Papst Pius IX. die Anerkennung ihres Ordens und seiner Regel zu erlangen, Schottland zu besuchen, sich in Sachen Pädagogik auf den neuesten Stand bringen zu lassen und neue Josefsschwestern zu gewinnen. Nach ihrer Rückkehr begegnete sie wiederholt der Gegnerschaft des Klerus bis hin zur Ausweisung aus Bistumsgebieten und wurde 1883 sogar als Ordensobere abgesetzt; sie unterstützte ihre Nachfolgerin jedoch ohne Einschränkung und trug in Wort und Tat zur Verbreitung des Ordens bei, bis sie 1899 wieder einstimmig zur Ordensoberin gewählt und 1905 in ihrem Amt bestätigt wurde – obwohl sie inzwischen nach einem Schlaganfall im Rollstuhl saß. Verehrung: Nach ihrem Tod am 8. August 1909 wurde sie auf dem Friedhof von Gore Hill in North Sidney begraben und 1914 in der Krypta der neu errichteten Kapelle des Mutterhauses der Josefsschwestern in North Sydney bestattet – bis dahin hatten zahlreiche Pilger Erde von ihrem Grab mitgenommen. Sie wurde 1995 als erste Australierin von Papst Johannes Paul II. selig- und 2010 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. 2013 wurde sie zur Mitpatronin Australiens erklärt. Mitpatronin: von Australien, Patronin des Erzbistums Brisbane   Weitere Heilige des Tages:
Altmann von Passau, Bischof
Cyriacus, Märtyrer, Nothelfer
Dominikus, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren am 23. Januar 1585 bei Ripon, Yorkshire, gestorben am 30. Januar 1645 in Hewarth/York Lebensgeschichte: Jane – den Namen Mary nahm sie bei ihrer Firmung an – war das älteste von sechs Kindern einer katholischen Landadelfamilie und wurde in den Zeiten der brutalen Katholikenverfolgungen streng religiös erzogen, weswegen sie sich auch zum Verdruss der Eltern nicht vorteilhaft verheiraten ließ, sondern das Ordensleben wählte. 1606 trat sie im nordfranzösischen Saint-Omer als Laienschwester in ein Klarissenkloster ein, verließ es jedoch bald und gründete mit einem Großteil ihres Erbes ein eigenes Klarissenkloster. Unzufrieden mit den subalternen Tätigkeiten im ersten Kloster und unerfüllt vom kontemplativen Leben im zweiten, kehrte sie nach England zurück, wo sie unter Lebensgefahr katholischen Priestern und Gläubigen dienstbar war. Mit einigen Gefährtinnen gründete sie 1609 wiederum in Saint-Omer ihr erstes Institut für die spezifische Ausbildung von Mädchen: die „Englischen Fräulein“. Mary Ward orientierte sich an der Ordensregel der Jesuiten und sah für ihre Kongregation ein aktives Leben ohne Klausur und Habit im Dienst der katholischen Erziehung junger Frauen vor – womit sie sich Anfeindungen und Verleumdungen aussetzte. Katholische Fürstenhäuser in halb Europa nahmen sie mit offenen Armen auf – bis 1621 entstanden Niederlassungen in Lüttich, Köln und Trier –, doch in Rom begegnete man ihr und dem Ansinnen, sich dem Zugriff der Ortsbischöfe durch direkte Unterstellung unter den Papst zu entziehen, mit Argwohn. Dreimal pilgerte sie zu Fuß nach Rom, um die kirchliche Bestätigung für ihre Gemeinschaft zu erhalten – vergebens. Ihre Gründungen im heutigen Italien wurden auf päpstliches Geheiß aufgehoben, worauf Mary Ward stattdessen mit großem Erfolg Mädchenschulen in München, Wien und Preßburg ins Leben rief – und sich noch mehr Feinde machte. Nach Rom zurückbeordert, musste sie sich wegen Häresieverdachts vor Gericht behaupten und wurde sogar eine Weile als Ketzerin eingekerkert. Von Rom aus, wo sie unter Aufsicht lebte, besuchte sie ihre Niederlassungen und gründete neue, denn ihr Erziehungskonzept selbst war nicht verworfen worden. 1639 reiste sie nach England, um auch dort Gründungen vorzunehmen. Wegen des Bürgerkriegs zog sich die von einem Steinleiden ausgezehrte Gründerin nach York zurück, wo sie kurz nach ihrem 60. Geburtstag starb. Verehrung: Erst 2009 wurde Mary Ward zur „Ehrwürdigen Dienerin Gottes“ erklärt – eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Seligsprechung. Während ihrer Kongregation die päpstliche Anerkennung nicht versagt wurde, durfte sie selber erst 1909 auf päpstlichen Erlass als Stifterin des Instituts bezeichnet werden. Seit 2004 heißt ihre Gründung offiziell Congregatio Jesu.   Weitere Heilige des Tages:
Martina von Rom, Jungfrau, Märtyrin
Lebensdaten: geboren um 895 in Enger/Herford, gestorben am 14. März 968 in Quedlinburg Lebensgeschichte: Mathilde oder Mechthild war die Tochter des Grafen Dietrich von Sachsen. Sie wurde von ihrer Großmutter, der Äbtissin des Frauenstifts Herford, bestens erzogen, war schön und sehr gebildet. Gerade 14jährig wurde sie mit Herzog Heinrich von Sachsen, dem späteren König Heinrich I., verheiratet. Fünf Kinder gingen aus dieser Ehe hervor, darunter der spätere Kaiser Otto I. und Erzbischof Bruno von Köln. Mathildes Leben veränderte sich stark, als ihr Mann im Jahr 936 starb. Ihre Kinder misstrauten ihr, sie hielten sie für verschwenderisch, weil sie so viel Geld in Klostergründungen und Wohltätigkeiten steckte. Schon immer arbeitete Mathilde – was ungewöhnlich für ihren Stand war – gerne mit ihren Händen und kümmerte sich aufopfernd um Arme und Kranke. Als ihre Söhne ihr nahelegten, den Hof zu verlassen, zog sie in ihre Klostergründung Quedlinburg, wo sie ihren Mann bestattet hatte. Dort widmete sie sich der Memoria, dem Gedächtnis ihres Mannes und der anderen verstorbenen Angehörigen ihres Hauses. 30 Jahre leitete sie den Frauenkonvent dieses Klosters. Am 14. März 968 starb sie dort und wurde neben ihrem Gatten beigesetzt. Legende: Als einmal eine Hirschkuh einen Kelch mit Messwein verschluckt hatte, sprach Mathilde beruhigend auf das Tier ein, streichelte es und brachte es schließlich dazu, ihr den Kelch auf die Hand zu legen. Darstellung: als Königin mit Kirchenmodell, Hahn oder Hirschkuh Patronin: der Armen   Weitere Heilige des Tages:
Paulina von Thüringen, Klostergründerin
Lebensdaten: geboren am 2. Mai 1856 in Dublin, gestorben am 7. Juni 1925 ebendort Lebensgeschichte: Matt Talbot war das zweitälteste von zwölf Kindern einer armen Familie, verdingte sich nach einem rudimentären Schulbesuch bei Wein- und Whiskeyhändlern und war bereits mit 13 Jahren dem Alkohol völlig verfallen. Er trieb sich in Pubs herum, versoff seinen Lohn und häufte Schulden auf Schulden, so dass er seine Kleider und Stiefel verpfänden musste, um weitertrinken zu können. Er sank so tief, einem Straßenmusiker die Fiedel zu stehlen und zu versetzen, und fand sich eines Abends des Jahres 1884 selbst von seinen Saufkumpanen verachtet in der Gosse sitzend wieder. Talbot entschloss sich, „das Gelübde abzulegen“, wie man in Irland sagte, wenn man das Trinken sein lassen wollte, und eilte dafür in eine Kirche, wo ein erfahrener Geistlicher ihm nach der Beichte riet, sein Versprechen erst einmal für drei Monate abzulegen. Nach diesen drei Monaten legte Talbot sein Versprechen für sechs Monate ab, dann auf Lebenszeit. Nach 16 Jahren exzessiven Trinkens war Talbot in einem jämmerlichen Zustand und hatte dementsprechend starke Entzugserscheinungen, so dass er sich Tag für Tag quälen musste, um sein Gelübde einzuhalten. Er lenkte sich mit ausgedehnten Spaziergängen fernab der lockenden Spelunken ab, entdeckte Rast und Ruhe in Kirchen, wo er anfing, täglich die heilige Messe zu besuchen und religiöse Schriften zu lesen. Er fand Anstellung bei einer Baufirma auf den Docks, wo er die härtesten Arbeiten übernahm und sich durch Uneigennützigkeit und Hilfsbereitschaft die Achtung seiner Kollegen und Vorgesetzten erwarb; gewissenhaft zahlte er seine Schulden zurück. Talbot ahmte unter der Anleitung eines geistlichen Professors das Leben irischer Mönche des 6. Jahrhunderts nach und verbrachte seine gesamte freie Zeit mit Gebet, Fasten und religiöser Lektüre. 1890 trat er dem franziskanischen Dritten Orden sowie einigen frommen Vereinigungen bei. Er schlief auf einem Brett mit einem Holzscheit als Kopfkissen, stand mitten in der Nacht auf, um zum Gebet mit ausgestreckten Armen niederzuknien (das keltische Croisfhighill), und ging jeden Tag vor der Arbeit in die heilige Messe – sonntags besuchte er mehrere. Am 7. Juni 1925, dem Dreifaltigkeitssonntag, brach er auf dem Weg zu seiner dritten Messe des Tages auf offener Straße zusammen und starb an Herzversagen. Als man ihn untersuchte, fand man um seinen Leib und seine Gliedmaßen Ketten gebunden, die er nicht nur zur Buße trug, sondern auch zum Ausdruck dafür, dass er sich als Sklave Gottes und der Jungfrau Maria betrachtete. Verehrung: 1931 eröffnete der Dubliner Erzbischof eine Untersuchung, um die einsetzenden Forderungen nach seiner Heiligsprechung zu überprüfen. Der Seligsprechungsprozess wurde 1947 eingeleitet. 1972 wurde sein Grab in die Kirche Unserer Lieben Frau von Lourdes in dem Dubliner Stadtteil übertragen, wo Talbot sein Leben verbracht hatte. 1975 erklärte ihn Papst Paul VI. zum Ehrwürdigen Diener Gottes. 1978 wurde im Dubliner Stadtzentrum die Talbot Memorial Bridge über der Liffey eröffnet. An ihrem Südende steht seit 1988 ein Denkmal Talbots. Bei nordamerikanischen Katholiken, die beruflich oder als Betroffene mit Alkoholmissbrauch zu tun haben, ist die Verehrung Talbots sehr verbreitet. In den USA tragen einige Einrichtungen der Suchtberatung und -hilfe seinen Namen. Im australischen Sydney versorgt das 1938 gegründete Matthew Talbot Hostel täglich 600 obdachlose Männer mit einer warmen Mahlzeit. Patron: der Trinker und Suchtkranken   Weitere Heilige des Tages:
Gervasius und Protasius, Märtyrer
Juliana Falconieri, Ordensgründerin
Rasso von Andechs, Laienbruder
Romuald, Abt, Ordensgründer