Heilige
Lebensdaten: geboren am 21. Juli 1821 in Germersheim, gestorben am 27. Januar 1862 in Pirmasens Lebensgeschichte: Paul Josef Lichtenberger kam als uneheliches Kind zur Welt und wurde in der Familie seiner Großtante großgezogen. Er bekam von seinem Pflegevater, dem Schuhmachermeister Joseph Anton Nardini, den Namen und eine gute Ausbildung dazu. Schon mit zwölf Jahren wollte er Priester werden. Gymnasium, Studium und Promotion in Theologie meisterte er mit Bravour. 1846 wurde er im Speyerer Dom zum Priester geweiht und wirkte als Stadtkaplan in Frankenthal, als Präfekt im Bischöflichen Konvikt und als Pfarrverweser von Geinsheim – jedoch nur für ein Jahr. Als er 1851 nach Pirmasens versetzt wurde, unterzeichneten rund 250 Frauen ein – vergebliches – Gesuch um den Verbleib ihres Seelsorgers, der das Glaubensleben der Geinsheimer in nur diesem einen Jahr erneuert hatte. In Pirmasens erwarteten den jungen Pfarrer die Nöte einer frühindustriellen Arbeiterstadt: bittere Armut in sozialer, sittlicher und religiöser Hinsicht. Er erkannte sehr schnell die inneren Zusammenhänge dieser Nöte und handelte. Zum einen versuchte er, das religiöse Leben zu erneuern, indem er kirchliche Feste, feierliche Liturgie, Anbetung und Beichte belebte. Zum anderen versuchte er unermüdlich, durch Predigten und Katechesen das Glaubenswissen der Pirmasenser zu vertiefen. Und nicht zuletzt kümmerte er sich um die Armen, Kranken, Sterbenden und verwahrlosten Kinder, den vernachlässigten Randgruppen der damaligen Gesellschaft. Dass er das alles nicht allein schultern konnte, wurde ihm schnell klar. Nachdem der Versuch gescheitert war, Niederbronner Schwestern aus dem Elsass in Pirmasens anzusiedeln, gründete er mit Barbara Schwarz und Juliane Michel, zwei Frauen, die er aus seiner Geinsheimer Zeit kannte, die „Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“. Die Gemeinschaft sollte unter dem Schutz der Heiligen Familie selbst eine heilige Familie bilden und für die Heiligung der Familien wirken, denn „haben wir unsere Familien regeneriert, geheiligt im Geist der Heiligen Familie, dann geht ja alles, alles gut“, so Paul Josef Nardini. Nardini selbst war dem Dritten Orden der Franziskaner beigetreten, der ihm Kraftquelle und geistliche Heimat war. Seine Spiritualität war geprägt von tiefer Gottesliebe, inniger Einheit mit Jesus Christus, selbstverständlicher Liebe zur Kirche und treuem Gehorsam zu seinem Bischof. Mit nur 40 Jahren erkrankte er an einer Lungenentzündung, die er sich bei einem Krankenbesuch zugezogen hatte, und starb kurz darauf am 27. Januar 1862. Verehrung: Bei seinem Tod gehörten 200 Schwestern zu seiner Gemeinschaft, heute sind die nach ihrem Mutterhaus Mallersdorf bei Straubing Mallersdorfer Franziskanerinnen genannten Ordensschwestern mit ca. 2000 Schwestern in Niederlassungen in Süd- und Südwestdeutschland, Rumänien und Südafrika tätig. 2006 wurde Paul Josef Nardini vom Münchener Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter im Speyerer Dom seliggesprochen. Ausspruch des sel. Paul Josef: „Liebe ist unser Leben. Liebe ist unsere Bestimmung. Liebe ist das einzige, was Gott von uns fordert, denn die Erfüllung aller Pflichten fließt aus ihr.“ Weitere Heilige des Tages:
Angela Meríci, Ordensgründerin
Julianus, Bischof
Angela Meríci, Ordensgründerin
Julianus, Bischof
Lebensdaten: geboren 1568 bei Osaka, gestorben am 5. Februar 1597 in Nagasaki Lebensgeschichte: Miki Paoro war der Sohn eines Kriegers und wurde im Alter von fünf Jahren gemeinsam mit seinen Eltern getauft. 1580 ging er auf Geheiß seines Vaters als erster Schüler auf das Seminar, das der italienische Jesuit Organtino Gnecchi Soldo in Azuchi am Biwa-See errichtet hatte und später nach Takatsuki verlegte. Mit 22 Jahren, nachdem sein Vater in einer Schlacht gefallen war, trat Miki Pauro ins eben erst gegründete Noviziat der Jesuiten ein. Nach dem Ablegen der ersten Gelübde ging er zum Studium nach Amakusa und Nagasaki. Er erwies sich als begabter Katechet und wurde zu Glaubensgesprächen mit Nichtgläubigen hinzugezogen. Zu der Zeit bekannten sich etwa 200.000 Japaner zum Christentum.1592 wurde er Mitarbeiter des Provinzialsuperiors Pater Pedro Gomez in Osaka und hatte mit seiner Glaubensverkündigung Erfolg. Vermutlich wurde er in Ermangelung eines Bischofs nicht zum Priester geweiht. 1596 verschärfte der Reichseiniger Toyotomi Hideyoshi seinen ausländerfeindlichen Kurs und ließ Missionare verhaften, die ihm als Speerspitze einer feindlichen Eroberung galten. Am 9. Dezember 1596 traf es die Niederlassung in Osaka. Paul Miki wurde als Japaner fortgejagt, doch er beharrte auf seine Zugehörigkeit zu den Jesuiten. In Kyoto wurden Miki und weitere Jesuiten, Franziskaner sowie Laien zum Tod verurteilt, am linken Ohr verstümmelt und in einem wochenlangen Marsch nach Nagasaki geführt. Am 5. Februar 1597 konnte Miki noch seine ewigen Gelübde ablegen. Dann wurden alle auf dem Tateyama-Hügel auf japanische Art gekreuzigt: Hände und Hals mit Eisenklammern befestigt, die Beine gespreizt, den Brustkorb auf jeder Seite von der untersten Rippe bis zur Schulter von einer Lanze durchstoßen. Verehrung: Paul Miki und seine Gefährten wurden 1627 selig- und 1862 heiliggesprochen, nachdem das katholische Bekenntnis in Japan wieder zugelassen worden war. 1864 wurde den 26 heiligen Märtyrern Japans in Nagasaki eine Basilika errichtet. Mitpatron: von Japan Weitere Heilige des Tages:
Dorothea, Märtyrin
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Xenia, Pilgerin
Dorothea, Märtyrin
Maria Theresia Bonzel, Ordensgründerin
Xenia, Pilgerin
Lebensdaten: geboren am 26. September 1897 in Concesio bei Brescia, gestorben am 6. August 1978 in Castel Gandolfo Lebensgeschichte: Giovanni Battista Enrico Antonio Maria Montini, genannt Giambattista, war der zweite von drei Söhnen eines Anwalts, katholischen Zeitungsverlegers und Abgeordneten sowie einer landadeligen Mutter. Er ging in Brescia unter anderem bei den Jesuiten der Stadt zur Schule, seiner schwachen Gesundheit wegen allerdings immer als Externer, und trat 1916 ins Priesterseminar ein. 1920 zum Priester geweiht, zog er zum Weiterstudium des Kirchen- und bürgerlichen Rechts nach Rom und vollendete seine Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie. Ab 1923 zur Mitarbeit im Vatikanischen Staatssekretariat herangezogen, stieg er zu einem engen Mitarbeiter des Kardinalstaatssekretärs Eugenio Pacelli und späteren Papstes Pius XII. auf. Als dieser ihn 1954 zum Erzbischof von Mailand ernannte, munkelten einige, Montini wäre damit aus der Kurie entfernt worden, dabei war ganz das Gegenteil der Fall: Mailand war eines der wichtigsten Bistümer, Industriehauptstadt und einer der kulturellen Mittelpunkte Italiens: genau der Schnittpunkt für den Einfluss, den der Papst der Kirche in der Gesellschaft der Nachkriegszeit sichern wollte. Montini bewährte sich durch öffentliche Präsenz im gesellschaftlichen und kulturellen Leben, zahllose Vorträge, Förderung des Laienapostolats und Annäherung an die Arbeiterschaft. Papst Johannes XXIII., mit dem er befreundet war, verlieh ihm 1958 das mit dem Erzbistum Mailand traditionell verbundene Kardinalsbirett und entsandte ihn verschiedentlich als seinen Vertreter ins Ausland. Montini, der als eine der progressivsten Kirchenspitzen galt, gehörte der entscheidenden Vorbereitungskommission des Zweiten Vatikanischen Konzils an und setzte es, nachdem er am 21. Juni 1963 selbst zum Papst gewählt worden war, als Papst Paul VI. entschlossen fort. Er war immens gebildet und von tiefer Spiritualität, wirkte aber seiner natürlichen Reserviertheit wegen etwas farblos, obwohl er als erster Papst die Welt bereiste und durch aufsehenerregende Besuche Brücken zur Orthodoxie und zum Judentum baute sowie recht spektakuläre Zeichen wie den Verzicht auf die Tiara und die Abschaffung des Index der verbotenen Bücher setzte. Während er sich für eine Zusammenarbeit von Kirche und Welt am Gemeinwohl einsetzte, wurde er in diesen Umbruchszeiten verschiedentlich angegriffen. Mit seinem Namen sind die umfassende Reform der Liturgie und des kirchlichen Lebens verbunden sowie die Enzyklika Humanae vitae über die Weitergabe des menschlichen Lebens, die ihm 1968 traurige Berühmtheit einbrachte – bei denen, die sie nicht gelesen haben. Weil er in seinem päpstlichen Amt die traditionelle Lehre und die kirchliche Disziplin betonte, dabei aber nach den Weisungen des Konzils die Öffnung der Kirche zur Welt betrieb und damit ihren säkularisierten Zustand akzeptierte, war er für viele seiner Zeitgenossen schwer zu fassen. Papst Paul VI. gab sich keinen Illusionen hin. Er soll gesagt haben, die Kirche habe den Frühling gesät, gekommen sei aber der Sturm. Verehrung: Paul VI. wurde nach seinem Tod in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo in den Vatikanischen Grotten unterhalb des Petersdoms in einem Erdgrab bestattet. Das 1993 eröffnete Seligsprechungsverfahren kam 2014 unter Papst Franziskus zum Abschluss. Nach der Anerkennung eines weiteren Wunders auf seine Fürsprache sprach Franziskus ihn am 14. Oktober 2018 heilig. Sein Gedenktag, der 29. Mai, ist der Tag seiner Priesterweihe. Weitere Heilige des Tages:
Bona von Pisa, Mystikerin
Maximin, Bischof
Ursula Ledóchowska, Ordensgründerin
Bona von Pisa, Mystikerin
Maximin, Bischof
Ursula Ledóchowska, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 3. Januar 1694 in Ovada (Piemont), gestorben am 18. Oktober 1775 in Rom Lebensgeschichte: Der Kaufmannssohn Paolo Francesco Danei erhielt etwas Schulbildung in der Obhut eines Priesters und zeigte als Jugendlicher viel Interesse am Gebet und am kirchlichen Leben. Er betrachtete lange das Leiden (die Passion) Christi, verbrachte viel Zeit in Anbetung vor dem Allerheiligsten und erlebte 1713 ein „Eingreifen der Gnade“, das ihn auf eine vorteilhafte Heirat und ein angebotenes Erbe verzichten ließ. 1720 hatte er die Eingebung, die künftige Missionsgemeinschaft der Passionisten zu gründen, und bereits klare Vorstellungen vom Ordensgewand samt dem Leidensemblem Christi, mit dem er sich im gleichen Jahr vom Bischof von Alessandria bekleiden ließ. Er zog sich als Einsiedler in eine Kirchenzelle zurück und verfasste den Grundstock einer Ordensregel, die der Bischof auch guthieß. Der Versuch aber, die Anerkennung auch in Rom zu erhalten, scheiterte daran, dass ihn Papst Innozenz XIII. gar nicht erst empfing. Paolo zog sich in eine Einsiedelei auf dem Monte Argentario an der Toskanischen Mittelmeerküste zurück, wo sein Bruder Giambattista zu ihm stieß. 1722 lud sie der Bischof von Gaeta ein, sich am Heiligtum der Madonna della Catena niederzulassen, von wo sie auf Einladung des Bischofs von Foggia nach Troia umzogen. Dieser Bischof mit Namen Emilio Cavalieri half bei der Verbesserung der Ordensregel und vermittelte eine Audienz bei Papst Benedikt XIII., der den Gebrüdern Danei die Aufnahme von Ordensmitgliedern erlaubte und sie beide 1727 im Petersdom zu Priestern weihte. 1741 als Ordensgemeinschaft anerkannt, wählten die Passionisten ihren Gründer, der bei Ablegung seiner Gelübde den Ordensnamen Paul vom Kreuz angenommen hatte, gegen seinen Willen zum Ordensgeneral und verlegten ihr Generalat nach Rom ins Kloster SS. Giovanni e Paolo. 1771 entstand der weibliche Ordenszweig. Über 200 Briefe sind von Paul vom Kreuz überliefert, dazu zahlreiche geistliche Schriften sowie seine Ordensregeln. Verehrung: Pauls Gebeine ruhen in einer Kapelle der Basilika dei Santi Giovanni e Paolo in Rom. 1867 heiliggesprochen, gilt er als der größte Mystiker des 18. Jahrhunderts. Darstellung: im Ordensgewand mit Buch, Kreuz, Rosenkranz, Totenkopf oder Leidenswerkzeugen Patron: der Passionisten Weitere Heilige des Tages:
Jean de Brébeuf, Isaak Jogues und Gefährten, Ordenspriester, Märtyrer
Laura von Córdoba, Äbtissin
Jean de Brébeuf, Isaak Jogues und Gefährten, Ordenspriester, Märtyrer
Laura von Córdoba, Äbtissin
Lebensdaten: geboren am 3. Juni 1817 in Minden, gestorben am 30. April 1881 in Paderborn Lebensgeschichte: Pauline war die Tochter eines westfälischen Landadligen und hohen preußischen Beamten, dessen Karriere vom Engagement seiner katholischen Tochter ruiniert wurde. Unter dem Einfluss ihrer Lehrerin Luise Hensel, zu deren Schülerinnen zwei weitere Ordensgründerinnen zählten, verschrieb sie ihr Leben der Religion und dem Beistand notleidender Menschen. 1840 gründete sie in Paderborn eine Tagesstätte für Kinder erkrankter Mütter. Nachdem sie auch blinde Mädchen in das Heim aufgenommen hatte, entstand 1847 eine Blindenanstalt. Als sie nach dem Tod des Vaters – ihre Mutter war bereits 1834 verstorben – in einen Orden eintreten wollte, sich aber keiner bereitfand, auch die Anstalt mit zu übernehmen, gründete sie 1849 die Kongregation der Schwestern der Christlichen Liebe. Sie wandte sich vermehrt auch der Erziehung zu und setzte sich besonders für die Mädchenbildung ein. Mit den Jahren breitete sich die Gemeinschaft mit Waisenhäusern, Volksschulen, Handarbeitsschulen und Höheren Töchterschulen sowie anderen karitativen Einrichtungen bis nach Belgien, den USA, Chile und Böhmen aus. Als während des Kulturkampfes sämtliche Orden und Kongregationen auf preußischem Staatsgebiet verboten wurden, verlor der Orden dort alle seine Niederlassungen. Das Mutterhaus wurde von Paderborn ins belgische St. Guibert verlegt, wohin sich auch der Paderborner Bischof Konrad Martin flüchtete. Erst 1880 konnte das Haus in Paderborn wieder bezogen werden. Dort starb Pauline im Alter von 63 Jahren an einer Lungenentzündung. Sie wurde auf dem Schwesternfriedhof der St. Konraduskapelle bestattet. Verehrung: Am 14. April 1985 wurde Pauline von Mallinckrodt von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Ihre Reliquien ruhen zum Teil in der Bielefelder Heilig-Geist-Kirche. Ausspruch der sel. Pauline: „Mit Ruhe, Mut und richtiger Überlegung kommt man weit unter Gottes Schutz.“ Weitere Heilige des Tages:
Pius V., Papst
Quirinus von Rom, Märtyrer
Rudolf der Schweiger, Ordenspriester, Mönch
Pius V., Papst
Quirinus von Rom, Märtyrer
Rudolf der Schweiger, Ordenspriester, Mönch
Lebensdaten: geboren um 352 bei Bordeaux, gestorben am 22. Juni 431 in Nola bei Neapel Lebensgeschichte: Pontius Meropius Anicius Paulinus war aus senatorischem Geschlecht mit ausgedehnten Besitzungen in Aquitanien, Katalonien und Kampanien. Sein Lehrer in Burdigala, dem heutigen Bordeaux, war der Rhetor, Dichter und spätere Kaisererzieher Ausonius, dessen Aufstieg zu konsularischen Ehren Paulinus wohl auch die eigene Karriere verdankte: 377 ernannte ihn Kaiser Gratian zum Vizekonsul und Statthalter der Provinz Kampanien mit Sitz in Nola. Dort baute er die Straße für die Wallfahrer zum Grab des Märtyrerbischofs Felix aus und errichtete ein Pilgerhospiz beim Heiligtum von Cimitile. 383 endete seine Karriere mit der Ermordung Gratians. Paulinus kehrte über Mailand, wo er Bischof Ambrosius begegnete, nach Bordeaux zurück, wo er sich mit der katalanischen adligen Christin Therasia vermählte und von Bischof Delphinus die Taufe empfing. Sein väterlicher Freund Ausonius bezichtigte ihn deswegen des „Verrats“, und Paulinus wurde des Brudermords angeklagt – vielleicht, um in Besitz seines Vermögens zu kommen. Die Eheleute zogen sich zuerst über die Pyrenäen und nach dem Tod ihres Kindes gänzlich aus der Welt zurück und führten ein Leben nach monastischem Modell. Paulinus hatte die poetischen Ideale Ausonius’ ganz und gar nicht verraten, sondern nahm mit seinen Carmina (Liedern) ein umfangreiches dichterisches Werk unter christlichen Vorzeichen in Angriff. Daneben unterhielt er einen umfangreichen Briefwechsel mit Martin von Tours, Hieronymus, Ambrosius, Augustinus, Sulpicius Severus und vielen anderen Persönlichkeiten. Am Weihnachtstag 394 weihte ihn Bischof Lampius von Barcelona zum Priester – der Anekdote nach wie Augustinus eher widerstrebend und von einer Menschenmenge zu diesem Amt gedrängt. 395 zog Paulinus mit seiner Frau nach Nola, wo seine Bekehrung begonnen hatte, und verfasste fortan jedes Jahr ein Gedicht zu Ehren des heiligen Felix. Einen Großteil seines Vermögens widmete er der Erweiterung und Ausgestaltung des Heiligtums seines Schutzpatrons. Bald nach dem Tod seiner Frau um das Jahr 410 wählten ihn die Nolaner zu ihrem Bischof, für die er bis zu seinem Tod im Jahre 431 segensreich wirkte. Verehrung und Brauchtum: Die Reliquien Paulinus’, der mit Prudentius als größter christlicher Dichter der Spätantike gilt, wurden im Zuge von Auseinandersetzungen mit Byzanz im 8. Jahrhundert nach Rom verbracht und ruhten seit dem 11. Jahrhundert in der Basilika di San Bartolomeo all’Isola, wo sie als die des heiligen Bartholomäus galten. 1909 wurden sie dem neuerbauten Dom von Nola zurückgegeben. In Nola und in Brooklyn, wo viele Auswandererfamilien aus Kampanien leben, finden zu seinem Gedenktag achttägige „Feste der Lilien“ mit haushohen Pappmaché-Statuen der Berufsgruppen statt. Darstellung: als Bischof, mit Glocken, die er der Legende nach dem christlichen Gebrauch zugeführt haben soll Patron: der Glockengießer und Glöckner, Mitpatron von Nola und der Diözese und der Stadt Senigallia Weitere Heilige des Tages:
John Fisher, Bischof, Märtyrer
Albin von Rom, Märtyrer
Thomas Morus, Märtyrer
John Fisher, Bischof, Märtyrer
Albin von Rom, Märtyrer
Thomas Morus, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 300 in Aquitanien (Südwestfrankreich), gestorben um 358 in Phrygien (heutige Westtürkei) Lebensgeschichte: Paulinus entstammte gallo-römischem Adel und wurde an der Kathedralschule von Poitiers ausgebildet. Als Maximin, der Bruder des Bischofs von Poitiers, nach der kaiserlichen Residenzstadt Trier reiste, um dort das Bischofsamt anzutreten, begleitete er ihn. Von Maximin empfing er auch die Priesterweihe. In Trier lernte Paulinus Athanasius kennen, der im Zuge der christologischen Auseinandersetzungen mit dem Arianismus zweimal von Alexandrien dorthin exiliert war. 346 folgte Paulinus dem verstorbenen Maximin ins Bischofsamt nach. Als Kaiser Constantius II. im Jahr 353 eine Provinzialsynode nach Arles einberief, um den rechtgläubigen Athanasius zu verurteilen und als Bischof von Alexandrien abzusetzen – Athanasius hatte die Kirchenpolitik des Kaisers kritisiert und war somit als Anhänger des Usurpators Magnentius verdächtig –, verweigerte einzig Paulinus seine Unterschrift unter ein vorbereitetes Dokument und ging sehenden Auges in die Verbannung, die der Kaiser für diesen Fall angedroht hatte . Paulinus wurde sofort nach Phrygien verbannt. Ihm half es nicht, dass zwei Jahre später etliche Bischöfe auf dem ebenfalls kaiserlich einberufenen Konzil von Mailand seinem Beispiel folgten und ihre Unterschrift verweigerten. Er starb 358 nach insgesamt fünfjährigem Exil. Verehrung: Nachdem 381 das Erste Konzil von Konstantinopel die arianische Kontroverse um die wahre Gottheit und wahre Menschheit Jesu Christi endgültig überwunden hatte, wurde Paulinus rehabilitiert, seine Gebeine geborgen und von seinem Nachfolger Felix an einem 31. August vor 399 feierlich in Trier bestattet. Über seinem Grab, in dem der Originalsarg aus Zedernholz noch teilweise erhalten ist, erhebt sich die Kirche St. Paulin. Darstellung: als Bischof mit Buch bzw. nizänischem Credo, mit Taube Weitere Heilige des Tages:
Joseph von Arimathäa, Freund Jesu
Marcello Candia, Wohltäter
Raimund Nonnatus, Ordenspriester
Joseph von Arimathäa, Freund Jesu
Marcello Candia, Wohltäter
Raimund Nonnatus, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren am 20. Juli 1369 in Ligny-en-Barrois, gestorben am 2. Juli 1387 in Villeneuve-lès-Avignon Lebensgeschichte: Pierre war der Sohn des Grafen von Luxemburg und über seine Mutter ein Vetter des französischen Königs Karl VI. des Wahnsinnigen. Er wurde an der Domschule und am Collège de Navarre in Paris ausgebildet, musste aber 1380 sein Studium neun Monate lang als Geisel für seinen älteren Bruder Valéran in Calais unterbrechen – Frankreich befand sich ja im Hundertjährigen Krieg gegen die Engländer. 1384 ernannte ihn Gegenpapst Clemens VII. aufgrund der Erbrechte seiner Familie zum Bischof von Metz und machte ihn zum römischen Kardinaldiakon. Peter zog nach Empfang der Diakonenweihe auf einem Esel in sein Bistum ein, wie es seiner Bescheidenheit und dem Bewusstsein entsprach, mit gerade einmal 15 Jahren denkbar ungeeignet für dieses Amt zu sein. Tatsächlich revoltierte die Bürgerschaft gegen seine Bestellung, zumal Kaiser Wenzel IV., der Papst Urban VI. unterstützte, einen Gegenkandidaten aufgestellt hatte. Selbst der robuste Militäreinsatz seines Bruders Valéran konnte nicht verhindern, dass Peter sich zurückzog, die Verwaltung der Diözese dem Straßburger Bischof übertrug und einer Einladung von Clemens VII. nach Avignon folgte, wo die Päpste seit 1309 residierten. 1386 zum Kardinal erhoben, konnte sich Peter mit dem luxuriösen Leben am Hof von Avignon nicht anfreunden. Er übersiedelte ins benachbarte Villeneuve, wo er fastete und sich Bußübungen unterwarf, die seine Gesundheit ruinierten. Gleichzeitig rief das Bild des asketischen, almosenverteilenden Kardinals, dem Christus in ekstatischen Visionen erschien, die Verehrung der Menschen hervor. Als er am 2. Juli 1387 starb und nach seinem Willen im Armengrab von Avignon beerdigt wurde, kam es zu tumultartigen Szenen und hundertfach berichteten Wundern. Verehrung/Brauchtum: Über Peters Grab wurde bereits 1389 eine Kapelle und bald ein Kloster für die Betreuung der Pilger zu seinem „Heiligen Leib“ errichtet. 1432 wählte ihn Avignon zum Stadtpatron und ehrte ihn bis Ende des 18. Jahrhunderts mit einem Feiertag und einer großen Prozession. Infolge seiner Rolle im Großen Abendländischen Schisma wurde Peter erst 1527 selig-, aber nie heiliggesprochen. Nach der Französischen Revolution kamen seine Reliquien in die Kirche St. Didier in Avignon. Darstellung: als jugendlicher Kardinal mit Mitra, manchmal mit Tonsur, Nimbus oder dem Wappen von Luxemburg Patron: von Avignon und Châteauneuf-du-Pape Weitere Heilige und Fest des Tages:
Bernardino Realino, Ordenspriester
Jacob Friedrich Bussereau, Priester, Gründer
Mariä Heimsuchung
Bernardino Realino, Ordenspriester
Jacob Friedrich Bussereau, Priester, Gründer
Mariä Heimsuchung
Lebensdaten: geboren am 8. Mai 1521 in Nimwegen, gestorben am 21. Dezember 1597 in Fribourg Lebensgeschichte: Pieter Kanjis war der Sohn des Bürgermeisters der Freien Reichsstadt Nimwegen und studierte Philosophie und Theologie in Köln, wo er unter dem Einfluss mystischer Literatur eine tiefe Bekehrung erfuhr. In Mainz traf er auf den Jesuiten Peter Faber und trat 1543 als erster Deutscher in die Gesellschaft Jesu ein. Noch vor seiner Priesterweihe 1546 entsandte ihn der Kölner Klerus zum Kaiser, um die Absetzung des protestantisch gewordenen Erzbischofs zu erreichen. 1547 nahm er kurze Zeit am Trienter Konzil teil, das in Bologna tagte, wirkte ein Jahr als Professor in Messina und wurde nach Ablegung seiner feierlichen Gelübde 1549 nach Deutschland zurückgeschickt, um die Gegenreformation zu organisieren. Mit kirchlicher Sendung und politischer Unterstützung baute er durch die Gründung zahlreicher Jesuitenkollegien den Orden in Süddeutschland und Österreich auf. Er nahm als Rektor der bayerischen Landesuniversität Ingolstadt Einfluss auf den theologischen Nachwuchs, war Domprediger und Bistumsadministrator in Wien, wirkte fast zehn Jahre als Domprediger in Augsburg und war von 1571 bis 1577 Hofprediger in Innsbruck. Zugleich reiste er unermüdlich in kirchlichen wie politischen Angelegenheiten, machte die deutschen Bischöfe mit den Beschlüssen des Trienter Konzils bekannt und entfaltete eine breit angelegte seelsorgerische Tätigkeit. Von ihm sind 12.000 Predigtentwürfe erhalten, er war ein gefragter Beichtvater und verfasste drei Katechismen für verschiedene Altersstufen und Bildungsschichten, die in Übersetzungen in ganz Europa Verbreitung fanden und noch bis zum 20. Jahrhundert in Gebrauch waren. 1580 wurde er ins schweizerische Fribourg gesandt, um ein weiteres Jesuitenkolleg zu gründen. Dort widmete er sich weiterhin der Glaubensunterweisung durch Predigt und Katechese, verfasste weitere Bücher und blieb durch seine umfassende Korrespondenz als kirchlicher und politischer Berater tätig. 1591 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er sich nicht wieder ganz erholte. Er starb am 21. Dezember 1597. Verehrung: Petrus Canisius wurde zunächst unter dem Hochaltar der Jesuitenkirche St. Michael in Fribourg bestattet, heute liegen seine Gebeine in einer eigenen Kapelle neben der Kirche. 1864 seliggesprochen, wurde er 1897 mit dem Ehrentitel „zweiter Apostel Deutschlands“ nach dem heiligen Bonifatius ausgezeichnet. 1925 wurde er von Papst Pius XI. zeitgleich zum Kirchenlehrer ernannt und heiliggesprochen. Darstellung: im Jesuitengewand mit Totenschädel, Kreuz, Katechismus und Feder, manchmal auch mit dem IHS-Monogramm Weitere Heilige des Tages:
Nicola Roland, Kanoniker
Zita, Wohltäterin
Nicola Roland, Kanoniker
Zita, Wohltäterin
Lebensdaten: geboren um 380 in Forum Cornelii, heute Imola (Bologna), gestorben am 31. Juli 450 ebendort Lebensgeschichte: Petrus wurde von Bischof Cornelius von Imola erzogen, im Sinne der klassischen Antike ausgebildet und als Diakon in den Klerus aufgenommen. Nach dem eher legendär gehaltenen Liber Pontificalis Ecclesiæ Ravennatis wurde er 433 von Papst Sixtus III., dem er in einer Vision erschienen war, zum Bischof von Ravenna geweiht. Als auf Wunsch Kaiser Valentinians III. und dessen Mutter Galla Placidia diese Residenzstadt zur Metropolitankirche erhoben wurde, geriet Petrus zum einflussreichen Bischof mit engen Beziehungen sowohl zum Kaiserhaus als auch zu Papst Leo I. dem Großen. Davon zeugen sein von der Kaiserinmutter angebrachtes Bildnis inmitten der Herrscherporträts in der Kirche San Giovanni Evangelista, was der Bischof mit Lobeshymnen der „Augusta“ quittierte, sowie die Appellation Eutyches’ an ihn im Streit um den Monophysitismus – die irrige Annahme, Jesus Christus hätte statt einer menschlichen und einer göttlichen Natur nur eine göttliche gehabt. Petrus wies Eutyches in einem an sich versöhnlichen Brief an, sich in Sachen der Glaubenslehre vor allem dem Bischof von Rom zu unterwerfen. Petrus, von dem es heißt, dass ihn die Bevölkerung und der Klerus von Ravenna zuerst ablehnten, gewann seine Zuhörer durch rhetorisch geschliffene, dabei volkstümlich gehaltene und vor allem kurze Predigten, von denen fast 180 erhalten sind. Neben Auslegungen der Heiligen Schrift enthalten sie Katechesen für Taufbewerber und erlauben Einblicke in den Aufbau einer christlichen Gemeinde in der Spätantike. Auf Petrus geht ebenfalls die Transformation der Hafenstadt Classe in ein Kirchenzentrum mit zahlreichen Bauten zurück, von denen jedoch nur noch die später errrichtete Kirche Sant’Apollinare in Classe mit ihren berühmten Mosaiken steht. Er starb in seinem Heimatort, dem heutigen Imola, wohin er zu einem Kirchenbau Reliquien gebracht hatte. Verehrung: Petrus ruht in der Kathedralbasilika San Cassiano Martire in Imola. Den Beinamen „Chrysologus – Goldredner“ erhielt er im 9. Jahrhundert durch seinen Biographen Agnellus von Ravenna, vermutlich, um ein westkirchliches Gegenstück zum byzantinischen Kirchenlehrer Johannes Chrysostomus („Goldmund“, † 407) zu schaffen. 1729 wurde Petrus von Papst Benedikt XIII. zum Kirchenlehrer erhoben. 1969 wurde sein Gedenktag vom 2. Dezember auf den Vorabend seines wahrscheinlichen Todestages am 31. Juli verlegt. Darstellung: mit Bischofsstab oder beim Studium der Heiligen Schrift Patron: gegen Fieber und Tollwut Weitere Heilige des Tages:
Ingeborg, Dulderin
Leopold Mandić von Castelnuovo, Ordenspriester, Mystiker
Wiltrud von Hohenwart, Äbtissin
Ingeborg, Dulderin
Leopold Mandić von Castelnuovo, Ordenspriester, Mystiker
Wiltrud von Hohenwart, Äbtissin