Heilige
Lebensdaten: geboren um 70, gestorben am 23. Februar 155/22. Februar 156 oder 167 in Smyrna, heute Ízmir (Türkei) Lebensgeschichte: Polykarp diente Christus seit 86 Jahren, bekannte er bei seinem Martyrium, was sich auf sein Alter oder auf die Zeit ab seiner Taufe beziehen kann. Er stammte aus bereits christlicher Familie und war laut Irenäus von Lyon ein Schüler des heiligen Johannes und weiterer Apostel. Als Ignatius von Antiochien 107 auf seiner Todesreise nach Rom in Smyrna weilt, ist Polykarp dort bereits als Bischof eingesetzt. Mittels bedeutender Briefe, von denen nur einer erhalten ist, schreitet er energisch gegen die vielen grassierenden Irrlehren ein – interessanterweise trotz Unkenntnis des Alten Testaments auch gegen Markion, der den älteren Teil der Bibel verwarf. Um 154 besucht er Bischof Anicet in Rom, um im Auftrag der Kirchen von Kleinasien den vom ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond abweichenden Osterfesttermin am 14. Nisan im jüdischen Kalender zu diskutieren, an dem auch der Apostel Johannes offenbar festgehalten hatte. Trotz bestehender Differenzen kommunizieren sie gemeinsam und scheiden im Frieden voneinander. In Rom soll Polykarp auch zahlreiche Anhänger von Irrlehren zum rechten Glauben bekehrt haben. Polykarps Märtyrerakten sind die ältesten, die erhalten sind. Als in Smyrna eine Christenverfolgung ausbrach, wurde der Bischof verhaftet und vom Prokonsul Statius Quadratus aufgefordert, dem Glauben abzuschwören – vergebens. Der greise Polykarp wurde zur Volksbelustigung ins Stadion geführt und vom johlenden Pöbel auf den Scheiterhaufen geschafft. Weil ihm die Flammen jedoch nichts anhaben konnten, wurde er darauf erdolcht. Verehrung: Die Christen von Smyrna sammelten seine sterblichen Überreste auf, bestatteten sie und begingen fortan jährlich seinen Todestag als „Geburtstag zum Himmel“. Dann verlieren sich seine Spuren. Reliquien des heiligen Polykarp von Smyrna befinden sich unter anderem in der römischen Kirche Sant’Ambrogio della Massima, der Klosterkirche der Benediktinerkongregation von Subiaco. Darstellung: als Greis erdolcht auf dem Scheiterhaufen Patron: gegen Ohrenleiden Weitere Heilige des Tages:
Otto von Cappenberg, Prior
Romana, Einsiedlerin
Willigis, Bischof
Otto von Cappenberg, Prior
Romana, Einsiedlerin
Willigis, Bischof
Lebensdaten: geboren vielleicht in Rom, gestorben 235 auf Sardinien Lebensgeschichte: Pontianus soll gebürtiger Römer gewesen sein und wurde am 21. Juli 230 zum Bischof von Rom gewählt. Dass sein Vater dem Liber Pontificalis zufolge Calpurnius geheißen hätte, ist wegen der Bedeutung der römischen Familie der Calpurnier zum mindesten unwahrscheinlich. Ebenso falsch ist die völlig anachronistische Annahme, auf Pontianus gingen die Einführung des Confiteor (Schuldbekenntnis) sowie die Formel „Dominus vobiscum – Der Herr sei mit euch“ in der heiligen Messe zurück. Gesichert ist dagegen, dass Pontianus 231 auf einer römischen Synode die Verurteilung des bedeutenden Theologen Origenes durch Patriarch Demetrios von Alexandrien bestätigen ließ. Von seinen Vorgängern Calixt und Urban hatte Pontianus das Schisma mit dem römischen Gegenbischof Hippolyt als Anführer einer in der Bußpraxis strengeren Partei geerbt. Dieser Kirchenspaltung machte die Christenverfolgung ein Ende, die 235 unter Kaiser Maximinus Thrax ausbrach. In ihrem Verlauf wurden sowohl Pontianus als auch Hippolyt zur Zwangsarbeit in den sardischen Steinbrüchen oder Salzbergwerken verurteilt. Diese „damnatio ad metallas“ war ein sicheres Todesurteil. Nach übereinstimmender Auffassung versöhnten sich Bischof und Gegenbischof im Bergwerk. Pontianus verzichtete am 28. September 235 zugunsten eines beiderseitigen Nachfolgers auf sein Bischofsamt, was das erste genau dokumentierte Datum der Papstgeschichte darstellt, und starb an Malaria oder an den Strapazen in den Minen. Der Legende nach wurde er in der Verbannung auf Geheiß des Kaisers zu Tode geprügelt. Verehrung: Unter seinem zweiten Nachfolger Fabian wurde Pontianus gemeinsam mit Hippolyt nach Rom überführt. Pontianus wurde am 13. August 236 oder 237 in der „Krypta der Päpste“ der Calixtus-Katakombe beigesetzt. Teile seiner Grabplatte wurden 1909 wiederentdeckt. Seine mutmaßlichen sterblichen Überreste liegen seit 820 in der Kirche Santa Prassede. Reliquien werden auch in Trani (Apulien) und in Toscanella bei Orvieto verehrt. Darstellung: bei seinem legendenhaft ausgeschmückten Martyrium Patron: von Carbonia auf Sardinien Weitere Heilige des Tages:
Gertrud von Altenberg, Mystikerin
Hippolyt, Priester, Märtyrer
Jan Berchmans, Ordensmann
Maximus der Bekenner, Kirchenvater, Märtyrer
Gertrud von Altenberg, Mystikerin
Hippolyt, Priester, Märtyrer
Jan Berchmans, Ordensmann
Maximus der Bekenner, Kirchenvater, Märtyrer
Lebensdaten: gestorben 64 Geschichte: In der Nacht zum 19. Juli 64 brach in Rom ein verheerendes Feuer aus, das große Teile der Stadt zerstörte und tausende Todesopfer forderte. Weil die Gerüchte nicht verstummten, Kaiser Nero hätte selber das Feuer legen lassen, lenkte dieser den Verdacht auf die in Rom verhasste Sekte der Christen. Die römischen Bürger unter ihnen wurden enthauptet. Diejenigen ohne Bürgerrecht wurden in Tierhäute eingenäht und im Zirkus wilden Tieren vorgeworfen oder an ein Kreuz gebunden, mit einer pechgetränkten Tunika bekleidet und bei Einbruch der Dämmerung angezündet. Dieses grausige Schauspiel fand in Neros eigener Parkanlage und in seinem Privatzirkus auf dem Vatikanhügel statt. Bei dieser ersten Christenverfolgung durch römische Kaiser verloren etwa 300 Gläubige ihr Leben. Verehrung: Die Kalenderreform von 1969 legte diesen gemeinsamen Gedenktag der ersten Märtyrer Roms auf den Tag nach dem Hochfest der heiligen Apostel Petrus und Paulus fest. Im selben Jahr erfolgte die Weihe der ihnen gewidmeten Kirche Santi Protomartiri a Via Aurelia Antica in Rom. Weitere Heilige des Tages:
Adolf von Osnabrück, Bischof
Ernst von Prag, Erzbischof
Otto von Bamberg, Bischof, Glaubensbote
Otto von Riedenburg, Mönch
Adolf von Osnabrück, Bischof
Ernst von Prag, Erzbischof
Otto von Bamberg, Bischof, Glaubensbote
Otto von Riedenburg, Mönch
Lebensdaten: gestorben 125 in Athen Lebensgeschichte: Quadratus war laut der Kirchengeschichte von Eusebius von Caesarea († um 340) und der Biographie von Hieronymus ein Apostelschüler, einer Angabe von Dionysius von Korinth († 171) nach der Nachfolger von Bischof Publius von Athen nach dessen Martyrium. Als Kaiser Hadrian 125 anlässlich der Eleusinischen Spiele in Athen weilte, übergab ihm Quadratus die erste Verteidigungsschrift (Apologie) des Christentums, die bis auf eine kurze Passage verlorengegangen ist. Darin bezeugt Quadratus, dass einige derer, die Christus geheilt oder vom Tod auferweckt habe, noch am Leben seien, wodurch die Werke des Erlösers gegenwärtig blieben. Verschiedentlich wurde gemutmaßt, dass diese Apologie mit dem Diognetbrief identisch sei, wohinein diese Passage gut passen könnte. Der Kaiser soll die Apologie mit Wohlwollen aufgenommen, von den Verfolgungen tatsächlich abgelassen oder wenigstens keine neuen Gesetze gegen die Christen erlassen haben. Kaum war Hadrian aber von Athen wieder abgereist, interpretierten die Christenverfolger dessen Milde als lediglich für den Zeitraum der Spiele geltend und setzten ihre Angriffe fort. Quadratus floh nach Magnesia in Kleinasien, wurde aber gefasst, nach Athen zurückgebracht, gesteinigt und ins Gefängnis geworfen, wo er seinen Verletzungen erlag – der orientalischen Tradition nach wurde er zuletzt enthauptet. Darstellung: beim Schreiben seiner Apologie, bei seinem Martyrium Weitere Heilige des Tages:
Alwin, Mönch
Maria Anna von Jesus, Mystikerin
Philipp Neri, Ordensgründer, Mystiker
Alwin, Mönch
Maria Anna von Jesus, Mystikerin
Philipp Neri, Ordensgründer, Mystiker
Lebensdaten: geboren in Rom, gestorben 287 im heutigen Saint-Quentin (Aisne) Lebensgeschichte und Legende: Quentin oder Quintinius war der Sohn eines römischen Senators namens Zenon und verkündete mit einigen Gefährten, darunter Lucian von Beauvais, den Glauben bei Amiens. Unter der Herrschaft der christenverfolgenden Kaiser Diokletian und Maximian wurde er vom Präfekten Rictiovarus festgenommen, weigerte sich aber, dem Christentum abzuschwören. Darauf wollte ihn der Präfekt nach Reims führen, der Hauptstadt von Gallia Belgica, um Quentin dort richten zu lassen. Doch auf dem Weg, bei Augusta Viromanduorum (heute Vermand), gelang Quentin auf wunderbare Weise die Flucht, und er begann erneut mit seiner Verkündigung. Rictiovarus wurde aber seiner wieder habhaft, ließ ihn mit Nägeln foltern, sodann enthaupten und schließlich in aller Stille von seinen Soldaten in die Sümpfe der Somme werfen. Verehrung: Gregor von Tours überlieferte Quentins Martyrium sowie die wunderbare Auffindung seines unversehrten Leichnams durch die blinde römische Matrone Eusebia, die ihn 55 Jahre nach seinem Tod bestattete und das Augenlicht wiedererlangte, nachdem sie eine Kapelle über seinem Grab errichtet hatte. Aus der Kapelle erwuchs die Basilika von Saint-Quentin. In der Vita des heiligen Bischofs Eligius von Noyon wird aus dem Jahr 641 berichtet, dass die genaue Grablege vergessen worden war und nach mehrtägiger Suche mit Hilfe eines übernatürlichen Lichts wiederentdeckt wurde. Als Quentins Grab geöffnet wurde, erfüllte ein angenehmer „Geruch der Heiligkeit“ die Kirche, die heute eines der größten gotischen Bauwerke Frankreichs ist. Darstellung: als junger Mann mit Nägeln, als Diakon, mit einem gebrochenen Rad, an einen Stuhl gebunden, mit einem Schwert, bei seiner Enthauptung, mit einer Taube an seinem verwundeten Kopf Patron: des Vermandois, der Bombardiere, Kapläne, Lastenträger, Schneider und Chirurgen, Helfer bei Husten, Schnupfen und Ödemen Weitere Heilige des Tages:
Elisabeth von Ungarn, Königstochter, Ordensfrau
Notburga von Köln, Ordensfrau
Wolfgang von Regensburg, Bischof
Elisabeth von Ungarn, Königstochter, Ordensfrau
Notburga von Köln, Ordensfrau
Wolfgang von Regensburg, Bischof
Lebensdaten: gestorben 115 in Rom Lebensgeschichte: Quirinus war der Überlieferung nach ein römischer Tribun und mit der Bewachung von Papst Alexander beauftragt. Doch der heilige Bischof beeindruckte ihn sehr, und nachdem seine Tochter Balbina durch Alexander von einem Halsleiden befreit worden war, ließen beide sich taufen und erlitten als Christen unter Kaiser Hadrian selber das Martyrium. Nach seiner Enthauptung im Jahr 115 wurde Quirinus in den Praetextatus-Katakomben an der Via Appia in Rom bestattet. Verehrung: Quirinus’ Reliquien gelangten an einem 30. April um 1050 als Geschenk Papst Leos IX. an seine Schwester Gepa, der Äbtissin im Kanonissenstift, nach Neuss, wo ihnen zu Ehren im 13. Jahrhundert die Münsterkirche St. Quirinus erbaut wurde. Der Gedenktag dieser Translatio wird bis heute mit einer Reliquienprozession begangen. Darstellung: als Ritter mit neun Kugeln auf dem Wappen als Anspielung auf den Stadtnamen Neuss (von Castrum novaesium – neuntes Lager) Patron: von Neuss, der Pferde, Rinder und Ritter, Helfer bei Bein- und Fußleiden, Gicht, Lähmung, Geschwüren, Hautausschlag, Pest, Ohrenschmerzen, Kropf, Fisteln, Knochenfraß, Pocken und Pferdekrankheiten; mit Antonius, Cornelius und Hubertus einer der Vier Heiligen Marschälle Weitere Heilige des Tages:
Pauline von Mallinckrodt, Ordensgründerin
Pius V., Papst
Rudolf der Schweiger, Ordenspriester, Mönch
Pauline von Mallinckrodt, Ordensgründerin
Pius V., Papst
Rudolf der Schweiger, Ordenspriester, Mönch
Lebensdaten: geboren um 780 in Mainz, gestorben am 4. Februar 856 in Oestrich-Winkel Lebensgeschichte: Raban stammte aus rheinfränkischem Adel und wurde als Oblate im Kloster Fulda erzogen. Nach der Diakonenweihe 801 wurde er noch Schüler Alkuins in Tours – vom Hoftheologen Karls des Großen erhielt er auch den Beinamen Maurus in Anlehnung an den Lieblingsschüler des heiligen Benedikt. Zurück in Fulda, übernahm er den Unterricht an der Klosterschule, wurde 814 Priester und 822 zum Abt gewählt. Unter seiner Leitung und intellektuellen Anziehungskraft entwickelte sich das Kloster Fulda zu einem geistlichen, straff verwalteten Zentrum mit 600 Mönchen sowie zu einer bedeutenden Stätte der Wissensvermittlung der kirchlichen und profanen Antike an das frühe Mittelalter. Rabanus selbst stellte auf Grundlage besonders der Kirchenväter Hieronymus, Ambrosius, Augustinus und Gregor den Großen Erklärungen der gesamten Heiligen Schrift zusammen, die noch bis zur beginnenden Neuzeit breite Verwendung fanden. Sein sehr umfangreiches und vielseitiges Schrifttum umfasst neben theologisch-kirchlichen Büchern für die Ausbildung des Klerus noch enzyklopädische, grammatische und mathematische Werke. Sein frühestes und eigenständigstes Werk, das Figurengedicht „Lob des heiligen Kreuzes“, war bis zur Humanistenzeit beliebt. Ihm wird der Pfingsthymnus „Veni, creator Spiritus – Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“ (Gotteslob 341/42) zugeschrieben. Raban war ein Anhänger der Reichseinheit, weswegen er 842, nachdem Ludwig der Deutsche die Reichsteilung erzwungen hatte, als Abt resignierte und sich auf den Petersberg bei Fulda zurückzog. Doch Ludwig suchte ihn persönlich auf und berief den dann 67jährigen Gelehrten zum Erzbischof von Mainz. Unter seiner Leitung fanden drei größere Synoden statt, darunter die im Jahr 848 mit der Verurteilung seines früheren Oblaten Gottschalk, der eine irrige Vorsehungslehre vertrat. Raban beteiligte sich auch am Abendmahlstreit zwischen Paschasius Radbertus und Ratramnus von Corbie. Besonders im Gedächtnis blieb jedoch sein Einsatz während der Hungersnot von 850. Verehrung: Raban wurde in der Grablege der Mainzer Erzbischöfe in St. Alban bestattet. Die Versuche Kardinal Albrechts von Brandenburg, ihn 1540 in die Renaissancestadt Halle zu überführen, endeten in Aschaffenburg, wo sich hernach seine Spuren verlieren. Ab der Neuzeit wurde Rabanus verschiedentlich als „Praeceptor Germaniae – Lehrer Deutschlands“ verehrt. Darstellung: als Bischof, als Abt beim Überreichen seines Werks, mit Spruchband „Veni creator Spiritus“ Weitere Heilige des Tages:
Johanna von Valois, Gründerin
Josef von Leonessa, Missionar
Veronika, Jüngerin
Johanna von Valois, Gründerin
Josef von Leonessa, Missionar
Veronika, Jüngerin
Lebensdaten: geboren um 1270 in Wulfertshausen bei Friedberg, gestorben um 1290 auf Schloss Wellenburg (Augsburg-Bergheim) Lebensgeschichte und Legende: Radegund oder Radiana diente als Viehmagd auf Schloss Wellenburg und widmete sich in ihrer freien Zeit der Pflege der Aussätzigen im Siechenkobel am Fuß des Schlossbergs. Sie wusch sie und brachte ihnen heimlich, was im Schloss an Essen übriggeblieben war. In diesem Zusammenhang wird von einem Verwandlungswunder berichtet: Als sie einmal wieder mit Speisen und Getränken zu den Siechen ging, wurde sie unterwegs befragt, was sie in ihrer Tasche trage, und weil man ihrer Antwort nicht traute, dass sie Seife und Kamm bei sich habe, durchsuchte man ihre Tasche. Darin waren jedoch die Milch zu Lauge und die Butter zu einem Kamm geworden. Auf dem Weg zum Siechenhaus, der vom Schloss durch den Wald führte, wurde Radegund von Wölfen angefallen und fast zerfleischt. Zwei Diener fanden sie und brachten sie ins Schloss zurück, wo sie nach drei Tagen ihren Verletzungen erlag. Der Schlossherr wollte Radegund in seiner Augsburger Familiengruft bestatten lassen, doch auf der Höhe der heutigen Maximilianstraße blieben die Pferde mit ihrem Leichenwagen unerklärlicherweise stehen. Das gläubige Volk wertete das als Ausdruck des Willens Gottes, so dass die Tote auf einen Wagen mit zwei ungezähmten Ochsen gelegt wurde, die von allein den Weg zum Siechenhaus fanden – ein sogenanntes Gespannwunder. Dort begrub man sie und errichtete über ihrem Grab eine Kapelle. Verehrung: Das Radegundiskirchlein stürzte 1810 ein, worauf die Fugger als Schlossherren das Grab Radegunds – und die Wallfahrt zu ihr – nach Waldberg (Bobingen) verlegten. Dort findet alljährlich am vierten Sonntag nach Pfingsten ein Radegundisfest mit Prozession und traditionellem Jahrmarkt statt. Weitere Heilige des Tages:
Antonio Rosmini-Serbati, Priester, Ordensgründer
Ignatius Falzon, Katechet
Theoderich von Reims, Abt
Antonio Rosmini-Serbati, Priester, Ordensgründer
Ignatius Falzon, Katechet
Theoderich von Reims, Abt
Lebensdaten: geboren am 9. April 1911 in Burgos, gestorben am 26. April 1938 in Palencia Lebensgeschichte: Rafael Arturo Alvaro José de la Inmaculada Concepción y San Luis Gonzaga Arnáiz Barón war das älteste von vier Kindern einer gutsituierten, künstlerisch veranlagten und tieffrommen Familie. Er besuchte das Jesuitenkolleg seiner Heimatstadt und trat der Marianischen Kongregation bei, erkrankte jedoch schwer und musste ein ganzes Jahr der Schule fernbleiben. Zum Dank für seine Genesung unternahm sein Vater mit ihm eine Wallfahrt zur Jungfrau vom Pilar in Saragossa. Nach dem Umzug der Familie wechselte Rafael auf das Jesuitenkolleg in Oviedo, wo er mit der Malerei begann und 1929 sein Abitur ablegte. Er nahm in Madrid das Architekturstudium auf und besuchte in seiner Freizeit seinen Onkel mütterlicherseits, Herzog Leopold von Maqueda, durch den er 1930 das Trappistenkloster San Isidro de Dueñas in Palencia kennenlernte. Nach wiederholten Besuchen und Exerzitien im Kloster entschloss sich Rafael zum Ordenseintritt, der Anfang 1934 nach seinem Militärdienst erfolgte. Bruder María Rafael war jedoch dem strengen Klosterleben nicht gewachsen und erkrankte an Diabetes. Weil er deswegen die Ordensregel nicht einhalten konnte, sondern auch nach Hause zu seinen Eltern zurückkehren musste, durfte er die Gelübde nicht ablegen. Er kehrte als Oblate ins Kloster zurück, musste es 1936 für drei Monate wieder verlassen, weil er bis zum Erweis seiner Untauglichkeit im Spanischen Bürgerkrieg diente, und verbrachte fast das ganze Jahr 1937 krank bei seiner Familie. Wieder ins Kloster zurückgekehrt, legte ihm sein Abt am Ostersonntag 1938 symbolisch das schwarze Skapulier und die weiße Kukulle an, das Gewand der Trappisten, in dem Rafael gerne sterben wollte. Kurz nach einem letzten Besuch seines Vaters fiel Rafael ins Koma und verstarb am 26. April im Ruf der Heiligkeit, kaum 27 Jahre alt. Seiner Briefe, Notizen und Tagebuchaufzeichnungen wegen, in denen tiefe, kindliche Gottesliebe und ein unerschütterlicher Wille zur Kreuzesnachfolge aufscheinen, gilt Rafael Arnáiz Barón als Mystiker. Verehrung: Rafael wurde zunächst auf dem Klosterfriedhof begraben, 1965 in ein Grab im Westflügel des Kreuzgangs umgebettet und liegt seit 1972 in einer Kapelle der Abteikirche. Der 1960 eingeleitete Seligsprechungsprozess kam 1992 feierlich zum Abschluss, im Oktober 2009 erfolgte seine Heiligsprechung. Weitere Heilige des Tages:
Helene Leuther, Ordensfrau
Trudpert, Glaubensbote, Einsiedler, Märtyrer
Helene Leuther, Ordensfrau
Trudpert, Glaubensbote, Einsiedler, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1202 bei Lleida, gestorben am 31. August 1240 bei Barcelona Lebensgeschichte: Ramóns Beiname „non natus – nicht geboren“ verweist auf die Umstände seiner Geburt. Sein Vater, Graf Arnau de Cardona, hatte ihn aus dem Leib seiner toten Mutter geschnitten. Anstatt dem Willen seines Vaters zu folgen und an den Hof des Königs von Aragon zu gehen, trat der große Marienverehrer in den erst kurz zuvor gegründeten Mercedarierorden zum Loskauf der Gefangenen ein. Petrus Nolascus kleidete ihn bei der Priesterweihe 1222 persönlich ein. Ab 1224 reiste Raimund ins von Mauren beherrschte Südspanien und nach Nordafrika, wo er Hunderte von christlichen Sklaven freikaufte. Dem vierten Ordensgelübde entsprechend bot er sich den Mauren als Geisel im Tausch an und geriet im heutigen Algerien in monatelange Kerkerhaft. Weil er aber darin nicht nur seinen Mitchristen Trost zusprach, sondern anfing, Berber und Mauren zum Glauben an Jesus Christus zu bekehren, wurden ihm die Lippen durchbohrt und verschlossen. Anstatt ihn zu pfählen, ließen ihn die Mauren jedoch gegen eine hohe Lösegeldzahlung seines Ordens wieder frei. Raimund weigerte sich zunächst, in die Heimat zurückzukehren, weil noch so viele Christen als Sklaven gehalten wurden, fügte sich aber schließlich dem ausdrücklichen Befehl seines Oberen Petrus Nolascus, der ihn als seinen Nachfolger in der Ordensleitung vorgesehen hatte. 1239 nach Barcelona zurückgekehrt, berief ihn Papst Gregor IX. als Ratgeber nach Rom, doch die Reise wurde nach wenigen Stunden abgebrochen, weil Raimund einen Fieberanfall erlitt. Er starb am 31. August 1240 auf dem Burghügel von Cardona unweit von Barcelona. Verehrung: Raimund wurde in der Nikolauskapelle seines Heimatorts Portell bestattet, aus der 1675 das Kloster Sant Ramon de Portell entstand. Gemeinsam mit Petrus Nolascus wurde er 1628 selig- und 1657 heiliggesprochen. Sein Grab wurde im Spanischen Bürgerkrieg zerstört, seine geborgenen Reliquien wurden 2007 entwendet. Patron: der Hebammen und der unschuldig Angeklagten, für eine glückliche Entbindung, gegen Kindbettfieber Darstellung: im weiß-roten Ordenshabit mit Märtyrerpalme oder Monstranz Weitere Heilige des Tages:
Joseph von Arimathäa, Freund Jesu
Marcello Candia, Wohltäter
Paulinus von Trier, Bischof
Joseph von Arimathäa, Freund Jesu
Marcello Candia, Wohltäter
Paulinus von Trier, Bischof