DAS GROSSE WEGSCHMEISSEN
In einem Festgottesdienst zusammen mit Mitgliedern des Bayerischen Bauernverbandes, musikalisch umrahmt von der Stadtkapelle Lauingen, dankten wir Gott für die diesjährige Ernte. Doch der Erntedankaltar im Martinsmünster in diesem Jahr provoziert: Er steht unter dem Motto "DAS GROSSE WEGSCHMEISSEN".
Im Zentrum des Erntedankaltares macht eine WWF-Studie auf das "DAS GROSSE WEGSCHMEISSEN" aufmerksam. So landen über 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln pro Jahr in Deutschland in der Tonne. Dies entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs von 54,5 Millionen Tonnen. Der überwiegende Teil dieser Lebensmittelabfälle wäre bereits heute vermeidbar – insgesamt fast 10 Millionen Tonnen. Das bedeutet: Pro Sekunde landen unnötigerweise 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel im Müll, was vermeidbar wäre - etwa durch verbessertes Management, nachhaltigere Marketingstrategien und veränderte Konsumgewohnheiten.*
Auch Stadtpfarrer Raffaele De Blasi griff diese Thematik in seiner Predigt auf. Der König von Marokko habe einen Fuhrpark, dem 600 Autos angehören. Ein Überfluss, der doch sehr in Frage zu stellen ist. Doch was haben der alawitische Monarch und wir Bürger Deutschlands gemeinsam? Auch wir leben - in Relation zu den meisten Ländern dieser Erde - in einem wahren Überfluss. Viele Lebensmittel werden in unserem Lande durch uns Konsumenten nicht verwertet, sondern ungenutzt in die Mülltonne geschmissen. Der Erntedanktag solle für uns alle Anlass sein, unser je eigenes Konsumverhalten zu überdenken.
* Quelle: WWF-Studie "DAS GROSSE WEGSCHMEISSEN", hier zum Download: