Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess)

31.01.2021 18:07

Am Sonntag trafen sich viele Gläubige und auch die in diesem Jahr zur Kommunion geladenen Kinder in der St. Martin Kirche, um dort gemeinsam das Fest der Darstellung des Herrn (vor der Liturgiereform von 1960 „Mariä Lichtmess“ genannt) zu feiern.

In seinen Begrüßungsworten stellte Stadtpfarrer De Blasi die Wichtigkeit des Lichtes dar. Den Chorraum erfüllte zu Anfang nur das Licht der beiden Weihnachtsbäume, die im heutigen Gottesdienst zum letzten Male brannten. Die Dunkelheit ruft Angst, Unbehagen und Schutzlosigkeit hervor. In Zeiten der Corona Pandemie holt uns die Dunkelheit des Öfteren ein.

Gezeigt wurden Bilder, die die momentane Situation darstellen. Gastwirtschaften mit leeren Stühlen und Bänken, vor der Tür Schilder mit den Angeboten und dem Hinweis: Essen vorbestellen und abholen. Eine leere Geldbörse für die vielen Menschen, die in Kurzarbeit sind oder ihren Job verloren haben. Einkaufsgeschäfte mit satten Rabattaktionen wegen Geschäftsschließung. Gestresste Eltern, die im Home-Office arbeiten oder Schulkinder, die ihre Schularbeiten per Home-Schooling verrichten. Ärzte und Pfleger, die in dieser Zeit den schwer erkrankten Menschen beistehen und am Ende ein Bild das an die vielen Toten erinnert, die an den Folgen der Corona Pandemie verstorben sind.

Im Lukasevangelium hörten wir von dem Gesetz der von Mose vorgeschriebenen Reinigung. Die Eltern Josef und Maria brachten Jesus nach Jerusalem in den Tempel, um das Kind dem Herrn zu weihen. Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn geweiht werden und das Gesetz schrieb vor, als Opfer ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben darzubringen.

Ein frommer und gerechter Mann Namens Simeon lebte damals in Jerusalem und wartete auf die Rettung Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. Vom Heiligen Geist wurde ihm offenbart, dass er den Tod nicht schauen werde, ehe er den Messias gesehen habe. Jetzt wurde Simeon in den Tempel geführt. Als die Eltern Jesus in den Tempel brachten, nahm Simeon Jesus in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast. Ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk.

Jesus, der Erlöser ist unser Licht. Sein Licht strahlt über der Welt.

Bei der anschließenden Kerzenweihe wurden die Kommunionkerzen und die Kerzen, die für das ganze Jahr in den Gottesdiensten benötigt werden, geweiht.

Aufgrund der Corona Pandemie konnte der Blasiussegen in diesem Jahr nicht als Einzelsegen erteilt werden. Mit zwei gekreuzten Kerzen erteilte Stadtpfarrer De Blasi den allgemeinen Blasiussegen für die Gemeinde vom Altar aus.

Der Blasiussegen bezieht sich auf den hl. Bischof Blasius, der vor ca. 1700 Jahren gelebt hat. Von Beruf war Blasius Arzt und wurde Bischof von Sebaste (Armenien). Vor seinem Märtyrertod befand sich Blasius im Gefängnis, in dem auch ein Bub inhaftiert war. Der Legende nach verschluckte sich der Bub an eine Fischgräte und drohte zu ersticken. Blasius rettete das Kind durch sein Gebet vor dem Erstickungstod. Sein Gedenktag ist der 3. Februar.

Text: Claudia Mayer-Lindner