Ein Wort der Verbundenheit mit unseren Kommunionkindern

25.04.2020 16:38

In Gedanken bei Euch und Euren Familien...

Liebe Kommunionkinder,

morgen wäre es soweit, morgen wäre der große Festtag Eurer Ersten Heiligen Kommunion. Wäre.... wenn da nicht das heimtückische Coronavirus Eurem Fest und auch so gut wie allen anderen Plänen der Menschen einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Stadtpfarrer De Blasi schreibt seinen Kommunionkindern

Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihr an diesem Wochenende mit Euren Eltern und Familien wehmütig zu Hause sitzt und traurig seid über ein Fest, das momentan nicht gefeiert werden kann. Ich selber bin darüber genauso traurig, denn für mich als Pfarrer ist der Tag der Erstkommunion jedes Jahr wieder ein ganz besonderer Tag – denn erstens sind dann so viele Menschen in unserer Kirche wie sonst das ganze Jahr nicht (und eine volle Kirche ist immer etwas Schönes!), zweitens tun an diesem Tag etliche junge Christen (nämlich Ihr!) einen wichtigen weiteren Schritt auf dem Weg zum Christsein, und drittens erinnert mich dieser Tag an meine eigene Erstkommunion (diese liegt zwar schon ziemlich lange zurück, aber ich weiß davon noch einiges, und mir kommen dann so viele Menschen in den Sinn, die damals dabei waren und heute nicht mehr da sind – diese Erinnerung ist sehr schön und kostbar!).

Nun kann also Eure Erstkommunion momentan nicht stattfinden – ein Grund zur Trauer und Enttäuschung....

Manches schätzt man dann erst, wenn man es nicht (mehr) hat. So ergeht es zur Zeit vielen Menschen, denen die Kirche und der Gottesdienst fehlen – immer wieder sagen dies Menschen aus unserer Gemeinde zu mir. Da merke ich, dass in vielen ein regelrechter Hunger nach dem Gottesdienst da ist. Und das muss auch so sein – dass wir Hunger haben nach Gott, nach dem Sohn Gottes, nach seiner Gemeinde.

Jesus hatte beim Letzten Abendmahl beschlossen, im wichtigsten Lebensmittel, das wir Menschen kennen (nämlich im Brot), bei uns zu bleiben. Welch eine phantastische Idee: In einem kleinen Stück Brot, das Hunger stillt, ist und bleibt er selber da! Warum er das so macht?: Weil er jeden Hunger des Menschen (also nicht nur den des leeren Magens, sondern auch den des Herzens und der Seele) stillen will. Das Herz eines jeden Menschen sehnt sich nach Liebe und Geborgenheit, es schreit und hungert regelrecht danach. Jesus kann und will diesen Hunger stillen, Jesus schenkt uns seine ganze bergende Liebe – er tut dies für uns spürbar im Brot des Altares, in der Heiligen Hostie. Dadurch möchte er unser wichtigstes „Lebensmittel“ sein. Wer die Kommunion empfangen will, muss sich deshalb immer wieder fragen: Habe ich überhaupt Hunger nach der Kommunion? Habe ich überhaupt Hunger nach Jesus?

Hast Du Dir diese Frage schon einmal gestellt? Und Deine Eltern? Vielleicht kannst Du mit Deinen Eltern die nächsten Wochen noch einmal intensiv darüber nachdenken....

Momentan kann ich noch überhaupt nicht sagen, wann wir Deine Erstkommunion feiern werden – Du musst geduldig sein, so wie ich und alle anderen auch. Aber wenn Du in den Wochen bis zu diesem Festtag in Dir spürst: Wow, meine Lust auf den Tag der Erstkommunion wird immer größer, ich möchte ENDLICH Jesus empfangen, ich habe WIRKLICH Hunger nach Jesus (nicht nur nach einem sicher tollen Fest und nach Geschenken), dann wird sich das lange Warten auf jeden Fall sehr gelohnt haben!

Ich wünsche Dir, Deinen Eltern und Deiner Familie für die kommende Zeit von ganzem Herzen alles Liebe und Gute! Ich freue mich schon sehr auf unser Wiedersehen!

Es grüßt Dich

Dein Pfarrer Raffaele De Blasi.

Kelch und Patene mit Hl. Hostie auf dem Altar des Lauinger Münsters