Heiliger Abend - „Heute ist uns der Retter geboren“

24.12.2020 10:25

Weihnachten – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Plätzchen backen, das Dekorieren in den Schaufenstern, zu Hause und auch in den Straßen unserer Stadt. Doch wird Weihnachten in diesem Jahr anders sein als in den Jahren davor. Die Lockdown-Regeln besagen, dass es Ausgangssperren von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens gibt. Doch hält dies viele Christen nicht davon ab, die Christmette um 19 Uhr zu besuchen und Gott zu danken, dass er Jesus, das Licht der Welt, zu uns gesandt hat.

In seiner Begrüßung spricht Stadtpfarrer De Blasi von vielen brennenden Lichter in den Häusern und Straßen und der festlich geschmückten Kirche. Das Licht ist wichtig für uns Menschen. Ohne Licht sind wir der Dunkelheit ausgeliefert, alleine, verlieren die Orientierung. Denn Dunkelheit verbreitet Angst, Not, Verzweiflung. Aber auch in unserer Seele gibt es viele Dunkelheiten – Neid, Missgunst, Einsamkeit, Bosheit, Gleichgültigkeit, Unmäßigkeit, Ausbeutung, Hass, Gewalt und vieles mehr.  Auch in den Medien erfahren wir von Kriegen, Ausschreitungen, Umweltkatastrophen. Der Sohn Gottes kommt als Licht in unsere Welt, um die Dunkelheiten unseres Herzens zu erhellen.

Besonders in diesem Jahr, das im Frühjahr mit der Corona-Pandemie begann und uns noch immer mit vielen düsteren Nachrichten vieler Erkrankten, rasch steigender Neuinfektionen und Todesfälle begleitet, ist uns das Licht, das Gott uns geschenkt hat, überaus wichtig und kostbar.

In der mit lachsfarbenen Amaryllisblüten geschmückten Krippe mit dem Friedenslicht aus Bethlehem liegt das Kind. Gott schuf die Welt und vertraute sie uns an. Er wollte Mensch sein wie wir und sandte uns Jesus in die Welt. Als Licht, als sein Abbild.

In seinem Evangelium berichtet Lukas davon, dass alle Bewohner sich in Steuerlisten eintragen müssen. So auch Josef, der mit seiner schwangeren Verlobten Maria sich auf den Weg von Nazareth nach Betlehem machte. Dort angekommen kam die Zeit der Niederkunft. In keiner Herberge gab es Platz. In einem Stall fanden sie Unterschlupf. Und sie gebar einen Sohn, den sie in die Krippe legte. Die Hirten auf freiem Felde sahen das helle Licht.

Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude. Heute ist in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr.

Nutzen wir die Zeit der weihnachtlichen Festtage, uns zu besinnen und neue Kraft und Hoffnung für das kommende Jahr zu schöpfen und schließen alle, die keine Möglichkeit haben, die Hl. Messe zu besuchen, die Kranken, Einsamen und Verzweifelten in unsere Gebete mit ein.

Text: Claudia Mayer-Lindner