Fronleichnam 2021

Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi

03.06.2021 17:38

Fronleichnam ist einer der höchsten Feiertage im römisch-katholischen Kirchenjahr, der auch das Hochfest des heiligsten Leibes und Blutes Christi genannt wird. An Fronleichnam steht Jesus Christus im Mittelpunkt. Es wird ein Fest der Dankbarkeit für die leibliche Gegenwart Jesu in Brot und Wein und die Gemeinschaft der Gläubigen mit ihm im Abendmahl gefeiert.

Nach der Heiligen Messe findet normalerweise die Fronleichnamsprozession statt. Dabei wird die Monstranz mit dem Allerheiligsten unter dem Baldachin durch die Straßen der Stadt getragen. Doch aufgrund der Corona Beschränkungen musste auch in diesem Jahr, wie auch schon im Jahr zuvor, die Prozession ausfallen.

Die Lesung des Hochfestest erzählt davon, dass Mose alle Worte und Rechtssatzungen des Herrn dem Volk übermittelte und aufschrieb. Er errichtete am Fuße des Berges einen Altar und für jeden Stamm Israels ein Steinmal. Junge Stiere wurden als Brandopfer geschlachtet. Sie dienten als Heilsopfer für den Herrn. Mose nahm die Hälfte des Blutes, goss es in eine Schüssel, mit der anderen Hälfte besprengte er den Altar. Danach las er dem Volk aus dem Buch des Bundes und besprengte sie mit der anderen Hälfte des Blutes und sagte zu ihnen: Das ist das Blut des Bundes, den der Herr aufgrund all dieser Worte mit euch schließt.“

Im Evangelium nach Markus wird berichtet, dass Jesus am ersten Tag der ungesäuerten Brote seine Jünger in die Stadt schickt, um einen Raum zu finden, in dem er mit seinen Jüngern das Paschafest feiern konnte. Auch einen Krug mit Wasser sollten sie besorgen. Als alles vorbereitet war, machten die Jünger sich auf den Weg und fanden alles so vor, wie Jesus es ihnen gesagt hatte. Während des Mahls nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es seinen Jüngern mit den Worten: „Nehmt, das ist mein Leib.“ Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet. Und er sagte zu ihnen:
„Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“; und alle Jünger tranken aus ihm. Nach dem Lobgesang zogen sie zum Ölberg hinaus.

Die Predigt von Stadtpfarrer De Blasi zeigte uns eine andere Seite des gemeinsamen Mahles auf. In jeder Heiligen Messe begegnen wir Jesus. Jesus komme zu uns in seiner ganzen opferbreiten Liebe. Er will sich mit uns verbinden. Wir verbinden uns mit Jesus, wenn wir zu seinem Tisch, den Altar treten und mit ihm in der Kommunion Mahl halten. Mit den Mitfeiernden der Heiligen Messe sei das Mahlhalten nur sehr bedingt wirklich erlebbar. Auch von einem gemeinsamen Essen könne hier nicht die Rede sein. Denn wir treten nacheinander vor, um die Hl. Kommunion zu empfangen. Der Gang nach vorne erinnere uns an das Schlangestehen in einem Supermarkt. Es gebe etliche Christen, die sich genau daran sehr stören. Auch werden wir bei diesem Heiligen Mahl nicht satt. Es sei ein  Stückchen Brot, das wir empfangen dürfen. Der Charakter eines ausgiebigen Essen stehe in der Heiligen Messe nicht im Vordergrund. Der Ursprung der Eucharistiefeier liege im Paschamahl. Das  Mahl erinnere an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei. Für die Juden gelte Pascha als Beleg für eine besondere Verbindung zwischen den Juden und Gott, da er in die Geschichte ihres Volkes eingegriffen habe. Man aß kein schmackhaftes Brot, sondern schlicht und einfach ein ungesäuertes Brot, denn man hatte keine Zeit zu warten, bis das Brot aufgehe. Unsere Hostien erinnern uns Christen genau daran. Denn auch sie werden ohne Hefe oder Sauerteig hergestellt. Der Gang nach vorne soll uns an das Ende der Ägyptischen Sklaverei erinnern.

AGAPE = Miteinander. In unserer Pfarrgemeinde haben sich ehrenamtliche Frauen und Männer zusammengetan und das AGAPE-Team gegründet. Es gibt den Gottesdienstteilnehmern nach der Hl. Messe die Möglichkeit, ein gemeinsames Essen einzunehmen und so die Gemeinschaft des Gottesdienstes weiterleben zu lassen und das Gemeindeleben zu festigen.

Text: Claudia Mayer-Lindner