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Pfarrer mit Leib und Seele

12.02.2015 09:00

Optimismus, Musikalität und für jeden ein offenes Ohr: Pfarrer Ludwig
Hihler hat seinen 80. Geburtstag gefeiert. 19 Jahre lang war er Priester in der Pfarrei St. Clemens, und dort feierte er jetzt auch einen Gottesdienst mit anschließendem Empfang zu seinem Ehrentag. Diakon Bernhard Berchtenbreiter brachte den Dank der zahlreichen Gläubigen für viele Jahre Seelsorge auf den Punkt: „Du warst immer mit Leib und Seele Pfarrer. Auch wenn wir jetzt deinen 80. Geburtstag feiern – im Herzen und im Geist bist du immer jung und lernfähig geblieben.“

Pfarrer Ludwig Hihler

Beim Gottesdienst am Samstagabend in der vollbesetzten Kirche St. Clemens bedankte sich Hihler für die zahlreichen Glückwünsche und bat darum, für ihn ein Vaterunser zu sprechen: „So ist das bei uns Priestern: Wir brauchen immer wieder viele, die mit uns beten." Gott habe ihn immer begleitet, und dafür sei er dankbar. Die Gläubigen regte er an, barmherzig gegenüber anderen zu sein: „Das ist in der heutigen Zeit vielleicht noch wichtiger.“ Mit Hihler feierten die Pfarrer Karl Kraus, Thomas Gerstlacher, Johann Margazyn und Werner Ehnle den Gottesdienst.
Beim anschließenden Empfang im Herbertshofener Pfarrheim nutzte Dekan Georg Schneider die Möglichkeit, sich für die Unterstützung des Pfarrers zu bedanken. Seine Art habe viele Menschen zusammengebracht. „Du warst manchmal ein Spitzbub, und das tut auch einfach einmal gut.“ Als Prodekan des ehemaligen Dekanats Meitingen und Dekan von Schwabmünchen-Bobingen habe er zudem viele organisatorische Fähigkeiten bewiesen. Meitingens Bürgermeister Michael Higl sagte, Hihler zeichne nicht nur eine starke Stimme zum Singen aus, sondern auch stets ein offenes Ohr: „Du bist immer bei den Leuten.“

Hihler wurde am 12. Februar 1935 in Diemantstein geboren. Nach dem Abitur in Dillingen trat er ins dortige Priesterseminar ein: „Irgendwann habe ich einfach gewusst – ich probiere das jetzt.“ Er sei von guten Priestern und Kameraden begleitet gewesen, habe aber immer im Hinterkopf gehabt: „Wenn der Herrgott mich nicht mehr brauchen kann, gibt es viele andere Wege.“ Am 3. Juni 1962 wurde Hihler zum Priester geweiht. Nach einer Aushilfe in Schwabmünchen kam er 1964 nach Hiltenfingen und wurde 1968 dort Pfarrer, wo er bis 1989 blieb. Auch der Bürgermeister von Hiltenfingen, Kornelius Griebl, und einige weitere Wegbegleiter waren zur Feier nach Herbertshofen gekommen. Griebl bedankte sich bei Hihler für die vielen Impulse, die er in seiner langjährigen Tätigkeit in der Pfarrei gegeben habe.

Am 1. September 1989 übernahm Hihler die Pfarrei St. Clemens. Er führte Diakon Bernhard Berchtenbreiter in sein Amt ein, befasste sich als Vorsitzender eines Sachausschusses auf Diözesanebene mit dem Thema Pfarrverbände und begleitete 1991 und 2002 die Stabilisierung des Kirchturms von St. Clemens. 1997 weihte er die neu errichtete St. Martin-Kapelle in Erlingen ein. 2002 feierte Hihler sein 40-jähriges Priesterjubiläum in der Pfarrgemeinde. Als Ausdruck seines Dankes für ihre Fürsprache ließ er auf dem Kirchplatz eine Statue mit dem Abbild der Muttergottes aufstellen. Ende 2007 wurde Hihlers Gesuch um Zurruhesetzung vom Bischof angenommen. Von Ruhe ist seitdem aber keine Rede: In der seither bestehenden Pfarreiengemeinschaft Meitingen ist Hihler immer noch seelsorgerisch tätig, hält zahlreiche Gottesdienste und ist Ansprechpartner für viele Menschen. Und das, sagte Hihler, sei auch das gewesen, was ihm als Priester am meisten Freude bereitet habe: „Bei den Menschen zu sein.“ Er habe sich dabei an das Modell des guten Hirten gehalten – und genau so wolle er noch möglichst lange weiterarbeiten: „Nicht voraus, sondern immer mitten in der Herde.“
(AT)

Im Kreise der Mitbrüder
Bürgermeister Higl gratuliert