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Tag der Archive am 8. März 2026: „Alte Heimat, neue Heimat“

09.03.2026 09:00

Am 8. März 2026 nahm das Archiv des Bistums Augsburg am Tag der Archive teil, der unter dem Motto „Alte Heimat, neue Heimat“ stand. Neben der Kernausstellung zu verschiedenen Aspekten von Migration wurde den Besuchern als Höhepunkt des Tages eine Auswahl von Urkunden der letzten tausend Jahre präsentiert.

Nachdem das Thema vor zwei Jahren „Essen und Trinken“ lautete, hatte der Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) für 2026 das Thema „Alte Heimat, neue Heimat“ vorgegeben. Das Archiv des Bistums Augsburg nahm dies zum Anlass, eine Reihe von Archivalien und Reproduktionen zu den vielfältigen Formen von Migration im Bistum Augsburg in den letzten zweihundert Jahren auszustellen. Dieser Kern der Ausstellung wurde in sechs verschiedene Stationen aufgeteilt.

Verschiedene Blickwinkel auf Migration

Die dritte Station der Kernausstellung zeigte eine Reihe von Archivalien und Reproduktionen zu Heimkehrern aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die ersten drei Stationen behandelten die Themen „Flüchtlinge“, „Krieg und Gefangenschaft“ und „Heimkehrer“, wo neben dem Zweiten Weltkrieg und seinen Folgen u.a. auch die Aufnahme verfolgter französischer Priester während der Französischen Revolution Thema war.

Die vierte Station nahm dann das Thema „Binnenmigration und Auswanderung“ in den Blick, während sich die fünfte Station „Mobilität“ den Auswirkungen des technischen Fortschritts auf Migration widmete. Hier wurden auch die beiden Pettmesser-Tagebücher ausgestellt, in denen ein oberbayerischer Bauer u.a. die Einweihung der Eisenbahnstrecke Ingolstadt-Donauwörth im Jahr 1874 schriftlich und künstlerisch festgehalten hatte.

Eine Karte als interaktives Element ermöglichte es den Besuchern der Ausstellung, ihren eigenen „Heimatfaden“ zu legen.

Die sechste und letzte Station befasste sich unter dem Schlagwort „Auslandsmission“ abschließend mit der Tätigkeit von Geistlichen aus dem Bistum Augsburg in anderen Teilen der Erde.

Mit einer Karte des Bistums Augsburg, wo die Besucher mittels Stecknadeln und Fäden selbst ihren „eigenen Heimatfaden“ legen konnten, fand sich so auch noch ein interaktives Element eingebracht.

Die Ausstellung wird noch die nächsten Monate über für Gäste des Archivs einsehbar sein.

Urkunden aus tausend Jahren Augsburger Bistumsgeschichte

Die Urkunde Kaiser Karls VII. von 1744 wurde erstmals nach ihrer jüngst erfolgten Restaurierung der Öffentlichkeit präsentiert.

Als zusätzliches Angebot gab es eine gesonderte Ausstellung mit neun Urkunden aus dem gut zweitausend Stücke umfassenden Bestand des Archivs. Diese reichten von 1071 (Stiftungsurkunde von St. Gertrud) bis in das Jahr 1937 (Erhebung von St. Ulrich und Afra zur basilica minor) und bildeten somit fast ein ganzes Jahrtausend der Augsburger Bistumsgeschichte ab.

Unter der Auswahl stachen zwei größere und besonders eindrucksvolle Urkunden hervor: Zum einen eine prachtvoll ausgestaltete Sammelindulgenz aus dem Jahr 1487, an der sich ganze 17 Siegel angehaftet finden. Darunter auch das des Kardinals Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI.. Zum anderen wurde eine Präsentationsurkunde für ein Kanonikat im Stift St. Gertrud aus dem Jahr 1744 von Kaiser Karl VII. gezeigt, die erst kürzlich restauriert worden war.

Bei einem halbstündigen Rundgang gingen Mitarbeiter näher auf bestimmte Details der einzelnen Urkunden oder den größeren Kontext dahinter ein. Die Besucher zeigten sich am Thema sehr interessiert, vor allem zur Konservierung und Restaurierung von Pergament gab es eine Reihe von Nachfragen.

Großes Interesse an den Angeboten

Mit „Wie finde ich meine Vorfahren?“ konnten an Familienforschung interessierte Personen noch ein spezielles Beratungsangebot wahrnehmen. Im Vordergrund stand hierbei die Nützung der Plattform Matricula.

Zur Abrundung gab es noch die Vorführung eines Fernsehbeitrags über das Bistumsarchiv vom Sender katholisch 1.tv sowie einen Bücherflohmarkt.

Insgesamt ließ sich bei den Besuchern eine lange Verweildauer im Gebäude feststellen, wenn auch die hohe Besucherzahl vom vorletzten Jahr nicht erreicht werden konnte.