Der erste Sonntag nach Ostern wird in der katholischen Kirche „Weißer Sonntag“ genannt. In diesem Jahr wird am 12. April in zahlreichen Pfarrgemeinden der Diözese Augsburg die erste Heilige Kommunion der Kinder gefeiert. Der Name „Weißer Sonntag“ leitet sich von den weißen Gewändern ab, die die Neugetauften zu diesem Anlass in der Frühzeit des Christentums trugen. Als sichtbares Zeichen für das an Ostern empfangene Taufsakrament sollten die Gewänder die innerliche Reinigung durch das Taufwasser versinnbildlichen und ein Zeichen für den in Christus neu geborenen Menschen sein.
Ab dem siebten Jahrhundert trugen die Täuflinge die weißen Kleider von Karsamstag (oder dem Ostertag), dem üblichen Tauftermin, acht Tage lang.
Im 17. Jahrhundert ist der Weiße Sonntag zum ersten Mal als Termin für die Erstkommunion erwähnt worden. Ab dem 19. Jahrhundert gab es bischöfliche Anweisungen, die Erstkommunion an diesem Tag zu feiern.
Die Feier der Erstkommunion
In der Feier der Erstkommunion empfangen die Kinder – nach einer entsprechenden Vorbereitung – zum ersten Mal das Sakrament der Eucharistie. Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Feier der Heiligen Eucharistie als „Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens“ (LG 11), auf die alle anderen Sakramente hingeordnet sind.
Die Erstkommunionkinder hören zusammen mit der ganzen versammelten Gemeinde das Wort Gottes, bekennen den Glauben der Kirche als den ihren, lassen sich durch den heiligen Geist mit den Gaben von Brot und Wein verwandeln und empfangen schließlich in Gestalt der konsekrierten Hostie Christus selbst. Dabei erinnert die Eucharistiefeier nicht nur an das letzte Abendmahl, das Jesus mit den zwölf Aposteln gehalten hat: vielmehr wird das ganze Geheimnis von Tod und Auferstehung Jesu Christi in jeder Eucharistiefeier gegenwärtig gesetzt.
Die Erstkommunion gehört zusammen mit der Taufe und der Firmung zu den Initiationsriten, also zu den Sakramenten, die uns Teil des Leibes Christi und damit auch der Kirche werden lassen. Die Erstkommunion wird vorbereitet durch eine Einführung in die Geheimnisse des christlichen Glaubens sowie durch den Empfang des Sakraments der Versöhnung, in dem wir uns für die Begegnung mit dem ganz Heiligen – mit Jesus Christus – bereit machen.