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Festschrift zum 250. Weihejubiläum der Marienwallfahrtskirche Unterkochen

08.12.2025 11:00

Bernhard Geißinger, der in seiner Freizeit als Heimatforscher tätig ist, hat anlässlich des 250. Jubiläums der Weihe der Marienwallfahrtskirche in Unterkochen eine Festschrift verfasst. Das Werk mit dem Titel „Die Weihe der Marienwallfahrtskirche Unterkochen. Eine Spurensuche und eine Zeitreise ins Jahr 1775“ wurde dabei von der Kirchengemeinde St. Maria (mit Genehmigung des Geschichtsvereins Aalen herausgegeben. Begangen wurde das Jubiläum bereits am 19. Oktober 2025 mit einem Festgottesdienst unter Mitwirkung des Altbischofs Gebhard Fürst, der von 2000 bis 2023 Oberhirte der Diözese Rottenburg-Stuttgart war. Geißinger hielt nun am vergangenen Sonntag in Unterkochen einen Vortrag zu seinen Forschungen.

Der Eintrag im Protokollbuch des Bischöflichen Siegelamtes für das Jahr 1775, der sich als entscheidend für die Klärung des genauen Weihedatums herausstellte: „17ma 7bris 1775. consecrata est Ecclesia parochialis in unterkochen […]“.

In der 48 Seiten umfassenden und reich bebilderten Broschüre geht Geißinger der Frage nach, wann genau die im Oktober 1768 fertiggestellte Kirche St. Maria in Unterkochen geweiht worden ist. Einig war man sich in der Literatur, dass es im Jahr 1775 gewesen ist, beim genauen Tag aber lagen drei verschiedene Daten vor. Hierbei konnte am Ende das Archiv des Bistums Augsburg Licht ins Dunkel bringen, denn in den Protokollen des Bischöflichen Siegelamtes fand sich für das Jahr 1775 (SAPr 26) die Weihe des Gotteshauses am 17. September festgehalten. In seiner Broschüre beschreibt Geißinger zunächst die Spurensuche, im hinteren Teil geht er noch auf frühere Jubiläumsfeierlichkeiten ein.

Die Pfarrei Unterkochen ist heute Teil der Seelsorgeeinheit Härtsfeld-Kochertal im Bistum Rottenburg-Stuttgart. Zum Zeitpunkt des Kirchenbaus und der Weihe gehörte sie aber noch zum Bistum Augsburg. Jenes ragte damals im Nordwesten deutlich weiter in das heutige Württemberg hinein. Erst im Zuge einer Neuordnung der kirchlichen Organisation ging dieses Gebiet 1821 an das neugeschaffene Bistum Rottenburg. Die Westgrenze Bayerns bildet seitdem auch die Grenze des Bistums Augsburg. Die besondere Verwaltungsgeschichte ist der Grund, dass sich viele Archivalien zu Pfarreien der heutigen Nachbardiözese in den Beständen des Augsburger Bistumsarchiv befinden.

Die Festschrift kann über die örtliche Kirchengemeinde bezogen werden. Der Erlös wird in Projekte der im Südsudan tätigen Comboni-Missionare fließen.