Leitbild des Bischöflichen Seelsorgeamtes Augsburg

"Damit sie das Leben haben und es in Fülle haben" (Joh 10,10)

 

Wer sind wir?

Das Bischöfliche Seelsorgeamt ist in seelsorglichen Belangen ein Organ des Bischofs bei der Wahrnehmung seiner Hirtenaufgabe. Es unterstützt ihn bei der Formulierung und Realisierung von pastoralen Schwerpunkten und Konzepten. Zugleich vermittelt es ihm Erfahrungen und Anliegen aus der Praxis und weist auf pastorale Chancen und Herausforderungen hin.

Das Bischöfliche Seelsorgeamt Augsburg besteht aus einer Vielzahl von pastoralen Dienststellen und Bildungshäusern auf diözesaner bzw. regionaler Ebene. Unter Führung des Seelsorgeamtsleiters sind sie in
enger Kooperation und gegenseitiger Ergänzung auf einen gemeinsamen Auftrag verpflichtet.

  
Was ist unser Auftrag?

Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seelsorgeamts fördern wir eine gottverwurzelte und menschennahe Seelsorge im Bistum Augsburg.

Seelsorge im Auftrag der Kirche ist Einsatz für das Heil der Menschen und für eine Kultur des Lebens.

Die Nachfolge Jesu fordert uns heraus, die Menschen an ihren Lebensorten wahrzunehmen, aufzusuchen und in ihren Lebenssituationen zu begleiten. Wir nehmen Anteil an ihren Sorgen und Ängsten, Hoffnungen und Freuden und bieten Räume an, in denen sie Leben teilen und Glauben erfahren und entfalten können. Dabei sind wir dem Glauben der Kirche verpflichtet, den wir in einer verbindlichen und wohl begründeten Weise bezeugen.

Wir helfen Menschen, ihre Berufung und Charismen zu entdecken und sie zum Wohl der Mitmenschen und zum Lob Gottes zu entfalten. Wir ermutigen und befähigen sie, als mündige Glieder des Volkes Gottes ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Pastoral vor Ort mitzugestalten.

Wir unterstützen und ergänzen die Seelsorge in den Pfarreien, Pfarreiengemeinschaften und Dekanaten sowie in speziellen Einrichtungen.

  
Woraus leben wir?

Wir sind getragen von der Gewissheit, dass das Reich Gottes schon mitten unter uns angebrochen ist und der Hl. Geist unsere Arbeit inspiriert, trägt und ergänzt.

Wir wissen uns von Gott vorbehaltlos angenommen und geliebt. Aus dieser Überzeugung ist unser Handeln geprägt von Nächstenliebe, Respekt und Mitgefühl nach dem Beispiel Jesu.

Ermutigt durch die Frohe Botschaft stellen wir uns den Herausforderungen der Gegenwart. Wir beobachten aufmerksam die Zeichen der Zeit, deuten sie im Licht des Evangeliums und entwickeln daraus unsere Aufgaben in dem Wissen, dass nicht alles in unserer Hand liegt. In allem suchen wir eine immer tiefere Verbundenheit mit Jesus Christus, besonders im Gebet, im Studium der Heiligen Schrift, in der Feier der Eucharistie, in der Hinwendung zu den Armen.

     

Woran lassen wir uns messen?

Die Kirche ist „das allumfassende Sakrament des Heiles“ (LG 48), „welches das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen zugleich offenbart und verwirklicht“ (GS 45). Dies stellt an uns und unsere Arbeit hohe Qualitätsanforderungen:

Echtheit: Wir achten auf die Übereinstimmung von Reden, Tun und Leben. Großen Wert legen wir auf unser persönliches Glaubenszeugnis.

Achtsamkeit: Wir gehen sorgfältig mit den Fragen und Erfahrungen der einzelnen Menschen und Gruppen um.

Kompetenz: Wir stellen breit gefächerte fachliche Kompetenzen bereit, besonders in der praktischen Theologie und in den Humanwissenschaften. Wir setzen auf Teamfähigkeit, Flexibilität und Verantwortungsbereitschaft.

Subsidiarität: Wir unterstützen durch zielgruppenorientierte Beratung und Schulungen alle, die in der Seelsorge tätig sind, und fördern deren Dienste.

Kreativität: Wir entwickeln innovative, menschennahe und zukunftsorientierte Konzepte der Seelsorge. Gemeinsam suchen wir nach zeitgemäßen Ausdrucksformen des Glaubens und nach einer christlichen
Lebenskultur im Alltag.

Partizipation: Wir fördern Eigenverantwortung und Selbstorganisation und regen Menschen dazu an, ihre Ideen zu äußern und miteinander schrittweise umzusetzen.

Partnerschaftlichkeit: Wir respektieren und fördern die Vielfalt von Begabungen und Kompetenzen in ihrer Gleichwertigkeit und Notwendigkeit. Wir pfl egen in unserer Arbeit einen dialogischen Stil, der sich
in gegenseitiger Wahrnehmung und Wertschätzung ausdrückt.

Kooperationsbereitschaft: Wir unterstützen uns gegenseitig, bilden geeignete Vernetzungen und suchen den Dialog und die Zusammenarbeit mit kirchlichen und öffentlichen Stellen.
   

Was nehmen wir uns vor?

Wir setzen dieses Leitbild um, indem wir regelmäßig unsere Arbeitsprogramme und Organisationsstrukturen auf ihre Auftrags- und Zeitgemäßheit überprüfen.

Wir entwickeln das Seelsorgeamt zu einer Dienstgemeinschaft, die sichtbarer Ausdruck unseres Leitbildes ist. Unser Ziel ist es, ein anerkannter und in Anspruch genommener Partner in der Seelsorge zu sein. Wir stellen uns selbst unter den Maßstab des Evangeliums und tragen dazu bei, dass Kirche missionarisch ist.

Wir vertrauen uns Gottes Führung an und sind bereit, widerständig zu sein gegen die üblichen Plausibilitäten. Wir ermutigen die Menschen zum Anders-Sein in der Freiheit der Kinder Gottes (Röm 8,15ff).

  

Dieses Leitbild wurde vom Bischof von Augsburg am 10.02.2007 in Kraft gesetzt. 2018 und 2019 wurde es aktualisierend überarbeitet. Es ist für alle Dienststellen und Mitarbeiter/innen der Hauptabteilung II Seelsorge im Bistum Augsburg verbindliche Arbeitsgrundlage.