Vorwort zur Aktualisierung des Leitbildes Hauptabteilung II – Seelsorge

Papier ist bekanntlich geduldig – und es gerät unter dem Druck der Aktualität allzu leicht in Vergessenheit. Doch gerade Regeln, die sich eine Einrichtung, ein Team etc. selbst gibt und die als Leitbild Basis für das eigene Selbstverständnis sein wollen, bedürfen in regelmäßigen Zeitabständen der Überprüfung. So setzten sich die Mitarbeiter/-innen der Hauptabteilung II - Seelsorge nach 10 Jahren mit dem 2007 verabschiedeten Leitbild auseinander und passten es in einem mehrmonatigen Prozess der Abwägung und Akzentuierung der veränderten Realität an. Denn die je heutige Wirklichkeit ist es, durch die Gott zu uns spricht, ja, in die er sich inkarniert.

In seinem Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium (2013) führt Papst Franziskus aus: „Die Wirklichkeit steht über der Idee. Dieses Kriterium ist verbunden mit der Inkarnation des Wortes und seiner Umsetzung in die Praxis“ und weiter betont er: „Das Kriterium der Wirklichkeit – eines Wortes, das bereits Fleisch angenommen hat und stets versucht, sich zu ‚inkarnieren‘ – ist wesentlich für die Evangelisierung“ (EG 233). Sie ist in der Tat Auftrag und Ziel allen seelsorglichen Handelns und damit gewissermaßen der Notenschlüssel zu allem, was unter dem Dach des Seelsorgeamtes geschieht. Und wie die Theologie seit alters her die Pro-Existenz Jesu Christi, sein Für-die Menschen-da-sein, hervorhebt, so müssen auch wir Christen, zumal diejenigen unter uns, die sich in den Dienst der Kirche gestellt haben, an Seinem Vorbild messen lassen.

  

Der Seelsorgeamtsleiter
Domdekan Dr. Bertram Meier
Diözesanadministrator des Bistums Augsburg