Aktuelles

 

Liebe Leserinnen und Leser,

 „Ich bin froh, wenn ich mal rauskomme!“ Nicht nur in Urlaubszeiten hört man öfter diesen Wunsch. Durch die Pandemie und die damit verbundenen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen ist die Sehnsucht nach einem Orts- und Tapetenwechsel größer geworden. Etwas Anderes sehen und hören bietet eine willkommene Unterbrechung. Es geht nicht nur um das, was man zeitweise hinter sich lassen kann. Fremde Orte versprechen neue Erfahrungen. Ob sie belebend sind, spürt man nur, wenn man sich einlässt. Wie ein unbekanntes Gericht schmeckt, merke ich erst, wenn ich es probiere.  Eine andere Gegend in ihrer Schönheit entdecken setzt voraus, dass ich über die eigenen vier Wände hinausschaue. Eine Begegnung kommt nur zustande, wenn ich mit dem Menschen, der mir gegenübersteht, in Kontakt gehe. So werden neue Erkenntnisse und Entdeckungen möglich. Das gilt auch im Glauben.

In der biblischen Erzählung von Jakob auf der Flucht im Buch Genesis erkennt dieser bei einer Rast, in der er von einer Himmelsleiter träumt: „Wirklich, der Herr ist an diesem Ort und ich wusste es nicht.“ (Gen 28,16).   Als er sich am Abend auf einen Stein legt, hätte er nicht gedacht, dass sein Schlafplatz für ihn zum Ort einer tiefgehenden Erfahrung wird. Gott überrascht und kommt oft anders entgegen als vermutet. Auch hier gilt: sich einlassen und wahrnehmen, was Kraft gibt und zu mehr Lebendigkeit und Liebesfähigkeit führt.

Es müssen keine weiten Reisen sein. Eine Haltung, die für Fremdes aufgeschlossen ist, genügt. Einladungen zum Ortswechsel wollen unsere Angebote sein. Vielleicht wartet Neues ganz in der Nähe.

Interessante Entdeckungen wünschen Ihnen

                     

Angelika Maucher                                                                            Christian Öxler

Leiterin der Hauptabteilung II Seelsorge                                            Stellvertretender Leiter

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Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen wurde mir ein Video-Clip zugeschickt, bei dem ein Mann mit beiden Armen an einem Abgrund hängt und um Hilfe ruft. Immer wieder schreit er: „Ist da jemand?“  Da ertönt eine Stimme von irgendwo her: „Hier ist Gott. Mach Dir keine Sorgen.“ Der Mann lacht erleichtert: „Danke, danke, Gott!“ Die Stimme spricht weiter: „Lass Dich in die Tiefe fallen, meine Engel werden Dich auffangen.“ Darauf schaut der Mann suchend umher und ruft: „Ist da vielleicht sonst noch jemand anderes?“

Schmunzelnd denke ich darüber nach: Ja, wenn man nicht am Abgrund hängt, geht einem der Satz „ich hoffe auf Gott“ leicht über die Lippen. Wenn man jedoch keine Ahnung hat, wie es weitergehen soll, ist die Herausforderung weitaus größer, sich auf Gott zu verlassen. Oft haben wir eine sehr konkrete Vorstellung, wie es kommen soll. Manche unserer Hoffnungen sind handfeste Erwartungen an Mitmenschen, an Gott, an die Zukunft. Wenn sie unerfüllt bleiben, stellt sich Frustration ein.

Bestimmte Hoffnungen zu haben ist menschlich. Wir möchten gesund bleiben oder werden. Wir wünschen, dass familiär und beruflich alles, was gut geht, so bleiben möge. Änderung erhoffen wir für das, was schwierig ist. Diese Bitten können wir in unser Beten einschließen. Gleichzeitig reicht die christliche Hoffnung tiefer, weil sie konkrete Wünsche übersteigt. Sie ist nicht festgelegt, sondern lässt sich sozusagen in Gott fallen. Im Römerbrief schreibt Paulus: „Hoffen wir auf das, was wir nicht sehen.“ (Röm 8,25) Dann ist Hoffnung nicht mehr dieses und jenes, sondern die innere Ausrichtung auf eine Kraft, die größer ist als unsere vorstellbaren Möglichkeiten.

Es ist gut benennen zu können, was ich mir wünschen würde, dafür zu tun, was ich selbst kann und auch konkret darum zu bitten. Zugleich bin ich herausgefordert, mich im Vertrauen auf Gott zu üben. „Dein Wille geschehe“ – beten wir im Vater Unser. Damit werden die eigenen Vorstellungen überschritten. Hoffnung weitet sich und ist nicht mehr mit bestimmten Inhalten gefüllt.

Besonders am Beginn eines neuen Kalender- oder Lebensjahres wünschen wir einander Gottes Segen. Damit bringen wir zum Ausdruck, dass es gut gehen möge, ohne dass wir konkret wissen müssen, was das für den oder die einzelne heißt.

 

So wünschen wir Ihnen, die Sie diese Zeilen lesen und vielleicht an dem einen oder anderen Angebot des Seelsorgeamtes teilnehmen, eine gesegnete Zeit: Möge Ihnen begegnen, was gut für Sie ist!

Mit herzlichem Gruß

                      

Angelika Maucher                                                                            Christian Öxler

Leiterin der Hauptabteilung II Seelsorge                                            Stellvertretender Leiter

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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Euer Freund ist der Wandel“, diese Gedichtzeile des Augsburger Autors Bert Brecht (1898-1956) hatte ich im Vorwort des Programms zum 1. Halbjahr 2020 zitiert – natürlich nicht ahnend, wie sehr sich die Welt innerhalb von Wochen, ja Tagen unter dem Eindruck eines gefährlichen Virus ändern würde. Noch ist diese Gefahr nicht gebannt und wir tasten uns vorsichtig an die sogenannte ‚neue Normalität‘ heran.

Auch für das Bistum Augsburg und mich selbst hat sich zwischenzeitlich eine Veränderung ergeben. Allerdings unter sehr hoffnungsvollen und zukunftsweisenden Vorzeichen: Papst Franziskus ernannte mich am 29. Januar 2020 zum 62. Nachfolger des hl. Ulrich. Nun darf ich meiner Heimatdiözese als Bischof dienen und freue mich sehr über dieses Vertrauen des Hl. Vaters und die Glückwünsche zahlreicher Gläubigen, die mich in den ersten Monaten erreichten.

Im Blick auf die neue Aufgabe als Oberhirte war es notwendig, zeitnah meine bisherigen Arbeitsbereiche in gute Hände zu legen. Sechs Jahre durfte ich Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes sein und habe dabei unser großes, vielfältiges Bistum, die seelsorglichen Bedürfnisse vor Ort sowie die hohe Einsatzbereitschaft der Seelsorger/innen kennen und schätzen gelernt. Es waren sehr schöne, anregende Jahre der Zusammenarbeit und des Austausches im Dienste der Gläubigen, der hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen.

Seit 1. Mai 2020 leitet nun Angelika Maucher als erste Frau die Geschicke der Hauptabteilung II. Ich bin dankbar, in ihr eine erfahrene Theologin und eine Pastoralreferentin mit Empathie und Weitblick gefunden zu haben, die die begonnene Entwicklung weiterführt und deren Expertise und Kreativität nun einen größeren Wirkungskreis entfalten können. Ich wünsche ihr Gottes Segen und ein hörendes Herz für die Menschen und hoffe mit ihr, dass die Angebote der Außenstelle Augsburg im zweiten Halbjahr 2020 wieder den Zuspruch erfahren können, den sie verdienen

 

Ihr 

 

 

Dr. Bertram Meier
Bischof von Augsburg

 

 

 

 

Liebe Leserinnen und Leser,

kennen Sie die Geschichte vom Rabbi, der auszog einen Schatz zu finden? Er macht sich auf den Weg und sucht. Am Ende entdeckt er ihn bei sich daheim. Mit diesem Sinnbild stellen wir uns als neue Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge und als stellvertretender Leiter vor. Denn wir treten die zukünftigen Aufgaben in der Überzeugung an, dass viele Schätze zu finden sind, auch an vermeintlich bekannten Orten.

Wir schätzen, dass wir mit Vielen in den verschiedenen Gebieten des Bistums zusammenarbeiten dürfen. Es ist kostbar, wenn Menschen von Jesus Gottvertrauen lernen, einander als Schätze betrachten, ihre Begabungen und Charismen teilen, sich gegenseitig stärken, zusammenwirken, sich ergänzen und von Gottes Geist inspirieren lassen.

Die Bedeutung von Gemeinschaft und Nähe wird uns gerade in diesen Pandemie-Einschränkungen besonders deutlich. So freuen wir uns, wenn ein persönliches Kennenlernen und Kontakt möglich sein werden.

Mit herzlichen Grüßen

 

Angelika Maucher (Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge)

Christian Öxler (Stellvertretender Leiter)