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Heilige

Lebensdaten: geboren um 347 in Dalmatien, gestorben am 30. September 419/420 in Bethlehem Lebensgeschichte: Sophronius Eusebius Hieronymus wurde von seiner christlichen, wohlhabenden Familie zum Studium nach Rom gesandt, wo er viel Zeit im Theater und bei den Spielen verbrachte und sich mit der antiken Kunst und Literatur vertraut machte. Unter dem Einfluss guter Freunde und nach einem geheimnisvollen Traum ließ er sich mit 18 Jahren taufen und geriet über Trier, wo er das asketische Mönchtum kennenlernte, in die nordsyrische Wüste, wo er als Einsiedler lebte und die griechisch und hebräisch überlieferte Heilige Schrift eingehend studierte. 378 zum Priester geweiht, lernte er in Konstantinopel die maßgeblichen Bibelauslegungen kennen und machte sich, zurück in Rom, ab 382 als theologischer Berater von Papst Damasus I. unentbehrlich (deswegen wird er auch häufig als Kardinal dargestellt). Von ihm erhielt er den Auftrag, auf der Grundlage verschieden überlieferter Texte eine einheitliche lateinische Bibelübersetzung zu schaffen: die „Vulgata“, die für ein Jahrtausend maßgeblich bleiben sollte. Weil Hieronymus ein unverbesserlicher Rechthaber war und als Asket wenige Freunde beim lebenslustigen Klerus von Rom hatte (dass er als antiochenischer Kleriker bei der Papstnachfolge übergangen wurde, ist fürs mindeste unwahrscheinlich), zog er sich nach dem Tod Damasus’ mit einem Kreis römischer Patrizierinnen nach Bethlehem zurück, wo er drei Frauen- und ein Männerkloster gründete und sich bis zu seinem Tod weiter der Heiligen Schrift und der Verbreitung der asketischen Lebensweise widmete. Legende: Nachdem Hieronymus einem Löwen in der Wüste einen Dorn aus der Tatze entfernt hatte, leistete das Raubtier ihm in seiner Einsiedelei Gesellschaft bis zu seinem Ende. Diese Legende ist der Verwechslung seiner Vita mit der des heiligen Gerasimos von Lykien geschuldet. Verehrung: Im 13. Jahrhundert brachte man Hieronymus’ Gebeine von Bethlehem nach Rom, wo sie in der heutigen Basilika Santa Maria Maggiore verehrt werden. Als maßgebliche Autorität für die Schriftauslegung und das Mönchsleben wurde er 1295 gemeinsam mit Ambrosius, Augustinus und Papst Gregor dem Großen zum Kirchenvater erhoben – seine Verehrung und theologische Bedeutung über das Mittelalter hinaus ist dementsprechend groß. Darstellung: als alter Einsiedler oder Büßer mit Kardinalshut am Boden, am Schreibpult, mit dem Löwen Patron: von Dalmatien und Lyon, der Asketen und Gelehrten, der Studenten, Archäologen, Pilger, Bibliothekare, Übersetzer und Buchhändler, Helfer gegen Augenleiden    Weitere Heilige des Tages:
Urs und Victor, Märtyrer
Firminus Wickenhäuser, Ordensmann
Lebensdaten: geboren 1486 in Venedig, gestorben am 8. Februar 1537 in Somasca bei Lecco, Lombardei Lebensgeschichte: Girolamo Miani (die Schreibweise „Ämiliani“ ist eine von späteren Biographen hinzugedichtete Verbindung zum römischen Adel der gens Aemilia) war das jüngste Kind nicht besonders vermögender venezianischer Patrizier, die im Wollhandel tätig waren. Girolamos Vater, Senator und Hauptmann der Dogenrepublik, nahm sich 1496 aus unbekannten Gründen das Leben. Im Großen Venezianerkrieg gegen die Liga von Cambrai, die praktisch ganz Europa gegen die Lagunenstadt und ihre umfangreichen Ländereien vereinigte, besetzte Girolamo als Mitkommandant von 300 Mann die strategisch wichtige Festung Castelnuovo di Quero über dem Piave. Nach dem Angriff einer zehnfach überlegenen französischen Streitmacht im August 1511 geriet Girolamo als quasi einzig Überlebender in Gefangenschaft, konnte aber nach einem Monat Haft entfliehen und sich nach Treviso durchschlagen, wo er in Erfüllung eines Gelübdes seine Fesseln vor dem Gnadenbild der Madonna Grande niederlegte. Maria hatte ihn befreit. Nach dem Friedensschluss von Noyon 1516 kehrte Girolamo als Gouverneur nach Castelnuovo zurück, wo er sich mehr und mehr karitativen Aufgaben widmete. 1527 zurück in Venedig, wo infolge einer landesweiten Hungersnot Tausende von Bedürftigen gestrandet waren, führte er mit persönlichen Mitteln die Arbeit Kajetan Thienes an zwei Hospitälern weiter. Besonders nahm er sich der vielen Waisenkinder an, für die er eine gesonderte kleine Bleibe erwarb, wo er sie speiste, wusch, kleidete, im Glauben unterwies und sie das Stricken lehrte. 1529 brach zusätzlich zu der Hungersnot eine Seuche aus, der Girolamo, der sich bei der Pflege Kranker angesteckt hatte, beinahe erlegen wäre. 1531 verzichtete er zugunsten seiner Neffen und Nichten auf all seine Güter und zog endgültig zu seinen Waisenkindern, für die er ein zweites Haus eröffnete und die er im Dreiklang von Gebet, Bildung und Handarbeiten erzog. Er untersagte ihnen das Betteln – notfalls übernahm er es selber – und brachte seine Schützlinge als Lehrlinge in Berufen unter. Bischöfe und Fürsten, denen Girolamos Organisationstalent aufgefallen war, riefen ihn nach Verona, Brescia, Bergamo und Mailand, um Waisenhäuser nach seinem Erfolgsmodell einzurichten. Ein erster Gefährtenkreis bildete sich aus Mitarbeitern; aus deren Wunsch nach gemeinsamem Leben entstand im Juni 1534 die „Gesellschaft der Diener der Armen“ mit Sitz im lombardischen Dörfchen Somasca. Weitere Waisenhäuser und Gefährten folgten in Como und Pavia. Anfang 1537 wollte Miani einer Einladung nach Rom folgen, doch der Ausbruch einer neuerlichen Seuche, die er diesmal nicht überlebte, verhinderte seine Abreise. Verehrung: In der Somasker Ortskirche S. Bartolomeo bestattet, der späteren Basilika di San Bartolomeo e San Girolamo Emiliani, wurde Hieronymus Miani 1747 selig- und 1767 heiliggesprochen. 1928 erklärte ihn Papst Pius XI. zum Patron der Waisenkinder und der „im Stich gelassenen Jugend“. Seine 1569 in „Regularklerikerorden der Somasker“ umbenannte Kongregation widmet sich heute noch vorwiegend der Erziehung von Waisen. Darstellung: mit Kerkerfesseln und einem Waisenkind Patron: der Waisen und der vernachlässigten Jugendlichen    Weitere Heilige des Tages:
Josefine Bakhita, Ordensfrau
Philipp Jeningen, Ordenspriester, Volksmissionar
Lebensdaten: geboren um 310 in Poitiers, gestorben am 13. Januar 367 ebendort Lebensgeschichte: Hilarius entstammte einer wohlhabenden gallorömischen Familie und schlug nach einer gründlichen Ausbildung besonders in Philosophie und Rhetorik die Beamtenlaufbahn ein. Seine Wahrheitssuche und das Studium der Heiligen Schrift führten ihn schließlich zur Anerkenntnis des Schöpfergottes und seines menschgewordenen Sohnes. 345 ließ er sich mit Frau und Tochter taufen, keine zehn Jahre später wählte ihn die kleine christliche Gemeinde von Poitiers zu ihrem Bischof. Seine ganze Amtszeit hindurch musste er sich vor allem mit dem Arianismus auseinandersetzen, der sich mit Hilfe der Kaiser über das ganze Reich verbreitet hatte. Er trat gleich zu Beginn so entschieden gegen die Irrlehre auf, dass er ins Exil nach Phrygien (heutige Türkei) gehen musste. Dort geriet er ebenfalls ins Zentrum des theologischen Streits. Für seine Mitbrüder in Gallien übertrug er die rechtgläubigen Synodenbeschlüsse der orientalischen Kirche vom Griechischen ins Lateinische, womit er nach seiner Rückkehr nach Poitiers eine Wende verursachte, welche die Irrlehre zu überwinden half. Bei aller Entschiedenheit in der Lehre war Hilarius geduldig mit denen, für die der Sohn dem Vater im Wesen wenigstens „ähnlich“ ist, auch wenn sie den vollständigen Glauben an die Dreifaltigkeit nicht teilen konnten. Hilarius verfasste ein umfangreiches theologisches Werk und gilt darüber hinaus als der erste Hymnendichter der Westkirche. Martin von Tours war sein berühmtester Schüler. Er starb am 13. Januar 367 und wurde in Poitiers beigesetzt. Verehrung: Hilarius, der in der orthodoxen Kirche schon immer als Kirchenlehrer verehrt worden ist, wurde 1851 von Papst Pius IX. zum Kirchenlehrer auch des Westens erhoben. Darstellung: in bischöflichem Ornat mit Schlangen oder als Drachentöter Patron: von Poitiers, Parma, La Rochelle und Luçon, Helfer der schwächlichen Kinder und gegen Schlangenbiss Ausspruch des hl. Hilarius: „Die Kirche siegt dann, wenn sie verwundet ist. Sie wird dann Erfolg haben, wenn sie verlassen scheint.“   Weitere Heilige des Tages:
Gottfried von Cappenberg, Ordenspriester
Remigius von Reims, Bischof
Lebensdaten: geboren im Sommer 1098 in Bermersheim, gestorben am 17. September 1179 auf dem Rupertsberg bei Bingen Lebensgeschichte: Hildegard war das zehnte Kind einer edelfreien rheinfränkischen Familie und kam mit acht Jahren in die Obhut der mit ihr verwandten, 16jährigen Reklusin Jutta von Sponheim. Mit ihr und einer weiteren jungen Frau wurde sie 1112 beim Benediktinerkloster Disibodenberg in eine Klause geschlossen, zu der weitere Frauen stießen, bis daraus eine eigene Gemeinschaft entstand, die Hildegard ab 1136 und trotz ihres kränklichen Naturells als Meisterin führte. Ab 1141 wurden Hildegards Visionen, die sie schon als Kind hatte, „unwiderstehlich stark“, und sie begann, diese sowie ihre medizinischen Erkenntnisse aufzeichnen zu lassen. Gleichzeitig mit der Entfaltung ihres theologischen, prophetischen, dichterischen und naturkundlichen Talents wurde sie zu einer vielgefragten Ratgeberin, an die sich immer höher gestellte Persönlichkeiten wandten. 1151 zog sie mit 18 Schwestern auf den Rupertsberg bei Bingen, wo sie ein eigenes Kloster gründete. Von dort aus unternahm sie mit päpstlicher Genehmigung regelrechte Predigtreisen, die ihr die Beinamen „Prophetissa teutonica – deutsche Prophetin“, „Rheinische Sibylle“ und „Posaune Gottes“ einbrachten. Hildegard redete dem verweltlichten Klerus ins Gewissen und mahnte auch Kaiser Friedrich Barbarossa wegen dessen Unterstützung eines Gegenpapstes. 1165 gründete sie wegen der Überfüllung des Rupertsberger Klosters eine neue Niederlassung in Eibingen bei Rüdesheim und öffnete dieses Haus auch für nichtadelige Frauen. Ihre letzten Lebensjahre waren von einem Streit mit dem Erzbischof von Mainz überschattet, der über das Kloster Rupertsberg das Interdikt verhängt hatte, nachdem Hildegard einen exkommunizierten Edelmann begraben hatte und sich weigerte, seinen Leichnam auf den Schandanger werfen zu lassen. Verehrung: Hildegards Leichnam kam nach der Zerstörung des Rupertsbergs im Dreißigjährigen Krieg nach Eibingen, wo seit 1904 wieder Benediktinerinnen leben. Ihre Heiligsprechung wurde gleich nach ihrem Tod betrieben, scheiterte aber am Kompetenzgerangel zwischen Rom und Mainz und kam formal nie zum Abschluss. Im Mai 2012 ordnete Papst Benedikt XVI. die Aufnahme der großen Mystikerin in den Heiligenkalender der Kirche an und erhob sie im Oktober 2012 zur Kirchenlehrerin. Darstellung: als Äbtissin mit Buch und Schreibfeder, diktierend oder Almosen verteilend Patronin: der Sprachforscher, Naturwissenschaftler und Esperantisten   Weitere Heilige des Tages:
Anton Maria Schwartz, Priester, Ordensgründer
Robert Bellarmin, Ordenspriester, Bischof, Kirchenlehrer
Lebensdaten: geboren um 170 in Syrien oder Ägypten, gestorben 235 auf Sardinien Lebensgeschichte: Hippolyt war angeblich ein Schüler des hl. Irenäus von Lyon und tritt ab etwa 195 als Presbyter in Rom auf. Er war fraglos der glänzendste Schriftsteller und Gelehrte seines Umfelds. Er verfasste die ersten Auslegungen sowohl neu- als auch alttestamentlicher Bücher, vertrat als Erster den 25. Dezember als Geburtsdatum Christi, berechnete den Osterfesttermin, schrieb eine Weltchronik bis ins Jahr 235 sowie eine Widerlegungsschrift von 32 Irrlehren. Hippolyt wird auch die ,,Apostolische Überlieferung – Traditio apostolica“ zugeschrieben (um 210/215), ein Werk mit rechtlichen und liturgischen Bestimmungen, aus dem das zweite Eucharistische Hochgebet stammt. Hippolyt war mit entsprechendem Selbstbewusstsein ausgestattet, unterlag jedoch seinem Rivalen Calixt bei der Wahl zum Bischof von Rom – ausgerechnet einem freigelassenen Sklaven, der kein Griechisch konnte und dessen Glaubens- und Sittenlehre Hippolyt mehr als zweifelhaft fand. Hippolyt als Anführer der konservativen Partei wurde zum Gegenbischof von Rom – „Gegenpapst“ ist ein Anachronismus – und setzte das Schisma auch unter Calixts Nachfolgern Urban und Pontianus fort. 235 brach unter Kaiser Maximinus Thrax eine Christenverfolgung aus, in deren Verlauf sowohl Pontianus als auch Hippolyt zur Zwangsarbeit in den sardischen Steinbrüchen oder Salzminen verbannt wurden – ein sicheres Todesurteil. Nach übereinstimmender Auffassung versöhnten sich Bischof und Gegenbischof im Bergwerk, und Pontianus verzichtete am 28. September 235 zugunsten eines beiderseitigen Nachfolgers auf sein Bischofsamt, was das erste sichere Datum der Papstgeschichte darstellt. Nach ihrem Tod wurden beide unter Bischof Fabian nach Rom überführt und am 13. August 236 dort beigesetzt: Pontianus in der Kallistuskatakombe, Hippolyt bei der späteren Kirche San Lorenzo. Verehrung: Trotz seiner Bedeutung und seines Weiterwirkens durch die „Apostolische Überlieferung“ geriet Hippolyt in Vergessenheit, weil er als griechischer Autor vom Latein als westlicher Kirchensprache verdrängt wurde. Legendarisch verschmilzt er mit dem mythologischen Theseussohn Hippolytos, der mit seinem Pferdegespann einen tragischen Tod fand. Die christliche Legende hat daraus und durch die räumliche und zeitliche Nähe zur Kirche und zum Gedenktag des hl. Laurentius (,,Offizierslegende“) fabuliert, Hippolyt wäre der Kerkermeister des hl. Laurentius gewesen, hätte sich bekehrt und wäre von Pferden zu Tode geschleift worden. Reliquienübertragungen führten zu den Ortsbenennungen von St. Pölten und St. Pilt (Elsass). Darstellung: als römischer Soldat oder als Ritter mit Pferd Patron: des Bistums St. Pölten, der Gefängniswärter und der Pferdehalter   Weitere Heilige des Tages:
Gertrud von Altenberg, Mystikerin
Jan Berchmans, Ordensmann
Maximus der Bekenner, Kirchenvater, Märtyrer
Pontianus, Papst, Märtyrer
Lebensdaten: geboren in Gallien, gestorben am 16. Januar um 430 in Arles, Südfrankreich Lebensgeschichte: Honoratus entstammte gallorömischem Adel und wurde im heutigen Belgien, vielleicht sogar in Trier geboren. Nach einem gründlichen, seinem Stand angemessenen Studium der Philosophie und Rhetorik bekehrte er sich zum Christentum und lebte als Asket auf elterlichem Grund. Gemeinsam mit seinem Bruder Venantius pilgerte Honoratus ins Heilige Land sowie nach Syrien und Ägypten, um das Mönchsleben kennenzulernen. Nach dem Tod des Bruders kehrte er nach Gallien zurück und übernahm auf Bitten des Bischofs Leontius von Fréjus eine der bei Cannes gelegenen Lérins-Inseln, die heute seinen Namen Saint-Honorat trägt. Seine Klostergründung nach dem strengen Muster der ägyptischen Wüstenväter wurde zum geistlichen, intellektuellen und künstlerischen Zentrum ganz Galliens und brachte berühmte Schüler wie Eucherius von Lyon, Patrick von Irland, Vinzenz von Lérins und Hilarius von Arles hervor. Seine verlorengegangenen Klosterregeln flossen direkt in die Regel des heiligen Benedikt von Nursia ein. Nach der Ermordung des Bischofs Patroclus von Arles musste Honoratus 427 gegen seinen Willen dessen Nachfolge antreten. Er fand einen vollen Bistumsschatz vor, den er großzügig unter der Bevölkerung verteilte, was ihm große Beliebtheit einbrachte. Täglich predigte er „mit Scharfsinn und Klarheit“, berichtet sein Biograph und Verwandter Hilarius, besonders, wenn es um die göttliche Dreifaltigkeit ging. Nach seinem Tod wurde Honoratus auf dem römischen Friedhof von Arles bestattet und später in die Kirche Saint-Honoré übertragen, die man ihm erbaut hatte. Erst 1391 wurden seine Gebeine auf seine Klosterinsel überführt. Patron: für gedeihliches Wetter, gegen Unglück   Weitere Heilige des Tages:
Tozzo von Augsburg, Bischof
Joseph Vaz, Ordenspriester, Missionar
Marcellus I., Papst
Lebensdaten: geboren in Aquitanien um 657, gestorben am 30. Mai 727 in Tervuren bei Brüssel Lebensgeschichte und Legende: Hubert entstammte fränkischem Hochadel und war vielleicht mit Plektrudis verwandt, der Frau des ostfränkischen Hausmeiers Pippin des Mittleren. Nachdem Huberts Frau bei der Geburt seines Sohnes Floribert verstorben war, gab er seine Tätigkeit unter den Pippiniden auf, wurde ein Schüler des Bischofs Lambert von Tongern-Maastricht und folgte ihm nach dessen Ermordung um 705 ins Bischofsamt nach. Hubert errichtete in Lüttich eine prächtige Stiftskirche, in der er seinen Lehrer bestatten ließ, und verlegte 718 seinen Bischofssitz dorthin. Es gelang ihm, das Heidentum in den Ardennen vollständig zurückzudrängen, weswegen er als „Apostel der Ardennen“ verehrt wird. Hubert starb nach einer segensreichen Tätigkeit auf einer Reise, ins Bischofsamt folgte ihm sein Sohn Floribert nach. Die Legende sieht in Hubert einen Herzogssohn von Aquitanien, der nach dem Tod seiner Gattin nur noch der Jagd frönte. Als er selbst an einem Karfreitag nicht von seiner Leidenschaft lassen konnte, erschien ihm ein weißer Hirsch mit einem leuchtenden Kruzifix im Geweih und verhieß ihm die Höllenstrafe. Hubert bekehrte sich, lebte als Einsiedler im Wald und kehrte nach einer Romwallfahrt einschließlich Priesterweihe als Glaubensbote in die Ardennen zurück. Dann folgte er Lambert als Bischof nach. Verehrung: Huberts feierliche Erhebung fand am 3. November 744 in Gegenwart des Hausmeiers Karlmann statt, gleich darauf wurde seine Vita verfasst. 825 wurden seine Reliquien in das bedeutende Benediktinerkloster Andage übertragen: dem späteren Wallfahrtsort Saint-Hubert in den Ardennen. 1568 verbrannten sie bei einem Hugenottenüberfall. Huberts große Verehrung verdankt sich der Übertragung der Eustachius-Legende auf ihn sowie der Stiftung mehrerer Ritterorden wie des Sankt Hubertusordens der Jülicher Herzöge. Er zählt mit Antonius, Cornelius und Quirinus zu den Vier Heiligen Marschällen, mancherorts auch zu den 14 Nothelfern, und wird bis heute als Jagdpatron verehrt. Am Hubertustag markiert eine festlich begangene Hubertusjagd das Ende der herbstlichen Reitjagdsaison. Vielerorts erklingen eigens komponierte Hubertusmessen. Darstellung: als Bischof oder als kniender Jäger vor einem Hirsch mit Kreuz im Geweih Patron: der Ardennen sowie der Stadt und des Bistums Lüttich, der Jäger und Forstleute, Schützen, Kürschner und vieler anderer Berufe, gegen Tollwut und Hundebiss   Weitere Heilige des Tages:
Martin von Porres, Ordensmann
Pater Rupert Mayer, Ordenspriester
Pirmin, Bischof, Abt, Glaubensbote
Lebensdaten: geboren um 1183 in Groß Stein bei Oppeln, gestorben am 15. August 1257 in Krakau Lebensgeschichte: Der oberschlesische Grafensohn Jacek Odrowąż studierte in Krakau und Prag und wurde in Bologna zum Doktor des kanonischen Rechts promoviert. Zurück in Polen, machte ihn der Bischof von Krakau, sein Onkel Ivo, zum Domkanoniker der Wawelkathedrale. 1217 reiste er vermutlich im Auftrag seines Bischofs nach Rom, wo er sich allerdings dem heiligen Dominikus anschloss und mit dem Namen Hyazinth in den Predigerorden eintrat. Dominikus entsandte ihn bald darauf zurück nach Polen, um den Orden dort einzuführen. Auf dem Weg gründete Hyazinth 1221 im kärntnerischen Friesach das erste Dominikanerkloster im deutschen Sprachraum. 1222 entstand in Krakau das künftige Hauptkloster des Ordens in Polen. Hyazinth siedelte Konvente in Breslau und Danzig an und zog im Auftrag des Ordens bis nach Kiew, wo er bis 1233 blieb. Aus dieser Zeit stammt die Legende, wie er beim Einfall der mongolischen Goldenen Horde in Kiew das Allerheiligste sowie eine Alabasterstatue der Muttergottes aus dem brennenden Kloster holte und über seinen Mantel schreitend trockenen Fußes über den Dnjepr rettete. Ab 1236 missionierte Hyazinth, inzwischen Leiter der schnell wachsenden Ordensprovinz Polonia, entlang der Ostseeküste von Pommern bis ins Baltikum und dann noch bis nach Skandinavien hinein. Ab 1238 lebte er wieder in Krakau. Seine Verwandte Bronisława will bei seinem Tod am 15. August 1257 in einer Vision gesehen haben, wie ihn Maria in den Himmel hineinführte. Verehrung: Hyazinth wurde in der Krakauer Dominikanerkirche begraben und ruht heute in der barocken Hyazinth-Kapelle. 1427 wurde seine Verehrung erlaubt, 1594 wurde er heiliggesprochen, 1686 zum Patron Litauens erklärt. Darstellung: im Ordenshabit mit Monstranz oder Hostienschale und Muttergottesstatue Patron: von Pommern, Preußen, Polen, Litauen und Russland, von Danzig, Krakau, Breslau und Kiew, bei Gefahr des Ertrinkens, bei Kinderlosigkeit und für eine leichte Entbindung    Weitere Heilige des Tages:
Amor von Amorbach, Glaubensbote, Klostergründer
Franz Sales Handwercher, Segenspfarrer
Johanna vom Kreuz Delanoue, Ordensgründerin
Mammas, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1040 in den Ardennen, gestorben am 13. April 1113 Lebensgeschichte: Ida stammte von Karl dem Großen ab und war die Tochter des Herzogs von Lothringen sowie die Nichte von Papst Stephan IX. Sie wurde in der Abtei von Munsterbilzen erzogen und mit 17 Jahren mit Graf Eustachius I. von Boulogne verheiratet, von dem sie drei Söhne bekam, darunter Gottfried von Bouillon, den Eroberer Jerusalems auf dem Ersten Kreuzzug, sowie Balduin I., den späteren König von Jerusalem. Die Herzogin Ida stand unter der geistlichen Führung Anselms von Canterbury, korrespondierte mit Hugo von Cluny, dessen Klosterreformen sie unterstützte, und betete unablässig für den Erfolg des Kreuzzugs. Reliquien, die sie von ihren Söhnen aus dem Heiligen Land erhielt, verteilte sie an die Klöster, die sie protegierte. Nach dem Tod ihres Mannes verwendete sie ihr Vermögen für Arme und für die Wiederherstellung oder Gründung von Kirchen und Klöstern, das meiste davon für die Benediktinerabtei Saint-Vaast bei Arras, wo sie nach ihrem Tod auch bestattet wurde. Verehrung: Nach zahlreichen Umbettungen ruht Ida heute im Benediktinerinnenkloster von Bayeux in der Normandie. König Ludwig XI. erhob sie 1478 zur Patronin seines Besitzes in Boulogne.   Weitere Heilige des Tages:
Martin I., Papst, Bekenner
Hermenegild, Königssohn, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 770 in Franken, gestorben am 4. September 825 in Herzfeld Lebensgeschichte und Legende: Ida war die Nichte oder Großnichte Karls des Großen und wurde mit dem fränkischen Edlen Ekbert vermählt, den Karl der Große als Herzog in Sachsen einsetzte. Im Jahre 786, als sie auf ihrem Weg zu seinen Gütern die Lippe bei Hirutveldun (altsächsisch Hirschfelder, heute Herzfeld) überquerten und dort rasteten, vernahm Ida im Traum den Auftrag, genau dort eine Kirche zu errichten. In Gesellschaft eines Hirschen – einem Sinnbild für die 32 Jahre lang von den Franken bedrängten Sachsen –, der ihr nicht von der Seite wich, erbaute sie darauf die erste Kirche Westfalens. Als Ekbert 811 starb, wurde er neben dieser Kirche unter einer Vorhalle bestattet, die Ida als Wohnung bezog. Sie widmete sich dem Gebet und soll zweimal am Tag aus dem Steinsarg ihres Mannes Gaben an die Armen ausgeteilt haben. Als sie 825 starb und selber in der Vorhalle ihr Grab fand, wurde sie zur ersten Heiligen Westfalens und der Gang zur „Mutter der Armen“ zur ersten Wallfahrt des Landes. Verehrung und Brauchtum: 980 wurden Idas Gebeine zur Bestätigung ihrer Heiligkeit erhoben und in der Grabkrypta der heutigen Wallfahrtsbasilika St. Ida in Herzfeld zur Ruhe gebettet. Bis heute wird ihrer jedes Jahr im September mit einer „Idawoche“ gedacht, einem Volksfest rund um die feierliche Prozession ihres kostbaren Reliquienschreins durch den Ort („Große Identracht“). Darstellung: mit Kirchenmodell und/oder Hirsch Patronin: der Schwangeren, Armen und Schwachen   Weitere Heilige des Tages:
Bonifatius I., Papst
Dina Bélanger, Ordensfrau, Mystikerin
Robert Schuman, Staatsmann
Rosalia von Palermo, Einsiedlerin