Mastodon

Heilige

Lebensdaten: geboren um 626 in Landen bei Löwen, gestorben am 17. März 659 in Nivelles Lebensgeschichte: Gertruds Vater Pippin von Landen war fränkischer Hausmeier der Merowinger-Könige, Stammvater der Pippiniden und Vorfahr der Karolinger-Herrscher. Nach seinem Tod 640 wandelte Gertruds Mutter Itta Iduberga den Familiensitz in ein Doppelkloster um, dem sie als Äbtissin vorstand. Um Gertrud vor der Zwangsverheiratung und den großen Landbesitz des Klosters vor dem Zugriff des austrasischen Adels zu schützen, schnitt sie ihr in einer Zeichenhandlung die Haare „wie eine Krone“ ab und bestimmte sie zu ihrer Nachfolgerin. Als solche zeichnete sich Gertrud besonders durch Mildtätigkeit und Gelehrsamkeit aus. Sie schloss Freundschaft mit dem irischen Mönch Foillan, der sie beim Studium der Heiligen Schrift anleitete, und schenkte ihm zum Dank Land bei Namur, wo die Abtei Fosses mit irischen Mönchen entstand. Gertrud erzog mit ihrer Nichte Vulfetrudis und einem Mädchen namens Agnes ihre Nachfolgerinnen. Auch die belgische Nationalheilige und Brüsseler Stadtpatronin Gudula wuchs in der Abtei Nivelles auf. Im Alter von 30 Jahren war Gertrud von vielem Fasten so geschwächt, dass sie ihr Amt aufgeben musste. Drei Jahre später verstarb sie am 17. März 659. Verehrung/Brauchtum: Gertrud wurde in der Abteikirche von Nivelles bestattet, die seit dem 10. Jahrhundert ihren Namen trägt. Ihr gotischer Reliquienschrein von 1298 wurde 1940 durch die deutsche Bombardierung der Stadt zerstört und 1982 neu geschaffen. Von Nivelles hatte sich ihre Verehrung über Brabant und das Rheinland in ganz Europa ausgebreitet. Wegen der vielen Kirchen und Spitäler, die entlang der Handelsstraßen Gertrud zur Patronin haben, wurde sie zur „Schutzheiligen der Landstraße“. Besonders im Bistum Würzburg wird sie als legendäre Gründerin der Abteien Karlburg und Neustadt am Main verehrt. Im Hochmittelalter entstand der Brauch, vor dem Aufbruch zu großen Reisen oder Kriegszügen Wein als „Gertrudisminne“ zu trinken. Zur Schutzheiligen der Katzen und der Spinnerinnen wurde sie, weil sie der Legende nach durch ihr andächtiges Gebet beim Spinnen das Land vor einer Rattenplage befreit hätte und an ihrem Gedenktag am 17. März die Winterarbeiten wie das Spinnen eingestellt wurden. Darstellung: als Äbtissin mit Mäusen, beim Spinnen oder mit Kirchenmodell Patronin: von Nivelles, Landen, Wattenscheid, der Spitäler und der Reisenden, der Spinnerinnen, Gärtner und Katzen, Helferin gegen Ungeziefer   Weitere Heilige des Tages:
Josef von Arimathäa, heimlicher Jünger Jesu
Konrad von Bayern, Ordenspriester
Patrick, Glaubensbote, Bischof
Lebensdaten: geboren um 985 bei Regensburg, gestorben am 7. Mai 1060 in Niedernburg bei Passau Lebensgeschichte: Gisela war die älteste Tochter des Bayernherzogs Heinrich und die Schwester des späteren Kaisers Heinrich II. Sie wurde in Regensburg im Umfeld des heiligen Wolfgang erzogen und mit zehn Jahren mit dem vielversprechenden ungarischen Königssohn Stephan vermählt. Während ihrer 40jährigen Regierungszeit entstand im weithin noch heidnischen Ungarn eine funktionierende kirchliche Hierarchie mit zehn Bistümern, zahlreiche Kirchen und Klöster wurden mit Hilfe deutscher Ordensleute gegründet und reich ausgestattet. Wegen dieser Christianisierungskampagne war das Königspaar nicht überall beliebt. Nach dem Tod König Stephans im Jahr 1038 wurde Gisela festgesetzt und kam erst vier Jahre später durch König Heinrich III. wieder frei, der sie nach Passau ins Kloster Niedernburg brachte, das ihre Tante Heilika leitete. 1057 wurde sie selber Äbtissin des Klosters, das unter ihrer Leitung reiche Schenkungen erfuhr. In Niedernburg starb sie am 7. Mai 1060. Verehrung: Eine von ihr gestiftete Kasel mit ihrem Bild war als ungarischer Krönungsmantel in Gebrauch. Besonders verehrt wird sie in Veszprém, wo sie residiert haben soll. Als 1908 ihr Grab im Kloster Niedernburg geöffnet wurde, fand man die Grabplatte aus dem 11. Jahrhundert und das Skelett der Heiligen erhalten. Darstellung: als Königin, beim Verteilen von Almosen oder mit einem Kirchenmodell, manchmal mit Rosenkranz   Weitere Heilige des Tages:
Heilika von Niedernburg, Äbtissin
Boris, Bulgarenfürst, Mönch
Johannes von Beverly, Bischof
Rosa Venerini, Gründerin
Lebensdaten: geboren um 495 in Aquitanien (Südwestfrankreich), gestorben um 575 im heutigen Sankt Goar bei Koblenz Lebensgeschichte und Legende: Nach der Vita des Mönchs Wandalbert von Prüm (gestorben 870), der sich auf ältere Quellen berief, zog der Einsiedler Goar vor 558 aus Aquitanien weg und ließ sich am Rhein beim heutigen Sankt Goar nieder. Er errichtete mit der Erlaubnis des Trierer Bischofs eine Kapelle und machte den Glauben bei der noch heidnischen Bevölkerung bekannt. Nach seinem Tod wurde seine Zelle zu einem Wallfahrtsort mit einer Gemeinschaft von sechs Geistlichen. In Erinnerung geblieben sind seine Güte und Gastfreundlichkeit den Rheinschiffern gegenüber, die er so freigebig mit Wein bewirtete, den er aus den Reben aus seiner Heimat kelterte, dass er darüber Streit mit dem Trierer Bischof bekam. Als dieser ihn unfreundlich empfing und nicht ablegen ließ, hängte Goar kurzerhand Mantel und Hut an einem Sonnenstrahl auf. Goar soll auch den Teufel getreten haben, nachdem dieser ihn verleumdet hatte, und bewahrte zwei Priester vor dem Hungertod, indem er sie mit der Milch von drei Hirschkühen nährte. Als er gegen seinen Willen selber Bischof von Trier werden sollte, erhörte Gott seine Gebete und ließ ihn so krank werden, dass er sieben Jahre das Bett nicht verlassen konnte. Verehrung: Die fränkischen Könige übertrugen die Zelle Goars der Abtei Prüm, die Ende des 8. Jahrhunderts dort eine Stiftskirche errichtete. Im Zuge der Reformation wurde das Grab Goars aufgelassen. Eine Armreliquie wird in der Basilika St. Kastor in Koblenz verehrt. Patron: von Sankt Goar, der Töpfer und Ziegler, Winzer, Gastwirte und Schiffer, gegen Verleumdung, für einen guten Namen Darstellung: mit Hirschkuh, Schlange bzw. Teufel, Töpfen   Weitere Heilige des Tages:
Maria Goretti, Jungfrau, Märtyrin
Maria Theresia Ledóchowska, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren 960 in Reichersdorf bei Niederalteich, gestorben am 5. Mai 1038 in Hildesheim Lebensgeschichte: Godehard wurde im Kloster Niederaltaich erzogen, in dessen Diensten sein Vater stand, und wurde seiner auffallenden Begabung wegen ins Kloster St. Emmeram in Regensburg gegeben. Nach dem Abschluss seiner Studien in Salzburg kehrte er 990 als Mönch nach Niederaltaich zurück, wo er sechs Jahre später zum Abt gewählt wurde. Begünstigt vom Bayernherzog Heinrich, dem späteren Kaiser Heinrich II., brachte Godehard nicht nur Niederaltaich zur Blüte, sondern unterzog eine Reihe von Benediktinerklöstern den Reformen von Gorze, was auf ihre Loslösung von der bischöflichen Autorität hinauslief. 1022 wurde Godehard auf Wunsch Heinrichs II. Bischof von Hildesheim, der sakralen Hauptstadt der salischen Kaiser. Auf seine Initiative geht der Bau von 30 Kirchen zurück, er förderte Schulen und die Buchkunst der Skriptorien. Beliebt war er beim Volk vor allem wegen seiner asketischen Lebensweise, seiner Herzlichkeit und Volksnähe. Am 5. Mai 1038 starb Bischof Godehard im Alter von 78 Jahren und wurde im Dom zu Hildesheim beigesetzt. Legende: Besonders liebenswert erscheint die Legende, der nach Godehard Verstorbene kurz wieder zum Leben erweckte, damit sie ihre Sünden beichten konnten. Verehrung: 1131 wurde Godehard als erster Bayer heiliggesprochen. Seine Verehrung breitete sich nach Polen, Schweden, Finnland und der Schweiz aus, wo der St. Gotthard-Pass seinen Namen von einer Kapelle aus dem 11. Jahrhundert hat. Darstellung: meist mit Buch oder Kirchenmodell, auch mit Drachen Patron: von Gotha, des Bistums Hildesheim, der Maurer, Helfer bei schweren Geburten und Kinderkrankheiten, bei Steinleiden, Gicht, Rheumatismus, gegen Blitz und Hagel   Weitere Heilige des Tages:
Angelus der Karmelit, Märtyrer
Jutta von Sangershausen, Wohltäterin, Einsiedlerin
Maximus, Bischof
Sigrid, Wendenfürstin
Waldrada, Äbtissin
Lebensdaten: geboren um 1066 in Moulincourt, gestorben am 8. November 1115 in Soissons Lebensgeschichte: Gottfried war das dritte Kind einer Adelsfamilie und wurde von seinem Onkel, dem Bischof von Soissons, zur Erziehung in ein Kloster bei Péronne (Picardie) gegeben. Um 1090 wurde Gottfried vom Bischof von Noyon zum Priester geweiht, wenig später wurde er zum Abt des Klosters Nogent-sous-Coucy (Champagne) gewählt. 1104 wurde er auf dem Konzil von Troyes zum Bischof von Amiens bestimmt. Er trat sein Amt im Bußgewand an und änderte nicht nur seinen asketischen Lebensstil nicht, sondern lud Arme zum Essen ins Bischofshaus und hielt dem Adel und der Bürgerschaft die wenig christliche Gesinnung vor. Er hinderte die Priester seines Bistums an der völligen Verweltlichung und nannte ihre und die Unmoral der Adeligen beim Namen, womit er sich größere Schwierigkeiten einhandelte. Mehr als auf bloße Legende geht wohl die Geschichte zurück, er habe zur Sicherheit einen Hund von dem Wein probieren lassen, den man ihm gereicht hatte. Tatsächlich fiel der Hund tot um. Als die Bevölkerung gegen die Feudalherren aufbegehrte, musste er vor den bürgerkriegsähnlichen Unruhen aus der Stadt fliehen. Er zog sich in die Große Kartause zurück, um dort ein Leben der Buße zu führen, wurde aber von den Bürgern von Amiens zur Rückkehr gezwungen, wo ihn 1115 allerdings unveränderte Verhältnisse erwarteten. Als er darüber krank wurde, nahm er in der Abtei Saint-Crépin in Soissons Zuflucht, wo er alsbald starb. Verehrung: Gottfrieds Leichnam wurde 20 Jahre nach seinem Tod erhoben und im Hochaltar der Abteikirche Saint-Crépin beigesetzt. 1567 von den Hugenotten verwüstet, wurde die Kirche 1793 als Pferdestall genützt und 1798 abgerissen. Vom Verbleib seiner Reliquien ist nichts bekannt. Darstellung: als Bischof oder Büßer mit totem Hund   Weitere Heilige des Tages:
Claudius von Rom, Märtyrer
Johannes Duns Scotus, Ordenspriester
Willehad von Bremen, Glaubensbote, Bischof
Lebensdaten: geboren um 540 in Rom, gestorben am 12. März 604 ebendort Lebensgeschichte, Legende und Bedeutung: Der rechtskundige Gregorius Anicius stammte aus einer römischen Patrizierfamilie, die bereits zwei Kaiser und zwei Päpste gestellt hatte, und wurde 572 Stadtpräfekt von Rom. 575 zog er sich aus der Verwaltung zurück, verwandelte sein Anwesen auf dem Monte Celio in ein Benediktinerkloster und gründete noch weitere Klöster auf seinen Besitztümern. 579 wurde er von Papst Pelagius an den Kaiserhof nach Konstantinopel gesandt, um dort die Belange Roms als Kirchensitz und verwahrloster Kaiserstadt zu vertreten. 585 nach Rom zurückgekehrt, diente Gregor von seinem Kloster aus als Berater des Papstes, bis dieser 590 an einer Pestepidemie verstarb und Gregor dessen Nachfolge antrat. Der eigentlich kränkliche Gregor entfaltete im italienischen Machtvakuum eine beeindruckende politische und kirchliche Aktivität. Er verhandelte eigenmächtig und auf Augenhöhe mit den Langobarden, die das Land beherrschten, organisierte die Verwaltung der Ländereien, die später den Kirchenstaat bilden sollten, wies die Machtansprüche Konstantinopels und Ravennas zurück und sorgte für den Schutz und die Versorgung der Bevölkerung. Der erste Mönch auf dem Papststuhl verstand sich als „Diener der Diener Gottes“ und baute doch wie kein Zweiter die Vormachtstellung des Petrusamtes aus. Es gelang ihm mit Hilfe katholischer Herrscher, die Langobarden und Westgoten vom Arianismus zu lösen, und 597 entsandte er Augustinus, den Abt seines Andreasklosters, mit 39 Mönchen zur erfolgreichen Missionierung der britischen Insel. Gregor, auf den die Biographie des heiligen Benedikt und die Überlieferung von dessen Regel zurückgehen, reformierte die Liturgie dauerhaft durch ein einheitliches Messbuch, gab dem Mönchtum auf Jahrhunderte sein Gepräge und sicherte sich mit zahlreichen Werken den Rang eines Kirchenvaters. Neben zwei großen Abhandlungen zur Schriftauslegung und moralischen Deutung der Bücher Hiob und Ezechiel sind über 100 Predigten und 800 Briefe von ihm erhalten, besonders wirkmächtig waren auch seine Pastoralregel und die Dialoge über das Leben und die Wundertaten der italischen Heiligen. Der römischen Bevölkerung war er als betender Wohltäter teuer. Als er während einer neuerlichen Pestepidemie eine Bittprozession abhalten ließ, erschien der Erzengel Michael auf der kaiserlichen Burg und steckte sein Schwert zurück in die Scheide. Damit war die Pest vorüber, und seitdem heißt die Burg „Engelsburg“. Verehrung: Gregor wurde in der Peterskirche bestattet und trägt neben Leo I. als einziger Papst den Beinamen „der Große“. 1295 wurde der vielleicht meistverehrte Papst aller Zeiten formell heiliggesprochen und mit Ambrosius, Augustinus von Hippo und Hieronymus zum Kirchenvater erhoben. Sein Gedenktag, der immer in die Fastenzeit fiel, wurde im Zuge der Kalenderreform 1969 auf den Jahrestag seiner Papstweihe gelegt. Darstellung: als Papst mit Tiara, Kreuz, Buch und Feder, Heilig-Geist-Taube oder bei der Befreiung Kaiser Trajans aus dem Fegefeuer Patron: der Bergleute, der Musiker, des Choralgesangs, der Lehrer, Studenten, Gelehrten, des kirchlichen Schulwesens, der Maurer, Knopfmacher und als Helfer gegen Pest und Gicht
Lebensdaten: geboren um 1020 in Sovana, Toskana, gestorben am 25. Mai 1085 in Salerno Lebensgeschichte: Der Grafensohn Ildebrando Aldobrandeschi erhielt seine Ausbildung im römischen Marienkloster auf dem Aventin und wurde Kaplan von Papst Gregor VI., dem er nach dessen Absetzung 1046 ins Exil nach Köln folgte. 1048 wurde er zum Vertrauten des Bischofs Bruno von Toul und nach dessen Wahl zu Papst Leo IX. zu einem der wichtigsten Männer der Kurie, der noch vier weiteren Päpsten beratend zur Seite stand. In diesen 25 Dienstjahren krempelte Hildebrand die Verwaltung der Kirchenleitung völlig um, drängte den Einfluss der Adelssippen auf hohe Ämter zurück und beschränkte das Recht zur Papstwahl allein auf das Kardinalskollegium. 1073 wurde er gegen seinen Willen selber zum Papst gewählt und setzte die mit seinem Namen Gregor verbundenen Reformen weiter durch, die zur kirchlichen Disziplin, zur Freiheit der Kirche von der weltlichen Macht sowie zur Stärkung des Papsttums bis heute maßgeblich beigetragen haben. Bald geriet Papst Gregor wegen des Rechts, Bischöfe einzusetzen, mit dem deutschen König Heinrich IV. in Konflikt (Investiturstreit), der ihn für abgesetzt erklärte, worauf Gregor ihn exkommunizierte und die deutschen Fürsten von ihrem Treueeid entband. Heinrich musste einlenken und auf dem sogenannten Gang nach Canossa Abbitte leisten. Der Streit eskalierte wenig später wieder, indem Gregor einen Gegenkönig und Heinrich einen Gegenpapst wählen ließen. Militärisch setzte sich Heinrich 1084 durch. Er eroberte Rom und ließ sich vom Gegenpapst zum Kaiser krönen, während Gregor sich in der Engelsburg verschanzt hatte und sich von den herbeigerufenen Normannen befreien und nach Salerno bringen lassen musste, wo er einsam und verlassen starb. Verehrung: Gregor ruht im Dom S. Matteo in Salerno und wurde 1584 selig- und 1606 heiliggesprochen. Darstellung: häufig vor Heinrich in Canossa, als Papst mit Bart, Kreuz und Tiara   Weitere Heilige des Tages:
Beda der Ehrwürdige, Ordenspriester, Kirchenlehrer
Maria Magdalena von Pazzi, Ordensfrau, Mystikerin
Lebensdaten: geboren vor 950 im armenischen Königreich Vaspurakan (heute Osttürkei), gestorben um 1010 im Kloster Narek am Vansee (Osttürkei) Lebensgeschichte: Gregors Vater Chosrov war mit der königlichen Familie verwandt und wurde nach dem Tod seiner Frau Priester und später Bischof des Kantons Andzewancik. Dieser bedeutende Sammler und Kommentator der armenischen Liturgie wurde wegen seiner Hierarchiekritik und Sympathie für das Bekenntnis der byzantinischen Kirche abgesetzt. Zur Erziehung gab er Gregor und einen weiteren Sohn namens Johannes in die Obhut ihres Großonkels Ananias, der als umfassend gelehrter Gründungsabt von Narek sein Kloster zum intellektuellen und kulturellen Zentrum des Landes geformt hatte. Ab 977 Mönchspriester, unterrichtete Gregor an der Klosterschule. Nach einer Überlieferung hätte er ein einsiedlerisches Leben in den Höhlen des Vansees geführt. Demgegenüber verraten die Werke des hochgelehrten Mönchs eine umfassende Kenntnis der griechischen Wissenschaften und der Zeitläufte. Offenbar mystisch begabt, verfasste er neben zahlreichen Liedern und Gebeten unter anderem einen Kommentar zum Hohenlied, ein theologisch bedeutsames Marienlob sowie einen theologischen Traktat zur Abwehr der damals einflussreichen manichäischen Sekte der Thondrakiten. Vermutlich stand Gregor wie schon sein Vater im Verdacht, dass er insgeheim an eine Gottesunmittelbarkeit glaubte, ohne einer kirchlich-sakramentalen Vermittlung zum Heil zu bedürfen. Sein Hauptwerk, das „Buch der Klagen“, das die Armenier schlicht den „Narek“ nennen, entstand mit Schreibhilfe seines Bruders kurz vor seinem Tod und richtet sich in 10.000 poetischen und meditativen, sehr persönlich gehaltenen Versen bekenntnishaft an Gott, dessen Gnade und Barmherzigkeit die Annäherung des sich seiner Unwürdigkeit bewussten Dichters ermöglichen. In allen seinen Werken kommt Gregors Sehnsucht nach Verschmelzung mit dem göttlichen Wesen zum Ausdruck. Verehrung: Gregor wurde im Kloster Narek bestattet, das 1915 im Zuge des türkischen Massakers an den Armeniern zerstört wurde. Gregors Nachruhm als Dichter bei den Armeniern ist unvergleichlich. So gut wie jeder Haushalt besitzt ein Exemplar des „Narek“ – übrigens auch der zweithäufigste armenische Jungenname. Papst Franziskus erhob Gregor von Narek bei den Feiern zum Gedenken an den Völkermord an den Armeniern am 12. April 2015 zum 36. Kirchenlehrer – dem zweiten orientalischen nach Ephräm dem Syrer und dem ersten, der zu Lebzeiten nicht in Gemeinschaft mit der Kirche von Rom stand.    Weitere Heilige des Tages:
Anne Heighame Line, Märtyrin
Gabriel Possenti, Ordensmann
Lebensdaten: geboren 329 auf dem Landgut Arianzos beim heutigen Güzelyurt, Türkei, gestorben am 25. Januar 390 ebendort Lebensgeschichte: Gregors gleichnamiger Vater hatte sich kurz vor seiner Geburt von einer jüdisch-synkretistischen Sekte, den Hypsistariern, zum Christentum bekehrt, die Taufe empfangen, mit einer Frau namens Nonna vermählt und war als Vertreter der kappadokischen Oberschicht Bischof der Stadt Nazianz geworden, für die er eine Kirche aus eigenem Vermögen errichtete. Gregor und sein jüngerer Bruder Cæsarius, der Leibarzt dreier Kaiser werden sollte, zogen mit ihrem Hauslehrer zum Studium nach Cæsarea in Kappadokien, wo sie Basilius kennenlernten, den zukünftigen Bischof dieser Stadt. Gregor vervollkommnete seine umfassende Ausbildung bei den angesehensten heidnischen und christlichen Lehrern in Alexandrien und Athen, wo er wieder mit Basilius zusammentraf. Gregor hatte sich auf der Seereise nach Athen in Todesnot Gott geweiht und wurde zurück in Nazianz 358 von seinem Vater getauft – und 362 widerstrebend zum Priester für die Bischofsstadt geweiht, weil er sich deswegen nicht dauerhaft Basilius in dessen klosterähnlicher Gemeinschaft an der Südküste des Schwarzen Meeres anschließen konnte. Doch stand er Basilius brieflich und auf Reisen dorthin bei der Abfassung der ersten östlichen Ordensregel bei. Als Basilius 370 zum Metropoliten von Cæsarea bestimmt wurde, machte er seinen Bruder zum Bischof von Nyssa und Gregor von Nazianz zum Bischof von Sasima, um seine Stellung gegen die weithin herrschende Irrlehre der Arianer zu behaupten. Wegen dieses Streits konnte Gregor seinen Bischofssitz jedoch nicht einnehmen. Er verwaltete stattdessen das väterliche Bistum Nazianz, was aus ihm den ersten Weihbischof der Kirchengeschichte macht. Auch als 380 ernannter Metropolit der Hauptstadt Konstantinopel konnte sich Gregor nicht durchsetzen. Trotz glänzender Reden, die seinen Ruhm als Theologe begründeten und zahlreiche Gläubige zum rechten Glauben zurückführten, war er den Anfeindungen und den Intrigen am Kaiserhof nicht gewachsen und musste resignieren – inmitten des Ersten Konzils von Konstantinopel. Die letzten Jahre seines Lebens zog er sich auf sein Landgut Arianzos zurück, wo er bis heute geltende Maßstäbe der Dreifaltigkeitslehre – besonders bezüglich des Hervorgangs des Heiligen Geistes – und der Christologie sowie des philosophischen Zugangs zu Gott schriftlich niederlegte. Gregor ist neben seinen etwa 50 Predigten und 200 überlieferten Briefen auch als eminenter Dichter hervorgetreten. Verehrung: Gregor, den die Ostkirche seit dem 5. Jahrhundert „den Theologen“ nennt, ist neben Basilius dem Großen und dessen Bruder Gregor von Nyssa einer der drei „großen Kappadokier“, denen die Christenheit enorm an theologischer Einsicht verdankt. Mit Basilius und Johannes Chrysostomus gilt er als Hierarch der Orthodoxie. Papst Pius V. ernannte ihn 1568 zum Kirchenlehrer auch der westlichen Kirche. Gregors Gebeine wurden auf dem vierten Kreuzzug in Konstantinopel geraubt und in den Petersdom verbracht. Papst Johannes Paul II. gab sie 2004 an den Patriarchen von Konstantinopel zurück. Darstellung: als Bischof, am Schreibpult, mit Taube oder Schriftrolle Patron: der Dichter, Helfer für eine gute Ernte    Weitere Heilige des Tages:
Basilius der Große, Bischof, Kirchenlehrer
Dietmar, Bischof
Lebensdaten: geboren um 950 in Brüssel, gestorben am 12. September 1012 ebendort Lebensgeschichte: Guido war das Kind armer Bauern in Brabant und verdingte sich als Knecht auf einem Hof. Seine Legende erzählt, dass ein Engel sein Feld pflügte, während er seinen Eltern zu essen brachte. Mit 15 Jahren nannte man ihn seiner christlichen Nächstenliebe wegen den „Engel des Dorfes“, und vielleicht wurde er auch dieses Rufes wegen Sakristan an der Liebfrauenkirche von Laeken, einem heutigen Stadtteil von Brüssel. Ein reicher Kaufmann überzeugte ihn, in seinen Dienst zu treten, weil er mit seinen Einkünften dann den Armen noch viel besser helfen könne, doch schon die erste Güterlieferung, für die Guido die Verantwortung trug, sank mit dem Transportschiff in die Senne. Guido machte im Letzten seine Gier für diesen Schicksalsschlag verantwortlich und begab sich auf eine lange Pilgerreise, die ihn bis nach Jerusalem führte. Bei seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land traf er in Rom auf eine Pilgergruppe aus seiner Heimat unter der Leitung des Anderlechter Stiftsdekans Wonedulph, die er als Führer wiederum nach Jerusalem begleitete. Nachdem auf der Heimreise alle Pilger bis auf Guido verstorben waren, brachte er den Ring Wonedulphs nach Anderlecht zurück, erfüllte dort seinen letzten Willen und bezog dessen Haus. Guido lehrte die Einwohner die christliche Nächstenliebe und starb 1012 an der Ruhr. Verehrung/Brauchtum: Guido fand sein Grab auf dem Friedhof von Anderlecht, wohin der zahlreichen Wunder wegen bald eine Wallfahrt einsetzte. 1112 erhob Bischof Odon von Cambrai seine Gebeine und bestattete sie in der Kollegiatskirche Saints-Pierre-et-Guidon in Brüssel. Heute ruhen seine Reliquien in der Servatiusbasilika von Grimbergen. Bis 1914 führte an seinem Gedenktag eine jährliche Wallfahrt der Brabanter Kutscher nach Anderlecht, wo nach einer Segnung der Zugtiere ein Volksfest mit Pferderennen abgehalten wurde. Darstellung: als Pilger, als Bauer mit einem Engel beim Pflügen Patron: von Anderlecht, der Sakristane, Glöckner und Pilger, der Junggesellen, Bauern, Knechte, der Fuhr- und Kaufleute, des Viehs, gegen tollwütige Hunde, Koliken und Ruhr    Weitere Heilige und Feste des Tages:
Mariä Namen
Maximinus von Trier, Bischof