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Heilige

Lebensdaten: geboren am 11. Januar 1819 in Füssen, gestorben am 4. Oktober 1867 in New Orleans Lebensgeschichte: Franz Xaver Seelos war das sechste von zwölf Kindern eines gebildeten und streng gläubigen Tuchmachers, der ab 1830 als hauptamtlicher Mesner der Füssener Kirche St. Mang wirkte, und einer beispielhaft frommen Mutter, die ihm die innige Liebe zum Gebet einpflanzte. Unterstützt von Geistlichen, die seine Begabung erkannten, und mit Hilfe eines Stipendiums der Stadt Füssen besuchte Seelos das Benediktinergymnasium bei St. Stephan in Augsburg und nach dem Abitur 1839 die Universität München. 1842 bewarb er sich bei der „Kongregation des Allerheiligsten Erlösers“ – den Redemptoristen, die Missionare für die Neue Welt suchten – um Aufnahme und trat 1843 die Reise in die USA an. Nach einem Noviziatsjahr in Baltimore legte er seine ewigen Gelübde ab und wurde zum Priester geweiht. Sein erster Einsatzort war Pittsburgh, wo er mit seinem Ordensbruder Johannes Nepomuk Neumann zusammentraf, den späteren Bischof von Philadelphia. Ihn selbst hätten viele Pittsburgher gerne zum Bischof ihrer Stadt gehabt, denn der rastlos tätige Volksmissionar Seelos war seiner anschaulichen und launigen Predigten – auf Englisch, Deutsch und Französisch – und seiner leutseligen Art wegen sehr beliebt. 1854 zurück nach Baltimore versetzt, wurde er ein so gefragter Beichtvater und geistlicher Betreuer verschiedener Gemeinschaften, dass er sich dabei die Gesundheit ruinierte. 1857 wurde Seelos von seinem Orden als Rektor in Cumberland eingesetzt, wo er für 60 künftige Redemptoristen verantwortlich war – und 1863 wieder abgelöst, weil er dem Ordensnachwuchs gegenüber für zu nachgiebig und kameradschaftlich gehalten wurde. Er wirkte bis 1865 in zahlreichen nordwestlichen Bundesstaaten erfolgreich als Leiter der Volksmissionen und übernahm zuerst eine Pfarrei in Detroit, dann eine in New Orleans unter deutschen Auswanderern. Als im September 1867 eine Gelbfieberepidemie mit Tausenden von Toten in der Stadt ausbrach, infizierte sich der unermüdlich tätige Seelos bei der Krankenpflege und starb im Alter von erst 48 Jahren. Verehrung: Am 9. April 2000 wurde Franz Xaver Seelos von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Seitdem hat nach den USA auch in Deutschland seine Verehrung eingesetzt. In der Füssener Stadtpfarrkirche St. Mang erinnert ein Gedenkschrein an den Seligen.    Weitere Heilige des Tages:
Faustyna Kowalska, Ordensfrau, Mystikerin
Anna Schäffer, Dulderin, Mystikerin
Raimund von Capua, Ordensreformer
Lebensdaten: geboren 1384 in Rom, gestorben am 9. März 1440 ebendort Lebensgeschichte: Die adlige Römerin Francesca Bussa de Buxis de Leoni spielte als Kind mit Vorliebe „Märtyrin“ und wollte gerne Nonne werden. Doch sie wurde bereits mit zwölf Jahren mit Lorenzo de Ponziani vermählt, dem päpstlichen Stadtkommandanten. Das Ehepaar war bis zu seinem Tod 40 Jahre später verheiratet und hatte sechs Kinder, von denen zwei an der Pest starben. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Vanozza und mit dem Einverständnis der Ehemänner wandelte sie den Stadtpalast in Trastevere in ein geistliches Einkehrhaus und während der großen Pestepidemie in ein Krankenhaus um, was bei den Römern jedoch lediglich für Achselzucken und Spott sorgte: Immerhin stritten zu der Zeit bis zu drei Päpste um die Macht über eine Kirche, die kaum noch Ansehen genoss. Damals weideten Schafe im Petersdom. Die Frauen kümmerten sich aufopfernd um die Kranken, beteten und opferten, so weit es ihre sonstigen Pflichten zuließen. Es hieß, Franziska könne Frauenleiden auf wunderbare Weise lindern und schliefe oft nur zwei Stunden. 1425 gründete Franziska die „Gemeinschaft der Oblatinnen des Olivetanerklosters bei (der Kirche) S. Maria Nuova“ nach der Regel der Benediktiner und kaufte 1433 für die Gemeinschaft ein Haus, das bis heute existiert. Nach dem Tod ihres Mannes 1436 trat sie selber in ihr Kloster ein und wurde bald zur Oberin gewählt. Franziska war mystisch begnadet und hatte zahlreiche Visionen, die ihr Beichtvater aufschrieb. In ihren letzten Lebensjahren sah sie immer einen Engel an ihrer Seite. Sie starb am 9. März 1440 in ihrem Ordenshaus. Verehrung: Franziska wurde in der Kirche S. Maria Nuova in Rom bestattet, die heute S. Francesca Romana heißt. 1608 wurde sie heiliggesprochen. Darstellung: im schwarzen Kleid und weißem Schleier, der Tracht der Römerinnen, mit Buch und Schutzengel Patronin: von Rom, der Frauen und – wegen des Schutzengels, der sie ständig begleitete – der Autofahrer   Weitere Heilige des Tages:
Bruno von Querfurt, Bischof, Glaubensbote, Märtyrer
Domenico Savio, Schüler Don Boscos
Eugenia Maria von Jesus, Ordensgründerin
Gregor von Nyssa, Kirchenvater, Bischof
Lebensdaten: geboren am 15. Juli 1850 in Sant’Angelo Lodigiano bei Mailand, gestorben am 22. Dezember 1917 in Chicago Lebensgeschichte: Franziska war das 13. Kind einer Bauernfamilie und sorgte schon als Jugendliche für bedürftige Kinder. Sie wurde Lehrerin und trat 1874 dem Orden der Vorsehungsschwestern in Codogno bei. Nach der Auflösung des Ordens gründete sie 1880 den Orden der „Missionarinnen vom Heiligsten Herzen Jesu“, den sie als Oberin leitete. Den Ordensnamen Francesca Saviera nahm sie aus Verehrung des heiligen Franz Xaver an. Auf Bitten von Papst Leo XIII. ging sie 1888 statt wie geplant nach China in die USA, um den italienischen Auswanderern religiös und karitativ beizustehen, besonders jenen, deren Hoffnungen sich nicht erfüllt hatten und die nun in großer Armut lebten. Seit 1909 amerikanische Staatsbürgerin, gründete sie in den Vereinigten Staaten und Lateinamerika insgesamt 67 Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster. Vom Mutterhaus in Chicago aus organisierte und leitete sie alles, wobei sie täglich bis zu 20 Stunden im Einsatz war. Sie starb im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Malariainfektion. Verehrung: 1946 wurde Franziska Xaviera von Papst Pius XII. als erste US-Bürgerin heiliggesprochen und 1950 zur Patronin der Auswanderer ernannt. Seit 1946 trägt im Bistum Regensburg ein Haus der Katholischen Jugendfürsorge ihren Namen. Patronin: der Migranten     Weitere Heilige des Tages:
Jutta von Sponheim, Reklusin
Lebensdaten: geboren in Irland, gestorben am 6. März 538 im heutigen Bad Säckingen Lebensgeschichte: Fridolin stammte einer Lebensbeschreibung des 10. Jahrhunderts nach aus Irland und war zuerst als Glaubensbote in Gallien tätig, wo er das in der Völkerwanderung verwüstete Grab Hilarius’ von Poitiers wiedererrichtete und den Kult des Heiligen entlang der Mosel und rheinaufwärts verbreitete. Der Name des heiligen Hilarius versteckt sich in den Gründungen Fridolins wie Eller (bei Cochem) und Glarus. Auf der Rheininsel Säckingen östlich von Basel erbaute Fridolin, der „Apostel des badischen Oberlandes“, ein Doppelkloster, das älteste Kloster Süddeutschlands, von dem die Missionierung des heutigen Baden-Württemberg ausging. Seine Gebeine ruhen bis heute in der Stiftskirche von Säckingen, dem sogenannten Fridolinsmünster, in einem Silberschrein. Weitere Reliquien befinden sich im Wiener Stephansdom. Legende: In der Legenda aurea findet sich der Bericht, wonach der heilige Fridolin den reichen Bauern Urso aus seinem Grab holte, um sich von ihm vor Gericht eine Schenkung bezeugen zu lassen. Brauchtum: Der Fridolinstag wird in Säckingen bis heute mit einer großen Prozession und einem Volksfest begangen. Fridolin steckt auch hinter dem „Fritschi-Vater“, der Traditionsfigur der Luzerner Fastnacht. Darstellung: mit einem Skelett, mit Wanderstab Patron: von Säckingen, des Kantons Glarus, der Schneider und des Viehs, gegen Feuer und Überschwemmung, Kinderkrankheiten, Bein-, Knie- und Armleiden   Weitere Heilige des Tages:
Franziska Streitel, Ordensgründerin
Coletta von Corbie, Reformerin der Klarissen
Rosa von Viterbo, Mystikerin
Lebensdaten: geboren am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth (Düsseldorf), gestorben am 7. August 1635 in Trier Lebensgeschichte: Friedrich Spee von Langenfeld war der Sohn des kurkölnischen Amtmanns und Burgvogts von Kaiserswerth und besuchte in Köln das Gymnasium sowie die Universität. Von der Fernostmission eines Franz Xaver begeistert, trat er 1610 gegen den elterlichen Willen dem Jesuitenorden bei. Kurz vor seiner Priesterweihe 1622 erschienen bereits die ersten seiner rund 130 Kirchenlieder. Dann wirkte er an der von seinem Orden betriebenen Paderborner Academia Theodoriana als Hochschullehrer zuerst für Philosophie und später für Moraltheologie. Nach der kriegsbedingten Schließung der Hochschule wurde er vom Orden bei der Rekatholisierung des Amts Peine (Niedersachsen) eingesetzt, bei einem Überfall jedoch schwer verletzt: Ein Attentäter zertrümmerte ihm 1629 die Schädeldecke mit dem Griff seiner Pistole. Während seiner Zeit als Professor in Köln erschien 1631 anonym und unter Umgehung der ordensinternen Zensur Spees berühmtestes Werk, die „Cautio criminalis – Vorsicht beim Urteilen“, eine für damalige Verhältnisse geradezu tollkühne Kritik der Hexenprozesse. Spee prangerte die unvorstellbare Grausamkeit bei Folter und Hinrichtungen an und stellte die Beweiskraft von erzwungenen „Geständnissen“ in Abrede. Ihm wurde die Lehrerlaubnis entzogen und der Ordensausschluss angedroht, er riskierte überdies, als Verteidiger der „Hexen“ selbst verurteilt zu werden. Vom Oberen der deutschen Ordensprovinz wurde Spee 1632 gegen den Willen des Ordensgenerals in Rom nach Trier versetzt, wo er als Professor für Moraltheologie und ab 1634 für Bibelwissenschaft amtierte – allerdings wurde er nicht zu den letzten Gelübden zugelassen 1635 zog sich Spee bei der Betreuung verwundeter Soldaten eine tödliche Infektion zu. Verehrung: Spees Grab in der Trierer Jesuitenkirche geriet bald in Vergessenheit, während sein Nachruhm durch den Druck seiner Liedsammlungen wie der „Trutz-Nachtigall“ (gegen Luther, der „Nachtigall von Wittenberg“) wuchs. Seine bekanntesten Lieder wie „O Heiland, reiß den Himmel auf“, „Zu Bethlehem geboren“, „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ und „Ihr Freunde Gottes allzugleich“ werden heute noch gesungen. Spees Gebeine wurden 1980 identifiziert, in einen spätantiken Sarkophag umgebettet und mit einem Denkmal geehrt. Der bislang letzte Anlauf zur Seligsprechung scheiterte 1985 an der Skepsis der Ordenszentrale in Rom, ob Spee denn im Ruf der Heiligkeit stehe und Gläubige sich im Gebet an ihn wendeten.     Weitere Heilige des Tages:
Afra, Märtyrin
Kajetan Thiene, Ordensgründer
Xystus II., Papst, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1250 in Regensburg, gestorben am 29. November 1329 ebendort Lebensgeschichte: Friedrich gehörte einer alteingesessenen Regensburger Familie an und hat Albertus Magnus als Bischof erlebt. Ein Bekehrungserlebnis führte ihn ins 1267 gegründete Augustinerkloster, wo er vermutlich als erster seine Profess ablegte und sein Leben lang als Tischler tätig war. Friedrich genoss seiner Frömmigkeit, seines Gehorsams und seiner Nächstenliebe wegen schon zu Lebzeiten den Ruf eines Heiligen. Er starb am Vorabend des Andreastags 1329, nachdem er auf dem Totenbett noch seine Mitbrüder um ihr Gebet und ihre Verzeihung gebeten hatte. Verehrung und Brauchtum: Friedrichs Grab war im 15. und 16. Jahrhundert wegen der vielen Gebetserhörungen und Wundergeschichten stark besucht. Das bekannteste Wunder erzählt, dass ein Engel Friedrich die heilige Kommunion in seine Werkstatt brachte, weil er nicht an der heiligen Messe teilnehmen konnte. Tatsächlich war die eucharistische Verehrung zentral für das Augustinerkloster gewesen. Nachdem sich der Münnerstädter Augustinerprior Pius Keller lange für Friedrich eingesetzt hatte, genehmigte Papst Pius X. 1909 seine Verehrung. 1913 wurden seine Reliquien feierlich in die Cäcilienkirche des neuen Augustinerklosters übertragen, wo sie in der Friedrichskapelle ruhen. Alljährlich findet an seinem Gedenktag eine Wallfahrt des Augustinerordens zu seinem Grab statt.   Weitere Heilige des Tages:
Marie-Clémentine Anuarite Nengapeta, Ordensfrau, Märtyrin
Francesco Antonio Fasani, Ordenspriester
Franz Joseph Rudigier, Bischof
Sernin von Toulouse, Bischof, Märtyrer
Lebensdaten: gestorben am 27. März 1178 in Engelberg, Schweiz Lebensgeschichte: Frowin war Mönch des Klosters Sankt Blasien im Schwarzwald, wo er 1141 nachweislich die Chroniken abschreiben und die Klostergeschichte anfertigen ließ. 1147 wurde er als Abt in das verfallende Kloster Engelberg gesandt, das er einer Reform unterzog und zu einem der Höhepunkte der Kultur des Mittelalters führte. Er gründete eine Klosterschule, legte eine Bibliothek an und richtete eine Schreib- und Malschule nach dem Muster Sankt Blasiens ein. Aus dieser Zeit sind 40 Codices erhalten, und Abt Frowin selbst hat zwei Werke verfasst: den umfangreichsten Vaterunser-Kommentar des Mittelalters sowie eines über die Willensfreiheit, in dem der Einfluss Peter Abaelards erkennbar ist. Abt Frowin leitete Engelberg nach der Gründung eines Nonnenkonvents als Doppelkloster, das auch nach seiner 30jährigen Amtszeit als Zentrum religiösen, geistigen und künstlerischen Lebens erhalten blieb. Er starb im Kloster Engelberg am 27. März 1178. Verehrung: Frowin wird als Seliger verehrt. Sein Grabmal ist bis heute in der Klosterkirche in Engelberg erhalten.   Weitere Heilige des Tages:
Haimo von Halberstadt, Bischof
Isaak von Konstantinopel, Abt
Joseph Peter Coudrin, Ordensgründer
Geschichte: Der Engel Gabriel erscheint dem Propheten Daniel im gleichnamigen alttestamentlichen Buch in Gestalt eines Mannes, deutet Daniel seine Visionen und offenbart ihm den Plan Gottes. Im spätjüdischen äthiopischen Henochbuch zählt er zu den vier höchsten Engeln und gehört zur Siebener-Gruppe der Engelsfürsten. Gabriel steht zur Linken Gottes und beschützt wie Michael das Volk Israel gegen die Engel anderer Nationen. Als „Erzengel“ bezeichnen ihn erst nachbiblische, frühchristliche Schriften. Die jüdische Tradition identifiziert ihn als göttliche Stimme beim Befehl zum Bau der Arche Noah, bei der Rettung Isaaks vor seiner Opferung durch Abraham und bei der angekündigten Zerstörung Jerusalems im Buch Ezechiel als den „Mann, der ein leinenes Gewand anhatte; an seinem Gürtel hing Schreibzeug.“ Im Lukasevangelium ist seine Bedeutung gewaltig: Darin tritt er als Bote Gottes auf und kündigt Zacharias die Geburt Johannes’ des Täufers an sowie Maria die Geburt Jesu. Verehrung: Gabriel wird im Islam als Vermittler der koranischen Offenbarung an Mohammed verehrt. Die berühmteste Gabrielskirche ist das griechisch-orthodoxe Gotteshaus in Nazareth, das Gegenstück zur katholischen Verkündigungsbasilika, das über dem Brunnen gebaut wurde, in dem der Überlieferung nach Maria Wasser geschöpft hat. Besondere Verehrung genießt Gabriel auf ungenannte Weise: beim dreimal täglichen Angelusgebet „Der Engel des Herrn“. 1951 erhob Papst Pius XII. Gabriel zum himmlischen Patron aller Telekommunikationsberufe. Seit der Heiligenkalenderreform im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils werden die Erzengel Michael, Gabriel und Raphael zusammen am 29. September gefeiert, dem Tag zweier Michaelskirchenweihen. Darstellung: bei der Verkündigung, mit Lilienszepter, Trompete oder Schriftrolle Patron: von Portugal, Santander, der Telekommunikationsberufe, der Boten und Postangestellten, der Diplomaten, der Briefmarkensammler und Zeitungsträger    Weitere Heiliges des Tages:
Michael und Raphael, Erzengel
Lebensdaten: geboren am 1. März 1838 in Assisi, gestorben am 27. Februar 1862 in Isola del Gran Sasso, Abruzzen Lebensgeschichte: Francesco Possenti kam als elftes Kind des Stadtgouverneurs von Assisi am 1. März 1838 zur Welt. Als er drei Jahre alt war, zog die Familie nach Spoleto, wo ein Jahr später die Mutter starb. Der intelligente Junge ging bei den Christlichen Schulbrüdern und den Jesuiten zur Schule, ließ aber keine besonders fromme Prägung erkennen, sondern führte ein besonders freizügiges Leben. Doch einige Schicksalsschläge folgten; zuerst wurde er schwer krank, dann starben kurz hintereinander zwei seiner Geschwister. Aus dem leichtfertigen Lebemann wurde ein nachdenklicher junger Mann. Am 22. August 1856 betrachtete er lange ein Bild der Schmerzhaften Gottesmutter, das er sehr verehrte, und hörte die „Addolorata“ sagen: „Auf was wartest du? Folge deiner Berufung!“ Er trat daraufhin in den Passionistenorden ein und erhielt den Namen Gabriel von der Schmerzhaften Gottesmutter. Voller Eifer begann er Theologie und Philosophie zu studieren, er wurde ein inniger Beter und großer Marienverehrer. Gabriel war am richtigen Platz angekommen, wie er seinem Vater schrieb: „Mein Leben ist eine einzige Freude. Die Zufriedenheit, die ich verspüre, ist einfach unaussprechlich. Ich würde nicht einmal eine Viertelstunde dieses Lebens eintauschen.“ Doch schon bald wurde er sehr krank und starb mit nur 23 Jahren am 27. Februar 1862 an Lungentuberkulose im Konvent von Isola del Gran Sasso d’Italia. Verehrung: Gabriel wurde 1908 selig- und 1920 heiliggesprochen. Manchenorts wird er als Patron der studierenden Jugend, besonders der Theologiestudenten, verehrt. In den USA bemüht sich die St. Gabriel Possenti Society um seine Ernennung zum Patron der Schusswaffenbenutzer, weil der Heilige während der italienischen Befreiungskriege zwei Soldaten die Waffen abgenommen hätte. Patron: aller, die auf der Suche nach der Freude sind, die nie vergeht   Weitere Heilige des Tages:
Anne Heighame Line, Märtyrin
Gregor von Narek, Mönch, Mystiker, Kirchenlehrer
Lebensdaten: geboren um 550 in Nordirland, gestorben am 16. Oktober gegen 650 in Arbon, Schweiz Lebensgeschichte: Einer irischen Überlieferung nach war Gallus (oder Gallech) ein irischer Königssohn und mit der hl. Brigida verwandt. Er wurde im Kloster Bangor ausgebildet und vom hl. Kolumban dort zum Priester geweiht. Gallus’ Name und seine Beherrschung des Alemannischen weisen dagegen auf eine Beheimatung in den Vogesen. Um 590 begleitete er Kolumban als einer von dessen zwölf Gefährten zur Mission aufs europäische Festland, wo sie in Burgund das Kloster Luxeuil gründeten. Etwa 20 Jahre später wandten sich Kolumban und Gallus der Alemannenmission zu, scheiterten jedoch wegen ihrer Angewohnheit, Götzenbilder zu verbrennen und in den Bodensee zu werfen. 612 ließ Kolumban den fieberkranken Gallus in Bregenz zurück und verbot ihm die Mission und die Messfeier. Gallus wurde von einem Priester namens Willimar in Arbon gesundgepflegt, dessen Diakon Hiltibod ihm einen geeigneten Platz für eine Einsiedelei im Arbonerforst wies; dort, am Wasserfall der Steinach, errichtete Gallus seine Zelle, wo er durch das Beispiel seiner schlichten, naturverbundenen und frommen Lebensführung zu einem großen Glaubensboten wurde. 615, nach Kolumbans Tod, erhielt er dessen Abtsstab und hielt ihm die Totenmesse. Gallus lehnte später die Berufung zum Bischof von Konstanz sowie die angetragene Abtswürde von Luxeuil ab und starb mit 95 Jahren. Legende: Auf dem Weg zur Quelle der Steinach habe ein Otter Gallus beim Fischen geholfen und dafür die Hälfte des Fangs erhalten. Einen Bären, der sein Abendessen gefressen hatte, verdonnerte Gallus zur Hilfe am Bau seiner Zelle, und danach verließ ihn das wilde Tier nicht mehr, sondern lebte vom kameradschaftlich geteilten Brot. Verehrung: Über Gallus’ Zelle entstand eine Eremitensiedlung und ab 719 das nach ihm benannte Benediktinerkloster, das dank der von den Wikingern aus Irland vertriebenen Gelehrten und Künstlern ein geistig-kulturelles Zentrum ganz Europas wurde. Gallus’ Grab wurde zum Wallfahrtsort, seine Kopfreliquie soll jedoch in der Prager Galluskirche Sv. Havla ruhen. Darstellung: als Mönch mit dem Abtsstab Kolumbans, als Pilger mit Bär Patron: der Stadt, des Kantons und des Bistums St. Gallen, des Federviehs, der Fieberkranken   Weitere Heilige des Tages:
Gerhard Majella, Ordensmann, Mystiker
Hedwig von Schlesien, Herzogin, Wohltäterin, Ordensfrau
Margareta Maria Alacoque, Ordensfrau, Mystikerin