Heilige
Lebensdaten: geboren um 800 in Tours, gestorben am 20. März 851 in Erstein, Elsass Lebensgeschichte: Irmgard war die Tochter des Grafen Hugo von Tours und wurde vermutlich im Kloster von Brixen erzogen, wo sie auch zur Äbtissin erwählt worden sein soll. Im Jahr 821 wurde sie jedoch mit Kaiser Lothar I. vermählt, von dem sie sieben Kinder bekam. Inmitten einer halbbarbarischen Gesellschaft setzte sie Maßstäbe christlicher Zurückhaltung und wirkte besänftigend auf ihren Mann ein. Zahlreiche kirchliche Stiftungen gehen auf sie zurück, darunter besonders die Frauenabtei Erstein im Elsass, die sie zusammen mit ihrer Tochter Rotrud, der ersten Äbtissin, gründete. Dorthin zog sich die Kaiserin zurück, und dort starb sie am 20. März 851. Verehrung: Das Kloster wurde 1422 aufgehoben und ging in den Besitz des Bistums Straßburg über, die letzten Gebäudeteile verschwanden 1818. Irmgards Grabstätte, deren Epitaph Rabanus Maurus geschrieben hatte, war bereits während der Französischen Revolution zerstört worden. Eine Chronik aus dem Jahr 855 nennt Irmgard eine „allerchristliche Königin“. Im Elsass wurde sie zu allen Zeiten als Heilige verehrt. Darstellung: als Kaiserin mit einem Kirchen- oder Klostermodell Weitere Heilige des Tages:
Claudia, Märtyrin
Claudia, Märtyrin
Lebensdaten: geboren um 830 in Regensburg, gestorben am 16. Juli 866 in Frauenchiemsee Lebensgeschichte: Irmgard war eine Tochter Ludwigs des Deutschen und seiner Frau Hemma und wurde wie ihre Schwestern Hildegard in Zürich und Berta in Schwarzach Klostervorsteherin, nämlich im Stift Buchau am Federsee, das ihr Vater ihr geschenkt hatte. Nach 857 kam sie in das Tassilokloster auf Frauenchiemsee, wo sie aller Wahrscheinlichkeit nach als Äbtissin amtierte. Sie führte dort die Benediktsregel ein und stellte die verfallenden Gebäude wieder her. Sie starb am 16. Juli 886 und wurde unter einem Pfeiler des Münsters von Frauenwörth bestattet, was für die sofort einsetzende Verehrung der „zweiten Stifterin“ des Klosters spricht. Verehrung/Brauchtum: Abt Gerhard von Seeon erhob 1004 ihre Gebeine, wobei er ihre Hauptreliquie nach Seeon brachte. 1631 wurden die Reliquien Irmgards ein zweites Mal umgebettet und 1922 ein drittes Mal, wobei ihre Kopfreliquie nach Frauenwörth zurückkehrte. Nachdem ihr Kult 1928 durch Papst Pius XI. offiziell anerkannt wurde, erfolgte 1929 endlich ihre Seligsprechung durch Michael Kardinal Faulhaber. 2003 wurden die kompletten Gebeine der Seligen in einen gläsernen Schrein in der Klosterkirche zusammengeführt. Der Irmengardstag wird auf Frauenwörth immer an dem Sonntag festlich begangen, der dem Gedenktag am 16. Juli am nächsten steht. Irmgards Grab wird traditionell von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch besucht. Darstellung: als Äbtissin mit flammendem Herzen, Glocke oder Glockenturm Patronin: des Chiemgaus, bei Kinderwunsch Weitere Heilige und Gedenktage:
Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel
Elvira von Öhren, Äbtissin
Maria Magdalena Postel, Gründerin
Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel
Elvira von Öhren, Äbtissin
Maria Magdalena Postel, Gründerin
Lebensdaten: geboren am 10. Januar 1607 in Orléans, gestorben am 18. Oktober 1646 in Ossernenon, heute Auriesville, New York Lebensgeschichte: Isaac Jogues war das fünfte von neun Kindern eines angesehenen Weinhändlers und Stadtkonsuls von Orléans. Er ging bei den Jesuiten seiner Heimatstadt zur Schule und trat 1624 das Noviziat des Ordens in Rouen an. Nach Philosophie- und Theologiestudien in den Kollegien von La Flèche und Paris wurde er 1636 zum Priester geweiht und schiffte sich kurz darauf mit weiteren Jesuitenmissionaren nach Neufrankreich ein. Pater Jogues landete in Québec und folgte dem St. Lorenzstrom flussaufwärts 800 Meilen ins Landesinnere, um Jean de Brébeuf zu unterstützen und sich mit der Sprache und den Lebensgewohnheiten der Huronen vertraut zu machen, wobei die Ureinwohner mittlerweile starke Vorbehalte gegen die „Schwarzröcke“ hatten, die sie für eingeschleppte Seuchen verantwortlich machten. Trotzdem erfolgten ab 1637 erste Taufen. 1639 reiste Jogues mit seinem Mitbruder Pater Charles Garnier weiter zum „Tabak-Volk“ der Petun am Ostrand des Huronsees, wo sie überhaupt nicht willkommen waren, und drang dann bis zu den Stromschnellen des Michigansees beim heutigen Sault Sainte-Marie, wo sich Pater Charles Raymbaut niedergelassen hatte. Im Sommer 1642 wurden sie von feindlichen Mohawks überfallen und unter Folter und Misshandlungen gefangengehalten – Jogues wurden unter anderem die Nägel ausgerissen und die Finger bis auf die Knochen abgenagt. Der linke Daumen wurde ihm abgehackt. Auf dem Weg von einem Lager zum anderen wurde er im Herbst 1643 von holländischen calvinistischen Siedlern entdeckt, die ihm zur Flucht verhalfen. Jogues wurde nach Neu-Amsterdam (heute New York) gebracht und reiste von dort zurück nach Frankreich, wo er als „lebender Märtyrer“ bis an den königlichen Hof herumgereicht wurde. Papst Urban VIII. erteilte ihm den außerordentlichen Dispens, mit verstümmelten Daumen und Zeigefingern das Messopfer zu feiern. Eineinhalb Jahre darauf kehrte er nach Québec zurück, durfte allerdings nicht wieder sein Missionsgebiet aufsuchen, sondern wurde von seinen Ordensoberen und den französischen Siedlern als Unterhändler eingesetzt, um von den feindlich gesinnten Irokesen sicheres Geleit für Handel und Reisen zu erreichen. Im Herbst 1646 ging seine Friedensmission gründlich schief. Für Seuchen und Missernten verantwortlich gemacht und als Hexer verdächtig, wurde er in einem Mohawk-Lager mit einem Tomahawk-Schlag auf den Kopf getötet, enthauptet und skalpiert zur Schau gestellt. Sein Leichnam wurde in den Mohawk-Fluss geworfen. Anderntags erlitten auch sein Begleiter Jean de Lalande und ein getaufter Hurone das Martyrium. Verehrung: Isaac Jogues wurde 1930 gemeinsam mit Jean de Brébeuf und sechs weiteren Jesuitenmärtyrern Neufrankreichs heiliggesprochen. Seine Reliquien werden in der Kathedrale Notre-Dame de Québec verehrt. Darstellung: bei seinem Martyrium, auf Porträts mit Kopfwunde Weitere Heilige des Tages:
Jean de Brébeuf und Gefährten, Ordenspriester, Märtyrer
Laura von Córdoba, Äbtissin
Paul vom Kreuz, Ordensgründer, Mystiker, Volksprediger
Jean de Brébeuf und Gefährten, Ordenspriester, Märtyrer
Laura von Córdoba, Äbtissin
Paul vom Kreuz, Ordensgründer, Mystiker, Volksprediger
Lebensdaten: geboren am 3. März 1224, gestorben am 23. Februar 1269 in Longchamp bei Paris Lebensgeschichte: Isabelle war die Schwester von König Ludwig IX., dem Heiligen. Sie wurde von ihrer Mutter, Königin Blanka von Kastilien, streng religiös erzogen und sollte im Interesse der Dynastie möglichst vorteilhaft verheiratet werden, was jedoch misslang. Nach dem Tod der Mutter legte sie ein Keuschheitsgelübde ab und verwendete ihre Mitgift für die Gründung eines Klarissenklosters. Isabelle verfasste selber eine Ordensregel und ließ sich dazu vom heiligen Bonaventura beraten, der gerade in Paris weilte und hinsichtlich des Armutsgelübdes einen moderaten Standpunkt vertrat. Sie selbst bewohnte im Klosterbezirk ein eigenes Haus und legte auch keine Profess ab. Unter ihrem Einfluss gründeten ihre Nichten, die Töchter König Ludwigs des Heiligen, ebenfalls Klarissenklöster nach der Regel von Longchamp. Isabelle von Frankreich starb am 23. Februar 1269 und wurde in der Klosterkirche bestattet. Während der Französischen Revolution wurde die Abtei zerstört. Heute befindet sich auf dem Gelände die Pferderennbahn Longchamp. Verehrung: Isabelle wurde von Papst Leo X. im Jahr 1521 heiliggesprochen. Darstellung: als Klarissin mit Krone, der Gottesmutter ein Klostermodell reichend, manchmal mit Lilienzweig Weitere Heilige und Feste des Tages:
Kathedra Petri
Margareta von Cortona, Mystikerin
Richard Henkes, Ordenspriester, Glaubenszeuge
Kathedra Petri
Margareta von Cortona, Mystikerin
Richard Henkes, Ordenspriester, Glaubenszeuge
Lebensdaten: geboren um 560 in Cartagena (Murcia), gestorben am 4. April 636 in Sevilla Lebensgeschichte: Isidor stammte aus einer angesehenen hispano-römischen Familie, die wenige Jahre nach seiner Geburt die byzantinisch besetzte Küstenstadt Carthago Nova für Sevilla verlassen hatte, der Hauptstadt des westgotischen Reichs von Toledo. Nach dem Tod des Vaters übernahm sein Bruder Leander seine Erziehung und gediegene Ausbildung. Leander, Abt des Klosters von Sevilla und ab 576 Erzbischof der Stadt und der Provinz Hispania Baetica, bewirkte den Übertritt des arianischen Herrschers Rekkared zur katholischen Kirche und stattete seinen Bischofssitz mit einer der größten Bibliotheken seiner Zeit aus – viele Werke hatte er selber aus Rom und Konstantinopel mitgebracht, andere Manuskripte stammten von Christen, die aus Nordafrika geflohen waren. Nach dem Tod Leanders 601 folgte ihm Isidor ins Bischofsamt nach und führte die guten Beziehungen zum Königshof und den Ausbau der Bibliothek weiter, die er zur Abfassung eines riesigen enzyklopädischen Werks nutzte, mit dem er das rechtgläubige christliche Volk intellektuell gegen Anfeindungen wappnen wollte. Durch mehrere Synoden und Konzilien konnte er den Arianismus im Westgotenreich komplett zurückdrängen. Als Oberhirte wachte er über die Ausbildung der Kleriker, gründete dazu bischöfliche Schulen und protegierte die damals noch wenigen Klöster. Nachdem König Suinthila seine Geburtsstadt Cartagena befreit und die Byzantiner aus Spanien vertrieben hatte, berief Isidor 633 das IV. Konzil von Toledo ein, wo er mit der Formulierung „rex, gens, patria – ein König, ein Volk, ein Vaterland“ viel für die Verschmelzung der hispano-römischen Bevölkerungsschicht mit der westgotischen getan hat. Bis zu seinem Tod arbeitete er an den 20 Büchern der Etymologiæ, die das gesamte Wissen seiner Zeit sowie zahlreiche klassische Werke überliefern, von denen die Nachwelt sonst nicht wüsste. Mit Isidor, der das mittelalterliche Bildungswesen mit seiner Fächeraufteilung begründete und die antike Gelehrsamkeit an die nachfolgenden Generationen weiterreichte, endet die Epoche der Kirchenväter. Verehrung: Isidor wurde in Sevilla begraben. König Ferdinand I. erreichte 1063 von den arabischen Eroberern die Herausgabe seines Sarkophags und ließ ihn in der eigens erbauten Isidor-Basilika in León bestatten. Er wurde 1598 heiliggesprochen und 1722 zum Kirchenlehrer erhoben. Reliquien werden auch in der Kathedrale von Murcia verehrt. Vielfach wird Isidor, der einem Mondkrater den Namen gegeben hat, als Patron des Internets bezeichnet. Dafür gibt es aber keine belastbaren Hinweise. Darstellung: als Bischof mit Stift oder Buch, Bienen oder Bienenstock Patron: von Spanien und Sevilla Weitere Heilige des Tages:
Benedikt der Mohr, Einsiedler, Ordensoberer
Eva von Lüttich, Reklusin
Heinrich Richter, Priester, Märtyrer
Konrad von Weißenau, Propst
Benedikt der Mohr, Einsiedler, Ordensoberer
Eva von Lüttich, Reklusin
Heinrich Richter, Priester, Märtyrer
Konrad von Weißenau, Propst
Lebensdaten: geboren am 11. März 1910 in Aljustrel/Fátima, gestorben am 20. Februar 1920 in Lissabon Lebensgeschichte: Jacinta kam am 11. März 1910 in einer armen Bauernfamilie im kleinen Ort Aljustrel zur Welt und hütete schon als kleines Kind zusammen mit ihrem älteren Bruder Francisco und ihrer Cousine Lucia dos Santos die Schafe der Familie. 1916 erschien den drei Kindern ein Engel, der sie am 13. Mai des nächsten Jahres zur Cova da Iria („Friedensmulde“) bestellte. Am besagten Tag begegnete ihnen dort eine ganz in weiß gekleidete, junge Frau, die sie als die Jungfrau Maria erkannten und die sie bat, am 13. eines jeden Monats wiederzukommen. Statt Stillschweigen zu bewahren, plauderte die siebenjährige Jacinta ihr Geheimnis aus. Zunächst mussten die Kinder viel Leid erdulden, denn man glaubte ihnen nicht. Doch sie kamen jeden Monat wieder, und die Gottesmutter offenbarte ihnen im Laufe der Zeit drei große Geheimnisse. Immer mehr Menschen begleiteten die Kinder. Am 13. September waren es bereits 15.000, am 13. Oktober mehr als 50.000 Menschen, die zumindest seltsame Lichterscheinungen beobachten konnten. Augenzeugen berichteten, dass sich die Sonne rasend schnell zu drehen begann und dabei bunte Strahlen sichtbar wurden. Drei Geheimnisse offenbarte die „schöne Dame“ den Kindern: eine Vision von der Hölle – die besonders Jacinta beeindruckte und sie zu einer gesundheitsgefährdenden Fastenpraxis führte –, die Ankündigung des Zweiten Weltkriegs und die Bekehrung Russlands sowie die Vision eines bewaffneten Angriffs auf eine Gruppe von kirchlichen Würdenträgern. Diese letzte Vision deutete Papst Johannes Paul II. als eine Vorankündigung des Attentats auf ihn am „Fátimatag“, dem 13. Mai 1981. Auch ihr eigenes Schicksal hatte die Gottesmutter den Kindern vorausgesagt. Im Dezember 1918 erkrankten die Geschwister an der Spanischen Grippe. Francisco starb daran, Jacinta erholte sich noch einmal. Doch Anfang 1920 zog sie sich eine eitrige Brustfellentzündung zu, der sie nach schwerem Leiden am 20. Februar im Krankenhaus in Lissabon erlag. Ihrer Erzählung nach war ihr Maria auch im Krankenhaus noch mehrmals erschienen. Verehrung/Brauchtum: Nach mehreren Stationen wurden die Gebeine Jacintas zusammen mit denen ihres Bruders Francisco in der Basilika in Fátima beigesetzt. Am 13. Mai 2000 wurden sie und ihr Bruder Francisco von Papst Johannes Paul II. bei seiner Wallfahrt nach Fátima im Beisein der 93-jährigen Lucia seliggesprochen. Heiliggesprochen wurde sie am 13. Mai 2017 von Papst Franziskus anlässlich seines Besuchs ebenfalls in Fátima zur 100. Wiederkehr der Marienerscheinungen. Vielerorts wurden Fátimakapellen errichtet und Fátimastatuen in die Kirchen gestellt. An vielen Wallfahrtsorten wird der Fátimatag feierlich begangen. Das Rosenkranzgebet, das die Gottesmutter den Kindern besonders ans Herz gelegt hat, entdeckten viele Gläubige durch die Ereignisse in Fátima wieder neu. Patronin: der Kranken, Gefangenen und um ihres Glaubens Willen Verfolgten Weitere Heilige des Tages:
Jordan Mai, Laienbruder
Jordan Mai, Laienbruder
Lebensdaten: geboren am 18. September 1803 in Croth, Normandie, gestorben am 9. September 1864 in Sainte-Croix, Mauritius Lebensgeschichte: Jacques-Désiré Laval stammte aus einer begüterten Familie, verlor mit sieben Jahren seine Mutter und besuchte die Pfarrschule seines Onkels und anschließend das Knabenseminar von Évreux. Nach seinem Schulabschluss am angesehenen Collège Stanislas in Paris studierte Laval Medizin und ließ sich im Revolutionsjahr 1830 als Arzt in der Normandie nieder. Er führte ein elegantes, luxuriöses Leben, das ihn aber nicht ausfüllte; nachdem eine Verleumdungskampagne ihn zum Umzug gezwungen hatte, seine Liebe zu einer Cousine unerwidert blieb und er auch noch einen schweren Reitunfall erlitt, trat er 1835 ins Priesterseminar von Issy-les-Moulineaux bei Paris ein und wurde 1838 in der Kapelle des Seminars von Saint-Sulpice zum Priester geweiht. Zwei Jahre lang war er in dem Dorf Pinterville als Kaplan tätig, bis er sich den Missionaren vom Unbefleckten Herzen Mariens (später Spiritaner genannt) anschloss, die sich dem Apostolat unter ehemaligen Sklaven widmeten. 1841 legte er in Port-Louis auf der Zuckerrohrinsel Mauritius im Indischen Ozean an, wo kurz zuvor 70.000 Sklaven freigelassen worden waren. Pater Jakob lernte erst einmal Kreolisch, verfasste einen rudimentären Katechismus und band Menschen an sich, indem er die Armen und Verachteten höflich mit „Madame“ und „Monsieur“ anredete. Die von ihm ausgebildeten Katecheten kümmerten sich in ihren jeweiligen Bezirken um Arme, Kranke und Sterbende, feierten Andachten und unterrichteten die Menschen. Laval selbst wurde oftmals von den weißen Landbesitzern angefeindet und brauchte eine Weile lang sogar Polizeischutz. Er besaß nur eine geflickte Soutane, wohnte in einem Holzverschlag auf dem Kirchhof und besuchte die Insel auf dem Rücken eines Esels. Im Laufe der Jahre führte er 63.000 Menschen zur Taufe. Als 1854 die Cholera und 1856 die Pocken auf der Insel wüteten, widmete sich Pater Laval den Kranken und Sterbenden mit all seiner Kraft. 1864 starb er nach einer Serie von Schlaganfällen und wurde im Beisein von 40.000 Menschen bestattet. Verehrung: Seit 1976 ist Lavals Todestag Staatsfeiertag auf Mauritius. Papst Johannes Paul II. sprach den „Apostel von Mauritius“ 1979 selig. Bis heute pilgern jede Woche 10.000 Menschen unterschiedlicher Religionen zu seinem Grab, in der Nacht zum 9. September zählt man bis zu 150.000 Besucher. Am 9. September 2019 besuchte auch Papst Franziskus anlässlich seiner Afrikareise Lavals Grab. Weitere Heilige des Tages:
Petrus Claver, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin
Petrus Claver, Ordenspriester, Missionar
Seraphina Sforza, Äbtissin
Lebensdaten: geboren am See Genezareth, Galiläa, gestorben 44 in Jerusalem Lebensgeschichte: Jakobus, der Sohn des Fischereiunternehmers Zebedäus und dessen Frau Salome, gehörte mit seinem Bruder Johannes zu den vier erstberufenen Jüngern. Wegen ihres stürmischen Temperaments gab Jesus den Brüdern den Beinamen „Donnersöhne“. Jakobus, der in den Apostellisten vom Herrenbruder Jakobus dem Jüngeren unterschieden wird, gehörte mit Johannes und Petrus zu den Jüngern, die Jesus zu Zeugen besonderer Ereignisse wie der Auferweckung der Tochter des Jaïrus, der Verklärung auf dem Berg Tabor oder des Gebets am Ölberg heranzog. Der Überlieferung nach verkündete Jakobus in Samaria und Jerusalem das Evangelium. Im Jahr 44 wurde er auf Befehl des Königs Herodes Agrippa I. von Judäa mit dem Schwert hingerichtet (Apg 12,2) und war damit der Erste der Apostel, der das Martyrium erlitt. Verehrung: Um das Jahr 70 sollen Jakobus’ Gebeine auf den Sinai gebracht worden sein, wo man das heutige Katharinenkloster erbaute. Einer spanischen Lesart nach wären die Reliquien vor dem Ansturm des Islam nach Spanien gebracht worden, wenn Jakobus nicht gleich dort missioniert hätte, oder sein Leichnam hätte auf einem steuerlosen Boot in Galicien angelegt. Das Apostelgrab geriet in Vergessenheit, bis Jakobus selber es einem Einsiedler auf dem „Sternenfeld“ (Compostela) offenbarte. Über dem Grab entstanden ab dem 9. Jahrhundert nacheinander eine Kapelle, eine Kirche, eine Basilika und ein Erzbistum einschließlich Kathedrale. Besonders gefördert wurde der Kult vom asturischen Königshaus, nachdem Jakobus schon 844 als „Maurentöter“ (Matamoros) in eine Schlacht eingegriffen und den Sieg herbeigeführt hätte. Die Wallfahrt nach Santiago war im Mittelalter bereister als die nach Rom oder Jerusalem und zieht heute wieder unzählige Pilger und Wanderer an. Entlang der Route entstanden tausende Jakobskirchen, wobei einige besonders in Süddeutschland nichts mit der Wallfahrt, sondern mit Jakobus als Patron des staufischen Herrscherhauses zu tun haben. Der Jakobustag war früher ein Markttag, was sich als Jakobidult in Augsburg oder München bis heute erhalten hat. Die Jakobiäpfel wurden als die ersten reifen Äpfel des Jahres zur Segnung in die Kirche gebracht. Darstellung: als Pilger mit Stab, Beutel, Hut mit Jakobsmuschel oder Flasche, in Spanien als kämpfender Ritter Patron: von Spanien, Innsbruck, der Krieger, Arbeiter, Apotheker, Drogisten, Hutmacher, Wachszieher, Kettenschmiede, Pilger, des Wetters, der Äpfel, Feldfrüchte und gegen Rheumatismus Weitere Heilige des Tages:
Thomas von Kempen, Prior
Simeon Stylites der Ältere, Einsiedler
Thomas von Kempen, Prior
Simeon Stylites der Ältere, Einsiedler
Lebensdaten: geboren in Nazareth, gestorben 62 in Jerusalem Lebensgeschichte: „Jakobus, Sohn des Alphäus“, erscheint in allen Apostellisten (Mt 10,3; Mk 3,18; Lk 6,15; Apg 1,13) und wird zur Unterscheidung vom Zebedäussohn Jakobus dem Älteren „der Jüngere“ genannt. Traditionell wird er mit Jakobus „dem Kleinen“ gleichgesetzt, dem Sohn der „Maria, Frau des Klopas“, die mit ihrer Schwester Maria, der Mutter Jesu, unter dem Kreuz stand (Joh 19,25). Dieser Cousin Jesu wird nach semitischem Brauch als dessen „Bruder“ (Mt 13,55; Mk 6,3) und näherhin als „Herrenbruder“ bezeichnet (Gal 1,19). Für die Apostelgeschichte und den heiligen Paulus ist Jakobus die Führungspersönlichkeit der Jerusalemer Urgemeinde, eine „Säule“ der Kirche, welcher der Auferstandene eigens erschienen ist (Gal 2,9; 1 Kor 15,7). Beim Apostelkonzil fasst er mit Petrus den Entschluss, von den Heidenchristen nicht die Befolgung der jüdischen Vorschriften zu verlangen (vgl. Apg 15,19f.), obwohl er sich als Anführer der judenchristlichen Partei ursprünglich dafür eingesetzt hatte, womit er dem christlichen Glauben den Weg zur Weltreligion ebnete. Jakobus wurde mit dem Beinamen „der Gerechte“ bedacht und als erster Bischof von Jerusalem gezählt, berichten frühchristliche Schriftsteller wie Hegesipp († nach 180) und Clemens von Alexandrien († um 215). Seine herausragende Rolle in der Jerusalemer Urgemeinde wurde ihm zum Verhängnis: Nach Josephus Flavius († um 100) nutzte Ananus ben Ananus während seiner dreimonatigen Amtszeit als Hohepriester eine Amtsvakanz zwischen zwei römischen Statthaltern im Jahr 62, um die Steinigung des Jakobus zu verfügen. Jakobus wurde von den Zinnen des Tempels gestürzt und mit der Stange eines Tuchwalkers totgeprügelt. Völlig umstritten ist seine Autorschaft des Jakobusbriefs, zumal der Verfasser sich darin selber nicht als „Herrenbruder“, sondern als „Knecht Gottes und Jesu Christi, des Herrn“ bezeichnet (Jak 1,1). Verehrung: Jakobus’ Reliquien wurden gemeinsam mit denen des Apostels Philippus an einem 1. Mai unter Papst Pelagius I. († 561) in die heutige Basilika SS. Dodici Apostoli übertragen und ruhen unter dem Hochaltar. Weitere Reliquien befinden sich in Andechs, Florenz, Köln und Paris. Darstellung: als Apostel mit Buch, Zimmerersäge, Keule oder Walkerstange Patron: von Uruguay, Friesland und Dieppe, der Walker, Gerber, Hutmacher, Krämer, Konditoren und Pastetenbäcker Weitere Heilige des Tages:
Emilia Bicchieri, Mystikerin, Klostergründerin
Philippus, Apostel, Märtyrer
Philipp von Zell, Einsiedler, Priester
Alexander I., Papst
Emilia Bicchieri, Mystikerin, Klostergründerin
Philippus, Apostel, Märtyrer
Philipp von Zell, Einsiedler, Priester
Alexander I., Papst
Lebensdaten: geboren im heutigen Gundischapur (Iran), gestorben am 27. November 421 ebendort Lebensgeschichte: Jakobus war den persischen Märtyrerakten nach „aus der Königsstadt Bêt Lâpat, angesehen in der Welt, aus berühmtem Geschlecht, groß vor Gott, wegen seiner Eltern und seiner Frau Christ, am Hofe des Königs ein angesehener Beamter.“ Als es dem sassanidischen Großkönig Yazdegerd I. mit Schmeicheleien und Geschenken gelungen war, ihn vom Glauben abzubringen, drohten ihm seine Frau und seine Mutter mit Verstoßung und ewiger Pein, worauf Jakobus sich nach dem Tod des Königs bekehrte. Andere Apostaten jedoch zeigten ihn dem königlichen Nachfolger Bahrām V. an, gerade als dieser von zoroastrischen Priestern gezwungen wurde, gegen die Christen vorzugehen, die einen Feuertempel zerstört hatten. Weil dem König wegen dieser Angelegenheit ein Krieg mit Ostrom drohte, überließ er dem Richter und den Weisen das Urteil über Jakobus, und einer dachte sich etwas besonders Grausames aus: „Nicht einmal bloß werde er getötet oder fünf oder zehnmal. Sondern man spanne ihn an Händen und Füßen aus und schneide seine zehn Finger und Zehen einzeln ab; dann schneide man seine Hände und Füße ab, trenne seine Arme ab und schneide seine Schenkel von den Knien ab. Nachdem seine Glieder einzeln abgeschnitten sind, schneide man ihm den Kopf ab.“ Und solcherart war Jakobus’ Martyrium. Verehrung: Gläubige bargen den Leichnam Jakobus’ des Zerschnittenen (lat. Intercisus) und brachten ihn nach Jerusalem, wo ihm eine Kirche im Armenischen Viertel gewidmet ist. Klöster in Moldawien, im Libanon und in Syrien tragen seinen Namen. Sein Haupt gelangte als Geschenk des Kardinals Giordano Orsini in den Petersdom und wird dort in einem Reliquiar aus dem Jahr 1796 verehrt. Darstellung: als junger Adeliger in edlen Gewändern und Fürstenhut Weitere Heilige des Tages:
Gregor Sinaïtes, Klostergründer
Josaphat von Indien, Königssohn
Ramon Llull, Ordenspriester, Missionar, Mystiker, Märtyrer
Gregor Sinaïtes, Klostergründer
Josaphat von Indien, Königssohn
Ramon Llull, Ordenspriester, Missionar, Mystiker, Märtyrer