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Heilige

Lebensdaten: geboren am 13. März 1599 in Diest (Brabant), gestorben am 13. August 1621 in Rom Lebensgeschichte: Jan Berchmans war der älteste Sohn eines Gerbers und Schusters und wollte schon als Neunjähriger Priester werden. Er wurde von einem Prämonstratenser im Pfarrhaus der Diester Marienkirche unterrichtet und nach drei Jahren trotz seiner auffallenden Begabung vom Vater zurückbeordert, um einen Beruf zu erlernen und den Bedürfnissen der Familie abzuhelfen. Darauf stellte ihn zuerst der Kaplan des Beginenhofs als Dienstboten ein und übernahm seine Studiengebühren, dann ein Mechelner Domherr, der Jan ans Priesterseminar vermittelte. 1615 wechselte Berchmans an das neugegründete Mechelner Jesuitenkolleg und trat ein Jahr später der Gesellschaft Jesu bei. Zwei Jahre später wurde sein verwitweter Vater zum Diözesanpriester geweiht, starb jedoch bald darauf. Jan legte seine ersten Gelübde ab und wurde nach drei Wochen im Antwerpener Kolleg von seinen Ordensoberen weiter nach Rom geschickt, um ihm die bestmögliche Ausbildung angedeihen zu lassen. Nach einer zehnwöchigen Fußreise traf Jan Berchmans Ende 1619 mit einem Mitbruder in Rom ein und bezog im Römischen Kolleg die Kammer seines Vorbilds Aloysius Gonzaga. Sein erstes Studienjahr bewältigte er mit so viel Fleiß und Talent, dass er ausgesucht wurde, den gesamten dreijährigen Philosophiekurs in einer öffentlichen Debatte im Sommer 1621 zu vertreten. Nach dieser erschöpfenden Disputation musste er an einer weiteren mitwirken, die seinen Gesundheitszustand vollends schwächte. Er erkrankte am 7. August 1621 an der Ruhr, zu der eine Lungenentzündung hinzukam, ließ sich sein Kruzifix, seinen Rosenkranz und sein Exemplar der Ordensregel ans Krankenbett bringen, und verstarb eine Woche später mit 22 Jahren. Verehrung: Berchmans wurde in der Kirche Sant’Ignazio bestattet, sein einbalsamiertes Herz gelangte von der Löwener Jesuitenkirche nach deren Abbruch in die Mechelner Liebfrauenkirche. 1865 von Papst Pius IX. seliggesprochen und zum Patron der Messdiener ernannt, wurde er 1888 von Papst Leo XIII. heiliggesprochen und zu einem Patron der Jugend erklärt. Der Jesuitenorden begeht seinen Gedenktag am 26. November. Weltweit tragen zahlreiche Jesuitenkollegien und im Bistum Shreveport, Louisiana, sogar eine Kathedrale seinen Namen. Darstellung: als Novize mit Kruzifix, Rosenkranz und Ordensregel Patron: der (studierenden) Jugend, der Jugend Belgiens und der Messdiener   Weitere Heilige des Tages:
Hippolyt, Priester, Märtyrer
Maximus der Bekenner, Kirchenvater, Märtyrer
Gertrud von Altenberg, Mystikerin
Pontianus, Papst, Märtyrer
Lebensdaten: gestorben 305 bei Pozzuoli Lebensgeschichte: Den Acta Bononiensia des 6. Jahrhunderts nach war Januarius Bischof von Benevent. Als er während der Diokletianischen Christenverfolgung in Misenum unweit von Neapel den Diakon Sossius im Gefängnis besuchte, der die Vollstreckung seines Todesurteils erwartete, wurde er gemeinsam mit seinen Gefährten ebenfalls wegen Christseins verhaftet. Weil sie ihrem Glauben nicht abschworen, wurden sie beim Krater Solfatara nahe Pozzuoli in den Phlegräischen Feldern enthauptet. Spätere Überlieferungen gaben auch den Gefährten Namen – die Diakone Festus und Proculus, der Lektor Desiderius sowie Gantiol, Eutychius und Acutius – und schmückten das Martyrium aus: Januarius und seine Gefährten wurden vom Richter Dragontius in einen glühenden Ofen geworfen, dem sie unversehrt wieder entstiegen, Löwen zum Fraß vorgeworfen, die sich ihnen zu Füßen legten, und dann erst enthauptet. Einer anderen Erzählung nach hieß der Richter Timotheus; er ließ Januarius enthaupten, obwohl dieser die Brandwunden heilte, die er beim Entsteigen des Bischofs aus dem Feuerofen erlitten hatte. Das Blut des Märtyrers habe eine fromme Frau namens Eusebia in zwei Ampullen aufgefangen. Verehrung: Januarius’ Reliquien wurden mehrfach von einem Ort zum anderen übertragen – von diesen Translationen leiten sich die Gedenktage wie der am 19. September her –, bis sie endgültig in eine eigene Kapelle des Doms von Neapel gelangten. Das seit 1389 belegte Blutwunder, bei dem sich geronnenes Blut in Ampullen verflüssigt, ereignet sich recht zuverlässig am Vorabend des ersten Maisonntags, am 19. September und am 16. Dezember, zum Gedächtnis des Vesuvausbruchs 1631. Patron: von Neapel und von Kampanien, der Goldschmiede und der Blutspender, Helfer gegen Vulkanausbrüche Darstellung: als Bischof bei seinem Martyrium, mit Blutampullen   Weitere Heilige des Tages:
Lucia vom Berg, Hirtin
Theodor von Tarsus, Bischof
Lebensdaten: geboren am 25. März 1593 in Condé-sur-Vire, Normandie, gestorben am 16. März 1649 am Huronsee, Ontario Lebensgeschichte: Jean de Brébeuf soll aus einer uralten normannischen Familie stammen, über seine Eltern und sein Heranwachsen ist jedoch nichts mehr bekannt. Mit 24 Jahren trat er ins Noviziat der Jesuiten in Rouen ein und wurde 1622 zum Priester geweiht. Seiner Sprachbegabung wegen entsandte ihn der Orden drei Jahre später zur Mission nach Neufrankreich, das sich von Neufundland bis zum Golf von Mexiko erstreckte. Von Québec reiste er im Kanu 800 Meilen weiter zum Huronsee, wo die indianische Stammesgruppe gute, vor allem Handelsbeziehungen zu den Franzosen unterhielt. Drei Jahre verwandte Brébeuf vor allem aufs Erlernen der Sprache der Huronen, dann musste er 1629 wegen der Übergabe der Kolonie an die Engländer Kanada verlassen und nach Frankreich zurückkehren. Nachdem die um große Gebiete beschnittene Kolonie an Frankreich zurückgefallen war, schiffte sich Brébeuf erneut nach Kanada ein, wo er 1633 eintraf, aber nur mit Mühe sein Missionsgebiet wieder erreichen konnte: Die Huronen waren wegen der von den Europäern eingeschleppten Seuchen misstrauisch geworden und sollten die Hälfte ihrer Bevölkerung an die Pocken verlieren. Brébeuf eignete sich die Sprache immer besser an, übersetzte Bibeltexte sowie einen Katechismus und stellte ein Wörterbuch sowie eine Grammatik zusammen. 1642 verfasste er das älteste kanadische Weihnachtslied „Iesous ahatonnia“ in der Lokalsprache Wendat. Brébeufs detaillierte Beschreibungen der Huronen gelten als bedeutende historische Quelle. Erste zaghafte Missionserfolge stellten sich ein. 1635 berichtete er von 14 Taufen, von 86 im Folgejahr. 1639 ließen sich Brébeuf und ein Mitbruder an der Georgsbucht des Huronsees nieder. Die Bekehrungen durch Brébeuf, der einen Ruf als Schamane genoss und dem die Pocken offenbar nichts anhaben konnten, nahmen kontinuierlich zu. 1649 wurde er bei einem Angriff von Irokesen auf die Huronen gefangengenommen und entsetzlich gefoltert. Unter anderem „taufte“ man ihn mit kochendem Wasser und verstümmelte ihn mit glühenden Eisen. Anschließend wurde er verbrannt und sein Herz verspeist – wegen seiner Tapferkeit während seines Martyriums. Verehrung: Für Brébeufs Haupt wurde ein Silberreliquiar angefertigt, das bis zu seiner Seligsprechung 1925 die Augustinerinnen des Hôtel-Dieu von Québec in ihrer Kapelle verwahrten. Seitdem wird es im Priesterseminar von Québec verehrt. 1930 gemeinsam mit Isaac Jogues († 18. Oktober 1646) und sechs weiteren Jesuitenmärtyrern Neufrankreichs heiliggesprochen, wurde er 1940 zum Mitpatron Kanadas erklärt. Darstellung: bei seinem Martyrium, mit Pyxis Mitpatron: von Kanada   Weitere Heilige des Tages:
Isaak Jogues und Gefährten, Ordenspriester, Märtyrer
Laura von Córdoba, Äbtissin
Paul vom Kreuz, Ordensgründer, Mystiker, Volksprediger
Lebensdaten: geboren am 6. Januar 1802 in Puech bei Cahors, gestorben am 11. September 1840 in Wuhan, Provinz Hubei, China Lebensgeschichte: Jean-Gabriel war das älteste von acht Kindern einer frommen Bauernfamilie und konnte ab 1817 einige Monate bei einem verwandten Lazaristenpater in Montauban zur Schule gehen, der seine Begabung erkannte und die Eltern überzeugte, ihn aufs Gymnasium zu schicken. 1820 trat er wie sein Bruder Louis in den Orden der Lazaristen (auch Vinzentiner) ein, wurde 1826 zum Priester geweiht und als Theologiedozent und Novizenmeister in der Ordensausbildung eingesetzt. Nachdem sein Bruder auf der Reise nach China verstorben war, drängte es Pater Perboyre trotz ärztlicher Bedenken ebenfalls zur Chinamission. 1835 langte er endlich in Macao an und zog ins Landesinnere. Er erlernte die Sprache, kleidete sich als Chinese einschließlich rasiertem Schädel und langem Zopf und betreute die etwa 2000 Christen, die in vollkommener Armut lebten. Im September 1839 setzte eine Christenverfolgung ein, in deren Verlauf alle Priester und Katecheten verhaftet werden sollten. Pater Perboyre konnte zunächst in einen Wald flüchten, wurde aber von einem gefolterten oder bestochenen Gemeindemitglied verraten, vor die Mandarine geschleppt und ein Jahr lang verhört und misshandelt. Am 15. Juli 1840 zum Tode verurteilt, wurde er auf einen Kreuzbalken gebunden und bis zum 11. September langsam stranguliert. Verehrung: Einem von Jean-Gabriel Perboyres Katechten gelang es durch Bestechung, seinen Leichnam zu bergen und zu bestatten. 20 Jahre später wurden seine Gebeine ins Pariser Mutterhaus der Lazaristen übertragen. 1889 wurde er als erster Märtyrer Chinas selig- und 1996 heiliggesprochen.   Weitere Heilige des Tages:
Alois Grimm, Ordenspriester, Märtyrer
Felix und Regula, Märtyrer
Joseph Müller, Priester, Märtyrer
Paphnutius von Ägypten, Bekenner, Bischof
Lebensdaten: geboren am 5. Juli 1773 bei Le Blanc (Poitou), gestorben am 26. August 1838 in La Puye Lebensgeschichte: Élisabeth, wie sie gerufen wurde, kam auf dem väterlichen Schloss Les Ages zur Welt und geriet ab 1791 ins Visier des Terrorregimes der Französischen Revolution, weil ein Bruder emigriert war. Wegen des Besitzes eines Jagdgewehrs musste sie sogar kurz ins Gefängnis. Weil sie den Ortsgeistlichen ablehnte, der den Eid auf die antikirchliche Verfassung geleistet hatte, wohnte sie 1797 der heiligen Messe des früheren Geheimpriesters André-Hubert Fournet bei, mit dem gemeinsam sie im Jahr darauf die Kongregation der Kreuztöchter oder Andreasschwestern gründete, um der landesweiten Entchristlichung abzuhelfen und die weibliche Jugend zu erziehen. Sie verbrachte ein Jahr bei den Schwestern der Göttlichen Vorsehung in Poitiers, um die Grundlagen des gottgeweihten Lebens zu erlernen, und bezog 1806 mit drei Gefährtinnen ein ehemaliges Priorat bei La Puye, das sie 1819 käuflich erwerben konnte und in dem sie ihre feierlichen Gelübde ablegte. 1816 bestätigt, konnte die Kongregation mehrere Schulen eröffnen und zählte bis 1830 über 60 Niederlassungen in ganz Frankreich. Kurz vor ihrem Lebensende traf sie mit Michel Garicoïts zusammen, der auf ihre Anregung hin die Priestergenossenschaft des heiligsten Herzens Jesu von Bétharram gründete. Verehrung: Elisabeth wurde 1934 selig- und 1947 gemeinsam mit Michel Garicoïts heiliggesprochen. Sie liegt im Mutterhaus in La Puye begraben. Ihrer Kongregation gehören derzeit rund 600 Schwestern an, die in Lateinamerika, Kanada, Westafrika, Europa und Thailand tätig sind.   Weitere Heilige des Tages:
Gregor von Utrecht, Abt, Glaubensbote
Justus, Glaubensbote, Märtyrer
Teresa von Jesus Jornet y Ibars, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 28. Januar 1572 in Dijon, gestorben am 13. Dezember 1641 in Moulins Lebensgeschichte: Jeanne-Françoise Frémyot war die Tochter eines burgundischen Parlamentspräsidenten, genoss eine hervorragende Ausbildung und heiratete 1592 Christophe de Rabutin, baron de Chantal, mit dem sie nach zwei Totgeburten vier Kinder hatte. 1601 starb ihr Mann bei einem Jagdunfall. Die untröstliche Witwe begab sich zunächst in die Obhut ihres Schwiegervaters, erfuhr aber von dessen Lebensgefährtin schlechte Behandlung. Sie beschloss, sich nicht mehr zu verheiraten und sich nach der Versorgung ihrer Kinder nur noch karitativen Aufgaben zu widmen. Am 5. März 1604 begegnete sie Franz von Sales, der ihr Seelenführer wurde und mit dem sie eine einzigartige geistliche Freundschaft verbinden sollte. Bei häufigen Treffen und in etwa 350 Briefen besprachen die beiden anfangs auch den Wunsch der Baronin, ehelos in einem Kloster zu leben. Der Rat des Genfer Bischofs ging aber dahin, für ihre Kinder zu sorgen und ihre Liegenschaften gut zu verwalten. Ostern 1607 kamen ihnen Gedanken zu einer neuen Art von Ordensgemeinschaft: Frauen, die Gott im Gebet dienen und zugleich Armen und Kranken beistehen. Am 6. Juni 1610 gründeten sie in Annecy den Orden der Schwestern „Von der Heimsuchung Mariens“, später auch Salesianerinnen oder Visitantinnen genannt. Das erste Kloster entstand 1615 in Lyon. Jedoch mussten sie sich von ihrer ursprünglichen Idee verabschieden: Die volle kirchliche Anerkennung war an die strenge Klausur der Schwestern gebunden. Nach Änderung der Ordensregeln wurde die neue Kongregation 1618 päpstlich anerkannt und verbreitete sich schnell – zu schnell, klagte die Ordensgründerin. Nach dem Tod Franz’ von Sales 1622 widmete sich Johanna Franziska energisch seiner Seligsprechung und gab hierzu seinen schriftlichen Nachlass heraus. Für die Belange ihres Ordens wandte sich „Mutter von Chantal“ ratsuchend an Vinzenz von Paul, geriet aber auch in die Nähe der umstrittenen Jansenisten, denen eine letztlich protestantische Gnadenlehre unterstellt wurde. 1638 wurde in Turin das erste Kloster außerhalb Frankreichs gegründet, Anfragen erreichten sie aus ganz Europa und bis aus Québec. „Mutter von Chantal“, die ihre Klöster auf dem Pferderücken visitierte, starb 1641 auf der Rückreise von Saint-Germain-en-Laye, wohin sie die Königin zu einem Gespräch gebeten hatte, nach Moulins, ihrer zweiten Klostergründung. Bis dahin hatte Johanna Franziska von Chantal 87 Klöster der Heimsuchung gegründet. Verehrung: Johanna Franziska wurde im Mutterhaus des Ordens in Annecy neben Franz von Sales beigesetzt. Heute ruhen beide in der neu errichteten Basilika des dortigen Heimsuchungsklosters. Die Ordensgründerin wurde 1751 selig- und 1767 heiliggesprochen. Der Vorname Chantal geht auf sie zurück. Patronin: der Salesianerinnen, für glückliche Entbindung Darstellung: im Salesianerinnenhabit mit Herz, Kreuz oder Buch, beim Empfang der Ordensregel aus den Händen Franz’ von Sales   Weitere Heilige des Tages:
Karl Leisner, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 1412 in Domrémy, Lothringen, gestorben am 30. Mai 1431 in Rouen Lebensgeschichte: Jeanne d’Arc war ein überaus frommes Bauernkind, das mit 13 Jahren „Stimmen“ hörte: Die heiligen Katharina, Margareta und Michael trugen ihr vom Himmel auf, Frankreich vom Hundertjährigen Krieg gegen die Engländer zu befreien und den Thronfolger zum König zu krönen. Jeanne zog sich von ihrer Umgebung zurück, löste zuletzt ihre Verlobung und schaffte es durch ihr Charisma, ihre Weissagungs- und Heilungsgabe tatsächlich, bis zu Karl VII. vorgelassen zu werden, der seinen Herrschaftsanspruch schon aufgegeben hatte. Sie erhielt eine Eskorte, um das belagerte Orléans mit Lebensmitteln zu versorgen, schnitt sich die Haare kurz, bekam eine Rüstung und – hatte durchschlagenden Erfolg. Jeanne gab den Soldaten neuen Mut, sie säuberte den Tross von Gesindel und Prostituierten, ließ Geistliche den Heeresbannern voranschreiten und begann, die Engländer zurückzudrängen. Als Karl VII. 1429 in Reims gekrönt wurde, war sie in der ersten Reihe dabei. 1430 wurde sie bei einem Ausfall feindlicher Burgunder gefangengenommen und an die Engländer verkauft, die sie in Paris der Ketzerei anklagen ließen. Obwohl sich die ungebildete „Jungfrau“, wie sie sich selber nannte, souverän verteidigte, wurde sie auf politischen Druck zum Feuertod verurteilt. Vor einen Scheiterhaufen geführt, versprach man ihr für den Fall ihres Geständnisses, sie in einem kirchlichen Gefängnis zu verwahren. Als man sie aber in den Kerker zurückbrachte, widerrief sie ihre Unterschrift und wurde am 30. Mai 1431 als rückfällige Ketzerin auf dem Marktplatz von Rouen verbrannt. Verehrung: 1450 ließ Karl VII., der seinen Thron keiner Ketzerin verdanken konnte, ihren Prozess wiederaufnehmen, der 1456 mit ihrer vollständigen Rehabilitierung endete. Sie wurde 1909 selig- und 1920 heiliggesprochen und 1922 zur Patronin Frankreichs erklärt. Darstellung: als junge Frau mit Rüstung, reitend, mit Schwert und Banner Patronin: von Frankreich, Orléans, Rouen, der Telegraphie und des Rundfunks   Weitere Heilige des Tages:
Ferdinand III., König
Leonhard Murialdo, Priester
Otto Neururer, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren in Betsaida, heute Syrien, gestorben um 100 in Ephesus, heute Türkei Lebensgeschichte: Johannes war zunächst ein Jünger des Täufers Johannes und begab sich als einer der Ersten in die Nachfolge Jesu. Er war Zeuge besonderer Momente im Leben und Wirken des Herrn: seiner Verklärung auf dem Berg Tabor und seiner Todesangst im Garten Gethsemane. Beim Letzten Abendmahl ruhte er als „Jünger, den Jesus liebte“, an der Brust des Herrn. Als einziger der Apostel war er bei der Kreuzigung anwesend, und unter dem Kreuz gab Jesus ihm Maria zur Mutter. Sie wohnte bei ihm bis zu ihrem Tod. Johannes war Zeuge des leeren Grabes und des Auferstandenen. Er wirkte mindestens bis zum Apostelkonzil im Jahr 48 zusammen mit Petrus in Jerusalem und Samaria. Um 66 begab sich Johannes nach Ephesus, bis er von Kaiser Domitian auf die Insel Patmos verbannt wurde. Dort verfasste er seine Geheime Offenbarung. Zurück in Ephesus schrieb der Apostel sein Evangelium sowie die drei Briefe, die auf ihn zurückgehen. Im hohen Alter starb er um das Jahr 100 in Ephesus eines natürlichen Todes. Verehrung, Legende und Brauchtum: Der Brauch der Johannesweinsegnung („Johannesminne“) geht neben dem Ruhen an der Brust des Herrn vermutlich auf die Legende vom Giftbecher zurück: Als Johannes den Götzendienst in einem Diana-Tempel störte und deswegen vergiftet werden sollte, machte er über dem Becher das Kreuzzeichen, und das Gift entwich in Form einer Schlange. Das Symbol des Adlers, das ihn als Evangelisten auszeichnet, kommt vom theologischen „Höhenflug“ des sogenannten Johannesprologs am Anfang seines Evangeliums. Darstellung: im Westen als junger, im Osten als alter Apostel mit Kelch, Schlange, Schreibfeder, Buch und Adler Patron: der Theologen, der Winzer, Notare, Beamten, Bildhauer, Buchhändler und Buchdrucker, der Glaser, Graveure, Kerzenzieher, Korbmacher, Maler, Metzger, Papierfabrikanten, Sattler, Spiegelmacher; der Freundschaft; Helfer gegen Brandwunden, Fußleiden, Epilepsie und Vergiftungen, bei Hagel und für eine gute Ernte     Weitere Heilige des Tages:
Fabiola, Wohltäterin
Lebensdaten: geboren am 30. April 1651 in Reims, gestorben am 7. April 1719 in Rouen Lebensgeschichte: Jean Baptiste de la Salle entstammte einer angesehenen Adelsfamilie in Reims und sollte nach dem Willen des Vaters eine Karriere als Jurist anstreben, doch er entschied sich für den Priesterberuf. Nach einer sorgfältigen Ausbildung an der Pariser Sorbonne und am Seminar von Saint-Sulpice empfing er 1678 die Priesterweihe, wurde in Theologie promoviert und in Reims zum Domherren ernannt. Seinen Auftrag, Pfarrschulen für Kinder aus armen Verhältnissen zu schaffen, führte er mit persönlichem Einsatz auch des eigenen Vermögens aus: Er gründete eine Freischule für Arme und beherbergte einige mittellose Erzieher bei sich zu Hause. 1683 verzichtete er auf seinen Sitz als Domherr und rief 1684 die Kongregation der „Brüder der christlichen Schule“ ins Leben, in der junge Lehrer sich der Erziehung und Ausbildung von Straßenkindern widmeten. Zahlreiche Schulen für die ärmeren Bevölkerungsschichten entstanden, in denen der Unterricht erstmals auf Französisch statt auf Latein erteilt wurde, womit Jean Baptiste de la Salle die französische Volksschule begründete, und 1685 begann das weltweit erste Lehrerseminar in Reims mit seinem Ausbildungsgang. Jean Baptiste de la Salle verlegte die Kongregation nach Paris und später – auf Einladung des Erzbischofs – nach Rouen, wo er 1719 mit 68 Jahren starb.   Verehrung: Von seinem ersten Grab in der Kirche Saint-Sever in Rouen wurde der Gründer der Schulbrüder infolge der antiklerikalen Regierungsmaßnahmen 1906 nach Belgien und 1937 nach Rom umgebettet, wo er seitdem im Mutterhaus der Kongregation verehrt wird. 1888 selig- und 1900 heiliggesprochen, ernannte ihn Papst Pius XII. 1950 zum Patron der Erzieher. Die Ordensfamilie, der er den Anstoß gab, ist heute weltweit eine der größten. Darstellung: im Ordensgewand der Schulbrüder mit schwarzem Talar und weißem Schulterkragen, meist von Kindern umringt Patron: der Lehrer, der Erzieher und des christlichen Unterrichts Ausspruch des hl. Johann Baptist de la Salle: „Wer Jesus Christus nicht kennt, kann kein guter Erzieher der Jugend sein.“   Weitere Heilige des Tages:
Maria Assunta Pallotta, Ordensfrau
Ursula Venerii, Mystikerin
Lebensdaten: geboren 347 in Antiochien (heute Antakya, Türkei), gestorben am 14. September 407 in Komana Pontika (beim heutigen Tokat, Türkei) Lebensgeschichte: Johannes war der Sohn eines hohen Offiziers, der gleich nach seiner Geburt starb. Seine einflussreiche Mutter namens Anthusa gab ihn in die Schule des bedeutenden Rhetors Libanios. Johannes wurde der Meisterschüler dieses nichtchristlichen Gelehrten, schloss sich jedoch dem Theologen Diodor von Tarsus an, empfing 369 die Taufe und wurde 373 als Lektor in den antiochenischen Klerus aufgenommen. Nach vier Jahren in einem Kloster und zwei Jahren Eremitenleben konnte er die Heilige Schrift auswendig, hatte sich aber durch Fasten und Schlafentzug die Gesundheit so nachhaltig ruiniert, dass er nach Antiochia zurückkehren musste. Dort wurde er 381 zum Diakon und fünf Jahre später zum Priester geweiht. Aus seiner Zeit als Prediger an der Bischofskirche stammen die meisten seiner bald berühmten Ansprachen, die gleich stenographisch festgehalten wurden. Johannes fesselte seine Zuhörer besonders mit Gelegenheitspredigten zu bestimmten Stadtereignissen, die er mit gelungenen Metaphern und religiösen Bezügen versah. Legendär waren seine zündenden Katechesen für Taufbewerber sowie seine zupackende Auslegung biblischer Bücher. Acht Homilien richteten sich „Gegen die Juden“, offenbar, weil diese an ihren hohen Feiertagen Synagogenbesuch von zahlreichen Christinnen bekamen. Für die Nachwelt war die Wirkung dieser Homilien über ihren eigentlichen Anlass hinaus jedoch verheerend. 397 wurde Johannes vom Eunuchen Eutropios, dem obersten Kammerherrn des Kaisers Arcadius, zum Patriarchen von Konstantinopel ernannt. Dort wirkte er segensreich in Seelsorge, Caritas und Mission, fiel aber den Intrigen der Reichshauptstadt und dem Streit der theologischen Schulen bzw. der Rivalität mit Alexandrien zum Opfer. Als sich die Kaiserin Eudokia von seinen Predigten gegen das Luxusleben der Vornehmen persönlich angegriffen fühlte, sorgte sie bei der eigens einberufenen, sogenannten „Eichensynode“ 403 für seine Absetzung und Verbannung. Weil eine Fehlgeburt der Kaiserin und ein Erdbeben als göttliche Sanktionen gedeutet wurden, durfte Patriarch Johannes zwar gleich wieder nach Konstantinopel zurückkehren, wurde aber zwei Monate später endgültig verbannt und an die äußerste Ostgrenze des Reichs verbracht. Durch zahlreiche Briefe an seine Anhänger blieb er jedoch so einflussreich, dass er nach drei Jahren noch weiter weg verbannt wurde. Auf dem Marsch zu seinem neuen Exil am Schwarzen Meer verstarb er an Erschöpfung. Verehrung: Patriarch Johannes wurde in Komana Pontika bestattet und 30 Jahre später feierlich nach Konstantinopel umgebettet. Kreuzfahrer entwendeten 1204 seine Reliquien aus der Apostelkirche und verbrachten sie nach Rom. Papst Johannes Paul II. gab sie 2004 an die orthodoxe Kirche zurück. Seither liegen sie in der Istanbuler Georgskathedrale. Sein Schädel entging dem Raub und kam 1655 vom Berg Athos nach Moskau, wo er heute in der Christ-Erlöser-Kathedrale liegt. Johannes, dessen Beiname „Chrysostomus – Goldmund“ zum ersten Mal 553 in der „Verfassung“ Papst Vigilius’ auftaucht, wird mit Basilius dem Großen und Gregor von Nazianz als Hierach der Orthodoxie verehrt. Auch die Göttliche Liturgie trägt seinen Namen. Die Westkirche verehrt ihn als einen der vier Kirchenväter des Ostens. Darstellung: als Erzbischof mit Evangeliar oder Schriftrolle, mit Bienenkorb, Engel, Taube, Pfanne oder Kelch Patron: der Beter, Prediger und Redner bzw. Dozenten, gegen Epilepsie    Weitere Heilige des Tages:
Notburga, Dienstmagd
Tobias, Sohn des Tobit