Heilige
Lebensdaten: geboren am 24. Juni 4 v. Chr. in Ein Kerem bei Jerusalem, gestorben am 29. August 28 in Jerusalem Lebensgeschichte: Außer Jesus und Maria ist Johannes der einzige im Heiligenkalender, dessen Geburtstag gefeiert wird; üblich ist das Gedenken am Todestag als „Geburtstag zum Himmel“. Johannes war um sechs Monate älter als Jesus, mit dem er über seine Mutter Elisabeth verwandt war. Durch seinen Vater Zacharias gehörte er zur Priesterschaft und wurde in einer Stadt im Bergland von Judäa geboren, der Überlieferung nach genauer im heutigen Ein Kerem bei Jerusalem. Für Jesus gab es unter allen Menschen keinen größeren; der Prophet war der Bote, der ihm den Weg bereitete. Johannes lebte in der Wüste, bis er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten. Er rief zur Umkehr auf, taufte im Jordan zur Vergebung der Sünden und kündigte den Messias, den Christus an. Auch Jesus ließ sich von ihm taufen, wobei ihn Johannes erkannte und als das Lamm Gottes bezeichnete, das die Sünde der Welt hinwegnimmt. Darauf folgten Andreas, der Bruder des Petrus, und ein anderer Jünger Jesus nach. König Herodes Antipas ließ Johannes einkerkern, nachdem dieser ihn wegen der Eheschließung mit seiner Schwägerin Herodias öffentlich getadelt hatte. Herodias wiederum stachelte ihre Tochter Salome an, vom König den Kopf des Täufers zu verlangen, und dieser ließ ihn schließlich enthaupten. Verehrung/Brauchtum: Einer Legende nach wurde Johannes von Andreas in Samaria beim heutigen Nablus begraben. Die Hauptreliquie zu verwahren beanspruchen die Kirche San Silvestro in Capite in Rom, die Kathedrale von Amiens und die Umayyaden-Moschee in Damaskus. Der Geburtstag Johannes’ des Täufers drei Monate nach Mariä Verkündigung und sechs Monate vor Weihnachten wird spätestens seit dem 4. Jahrhundert gefeiert, und Johannes gehört ohnehin zu den meistverehrten Heiligen mit zahllosen Patronaten. Das Brauchtum um den 24. Juni geht allerdings auf die Sommersonnwende zurück, die schon vorchristliche Kulturen mit Feuern und Erntefesten feierten. Darstellung: im Fellgewand, mit Spruchband „Ecce Agnus Dei – Seht, das Lamm Gottes“, mit Lamm, Kreuzstab, bei der Taufe Jesu, enthauptet mit dem Kopf auf einer Schale Patron: von Malta und Jordanien, Burgund, Florenz, Amiens, der Karmeliten und Malteser, der Weber, Schneider, Kürschner, Mönche, Gastwirte, Abstinenzler, Gerber, Färber, Sattler, Winzer, Fassbinder, Kaminkehrer, Schmiede, Architekten, Zimmerleute, Steinmetze, Maurer, Bauern, Musikanten, Sänger, Tänzer, Helfer bei Epilepsie, Kopfschmerzen, Heiserkeit, Schwindel, Kinderkrankheiten, Angst und Hagel Weitere Heilige des Tages:
Iwan von Böhmen, Einsiedler
Wilhelm von Vercelli, Ordensgründer
Iwan von Böhmen, Einsiedler
Wilhelm von Vercelli, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren am 14. November 1601 in Ri bei Argentan, Normandie, gestorben am 19. August 1680 in Caen Lebensgeschichte: Jean war eines von sieben Kindern eines Baders und konnte trotz seiner einfachen Herkunft bei den Jesuiten in Caen zur Schule gehen. 1623 trat er in Paris der Weltpriestervereinigung der Oratorianer bei, den Rivalen der Jesuiten, die unter dem späteren Kardinal Bérulle die École française de spiritualité mit Christozentrik und dem Streben nach persönlicher Heiligkeit prägten. Doch nach seiner Priesterweihe und Primiz am 25. Dezember 1625 wurde Eudes so krank, dass er ein Jahr das Bett hüten musste. Seine theologische und geistliche Weiterbildung unterband der Ausbruch der Pest in der heimatlichen Normandie, wo er von 1627 bis 1631 Kranke pflegte, Sterbenden beistand und für eine würdige Bestattung der Verstorbenen sorgte. 1633 setzte seine Tätigkeit als Volksmissionar ein, die ihn in über hundert, oft wochenlangen Einsätzen über die eigene Region hinaus nach Burgund und die Bretagne und sogar bis zum Hof nach Versailles führte. Eudes erwarb sich einen hervorragenden Ruf als Prediger und Beichtvater. Dabei fiel dem erfolgreichen Missionar der geistig dürftige Zustand des Klerus auf dem Land auf. 1643 verließ er das Oratorium von Caen, dessen Superior er war, rekrutierte sieben erfahrene Priester und gründete mit Zustimmung des Bischofs von Bayeux eine Priestergemeinschaft zur Ausbildung von Volksmissionaren: die Kongregation von Jesus und Maria, später schlicht Eudisten genannt. Seminare entstanden in Coutances, Lisieux, Rouen, Évreux und Rennes. Eine Eigenheit dieser Ausbildungsstätten war die starke Verehrung der Herzen Jesu und Mariens. 1648 fand in Autun die erste heilige Messe vom Heiligsten Herzen Mariens statt, 1672 feierten alle Seminare der Eudisten das Heiligste Herz Jesu. Beide Messformulare hatte Eudes komponiert. Bereits 1634 hatte Eudes in Caen einen Zufluchtsort für junge Frauen geschaffen, um sie der Prostitution zu entziehen. 1641 wurde mit Hilfe der geheimen Gesellschaft des Allerheiligsten Sakraments das Institut Unserer Lieben Frau der Zuflucht gegründet, bald darauf jedoch der Obhut der Visitantinnen von Caen anvertraut. 1651 entstanden daraus ein Kloster und der Orden Unserer Lieben Frau der Caritas. Weitere Klostergründungen erfolgten in Rennes (1673), Hennebont und Vannes (1676). Verehrung: Jean Eudes, der als größter Missionar Frankreichs gilt, wurde nach seinem Tod am 19. August 1680 in der Seminarkirche der Eudisten von Caen bestattet. 1810 wurden seine Gebeine in die Jesuitenkirche Notre-Dame-de-la-Gloriette übertragen. Seit 1884 ruhen sie dort in der Krypta unter dem südlichen Querschiff. Der „Urheber, Lehrer und Apostel der liturgischen Verehrung des Herzens Jesu“ (Pius X.) wurde 1909 selig- und 1925 heiliggesprochen. Darstellung: als Priester mit Buch oder Kreuz und flammendem Herzen Patron: der Eudisten, des Bistums Baie-Comeau (Kanada) Weitere Heilige des Tages:
Caritas Pirckheimer, Äbtissin
Ezechiel Moreno y Dias, Bischof
Sebald, Einsiedler
Caritas Pirckheimer, Äbtissin
Ezechiel Moreno y Dias, Bischof
Sebald, Einsiedler
Lebensdaten: geboren um 470 in oder bei Siena, gestorben am 18. Mai 526 in Ravenna Lebensgeschichte: Johannes wurde in Florenz sowie in Rom zum Kleriker ausgebildet und wirkte als Diakon an der römischen Kurie. Bei ihm könnte es sich um den „Diakon Johannes“ handeln, dessen Unterschrift unter den römischen Synodenbeschlüssen von 499 bis 502 steht. Er könnte auch derjenige sein, dem der Philosoph und Staatsmann Boethius einige seiner Schriften widmete. Sicher ist, dass Johannes dem zweimaligen Gegenpapst Laurentius anhing: 506 bittet er Papst Symmachus dafür um Vergebung. Er war Berater Papst Gelasius’ I. und Erzdiakon Papst Hormisdas’, dem er 523 ins Amt folgte. Im Liber Pontificalis steht über Johannes zu lesen, dass er zahlreiche Märtyrergräber und Kirchenbauten in Rom und in der königlichen Residenzstadt Ravenna instandsetzen ließ. Er förderte den Kirchengesang, ließ von Dionysius Exiguus den genauen Ostertermin am ersten Sonntag nach dem Frühjahrsvollmond berechnen und übernahm für die Kirche von Rom dessen Zählweise der Jahre ab Christi Geburt. Der gotische Herrscher Theoderich, arianischen, das heißt anti-trinitarischen Glaubens, entsandte Johannes gegen dessen Willen zum oströmischen und rechtgläubigen Kaiser Justin I. nach Konstantinopel, um diesen zur Abmilderung seiner Maßnahmen gegen die Arianer in seinem Reichsgebiet zu bewegen. Im Falle des Scheiterns dieser Mission drohte Theoderich offen mit anti-katholischen Repressalien. Papst Johannes wurde mit seinem großen Gefolge aus Bischöfen und Senatoren glänzend in Konstantinopel empfangen und erreichte auch allerhand vom Kaiser, doch bei seiner Rückkehr verdächtigte ihn der argwöhnische Theoderich der Verschwörung mit Kaiser Justin gegen ihn und ließ ihn in Ravenna einkerkern. Dort starb Johannes an Vernachlässigung und Hunger. Verehrung: Johannes’ Leichnam wurde nach Rom verbracht und in Alt Sankt Peter beigesetzt . Darstellung: hinter Gefängnisgittern mit Diakon und Subdiakon Weitere Heilige des Tages:
Blandine Merten, Ordensfrau
Dietmar von Neumünster, Glaubensbote
Felix von Cantalice, Ordensbruder
Roland, Abt
Blandine Merten, Ordensfrau
Dietmar von Neumünster, Glaubensbote
Felix von Cantalice, Ordensbruder
Roland, Abt
Lebensdaten: geboren um 1540 in Diecimo di Borgo a Mozzano (Provinz Lucca), gestorben am 9. Oktober 1609 in Rom Lebensgeschichte: Giovanni Leonardi war eines von fünf Kindern einer einfachen Landwirtsfamilie und ging mit 17 Jahren in die Provinzhauptstadt Lucca, um den Apothekerberuf zu erlernen. Dort gründete er, angestoßen von den Dominikanern der Stadt, gemeinsam mit anderen frommen Jugendlichen die „Compagnia dei Colombini – Gesellschaft der Turteltäubchen“ nach dem Vorbild des hl. Laienpredigers Giovanni Colombini († 1367). Nach dem Tod des Vaters 1568 ließ er sich nicht wie vorgesehen in der Heimat nieder, sondern nahm das Studium der Theologie auf. Nach seiner Priesterweihe wurde ihm eine Luccheser Pfarrei anvertraut, in der er eine Schule einrichtete, um Kinder im rechten Glauben und in der christlichen Lebensführung zu unterweisen. 1574 gründete er dazu mit vier Mitpriestern die „Gesellschaft der christlichen Lehre“. Aus diesem Apostolat und zur Umsetzung der Beschlüsse des Trienter Konzils in den Pfarreien entstand bald darauf die Kongregation der „Reformierten Priester der Allerseligsten Jungfrau“, das spätere Ordensinstitut der „Regularkleriker der Muttergottes“. Leonardis Umtriebigkeit machte ihn dem Senat Luccas verdächtig, der ihn 1587 der Stadt für immer verwies. Er übersiedelte nach Rom, wo er alsbald Freundschaft mit Philipp Neri schloss, der ihn umgehend Papst Clemens VIII. vorstellte. Leonardi wurde mit den heiklen Aufgaben betraut, einige Benediktinerkongregationen zu visitieren und das Spendenaufkommen zum Bau des Marienheiligtums Madonna dell’Arco bei Neapel zu überwachen, stellte den Papst jedoch sehr zufrieden. 1601 wies dieser Leonardis Kongregation das römische Marienheiligtum Santa Maria in Portico zu. 1608 legten Leonardi und die spanischen Geistlichen Martin de Funes und Juan Bautista Vives y Marja in einem Brief an Papst Paul V. die Grundlagen für eine römische Missionszentrale: die spätere „Propaganda fide“ mit dem Kollegium „Urbania“, heute die „Kongregation für die Evangelisierung der Völker“. 1609 starb Leonardi beim Ausbruch einer Influenzaepidemie. Verehrung: Leonardi liegt in der Kirche Santa Maria in Portico in Campitelli begraben, wohin 1667 das Gnadenbild der ersten Kirche seiner Kongregation verbracht wurde. 1861 selig- und 1938 heiliggesprochen, erklärte ihn Papst Benedikt XVI. 2006 auf Bitten der italienischen Apotheker zu ihrem Schutzpatron. Darstellung: bei der Niederschrift der Ordensregel unter den Augen der Muttergottes Patron: der italienischen Apotheker Weitere Heilige des Tages:
Abraham und Sarah, Stammeltern des Volkes Israel
Dionysius von Paris, Glaubensbote, Bischof, Märtyrer
Emanuela Theresia von Bayern, Ordensfrau
John Henry Newman, Ordenspriester
Gunther von Niederaltaich, Laienbruder, Einsiedler
Abraham und Sarah, Stammeltern des Volkes Israel
Dionysius von Paris, Glaubensbote, Bischof, Märtyrer
Emanuela Theresia von Bayern, Ordensfrau
John Henry Newman, Ordenspriester
Gunther von Niederaltaich, Laienbruder, Einsiedler
Lebensdaten: geboren am 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon, gestorben am 4. August 1859 in Ars-sur-Formans Lebensgeschichte: Der arme Bauernsohn Jean-Marie Vianney wuchs in den Jahren der Französischen Revolution ohne regelmäßige Messfeiern und ohne jegliche schulische Bildung auf. Erst mit 17 Jahren konnte er die rudimentäre Pfarrschule des Ortsgeistlichen Charles Balley besuchen und hatte dementsprechend Schwierigkeiten beim Lernen. Als er im Sakrament der Firmung Stärkung erfuhr, nannte er sich zu Ehren seines Firmpatrons Johannes der Täufer zusätzlich Baptiste. 1809 zum Militär eingezogen, entzog er sich durch Desertion dem Kriegsdienst und lebte unter falschem Namen als Lehrer in einem Bergdorf. Nachdem eine Amnestie ihm die Rückkehr erlaubt hatte, konnte er die Schule beenden und wurde von Pfarrer Balley ans Priesterseminar vermittelt, wo sich seine intellektuellen Probleme aber so häuften, dass Vianney wieder fortgeschickt wurde. Balley konnte die Verantwortlichen jedoch davon überzeugen, dass seine Frömmigkeit die geistigen Beschränkungen aufwog, und 1815 wurde er zum Priester geweiht. 1818 übernahm er die Pfarrstelle in Ars, einem Dorf mit etwa 250 Einwohnern, die sich bis auf den Besuch der Sonntagsmesse nicht für Religion interessierten. Vianney verschönerte in seiner unfreiwillig großen Freizeit die Kirche, sprach die Menschen freundlich an und gab den Armen alles, was er hatte. Es sprach sich herum, dass er kaum aß und ganze Nächte im Gebet in der Kirche verbrachte, so dass er einige Menschen an sich binden konnte, mit deren Hilfe er 1824 eine Mädchenschule eröffnete. 1827 vermeldete er stolz, dass sein Dorf „bekehrt“ sei: Er hatte die vier Wirtshäuser aus der Nachbarschaft der Kirche verbannt, die häufigen Tanzveranstaltungen und Sonntagsarbeit abgeschafft und alle Menschen unter seiner Kanzel, wenn er predigte. Als Vianneys extrem asketische Lebensweise und strenge Bußübungen, seine Güte, die Heimsuchung durch den Teufel und einige Wunder bekannt wurden, kamen immer mehr Menschen von außerhalb, um bei ihm zu beichten. Eine richtiggehende Wallfahrt aus ganz Frankreich setzte zu seinem Beichtstuhl ein, in dem er häufig schon ab ein Uhr morgens saß. Dreimal versuchte der Pfarrer aus Ars zu fliehen, aber weder die Dorfbewohner noch die Kirchenoberen erlaubten ihm den Rückzug. Auch die Kapläne, die man ihm zur Seite stellte, konnten seine Überanstrengung nicht lindern. Er starb ausgezehrt mit 73 Jahren. Verehrung: In Ars wurde zu Ehren des heiligmäßigen Pfarrers eine Basilika erbaut, in der seine unversehrten Gebeine in einem Glasschrein von bis zu 500.000 Menschen im Jahr verehrt werden. 1905 wurde er selig-, 1925 heiliggesprochen, 1929 zum Patron der Pfarrer erklärt. Aus Anlass seines 150. Todestages feierte die Kirche von Juni 2009 bis Juni 2010 ein Jahr des Priesters. Darstellung: als hagerer Priester mit violetter Stola Patron: der Pfarrer Weitere Heilige des Tages:
Rainer von Spalato, Bischof, Märtyrer
Rainer von Spalato, Bischof, Märtyrer
Lebensdaten: geboren 628 in Sarmin bei Aleppo, gestorben 707 bei Bischarri, Libanon Lebensgeschichte: Johannes wurde unweit von Antiochien geboren, wo sein Vater Agathon Gouverneur von Sarum war. Spätere Überlieferungen haben ihm eine karolingische Verwandtschaft angedichtet. Johannes wurde in Antiochien und Konstantinopel umfassend ausgebildet, bevor er als Mönch ins Maronkloster am Orontes (unweit vom heutigen Homs) eintrat und sich den Namen des heiligen Klostergründers und Mönchsvaters aus dem 5. Jahrhundert beifügte. Johannes hat drei Schriften hinterlassen, die seinen Einsatz gegen den Monophysitismus (Ein-Naturen-Glaube) und den Nestorianismus (Zwei-Personen-Glaube) zugunsten der Trinitäts- und Christusdogmen des Konzils von Chalkedon (451) dokumentieren. Nachdem die christlichen Mardaïten (oder Maraditen) 676 das Gebiet vom Nurgebirge bis Galiläa als Puffer zwischen dem byzantinischen Reich und dem abbasidischen Kalifat besetzt hatten und den sogenannten Messingwall gegen die arabische Invasion stellten, wurde Johannes Maron zu ihrem Bischof mit Sitz in Bothrys (heute Batrun) bestimmt. 685 wurde er Patriarch von Antiochien und des ganzen Orient, wobei der älteste Bischofssitz der Christenheit im Lauf der byzantinisch-sassanidischen Kriege zum bloßen Titularsitz verkommen war. Weil Papst Sergius I. in Rom seine Zustimmung dazu gegeben hatte, der byzantinische Kaiser Justinian II. aber nicht gefragt worden war und obendrein die Macht der Mardaïten eindämmen wollte, siedelte der Imperator in Abstimmung mit dem Kalifen Abd al-Malik 12.000 von ihnen nach Isaurien (Zentraltürkei) um und versuchte im Jahr 694, die übriggebliebenen „Rebellen“ aufzureiben und Johannes’ habhaft zu werden. Dabei zerstörten die Byzantiner auch das altehrwürdige Maronkloster und machten die 500 Mönche nieder. Johannes führte darauf das Volk ins Libanongebirge, wo es sich erfolgreich dem Zugriff Ostroms erwehren konnte, und gründete im „Heiligen Tal“ (Wadi Qadischa) das heutige Qannubin-Kloster Unserer Lieben Frau, das jahrhundertelang Sitz der maronitischen Patriarchen war. Dort ist er 707 vermutlich auch gestorben. Verehrung: Die Maroniten verehren ihren ersten Patriarchen als Gründungsfigur sowohl des christlichen Libanon als auch der orientalischen Kirche, die mit seinem Namen auch den des Mönchsvaters Maron trägt und als einzige nicht dem Großen Morgenländischen Schisma von 1054 folgte. In der Zeit der Kreuzzüge banden sich die Maroniten noch enger an Rom, wo seit 1584 ein eigenes Kolleg die maronitischen Spitzenkleriker ausbildet. Weitere Heilige des Tages:
Agnes von Böhmen, Klostergründerin, Äbtissin
Engelmar Unzeitig, Märtyrer
Grimo von Ursberg, Propst
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer
Agnes von Böhmen, Klostergründerin, Äbtissin
Engelmar Unzeitig, Märtyrer
Grimo von Ursberg, Propst
Karl I. von Flandern, König, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 1350 in Pomuk bei Pilsen, gestorben am 20. März 1393 in Prag Lebensgeschichte und Legende: Johannes Welflin oder Wolfflin wurde um 1350 in (tschechisch „ne“) Pomuk als Sohn eines Richters geboren und war 1369 kaiserlicher Notar in der Gerichtskanzlei des Erzbistums Prag. Nach seiner Priesterweihe 1380 erwarb er in Padua ein Doktorat in kanonischem Recht und wurde bald nach seiner Rückkehr nach Prag einer der Generalvikare des Erzbischofs Johannes von Jenštejn. Als es während des Großen Abendländischen Schismas zu Konflikten zwischen der weltlichen und kirchlichen Macht kam und König Wenzel IV. versuchte, das Gebiet des Erzbistums durch eine neue Bistumsgründung zu beschneiden, nutzte Johannes Nepomuk eine Abwesenheit des Monarchen, um eine dazu erforderliche Personalie zu verhindern. Bald darauf wurde er auf Weisung des Königs verhaftet, in dessen Beisein gefoltert und in die Moldau geworfen. Der verbreiteten Legende nach sei Johannes Nepomuk aber der Beichtvater der Königin Johanna gewesen und habe sich geweigert, ihre Geheimnisse dem eifersüchtigen Wenzel preiszugeben, weswegen dieser ihn ermorden ließ. Johannes Nepomuks Leichnam kennzeichneten fünf Flammen, als man ihn aus der Moldau barg – nach einer anderen Überlieferung hatte die Königin Johanna eine solche Erscheinung –, weswegen er mit einem Kranz aus fünf Sternen abgebildet wird, die für die lateinischen Buchstaben „tacui – ich habe geschwiegen“ stehen. Er wurde im Veitsdom bestattet und ruht in einem prachtvollen Grab aus Silber. Verehrung/Brauchtum: Johannes Nepomuks Verehrung wurde ab dem Ende des 17. Jahrhunderts gefördert, um zum einen den böhmischen „Nationalheiligen“ Jan Hus zu verdrängen, zum anderen den Empfang des Beichtsakraments zu fördern. 1729 heiliggesprochen, entstand ein Kult besonders in den Ländern der Habsburgermonarchie, für die er als eine Art „Staatsheiliger“ gelten kann. Statuen des „Brückenheiligen“ zieren vor allem in Bayern, Österreich und Südtirol unzählige Brücken. Darstellung: als Priester mit Kruzifix und Palme, den Zeigefinger an den Lippen, mit Sternenkranz Patron: von Böhmen, Bayern, Salzburg, Seckau, Correggio, Prag, des Banat und Santanders, der Priester, der Beichtväter und des Beichtgeheimnisses, der Schiffer, Müller, Flößer, der Brücken, gegen Verleumdung, für Verschwiegenheit, gegen Wassergefahren Weitere Heilige des Tages:
Amos, Prophet
Brendan, Abt, Seefahrer
Simon Stock, Ordensgeneral
Amos, Prophet
Brendan, Abt, Seefahrer
Simon Stock, Ordensgeneral
Lebensdaten: geboren am 28. März 1811 in Prachatitz, Böhmen, gestorben am 5. Januar 1860 in Philadelphia Lebensgeschichte: Als Sohn einer Tschechin und eines Deutschen kam Johannes Nepomuk in einfachen Verhältnissen zur Welt und trat nach seiner Matura in das Priesterseminar von Budweis ein. Dort und später an der Universität Prag erlernte er insgesamt acht Sprachen. Als sich wegen einer richtiggehenden Priesterschwemme seine Weihe um Monate verzögern sollte, in Nordamerika aber dringend Priester für die vielen Einwanderer gebraucht wurden, zog er zu Fuß bis an die französische Atlantikküste und schiffte sich nach New York ein. Dort wurde er kaum drei Wochen nach seiner Ankunft zum Priester geweiht und bekam eine 1450 Quadratkilometer große Pfarrei in der Nähe der Niagarafälle zugewiesen, die er unentwegt und zu Fuß betreute. Nach vier Jahren missionarischer Seelsorge an den vielfach deutschsprachigen Farmern und Waldarbeitern brach er erschöpft zusammen und erholte sich in einem Redemptoristenkloster. 1840 schloss er sich dieser Ordensgemeinschaft an, um seinen Aufgaben als Seelsorger besser gewachsen zu sein. 1852 wurde er im Alter von 41 Jahren zum ersten Bischof von Philadelphia ernannt. Er gründete Schulen und Kirchen, siedelte Klostergemeinschaften in seinem Gebiet an und gründete selbst eine, die „Schwestern vom Dritten Orden des heiligen Franziskus von Philadelphia“. Seine Einfühlsamkeit und seine Bescheidenheit verliehen ihm hohes Ansehen. Doch sein unermüdlicher Einsatz für seine Diözese hatte seinen Preis – nach nur acht Jahren als Bischof brach er auf offener Straße zusammen und starb am 5. Januar 1860. Verehrung: Sein Grab befindet sich in der Redemptoristenkirche St. Peter Apostle in Philadelphia. 1977 wurde er von Papst Paul VI. heiliggesprochen. In Obernburg am Main, dem Heimatort seines Vaters, ist Johannes Nepomuk Neumann die Unterkirche geweiht. Weitere Heilige des Tages:
Emilia von Rom, Ordensfrau
Eduard der Bekenner, König
Karel vom heiligen Andreas, Ordenspriester
Emilia von Rom, Ordensfrau
Eduard der Bekenner, König
Karel vom heiligen Andreas, Ordenspriester
Lebensdaten: geboren am 18. Mai 1920 in Wadowice, Polen, gestorben am 2. April 2005 in Rom Lebensgeschichte: Karol Josef Wojtyła verlor mit neun Jahren seine Mutter, drei Jahre später seinen älteren Bruder. Karol blieb mit dem Vater allein zurück. Nach seinem Abitur zogen sie nach Krakau, wo Karol Literatur studierte und sich seiner Leidenschaft widmete: dem Theaterspielen. 1940 begann er, im Steinbruch zu arbeiten, um nicht nach Deutschland deportiert zu werden. Ein Jahr später starb auch der Vater. Karol studierte im Untergrund Theologie, weil die polnischen Geistlichen von den Nazis verfolgt wurden, und empfing 1946 die Priesterweihe. Anschließend ging er für zwei Jahre nach Rom, um weiter zu studieren, und wurde nach seiner Rückkehr Professor für Ethik an der Universität Lublin. 1958 wurde er als Weihbischof von Krakau zum jüngsten Bischof Polens geweiht. Sein Wappen mit der Inschrift „Totus tuus – Ganz dein“, bezogen auf die Gottesmutter Maria, begleitete ihn zeitlebens. Er nahm am Zweiten Vatikanischen Konzil teil, wurde 1964 Erzbischof von Krakau und 1967 zum Kardinal erhoben. Am 16. Oktober 1978 entschied sich das Konklave in Rom für Karol Wojtyła – den ersten slawischen Papst. Seine Amtseinführung fand am 22. Oktober (daher sein Gedenktag) statt. Am 13. Mai 1981, dem Jahrestag der Marienerscheinungen von Fatima, wurde er bei einem Attentat auf dem Petersplatz lebensgefährlich verletzt. Seinen Attentäter Mehmet Ali Ağca besuchte Johannes Paul II. später im Gefängnis und vergab ihm. Ein großes Anliegen war ihm die Überwindung des Kommunismus in seiner Heimat. Er führte einen Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen, als erster Papst besuchte er auch nichtchristliche Gebetsstätten. Auf seinen zahlreichen Reisen – insgesamt kam er in mehr als 120 Länder – begeisterte er Millionen Menschen. Johannes Paul II. begründete die Weltjugendtage, bei denen er alle zwei Jahre an verschiedenen Orten der Welt mit Jugendlichen den Glauben feierte und vertiefte. Millionen folgen bis heute seiner Aufforderung, die „neuen Heiligen“ zu werden. Im Jahr 2000 rief er ein Heiliges Jahr aus und bat um Verzeihung für alle Schuld, die die Kirche in Glaubenskriegen, bei der Inquisition und der Judenverfolgung auf sich geladen hatte. 2003 wurde seine Parkinson-Erkrankung offiziell bestätigt. Doch an Rückzug dachte er nicht. Solange ihn seine Beine irgendwie trugen, ging er zu den Menschen, um ihnen Christus, den Erlöser, zu verkünden. Auch seine Gebrechlichkeit setzte auf ihre Art ein Zeichen der Menschlichkeit. Damit zeigte er, dass auch Alt- und Kranksein zum Leben gehört und bejaht werden kann. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung starb er am Vorabend des Barmherzigkeitssonntags 2005, den er selbst Jahre zuvor eingeführt hatte. Tausende Gläubige beteten und weinten am Petersplatz in Rom vor seinem Fenster und forderten die sofortige Heiligsprechung. Verehrung: Bereits fünf Wochen nach seiner Beerdigung wurde das Seligsprechungsverfahren eingeleitet. Am 1. Mai 2011 erfolgte sie durch seinen Nachfolger, Papst Benedikt XVI. Seitdem ruhen seine Gebeine in der Sebastianskapelle des Petersdoms und werden dort täglich von zahlreichen Gläubigen besucht. Am 27. April 2014, dem Barmherzigkeitssonntag, wurde er zusammen mit Johannes XXIII. von Papst Franziskus unter Beisein von rund einer Million Menschen auf dem Petersplatz in Rom heiliggesprochen. Patron: der slowakischen Bergretter Weitere Heilige des Tages:
Cordula, Märtyrin
Ingbert, Einsiedler
Cordula, Märtyrin
Ingbert, Einsiedler
Lebensdaten: geboren am 24. Juni 1542 in Fontiveros bei Ávila, gestorben am 14. Dezember 1591 in Úbeda bei Jaén Lebensgeschichte: Juan de Yepes Álvarez, der Sohn eines enterbten Ritters, der als Weber seinen Lebensunterhalt verdiente, wuchs nach dem Tod des Vaters in absoluter Armut auf. Weil er kein Talent zum Handwerksberuf zeigte, wurde er Krankenpfleger im Armenhospital von Medina del Campo und von dessen Protektor zur Ausbildung ins Jesuitenkolleg geschickt. Als designierter Krankenhauskaplan orientierte er sich schon an der Theologie, als er 1563 die Karmeliten der Stadt kennenlernte und dem Orden als Juan de San Matía beitrat. Nach dem Studium an der Universität von Salamanca wurde er 1567 zum Priester geweiht. Der Primiz des inzwischen bekannten Asketen und Büßers wohnte Teresa von Ávila bei, die ihn für ihre Ordensreform und die Rückkehr zur ursprünglichen, „unbeschuhten“ Regel gewann. Mit dem neuen Namen Johannes vom Kreuz errichtete er mehrere Klöster in Eigenarbeit, bis ihn Teresa 1572 zum Geistlichen Direktor des Karmels von Ávila berief. Ende 1577 wurde er von den „beschuhten“ Reformgegnern in ein Ordensgefängnis in Toledo gesteckt und misshandelt. In der neunmonatigen Kerkerhaft verwandelte er seine geistlichen Erfahrungen in Meisterwerke der Mystik und zugleich der Literatur. Nach der Trennung der Ordenszweige in „Beschuhte“ und „Unbeschuhte“ Karmeliten 1580 war er in Andalusien im Dienst des Ordens tätig, bereiste unermüdlich die immer zahlreicheren Ordensniederlassungen und verschriftlichte und erläuterte seinen Geistlichen Gesang, Die Dunkle Nacht sowie den Aufstieg zum Berg Karmel und die Lebendige Liebesflamme. 1591 wurde er vom Generalkapitel des Ordens all seiner Ämter enthoben und sollte nach Mexiko geschickt werden. Als einfacher, kranker Mönch – er litt an einer fiebrigen Hautinfektion – landete er im Kloster Úbeda, dessen Oberer ihm Besuchsverbot erteilte. Sein leidvoller Tod in der Nacht zum 14. Dezember 1591 beendete die Verleumdungen, denen er in seinen letzten Tagen noch ausgesetzt war. Verehrung: Johannes wurde nach seinem Tod umgehend ins Kloster der Unbeschuhten Karmeliten in Segovia gebracht, wo er heute noch begraben liegt. 1675 selig- und 1726 heiliggesprochen, ernannten ihn Papst Pius XI. 1926 zum Kirchenlehrer und Papst Johannes Paul II. zum Patron der spanischen Dichter. Darstellung: als Karmelit mit Buch, Schreibfeder oder Kreuz Patron: der spanischen Dichter Weitere Heilige des Tages:
Berthold von Regensburg, Ordenspriester, Volksprediger
Franziska Schervier, Ordensgründerin
Venantius Fortunatus, Bischof, Dichter
Berthold von Regensburg, Ordenspriester, Volksprediger
Franziska Schervier, Ordensgründerin
Venantius Fortunatus, Bischof, Dichter