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Heilige

Lebensdaten: geboren am 6. Januar 1500 in Almodóvar del Campo, Kastilien, gestorben 10. Mai 1569 in Montilla bei Córdoba Lebensgeschichte: Juan de Ávila Gijón war väterlicherseits jüdischer Abstammung, was ihm sein Leben lang Schwierigkeiten bereitete. So musste er sein in Salamanca aufgenommenes Jurastudium abbrechen, als die Universität von ihren Studenten einen Nachweis der „Blutreinheit“ verlangte. In der Folge zog er sich zu einem Leben strenger Buße ins heimatliche Almodóvar zurück. Nach zwei Jahren der Zurückgezogenheit begann er in Alcalá de Henares ein Theologiestudium und wurde 1526 zum Priester geweiht. Der reiche Erbe verkaufte all seinen Besitz, verteilte das Geld unter den Armen und stellte sich als Missionar für die Evangelisierung Amerikas zur Verfügung, doch der Erzbischof von Sevilla bestellte ihn als Volksmissionar nach Andalusien. Juan hatte als volkstümlicher und leidenschaftlicher Prediger durchschlagenden Erfolg nicht nur beim einfachen Volk, sondern setzte spektakuläre Bekehrungen hochrangiger Persönlichkeiten wie Herzog Franz von Borja oder des Haudegens Johannes von Gott in Gang. Sein Ansehen brachte ihm aber auch den Neid des Klerus ein: 1531 wurde er des „Erasmismus“, das heißt missverständlicher Aussagen im Geiste des Humanismus beschuldigt und verbrachte über ein Jahr im Inquisitionsgefängnis von Sevilla. Dort verfasste er den ersten Entwurf seines asketischen Hauptwerks Audi filia, et vide („Höre, Tochter, und sieh“), einem Kommentar zum 45. Psalm, der ihn zum maßgeblichen geistlichen Autor des 16. Jahrhunderts machte. Seinen Wunsch, den Jesuiten beizutreten, vereitelte wiederum seine jüdische Abstammung, doch im Geist der Gesellschaft Jesu gründete er zahlreiche Kollegien und Seminare zur Priesterausbildung und war maßgeblich an der Entstehung der Universität von Baeza beteiligt. 1554 erkrankte er und zog sich nach Montilla zurück, wo er 1569 starb und begraben wurde. Verehrung: Der „Apostel von Andalusien“ wurde 1894 selig- und 1970 heiliggesprochen. 1946 erklärte ihn Papst Pius XII. zum Patron des spanischen Klerus, 2012 erhob ihn Papst Benedikt XVI. zum Kirchenlehrer. Patron: der spanischen Weltpriester Darstellung: meist betend vor dem Allerheiligsten   Weitere Heilige des Tages:
Gordianus und Epimachus, Märtyrer
Hiob, Prophet
Lebensdaten: geboren am 24. Juni 1386 in Capestrano (Abruzzen), gestorben am 23. Oktober 1456 in Ilok (Vukovar) Lebensgeschichte: Johannes war der Sohn eines deutschen Ritters aus dem geschlagenen Heer Ludwigs von Anjou, der als Lehensmann des Grafen von Celano das Bergstädtchen Capestrano verwaltete. Er verlor früh seinen Vater und studierte in Perugia die Rechte. 1409 wurde er königlicher Gerichtsrat in Neapel und 1412 Richter in Perugia, wo er seinen gesellschaftlichen Aufstieg durch die Ehe mit einer Grafentochter zementieren wollte – als 1415 ein Städtekrieg mit den Malatestas ausbrach und er eingekerkert wurde. In der infolge eines Fluchtversuchs überaus harten Haft kam ihm sein bisheriges Leben nichtig vor, weswegen er nach seiner Freilassung seine Ehe – die er nach eigenem Bekunden nie vollzogen hatte – löste und dem Orden der Franziskanerobservanten beitrat. 1417 zum Priester geweiht, unterstützte er seinen Ordensbruder und theologischen Lehrer Bernhardin von Siena beim Kampf um das franziskanische Erbe, das jeweils Observanten, Konventualen und Spiritualen für sich beanspruchten, zog als Wanderprediger durch ganz Europa und predigte über 40 Jahre hinweg jeden Tag. Neben dem Streit mit den konkurrierenden Ordenszweigen setzte sich Johannes für die päpstliche Vollgewalt ein, die sich gegen den Konziliarismus behaupten musste, vermittelte als Legat des Papstes Thronstreitigkeiten und Frieden zwischen den Städten, schoss aber mit seinem Engagement häufig übers Ziel hinaus. Der Papst rief ihn bei der Diskriminierung von Juden und bei der Hussitenmission in Böhmen und Mähren zur Mäßigung auf – vergebens. 1445 zum Kreuzprediger ernannt, sammelte Johannes auf seinen Predigtreisen Gelder und Freiwillige für die Türkenkriege und zog mit einem Tross von zuletzt bis zu 35.000 Bauern, Handwerkern und Studenten nach Osten, wo die Osmanen eingefallen waren. 1453 gerieten Juden in Breslau auf sein Betreiben auf den Scheiterhaufen, jüdische Kinder wurden zwangsgetauft, und Johannes von Capestrano verhinderte auch nicht das Pogrom, mit dem sich die Bevölkerung des Vermögens der Juden bemächtigte. 1456 beschwor er bei der Verteidigung von Belgrad seine mutlos gewordenen Bauern und die 15.000 Söldner des ungarischen Feldherrn Johannes Corvinus, sich noch einmal gegen die 100.000 Türken zu stellen, ging mit erhobenem Kruzifix voran, und auf seinen Einsatz hin soll diese Schlacht gewonnen worden sein. Kurz danach erkrankte er vermutlich an der Seuche, der große Teile des christlichen Heers zum Opfer fielen, und verstarb im damals ungarischen Ilok. Verehrung: Johannes von Capestrano wurde in der Franziskanerkirche von Ilok im heutigen Kroatien bestattet, sein Grab wurde aber 1526 in der Reformationszeit zerstört. 1690 wurde er heiliggesprochen. Am Wiener Stephansdom erinnert die Capistrankanzel an seine Predigttätigkeit von 1451. Darstellung: mit Kreuzfahne, Monstranz oder dem IHS-Monogramm Patron: der Militärseelsorger und der Rechtsanwälte   Weitere Heilige des Tages:
Johannes Capistran Natter, Priester
Theodoret, Priester, Märtyrer
Lebensdaten: geboren um 675 in Damaskus, gestorben am 4. Dezember 749 im Sabas-Kloster bei Bethlehem Lebensgeschichte: Manṣūr ibn Sarǧūn (Victor, Sohn des Sergius) kam in einer einflussreichen christlichen Familie zur Welt: Sein Großvater war ein hoher Steuerbeamter Kaiser Herakleios’, sein Vater diente nach der islamischen Eroberung den Umayyaden-Kalifen. Manṣūr wurde in der arabisch-christlichen Kultur groß und genoss eine hervorragende Ausbildung in allen Wissenschaften durch einen lateinischen Mönch namens Kosmas, den sein Vater als kriegsgefangenen Sklaven eigens gekauft hatte. Auch Manṣūr könnte den Kalifen gedient haben, bis diese 720 die Christen aus Damaskus vertrieben. Der Legende nach hätte er noch als Staatsdiener Partei im einsetzenden Bilderstreit ergriffen. Als ihm die Rechte abgehackt wurde, um ihn am Schreiben zu hindern, erhielt er sie von der Jungfrau Maria zurück. Auf seine Votivgabe geht die Ikone der dreihändigen Gottesmutter „Tricheirousa“ zurück. Manṣūr trat mit dem Mönchsnamen Yuḥannā – Johannes ins Kloster Mār Sabas ein und wurde vom Jerusalemer Patriarchen Johannes V., seinem Förderer, zum Priester geweiht. Als Kaiser Leo III. 726 den sogenannten Bilderstreit auslöste und Ikonen reichsweit entfernt wurden, verteidigte Johannes die „heiligen Bilder“ und etablierte den Unterschied zwischen der Anbetung, die einzig Gott gebührt, und der Verehrung, die auch ein Bild verwenden kann, um sich an den Dargestellten zu wenden. Neben den „Reden gegen die Verleumder der heiligen Bilder“ verfasste Johannes noch unter anderem die „Quelle der Erkenntnis“, eine umfassende Darstellung der kirchlichen Dogmatik mit Berücksichtigung der antiken Philosophie und einer frühen Kritik des Islam. Bedeutend ist er auch als liturgischer Dichter gewesen. Verehrung: Johannes’ Reden gegen die Bilderstürmer führten zu seiner Verurteilung durch ein ikonoklastisches Konzil kurz nach seinem Tod. 787 wurde er auf dem zweiten Konzil von Nizäa völlig rehabilitiert. Die Nachwelt verlieh ihm seines Redetalents wegen den Beinamen „Goldstrom“. Seine Gebeine ruhten bis zum 12. Jahrhundert im Kloster Mār Saba, dann wurden sie ins Kecharitomene-Kloster nach Konstantinopel überführt, der heutigen Odalar-Moschee. Papst Leo XIII. erklärte ihn 1890 zum Kirchenlehrer. In der Ostkirche haben seine Schriften ähnliches Gewicht wie die Werke Thomas von Aquins im lateinischen Westen. Darstellung: mit Schriftrolle und arabischem Turban Patron: der Mailänder Apotheker, der Ikonenmaler, der Studenten der byzantinischen Rituskirchen   Weitere Heilige des Tages:
Adolph Kolping, Priester
Barbara, Märtyrin, Nothelferin
Christian von Preußen, Bischof
Osmund von Salisbury, Bischof
Lebensdaten: geboren am 8. März 1495 in Montemor-o-Novo, Portugal, gestorben am 8. März 1550 in Granada Lebensgeschichte: João Ciudad Duarte verließ mit acht Jahren sein Zuhause. Vielleicht hatte ihn ein Geistlicher entführt, damit der Knabe ihm beim Betteln helfe. Jedenfalls starb seine Mutter aus Kummer über den Verlust des einzigen Kindes, der Vater trat als Laienbruder in ein Kloster ein. Johannes fand sich in der andalusischen Burg Oropesa wieder, wo er der Verwalterfamilie 20 Jahre als Viehhirte diente. Vermutlich erhielt er schon damals den für Findelkinder üblichen Beinamen „von Gott“. Als Soldat im kaiserlichen Heer gelangte er bis nach Wien und kehrte im Anschluss wieder in seinen Heimatort zurück, wo er vom Schicksal seiner Eltern erfuhr. Er wollte dann als Missionar nach Nordafrika, verdingte sich aber stattdessen beim Festungsbau in Ceuta, um eine in Not geratene Familie zu unterstützen. Schließlich ließ er sich als Buchhändler zuerst in Gibraltar, dann in Granada nieder. Eine Predigt des durchreisenden Johannes von Ávila erschütterte ihn 1539 derart, dass er seine weltlichen Bücher verbrannte, die geistlichen verschenkte und wie von Sinnen durch die Stadt lief, bis man ihn zu den „Verrückten“ sperrte. Dort lernte er die Not der Kranken kennen und stellte sich fortan in deren Dienst. In einem gemieteten Haus wandte er als erster moderne Methoden an: die Trennung der Patienten nach ihrer Krankheit, ihre Unterbringung in einem eigenen Bett, die Behandlung durch einen Arzt. Oftmals las Johannes Kranke auf der Straße auf und trug sie selber in sein Hospital. Noch im selben Jahr konnte er sein erstes Krankenhaus eröffnen, für das er unermüdlich Speisereste und Spenden sammelte. Anfangs verlacht, erwarb er sich mehr und mehr die Achtung und das Wohlwollen zahlreicher Gönner. 1547 konnte er sein zweites Hospital mit 100 Betten eröffnen, in dem auch Obdachlose und ausgesetzte Kinder Aufnahme fanden. Immer mehr Männer schlossen sich ihm an, halfen im Pflegedienst und beim Bau der Häuser. Daraus entstand nach seinem Tod der Orden der „Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott“, auch „Hospitalorden“ genannt. Im Sommer 1549 rettete er zahlreiche Kranke aus dem brennenden Königlichen Hospital in Granada, und im darauffolgenden Winter versuchte er vergebens, ein Kind aus dem Hochwasser zu ziehen. Er selbst wurde durch seinen Einsatz so krank, dass er am 8. März 1550, seinem 55. Geburtstag, an den Folgen seiner Rettungsaktion starb. Verehrung: 1630 wurde Johannes selig- und 1691 heiliggesprochen, 1886 zum Patron der Kranken und Krankenhäuser und 1930 zum Patron der Krankenpfleger erklärt. Seine Verehrung ist außer bei den Barmherzigen Brüdern vor allem in Spanien und Portugal lebendig. Darstellung: beim Tragen eines Kranken, mit Säcken oder Körben, mit Kreuz, Rosenkranz, mit dem Jesuskind auf dem Arm, das einen Granatapfel – Zeichen für Granada – in der Hand hält Leitspruch des hl. Johannes: „Das Herz befehle!“ Patron: von Granada, der Kranken, der Krankenhäuser und -pfleger, der Buchhändler und Buchdrucker   Weitere Heilige des Tages:
Gerhard von Clairvaux, Abt, Märtyrer
Georg Michael Wittmann, Weihbischof von Regensburg
Julianus, Erzbischof
Lebensdaten: geboren am 23. Juni 1390 in Kęty, Polen, gestorben am 24. Dezember 1473 in Krakau Lebensgeschichte und Legende: Der Bauernsohn Johannes kam 1390 im Städtchen Kęty bei Auschwitz zur Welt und fiel früh durch seine hohe Auffassungsgabe und Frömmigkeit auf. Nach seinem Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Krakau lehrte er dort selbst in viel besuchten Vorlesungen und wurde Kanoniker am Floriansstift. Zweimal wurde er zum Dekan der Artistenfakultät gewählt. Sprichwörtlich war seine Nächstenliebe: Bedürftigen überließ er schon einmal seine Schuhe. Seinen weggegebenen Mantel erhielt er von der Gottesmutter Maria zurück. Er pilgerte zu Fuß viermal nach Rom und einmal nach Jerusalem, wobei er einmal Wegelagerern, die ihn ausgeraubt hatten, nachlief, um ihnen noch das Geld zu geben, das er an sich gefunden hatte. Schon zu Lebzeiten wurde er wie ein Heiliger verehrt. Am Heiligen Abend des Jahres 1473 starb er in Krakau. Verehrung und Brauchtum: Sein Grab fand Johannes von Krakau in St. Anna, der Universitätskirche seiner alten Wirkungsstätte. Mit seinem Professorenmantel wurden seine Nachfolger als Dekane der Artistenfakultät feierlich bekleidet. 1767 heiliggesprochen, wird er in Polen und besonders in polnischstämmigen Gemeinden der USA als Jan Kanty und John Cantius sehr verehrt. Darstellung: als Kanoniker mit Buch, bei einer Marienerscheinung, mit einem Jungen, dem er den Weg weist Patron: von Polen und Litauen, der Bistümer Bielsko-Żywiec und Lublin     Weitere Heilige des Tages:
Marie-Marguerite Dufrost de Lajemmerais, Ordensgründerin, Mystikerin
Servulus von Rom, Bettler
Viktoria von Rom, Jungfrau, Märtyrin
Lebensdaten: geboren am 23. Juni 1160 in Faucon-de-Barcelonnette, Alpes-de-Haute-Provence, gestorben am 17. Dezember 1213 in Rom Lebensgeschichte: Der spanischstämmige Adlige Johannes wurde nach Studien in Paris zum Doktor der Theologie promoviert und zum Priester geweiht. Bei seiner ersten heiligen Messe am 28. Januar 1193 hatte er eine Vision der göttlichen Dreifaltigkeit – anderen Überlieferungen zufolge aber eine Vision, bei der Christus oder ein Engel zwei Gefangenen die Hände auflegt: einem Weißen und einem Mauren. 1194 gründete er zusammen mit dem hochadligen Einsiedler Felix von Valois den „Orden der Allerheiligsten Dreifaltigkeit zum Loskauf Gefangener und Sklaven“: die Trinitarier, deren Ordensregel 1198 von Papst Innozenz III. bestätigt wurde und deren Besonderheit neben dem Freikauf ist, sich den Mauren als Ersatz für einen freigelassenen Gefangenen anzubieten. Johannes sammelte in Südfrankreich, Spanien und Italien Spendengelder für die Loszahlung christlicher Sklaven aus muslimischen Händen und reiste für ihre Befreiung nach Marokko. Außerdem kümmerte sich die in ganz Europa rasch wachsende Ordensgemeinschaft um Kranke und Gefangene und begleitete die Kreuzzugsheere. Als Papst Innozenz III. Johannes das Kloster San Tommaso in Formis in Rom übertrug, verlegte er seinen Lebensmittelpunkt dorthin. Dort starb er am 17. Dezember 1213.  Verehrung und Brauchtum: Johannes’ Gebeine wurden 1665 von Ordensbrüdern nach Madrid entführt, wo sie in der Trinitarierkirche ruhen. Seitdem wird er auch offiziell als Heiliger verehrt. Heute setzen sich etwa 500 Trinitarier in Frauen- und Männerorden in 17 Ländern für die Belange der Schwächsten und Unterdrückten ein. Darstellung: im Trinitariergewand – weißer Habit mit rot-blauem Kreuz – , meist mit zerbrochenen Ketten oder Gefangenen Patron: der Trinitarier    Weitere Heilige des Tages:
Vivina von Brüssel, Äbtissin
Yolanda von Vianden, Priorin
Lebensdaten: geboren am 25. November 1881 in Sotto il Monte bei Bergamo, gestorben am 3. Juni 1963 in Rom Lebensgeschichte: Der arme Bauernsohn Angelo Giuseppe Roncalli wurde von einem Großonkel und seinem Gemeindepfarrer mit Glaubenswissen, Lateinunterricht und Geld unterstützt, so dass er im Knabenseminar von Bergamo aufgenommen wurde. Ein Stipendium führte ihn zum Studium nach Rom, das er mit einem Doktorat abschloss. Nach dem einjährigen Militärdienst, den er für seinen jüngeren Bruder ableistete, der den elterlichen Hof übernommen hatte, wurde er 1904 zum Priester geweiht. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs war er Sekretär des Bischofs von Bergamo und machte sich als Professor und Spezialist für die Kirchengeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts einen Namen. Nach dem Krieg, den er als Feldkaplan und Offizier an der Front verlebte, wurde er mit der Leitung des Päpstlichen Missionswerks in Italien betraut (der Zirkus Roncalli hat seinen Namen von dem Platz in Köln, wo er 1921 eine heilige Messe feierte) und 1925 als Apostolischer Visitator und Delegat im Bischofsrang zuerst nach Bulgarien und dann in die Türkei entsandt, wo er große Sympathien für die orthodoxe Kirche entwickelte und während des Zweiten Weltkriegs Juden aus den besetzten Gebieten zur Flucht verhalf. 1944 wurde er zu seiner eigenen und zur allgemeinen Überraschung Apostolischer Nuntius in Frankreich – vielleicht hatte Papst Pius XII. durch die Ernennung eines diplomatischen Hinterbänklers die französische Regierung ärgern wollen, die sich anschickte, viele Bischöfe wegen ihrer Verstrickung in das Kollaborationssystem in Rente zu schicken. Doch Roncalli agierte geschickt, erwarb sich mit Liebenswürdigkeit und Humor die Achtung der Gläubigen wie der Politiker und wurde zum Kardinal erhoben. 1953 zum Patriarchen von Venedig ernannt, glaubte er sich am Ende seiner Karriere angelangt, doch er wurde nach dem Tod Papst Pius’ am 28. Oktober 1958 zum Papst gewählt – seines fortgeschrittenen Alters wegen vielleicht als „Übergangspapst“. Er berief das Zweite Vatikanische Konzil ein, schaffte das uralte päpstliche Hofzeremoniell ab, verließ als erster Papst seit 1870 den Vatikan und besuchte die römischen Pfarreien, half 1962, einen Dritten Weltkrieg zu verhindern und verfasste bahnbrechende Enzykliken, durch die sich die Kirche den allgemeinen Menschenrechten und dem Weltfrieden verpflichtete. Johannes XXIII. konnte nur zwei Sitzungsperioden des Konzils selber leiten; er verstarb am Pfingstmontag 1963 an Krebs. Verehrung: „Il Papa buono – der gute Papst“, wie ihn die Italiener liebevoll nannten, ruht unter dem Hieronymusaltar im Petersdom und wurde im Jahr 2000 selig- und 2014 heiliggesprochen. Die Folklore um einen so „revolutionären“ Papst, der die Fenster aufreißen wollte, um frischen Wind in die Kirche hereinzulassen, übersieht, dass er dem römischen Klerus das Autofahren in Gegenwart von Damen untersagte und kaum etwas so fürchtete wie Zugluft. Sein Gedenktag ist der Eröffnungstag des Zweiten Vatikanischen Konzils.   Weitere Heilige des Tages:
Alexander Sauli, Ordenspriester, Bischof
Bruno von Köln, Bischof
Jakob Griesinger, Ordensmann
Lebensdaten: geboren am 19. Oktober 1469 in Beverley, Yorkshire, gestorben am 22. Juni 1535 in London Lebensgeschichte: Der Kaufmannssohn John Fisher besuchte die angesehene Grammar School seiner Heimatstadt und ab 1484 das bereits humanistisch geprägte Kolleg Michaelhouse (heute Trinity College) der Universität Cambridge. 1491 erhielt er den Magistergrad und wurde mit päpstlichem Dispens vom Mindestalter zum Priester geweiht. Fisher blieb an der Universität, wo er 1501 zum Doktor der Theologie promoviert und zum Vizekanzler gewählt wurde. Lady Margaret, die Königinmutter, machte ihn zu ihrem Kaplan und förderte durch Stiftungen Fishers Ausbau der Universität Cambridge zum humanistischen Zentrum des Landes. 1504 wurde John Fisher auf Betreiben König Heinrichs VII. zum Bischof der kleinen Diözese Rochester ernannt, dem traditionellen Sprungbrett auf die leitenden Bischofssitze des Landes, doch Fisher begnügte sich mit dem unbedeutenden Bistum, um in Cambridge weiterwirken zu können, wo er Kanzler auf Lebenszeit wurde. Dennoch kam er als Erzieher des Thronfolgers und 1509 als Leichenprediger des Königspaars zu großen Ehren. 1526 hielt er auf Befehl König Heinrichs VIII. eine vielbeachtete Predigt gegen Martin Luther und dessen Lehren von der Kanzel bei St Paul’s Cross an der Londoner Kathedrale. Bischof Fisher bekämpfte Abweichungen von der kirchlichen Lehre bis hin zur Verfolgung der Protestanten. Aus Treue zum Sakrament der Ehe wurde er zum Hauptanwalt der Königin – und zum Feind des Königs, als dieser die Scheidung von seiner Frau Katharina von Aragon betrieb. Als Mitglied des Oberhauses wehrte er die Übergriffe des Königs und des willfährigen Parlaments auf die Rechte der Kirche – und das Eigentum seiner Universität – ab und appellierte 1531 an den Heiligen Stuhl, was der König ebenso wie die Anerkennung eines päpstlichen Legaten untersagt hatte. Heinrich ließ Fisher verhaften, nötigte der Kirche die gigantische Summe von 100.000 Pfund als Wiedergutmachung ab und setzte seine Anerkennung als Oberhaupt der Kirche in England durch. 1533 erfolgte die Scheidung des Königs und die Krönung Anne Boleyns. Fisher verweigerte den verlangten Eid auf die Thronfolge der Kinder aus dieser illegitimen Ehe und wurde 1534 als Bischof abgesetzt und wegen Verrats in den Londoner Tower gesteckt. Seine Kreierung zum Kardinal durch Papst Paul III. erboste den König nur noch mehr. Seinem Prozess 1535 stand unter anderen Anne Boleyns Vater als Richter vor, als einziger Zeuge erschien ein Spitzel vor Gericht, demgegenüber Fisher erklärt hatte, dass der König nicht das Oberhaupt der Kirche in England sei. Fisher wurde zum Tode durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen verurteilt. Heinrich wandelte das Urteil in Enthauptung um, die am 22. Juni 1535 vollzogen wurde. Verehrung: Fishers Kopf wurde auf einer Lanze aufgespießt auf der London Bridge ausgestellt, zog aber so viele Besucher an, dass man ihn in die Themse warf und durch den Thomas Morus’ ersetzte. Papst Leo XIII. sprach ihn 1886 als Ersten auf einer Liste von 53 englischen Märtyrern selig. Seine Heiligsprechung gemeinsam mit der Morus’ erfolgte 1935 durch Papst Pius XI. John Fisher ist Namensgeber einiger kirchlicher Institutionen in den US-amerikanischen Orten Rochester in den Staaten New York und Michigan. Darstellung: als Bischof im Chorhemd Patron: der US-amerikanischen Diözese Rochester   Weitere Heilige des Tages:
Albin von Rom, Märtyrer
Paulinus von Nola, Bischof
Thomas Morus, Märtyrer
Lebensdaten: geboren in London am 21. Februar 1801, gestorben am 11. August 1890 in Edgbaston, Birmingham Lebensgeschichte: Der Bankierssohn John Henry Newman wuchs in der calvinistischen Tradition („Low Church“) der Kirche von England auf, hatte bereits als Kind die Bibel gründlich gelesen und fand mit 15 Jahren durch einen evangelikalen Lehrer zu einer festen Glaubensgewissheit sowie zur Liebe zur klassischen Antike. Nach dem Universitätsabschluss in Oxford und einigen Jahren als Tutor wurde er 1825 zum Priester der anglikanischen Kirche ordiniert und bald darauf zum Pfarrer der Oxforder Universitätskirche bestellt. Newman, der inzwischen seine evangelikalen Überzeugungen aufgegeben hatte, weil undogmatischer religiöser Individualismus die Rolle der Kirche bei der Weitergabe des geoffenbarten Glaubens verkennt und missachtet und häufig zu Subjektivismus und sogar zu Skeptizismus führt, wurde zu einem Hauptvertreter der „Oxford-Bewegung“ mit dem Ziel, der anglikanischen Kirche wieder die frühchristliche Spiritualität und sakramentale Praxis einzupflanzen („High Church“). Newmans veröffentlichte Predigtreihen zu diesem Thema sowie zur anglikanischen Kirche als Mittelweg („Via media“) zwischen Protestantismus und Katholizismus machten ihn landesweit berühmt – und bei der Hierarchie verdächtig. 1842 zog sich Newman aus dem öffentlichen Leben zurück und konvertierte nach drei Jahren ausgiebiger Studien besonders der altkirchlichen Kirchenväter zur katholischen Kirche, was im damaligen England mit gesellschaftlicher Ächtung einherging. Wiederum ein Jahr später reiste er nach Rom, wo er 1847 zum Priester geweiht wurde und sich der Kongregation der Oratorianer anschloss. Zurück in England, siedelte er Ordensniederlassungen an und wurde, nachdem 1850 die katholische Hierarchie wieder offiziell im Land zugelassen war, durch intellektuelle und stilistische Brillanz zu einem der bekanntesten Gesichter der Kirche in England – sehr zum Missvergnügen einiger Würdenträger, die seine geistige Unabhängigkeit fürchteten und Newman in Rom anschwärzten, und auch zum Verdruss protestantischer Polemiker, die ihn als Verräter, Irrlicht und Fanatiker zu verleumden suchten. Newman arbeitete unermüdlich in Wort und Schrift an der Hebung sowohl des Glaubenswissens als auch des Selbstbewusstseins katholischer Laien – häufig handelte es sich um irische Arbeiter, die im Viktorianischen Zeitalter nicht viel galten. Entlang seiner weiteren Lebensstationen, etwa als Gründungsrektor der katholischen Universität Dublin, und als Reaktion auf persönliche Angriffe oder theologische Probleme entstanden Werke, die ihm weithin, das heißt unter Katholiken wie Protestanten, Anerkennung einbrachten und seinen Ruf als Klassiker zu Lebzeiten begründeten. 1878 kehrte er als Ehrenfellow nach Oxford zurück, und 1879 erhob ihn Papst Leo XIII. zum Kardinal. Ab 1886 schwächte sich seine Gesundheit ab. 1890 verstarb er über Nacht an einer Lungenentzündung im Oratorium von Edgbaston, das er gegründet hatte. Verehrung: Das 1958 eingeleitete Seligsprechungsverfahren kam 2010 anlässlich der Englandreise Papst Benedikts XVI. zu ihrem feierlichen Abschluss. Seine Heiligsprechung fand am 13. Oktober 2019 durch Papst Franziskus statt.   Weitere Heilige des Tages:
Abraham und Sarah, Stammeltern des Volkes Israel
Dionysius von Paris, Glaubensbote, Bischof, Märtyrer
Emanuela Theresia von Bayern, Ordensfrau
Johannes Leonardi, Priester, Ordensgründer
Gunther von Niederaltaich, Laienbruder, Einsiedler
Lebensdaten: geboren 1599 in Herefordshire, gestorben am 22. August 1679 in Hereford Lebensgeschichte: John Kemble stammte aus einer bekannten Rekusantenfamilie (das heißt, dass seine Familie die anglikanische Kirche ablehnte), die schon vier Priester hervorgebracht hatte, wurde nach seinem Studium am Exilantenkolleg in Douai 1625 zum Priester geweiht und kehrte als Missionar nach England zurück. 50 Jahre lang wirkte Father Kemble als Wanderpriester in Südwales, wobei die scharfen antikatholischen Gesetze auf ihn nicht angewandt wurden; im Gegenteil erwarb er sich die Achtung selbst seiner protestantischen Landsleute. Als 1678 die „Papisten-Verschwörung“ des Titus Oates ruchbar wurde, der nach der englische Monarch und alle führenden Protestanten ermordet werden sollten, geriet auch John Kemble ins Visier der einsetzenden Verfolgung. Obwohl sich die ganze Verschwörungsgeschichte als haltlose Behauptung eines Apostaten erwies, wurde Kemble verhaftet – ausgerechnet von einem Hauptmann Scudamore, dessen Frau und Kinder zu Kembles Gemeinde gehörten. Warnungen, sich durch Flucht zu entziehen, schlug er mit den Worten aus: „Dem Lauf der Natur entsprechend, bleiben mir wenige Jahre zu leben. Es wird mir zum Vorteil gereichen, für meine Religion zu leiden, und deswegen werde ich mich nicht davonmachen.“ Der 80jährige Kemble wurde nach London gebracht, wo er vor Gericht zwar der Beteiligung an der angeblichen Verschwörung freigesprochen wurde, aber wegen des landesverräterischen Verbrechens, katholischer Priester zu sein, zum Tode durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen verurteilt wurde. Zurück in Hereford, wurde seine Haltung vor der Urteilsvollstreckung zu einem Beispiel an Gelassenheit. Er verrichtete seine Gebete, trank in Ruhe seinen Becher leer und schmauchte mit den Anwesenden noch eine Abschiedspfeife. Er äußerte, einzig wegen des katholischen Bekenntnisses zu sterben, das „aus diesem Königreich ein christliches“ gemacht habe, ermunterte den ihm bekannten Henker, doch seine Pflicht zu tun, und wurde gehängt. Man achtete darauf, dass er gleich am Galgen starb, womit ihm der Todeskampf der vielen anderen Märtyrer von England, Schottland und Wales erspart wurde. Trotzdem war die Bevölkerung über alle Konfessionen hinweg vom Tod dieses großen Gentleman entsetzt. Verehrung: Nachdem Captain Scudamores Tochter von Krebs geheilt wurde und seine taube Frau plötzlich hören konnte, die an Kembles Grab gebetet hatten, und sich noch weitere Wunder ereigneten, setzte eine Wallfahrt zum protestantischen Friedhof in Welsh Newton ein, wo er begraben liegt. Er wurde 1929 selig- und 1970 heiliggesprochen. Eine Handreliquie wird in der Kirche St Francis Xavier in Hereford aufbewahrt.    Weitere Heilige und Feste des Tages:
Maria Königin – Regina
Philippus Benitius, Ordensgründer