Heilige
Lebensdaten: geboren um 1474 beim heutigen Mexiko-City, gestorben am 31. Mai 1548 ebendort Lebensgeschichte: Cuauhtlatohuac, wie Juan Diego ursprünglich hieß, war ein einfacher Indianer, der gemeinsam mit seiner Frau bereits 1524 getauft worden war – erst 1521 hatte nach der Unterwerfung der Azteken durch die spanischen Konquistadoren die christliche Missionsarbeit begonnen, jedoch ohne Erfolg. Ab dem 9. Dezember 1531 erschien dem inzwischen verwitweten Juan Diego auf einem Hügel vor Mexiko-Stadt viermal die Jungfrau Maria im Gewand einer Aztekenprinzessin. Sie gab sich ihm in seiner Muttersprache zu erkennen als die „immerwährende heilige Jungfrau Maria, die Mutter des wahren Gottes, von dem alles Leben kommt“. Die Erscheinung beauftragte Juan Diego, zum Bischof zu gehen und ihn zu bitten, auf diesem Hügel eine Kirche zu errichten – ausgerechnet auf dem Tepeyac, wo bis zur spanischen Conquista die Göttin Tonan von den einheimischen Nahuas verehrt wurde. Der Mann tat wie ihm befohlen, doch der für Mexiko zuständige Franziskanerbischof Fray Juan de Zumárraga glaubte ihm nicht und forderte ein Zeichen. Bei der letzten Erscheinung vor Juan Diego wuchsen Rosen mitten im Schnee, die er pflückte, in seinem Mantel verbarg und zum Bischof trug. Als Juan Diego seinen Mantel öffnete, wurde auf seiner Innenseite das Gnadenbild der Jungfrau von Guadalupe sichtbar, das in Spanien sehr verehrt wird. Der Bischof erkannte dieses Bildnis und glaubte. Er veranlasste den Bau einer Kapelle auf dem Hügel mit dem Gnadenbild der Jungfrau von Guadalupe, und Juan Diego lebte bis zu seinem Tod als Büßer und Beter darin. Eine große Wallfahrt dorthin setzte ein, und viele Indianer bekehrten sich vor dem Bild der Muttergottes, die ihnen in ihrer Erscheinung so vertraut war. Verehrung: 1695 wurde die Kapelle zu einer Basilika erweitert. 1745 wurde das Wunder offiziell anerkannt. 1990 wurde Juan Diego selig-, 2002 beim Papstbesuch von Johannes Paul II. in Mexiko als erster Ureinwohner Lateinamerikas heiliggesprochen. Mit rund 20 Millionen Pilgern jährlich ist die Gedenkstätte der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko der meistbesuchte Wallfahrtsort der Welt. Darstellung: mit geöffnetem Mantel und dem Bildnis der Muttergottes von Guadalupe Weitere Heilige des Tages:
Liborius Wagner, Priester, Märtyrer
Pierre Fourier, Ordenspriester, Ordensgründer
Valeria von Limoges, Märtyrin
Liborius Wagner, Priester, Märtyrer
Pierre Fourier, Ordenspriester, Ordensgründer
Valeria von Limoges, Märtyrin
Lebensgeschichte und Legende: Judas mit dem Beinamen „Thaddäus“ – einigen Handschriften nach „Lebbäus“ – wird in den Apostellisten der drei synoptischen Evangelien sowie in der Apostelgeschichte erwähnt (Mt 10,3, Mk 3,18, Lk 6,16 und Apg 1,13). Im Lukanischen Doppelwerk heißt es über ihn genauer: „Judas, der Sohn des Jakobus“. Der Deutlichkeit halber wird er im Johannesevangelium abgegrenzt: „Judas – nicht der Judas Iskariot“ (14,22). Wegen dieser Namensnähe zum Verräter Jesu erscheint der Apostel im Neuen Testament häufig nur unter seinem Beinamen Thaddäus. Vielfach wurde Judas Thaddäus mit dem Herrenbruder Judas (Mk 6,3) verwechselt – wie Simon der Eiferer mit dem Herrenbruder Simon – oder mit dem Verfasser des neutestamentlichen Judasbriefs gleichgesetzt – der sich aber nicht als Sohn, sondern als „Bruder des Jakobus“ bezeichnet und selber nicht zu den Aposteln rechnet (Jud 17) – oder galt als Haupt der 72 von Jesus ausgesandten Jünger (Lk 10,1). Deswegen sprach Hieronymus vom insgesamt „dreinamigen“ Judas. Diese Verwirrung führt sich durch die Verschmelzung mit anderen Personen wie dem Apostel Thomas und die legendendurchzogene Überlieferung seines Wirkens als Glaubensbote fort. Die mittelalterliche Goldene Legende setzt ihn mit dem Herrenbruder Judas gleich und schickt ihn nach der Himmelfahrt Christi als Addai nach Edessa (heute Şanlıurfa, Türkei), wo er König Abgar ein nichtmenschengemachtes Abbild Christi überbringt, das vielleicht mit dem Turiner Grabtuch identisch ist. Die Assyrische Kirche des Ostens führt ihren Ursprung auf diese Erzählung zurück. Im Anschluss wurde Judas Thaddäus „jenseits des Euphrats“, das heißt im Partherreich, zusammen mit Simon dem Eiferer missionarisch tätig. Vermutlich geht diese Überlieferung darauf zurück, dass beide in den Evangelien stets nebeneinander genannt werden und auch Judas häufig mit dem Beinamen „Zelotes – der Eiferer“ bezeichnet wird. In Armenien erlitten beide gemeinsam das Martyrium: Simon wurde entzweigesägt, Judas zu Tode geprügelt. Varianten seines Martyriums führen seinen Tod auf einen Hieb mit einer Hellebarde, einem Schwert oder einem Beil zurück. Nach der Geschichte Armeniens von Moses von Choren (5. Jahrhundert) geschah das Martyrium in Weriosphora im Königreich Iberien (entspricht in etwa Südarmenien). Im heute iranischen West-Aserbaidschan erhebt sich über Judas’ Grab das Schwarze Kloster Sankt Thaddäus als Gründungsort der Armenischen Kirche. Verehrung und Brauchtum: Die Reliquien der Apostel Judas Thaddäus und Simon gelangten nach lateinischer Lesart in den Petersdom und von dort aus in die Kölner St. Andreaskirche. Judas’ wichtigstes Patronat als Fürsprecher in aussichtslosen und verzweifelten Anliegen geht auf die vielgelesenen und einflussreichen Visionen der heiligen Birgitta von Schweden zurück. Diesen Kult verbreitete der Dominikanerorden in Italien und Frankreich. Zum Beispiel beten in Toulouse, wo sich in der Basilika Saint-Sernin ebenfalls Reliquien befinden, Studenten am Vorabend ihrer Prüfungen traditionell um seine Fürsprache. In Lateinamerika betrieb im 20. Jahrhundert der Claretinerorden seinen Kult und verankerte ihn in der Volksfrömmigkeit. Aktuell wird Judas Thaddäus besonders im durch Armut und Kriminalität gebeutelten Mexiko verehrt. In Mexico City zum Beispiel besuchen am 28. Oktober an die 100.000 Menschen den Judasschrein in der Kirche San Hipólito. Darstellung: mit Keule, Buch, Winkelmaß, Hellebarde oder Arzneikästchen, mit Simon dem Eiferer Patron: von Goslar, in aussichtslosen und verzweifelten Anliegen Weitere Heilige des Tages:
Ælfred der Größe, König
Fidelis von Como, Märtyrer
Simon der Eiferer, Apostel, Märtyrer
Ælfred der Größe, König
Fidelis von Como, Märtyrer
Simon der Eiferer, Apostel, Märtyrer
Lebensdaten: lebte um 550 v. Chr. in Betulia in Juda Lebensgeschichte: Judith war eine vermögende Witwe von außergewöhnlicher Schönheit und echter Gottesfurcht. Als ihre Heimatstadt Betulia in Juda vom assyrischen Heerführer Holofernes belagert wurde und die ersten ihrer Landsleute schon am Verdursten und am Aufgeben waren, flehte sie in einem langen Bittgebet im Jerusalemer Tempel Gott um Rettung an, legte darauf ihre Witwenkleidung ab, schmückte sich mit Gold und schönen Gewändern und ging gemeinsam mit ihrer Verwalterin ins feindliche Lager, wo sie vorgab, eine Verräterin zu sein und Holofernes bei der Einnahme der Stadt zu helfen. Sie gewann das Vertrauen des Heerführers, der sie nach vier Tagen in sein Zelt zu einem Tête-à-Tête lud, doch dabei zu viel Wein trank, vornüber auf sein Bett kippte und einschlief. Judith schlug ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab, schmuggelte das Haupt aus dem Lager und kehrte zu ihrem Volk zurück. Gegen die führerlosen Assyrer gelang den Israeliten der Sieg, den sie drei Monate lang ausgelassen feierten, Judith selbst stimmte ein Loblied an für Gottes große Güte und sein Erbarmen. Sie starb im Alter von 105 Jahren in Betulia und wurde bei ihrem Mann bestattet. Das Volk trauerte sieben Tage um sie. Verehrung: Das biblische Buch Judith gehört nicht zum jüdischen Kanon, da es nur griechisch überliefert ist. Trotzdem hat es sich im Mittelalter großer Beliebtheit erfreut, wurde ins Hebräische übersetzt und wird traditionell am Sabbat von Chanukka gelesen, dem jüdischen Lichter- und Tempelweihfest. Im Christentum wurde Judiths Geschichte als weibliches Pendant zur David-und-Goliath-Geschichte gelesen und Judith selber als Inbegriff von Tapferkeit und Tugend gedeutet. Weitere Heilige des Tages:
Otto von Freising, Bischof
Regina von Burgund, Märtyrin
Otto von Freising, Bischof
Regina von Burgund, Märtyrin
Lebensdaten: gestorben 304 (oder 311) in Antinoopolis, beim heutigen Sheikh Ibada, Ägypten Lebensgeschichte: Julian, dessen Name auf römischen Adel weist, und seine Frau Basilissa waren von ihren Familien gegen ihren Willen miteinander verheiratet worden, lebten wie Bruder und Schwester zusammen und widmeten sich aus christlicher Nächstenliebe dem Dienst an Armen und Kranken. Ihr Haus hatten sie zu einem Hospiz für Bedürftige gemacht; Julian pflegte die Männer, Basilissa die Frauen. Während Basilissa eines natürlichen Todes starb, wurde Julian 304 (anderen Überlieferungen nach 311) während der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian (oder Galerius) gefangengenommen und – nachdem er das Kaiseropfer verweigert hatte – eingekerkert. Dort bekehrte er noch Celsus, den Sohn des römischen Statthalters, und dessen Mutter Marcionilla. Alle drei wurden schließlich wegen ihres unerschütterlichen Glaubens ermordet. Legende: Götzenbilder begannen durch das Gebet von Julian und seiner Frau Basilissa zu brennen. Verehrung: Julians frühe Verehrung belegt das Martyrologium Hieronymianum Ende des 4. Jahrhunderts. Reliquien werden in Rom in den Kirchen Santa Maria Maggiore und Sankt Paul vor den Mauern verehrt sowie in Venedig im Markusdom. Darstellung: mit brennenden Götzenbildern, gemeinsam mit seiner Frau Basilissa Weitere Heilige des Tages:
Alix Le Clerc, Ordensgründerin
Adrian, Abt
Alix Le Clerc, Ordensgründerin
Adrian, Abt
Lebensdaten: geboren um 1270 in Florenz, gestorben am 19. Juni 1341 ebendort Lebensgeschichte: Giuliana war die Großnichte von Alessio Falconieri, einem der Sieben Gründer des Servitenordens, und erhielt von Filippo Benizzi, dem Generalsuperior der Serviten, den Habit des Dritten Ordens: einen langen Mantel, nach dem die Servitinnen auch Mantellatinnen hießen. Bis zum Tod ihrer Eltern 1304 lebte sie zu Hause und nahm von dort aus teil am Gottesdienst, Chorgebet sowie dem Dienst an Armen und Bedürftigen. Dann bezog sie mit einigen Gefährtinnen ein eigenes Haus, in dem sie bis zu ihrem Tod als Oberin der Serviten-Terziarschwestern wirkte und im marianischen Geist des Ordens ein intensives Gebetsleben mit Bußübungen, Gebetswachen und häufigem Fasten führte. Sie war von einer tiefen eucharistischen Frömmigkeit geprägt, was sich im Bericht über die Umstände ihres Sterbens niederschlägt: Als Juliana den Tod nahen spürte und noch einmal den Leib Christi empfangen wollte, infolge ihrer Schwäche aber keine Nahrung mehr behalten konnte, ließ sie sich die heilige Hostie auf das mit einem Tuch bedeckte Herz legen. Die Hostie verschwand in ihr. Nach ihrem Heimgang fand man das auf der Hostie aufgeprägte Bild des Gekreuzigten auf ihrer Brust abgebildet. Verehrung: Juliana wurde 1678 selig- und 1737 heiliggesprochen. Ihr Grab befindet sich in der heutigen Sakramentskapelle der Basilika della Santissima Annunziata in Florenz, der Mutterkirche des Servitenordens. In Rom ist ihr seit dem 20. Jahrhundert eine Kirche auf dem Gianicolo geweiht. Juliana ist die einzige weibliche Heilige des Servitenordens. Darstellung: in Ordenstracht mit Hostie auf der Brust Patronin: der Servitinnen Weitere Heilige des Tages:
Gervasius und Protasius, Märtyrer
Matt Talbot, Drittordensbruder
Rasso von Andechs, Laienbruder
Romuald, Abt, Ordensgründer
Gervasius und Protasius, Märtyrer
Matt Talbot, Drittordensbruder
Rasso von Andechs, Laienbruder
Romuald, Abt, Ordensgründer
Lebensdaten: geboren am 13. November 1193 in Retinne bei Lüttich, Belgien, gestorben am 5. April 1258 in Fosses-la-Ville bei Namur, Belgien Lebensgeschichte: Julienne war aus einer wohlhabenden Bauernfamilie und wurde nach dem Tod ihrer Eltern als Fünfjährige in die Obhut des Konvents der Augustinerinnen des Mont Cornillon oberhalb von Lüttich gegeben. Mit 14 Jahren wurde sie dort als Ordensschwester aufgenommen und erhielt eine gediegene Bildung. Sie las die Kirchenväter wie den heiligen Augustinus im lateinischen Original und konnte die Predigten des heiligen Bernhard von Clairvaux über das Hohelied auswendig aufsagen. Ab 1209 hatte Julienne, die die heilige Eucharistie besonders verehrte, häufige mystische Schauungen wie die eines leuchtenden Mondes, den ein dunkles Band in zwei Hälften teilte. Christus selbst, heißt es in ihrer Vita, offenbarte ihr den Sinn der Vision: Der schwarze Streifen bezeichne ein fehlendes liturgisches Fest der Eucharistie, für dessen Einführung Julienne sich einsetzen solle. Etwa hundert Jahre zuvor war im sogenannten Abendmahlsstreit die reale Gegenwart Christi im Sakrament des Altares unterstrichen worden, und seit 1200 begann sich die rituelle Elevation der konsekrierten Hostie bei der Messfeier durchzusetzen. 1222 wurde sie Priorin des Augustinerinnenklosters, was sie in die gesellschaftliche Lage versetzte, einflussreiche Menschen wie den Fürstbischof von Lüttich und besonders den Erzdiakon Jacques Pantaléon von Troyes, den künftigen Papst Urban IV., für ihren Auftrag zu gewinnen. Juliana schuf selbst das Offizium des künftigen Fronleichnamsfestes, das 1246 zum ersten Mal in Lüttich gefeiert wurde. Die Bürger von Lüttich allerdings wandten sich gegen die Einführung eines neuen Festes, weil sie der Bevölkerung keinen Feiertag gönnten. Weil zudem einige Geistliche die mit einem Fest verbundenen Kosten scheuten und überdies Schwestern über die Strenge ihrer Priorin klagten, wuchs die Opposition gegen Juliana, die mit einigen Gefährtinnen den Konvent verlassen musste und sich in der Zisterzienserinnenabtei Val-St-Georges von Salzinnes niederließ – außerhalb des Fürstbistums Lüttich. Sie starb am 5. April 1258 und wurde in der Zisterzienserabtei von Villers-la-Ville bestattet. Verehrung: Juliana wird besonders im Zisterzienserorden verehrt, der mit dem Bistum Lüttich den 1869 lokal eingeführten Gedenktag am 7. August begeht. Darstellung: mit Monstranz oder mit unvollständigem Mond Weitere Heilige des Tages:
Crescentia Höß, Oberin, Mystikerin
Katharina Tomás, Mystikerin
Vinzenz Ferrer, Ordenspriester, Volksprediger
Crescentia Höß, Oberin, Mystikerin
Katharina Tomás, Mystikerin
Vinzenz Ferrer, Ordenspriester, Volksprediger
Lebensdaten: geboren um 285 in Nikomedien, heute İzmit bei Istanbul, gestorben ebendort um 304 Lebensgeschichte und Legende: Juliana wuchs in einer heidnischen Familie auf, die von Religion wenig und vom christlichen Glauben gar nichts hielt. Dafür ließ sie sich von den Christenversammlungen in den Bann ziehen, an denen sie teilnahm, so oft sie konnte. Als sie einem Senator namens Eleusius zur Frau versprochen wurde, bestand sie darauf, dass dieser sich erst taufen lassen musste, bevor sie ihn heiratete. Trotz vieler Bemühungen der Eltern änderte sie ihre Meinung nicht. Darauf lieferte sie ihr Vater den Christenverfolgern unter den Kaisern Diokletian und Maximian aus. Der abgewiesene Bräutigam war inzwischen Stadtpräfekt geworden und ordnete die Folter für Juliana an. Doch trotz aller Qualen, sogar nachdem man sie an den Haaren aufgehängt und mit Blei übergossen hatte, blieb sie ihrem Glauben treu. Eine Legende erzählt, der Teufel in Engelsgestalt sei in ihre Gefängniszelle gekommen, um sie vom Glauben abzubringen, doch sie entlarvte und fesselte ihn mit den eigenen Ketten. Nachdem sich alle Martern als vergebens erwiesen hatten, wurde sie mit dem Schwert enthauptet. Wenig später nahm eine Adelige namens Sephonia den Leichnam der Heiligen mit und ließ ihn bei Neapel begraben. Verehrung: Die älteste historische Erwähnung Julianas findet sich im Martyrologium des hl. Hieronymus (4. Jahrhundert). Seit dem 6. Jahrhundert ist ihr Kult durch Gregor den Großen bezeugt. Besondere Verehrung fand sie seit dem Mittelalter in den Niederlanden. Darstellung: mit dem besiegten Teufel an der Kette, mit einem Kessel oder an den Haaren aufgehängt, mit Märtyrerkrone und Palme Patronin: für eine gute Entbindung und gegen Infektionskrankheiten Weitere Heilige des Tages:
Philippa Mareri, Äbtissin, Ordensgründerin
Simeon von Metz, Bischof
Philippa Mareri, Äbtissin, Ordensgründerin
Simeon von Metz, Bischof
Lebensdaten: geboren in Belgien, gestorben im 7. Jahrhundert bei Saint-Gilles du Gard, Provence, oder in Macerata, Marken Lebensgeschichte und Legende: Die Geschichte vom heiligen Julian erinnert an die Ödipus-Erzählung und ähnelt in Teilen anderen Heiligenlegenden wie zum Beispiel der des heiligen Christophorus. Ein Hirsch kündigte Julianus auf der Jagd an, dass er seine eigenen Eltern ermorden würde, weswegen er sich so weit fort wie möglich zurückzog. Er heiratete eine verwitwete Schlossherrin und lebte ganz zufrieden, bis eines Tages seine Eltern, die niemals aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, vor dem Schloss auftauchten. In seiner Abwesenheit bewirtete seine Frau die Eltern und überließ ihnen zum Schlafen das Bett. Als Julianus anderntags nach Hause kam, hielt er die beiden für seine Frau und ihren Liebhaber und tötete sie. Nachdem er seinen schrecklichen Fehler erkannt hatte, pilgerten er und seine Frau nach Rom und ließen sich schließlich an einem Fluss in einem Wald nieder, wo sie zur Buße ein Hospital für Pilger und Kranke führten (daher der Beiname „Hospitator“: der Gastfreundliche) und Julianus Reisende sicher über den Fluss brachte. Eines Tages nahm Julian einen halberfrorenen Aussätzigen bei sich auf, den er in seinem eigenen Bett zu wärmen versuchte. Da erwies sich der Arme plötzlich als Erlöser und kündigte dem Ehepaar an, dass die Bluttat vergeben sei und sie bald in Frieden aus der Welt scheiden würden. Verehrung: Eine Reliquie seines linken Arms wird seit dem 9. Jahrhundert im Dom von Macerata verehrt, wo sich Julian niedergelassen haben soll. Eine Lebensbeschreibung in Versform von 1200 macht aus Julian den Sohn der Grafen von Anjou und dient der Werbung für den Hospitaliterorden. Dieser Überlieferung nach lag das Hospital bei Saint-Gilles du Gard, wo sich die Pilgerwege nach Santiago de Compostela, Rom und Jerusalem kreuzen. Diese Version hat Gustave Flaubert in Sankt Julian der Gastfreundliche bekanntgemacht. In Rom ist Julian die belgisch-flämische Nationalkirche San Giuliano dei Fiamminghi geweiht. Darstellung: als Jäger, bei der Ermordung seiner Eltern, als Fährmann Patron: von Macerata und San Ġiljan (St. Julians) auf Malta, der Reisenden, Pilger, Gastwirte und Gaukler, der Fährmänner Weitere Heilige des Tages:
Humbelina, Priorin
Ludanus, Pilger
Humbelina, Priorin
Ludanus, Pilger
Lebensdaten: geboren am 12. Juli 1751 in Cuvilly, Picardie, gestorben am 8. April 1816 in Namur, Belgien Lebensgeschichte: Marie-Rose-Julie war das zweitjüngste von sieben Kindern der Bauernfamilie Billiart und konnte mit sieben Jahren den Katechismus auswendig aufsagen. Am liebsten spielte sie mit anderen Kindern Religionsunterricht, wobei sie ansonsten gerade einmal schreiben und lesen konnte. Wegen ihrer geistlichen Reife und Frömmigkeit wurde sie bereits als Neunjährige gefirmt und empfing die Erstkommunion. Fünf Jahre später legte sie ein privates Keuschheitsgelübde ab. Mit 23 Jahren erlebte sie einen Schock, als auf ihren Vater geschossen wurde, und acht Jahre später steckte sie sich bei einer Epidemie an, weswegen sie in der Folge gelähmt blieb. 22 Jahre lang musste sie das Bett hüten, wobei sie täglich die heilige Kommunion empfing, Stunden im Gebet verbrachte und Altarleinen bestickte. Kinder besuchten sie und lernten bei ihr den Katechismus. In Amiens, wohin sie sich vor dem französischen Revolutionsterror geflüchtet hatte, entstand um sie ein kleiner Zirkel adeliger Damen, die ihr geistliches Leben vertiefen und sich dem Dienst an Gott und den Nächsten widmen wollten. Mit Hilfe ihres Beichtvaters Pater Joseph Varin rief sie die Kongregation der „Schwestern Unserer Lieben Frau“ ins Leben. Nachdem sie auf wundersame Weise von ihrer Lähmung geheilt worden war, übernahm sie das Amt der Generaloberin und gründete in schneller Folge Waisenhäuser, Ausbildungsstätten für Erzieherinnen und Schulen für Mädchen. Als man versuchte, ihr modernes Ordenskonzept lokaler Verantwortlichkeiten an ein monastischeres Ideal zurückzubinden, verließ sie Amiens und ließ sich im belgischen Namur nieder, wo noch heute das Mutterhaus der Kongregation steht. Von 1804 bis 1816 gründete Julie Billiart 15 Niederlassungen, besuchte sie auf über hundert beschwerlichen Reisen und schrieb ihren Schwestern Hunderte von Briefen. Am 8. April 1816 starb sie nach einer dreimonatigen Krankheit in Namur und wurde in der Kapelle des Mutterhauses bestattet. Verehrung: 1906 von Papst Pius X. seliggesprochen, wurde sie 1969 von Papst Paul VI. heiliggesprochen. Weitere Heilige des Tages:
Beata, Ordensfrau
Walter, Klostergründer
Beata, Ordensfrau
Walter, Klostergründer
Lebensdaten: geboren um 100 in Flavia Neapolis, heute Nablus, palästinensische Autonomiegebiete, gestorben um 165 in Rom Lebensgeschichte: Der römische Bürger Justinus versuchte auf der Grundlage der platonischen und stoischen Philosophie, gültige Antworten auf seine Fragen nach Gott, der Welt und dem Sinn der menschlichen Existenz zu finden. Er kannte die jüdischen heiligen Schriften und war vom Glaubenszeugnis der urchristlichen Märtyrer beeindruckt. Nach einem Gespräch mit einem geheimnisvollen alten Mann entschied er sich für den christlichen Glauben und wurde getauft. Justinus zog als Philosoph durch Kleinasien und lehrte die Übereinstimmung des Glaubens mit den ewigen Wahrheiten der griechischen Philosophie. Er verfasste zwei große Verteidigungsschriften (Apologien) des Christentums für den Kaiser Antoninus Pius, in denen er die Vorwürfe des Atheismus und der Volksverhetzung im Römischen Reich entkräftete, und hinterließ im Dialog mit dem Juden Tryphon ein wichtiges Dokument der Auseinandersetzung der frühen Kirche mit dem Judentum. Justinus, dem die Kirche eines der ältesten Zeugnisse der Eucharistiefeier verdankt, setzte auch Maßstäbe bei der Auslegung des Alten Testaments. In Rom niedergelassen, wurde Justinus von seinen philosophischen Widersachern als Christ denunziert, vom Stadtpräfekten Q. Iunius Rusticus, einem Lehrer des „Philosophenkaisers“ Mark Aurel, gerichtet und gemeinsam mit sechs Glaubensgenossen gegeißelt und enthauptet. Die Prozessakten sind erhalten. Darstellung: im Philosophenmantel, mit Palme oder Märtyrerkrone Patron: der Philosophen Weitere Heilige des Tages:
Agnes Ellenberger, Generaloberin
Simeon von Trier, Einsiedler
Hortensia, Märtyrin
Theobald Roggeri, Pilger
Agnes Ellenberger, Generaloberin
Simeon von Trier, Einsiedler
Hortensia, Märtyrin
Theobald Roggeri, Pilger