Heilige
Lebensdaten: geboren in Korinth, gestorben am 26. August 68 bei Lecce Lebensgeschichte und Legende: Die Apostelgeschichte bezeichnet Titius Justus als „Gottesfürchtigen“ (Apg 18,7), d.h. als Heiden, der die Synagoge zum Gottesdienst besuchte, die jüdischen Gesetze hielt, aber sich noch nicht durch Beschneidung dem Judentum angeschlossen hatte. Als Paulus in der Synagoge von Korinth viel Widerstand erlebte, wandte er sich den Heiden zu und ging in das Haus des Titius Justus, das an die Synagoge grenzte. Dort hat er wohl seine Verkündigung fortgesetzt. Einer Legende des 12. Jahrhunderts nach vertraute Paulus ihm seinen Brief an die Gemeinde von Rom an, doch unterwegs erlitt Justus Schiffbruch und wurde an die apulische Küste bei Lecce angespült. Orontius, ein hoher Finanzbeamter in kaiserlichen Diensten, und sein Neffe oder Enkel Fortunatus nahmen ihn auf, bekehrten sich zu seinem Glauben und ließen sich taufen. Nachdem Justus den Römerbrief überbracht hatte, kehrte er nach Lecce zurück, wo Orontius und Fortunatus in der Zwischenzeit zahlreiche Menschen bekehrt hatten, die Justus taufen konnte. Die beiden Männer begleiteten Justus nach Korinth, wo Paulus Orontius zum Bischof von Lecce, Justus zum Gehilfen und Fortunatus zum Nachfolger im Bischofsamt bestimmte. Zurück in Lecce, verkündigten die drei Männer das Evangelium, bis der Legat des Kaisers Nero sie der Gegend verwies. Nach einer Missionsreise, die sie durch Apulien führte, wurden sie aufgegriffen, von einem Schnellgericht abgeurteilt und drei Meilen vor Lecce mit der Axt enthauptet. Verehrung: Justusʼ Verehrung in Lecce steht im Schatten der des Stadt- und Pestpatrons Orontius, der vermutlich mit Arontius von Potenza († 303) verwechselt wird und jedes Jahr um den 26.. August mit einem dreitägigen Fest gefeiert wird. Justusʼ Reliquien ruhen der Überlieferung nach unter der Porta Napoli in Lecce, der früheren Porta San Giusto. Mitpatron: von Lecce Weitere Heilige des Tages:
Gregor von Utrecht, Abt
Jeanne-Élisabeth Bichier des Ages, Ordensgründerin
Theresia von Jesus, Ordensfrau
Gregor von Utrecht, Abt
Jeanne-Élisabeth Bichier des Ages, Ordensgründerin
Theresia von Jesus, Ordensfrau
Lebensdaten: geboren im Oktober 1480 in Vicenza, gestorben am 7. August 1547 in Neapel Lebensgeschichte: Gaetano Thiene stammte aus zwei Adelsfamilien Vicenzas und studierte weltliches und kirchliches Recht in Padua. Nach der Promotion zum Doktor beiderlei Rechte wurde er 1504 durch Tonsur in den Klerikerstand aufgenommen, hielt sich aber auf Wunsch der Mutter die Möglichkeit offen, die Familienlinie weiterzuführen. 1507 ließ er sich in Rom nieder, wo er vorzügliche Kontakte zur päpstlichen Kurie knüpfte, für die Summe von 2600 Dukaten das Amt eines Apostolischen Protonotars erwarb und zum Geheimsekretär Papst Julius’ II. avancierte. Ende September 1516 durchlief er mit einem Dispens von Papst Leo X. in nur vier Tagen die Stufen des Weiheamts und wurde zum Priester geweiht. Seine Primiz beging er erst drei Monate später – vermutlich hielt er sich der Feier der heiligen Messe für unwürdig. Gaetano gehörte durch die Mitgliedschaft in Oratorien und Bruderschaften einer geistlichen Strömung an, die karitatives Engagement für Arme und Kranke mit dem Anliegen einer Reform des Klerus verband. Er war an der Gründung und Reorganisation von „Montes Pietatis“ (Leihanstalten) sowie an der Errichtung und Übernahme von Krankenhäusern in Vicenza, Verona und Venedig beteiligt. 1524 gründete er in Rom gemeinsam mit seinen langjährigen Mitstreitern Gian Pietro Carafa, den späteren Papst Paul IV., Bonifacio de’ Colli und Paolo Consiglieri den Orden der Regularkleriker, nach Carafas Bischofssitz Chieti, lateinisch Theatinum, kurz Theatiner genannt. Nach der Plünderung des römischen Ordenshauses und schweren Misshandlungen beim „Sacco di Roma“ 1527 zog Gaetano nach Venedig, wo Tausende von Bedürftigen unter Hunger und Seuchen litten. Er eröffnete wiederum ein Hospiz – zeitweise unterstützt von Hieronymus Miani – und entfaltete neu seine sozial-karitative Tätigkeit. 1533 eröffnete er auf Einladung des spanischen Vizekönigs ein Ordenshaus in Neapel, dem er ein Institut zur Abwehr reformatorischer Einflüsse angliederte. Ab 1543 lebte er dort zurückgezogen im Kloster San Paolo Maggiore, das man dem Orden überlassen hatte. Er starb 1547 auf Brettern, über die man ein Bußgewand gebreitet hatte. Verehrung: Gaetano Thiene liegt in der ehemaligen Klosterkirche San Paolo Maggiore begraben und wurde 1629 selig- und 1671 heiliggesprochen. Aus Anlass der Geburt seines Kronprinzen erbaute Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern 1662 die Theatinerkirche St. Kajetan in München und erklärte den Heiligen 1672 zum Patron von Kurbayern, was aber von seiner Verehrung her folgenlos blieb. In Argentinien, wo in fast jedem Haus sein Bild hängt, ist sein Fest am 7. August eines der bedeutendsten des Landes. Darstellung: als Priester im Chorhemd mit Stola, mit oder vor dem Jesuskind Patron: von Kurbayern, der Verwalter, der Arbeitsuchenden (von „Brot und Arbeit“), der Glücksspieler Weitere Heilige des Tages:
Afra, Märtyrin
Friedrich Spee von Langenfeld, Ordenspriester
Xystus II., Papst
Afra, Märtyrin
Friedrich Spee von Langenfeld, Ordenspriester
Xystus II., Papst
Lebensdaten: geboren um 160, gestorben 222 in Rom Lebensgeschichte: Kallistus war der Bedienstete oder sogar Sklave eines hohen Beamten namens Carpophorus und wurde in dessen Hause Christ. Er verwaltete neben den Gütern seines Herrn auch die Gelder der römischen Gemeindemitglieder und verlor sie bei Finanzspekulationen. Bei diesen Überlieferungen ist Vorsicht geboten, weil sie von Kallistus’ erbittertsten kirchenpolitischen und theologischen Feinden stammen: Hippolyt und Tertullian. Immerhin wurde aber Kallistus zur Zwangsarbeit in Sardinien verurteilt. 190, nach drei Jahren in den Schwefelminen, erreichte Marcia, die christliche Geliebte des Kaisers Commodus, seine Freilassung, und Papst Victor I. entsandte ihn nach Antium südöstlich von Rom, wo sich Kallistus umfassend bildete. Victors Nachfolger Zephyrin berief ihn 199 als Sekretär nach Rom zurück und machte ihn zum Erzdiakon der Stadt. 217 stach er bei der Nachfolge als Bischof von Rom seinen Konkurrenten Hippolyt aus, der sich als Gegenbischof aufstellen ließ. Hippolyt beschuldigte Kallistus der Untätigkeit gegenüber der Häresie des Modalismus, der Irrlehre, nach der es statt drei göttlicher Personen nur drei Erscheinungsweisen einer einzigen göttlichen Person gäbe, und des zu weichen Auftretens Sündern gegenüber. Tatsächlich erweiterte Kallistus die kirchliche Vergebungsgewalt auf Mörder und Ehebrecher und, was für viele vielleicht schlimmer war, er akzeptierte die Eheschließung von Sklaven und Freien sowie die Wiederverheiratung und gegebenenfalls die Priesterweihe von Witwern. Kallistus errichtete den ersten christlichen Friedhof an der Via Appia, die Kallistuskatakomben, führte die Kirchenmalerei ein sowie die Quatember als Bußtage vor den Jahreszeiten. Als Bischof von Rom hatte er mit seinen Finanztransaktionen mehr Erfolg und führte seine Gemeinde zu wirtschaftlicher Blüte. Anfang Oktober 222 brach wegen der Ermordung des Kaisers Heliogabal ein Aufstand gegen die Christen aus. Kallistus wurde in der heutigen Kirche San Callisto in Trastevere überfallen und aus dem Fenster in einen Brunnen geworfen – manchen Überlieferungen nach mit einem Mühlstein um den Hals. Am 14. Oktober wurde seine Leiche geborgen und unterhalb der Calepodiuskatakombe an der Via Aurelia bestattet. Verehrung: Kallistus wurde im 4. Jahrhundert zum Märtyrer erklärt. Reliquien fanden ihren Weg nach Reims, Fulda und Neapel. Darstellung: als Papst mit Mühlstein oder Brunnen Weitere Heilige des Tages:
Burkhard von Würzburg, Bischof
Justus von Lyon, Bischof
Burkhard von Würzburg, Bischof
Justus von Lyon, Bischof
Lebensdaten: geboren am 25. Mai 1550 in Bucchianico, Abruzzen, gestorben am 14. Juli 1614 Rom Lebensgeschichte: Camillo de Lellis verlor als Kind seine Mutter und wuchs ohne den Vater auf, der als Offizier nie zu Hause war. 1568 wurde Camillo selber Soldat und kämpfte als Söldner in den Türkenkriegen. Eingebracht hat es ihm eine nicht verheilende, eitrige Wunde am linken Fuß sowie den fatalen Hang, regelmäßig sein letztes Hemd beim Würfeln oder Kartenspielen zu verlieren. Nachdem 1574 sein Regiment aufgelöst worden war, schlug sich der rohe Bursche bettelnd durch das Land, bis er Arbeit beim Bau des Kapuzinerklosters in Manfredonia (Apulien) fand. Im nahegelegenen Konvent von San Giovanni Rotondo zog ihn der Guardian Bruder Angelo in ein Gespräch, das Kamillus so tief beeindruckte, dass er sich bekehrte und in den Orden eintrat. Kamillus wurde mit der Auflage, zuerst sein Fußgeschwür abheilen zu lassen, wieder weggeschickt und zog nach Rom, wo er es im St. Jakobusspital vom Krankenpfleger zum Spitalmeister brachte und eine Genossenschaft zur Krankenpflege und Krankenseelsorge gründete. Auf Anraten seines Freundes Filippo Neri ging der 32jährige in die Lateinschule, studierte Theologie und wurde 1584 zum Priester geweiht. 1591 wurde seine Genossenschaft als „Gesellschaft der Diener der Kranken“ zum Orden erhoben und breitete sich trotz der enormen Verluste beim Dienst an den Pest- und Typhuskranken in ganz Italien aus. „Kamillianer“ nahmen als Sanitäter und Feldgeistliche an den Türkenkriegen teil. 1607 legte Kamillus sein Amt als Generaloberer ab, um sich ganz den Kranken und Sterbenden zu widmen, ungeachtet seiner eigenen Krankheiten. Er starb 1614. Verehrung: 1742 selig- und 1746 heiliggesprochen, wurde Kamillus 1886 zusammen mit Johannes von Gott zum Patron der Kranken und der Krankenhäuser und 1930 zum Patron der Krankenschwestern und -pfleger erklärt. Henry Dunant übernahm 1859 das Emblem der Kamillianer und machte daraus das Rote Kreuz. Darstellung: in schwarzem Habit mit rotem Kreuz, in Ekstase mit der Muttergottes oder mit dem Gekreuzigten Patron: von Zabrze bei Kattowitz, der Abruzzen, der Kranken und Sterbenden, der Pflegeberufe und Krankenhäuser Weitere Heilige des Tages:
Angelina von Marsciano, Ordensgründerin
Jakobus de Voragine, Erzbischof
Ulrich von Zell, Prior, Klostergründer
Angelina von Marsciano, Ordensgründerin
Jakobus de Voragine, Erzbischof
Ulrich von Zell, Prior, Klostergründer
Lebensdaten: geboren am 11. Dezember 1821 in Munstergeleen, niederländische Provinz Limburg, gestorben am 5. Januar 1893 in Harold’s Cross, Dublin Lebensgeschichte: Joannes Andreas Houben war das vierte von elf Kindern einer armen Müllerfamilie und außerhalb seines Zuhauses auffallend schweigsam und scheu. In der Schule gab er sich redlich Mühe, hatte aber Schwierigkeiten mit dem Lernen. Mit 19 Jahren musste er für fünf Jahre zum Militärdienst einrücken. Dort soll er bei einer Übung versehentlich sein Gewehr in die falsche Richtung angelegt und seinen vorgesetzten Offizier um ein Haar erschossen haben. Während seiner Dienstzeit kam er mit dem Passionistenorden in Berührung, der eben seine erste Niederlassung im belgischen Ere bei Tournai gegründet hatte. 1845 wurde er dort zum Noviziat zugelassen, legte im Folgejahr seine ersten Gelübde ab und erhielt mit der feierlichen Einkleidung den Ordensnamen Karel van Sint Andries. Nicht lange nach seiner Priesterweihe 1850 wurde er nach England gesandt, wohin sich auch viele Iren vor der Großen Hungersnot infolge der Kartoffelfäule geflüchtet hatten. 1857 wurde er in das neugegründete Kloster Mount Argus in Harold’s Cross, Dublin, versetzt. Pater Karel, der die englische Sprache nie wirklich beherrschte, wurde nicht, wie im Passionistenorden üblich, in Volksmissionen und Einkehrtagen und schon gar nicht als Prediger eingesetzt, sondern fand seine Berufung im Beichtstuhl und besonders im Dienst an den Kranken. Seinem Zuspruch, Trost und Gebet verdankten sich viele Besserungen und unerklärliche Heilungen, so dass er weit über die Stadtgrenzen hinaus berühmt wurde und immer häufiger aufgesucht und angeschrieben wurde. Die kirchlichen Autoritäten bis hin zu Erzbischof Kardinal Cullen wurden argwöhnisch, als sich schließlich die Dubliner Ärzteschaft über ihn beschwerte, er halte die Leute vom Arztbesuch fern, und zum Schluss sogar findige Gauner Weihwasser teuer verkauften, das Pater Karel gesegnet hatte. 1866 zog ihn die Ordensleitung lieber ab und setzte ihn wieder in England ein. Acht Jahre später, 1874, durfte Pater Karel nach Irland zurück, wo er seinen liebgewonnenen Dienst an den Beichtenden und Kranken schnell wieder aufnahm und zu einer lokalen Berühmtheit wurde – selbst James Joyce erwähnt ihn kurz in seinem Roman Ulysses. 1881 erlitt Pater Karel bei einem Verkehrsunfall einen Beinbruch, der nie richtig heilte und ihn schneller altern ließ. Er starb im Morgengrauen des 5. Januars 1893 mit 71 Jahren. Verehrung: Kurz nach seinem Begräbnis im Kloster Mount Argus schrieb der Superior des Klosters an Karels Familie: „Die Menschen haben ihn bereits heiliggesprochen.“ 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig- und 2007 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen. In Dublin ist es vielfach Brauch, sein Grab täglich aufzusuchen. Weitere Heilige des Tages:
Emilia von Rom, Ordensfrau
Eduard der Bekenner, König
Johannes Nepomuk Neumann, Bischof
Emilia von Rom, Ordensfrau
Eduard der Bekenner, König
Johannes Nepomuk Neumann, Bischof
Lebensdaten: geboren am 2. Oktober 1538 bei Arona, gestorben am 3. November 1584 in Mailand Lebensgeschichte: Carlo Borromeo gehörte als Sohn des Grafen von Arona und einer Medici dem lombardischen Hochadel an. Mit neun Jahren per Tonsur in den Klerikerstand aufgenommen, wurde er bis zu seinem 21. Lebensjahr Kommendatarabt von insgesamt neun Klöstern, wobei er den Großteil seiner Einnahmen an die Armen weitergab. Sein Studium des kirchlichen und weltlichen Rechts in Pavia, das ihm anfänglich Schwierigkeiten bereitete, absolvierte er schließlich so bravourös, dass ihn sein Onkel Papst Pius IV. 1559 nach Rom berief. Karl erwarb sich als Geheimsekretär, Referendar des päpstlichen Hofes (den er zum Tragen dunkler Gewänder bewog) und später als Kardinaldiakon große Verdienste bei der Verwaltung des Kirchenstaats und besonders bei der Organisation und Durchführung des Konzils von Trient. Als 1562 sein älterer Bruder Federico starb und Karl sich entscheiden musste, ob er der Familie durch Heirat und Nachkommen dienen oder der Kirche verbunden bleiben wollte, wählte er das Priestertum. 1565 wurde er Erzbischof von Mailand und nahm eine Diözese in Besitz, die seit 80 Jahren keinen residierenden Bischof mehr gesehen hatte. Karl erneuerte das innerlich wie äußerlich ruinierte Bistum gegen alle Widerstände – sogar ein Attentat wurde auf ihn verübt. Eben erst noch der Inbegriff des Nepotismus, erwies sich Karl als beispielhafter Bischof, indem er für eine ordentliche Ausbildung des Klerus sorgte, die allerersten Seminare nach den Maßgaben des Konzils errichtete, die Konzilsbeschlüsse selbst durch mehrere Synoden umsetzte und durch eigene Bescheidenheit und Frömmigkeit als Vorbild wirkte. Der Erzbischof bereiste ununterbrochen das Bistumsgebiet, wobei er reformatorische Anwandlungen besonders in den Grenzgebieten zur Schweiz energisch unterband. Bei einer großen Pestepidemie 1576 ging er barfuß einer Prozession voran, weswegen er nach dem plötzlichen Verschwinden der Seuche sofort als Heiliger galt. Karl selbst lebte in dieser Zeit fast nur von Wasser und Brot. Sein unermüdlicher Einsatz kostete ihn seine Gesundheit und schließlich sein Leben. Mit den Worten „Herr, siehe, ich komme“ starb er mit 46 Jahren an einem Fieberanfall. Verehrung: Massen von Menschen gaben ihrem Erzbischof das letzte Geleit, als er in der Krypta des Mailänder Doms beigesetzt wurde, wo er bis heute verehrt wird. 1602 für selig erklärt, wurde er 1610 heiliggesprochen. Ab 1624 ließ sein Vetter Federico Borromeo in Arona eine Kolossalstatue aufstellen, den Sancarlone, bis zur Freiheitsstatue von New York 1886 die größte von innen begehbare Statue. 1713 wurde in Wien die Karlskirche eingeweiht. 1845 wurde der Borromäusverein zur katholischen Volksbildung gegründet. Weltweit tragen Priesterseminare den Namen des Mailänder Erzbischofs. Darstellung: als Kardinal mit Geißel, Kreuz oder Totenkopf Patron: der Lombardei, des Tessins und des Bistums Lugano, der Priesterseminare und als Helfer gegen die Pest Weitere Heilige des Tages:
Franziska von Amboise, Priorin
Vitalis und Agricola, Märtyrer
Franziska von Amboise, Priorin
Vitalis und Agricola, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 28. Februar 1915 in Rees, gestorben am 12. August 1945 bei München Lebensgeschichte: Karl Leisner wuchs in Kleve auf, wo er entscheidende Anstöße von seinem Religionslehrer, einem Priester, erfuhr und sich der katholischen Jugend- und der Schönstattbewegung anschloss. Nach dem Abitur studierte er in Münster Theologie und engagierte sich als Diözesanjungscharführer im Bistum, was die Gestapo zu einer Hausdurchsuchung samt Verhör und Beschlagnahme seiner Tagebücher veranlasste. Im Freisemester an der Universität Freiburg verliebte er sich in die Tochter seiner Gastfamilie und rang bis zum Studienende um seine Berufung zum Priester. 1939 wurde er von Bischof Clemens August Graf von Galen zum Diakon geweiht, konnte aber wegen einer Tuberkuloseerkrankung nicht wie geplant zum Priester geweiht werden. Als er im Sanatorium vom missglückten Elser-Attentat auf Hitler hörte, rutschte ihm ein bedauerndes „Schade!“ heraus, woraufhin ihn ein Mitpatient der Gestapo meldete, die ihn umgehend verhaftete. Der Gefängnishaft folgte die Verbringung ins Konzentrationslager Sachsenhausen und im Dezember 1940 nach Dachau. Im September 1944 wurde Bischof Gabriel Piguet von Clermont-Ferrand ins KZ eingeliefert – ein Hoffnungsschimmer für den schwerkranken Karl Leisner, doch noch die Priesterweihe zu empfangen. Mit Erlaubnis des Heimatbischofs, Wissen des Münchener Kardinals Michael Faulhaber und vor allem mit Hilfe der Schwesternschülerin Josefa Imma Mack konnten die notwendigen Genehmigungen, Gewänder und liturgischen Geräte beschafft werden, den Bischofsstab schnitzte ein Mithäftling im Priesterblock. Am 17. Dezember 1944 wurde Karl Leisner tatsächlich heimlich zum Priester geweiht, am 26. Dezember feierte er seine erste und zugleich auch letzte heilige Messe, ein evangelischer Pfarrer sorgte für das Primizmahl. Nach der Befreiung des Lagers Dachau Ende April 1945 wurde Karl Leisner in das Sanatorium nach Planegg bei München gebracht, wo er am 12. August an den Folgen von Haft und Krankheit starb. Verehrung: Karl Leisner wurde in Kleve bestattet und ruht seit 1966 im Xantener Dom, wo er vor allem auch unter den Priestern eine wachsende Verehrung und Bitte um Fürsprache erfährt. 1996 wurde er seliggesprochen, 2007 wurde der Heiligsprechungsprozess eröffnet. Weitere Heilige des Tages:
Johanna Franziska von Chantal, Ordensgründerin
Johanna Franziska von Chantal, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren 1860 in Buganda, Uganda, gestorben am 3. Juni 1886 in Namugongo Lebensgeschichte: Lwanga wuchs auf der Insel Bubembe im Viktoriasee auf; als Priesteranwärter des See-Wächtergottes Mukasa achtete er strikt auf sexuelle Enthaltsamkeit, auch am Hof des Königs Mutesa, an den er mit etwa 18 Jahren als Page gegeben wurde – es war üblich, die 500 Pagen im Alter von 13 bis 18 Jahren Gästen und Angehörigen der Landeseliten zu deren sexuellem Vergnügen anzubieten. Sein Keuschheitsideal sah er allerdings bei den Weißen Vätern Ludovic Girault und Siméon Lourdel (genannt „Mapeera“, aus dem französischen „Mon Père“ verballhornt) sowie beim katholisch gewordenen obersten Pagen und Haushofmeister Joseph Mukasa Balikuddembe so verwirklicht, dass er sich der „französischen Religion“ annäherte – die „englische Religion“ meinte die einsetzende britische und anglikanische Präsenz. 1884 folgte Mwanga seinem Vater als König nach. Der erst 16jährige Monarch musste sich unter dem Argwohn seiner Entourage als stark und durchsetzungsfähig erweisen, und weil die kolonialen Bestrebungen der Europäer mit missionarischen Aktivitäten einhergingen und sich dazu die christlich gewordenen Pagen den homosexuellen Anwandlungen des polygam lebenden Königs entzogen, griff er gegen die Christen als vermeintliche Verräter durch. Am 15. November 1885 wurde der anglikanische Erzbischof James Hannington auf Geheiß des Königs ermordet, ebenso Joseph Mukasa, der Mwanga deswegen Vorhaltungen gemacht hatte. Der stattliche und mit natürlicher Autorität ausgestattete Lwanga folgte ihm in dessen Ämtern nach und empfing in derselben Nacht die Taufe auf den Namen Charles – nach dem Gründer der Weißen Väter Kardinal Charles Lavigerie. König Mwanga versuchte vergebens, Karl Lwanga vom Glauben und der Erfüllung seiner religiösen Pflichten abzubringen, konnte sich aber lange nicht entschließen, ihn als einen seiner fähigsten Untertanen loszuwerden. Doch am 25. Mai 1886 stellte er alle Pagen vor die Alternative: ihre christliche Überzeugung aufzugeben oder als Verräter hingerichtet zu werden. Bis dahin hatte Karl Lwanga aber so tief in die junge Schar hineingewirkt, dass alle christlichen Pagen, ob katholisch oder anglikanisch, den Tod wählten. In der Nacht vor ihrer Verurteilung taufte Karl Lwanga noch heimlich vier Katechumenen, darunter den erst 13jährigen Kizito. Dann wurden die Pagen zum königlichen Richtplatz von Namugongo geführt, wo sie am Fest Christi Himmelfahrt, in Strohdecken gehüllt, lebendig verbrannt wurden. Auf diese und andere Weise verloren 23 Anglikaner und 22 Katholiken ihr Leben. Verehrung: 1920 wurden Karl Lwanga und seine 21 Gefährten selig- und 1964 heiliggesprochen. Zu ihrem Gedenktag am 3. Juni 2018 kamen rund vier Millionen Wallfahrer zur Basilika der ugandischen Märtyrer in Namugongo. Patron: der katholischen Aktion und der Jugend Afrikas Weitere Heilige des Tages:
Johannes Grande, Wohltäter, Einsiedler
Kevin von Wicklow, Klostergründer, Abt
Klothilde, Königin
Johannes Grande, Wohltäter, Einsiedler
Kevin von Wicklow, Klostergründer, Abt
Klothilde, Königin
Lebensdaten: geboren am 5. Oktober 1458 in Krakau, gestorben am 4. März 1484 in Grodno, heute Weißrussland Lebensgeschichte: Kasimir war der zweite Sohn des polnischen Jagiellonenkönigs Kasimir IV. und seiner Frau Elisabeth von Habsburg. Er genoss eine hervorragende Ausbildung und war bereits als Jugendlicher seiner Gelehrtheit und Frömmigkeit wegen berühmt. Dem erst 13jährigen bot der ungarische Adel aus Unzufriedenheit mit König Matthias Corvinus den Thron von Ungarn an, wohin sich Kasimir mit einer Armee in Bewegung setzte. Wegen des Widerstands von Papst Sixtus IV., der eine Schwächung des christlichen Militäreinsatzes gegen die Türken befürchtete, kam es jedoch nicht zur Krönung. Es heißt, dass Kasimir darüber nicht unfroh war, denn er hatte stärkere geistliche denn politische Neigungen. Sein Vater sperrte ihn jedoch zur Strafe monatelang in eine Festung. Als sein Bruder Ladislaus König von Böhmen wurde, stieg Kasimir zum polnischen Thronanwärter auf und vertrat zwei Jahre lang seinen Vater, als dieser in Litauen weilte. In dieser Zeit regierte Kasimir mit großer Weisheit und Gerechtigkeit und wurde als „Bruder und Beschützer der Armen“ gefeiert. Da er ein Keuschheitsgelübde abgelegt hatte, lehnte er jegliche Heiratsvorstellungen seiner Familie ab. Seine nächtelangen Gebete und ständiges Fasten führten schließlich eine Lungenkrankheit herbei, der er am 4. März 1484 auf einer Reise durch Litauen erlag. Verehrung: Die unverwesten Gebeine des heiligen Kasimir wurden mehrmals umgebettet, bis sie in der Kasimir-Kapelle der Kathedrale von Vilnius ihren endgültigen Ruheort fanden. Die Heiligsprechungsurkunde von 1521 ging infolge der Plünderung Roms verloren, so dass der Kult 1602 nochmals bestätigt wurde. 1636 wurde Kasimir zum Schutzheiligen der Großmacht Polen-Litauen ausgerufen. Darstellung: in der Nationaltracht Polens mit Krone und einer Lilie in der Hand Patron: von Polen und Litauen, der Jugend, Helfer gegen Pest, Religions- und Vaterlandsfeinde Weitere Heilige des Tages:
Rupert von Deutz, Ordenspriester
Placida Viel, Ordensgründerin
Rupert von Deutz, Ordenspriester
Placida Viel, Ordensgründerin
Lebensdaten: geboren am 6. Januar 1786 in Rom, gestorben am 28. Dezember 1837 ebendort Lebensgeschichte: Gaspere del Bufalo wurde am Dreikönigstag 1786 geboren und erhielt den Taufnamen Kaspar Melchior Balthasar. Sein Vater war Koch in einem Adelshaus unweit der römischen Kirche Il Gesù, wo Reliquien des heiligen Franz Xaver verehrt werden. Auf dessen Fürsprache genas Kaspar von einer schweren Krankheit. Bereits als Jugendlicher und als Seminarist gründete er Gebetsvereinigungen und predigte den einfachen Leuten, was ihm den Vorwurf einbrachte, seine Kompetenzen zu überschreiten. 1808 wurde er in Rom zum Priester geweiht; er nahm sich seelsorgerisch und karitativ besonders der Arbeiter und Bauern der Umgebung an. Nachdem Napoleon Bonaparte Papst Pius VII. verschleppt hatte, verweigerte Kaspar den Treueeid auf die Besatzer und verbrachte deswegen vier Jahre im erzwungenen Exil in Norditalien. Nach seiner Rückkehr wollte er sich zuerst den Jesuiten anschließen, wurde jedoch vom Papst in die Lande des verwahrlosten Kirchenstaates zwischen Rom und Neapel geschickt, wo er zum geliebten Seelsorger der dort ansässigen Räuberbanden wurde: der Brigantenfamilien, die vor der Zwangsverpflichtung ins Napoleonische Heer in die Berge geflohen waren, wo sie ihr Unwesen trieben. Die Stadt Sonnino bewahrte er davor, niedergebrannt zu werden. 1815 gründete Kaspar mit drei Gefährten den Orden der „Missionare vom Kostbaren Blut“ zur Volksmission und unterstützte später die Gründung der Kongregation der „Anbeterinnen des Blutes Christi“. Kaspar del Bufalo verzehrte sich trotz seiner schwächlichen Konstitution und einer chronischen Schlaflosigkeit für das Volk und starb am 28. Dezember 1837 während einer Cholera-Epidemie in Rom in den Armen seines Beichtvaters Vinzenz Pallotti. Verehrung: Kaspar del Bufalo wurde in der Kirche Santa Maria in Trivio begraben, 1904 selig- und 1954 heiliggesprochen. Seine Ordensgemeinschaft ist weltweit tätig. In Brasilien gehört ihr der „Indianerbischof“ Erwin Kräutler CPPS an. Im Bistum Augsburg leben die Missionare vom Kostbaren Blut im Kloster Baumgärtle in Breitenbrunn bei Mindelheim. Patron: der Stadt Sonnino Weitere Heilige des Tages:
Unschuldige Kinder
Julius von Rom, Kind, Märtyrer
Unschuldige Kinder
Julius von Rom, Kind, Märtyrer