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Heilige

Lebensdaten: geboren um 50 in Rom, gestorben um 100 ebendort, oder auf der Krimhalbinsel Lebensgeschichte: Clemens war der Überlieferung nach ein junger Gelehrter auf Wahrheitssuche und bekehrte sich auf eine Predigt des heiligen Barnabas zum Glauben. Er wurde Schüler des heiligen Petrus, der ihn zu seinem Nachfolger bestimmte. Uneinheitliche Zählungen erklärt man dadurch, dass Clemens vor seinem Amtsantritt Linus und Anaklet den Vorrang in der Leitung der römischen Gemeinde ließ. Von ihm ist der „Erste Clemensbrief“ erhalten: ein im Namen der Kirche von Rom an die Kirche von Korinth gerichtetes Schreiben, das autoritativ zu Eintracht, Frieden und Ordnung mahnt und Aufschluss über das kirchliche Leben im 1. Jahrhundert gibt. Verehrung: Clemens wird als Märtyrer verehrt, weil sich eine Märtyrer-Inschrift in der Basilika San Clemente fand, die sich über seinem angeblichen Elternhaus erhebt. Eine Legende aus dem 4. Jahrhundert berichtet, Kaiser Trajan hätte ihn in die Marmorbrüche auf der Krimhalbinsel verbannt, wo man ihn zuletzt mit einem Anker um den Hals ins Meer geworfen hätte. In der Vita der Slawenmissionare Cyrill und Methodius steht, sie hätten seine Reliquien an der Schwarzmeerküste geborgen und Papst Hadrian II. zum Geschenk gemacht. Clemens wird im Ersten Eucharistischen Hochgebet genannt („Kanonheiliger“). Darstellung: als Papst, mit einem Lamm oder mit einem Anker um den Hals Patron: von Sevilla, Velletri, Århus, Compiègne und der Krimhalbinsel, des Bistums Saratow, der Steinmetze, Marmorschleifer, Bergleute, Hutmacher und Seeleute    Weitere Heilige des Tages:
Felicitas von Rom, Märtyrin
Kolumban, Abt, Glaubensbote
Lebensdaten: geboren am 26. Dezember 1751 in Taßwitz, heute Tschechien, gestorben am 15. März 1820 in Wien Lebensgeschichte: Johannes, dessen böhmischer Vater Pavel Dvořák sich bei seiner Hochzeit in „Hofbauer“ umbenannt hatte, wollte früh schon Priester werden, doch die finanziellen Mittel reichten bei weitem nicht aus. So wurde er Bäcker, fand Anstellung im Prämonstratenserstift Klosterbruck und besuchte die dortige Klosterschule. Auf Pilgerfahrten nach Rom lernte er die eremitische Lebensweise kennen und zog 1783 als Einsiedler mit dem Namen Klemens Maria nach Tivoli nahe Rom. Zurück in Wien ermöglichten ihm Gönner das Theologiestudium, das er in Rom beendete, wo er gemeinsam mit seinem Freund Thaddäus Hübl in den jungen Redemptoristenorden eintrat. Weil wegen der „aufgeklärten“ Maßnahmen Kaiser Josephs II. in Wien keine Niederlassung möglich war, zogen sie nach Warschau und übernahmen dort die heruntergekommene Pfarrei St. Benno. 20 Jahre blieb Klemens Maria Hofbauer dort, baute Schulen und Waisenhäuser und kümmerte sich um die sozialen und seelischen Nöte der Menschen. Seine Ordensniederlassung zählte bald 40 Mitglieder, und er wurde zum Generalvikar für das Gebiet nördlich der Alpen bestimmt, wo er einige Niederlassungen zu gründen versuchte, darunter auch in Babenhausen im Bistum Augsburg. Als unter Napoleon die Redemptoristen aus Warschau vertrieben wurden und Pater Hübl 1808 an Typhus verstorben war, zog Klemens Maria Hofbauer zurück nach Wien, wo er als Kirchenrektor von St. Ursula eine eher bescheidene Stelle antrat. Doch er wurde durch seine direkten, bisweilen auch derben Predigten, die so ganz und gar nicht zur „aufgeklärten“ Zeit passten, bald als „Apostel von Wien“ bekannt. Menschen aller Schichten besuchten seine Gottesdienste, er war ein gefragter Beichtvater und kümmerte sich um die Armen und Kranken. Auf ihn gehen die sogenannten „Hausbesuche“ der Geistlichen bei ihren Pfarrangehörigen zurück. Außerdem pflegte er Kontakte zu den Künstlern der Romantik, denen er entscheidende Impulse gab. Der „Hofbauer-Kreis“ um ihn versammelte unter anderem Josef von Eichendorff, Friedrich Schlegel und Clemens von Brentano. Am 15. März 1820 starb Klemens Maria Hofbauer 69jährig an Entkräftung. Kurz darauf wurde der Redemptoristenorden zugelassen. Verehrung: Papst Leo XIII. sprach ihn 1888 selig, 1909 wurde er von Papst Pius X. heiliggesprochen, 1914 zum Stadtpatron von Wien erklärt. Patron: von Warschau und Wien, der Bäcker und Gesellenvereine Ausspruch des hl. Klemens Maria Hofbauer: „Alle Pläne des Menschen, sie dienen nur, um Seinen heiligen Willen zu erfüllen.“   Weitere Heilige des Tages:
Louise de Marillac, Ordensgründerin
Pius Keller, Provinzial
Zacharias, Papst
Lebensdaten: geboren 1043, gestorben am 10. Juli 1086 in Odense Lebensgeschichte: Knut war der drittälteste der zahlreichen, meist nebenehelichen Söhne König Sven Estridssons von Dänemark und begleitete seinen Vater 1069 auf dessen vergeblichem Englandfeldzug gegen Wilhelm den Eroberer. Einen weiteren, wiederum gescheiterten Feldzug nach England hat er mitbefehligt sowie erfolgreichere Expeditionen in der Ostsee angeführt – veritable Kreuzzüge unter anderem gegen die heidnischen Wenden. Als nach dem Tod des Vaters 1076 sein Halbbruder Harald den Thron bestieg, setzte er sich nach Schweden ab. 1080 folgte er dem verstorbenen Harald als König von Dänemark nach und vermählte sich mit einer Tochter des Grafen von Flandern und gemeinsamen Todfeinds des Normannenherrschers Wilhelm in England. In seinem Reich, das den Süden Norwegens und Großteile des Baltikums umfasste, begünstigte er zielstrebig die Kirche durch Güterschenkungen und die gesetzliche Abgabe des Zehnten, schärfte die Einhaltung der Fastenzeiten ein und unterstützte Kloster- und Kirchengründungen wie in Dalby, Odense, Roskilde und besonders in Lund. Im Gegenzug unterstützte die Kirche seinen umstrittenen, weil totalen Herrschaftsanspruch auf das Land und seine Menschen. 1085 versuchte er wiederum England zu erobern. Weil ihn Auseinandersetzungen mit Kaiser Henrich IV. in Schleswig banden, konnte sich seine Flotte jedoch nicht denen Flanderns und Norwegens anschließen. Als Knuts mehrheitlich aus zwangsverpflichteten Bauern bestehende Armee unter den zugunsten der Kirche enteigneten Adeligen meuterte, musste der König flüchten und zog sich nach Odense zurück. Am 10. Juli 1086 stürmten die Rebellen die Sankt-Albani-Kirche, wo Knut mit acht Gefolgsleuten dem Gottesdienst beigewohnt hatte, und töteten den König durch einen Lanzenstich am Altar. Verehrung: Eine Missernte mit einer darauffolgenden Hungersnot wurde als göttliche Strafe für den Mord angesehen und beförderte zusammen mit Wundererzählungen von seinem Grab seinen Kult, den bereits sein unmittelbarer Nachfolger auf dem Königsthron betrieb. 1101 erreichte sein Halbbruder König Erik I. die Bestätigung seiner Verehrung als erster dänischer Heiliger durch Papst Paschalis II. Er ruht in der Krypta der Odenser Domkirche Sankt Knud, die über seiner Martyriumskirche erbaut wurde. Darstellung: als König mit Lanze oder Pfeil, bei seinem Martyrium Patron: von Dänemark   Weitere Heilige des Tages:
Anton Kowalczyk, Ordensmann, Missionar
Engelbert Kolland, Ordenspriester, Märtyrer
Erik von Schweden, König, Märtyrer
Olav von Norwegen, König, Märtyrer
Lebensdaten: geboren am 7. Dezember 521 in Gartan, County Donegal, Irland, gestorben am 9. Juni 597 auf Iona, Schottland Lebensgeschichte: Kolumban soll ein Nachfahre des legendären irischen Hochkönigs Niall Noígíallach gewesen sein und könnte ursprünglich Crimthann (Fuchs) geheißen haben. Seinen Namen Colmcille (Kirchentaube) erhielt er der Legende nach, als sich eine Taube in einer Kirche auf ihn niedersetzte. Kolumban besuchte die Klosterschule von Abt Finnian von Movilla, der die einzige vollständige Abschrift des Neuen Testaments im ganzen Land sein eigen nannte, und trat als etwa 20jähriger Diakon in Finnians Kloster Clonard ein, dem Zentrum der keltischen, das heißt gelehrten Christenheit. Dort und im Kloster Glasnevin, wo er Schüler des bedeutenden Abts Mobhí Clárainech war, kam Kolumban auch mit walisischen und druidischen Traditionen in Berührung. Nach Abt Mobhís Tod (544) an einer Seuche und der Versprengung seiner Schüler gründete Kolumban, inzwischen Mönchspriester geworden, rund 50 Kirchen sowie mehrere bedeutende Klöster, darunter Derry, Durrow, Kells und Swords (Dublin). Eine Wallfahrt nach Rom und Jerusalem endete bereits in Tours am Grab des heiligen Martin. Um 560 geriet Kolumban mit seinem Lehrer Finnian in Streit, weil er unerlaubterweise ein Buch aus dessen Bibliothek abgeschrieben hatte und die Kopie trotz Urteils nicht wieder herausgab. Der sogenannte „Bücherkrieg“ eskalierte zu einer Stammesfehde zwischen Kolumbans Clan der Neill und Hochkönig Diarmait mit zahlreichen Toten und führte Kolumban zur Buße ins Exil bzw. zum Antritt seiner Pilgerfahrt nach Schottland. Der Erzählung nach landete er 563 oder 565 mit zwölf Gefährten auf der winzigen Hebrideninsel Iona, weil das der erste Ort war, von dem aus er seine Heimat nicht mehr erblicken konnte. In Wahrheit hatte der irischstämmige Kleinkönig Conall mac Comgaill von Dalriada ihm die Insel übertragen, und Kolumban sollte zu verschiedenen Gelegenheiten wie der Synode von Drumceat und der Gründung der Abtei Drumcliff bei Sligo (575) wieder nach Irland reisen. Kolumban gründete im Einflussbereich seiner Landsleute, den keltischen Skoten, zahlreiche Kirchen und machte aus der auf Iona erbauten Abtei das Missionszentrum für die ursprünglich ansässigen Pikten, wobei er mit den keltischen Traditionen auch das Erbe der ägyptischen Wüstenväter nach Schottland brachte. Als Gelehrter und mit natürlicher Autorität ausgestattet, erwarb er sich die Achtung eines der Piktenkönige namens Bridei und nahm eine immer bedeutendere politische Rolle in dem Land ein, bis hin zur Bestimmung der Thronfolge im Skotenreich Dalriada. Sein Verdienst ist es, dass die eigentlich überlegenen Pikten sich von den Skoten kulturell assimilieren ließen. Kolumban starb am Sonntag, den 9. Juni 597, und wurde in seiner Abtei bestattet. Verehrung: Kolumbans sterbliche Überreste wurden vor den Wikingerraubzügen des 8. und 9. Jahrhunderts in Sicherheit gebracht und 849 zwischen Irland und Schottland aufgeteilt. In Irland liegt er neben den heiligen Patrick und Brigid in der Kathedrale von Downpatrick begraben. In Schottland wurden seine Reliquien in Dunkeld bestattet – was aus dem Ort für Jahrhunderte das religiöse Zentrum Schottlands machte –, wenn sie nicht den Armeen in Schlachten vorangetragen wurden. Sein Grab wurde im Klostersturm der Reformationszeit zerstört. Patron: von Irland und Schottland, der Stadt Derry, der Fluten, der Buchbinder und Dichter     Weitere Heilige des Tages:
Anna Maria Taigi, Mystikerin
Ephräm der Syrer, Diakon, Kirchenlehrer
José de Anchieta, Ordenspriester, Missionar
Liborius von Le Mans, Bischof
Lebensdaten: geboren um 543 in der Provinz Leinster, Irland, gestorben am 21. November 615 in Bobbio, Emilia-Romagna Lebensgeschichte: Kolumban genoss bereits in seinem Elternhaus eine gediegene Erziehung und widmete sich in der nordirischen Abtei Cleenish dem Studium der Heiligen Schrift. Mit etwa 20 Jahren trat er ins Kloster Bangor ein, wo er unter Abt Comgall seine Ausbildung beschloss und die Priesterweihe empfing. 591, nach 30 Jahren strenger Klosterdisziplin, verließ er mit zwölf Gefährten – darunter Gallus – Irland und begab sich auf Missionspilgerschaft nach dem europäischen Festland. Auf Einladung der fränkischen Herrscher ließen sich die Mönche in der verfallenen Festung Annegray in den Vogesen nieder, wo ihre Kultivierung der Seelen und des Landes so großen Erfolg hatte, dass mit Luxeuil und Fontaine bald zwei weitere Klöster gegründet werden mussten. Kolumban wirkte etwa 20 Jahre in Luxeuil. Aus dieser Zeit stammen seine strenge Mönchsregel sowie das Bußwerk, mit dem die private und wiederholte Beichte auf dem Kontinent eingeführt wurde. Die Bischöfe der Umgebung nahmen Anstoß an den „orientalischen“ Sitten der Mönche, die sich von Ohr zu Ohr tonsurierten, nach Pharaonenart schminkten und einen abweichenden Osterfesttermin begingen. Kolumban appellierte an ihnen vorbei direkt an die Päpste und tadelte sie ansonsten wegen der Missachtung kanonischer Vorschriften. 610 verwies König Theuderich II. alle Iren aus Burgund, nachdem Kolumban dessen Ehebruch öffentlich getadelt hatte. Der Nachbarkönig Theudebert II. sandte die Missionare rheinaufwärts nach Alemannien, wo sie sich nach einer erfolglosen Episode am Zürichsee in Bregenz am Bodensee niederließen. Widerstände und das Herannahen König Theuderichs veranlassten Kolumban zwei Jahre später – unter Zurücklassung Sankt Galls – zur Überquerung der Alpen, wo er in Bobbio, im Herrschaftsgebiet der Langobarden, um 613 sein letztes Kloster gründete. Verehrung: Kolumban wurde in der Krypta der Abtei Bobbio beigesetzt und liegt seit 1482 in einem Steinsarkophag neben ihrem Altar. Weitere Reliquien befinden sich in der Sakristei der Abteikirche. Weil das keltische Christentum zurückgedrängt wurde und die Benediktsregel seine strengere Mönchsregel ablöste, geriet Kolumban etwas in Vergessenheit. Dabei hat er die iroschottische Festlandsmission angestoßen und damit die Weichen für die Christianisierung ganz Europas gestellt. Darstellung: als Abt oder Pilger, segnend mit Stab, mit einem Bären Patron: der Motorradfahrer    Weitere Heilige des Tages:
Felicitas von Rom, Märtyrin
Klemens I., Papst, Märtyrer, Apostolischer Vater
 
Lebensdaten: geboren um 1290 in Calendasco bei Piacenza, gestorben am 19. Februar 1351 in Noto auf Sizilien Lebensgeschichte: Corrado stammte aus einer der vornehmsten Adelsfamilien Piacenzas. Er war wohlhabend, hatte sich jung mit seiner Frau Giovannina verheiratet und führte ein sorgloses Leben. Wie alle seine Alters- und Standesgenossen verbrachte er die meiste Zeit auf der Jagd. Als er einmal, um das Wild aufzuschrecken, Feuer in einem Unterholz legen ließ, brannte der ganze Wald nieder, einschließlich der Ernte auf den nahegelegenen Feldern und einiger Häuser. Man verdächtigte einen armen Bauern, der in der Nähe wohnte, und verurteilte ihn zum Tode. Von seinem Gewissen geplagt, stellte sich Konrad schließlich den Richtern. Wegen seiner edlen Abstammung wurde er zwar nicht hingerichtet, doch sein ganzes Vermögen wurde eingezogen, um die Verluste auszugleichen. Aber Konrad brauchte es ohnehin nicht mehr. Er konnte mit der vergnügungssüchtigen Welt nichts mehr anfangen. Weil auch seine fromme Frau in den Ereignissen einen Wink Gottes erkannte, entschlossen sich beide, fortan ein geistliches Leben zu führen. Giovannina trat in den Orden der Klarissen ein, Konrad wurde Franziskanerterziar und lebte der Ordenstradition entsprechend als Wandereremit. Über Rom, wo er die Apostelgräber besuchte, gelangte er schließlich in Noto auf Sizilien an. Seine Einsiedelei neben dem Krankenhaus verließ er nach wenigen Jahren wieder, weil so viele Ratsuchende und Arme zu ihm kamen. In einer Höhle führte er noch 30 Jahre lang ein Leben in Einsamkeit, Gebet und Buße, bis er am 19. Februar 1351 beim Beten vor einem Kreuz verstarb. Corrado wurden viele Wunder bereits zu Lebzeiten nachgesagt. Das berühmteste war das Brot, das ein Engel buk, damit Corrado niemanden hungrig wieder wegschicken musste. Patron: seiner Heimat Calendasco bei Piacenza   Weitere Heilige des Tages:
Elisabeth Picenardi, Ordensfrau
Lebensdaten: geboren um 900 auf der Haslachburg bei Weingarten, gestorben am 26. November 975 in Konstanz Lebensgeschichte: Konrad stammte aus dem Geschlecht der schwäbischen Welfen, erhielt seine Ausbildung in der Konstanzer Domschule und wurde Dompropst. 934 wählte ihn das Domkapitel auf Empfehlung von Bischof Ulrich von Augsburg zum Bischof von Konstanz. Angeregt von seinen Pilgerreisen, von denen er zahlreiche Reliquien mitbrachte, setzte er ein Kirchenbauprogramm um, das sich an Rom orientierte und an Jerusalem, wohin er dreimal pilgerte. Kreuzlingen erhielt seinen Namen von einer Kreuzreliquie, die er einem Spital bei dessen Gründung stiftete. Darin fanden zwölf Bedürftige auf seine Rechnung dauerhaft Wohnung. Konrad war eng mit Kaiser Otto I. verbunden und ließ zum Gedenken der Schlacht auf dem Lechfeld von 955, auf der die Lanze des heiligen Moritz als Siegeszeichen geführt wurde, neben der Domkirche das Stift St. Mauritius als Nachbau der Jerusalemer Grabeskirche errichten. Zum Dank erhielt seine Domkirche 962 Reichsbesitz im Breisgau. Konrad reformierte die Seelsorge in seinem Bistum und sicherte das Auskommen des Domkapitels, damit es besser seinen priesterlichen Aufgaben nachkommen konnte. Über 40 Jahre durfte er als Hirte die Diözese Konstanz leiten, bevor er am 26. November 975 unter großer Anteilnahme seiner Gläubigen starb. Verehrung: Konrad wurde in der Mauritiuskirche beigesetzt und hundert Jahre später in ein Hochgrab im Konstanzer Münster umgebettet. 1123 wurde er auf dem Ersten Laterankonzil heiliggesprochen. Während der Reformation wurden seine Reliquien in den Bodensee geworfen, mit Ausnahme des Hauptes, das in Sicherheit gebracht werden konnte. Es ist heute wertvollster Bestandteil des Münsterschatzes. Darstellung: als Bischof mit Kelch und der Spinne, die er der Legende nach mitgetrunken hat Mitpatron: des Erzbistums Freiburg   Weitere Heilige des Tages:
Gebhard von Konstanz, Bischof
Giacomo Alberione, Priester, Ordensgründer
Ida von Köln, Äbtissin
Leonardo da Porto Maurizio, Ordenspriester, Volksmissionar
Lebensdaten: geboren am 22. Dezember 1818 in Parzham bei Griesbach, gestorben am 21. April 1894 in Altötting Lebensgeschichte: Johann Evangelist Birndorfer war das elfte Kind tief im Glauben verwurzelter Bauern und war schon als Bub ungewöhnlich fromm: Eher still, betete er gern für sich auf dem Schulweg oder bei der Feldarbeit und suchte jeden Streit zu schlichten. „Der Birndorfer Hansl ist ein Engel“, sagten die Leute. Als er 14 Jahre alt war, starb die Mutter, zwei Jahre später der Vater. Weil er seinen Wunsch, Priester zu werden, nicht verwirklichen konnte, blieb er auf dem elterlichen Hof als Knecht. Erst mit 31 Jahren trat er in das Kapuzinerkloster St. Anna in Altötting ein. Nachdem er seine Gelübde abgelegt hatte, bekam er den Namen Bruder Konrad und war ab 1852 als Pförtner tätig. Über 40 Jahre lang hatte er bis zu 18 Stunden am Tag mit den Tausenden von Wallfahrern zu tun und erfüllte ihre Anliegen und Bitten, soweit er konnte. Niemand, der zu ihm kam, ob Handwerksbursche oder Bettler, verließ ihn wieder mit leeren Händen. Jede freie Minute betete er, oft nächtelang. In den späten Abendstunden betete er vor dem Tabernakel, jeden Morgen ministrierte er am Gnadenaltar der Schwarzen Madonna. Als ihm die tägliche Kommunion erlaubt wurde, empfing er sie frühmorgens, um bei den anderen keinen Anstoß zu erregen. Die tägliche Betrachtung des Kreuzes lehrte ihn nach eigener Aussage die wahre Heiligkeit. Als er seines Alters und seiner Gebrechlichkeit wegen seinen Dienst aufgeben musste, konnte er von der Pforte doch nicht lassen. Er brach eines Nachts auf dem Weg dorthin zusammen, weil er befürchtete, man habe ein Läuten überhört, und starb wenige Tage später am 21. April 1894. Verehrung: Die Klosterkirche, in der Konrad seine letzte Ruhestätte fand, wurde 1953 in Bruder-Konrad-Kirche umbenannt. Er wurde 1930 selig- und 1934 heiliggesprochen. Aus den Vorsätzen von Bruder Konrad: „Ich will es mir angewöhnen, mich allezeit in die Gegenwart Gottes zu stellen. Ich will mich recht bestreben, die Bruderliebe in mir und in anderen zu bewahren. Da will ich mich recht hüten, dass ich nie ein Wort rede, das wider die Liebe wäre.“ Darstellung: beim Austeilen von Brot oder beim Pflügen des Ackers Patron: des Bistums Passau, der Pförtner, der katholischen Burschenvereine, des Seraphischen Liebeswerks und als Helfer in allen Nöten   Weitere Heilige des Tages:
Anselm von Canterbury, Bischof, Kirchenlehrer
Lebensdaten: geboren um 1075, gestorben am 9. April 1147 in Mariapfarr im Lungau, Österreich Lebensgeschichte: Der Grafensohn Konrad von Abenberg stammte aus der Familie der Hochstiftsvögte von Bamberg und wurde als jüngstes Kind für den geistlichen Stand bestimmt. Am Hof des Kaisers Heinrich IV. erzogen, wurde er dort Hofkaplan und schloss sich dem Aufstand des Kaisersohnes Heinrich V. gegen seinen Vater an. 1106 wurde er auf dem Reichstag zu Mainz zum Erzbischof von Salzburg gewählt, dessen geistliches Territorium große Teile Österreichs, Bayerns, Südtirols, Ungarns, Tschechiens, Sloweniens und der Slowakei umfasste. Mit Hilfe seiner Brüder vertrieb er den bisherigen Amtsinhaber, den noch Heinrich IV. eingesetzt hatte. 1110 begleitete er Kaiser Heinrich V. auf dessen Romzug, wobei es wegen des Investiturstreits zwischen Kaiser und Papst, bei dem es um das Recht ging, Bischöfe einzusetzen, zum Zerwürfnis kam, weil sich Konrad auf die Seite des Papstes stellte. Zurück in Salzburg, zwangen ihn Unruhen und Feindseligkeiten von Seiten der kaiserlichen Beamten ins Exil, das er der Überlieferung nach zum Teil sogar in einer Berghöhle verbrachte. Als er nach neun Jahren nach Salzburg zurückkehren konnte, nahm er energisch die Neuorganisierung des Erzbistums in Angriff und gründete oder reformierte zahlreiche Klöster, erneuerte das religiöse Leben durch die Ansässigmachung der Augustiner-Chorherren und die Förderung der Benediktiner. Er baute den abgebrannten Salzburger Dom wieder auf und befestigte die Stadt und das Umland. Seinen politischen Einfluss machte er unter anderem bei der Unterstützung der Königswahl Lothars von Supplingen und der Abwehr der staufischen Ansprüche oder bei der Anerkennung Innozenz’ II. während des Papstschismas geltend. Auf dem Heimweg von einer Reise nach Kärnten erkrankte er und starb in einem kleinen Dorf im Lungau. Verehrung: Konrad gilt nach Rupert als zweiter Gründer der Kirche von Salzburg und wurde in der Gruft der Erzbischöfe im Salzburger Dom bestattet. Darstellung: im Bischofsornat mit Kirchenmodell   Weitere Heilige des Tages:
Casilda von Toledo, Einsiedlerin
Hugo von Rouen, Bischof
Thomas von Tolentino, Missionar, Märtyrer
Waltraud, Äbtissin
Lebensdaten: geboren um 680 in Saint-Germain-lès-Arpajon, gestorben am 8. September 730 in Freising Lebensgeschichte: Korbinian, der Sohn einer Irin und eines Franken, lebte 14 Jahre lang als Einsiedler in der Nähe von Paris, wo sich Gleichgesinnte um ihn scharten und ein Kloster entstand. Um das Jahr 710 unternahm er seine erste Pilgerfahrt nach Rom und gründete auf dem Weg dorthin ein Kloster in Kuens bei Meran. In Rom bat ihn der Papst, seine Einsiedelei aufzugeben und als Bischof den Glauben in Gallien zu verbreiten. Jahre später pilgerte er erneut nach Rom und wollte sein Eremitendasein wieder aufnehmen, doch der Papst sandte ihn zurück ins Frankenreich. Auf seiner Rückreise kam er nach Bayern, wo ihn Herzog Grimoald bat, in seinem Land zu bleiben. Korbinian errichtete um 720 eine dem heiligen Stephanus geweihte Kirche (später Weihenstephan) und legte die Grundlagen für das bedeutende geistliche Zentrum, zu dem Freising wurde. Er war ein charismatischer Bischof und wirkte segensreich, bis er die Trennung Grimoalds von seiner Frau Plektrudis erzwang, weil die Ehe nach damaligem Recht verboten war. Weil Korbinian seines Lebens nicht mehr sicher war, floh er in seine Klostergründung Kuens, bis ihn um 725 der neue Bayernherzog Hugbert zur Rückkehr bewegen konnte. Nicht lange nach seiner Ankunft in Freising starb Korbinian an einem Herzleiden. Legende: Auf der Pilgerfahrt nach Rom riss ein Bär Korbinians Esel, worauf der Bischof dem Bären sein Gepäck auflud und nach Rom tragen ließ. Verehrung: Seinem Wunsch entsprechend wurde Korbinian zunächst im Kloster Kuens beigesetzt, am 20. November 765 wurden seine Gebeine jedoch wieder nach Freising zurückgebracht, wo sie in der Domkrypta ruhen. Seine Reliquien verwahrt der neoromanische Korbiniansschrein aus dem 19. Jahrhundert. In der Erzdiözese München-Freising wird der Gedenktag am 20. November begangen. Darstellung: als Abt oder Bischof mit Kirchenmodell, Buch oder Bär Patron: des Erzbistums München-Freising, der Stadt Freising, der Kathedrale von Évry bei Paris   Weitere Heilige und Feste des Tages:
Franziskus Jordan, Priester, Ordensgründer
Frédéric Ozanam, Gründer
Mariä Geburt